Bücher mit dem Tag "palästina"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "palästina" gekennzeichnet haben.

73 Bücher

  1. Cover des Buches Breaking News (ISBN: 9783596296958)
    Frank Schätzing

    Breaking News

    (199)
    Aktuelle Rezension von: Andrea_Blaurock

    Für dieses Buch muss man sich Zeit nehmen, nicht nur, weil zwei Zeitstränge aufeinander zulaufen.

    Wer wirklich verstehen will, muss manchmal zurückblättern, manchmal mit geschlossenen Augen tief Luft holen.

    In diesem Buch geht es um Israel und Palästina .

    In diesem Roman wird Sensationsjagd und Faktentreue im Journalismus knallhart bloßgestellt.

    Hier wird über Flucht und Vertreibung, Ankommen und Abschied schonungslos berichtet.

    Dabei wird immer wieder klar Hass und Liebe passen in unsere beiden Herzkammern.

    Alles ist so weit weg und ganz nah, dass man manchmal einfach nur den Spiegel abhängen möchte.

    Wer Schätzing kennt, weiß, dass er es seinen Lesern nicht leicht macht. Hier präsentiert er ein Meisterstück. Nicht nur, dass man stets zwischen Zorn und Mitleid, Glauben und Staunen Schuld und Unschuld hin und hergerissen wird,, wie der Journalist selbst wird man immer wieder mitten ins Geschehen geworfen und manchmal auch kalt gestellt. Als wollte der Autor sagen, mach eine Denkpause. Dabei bin ich erschrocken,  wie lange ich diese Geschichte schon miterlebe und doch ratlos passiv bin.

    Mit diesen Familien habe ich gelacht und geweint, obwohl oder gerade weil die Sprache oft recht derb und ruppig ist und dann wieder ganz zart Sonnenuntergänge und Trauer sprachlich zelebriert wird.

    Danke für dieses aufregende Buch, dass einen anderen Titel verdient." Breaking News" ist wie ein Streifschuss  und trifft die Sache nicht

  2. Cover des Buches Eine Geschichte von Liebe und Finsternis (ISBN: 9783518467268)
    Amos Oz

    Eine Geschichte von Liebe und Finsternis

    (110)
    Aktuelle Rezension von: Jari
    Eigentlich hatte ich nie vor, dieses Buch zu lesen. Schlussendlich tat ich es trotzdem und zwar für die Weltreise-Challenge. Also liess ich mich von Amos Oz durch Jerusalem und seine Geschichte führen. Es war kein Flop, obwohl ich mich doch etwas durch das Buch quälen musste, und das ist schon mal nicht schlecht.

    Grundsätzlich bin ich nun froh, sagen zu können, dass ich ein Buch von Amos Oz gelesen habe. Dazu auch noch sein wohl bekanntestes. Am meisten gefielen mir die einzelnen Passagen, in denen es um die Literatur und Amos' intellektuelle Familie ging. Also vor allem der Anfang hat es mir doch sehr angetan.

    Doch schlussendlich hat sich das Buch für mich zu sehr verzweigt, aber damit hatte ich schon gerechnet. Vielleicht war meine Lektüre somit eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, wobei ich wie schon gesagt, vom Anfang sehr begeistert war. Aber mit der Zeit liess meine Faszination merklich nach und ich blieb eigentlich nur wegen ein bisschen Faktenwissen und der Challenge dabei.

    Sprachlich bewegt sich Oz auf einem Niveau, das seinem Ruf gerecht wird. Ein präziser Schriftsteller, sehr begabt, ein Talent, welches aus seinem familiären Umfeld gewachsen ist. Wer in eine solch akademische Familie hineingeboren wird, dem liegt das Spielen mit den Worten wahrscheinlich im Blut. Dennoch war es ermutigend zu erfahren, dass auch jemand wie ein Amos Oz Mühe hatte. Deshalb war es auch wieder das Ende, das mich nach längerer Durststrecke wieder mitnahm.

    Ich bin froh, dass ich das Buch durch habe. Trotz meines Mühsals war die Lektüre nicht vergebens. Viele schöne Textzeilen warten darauf, niedergeschrieben zu werden. Ausserdem habe ich einiges über die Geschichte Jerusalems und Israels lernen können. Kein Buch ist vergebens und dieses schon gar nicht.

    Bücher wie "Eine Geschichte von Liebe und Finsternis" tun gut, auch wenn man sich durch sie durchkämpft. Auch dann, wenn man die Handlungen der Figuren nicht versteht. Nicht versteht, wie sie oft nicht zufrieden sein können, wenn sie doch ein Leben leben, das ich auch gerne hätte. Aber jeder kämpft mit seinen Geistern, auch das lehrt uns Oz. Manchmal sind sie auch zu stark, dies zeigt das prägende Erlebnis des Todes der Mutter, das an unterschiedlichen Stellen thematisiert wird.

    Ein eindrückliches Buch mit starkem Charakter. Ein Buch, das sich nicht so leicht unterkriegen lässt, trotz aller Unwirtlichkeiten. Deshalb prädestiniert wie kein zweites, um Israel zu repräsentieren.
  3. Cover des Buches Das Jesus-Video (ISBN: 9783404170357)
    Andreas Eschbach

    Das Jesus-Video

    (804)
    Aktuelle Rezension von: H-Lsh

    Obwohl ich dieses Buch schon vor langer Zeit gelesen habe, füge ich es nun endlich meiner Bibliothek hinzu. Es ist ein außergewöhnliches und meisterhaft erzähltes Werk. Ob ich es heute, zehn Jahre später, noch genauso empfinden würde, kann ich nicht sagen. Dennoch gehört es zu den besten Büchern, die ich je gelesen habe, und ich kann es nur wärmstens empfehlen.

  4. Cover des Buches Während die Welt schlief (ISBN: 9783453427808)
    Susan Abulhawa

    Während die Welt schlief

    (263)
    Aktuelle Rezension von: melunchained

    Susan Abulhawa leistet mit diesem Roman einen  bedeutsamen Beitrag zur Aufklärung über die Realität in Palästina. Das Buch sticht vor allem deshalb heraus, weil Abulhawa durch ihren ungefilterten und zugleich poetisch- empathischen Schreibstil tiefe Einblicke in das menschliche Leid der Protagonisten gewährt, während westliche Werke in der Regel von einer sprachlichen Dehumanisiering der palästinensischen Opfer des Krieges geprägt sind.

    Ein emotional aufrüttelnder und spannungsgeladener Roman in einem politisch und historisch realen Setting im Kontext des Nahostkonflikts und aufgrund der  aktuellen Ereignisse definitiv eine Pflichtlektüre für jeden. 

  5. Cover des Buches Apeirogon (ISBN: 9783499271878)
    Colum McCann

    Apeirogon

    (64)
    Aktuelle Rezension von: itwt69

    Ein außergewöhnlicher Roman um zwei Männer, die nicht unterschiedlicher sein könnten, jedoch das gleiche Schicksal teilen: beide haben eine Tochter durch Gewalttätigkeiten der "anderen" Seite verloren. Und diese Personen gibt es tatsächlich, sie schließen sich zusammen, um gegen den Hass und Terror auf beiden Seiten zu kämpfen. Leider eine ganz große Ausnahme im "heiligen" Land, sonst würde es heutzutage anders aussehen. Die Kernaussage ist: Stoppt die Besatzung. Kein "normaler" Roman über den Palästinakonflikt, das zeigen schon die 1001!!! Kapitel, die ersten 500 aufsteigend, die zweiten 500 absteigend.

  6. Cover des Buches Judas (ISBN: 9783518466704)
    Amos Oz

    Judas

    (60)
    Aktuelle Rezension von: awogfli

    Amoz Oz ist ausgezogen, um eine politische und religiöse Analyse mit einem Roman zu verknüpfen und das ist meiner Meinung nach gehörig in die Hosen gegangen. Die Analyse der Staatengründung von Israel, der Regentschaft von Ben Gurion und die Beziehung des Judentums zu Jesus Christus und Judas Ischariot sind recht gut gelungen. Wenngleich ich die Judas Analyse schon einige Male woanders basierend auf dem gnostischen Judas Evangelium gelesen habe und manche Analysen auch doppelt breitgetreten werden.

    Die Romanhandlung hingegen ist voll gegen die Wand gefahren. Ich hasse Redundanzen abgrundtief!!! (Bitte hier 30 Rufzeichen und Großbuchstaben dazu denken). Zugegeben, Oz kann fantastisch fabulieren, aber bei der Dramaturgie hat er sowas von vergeigt, denn es passiert einfach nicht viel in der Geschichte, die Handlung kommt nicht vom Fleck und wenn irgendetwas passiert, ist es eine ewige wiederholte Beschreibung derselben Abläufe, deren Beschreibung am Anfang charmant scheint, dann irgendwann monkhaft zu belächeln ist und mit zunehmender Seitenanzahl so brüllend nervt, dass ich mir die Augen auskratzen wollte.

    Protagonist Schmuel verliert seine Freundin, schmeißt sein Studium kurz vor der Doktorarbeit über Jesus aus der Sicht der Juden hin und da ihn die Eltern nicht mehr unterstützen können, nimmt er einen Job als Gesellschafter des Behinderten Gerschom Wald an, der mit seiner Schwiegertochter Alija sehr zurückgezogen in einem alten Haus in Jerusalem lebt. Der alte Mann und der ehemalige Student politisieren und diskutieren ausführlich und vertreiben sich so den Winter. Die verwitwete Schwiegertochter Atalja wird von unserem Protagonisten angebetet, tausende ausführliche Warnungen, sich nicht in sie zu verlieben, schlägt er in den Wind.

    Schmuel isst wortreich beschrieben seine 100ste Gulaschsuppe mit Apfelkompott, sein ausladend geschildertes 50stes Käsebrot und die Reste des 70sten Grießbreis mit Zimt, den Herr Wald auf dem Teller übriggelassen hat (igitt wie grauslich). Da unser Protagonist sonst nichts isst und die Geschichte schon den ganzen Winter dauert, wundert es mich, dass ihm vor Skorbut nicht die Zähne ausfallen. Man möchte ihm zurufen: Iss endlich einen Salat, Junge! Auch die Prozedur des Bartpuderns wiederholt Schmuel viel zu ausführlich.

    Dazwischen brillante Streitgespräche und Analysen über Israels Beziehung zu seinen Nachbarn. Einen Feind zu einem Freund zu machen ist fast unmöglich, nur unterdrücken kannst Du ihn, das ist die falsche langfristige Strategie, sich Feinde zu machen.


    „Das glauben auch die Juden in Israel, weil sie keine Ahnung von den Grenzen der Macht haben. Die Wahrheit ist, dass alle Macht der Welt den Feind nicht in einen Freund verwandeln kann. Man kann den Feind zum Sklaven machen, aber nicht zu einem Liebenden. Mit aller Macht der Welt kann man Fanatiker nicht zu einem aufgeklärten Menschen machen. Und mit aller Macht der Welt kann man aus einem Rachedurstigen keinen Freund machen. Und genau da liegen die existenziellen Probleme des Staates Israel.“

    Ich habe Oz mal persönlich auf der Frankfurter Buchmesse getroffen. Dort sagte er: Wir sind mit den Arabern quasi in einer WG und wir müssen uns endlich arrangieren. Leider haben zu wenige damals bei der Staatengründung so gedacht und denken auch heute noch so. Letztendlich ist es genauso gekommen zwei Gemeinschaften, zerfressen vor Hass und Gift, die tausende Tote über Jahrhunderte und Generationen verursachen werden.


    „Schließlich leben die Juden in einem großen Flüchtlingslager und die Araber leben ebenfalls in einem großen Flüchtlingslager. Die Araber erleben jeden Tag die Katastrophe ihrer Niederlage, und die Juden erleben Nacht für Nacht ihre Angst vor Rache.“



    Leider wiederholen sich auch die religiösen Analysen über Jesus und Judas irgendwann einmal, indes die Romanhandlung gefühlte Ewigkeiten auf der Stelle trabt. Dann endlich, als ich schon die Geduld verloren hatte, passiert etwas. Hallelujah Jesus Christ, da muss sich der Schmuel einen Haxen brechen, damit er letzendlich Vitamin C in Form seines ersten Salats mit Oliven bekommt und der Autor ihn schließlich ins Bett der Atalja schreiben kann. Der erste Sex war dann auch sehr unspektakulär und langweilig mit vorzeitigem Samenerguss, der zweite war wahrscheinlich sehr gut, aber gerade hier versagt die Erzählkunst und Wortgewandtheit von Oz völlig.

    Das offene Ende ist dann nur das Tüpfellchen auf dem I der Enttäuschung und hat mich eigentlich gar nicht mehr so sehr gestört, denn ich hab das Interesse an den Protagonisten und der Geschichte verloren.

    Fazit: Bedauerlicherweise nur Mittelmaß, so viel Potenzial und so viel Talent derart vergeudet. Das gesamte Werk stinkt nach der ersten Hälfte total ab und ergeht sich in ewigen Wiederholungen. Da hilft auch die sparsame Handlung am Ende nichts. Wäre Oz bei der politisch-religiösen Analyse geblieben, hätte nicht versucht, diese mit einem Roman zu verbinden, und hätte die Wiederholungen auch in der Analyse etwas gestrafft, hätte mir das Buch sogar ausnehmend gut gefallen. Denn es hat seine brillanten Momente, die leider nur Momente bleiben und das ist zu wenig für eine gute Beurteilung meinerseits.

  7. Cover des Buches Der Junge, der vom Frieden träumte (ISBN: 9783596521609)
    Michelle Cohen Corasanti

    Der Junge, der vom Frieden träumte

    (48)
    Aktuelle Rezension von: Hannah_wulf_3232

    Mir hat gut gefallen, dass der Nahostkonflikt konsequent aus palästinensischer Perspektive erzielt wird. Diese Sichtweise kommt meines Erachtens in der Öffentlichkeit oft zu kurz.


    In dem Buch passiert sehr viel, es bleibt spannend und man möchte immer wissen, wie es weitergeht. Es lässt sich also leicht und unterhaltsam lesen, auch wenn viele, sehr traurige und tragische Ereignisse beschrieben werden.

    Leider ist die Handlung doch sehr absehbar und über weite Strecken unrealistisch. Dieser Aufstieg vom armen Jungen zum Nobelpreisträger wird einfach nicht glaubwürdig dargestellt. Und die Charaktere verkörpern stumpfe Klischees und bleiben sehr eindimensional: der weise Vater, die emotionale Mutter, der hasserfüllte Bruder, die edle Menschenrechtsaktivistin, die brave Ehefrau… und natürlich der Professor, der vom Feind zum besten Freund wird.

  8. Cover des Buches Eine Nacht, Markowitz (ISBN: 9783036959269)
    Ayelet Gundar-Goshen

    Eine Nacht, Markowitz

    (31)
    Aktuelle Rezension von: Karina213

    Eine Nacht, Markowitz liest sich deutlich zugänglicher als „Löwen wecken“. Der Ton ist leichter, stellenweise fast verspielt, und der Humor trägt durch viele Passagen, die sonst schnell schwer wirken könnten. Gerade durch die größere Figurenvielfalt entsteht ein lebendigeres, episodisch geprägtes Erzählen, das weniger auf innerer Verdichtung und mehr auf Dynamik zwischen den Personen basiert.

    Diese Leichtigkeit ist zugleich Stärke und Schwäche. Positiv fällt auf, dass man deutlich schneller in die Geschichte hineinkommt. Die Handlung entfaltet sich flüssig, die Figuren sind pointierter gezeichnet, und die oft skurrilen Konstellationen erzeugen eine gewisse erzählerische Sogwirkung. Im Vergleich wirkt das Buch zugänglicher und unterhaltsamer.

    Inhaltlich bleibt es jedoch weniger nachdrücklich. Die zentralen Themen – insbesondere arrangierte Ehen, Identitätskonstruktion und die Frage, wie sehr Beziehungen von äußeren Umständen geprägt sind – werden zwar interessant angerissen, entfalten aber nicht die gleiche psychologische Tiefe wie in „Löwen wecken“. Dadurch bleibt das Buch insgesamt etwas distanzierter.

    Ein häufig diskutierter Aspekt ist der Umgang mit Geschlechterrollen. Die Darstellung weiblicher Figuren wird teils ambivalent bewertet: Einerseits zeigt die Autorin sehr klar, wie stark Frauen in gesellschaftliche Erwartungen eingebunden sind, andererseits wirken einige Figuren bewusst überzeichnet oder funktional für die Handlung. Das kann als stilistisches Mittel gelesen werden, wird aber nicht von allen als überzeugend empfunden.

    Auch die moralische Dimension ist anders gelagert. Während „Löwen wecken“ stark auf individuelle Schuld und Verantwortung fokussiert, arbeitet „Eine Nacht, Markowitz“ stärker mit kollektiven und historischen Rahmenbedingungen, insbesondere im Kontext von Migration und Staatsgründung. Diese Perspektive erweitert den thematischen Horizont, bleibt aber emotional weniger eindringlich.

    Insgesamt ist „Eine Nacht, Markowitz“ ein gut lesbarer, stellenweise sehr humorvoller Roman mit breiter angelegtem Figurenensemble und interessanten gesellschaftlichen Bezügen. Wer jedoch eine ähnlich intensive psychologische Durchdringung wie in „Löwen wecken“ erwartet, wird hier vermutlich weniger angesprochen.

  9. Cover des Buches Jaffa Road (ISBN: 9783596703852)
    Daniel Speck

    Jaffa Road

    (132)
    Aktuelle Rezension von: Ramgardia

    „Die Abwesenden haben oft mehr Macht als die Anwesenden“

     

    Moritz schwängert seine Verlobte, bevor er in den zweiten Weltkrieg zieht. Sein Einsatzort ist Tunesien und hier lauscht er gerne Viktor bei seinem Klavierspiel in der Bar. Was er nicht ahnt, ist, dass Viktor Jude ist. Er lebt mit seiner Familie in „Piccola Sicilia“ einem bunten Stadtteil von Tunis und seine Familie versteckt Moritz nach seiner Desertation. Als Maurice emigriert er zusammen mit Viktors Schwester und ihrer kleinen Tochter nach Israel. Ihr Lebensmittelpunkt dort ist die Jaffa Road in Haifa.

    Nachdem die Engländer sich zurückziehen, nehmen die Israeli das Land ein und zerstören damit die gewachsenen Strukturen in Palästina. Viele Araber der unterschiedlichsten Glaubensrichtungen müssen ihr Land und ihr Heim verlassen. Sie werden zu „Abwesenden“, die ihre Ansprüche verloren haben. 

    Moritz Enkelin, seine jüdische Tochter und sein arabischer Sohn, Kinder aus drei Leben werden nach seinem Tode ins sein in Palermo eingeladen. Es gibt viele Rätsel, viele Fragen und wenig Vertrauen unter diesen Erben.

    Es dauert sehr lange bis alle Stränge einen Sinn ergeben. Es gibt viele Sprünge durch die Zeit von Beginn des Krieges bis zur Jahrtausendwende. Zum gibt einen die Hoffnung der Zionisten endlich im eigenen Land leben zu können zum anderen die Vertreibung der Palästinenser, die dort viele Jahre friedlich mit Andersgläubigen zusammengelebt haben. Gerade im Hinblick auf die jetzigen Situation fand ich es sehr spannend und informativ zu erfahren, wie der geschichtliche Hintergrund ist. Leider schwindet mit diesem Wissen meine Hoffnung auf eine Lösung, denn zwei Staaten werden von der Welt nicht als Lösung erwogen. Ein Buch, dass mit seiner verschachtelten Erzählweise viele Emotionen in mir geweckt hat. Die Frage der Palästinenserin Amal „Gibt das Unrecht, das ihr Deutschen den Juden angetan habt, ihnen das Recht uns Unrecht anzutun?“ möchte ich spontan verneinen, sie zeigt aber wieviel Zündstoff in diesem Buch steckt.

     

     

  10. Cover des Buches Der Russe ist einer, der Birken liebt (ISBN: 9783423142465)
    Olga Grjasnowa

    Der Russe ist einer, der Birken liebt

    (197)
    Aktuelle Rezension von: Ingrid123

    Ich habe das Buch mittlerweile 5 mal gelesen, und kann es nur jedem empfehlen.

    Das Buch zeigt die verschiedensten gesellschaftlichen Probleme, wie zum Beispiel Rassismus, Sexismus, Homophobie, heimatsverlust, der Umgang mit Tod und dem Verlust von geliebten und vieles mehr. Jedes Kapitel zeigt nicht nur neue Seiten der Hauptperson, sondern auch der Gesellschaft. 

    Mit dem Ende habe ich nicht gerechnet, finde es aber definitiv eine interessante Lösung.

  11. Cover des Buches Der Duft von bitteren Orangen (ISBN: 9783734100468)
    Claire Hajaj

    Der Duft von bitteren Orangen

    (93)
    Aktuelle Rezension von: Petra54

    Ein wunderschöner Einband mit malerischem Titelbild, ein guter Titel und ein interessanter Klappentext, der auf eine spannende Geschichte neugierig macht, garantiert keinen guten Roman. Leider. Der Text ist derart schlecht und konfus erzählt oder übersetzt, dass ich ihn als unlesbar empfand und auf Seite 51 genervt abbrach. Ich bevorzuge klare Aussagen und habe überdies keine Freude an poetischen Umschreibungen.

    Da ich in meinem Bücherregal keine optischen Schönheiten, sondern für meinen Geschmack gut geschriebene Texte sammle, werde ich „Ismaels Orangen“ entsorgen.

  12. Cover des Buches Im Schnellzug nach Haifa (ISBN: 9783895614774)
    Gabriele Tergit

    Im Schnellzug nach Haifa

    (5)
    Aktuelle Rezension von: Nicolai_Levin

    In der Weimarer Republik war Gabriele Tergit eine anerkannte Berliner Journalistin, die mit ihren Gerichtsreportagen und Feuilletons sogar in der "Weltbühne" schrieb. Ihr satirischer Roman "Käsebier erobert den Kurfürstendamm" geriet  zum Publikumserfolg. Als die Nazis die Regierungsgewalt in Deutschland übernahmen, musste sie - als Jüdin und erklärte Hitlergegnerin - eiligst das Land verlassen. Ihr Mann, der Architekt Heinz Reifenberg, ging nach Palästina, und dorthin folgte ihm Tergit im November 1933 nach einem halben Jahr im tschechoslowakischen Exil.

    Gabriele Tergit war Berlinerin durch und durch; den Zionismus sah sie skeptisch und im heißen Palästina wurde sie nie heimisch. 1938 siedelten sie und ihr Mann nach England über, wo sie beide bis zu ihrem Tod lebten und arbeiteten - er als Architekt und sie als Sekretärin des deutschsprachigen Auslands-PEN.

    Während ihrer Jahre in Palästina, das seit Ende des Ersten Weltkriegs unter britischer Mandatsherrschaft stand, entstanden Entwürfe zu einem Buch. "Kabinettstücke" sind das, Skizzen, Beobachtungen, Portraits - kurze Einheiten von ein paar Seiten, die sich zu einem Kaleidoskop des Landes und seiner Menschen fügen. Seit Beginn des Jahrhunderts strömten Zionisten ins Land, aber auch jüdische Flüchtlinge, die einfach nur den Schrecken der Pogrome in Russland und Polen entkommen wollten - und später dem Terror der Nazis. In Tel Aviv, das aus dem Nichts zu einer Großstadt von hunderttausend Einwohnern wuchs, könne man anhand der auf den Straßen vornehmlich gehörten Sprachen jeweils bestimmen, wo es den Juden gerade besonders schlecht ginge, schreibt Tergit bissig.

    Während die einen mit Ideologie und Enthusiasmus bewaffnet sich daran machen, das Land dank modernster, wissenschaftlich untermauerter landwirtschaftlicher Methoden zum Blühen zu bringen und in den Kibbuzen auch neue Lebenswelten zu erproben, halten andere an dem vertrauten, verlassenen Europa fest und versuchen, es zu kopieren, zu transponieren, mit Kuchen und Schlagsahne und Berliner Schnodderschnauze. Die alteingesessenen Araber derweil werden überrollt, sie überleben auf kargen Böden wie seit Jahrhunderten in Armut mit ihren althergebrachten Lebensweisen, den mageren Eseln und den Ölbäumen.

    Gabriele Tergit betrachtet dieses Land aus dem Blickwinkel der Außenstehenden, die zwar wohlgesonnen ist, aber nicht vorhat, Teil des Ganzen zu werden. Vielleicht ist es dieser unverbaute Blick, der diese Texte so besonders macht.

    Wir hören, sehen und lesen viel von Israel in unseren Tagen. Und einige von den Konflikten, die uns heute so intensiv beschäftigen, lassen sich schon aus den Episoden bei Gabriele Tergit herauslesen: Die gänzlich andere, unerhörte Herangehensweise, mit der sich die Neuankömmlinge das Land untertan machen; die Araber, die man schulterzuckend akzeptiert und als konkurrenzlos günstige Arbeitskräfte beschäftigt, ohne ihre Belange wirklich ernst zu nehmen. Die Orthodoxen mit ihrer weltfremden Lebensweise und ihren Konflikten mit den säkularen Zionisten. Der ideologische Eifer der Kibbuzniks. Die Briten, die das Land bald achselzuckend verlassen werden.

    Wer sich heute für Israel und den Nahen Osten interessiert, findet hier eine Menge hochinteressantes und lesenswertes Material. Wer einen Blick auf das Judentum in seiner ganzen Bandbreite werfen will, kurz bevor es von der Katastrophe der Shoah heimgesucht wurde, ebenso.

  13. Cover des Buches Wir sehen uns am Meer (ISBN: 9783462007824)
    Dorit Rabinyan

    Wir sehen uns am Meer

    (115)
    Aktuelle Rezension von: evaczyk

    Es ist für beide eine ganz große Liebe - aber eine Liebe mit Verfallsdatum und ohne Perspektiven: Die israelische Literaturwissenschaftlerin und Übersetzerin Liat ist mit einem Stipendium ein halbes Jahr in New York. Hier lernt sie über einen gemeinsamen Bekannten den Maler Chilmi kennen, der schon seit ein paar Jahren in der Stadt lebt. 

    Die beiden verlieben sich Hals über Kopf und voller Leidenschaft. Dabei wissen sie, ihre Beziehung ist auf den Zeitrahmen von Liats Visum beschränkt. Denn Chilmi ist Palästinenser aus Ramallah. Angesichts der politischen Verhältnisse in der Heimat des Paares, angesichts Besatzun, Siedlungsbau und Intifada hat die Beziehung keine Chance, in Israel zu überleben, auch wenn Chilmi, etwas romantischer und vielleicht auch realitätsferner als Liat, diese Möglichkeit in Gesprächen manchmal in den Raum stellt. Der Besuch von Chilmis in Berlin lebendem Bruder öffnet aber auch ihm die Augen über den Widerstand, auf den die Beziehung selbst in der eigenen Familie stößt.

    Dorit Rabinyans Roman "Wir sehen uns am Meer" ist bereits 2016 erschienen und aktueller denn je. Denn Menschen verlieben sich, wenn sie die Chance haben, einander ohne den Ballast von Geschichte und Politik zu begegnen, auch über Grenzen hinweg, die sie zu einem modernen Romeo und Julia-Paar werden lässt. Und heute wäre diese israelisch-palästinensische Liebesgeschichte angesichts der Kluft, die der Hamas-Angriff vom 7. Oktober und der Gaza-Krieg weiter aufgerissen haben, vermutlich noch viel, viel schwieriger.

    Rabinyan erzählt vor allem aus der Sicht Liats, die zwischen Herz und Verstand hin- und hergerissen ist, die darunter leidet, ihre Gefühle vor der eigenen Familie, vor jüdischen Freunden in New York, geheimhalten zu müssen und stets in der Angst vor einem Ende des Versteckspiels lebt. Israel ist schließlich klein, und zahlreiche Israelis haben Freunde oder Angehörige in der jüdischen Diaspora in New York. Da ist die Gefahr, einem Bekannten über den Weg zu laufen, auch in einer Millionenstadt nicht unerheblich.

    Die Politik spielt in den Gesprächen des Paares nur eine Nebenrolle - unterschiedliche Erfahrungen sind zwar durchaus ein Thema, aber Liat und Chilmi suchen das Verbindende. Ein emotionales Buch, das seinen Protagonisten mit Wärme und Sensibilität folgt, Probleme nicht verschweigt, aber dennoch Ausdruck einer Hoffnung ist, dass eine Liebe wie die von Liat und Chilmi eines Tages nicht von vornherein chancenlos ist.


  14. Cover des Buches Ich versteh die Welt nicht mehr (ISBN: 9783492314275)
    Jennifer Sieglar

    Ich versteh die Welt nicht mehr

    (7)
    Aktuelle Rezension von: theophilia

    Liebe Leser, heute möchte ich Euch das Buch „Ich versteht die Welt nicht mehr“ von Tim Schreder und Jennifer Sieglar vorstellen. Auf dieses Buch bin ich aufgrund einer Empfehlung vom Piper Verlag gestoßen.

    Inhalt:
    Der Islamische Staat verbreitet weltweit Angst und Terror, in den USA wird ein Außenseiter zum Präsident gewählt, aus der Türkei vernimmt man ständig neue Schreckensmeldungen über Präsident Erdoğan und hierzulande wird die AfD stetig populärer – die Welt der Nachrichten dreht sich immer schneller, dabei sind viele Themen ohne fundiertes Hintergrundwissen kaum zu verstehen. Zugleich konsumieren viele Menschen diese Meldungen vor allem bruchstückhaft über die sozialen Medien. Hier setzt »Ich versteh die Welt nicht mehr« an und bietet auf verständliche und unterhaltsame Art Hintergründe zu den wichtigsten Nachrichtenthemen unserer Zeit.

    Meine Meinung:
    Das Cover des Buches ist in Himmelblau gehalten. Vielleicht soll es die Draufsicht vom Weltall darstellen. In der Länderkarte stecken Fähnchen mit den jeweiligen Brennpunkten die im Buch erklärt werden.

    Das Buch „Ich verteh die Welt nicht mehr“ wurde von Tim Schreder und Jennifer Sieglar als Klappenbroschur im Piper Verlag aufgelegt. in den Klappen sind auf einer Landkarte die Punkte der Erde zu sehen, von welchem in dem Buch die Berichte sind. In der hinteren Klappe sind Tim und Jenni bei der Arbeit zu sehen. Beide sind u.a. als Moderatoren der Kindersendung Logo bei Kika bekannt.

    Das Buch hat neben einem Vorwort, Dankesteil und Buchempfehlung 33 kleine Kapitel mit unterschiedlichen Brennpunkten der Erde. Das Buch kann auch als kleines Einführungslexikon zur aktuellen Weltpolitik gesehen werden. Nach der Kapitelüberschrift kommt eine kurze Einleitung farblich hinterlegt.

    Die Schrift ist in 2mm Standardschrift als reines Textsachbuch gedruckt. Nur zur Einleitung eines Kapitels ist ein Globus aufgedruckt mit einer Fahne, welche in dem Teil der Erde steckt, welches gerade besprochen wird. Vielleicht hätte eine etwas größere Landkarte als optische Orientierung neben der großen Weltkarte am Anfang des Buches zur näheren Orientierung verholfen.

    Das Buch kann wie ein kleines Lexikon verwendet werden. Jedes Kapitel lässt sich unabhängig vom anderen lesen und keines baut auf dem anderen auf.

    Tim und Jenni kenne ich von den Logonachrichten. Dort werden die Tagesnachrichten so für Kinder erklärt, dass sie verstehbar sind. Daher bin ich mit der Erwartung an das Buch gegangen, dass dies in einer einfachen Sprache gehalten ist. Doch bei näherem Durchlesen wurde mir schnell klar das das Buch für Teenager bzw. junge Erwachsene gedacht ist. Aber auch Senioren und Eltern von Kindern, die Tim und Jenni aus Logo kennen, sind mit diesem Buch angesprochen.

    Das Buch setzt einen etwas weiteren Sprachwortschatz voraus wie Logo Kindernachrichten. Ist aber im Prinzip genauso gut verständlich und tiefgründig geschrieben. Einige Themen z.B. Mord und Vertreibung sind für jüngere Kinder nicht so geeignet genauer auszuführen. Aber auch Eltern und Senioren sind

    Was ich aus dem Buch lernen konnte
    Es ist nicht aussichtlos die politische Weltlage zu verstehen. Hier ist ein Buch, das dem oftmals überforderten Nachrichtenseher Klarheit in die tägliche Nachrichtenflut an Hintergrundwissen bringt. Die 33 Weltbrennpunkte werden von Anbeginn der Entstehung zeitgeschichtlich fortlaufend dargestellt.

    Das Buch macht Mut sich weiter mit der Weltgeschichte auseinanderzusetzen. Erste Anfänge sind hier gelegt und der Nachrichtenseher kann sein hier erworbenes Wissen Tag für Tag selber vertiefen.

    Dank an Tim Schreder und Jennifer Sieglar für die ausführliche Recherche zu den aktuell brisanten Tagesthemen. Es ist zu erlesen wie viel Zeit und Mühe sie in ihr Buch investiert haben.

    Tim Schreder und Jennifer Sieglar durfte ich im Rahmen der Buchvorstellung auf der Frankfurter Buchmesse 2017 kennenlernen. Es hat mich gefreut sie genauso authentisch bei der Buchbesprechung zu erleben, wie ich Euch von Logo her kenne: jugendlich, kommunikativ und frisch aber trotzdem mit allem Ernst bei der Sache. Danke, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt das Buch zu signieren. Hoffe, dass ihr noch lange die Jugendlichkeit bewahren könnt, um Logo Nachrichten den Kindern zu Präsentieren.

    Fazit:
    Das Buch kann ich für jeden Empfehlen, der sich an der Weltgeschichte interessiert. Ein Muss für jeden der Tagesnachrichten besser verstehen will.

    Autor:

    Tim Schreder
    Tim Schreder, geboren 1991, moderiert seit 2010 logo! und ist als Reporter für das ZDF weltweit im Einsatz. Er berichtete u.a. von den US-Präsidentschaftswahlen und der Fußball-WM in Brasilien. Für seine Reportage zur Flüchtlingskrise wurde er 2016 für den Grimme-Preis nominiert.

    Jennifer Sieglar
    Jennifer Sieglar, Jahrgang 1983, absolvierte ein Volontariat beim Hessischen Rundfunk, wo sie derzeit Moderatorin für die Hessenschau ist. Seit 2008 ist sie für die ZDF-Nachrichtensendung logo! tätig, die sie seit August 2012 moderiert.

  15. Cover des Buches Who the Fuck Is Kafka (ISBN: 9783423144841)
    Lizzie Doron

    Who the Fuck Is Kafka

    (46)
    Aktuelle Rezension von: Argentumverde

    Lizzie Doron lernt bei einer Friedenskonferenz in Rom den arabisch-palästinensischen Journalisten Nadim kennen, der ebenfalls an dieser Konferenz teilnimmt und ein glänzender Redner und Erzähler ist. Er berichtet von seinem Alltag in Ostjerusalem. Von seiner Frau, die Ostjerusalem nicht verlassen darf und nicht einmal ihre Familie in Gaza sehen kann. Von den stundenlangen Grenzkontrollen. Lizzie möchte seine Geschichten aufschreiben und er einen Film über die drehen. Beide möchten Frieden und Verständnis im Kleinen schaffen.

    Die beiden vereinbaren, sich zu treffen und sich von einander zu erzählen. Nadim besucht Lizzie in Tel Aviv. Aber schnell stellen beide fest, dass sie voller Vorurteile sind. Langsam nähern sie sich aneinander an, doch oft stoßen die Verständigungsversuche an ihre Grenzen. Eigentlich ist Lizzies Buch ein Buch über die unglaublichen Grenzen, Schwierigkeiten und Vorurteile, die zwischen Israeli und Palästinensern stehen. Zum Beispiel steckt die Kamera tagelang an der Grenze fest und Lizzie muss sich gegenüber Nadims Vater als Italienerin ausgeben, um ihn besuchen zu können.

    Mein Fazit: Gerade in Hinblick auf die aktuelle Situation ist dieses Buch ein zusätzlicher Augenöffner, der zeigt, wie schwierig dieses Thema und wie unlösbar dieser ganze Konflikt wirklich ist. Auch wenn die Autorin diese Hürde irgendwie meistert, bleibt sie stark auf ihrer Seite der Dinge, trotz aller ehrlicher Bemühungen Nadims Seite zu verstehen und darzustellen. Ich denke, dass Buch ist gerade jetzt sehr hilfreich um zu begreifen, wie tief die Kluft selbst beim besten Wunsch und Willen wirklich ist.

  16. Cover des Buches Sohn der Hamas (ISBN: 9783775162319)
    Mosab Hassan Yousef

    Sohn der Hamas

    (24)
    Aktuelle Rezension von: itwt69

    Generelle Neuigkeiten oder Ansichten über den Nahost-Konflikt bietet das Buch nicht, jedoch werden interessante Details zur Gründung und den Anfangsjahren der Hamas öffentlich. Kaum zu glauben, dass Mosab dies alles überlebt hat und vom Muslim zum Christen konvertiert ist. Die Geschichte ist zwar schon einige Jahrzehnte alt, jedoch hat sich zur heutigen Zeit überhaupt nichts geändert: Solange es Menschen auf beiden Seiten gibt, denen Krieg wichtiger ist als Frieden, wird es diesen nicht geben. Denn nicht die Hamas oder der Shin Bet sind das Problem - die Gedanken der Menschen bestimmen, was passiert.

  17. Cover des Buches Als die Sonne im Meer verschwand (ISBN: 9783453359147)
    Susan Abulhawa

    Als die Sonne im Meer verschwand

    (61)
    Aktuelle Rezension von: Lenchen92

    Ich war bereits sehr beeindruckt von Susan Abulhawas erstem Roman, daher habe ich mir auch diesen hier ausgeliehen. Vom Stil her finde ich den Roman Als die Welt schlief besser, aber auch hier wird eindrücklich gezeigt, wie schlimm es den Palästinensern ergangen ist. Und dass sie trotz allem immer weiter hoffen und vor allem leben. Obwohl der Roman Fiktion ist, bin ich mir sicher dass sich ähnliche Szenen tagtäglich in Gaza und der Westbank ereignen. Und alles nur aus religiösem Fanatismus. Es ist einfach traurig, dass auch heute noch Religion die Menschen zu solchen Schandtaten treibt.


    was mich gestört hat war das Nachwort - auch die Hamas ist meiner Meinung nach absolut untragbar! Ich kann die Wur und Frustration durchaus sehen, aber Mord und Totschlag, Krieg und Überfälle dürfen nicht die Lösung sein. Ich hoffe, der Nahe Osten findet irgendwann seinen Frieden und die beiden Völker können so wie früher wieder nebeneinander leben und sich achten.

  18. Cover des Buches Ein Tag im Leben von Abed Salama (ISBN: 9783865328830)
    Nathan Thrall

    Ein Tag im Leben von Abed Salama

    (12)
    Aktuelle Rezension von: Novaa

    Nathan Thralls erzählendes Sachbuch beginnt mit einer Tragödie: Ein Schulbus mit palästinensischen Kindern verunglückt nahe Jerusalem, Rettung verzögert sich durch Bürokratie und Grenzsperren. Ausgehend von diesem Ereignis verwebt der Autor persönliche Schicksale mit der Geschichte des israelisch-palästinensischen Konflikts und zeigt die Folgen von Besatzung und Siedlungspolitik. Die Einblicke sind bewegend und politisch brisant, doch die Fülle an Namen und Details macht das Lesen anspruchsvoll und teils langatmig. Für Leser mit Vorwissen sicher bereichernd, für andere eher mühsam. Insgesamt ein wichtiges, aber nicht leicht zugängliches Buch.

  19. Cover des Buches Das Evangelium nach Pilatus (ISBN: 9783104013602)
    Eric-Emmanuel Schmitt

    Das Evangelium nach Pilatus

    (56)
    Aktuelle Rezension von: hirune

    Ich habe das Buch in Originalsprache gelesen. Zuvor hatte ich bereits mehrere Bücher von Eric-Emmanuel Schmitt gelesen. Im Vergleich zu den anderen, empfand ich dieses Buch anspruchsvoller, insbesondere von der verwendeten Sprache her. Dadurch fehlte diesem Buch, das ich für absolut lesenswert halte, etwas von der Leichtigkeit, wie man sie z.B. bei Monsieur Ibrahim und die Blumen des Korans finden kann. Trotzdem oder vielleicht sogar deswegen, hat mich dieses Buch bewegt und zum Nachdenken gebracht.

  20. Cover des Buches Bühlerhöhe (ISBN: 9783548289823)
    Brigitte Glaser

    Bühlerhöhe

    (159)
    Aktuelle Rezension von: Lesezeichenfee

    ... Handtuch geworfen. Es sind gaaaaaaaanz viele verschiedene Geschichten miteinander verflochten und etwas wirr geschrieben. Das da jetzt ein Spiegel Bestseller Teil drauf ist, ist typisch, weil ich mag das Buch nicht. Selten bin ich mit dem Aufkleber eine Einheit. 


    Nun ja, aber es war echt zu langweilig, als dass ich da die normalen 2 Sterne fürs Abbrechen hätte geben können. 

  21. Cover des Buches Das Mädchen, das die Hoffnung fand (ISBN: 9783596522170)
    Michelle Cohen Corasanti

    Das Mädchen, das die Hoffnung fand

    (9)
    Aktuelle Rezension von: zuppi

    Sarah und ihr Vater schaffen es gerade noch lebend aus Russland zu fliehen. Sie kommen in ärmlichen Verhältnissen in Palästina an. Beide finden bald eine gute Arbeit und ihr Leben kommt wieder in normale Bahnen. Sarah arbeitet als Krankenschwester in der Betreuung einer kranken Frau. Dabei verlieben sie und der Sohn sich. Eine Jüdin und ein Palästinenser. Die beiden sind entschlossen, dass diese Unterschiede keine Bedeutung haben. Doch Sarahs Onkel ist ein angesehener Zionist und diese Liebe kann es in seiner Welt nicht geben.

    Jahrzehnte später besucht Rebecca aus den USA Israel. Die Ungerechtigkeiten gegenüber den Palästinensern schockiert sie. Zurück in den USA verliebt sie sich ausgerechnet in den palästinensischen Flüchtling Amir. Wiederholt sich das Schicksal?

    Wer hier einen Liebesroman vermutet liegt falsch. Dieser Roman zeigt uns, welche Ungerechtigkeiten Menschen verschiedener Religionen in den letzten Jahrzehnten erlebt und verübt haben! Das Buch bringt einen an Grenzen. Grenzen an die man gehen muss um zur Menschlichkeit zurück zu finden. Denn am Ende ist es vielleicht nicht einmal die Liebe die siegt, sondern die Menschlichkeit!

  22. Cover des Buches Zorn der Lämmer (ISBN: 9783839228715)
    Daniel Wehnhardt

    Zorn der Lämmer

    (32)
    Aktuelle Rezension von: Calypso19

    Dass selbst beinahe 78 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und damit dem Ende der unaussprechlichen Verbrechen, die im Namen des deutschen Volkes an allen Menschen, die dem Unrechtssystem ein Dorn im Auge waren, allen voran an sechs Millionen Juden verübt wurden, immer noch Aufarbeitung stattfindet, in Form von Foren, vor allem aber in der Literatur, ist bezeichnend. Und wichtig! Wider das Vergessen! Auf dass sich die Geschichte nie, niemals wiederholen möge! Dass dem aber dennoch so ist, so viele Versuche der Aufarbeitung ein Volk, in dem die Vergesslichkeit längst wie ein böses Virus umgeht, auch gemacht werden, ist eigentlich unbegreiflich und, wie ich es auch drehe und wende, scheint mit der im Menschen angelegten Gewaltbereitschaft verknüpft zu sein. Das Dritte Reich mit all seinen Implikationen war nicht das erste seiner Art, Völkermorde gab es seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte und gab es auch nach dem Ende des von den Deutschen angezettelten Krieges unzählige Male, bis auf den heutigen Tag, ob in Vietnam, Kambodscha, dem Kongo, in Burundi, Sri Lanka, Afghanistan, Chile oder auf dem Balkan. Kaum vorstellbar, dass nun auch noch ein als so hoch entwickelt geltendes Land wie Russland mitten in Europa Kriegsverbrechen begeht, die nach dem gleichen Prinzip ablaufen, ebenso grausam, wie die von den Nazis verübten!

    Aber kommen wir zu Daniel Wehnhardts hier zu besprechendem Roman mit dem bezeichnenden Titel „Zorn der Lämmer“! Ein, um es vorwegzuschicken, ganz hervorragendes Buch, sorgfältig und gründlich recherchiert, mitreißend geschrieben und so spannend, wie es nur wirklich gute Kriminalromane sein können. Mit einem Unterschied freilich: es erzählt eine wahre Geschichte, natürlich mit den Mitteln eines Romans, also auch mit erfundenen Elementen, fiktiven Dialogen, dramaturgisch passenden Versatzstücken, die, so will mir scheinen, von der Wirklichkeit jedoch nicht weit entfernt sein dürften. Um zum eigentlichen Thema zu kommen, nämlich der Geburtsstunde der jüdischen Untergrundorganisation Nakam, die es sich zum Ziel gesetzt hatte, gnadenlos Rache zu üben nicht nur an denjenigen, die aktiv an der Massenvernichtung beteiligt waren, sondern gar am gesamten deutschen Volk, das durch sein Stillhalten, sein Schweigen, sein Nichteingreifen das Grauen überhaupt erst ermöglicht hatte, geht der Autor zurück ins Jahr 1943, als die Endlösung bereits beschlossene Sache war und nur eine Frage der Zeit, bis das von den Nazis besetzte Europa 'judenfrei' wäre. Und das tut er völlig zu Recht, denn ohne diese intensiv und schonungslos erzählte Vorgeschichte wäre die Bildung der Nakam kaum nachzuvollziehen. Man muss wissen, was den Protagonisten des Romans, Abba Kovner, Vitka Kempner, Rozka Korczak und Leipke Zinkel, um nur die wichtigsten historischen Personen zu nennen, angetan wurde – ihre Familien fielen samt und sonders der Mordlust der Deutschen zum Opfer -, und was sie selbst im Ghetto der litauischen Hauptstadt Wilna und später, als unerbittliche Partisanen, in den sumpfigen Wäldern von Rudnik, als auch im KZ (Leipke) erlebt und erlitten haben, um, wenn auch nur ansatzweise, ihre Beweggründe, eine so umfassende Rache nehmen zu wollen, verstehen zu können!

    Aber auch die nicht direkt mit Abba und seiner Truppe in Verbindung stehenden, aber ungemein wichtigen, stets kurzen, aber zutiefst bestürzenden, tief unter die Haut gehenden Szenen, allesamt historisch belegt, die, immer aus dem Blickwinkel einer fiktiven Person, meist eines jungen Mädchens oder einer jungen Frau, von denen niemand das jeweilige Massaker, das sich anbahnte, überleben würde, immer wieder eingestreut werden, lassen den späteren Rachegedanken der Überlebenden beinahe zu dem eigenen werden.Wann immer der Autor zu diesem erschütternden, den Leser involvierenden, oft genug zum Weinen bringenden Stilmittel greift, ist der Roman am stärksten, denn dann wird die zeitliche, räumliche und emotionale Distanz aufgehoben, einfach ausgehebelt und niedergerissen, dann ist es gar, als wäre man viel mehr als nur ein unbeteiligter Leser und damit irgendwie auch Zuschauer. Man möchte eingreifen, die Mörder stoppen – und selbst zum Mörder werden...

    Ja, der Gedanke an Rache, die Gerechtigkeit damit in die eigenen Hände zu nehmen, ist nicht fern! Aber kollektive Rache? Ein Auge für ein Auge, ein Zahn für ein Zahn oder, wie der unversöhnliche Abba Kovner es forderte, ein Leben für ein Leben? Nach Kriegsende denken freilich nicht alle wie er. Die überlebenden Juden hatten andere Sorgen, denn obwohl ihnen von den Nazis nun keine Gefahr mehr drohte, waren sie nach wie vor in ihrer osteuropäischen Heimat unerwünscht und die neuen Besatzer, die Russen, trachteten ihnen sogar nach dem Leben. Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung waren bei ihnen ja seit Jahrhunderten gang und gebe! Also betätigten sich Abba und Vitka zunächst einmal als Fluchthelfer – Palästina, das Gelobte Land der Bibel, war das Ziel! Doch dort Einlass zu finden war das nächste Problem – auch über diese unerfreulichen Aspekte lesen wir in Daniel Wehnhardts Roman, und sie dürften denjenigen, die Leon Uris Mammutwerk 'Exodus' kennen, geläuftig sein!

    Während Leipke nach der Befreiung der KZs durch die Alliierten weiterhin interniert war (und dies, so unglaublich es auch klingt, in den selben Baracken, in denen er unter den Nazis täglich in höchster Lebensgefahr schwebte!) und Abba und Vitka noch in Deutschland waren, mit nächstem Ziel Italien, war es Rozka gelungen, direkt nach dem Einmarsch der Russen ins heimische Litauen nach Palästina zu gelangen und hatte es sich dort zur Aufgabe gemacht, Zeugnis zu geben von dem Völkermord – in meinen Augen die einzige Möglichkeit der Verarbeitung des Unaussprechlichen, gleichzeitig eine Mahnung und eine Aufklärung, auf dass sich so etwas nicht wiederholen möge. Es war dies eine Angst, die die allermeisten Überlebenden des Holocaust noch lange mit sich herumtrugen, wenn sie sie denn zu ihren Lebzeiten jemals loswurden, und auch ein Grund, so schnell wie möglich europäischen Boden zu verlassen. Gegen ihren Willen und trotz ihrer Skepsis gelang es dem charismatischen Abba, der schließlich auch in Palästina eintraf, die ehemalige Kampfgefährtin und Geliebte zur aktiven Mitarbeit zu bewegen.

    Der Plan stand schon fest, besser die beiden Pläne: Plan A sah vor, das Trinkwasser in Deutschland zu vergiften und Plan B, der dann schließlich auch ausgeführt wurde, die etwa 30000 Kriegsgefangenen im US-amerikanischen Gefangenenlager Nürnberg-Langwasser, allesamt Nazis und SS-Leute, mit arsenversetztem Brot zu vergiften. Ein Segen, dass, durch massive Intervention hochrangiger Israelis und der Inhaftierung Abbas, weder der eine noch der andere – bei aller Sympathie mit Kovner und seinen Getreuen - teuflische Plan glückte! Keinem wäre gedient gewesen, wäre es anders gekommen. Die Juden hätten sich auf die gleiche Stufe gestellt wie ihre Peiniger, ihre Toten wären nicht wieder lebendig geworden – und einen israelischen Staat würde es, so kann man annehmen, bis heute nicht geben. So aber, und da lassen wir am Ende des Romans, das im Jahre 2003 spielt, der inzwischen über 80jährigen Vitka Kempner, die ihren Mann Abba um 25 Jahre überlebte und der Israel zur Heimat geworden war, das Wort, ... denn 'welche größere Rache an Nazi-Deutschland könnte es geben als einen eigenen jüdischen Staat?'. Und sie endet mit den versöhnenden Worten: 'Und ich bin sicher: Das würden auch unsere Familien so sehen.'

  23. Cover des Buches Die Löwin von Jerusalem (ISBN: 9783757700027)
    Ruben Laurin

    Die Löwin von Jerusalem

    (75)
    Aktuelle Rezension von: Aenna612

    Historische bzw. biblische Romane gehören eigentlich nicht zu meinen bevorzugten Genres – und trotzdem haben mich Cover und Klappentext sofort neugierig gemacht. Auch ohne besonders bibelfest zu sein, konnte ich gut in die Geschichte eintauchen, denn sie wird aus Bathsebas Perspektive erzählt und dadurch sehr zugänglich aufbereitet. Die bekannten biblischen Ereignisse (etwa rund um David und Goliath) bilden zwar den Rahmen, stehen aber weniger im Vordergrund als ihr Erleben und ihre persönliche Sicht darauf.

    Gerade dieser Perspektivwechsel hat mir gut gefallen: Die Handlung wirkt nahbar und emotional nachvollziehbar, ohne dass man große Vorkenntnisse braucht. Gleichzeitig wurde mir aber auch wieder bewusst, warum ich mit diesem Genre manchmal hadere – das dargestellte Frauenbild, sowohl in der Selbstwahrnehmung als auch im Umgang der Männer mit ihnen, hat mich häufig wütend gemacht. Vermutlich historisch stimmig, aber dennoch schwer auszuhalten.

    Sehr überzeugt hat mich der Sprachstil. Besonders gelungen fand ich die Übergänge zwischen den Zeitebenen, in denen ein:e allwissende:r Erzähler:in die Leser:innen sanft durch die Geschichte führt und Orientierung gibt, ohne den Lesefluss zu brechen.

    Unterm Strich also ein Buch, das mich thematisch herausgefordert, sprachlich aber absolut überzeugt hat – und trotz meiner Genre-Skepsis sehr lesenswert ist.

  24. Cover des Buches In den Fängen der Schuld (ISBN: 9783492502702)
    Julia Neumann

    In den Fängen der Schuld

    (21)
    Aktuelle Rezension von: Miri28

    In einer Kölner Altstadtkneipe wird ein alter Mann jüdischen Glaubens übel zusammengeschlagen. Was zunächst wie ein antisemitischer Überfall aussieht, entwickelt sich zu einem Polit-Thriller zwischen Köln und Israel. Kommissar Marius Morelli, ein echt sympathischer Typ, riskiert bald mehr, als gut für ihn ist. Total fesselnd und leider fast zu schnell ausgelesen :-)

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