Bücher mit dem Tag "palästina"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "palästina" gekennzeichnet haben.

208 Bücher

  1. Cover des Buches Während die Welt schlief (ISBN: 9783453356627)
    Susan Abulhawa

    Während die Welt schlief

     (231)
    Aktuelle Rezension von: Nil00

    Der Roman behandelt ein sehr wichtiges Thema, welches in der westlichen Welt totgeschwiegen wird. Während dem Lesen fühlt man sich so, als wäre man mittendrin dabei.

  2. Cover des Buches Das Jesus-Video (ISBN: 9783404170357)
    Andreas Eschbach

    Das Jesus-Video

     (763)
    Aktuelle Rezension von: Elchdame

    Ich bewerte hier das Hörbuch, das ich leider nicht eintragen kann. Gelesen habe ich das Buch nicht, aber mehrfach gehört.

    Ich liebe dieses Hörbuch einfach und ich höre es immer wieder. 

    Stephen Foxx, ein Student aus den USA nimmt als freiwilliger Helfer an einer archäologischen Ausgrabung in Israel teil. Dort findet er in einem Grab aus etwa dem Jahr 30 n.Ch. die Bedienungsanleitung für eine Sony Videokamera. Natürlich fragt er sich, was das Ganze zu bedeuten hat. Nach einigen Überlegungen kommt er zu dem Schluss, dass es sich bei dem Skelett in dem Grab um einen Zeitreisenden aus der Zukunft handeln muss, denn wie sich herausstellt, wird die Kamera, zu der die Bedienungsanleitung gehört, in frühestens drei Jahren auf den Markt kommen.

    Doch was hat es zu bedeuten, dass die Bedienungsanleitung in dem Grab lag? Er kommt zu dem Schluss, dass irgendwo in Israel die Kamera versteckt sein muss. Und dass der Zeitreisende vor 2000 Jahren nur ein Motiv zum Ziel gehabt haben kann: Jesus Christus.

    Zum selben Schluss kommt auch John Kaun, Geldgeber der Ausgrabung, der nach dem Fund an der Ausgrabungsstelle auftaucht und Experten zu Rate zieht, die mit ihren jeweiligen Fähigkeiten dazu beitragen sollen, das Versteck dieser Videokamera zu finden.

    Zwischen Stephen Foxx samt seinen Freunden Judith und Yehoshua Menez auf der einen Seite und dem Multimillionär John Kaun auf der anderen Seite entbrennt ein atemberaubender Wettlauf, in dessen Verlauf sich der Vatikan einschaltet, ein abgeschiedenes, fast vergessenes Kloster mit einer handvoll Mönchen und schließlich auch das israelische Militär eine Rolle spielen.

    Die Charaktere werden in diesem Buch sehr glaubhaft dargestellt und ich kann sie mir lebhaft vorstellen. Es wird zudem eine gute Spannung aufgebaut. Gelesen wird das Buch von Matthias Koeberlin sehr ansprechend und mitreißend. Er ist großartig!

    Schließlich das Resümee, welches Stephen Foxx aus den ganzen Ereignissen zieht – ich möchte natürlich nicht zu viel verraten. Aber ich finde das Resümee auch als gläubiger Christ als Gewinn. Auch wenn ich es nicht eins zu eins bejahen würde und mir das Geschenk der Vergebung fehlt, ist es doch für mich nachvollziehbar und ansprechend.

    Ich kann dieses Hörbuch wirklich von ganzem Herzen empfehlen – auch gegenüber der gekürzten Version, die ich zwar auch schon mehrfach gehört habe, der aber einfach einiges fehlt. Denn die Kürzungen sind zum Teil doch recht erheblich. Lasst Euch auf die unglaubliche Geschichte ein und verfolgt selbst den spannenden Wettbewerb, das ist meine Empfehlung.

  3. Cover des Buches Der Russe ist einer, der Birken liebt (ISBN: 9783423142465)
    Olga Grjasnowa

    Der Russe ist einer, der Birken liebt

     (182)
    Aktuelle Rezension von: Lesegezwitscher



    *Klappentext*

    Mit kühler Ironie und beeindruckender Prägnanz erzählt Olga Grjasnowa die Geschichte der höchst eigenwilligen jungen Mascha, die keine Grenzen kennt. In ihrer Welt kommen viele Kulturen und viele Traditionen zusammen. Sie könnte überall leben. Doch eine Heimat hat sie nicht.

    (©dtv_verlag )


    *Meinung*

    Wow, dieses kurze Buch beinhaltet so viele Themen. Mascha ist traumatisiert von dem Bürgerkrieg in ihrem Geburtsland Aserbaidschan und erfährt in Deutschland eine Retraumatisierung durch einen schweren Schicksalsschlag. 

    Sie kann fünf Sprachen und hat verschiedene Wurzeln. Sie ist Jüdin, Russin, Deutsche.

    Es geht um Zugehörigkeit und um die Frage, wie sehr wir uns mit unserer Herkunft identifizieren (müssen?) und in wie fern sie uns ausmacht. 

    🌳🌳🌳🌳🌳🌳

    Die Geschichte wurde gegen Mitte etwas zäh und das zog sich bis zum Ende hin. Der Roman lebt nicht davon, DASS die Geschichte erzählt wird, sondern WIE.

    Die Autorin hat es aber sehr gut geschafft, das "Innere" der Protagonisten nach Außen zu bringen und es gleichzeitig geschafft, dass sie uns fern bleibt, weil sie einfach niemanden an sich ran lässt.


    *Fazit*

    Für mich ein gutes Buch, welches wichtige Themen anspricht, mich aber ab der zweiten Hälfte nicht mehr richtig packen konnte.

    Hätte ich es nicht empfohlen bekommen, wäre es mir aufgrund des (meiner Meinung nach) nicht gelungen Covers wohl nicht aufgefallen. 

  4. Cover des Buches Hannah und Ludwig (ISBN: 9783784435695)
    Rafael Seligmann

    Hannah und Ludwig

     (35)
    Aktuelle Rezension von: Kolumna_liest

    "Heimatlos in Tel Aviv" - so lautet der Untertitel der als Familiengeschichte des Autors beworbene zweite Teil der Familiensaga aus der Feder von Rafael Seligmann. Geschildert wird das Leben des jungen Juden Ludwig Seligmann und seines Bruders Heinrich nach deren Flucht nach Tel Aviv, wie sie es schaffen, ihre Familie nachzuholen, dort zu überleben und mehr oder weniger Fuß zu fassen. 

    Den ersten Teil der wohl als Trilogie angelegten Geschichte mit dem Titel "Lauf, Ludwig, lauf" habe ich nicht gelesen. Wann der dritte Teil erscheinen soll, konnte ich nicht eruieren.

    Es soll die authentische Geschichte der Familie Ludwig Seligmann sein, erzählt aus der Feder des Sohnes. Jedoch lässt der Vorsatz im Buch, in dem steht, dass lediglich die engsten Familienmitglieder sowie die beiden im Buch genannten Freunde Siegfried Herrligkoffer und Karl Seiff reale Personen waren. Alle übrigen Protagonisten sind Fiktion. Nachdem das Buch aber von den fiktiven Charakteren lebt, frage ich mich, in wieweit das Beschriebene tatsächlich erlebt worden sein kann. Leider äußert sich der Autor dazu nicht. 

    Mir hat an dem Buch vor allem die Schilderung der geschichtlichen Fakten gefallen. Der Palästinakonflikt ist wohl für die meisten Laien nur schwer zu durchschauen. Hier schafft es der Autor, die Fakten so aufzubereiten, dass man sie als interessierter Laie gut verstehen kann. Ganz offensichtlich kommt hier der Journalist im Autor durch. Für mich persönlich ein Glück für das Buch, denn leider ist er kein Erzähler. Die Sprache ist in großen Teilen - also vor allem in den erzählerischen - merkwürdig gestelzt. Die real existierenden Personen blieben für mich unbelebt und hölzern, im Gegensatz dazu wurden die fiktiven Charaktere - allen voran Lewinsohn -  plastisch und lebhaft gezeichnet. Bei den Schilderungen von Orten und Landschaften geht es nicht ganz so zugeknöpft zu. Erklärt der Autor in den geschichtlichen Fakten die Zeitsprünge, so machen sie dem Leser in den erzählerischen Teilen das Leben schwer. Wie auch die erzählerischen Perspektivwechsel, die nicht unbedingt schlüssig sind. 

    Das Buch ist hochwertig aufgemacht, allerdings fehlt das Lesebändchen. Leider schien es in einigen Teilen so, als seien Lektorat und Korrektorat nur über die Seiten gehuscht, was in meinen Augen nicht passieren dürfte. 

    Meine Bewertung des Buches fällt deshalb zwiegespalten aus: Ginge es um die Bewertung als Sachbuch - also ohne die erzählte Geschichte - bekäme es von mir 4 von 5 Sternen. Die erzählte Geschichte selbst bekäme von mir lediglich 2 von 5 Sternen. Damit erhält das Buch gut gemeinte 3 von 5 Sterne von mir.

  5. Cover des Buches Über uns die Nacht (ISBN: 9783453357778)
    Anat Talshir

    Über uns die Nacht

     (31)
    Aktuelle Rezension von: Magicsunset

    „In den vergangenen Monaten hatte ihre unglaubliche Liebesgeschichte auf einem Fundament der Gewissheiten geruht: Sie wussten, dass unter ihnen die Erde und über ihnen der Himmel war – und alles andere in ihrer Hand lag.“ (Zitat Seite 103)

     

    Inhalt

    1947 lernen sie sich zufällig auf einem Empfang anlässlich einer Parade zu Ehren von King George VI kennen. Lila Cassuto ist eine junge, unabhängige Frau, arbeitet als Maniküre. Elias Riani ist ein junger, vermögender Teehändler. Doch ihrer Liebe bleibt nicht viel Zeit, denn die Jüdin Lila wohnt im Westteil von Jerusalem, der Araber Elias im Ostteil. Am 29. November 1947 wird die Teilung Palästinas beschlossen, der Staat Israel entsteht. Die Mauer, die bald darauf Jerusalem teilt, wird zu einem unüberbrückbaren Hindernis und trennt Lila und Elias für neunzehn Jahre. Sie vergessen einander nicht, doch ihr Leben entwickelt sich völlig unterschiedlich. Kann es einen Neubeginn geben?

     

    Thema und Genre

    In Roman geht es um die Problematik der Staaten Palästina und Israel, die geteilte Stadt Jerusalem, Politik, Kriege, Religion, vor allem aber um Familie und Liebe.

     

    Charaktere

    Lila ist eine engagierte, unabhängige Frau. Sie kann Elias nicht vergessen und hofft, ihn eines Tages wiederzusehen. Elias wählt seinen eigenen Weg, resigniert beugt er sich den Wünschen seiner Eltern. Nomi ist die Tochter von Lilas Freundin Margo, doch zu Hause wird das an allem interessierte Mädchen von allen übersehen, sie schließt sich Lila an und lernt später auch Elias kennen.

     

    Handlung und Schreibstil

    Die Geschichte findet auf zwei Zeitebenen statt und wird abwechselnd erzählt. Der erste Erzählstrang spielt in der aktuellen Zeit, im Jahr 2006, der zweite Erzählstrang umfasst die Ereignisse in den Jahren 1947 bis 1967. Im Mittelpunkt stehen die Liebe zwischen einem Araber und einer Jüdin, das unterschiedliche Lebensumfeld und das weitere Schicksal. Die Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat bleiben Hintergrundthemen, wie auch die damit verbundenen Probleme und Kriege. Ich hatte etwas mehr Zeitgeschichte und weniger romantische Liebe erwartet. Die Sprache ist poetisch, leicht zu lesen und passt zum Genre.

     

    Fazit

    Ein romantischer Liebesroman, in dessen Mittelpunkt eine Jüdin und ein Araber stehen und ihre Liebe in Israel, in der durch eine Mauer geteilten Stadt Jerusalem.

  6. Cover des Buches Die Bibel nach Biff (ISBN: 9783442312948)
    Christopher Moore

    Die Bibel nach Biff

     (789)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Die Geschichte des jungen Jesus, der auf dem Wege ist, der Messias zu werden. Doch wie wird man Messias? Diese Frage stellt sich Joshua und sein bester Freund Biff und zusammen erleben sie ein herrlich schräges Abenteuer, quer durch die damals bekannte Welt, an historischen und weniger historischen Orten, erleben wundersame Abenteuer, treffen auf mysteriöse Magier, verschwiegene Mönche, durchgeknallte Obdachlose und schizophrene Jünger. Während die gesamte Geschichte auf eine durchaus humorvolle und an einigen Stellen wirklich amüsante Komik erzählt wird, ist der philosophische, religiöse Teil durchaus nicht zu unterschätzen: Das Hintergrundwissen des Autors über die verschiedenen damaligen Religionen ist umfangreich und wird geschickt in eine doch eher humorvolle Handlung eingebunden. Mich selbst hat sowohl der Witz und die Art des Autors, seine Figuren denken und handeln zu lassen sehr positiv angesprochen, als auch der wenn auch oberflächlige Einblick in die religiöse Welt der damaligen Zeit. 

     Kurzweilig, merkwürdig aber sehr sehr amüsant!

  7. Cover des Buches Breaking News (ISBN: 9783596296958)
    Frank Schätzing

    Breaking News

     (187)
    Aktuelle Rezension von: P_Gandalf

    Mit dem Roman Breaking News begibt sich Frank Schätzing in das Genre des Polit-Thrillers. Sein Thema: die Geschichte des Staates Israel beginnend in der Zeit des britischen Protektorates für Palästina bis in die beginnenden 10er Jahre des 21. Jahrhunderts. Ein gewaltiges Thema und entsprechend komplex. Vorher kommt der Hass und die Unvereinbarkeit von Israelis und Palästinensern, welche Fehler sind gemacht worden und warum war bis dato je Bemühung für einen dauerhaften Frieden zum Scheitern verurteilt. 

    Schätzing verwebt historische belegte Ereignisse mit der Lebensgeschichte zweier befreundeter Familien, die es in den frühen 1920er nach Palästina verschlägt. Über die Elterngeneration und deren Kinder und Enkeln zieht sich der gespannte Bogen. Logisch, dass es bei diesem Unterfangen immer wieder Längen gibt. 

    Die Hauptperson ist Tom Hagen, ein deutscher Journalist, der nach einer missglückten Aktion in Afghanistan in Misskredit geraten ist. Da spielt ihm ein befreundeter Fotoreporter einen Kontakt zu einem Verkauf von CDs, die Materials den israelischen Inlandsgeheimdienst enthalten sollen. Hagen sieht seine Chance gekommen, beruflich wieder Fuß zu fassen. Doch das Material erweist sich als nur bedingt interessant. Um seine Redaktion zufriedenzustellen, erfindet Hagen ein Komplott gegen einen israelischen Spitzenpolitiker. Hagens Lüge erweist sich als nur allzu wahr und so gerät er und alle seine Kontakte in Lebensgefahr.

    Fazit:

    Vielleicht nicht der beste Roman aus der Feder von Frank Schätzing, aber auf jeden Fall lesenswert. 

    Historisch sehr informativ, streckenweise extrem spannend, gute Charaktere, eine hochbrisante Geschichte um politische Attentate und die Welt der Geheimdienst - passt.


  8. Cover des Buches Die späte Reue des Jack Wiseman (ISBN: 9783552057401)
    Ayelet Waldman

    Die späte Reue des Jack Wiseman

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Sahina_89
    Da ich mich sehr für Geschichten aus dem 2. Weltkrieg interessiere, musste ich das Buch selbstverständlich lesen.

    Das Buch war in verschiedene "Zeiten" aufgeteilt und deshalb recht übersichtlich. Man wusste immer, wo man sich gerade "befindet".

    Über den Inhalt brauche ich ja nichts zu schreiben, der dürfte den anderen ja bereits bekannt sein. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass es für Jack Wiseman noch eine Art Happy End gibt, bevor er stirbt. Aber dazu hätte man das ganze Buch anders schreiben müssen ;-)

    Alles in allem ein sehr gelungenes Buch, das zeigt, wie schwer es Juden früher hatten und auch heute immer noch haben.
  9. Cover des Buches Judas (ISBN: 9783518466704)
    Amos Oz

    Judas

     (57)
    Aktuelle Rezension von: awogfli

    Amoz Oz ist ausgezogen, um eine politische und religiöse Analyse mit einem Roman zu verknüpfen und das ist meiner Meinung nach gehörig in die Hosen gegangen. Die Analyse der Staatengründung von Israel, der Regentschaft von Ben Gurion und die Beziehung des Judentums zu Jesus Christus und Judas Ischariot sind recht gut gelungen. Wenngleich ich die Judas Analyse schon einige Male woanders basierend auf dem gnostischen Judas Evangelium gelesen habe und manche Analysen auch doppelt breitgetreten werden.

    Die Romanhandlung hingegen ist voll gegen die Wand gefahren. Ich hasse Redundanzen abgrundtief!!! (Bitte hier 30 Rufzeichen und Großbuchstaben dazu denken). Zugegeben, Oz kann fantastisch fabulieren, aber bei der Dramaturgie hat er sowas von vergeigt, denn es passiert einfach nicht viel in der Geschichte, die Handlung kommt nicht vom Fleck und wenn irgendetwas passiert, ist es eine ewige wiederholte Beschreibung derselben Abläufe, deren Beschreibung am Anfang charmant scheint, dann irgendwann monkhaft zu belächeln ist und mit zunehmender Seitenanzahl so brüllend nervt, dass ich mir die Augen auskratzen wollte.

    Protagonist Schmuel verliert seine Freundin, schmeißt sein Studium kurz vor der Doktorarbeit über Jesus aus der Sicht der Juden hin und da ihn die Eltern nicht mehr unterstützen können, nimmt er einen Job als Gesellschafter des Behinderten Gerschom Wald an, der mit seiner Schwiegertochter Alija sehr zurückgezogen in einem alten Haus in Jerusalem lebt. Der alte Mann und der ehemalige Student politisieren und diskutieren ausführlich und vertreiben sich so den Winter. Die verwitwete Schwiegertochter Atalja wird von unserem Protagonisten angebetet, tausende ausführliche Warnungen, sich nicht in sie zu verlieben, schlägt er in den Wind.

    Schmuel isst wortreich beschrieben seine 100ste Gulaschsuppe mit Apfelkompott, sein ausladend geschildertes 50stes Käsebrot und die Reste des 70sten Grießbreis mit Zimt, den Herr Wald auf dem Teller übriggelassen hat (igitt wie grauslich). Da unser Protagonist sonst nichts isst und die Geschichte schon den ganzen Winter dauert, wundert es mich, dass ihm vor Skorbut nicht die Zähne ausfallen. Man möchte ihm zurufen: Iss endlich einen Salat, Junge! Auch die Prozedur des Bartpuderns wiederholt Schmuel viel zu ausführlich.

    Dazwischen brillante Streitgespräche und Analysen über Israels Beziehung zu seinen Nachbarn. Einen Feind zu einem Freund zu machen ist fast unmöglich, nur unterdrücken kannst Du ihn, das ist die falsche langfristige Strategie, sich Feinde zu machen.


    „Das glauben auch die Juden in Israel, weil sie keine Ahnung von den Grenzen der Macht haben. Die Wahrheit ist, dass alle Macht der Welt den Feind nicht in einen Freund verwandeln kann. Man kann den Feind zum Sklaven machen, aber nicht zu einem Liebenden. Mit aller Macht der Welt kann man Fanatiker nicht zu einem aufgeklärten Menschen machen. Und mit aller Macht der Welt kann man aus einem Rachedurstigen keinen Freund machen. Und genau da liegen die existenziellen Probleme des Staates Israel.“

    Ich habe Oz mal persönlich auf der Frankfurter Buchmesse getroffen. Dort sagte er: Wir sind mit den Arabern quasi in einer WG und wir müssen uns endlich arrangieren. Leider haben zu wenige damals bei der Staatengründung so gedacht und denken auch heute noch so. Letztendlich ist es genauso gekommen zwei Gemeinschaften, zerfressen vor Hass und Gift, die tausende Tote über Jahrhunderte und Generationen verursachen werden.


    „Schließlich leben die Juden in einem großen Flüchtlingslager und die Araber leben ebenfalls in einem großen Flüchtlingslager. Die Araber erleben jeden Tag die Katastrophe ihrer Niederlage, und die Juden erleben Nacht für Nacht ihre Angst vor Rache.“



    Leider wiederholen sich auch die religiösen Analysen über Jesus und Judas irgendwann einmal, indes die Romanhandlung gefühlte Ewigkeiten auf der Stelle trabt. Dann endlich, als ich schon die Geduld verloren hatte, passiert etwas. Hallelujah Jesus Christ, da muss sich der Schmuel einen Haxen brechen, damit er letzendlich Vitamin C in Form seines ersten Salats mit Oliven bekommt und der Autor ihn schließlich ins Bett der Atalja schreiben kann. Der erste Sex war dann auch sehr unspektakulär und langweilig mit vorzeitigem Samenerguss, der zweite war wahrscheinlich sehr gut, aber gerade hier versagt die Erzählkunst und Wortgewandtheit von Oz völlig.

    Das offene Ende ist dann nur das Tüpfellchen auf dem I der Enttäuschung und hat mich eigentlich gar nicht mehr so sehr gestört, denn ich hab das Interesse an den Protagonisten und der Geschichte verloren.

    Fazit: Bedauerlicherweise nur Mittelmaß, so viel Potenzial und so viel Talent derart vergeudet. Das gesamte Werk stinkt nach der ersten Hälfte total ab und ergeht sich in ewigen Wiederholungen. Da hilft auch die sparsame Handlung am Ende nichts. Wäre Oz bei der politisch-religiösen Analyse geblieben, hätte nicht versucht, diese mit einem Roman zu verbinden, und hätte die Wiederholungen auch in der Analyse etwas gestrafft, hätte mir das Buch sogar ausnehmend gut gefallen. Denn es hat seine brillanten Momente, die leider nur Momente bleiben und das ist zu wenig für eine gute Beurteilung meinerseits.

  10. Cover des Buches Rattenlinien (ISBN: 9783869137247)
    Martin von Arndt

    Rattenlinien

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Autor Martin von Arndt entführt uns in das Jahr 1946. Deutschland liegt in Trümmern, der grausame Hungerwinter steht bevor und die Siegermächte, allen voran die USA sind dabei, die NS-Verbrecher aufzuspüren und vor Gericht zu stellen. Das führt dazu, dass zahlreiche Nazis die selben Fluchtrouten, die zuvor Juden, Kommunisten oder andere Verfolgte benützen, um aus Deutschland zu flüchten und der Gerichtsbarkeit zu entkommen. 

    Einer dieser Männer ist Gerhard Wagner, der als „Schlächter von Baranawitschy“, bekannt ist. Sein ehemaliger Vorgesetzter aus den 1920er Jahren, Andreas Eckart, der auf Grund seiner Gesinnung rechtzeitig vor den Nazis in die USA emmigriert ist, wird von der US-Army angeworben, um Wagner dingfest zu machen. Eckart hat noch eine persönliche Rechnung mit Wagner offen. Gemeinsam mit dem etwas undurchsichtigen Special Agent Dan Vanuzzi jagt Eckart dem SS-Mann hinterher. 

    Meine Meinung: 

    Das Thema ist spannend, vor allem in Hinblick auf die unterschiedlichen Beweggründe der einzelnen Protagonisten. Wir verfolgen Wagner von München aus über Innsbruck, folgen seinen Spuren über die verschneiten Berge nach Südtirol und nach Rom, um den Kriegsverbrecher an seiner Abreise nach Argentinien zu hindern. Dabei treffen wir auf zahlreiche Menschen, denen nicht zu trauen ist, weil sie selbst Dreck am Stecken haben, oder wie die Würdenträger im Vatikan, nach wie vor ihren Judenhass pflegen. Lieber einem (ehemaligen) Nazi helfen als einem Juden oder Kommunisten. 

    Die paranoide Angst vor den Kommunisten nützen die NS-Schergen weidlich aus und so kommt es, dass auch der US-Army nicht wirklich zu trauen ist.  

    Die Geschichte ist spannend erzählt. Manchmal bedient sich der Autor ein wenig krauser Wortschöpfungen. So verwendet er mehrmals das Verb „ermuntern“ in völlig sinnentleerter Art und Weise. Statt „Eckart wachte auf“ schreibt er „Eckart ermunterte“. Dass so etwas im Korrektorat oder Lektorat nicht auffällt? 

    Fazit: 

    Eine aufregende Jagd quer durch Mitteleuropa, um diversen NS-Verbrechern habhaft zu werden. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

  11. Cover des Buches Als die Sonne im Meer verschwand (ISBN: 9783453359147)
    Susan Abulhawa

    Als die Sonne im Meer verschwand

     (57)
    Aktuelle Rezension von: Petra54

    Anfangs tat ich mich schwer, die Schreibart der Autorin zu verstehen. Jedem Kapitel ist eine seltsame Zusammenfassung vorangestellt, die man nur mit viel Fantasie deuten kann. Schwierig fand ich auch, mich bei all den Namen und Bezeichnungen (für Tante, Oma, Mutter des …) zurechtzufinden, obwohl es am Schluss ein Glossar gibt und zu meiner Freude auch einen Familienstammbaum.

    Es geht um das eigentlich unbeschreibliche Leid, das die Palästinenser seit 1947 ertragen müssen. Über die grausame und unmenschliche Brutalität der israelischen Soldaten geht die Erzählerin locker hinweg. Das verstehe ich gut, denn derartiges Leid kann man nur sachlich kurz formulieren. Gefühle hält der Verfasser diesbezüglich nicht aus und würde auch den Leser überfordern.

    Erzählt wird die tragische Geschichte einer Großfamilie, die aus Palästina vertrieben (sehr gelinde ausgedrückt) wird und in Gaza „lebt“. Ich bewundere diese Menschen sehr, die ihr Schicksal, für das sich weltweit kaum jemand zu interessieren scheint, nicht nur ertragen, sondern ihre positive Einstellung zur Familie und zum Leben erhalten und bewusst pflegen. Neben der Lebensfreude kommt auch die Liebe nicht zu kurz.

    Ich bin froh, dieses Buch entdeckt zu haben und werde demnächst einen weiteren Titel dieser Autorin lesen.

  12. Cover des Buches Zorn der Lämmer (ISBN: 9783839228715)
    Daniel Wehnhardt

    Zorn der Lämmer

     (26)
    Aktuelle Rezension von: Heather_H

    *MEINE MEINUNG*
    Anders als der Klappentext nahelegt, beginnt die Geschichte bereits 1943, im Getto im litauischen Wilna (heute Vilnius). Im Zentrum steht die reale Figur des Abba Kovner sowie seine engsten Vertrauten. Ich bin nicht sicher, ob alle Figuren realen Vorbildern nachempfunden sind, oder ob auch fiktive Charaktere darunter zu finden sind, doch letztlich macht es keinen Unterschied.

    Der Autor muss die geschichtlichen Hintergründe sehr genau recherchiert haben, das wird deutlich. Eindrücklich und ungeschönt beschreibt er die Zustände im Getto, die Grausamkeiten der Nazis, den Überlebenskampf der Juden und den beginnenden Widerstand. Die Flucht in die Wälder, und nach Ende des Krieges die Gründung der Nakam. Viele Szenen gingen mir unter die Haut, sicherlich auch deswegen, weil mir beim Lesen bewusst war, dass es keine Fiktion ist, sondern Realität war. Dieses Grauen, das mich beim Lesen erfasste, ließ den Hass der jüdischen Partisanen nicht nur auf die Nazis, sondern auf alles Deutsche, sehr nachvollziehbar werden.

    Trotz des bedrückenden Inhalts lässt sich das Buch wegen des guten Schreibstils sehr flüssig lesen. Der Erzähler betrachtet abwechselnd die verschiedenen Hauptfiguren, deren Wege sich im Verlauf trennen und wieder kreuzen. Daneben gibt es einige Absätze aus Sicht von Nebenfiguren, die helfen, ein ganzheitliches Bild von der Situation zu bekommen. Einblicke in die Gedanken, Gefühle, Ängste und Konflikte der Charaktere machen sie nahbar, wecken Sympathien und schaffen Verständnis. Mir jedenfalls hat das Buch einen neuen Blickwinkel auf die geschichtlichen Ereignisse ermöglicht - von der Nakam hatte ich bislang noch nicht gehört, und obwohl ich ihre Taten nicht gutheißen kann, kann ich sie verstehen.

    *FAZIT*
    Daniel Wehnhardt schildert eindrücklich die historischen Ereignisse rund um die Geheimorganisation Nakam - ein Muss für jeden, dem die deutsche Geschichte nicht egal ist.

  13. Cover des Buches Eine Geschichte von Liebe und Finsternis (ISBN: 9783518467268)
    Amos Oz

    Eine Geschichte von Liebe und Finsternis

     (109)
    Aktuelle Rezension von: Jari
    Eigentlich hatte ich nie vor, dieses Buch zu lesen. Schlussendlich tat ich es trotzdem und zwar für die Weltreise-Challenge. Also liess ich mich von Amos Oz durch Jerusalem und seine Geschichte führen. Es war kein Flop, obwohl ich mich doch etwas durch das Buch quälen musste, und das ist schon mal nicht schlecht.

    Grundsätzlich bin ich nun froh, sagen zu können, dass ich ein Buch von Amos Oz gelesen habe. Dazu auch noch sein wohl bekanntestes. Am meisten gefielen mir die einzelnen Passagen, in denen es um die Literatur und Amos' intellektuelle Familie ging. Also vor allem der Anfang hat es mir doch sehr angetan.

    Doch schlussendlich hat sich das Buch für mich zu sehr verzweigt, aber damit hatte ich schon gerechnet. Vielleicht war meine Lektüre somit eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, wobei ich wie schon gesagt, vom Anfang sehr begeistert war. Aber mit der Zeit liess meine Faszination merklich nach und ich blieb eigentlich nur wegen ein bisschen Faktenwissen und der Challenge dabei.

    Sprachlich bewegt sich Oz auf einem Niveau, das seinem Ruf gerecht wird. Ein präziser Schriftsteller, sehr begabt, ein Talent, welches aus seinem familiären Umfeld gewachsen ist. Wer in eine solch akademische Familie hineingeboren wird, dem liegt das Spielen mit den Worten wahrscheinlich im Blut. Dennoch war es ermutigend zu erfahren, dass auch jemand wie ein Amos Oz Mühe hatte. Deshalb war es auch wieder das Ende, das mich nach längerer Durststrecke wieder mitnahm.

    Ich bin froh, dass ich das Buch durch habe. Trotz meines Mühsals war die Lektüre nicht vergebens. Viele schöne Textzeilen warten darauf, niedergeschrieben zu werden. Ausserdem habe ich einiges über die Geschichte Jerusalems und Israels lernen können. Kein Buch ist vergebens und dieses schon gar nicht.

    Bücher wie "Eine Geschichte von Liebe und Finsternis" tun gut, auch wenn man sich durch sie durchkämpft. Auch dann, wenn man die Handlungen der Figuren nicht versteht. Nicht versteht, wie sie oft nicht zufrieden sein können, wenn sie doch ein Leben leben, das ich auch gerne hätte. Aber jeder kämpft mit seinen Geistern, auch das lehrt uns Oz. Manchmal sind sie auch zu stark, dies zeigt das prägende Erlebnis des Todes der Mutter, das an unterschiedlichen Stellen thematisiert wird.

    Ein eindrückliches Buch mit starkem Charakter. Ein Buch, das sich nicht so leicht unterkriegen lässt, trotz aller Unwirtlichkeiten. Deshalb prädestiniert wie kein zweites, um Israel zu repräsentieren.
  14. Cover des Buches In den Fängen der Schuld (ISBN: 9783492502702)
    Julia Neumann

    In den Fängen der Schuld

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Miri28

    In einer Kölner Altstadtkneipe wird ein alter Mann jüdischen Glaubens übel zusammengeschlagen. Was zunächst wie ein antisemitischer Überfall aussieht, entwickelt sich zu einem Polit-Thriller zwischen Köln und Israel. Kommissar Marius Morelli, ein echt sympathischer Typ, riskiert bald mehr, als gut für ihn ist. Total fesselnd und leider fast zu schnell ausgelesen :-)

  15. Cover des Buches Apeirogon (ISBN: 9783499271878)
    Colum McCann

    Apeirogon

     (38)
    Aktuelle Rezension von: mabo63

    Die 10 jährige Abir wird von einem jungen israelischen Soldaten erschossen als sie sich eine Zuckerkette kaufte. 'Die teuerste Süssigkeit der Welt' wie sich der palästinensische Vater Bassam später ausdrückte.


    10 Jahre zuvor, 1997, kommt die 13 jährige Smadar bei einem Selbstmordattentat ums Leben.

    Rami ihr jüdischer Vater und Bassam, werden Freunde, trauern um ihre Kinder, wollen aber keine Vergeltung sondern sind Mitglieder von 'Combact for Peace' und 'Parents Circle' und fordern Versöhnung zwischen den verfeindeten Bevölkerungsgruppen.


    Allerdings sind sie bei Vorträgen, auf Podien nicht überall gern gesehen, eher gelten sie als Nestbeschmutzer.

    Den gegenseitigen Hass bringt man nicht so schnell aus den Köpfen.


    Während in diesem Nahostkonflikt Strassensperren, Jeckpoints, Gewalt und Hass, Ungerechtigkeit regiert, ziehen hoch oben über den Köpfen der Menschen jährlich Millionen von Zugvögeln über das Land..


    Lesenswert.

  16. Cover des Buches Ofirs Küche (ISBN: 9783458177661)
    Ofir Raul Graizer

    Ofirs Küche

     (73)
    Aktuelle Rezension von: Nadezhda

    Ich liebe dieses Kochbuch. Habe es dieser Tage zum zweiten Mal von vorne nach hinten durchgelesen, einschließlich fast aller Rezepte, und mir markiert, welche Gerichte ich in den nächsten Wochen ausprobieren möchte. (Viele.  ) Dem ersten Lese-und-Nachkoch-Durchlauf verdanke ich bereits einige tolle Rezepte und die Entdeckung von Ofirs Lieblingsgemüse, der Aubergine, auch für meine Küche.


    Dieses Buch ist jedoch nicht nur eine nett kommentierte Rezeptsammlung, sondern eine Philosophie des Kochens und Essens, wie sie mir bisher nur bei einer - ebenfalls jüdischen - Autorin untergekommen ist: in Jeanette Landers autobiografisch gefärbtem Werk "Überbleibsel. Eine kleine Erotik der Küche", das mein Kochen geprägt hat wie bisher kein anderes Buch.


    Ofir Raul Graizer nun schreibt zu den verschiedenen Teilen des Kochbuches und zu vielen einzelnen Rezepten so persönliche, warmherzige, humorvolle und zugleich nachdenklich stimmende Einführungen, dass man in jeder Zeile seine Liebe zu diesem Gericht und seiner arabischen / ashkenasischen / sephardischen / usw. Herkunft spüren und beinahe schmecken kann. Die Rezepte sind bodenständig, nach meinen bisherigen Erfahrungen leicht nachzukochen und verzichten auf so irrelevante Dinge wie Kalorienangaben oder die exakte Dauer des Gemüseschnippelns, was sowieso nie stimmt,  zugunsten der aus meiner Sicht viel interessanteren Hinweise wie "vegan" oder "glutenfrei". (Vegetarisch sind die Rezepte übrigens alle, wobei das nie an die große Glocke gehängt wird.)


    Für die Qualität eines Kochbuches vielleicht am relevantesten: Unsere Küche quoll dieser Tage über vor Taboulé, gerösteten Auberginen, diversen orientalisch duftenden Schmorgerichten und Kaffee mit Kardamom, selbst die Spülmaschine riecht immer noch nach Petersilie und Minze, weil ich meine Lektüre ständig unterbrechen musste, um an den Herd zu stürzen und eine dieser Köstlichkeiten nachzukochen. Was will man von einem Kochbuch denn mehr...


  17. Cover des Buches Tanzende Araber (ISBN: 9783833300950)
    Sayed Kashua

    Tanzende Araber

     (25)
    Aktuelle Rezension von: irismaria

     „Tanzende Araber“ von Sayed Kashua handelt von einem palästinensischen Jungen, der in Israel lebt. Die Geschichte ist aus seiner Sicht geschrieben und in seinen Erzählungen von Eltern und Großeltern erfährt man vieles über die Geschichte Israels und das schwierige Zusammenleben von Juden und Arabern. Nach der Lösung eines öffentlichen Rätsels, darf der

    Junge ein jüdisches Elite-Internat in Jerusalem besuchen. Als einziger Araber hat er es dort allerdings nicht leicht, erlebt aber die ganz andere Lebenswelt der jüdischen Mitschüler und verliebt sich auch in eine Jüdin.

    Die Thematik ist sehr spannend, doch leider konnte mich der Stil nicht überzeugen. Viele Gedanken und Handlungen der Hauptperson konnte ich nicht nachvollziehen. Nebensächlichkeiten nahmen einen großen Raum ein, während wichtige Aspekte (wie etwa die Geburt der Tochter) nur nebenbei erwähnt wurden.

  18. Cover des Buches Der Auftraggeber (ISBN: 9783492238878)
    Daniel Silva

    Der Auftraggeber

     (56)
    Aktuelle Rezension von: kassandra1010

    Gabriel Allon ist ein erfahrener Mossad Spion und Agent.

     

    Nachdem sich PLO Agent bei ihm persönlich rächt und mit einer Bombe seinen Sohn tötet und seine Frau schwer verletzt, steigt er aus.

     

    Er konzentriert sich jetzt voll und ganz auf seine wahre Leidenschaft. Er restauriert alte Meisterwerke. Sein Ruf in der Szene ist hervorragend und er kann sich vor Aufträgen kaum retten, wäre da nicht sein alter Mossad-Chef, der ihn, selbst vom Ruhestand in den aktiven Dienst zurückgekehrt, zu seinem letzten Auftrag nötigt.

     

    Gabriel muss nicht wirklich lange überlegen, denn sein Ziel ist Tariq. Der Terrorist, der ihm damals entkam und der seine Frau und seinen Sohn auf dem Gewissen hat.

     

    Doch Gabriel kann diese Aktion nicht alleine durchführen und braucht Hilfe. Schamron hat als Chef einige Agenten zur Auswahl, entscheidet sich aber für Jacqueline. Das französische Topmodel will endlich aus ihrem Business aussteigen, braucht Startkapital und nimmt den Job ohne zu zögern an.

     

    Die Jagd geht rund um den Erdball. Gabriel muss all sein Können aufbringen um Tariq aufzuspüren, während dieser wie gewohnt, zahlreiche Leichen hinterlässt und einen strikten Plan zu verfolgen scheint.

     

    Für Israel steht jedoch nicht nur Tariq auf der To-Do Liste sondern auch die frisch angelaufenen Friedensverhandlungen mit der PLO und Arafat. Der ist auf dem Weg in die USA und hier soll natürlich alles glattlaufen.

     

    Daniel Silva erzählt gnadenlos aus Gabriel Allons Leben. Seine Aufträge führt er zielgerichtet und mit Präzision durch. Sämtliches Leid und die zahlreichen Morde prallen scheinbar an im ab. Silva lässt ich hier allerdings auf seinen Erzfeind stoßen.

     

    Der Thriller erschien bereits im Jahr 2000 und die moderne Technik hat bereits die Arbeitsweise des Mossad und der CIA sowie des MI5 überholt. Extrem spannend erzählt und ein gelungener Aufragt in eine hoffentlich lang bestehende Thrillerreihe.

  19. Cover des Buches Who the Fuck Is Kafka (ISBN: 9783423144841)
    Lizzie Doron

    Who the Fuck Is Kafka

     (41)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Die israelische Schriftstellerin Lizzie Doron beschäftigte sich zu Beginn ihrer schriftstellerischen Arbeit vorwiegend mit dem Trauma der Shoa. Doch in den letzten Jahren widmete sie sich zunehmend der anderen Seite Israels zu: Den Muslimen. So auch in dem Buch „Who the fuck is Kafka“. Dabei wirbelt sie einige Fragen auf: Wer ist Opfer? Und wer Täter? Wessen Leid wiegt mehr? Und können Besatzer und Besetzte wirklich zueinander finden?

    Lizzie Doron und Nadim Abu Heni sitzen gemeinsam mit einer Vertreterin der Europäischen Union in einem Restaurant Tel Avivs. Sie wollen das gemeinsame und von der EU unterstützte Buch- und Filmprojekt besprechen. Doch eigentlich spricht nur Nadim. Er erzählt von seiner Kindheit und von seiner Frau Leila, die aus dem Gaza-Streifen stammt und deshalb lediglich aufgrund eines Touristenvisums, das jedes Jahr neu beantragt werden muss, in Jerusalem leben darf. Lizzie Doron schweigt, doch innerlich steigt ihre Wut während Nadim erzählt und die Vertreterin der Europäischen Union ein ums andere ein „Kafka“ ausstößt und ihr feindselige Blicke zuwirft. Für diese ist klar, wer in der Geschichte Israels gut und wer böse ist. Dass der Nahostkonflikt aber deutlich komplizierter ist, wissen Lizzie Doron und Nadim Abu Heni, die sich auf einer israelisch-palästinensischen Friedenskonferenz in Rom kennenlernen und von da an Freunde sind – oder zumindest versuchen, Freunde zu sein – nur zu gut. Denn zwischen ihnen liegt ein tiefer Graben voller Leid, Schuld und Vorwürfen, der unüberwindlich scheint.

    ICH DENKE AN NADIM, DER SICH IN ZYKLEN BEWEGT WIE DIE JAHRESZEITEN – ER KOMMT UND GEHT, ER KOMMT UND GEHT, HERBST, WINTER, FRÜHLING UND SOMMER. MANCHMAL STÜRMISCH, MANCHMAL RUHIG, MANCHMAL BLÜHEND, MANCHMAL WELK, MANCHMAL WARM, MANCHMAL KALT UND WIE ERSTARRT. – S. 12

    Lizzie Doron ist eine israelisch-jüdische Schriftstellerin und die Tochter von Überlebenden des Holocaust. Nadim Abu Heni – ein fiktiver Charakter, der an eine reale Person angelehnt ist – ist ein palästinensisch-muslimischer Journalist, der gemeinsam mit seiner Frau und seinen Kindern in Ost-Jerusalem lebt. Als sie sich auf einer Friedenskonferenz kennenlernen, beschließen sie, ihre Geschichte festzuhalten und einen kleinen Beitrag zum Frieden im Nahostkonflikt zu leisten. Er will einen Film drehen, sie ein Buch schreiben. Doch währenddessen stoßen sie zunehmend an ihre Grenzen: Sie haben nicht nur unterschiedliche Vorstellungen vom Frieden, sondern sind auch durch ihre jeweiligen Vergangenheiten – Holocaust, Kriege, Terroranschläge, Besatzung und Nakba – nicht in der Lage, ihr gegenseitiges Misstrauen abzulegen und das Leid des jeweiligen anderen zu akzeptieren.

    DA WAREN EIN MANN UND EINE FRAU, DIE IM SELBEN LAND GEBOREN WORDEN WAREN, FÜR DEN EINEN HIESS ES PALÄSTINA, FÜR DIE ANDERE ISRAEL, DIE HAUPTSTADT DES EINEN WAR AUCH DIE HAUPTSTADT DER ANDEREN – NUR NANNTE ER SIE EL KUDS, UND SIE JERUSALEM. ER SPRACH NICHT HEBRÄISCH UND SIE NICHT ARABISCH. – S. 82

    „Who the fuck is Kafka“ sollte ursprünglich ein dokumentarisches Buch werden, in dem Lizzie Doron das Leben des palästinensischen Journalisten, der in dem Buch Nadim heißt, und ihre gemeinsamen Begegnungen festhält. Erst auf seine Bitte hin, wandelte die Autorin den Text ins Fiktive um und ließ seine Perspektive außen vor. Er hatte Angst als Kollaborateur diffamiert zu werden. Von der Arbeit an den gemeinsamen Projekten wussten zudem nur Nadims Frau und Kinder. Selbst vor dem eigenen Vater hielt er sie geheim. Somit ist „Who the fuck is Kafka“ zu einem Monolog der Autorin geworden, in dem sie sich in kurzen Abschnitten an ihre Freundschaft mit Nadim erinnert. Alles außerhalb dieser Freundschaft bleibt vage. Ihre Erinnerungen – die Übersetzung stammt von Mirjam Pressler – habe ich dennoch als sehr intensiv wahrgenommen. Die Spannung zwischen Lizzie Doron und Nadim Abu Heni ist auf jeder Seite zu spüren. Gleichzeitig hatte ich während des Lesens aber Probleme mit der starken Ich-Fokussierung der Autorin. So sehr sie Verständnis für ihr eigenes Leid einfordert, so wenig ist sie bereit, diese Empathie der palästinensischen Seite gegenüber zu zeigen. Nur die Perspektive Nadims hätte die Handlung komplettieren und damit ein Gleichgewicht in der Schilderung der Freundschaft herstellen können.

    Lizzie Doron vermag es in „Who the fuck is Kafka“ die ganze Komplexität des Nahostkonfliktes auf zwei Menschen herunterzubrechen, die trotz all ihrer Differenzen versuchen, Freunde zu sein. Sie entwickeln einen Traum, an dem sie schließlich beide scheitern: der Film wird nie gedreht, das Buch zur Sicherheit so geschrieben, dass der wahre Mensch hinter Nadim nicht zu erkennen ist. Damit fehlt dem Roman die Intensität der zweiten Perspektive – auf die Freundschaft und auf den Nahostkonflikt. Nichtsdestotrotz ist „Who the fuck is Kafka“ ein intensives Leseerlebnis, das viel über die Menschen Israels verrät.




    Weitere Rezensionen von mir findest du auf meinem Literatur- und Buchblog wortkulisse.net.
  20. Cover des Buches Per Anhalter durch den Nahen Osten (ISBN: 9783959102452)
    Patrick Bambach

    Per Anhalter durch den Nahen Osten

     (15)
    Aktuelle Rezension von: BeiterSonja

    Das Cover gefällt mir.

    Am Anfang gibt es eine Karte, wo man als Leser die Reise mit verfolgen kann.

    Der Schreibstil ist im Tagebuch - Stil. Finde ich persönlich gut, daher hat man das Gefühl mit dabei zusein. Den Mut die Strecke komplett zu trampen und bei Leuten zu übernachten, welche ich nicht kenne - Couchsurfing - finde ich mutig. Gerade in gewissen Ecken auf der Strecke.


    Ich hätte gerne mehr erfahren über manche Orte bzw. von der Bevölkerung, Fotos fehlen auf jeden Fall. Das macht einen guten Reisebericht aus. Es gibt am Ende einige Fotos aber für einen Reisebericht zu wenig. 

  21. Cover des Buches Eine Nacht, Markowitz (ISBN: 9783036959269)
    Ayelet Gundar-Goshen

    Eine Nacht, Markowitz

     (24)
    Aktuelle Rezension von: aba

    Obsessionen, Hass, Liebe, Schuldgefühle und heroisches Verhalten

    Man sollte nicht immer so lange warten, um Bücher, die ungelesen im Regal stehen, endlich anzufangen. Manchmal bereiten einem gerade solche Bücher große Überraschungen.
    Das war vor ein paar Tagen bei "Eine Nacht, Markowitz" von Ayelet Gundar-Goshen genau der Fall. Dieses Buch war nicht nur eine Überraschung, es war sogar eine sehr große Überraschung, und ein riesiges Vergnügen auch dazu. Aber was anderes hätte ich von der Autorin nicht erwartet, denn ihren Roman "Löwen wecken" habe ich mit Begeisterung gelesen.

    Die Geschichte von Markowitz ist eine ganz besondere. Markowitz, ein total unscheinbarer Mann, wird gerne, gerade deswegen, weil er durch sein Aussehen und sein Verhalten keine Aufmerksamkeit erregt, von der Irgun in gefährliche Missionen eingesetzt. Eine dieser außergewöhnlichen Operationen hatte vor, jüdische Frauen aus Nazi-Deutschland durch Heirat zu schmuggeln. Irgun-Angehörige fuhren nach Deutschland und heirateten jüdische Frauen, die durch die Heirat mit diesen Irgun-Agenten die hebräische Staatsagehörigkeit bekommen haben, so konnten sie einfacher nach Palästina überführt und ihre Leben gerettet werden. In Palästina sind die Paare geschieden worden und so haben diese Frauen ihre Freiheit erlangt.
    Der unscheinbare Markowitz aber verliebt sich ernsthaft und unglücklich in seine Fake-Braut. Und das ist der Anfang von einer jahrzehntelangen Familiengeschichte, die von Obsessionen, Hass, Liebe, Schuldgefühlen und heroischem Verhalten lebt. Diese unerwiderte Liebe bringt tragische Konsequenzen mit sich, nicht nur für die Eheleute, auch für alle Menschen, die mit ihnen zu tun haben.

    Ayelet Gundar-Goshen erzählt über die Anfänge ihrer Heimat, über Konflikte im Gelobten Land, über Recht und Unrecht und über Menschsein in unglaublich schwierigen Zeiten einer Nation, die um ihre eigene Anerkennung kämpft.
    Aber Markowitz' Geschichte ist auch die Geschichte von vielen Männern, die sich ihr Leben lang verpflichtet fühlen, ihre Männlichkeit unter Beweis zu stellen. Und wozu? Um es zu erfahren, muss man dieses wirklich wunderbare Buch bis zum Ende lesen!

  22. Cover des Buches Die Tochter der Wanderapothekerin (ISBN: 9783426522851)
    Iny Lorentz

    Die Tochter der Wanderapothekerin

     (18)
    Aktuelle Rezension von: Thommy28

    Einen ersten Eindruck vom Geschehen ermöglicht die Kurzinfo hier auf der Buchseite. Meine persönliche Meinung.

    Der vierte Band der Reihe spielt rund 20 Jahre nach dem Vorgängerband. Die damaligen Figuren kommen weiterhin am Rande vor, deren Kinder bestimmen aber jetzt das Geschehen. 

    Die Handlung ist gut aufgebaut und bietet durch verschiedene Erzhlstränge ein gutes, abwechslungsreiches Leseerlebnis. So werden Kapitel aus der Heimat mit solchen von der abenteuerlichen Reise gekonnt abgewechselt. Die Haupthandlung bezieht sich auf den Reiseteil und führt den Figuren über Venedig bis hin in das Heilige Land mit Jerusalem und an den Jordan. Dabei kommt es zu vielen, teils auch spannenden Abenteuern.  .

    Der Schreibstil ist einfach bis blumig und hat für meinen Geschmack etwas "kindliches". das hat mir nicht so gut gefallen. Ausserdem ist einiges auch ziemlich vorhersehbar.

    Insgesamt aber ein durchaus gutes historisches Abenteuer Erlebnis das dem Leser ein paar gutes Leseabende ermöglicht.


  23. Cover des Buches Der Duft von bitteren Orangen (ISBN: 9783734100468)
    Claire Hajaj

    Der Duft von bitteren Orangen

     (91)
    Aktuelle Rezension von: Petra54

    Ein wunderschöner Einband mit malerischem Titelbild, ein guter Titel und ein interessanter Klappentext, der auf eine spannende Geschichte neugierig macht, garantiert keinen guten Roman. Leider. Der Text ist derart schlecht und konfus erzählt oder übersetzt, dass ich ihn als unlesbar empfand und auf Seite 51 genervt abbrach. Ich bevorzuge klare Aussagen und habe überdies keine Freude an poetischen Umschreibungen.

    Da ich in meinem Bücherregal keine optischen Schönheiten, sondern für meinen Geschmack gut geschriebene Texte sammle, werde ich „Ismaels Orangen“ entsorgen.

  24. Cover des Buches Der Schläfer (ISBN: 9783492252591)
    Daniel Silva

    Der Schläfer

     (41)
    Aktuelle Rezension von: kassandra1010

     

    Die israelische Botschaft in Rom wird durch einen Bombenanschlag vollständig zuerstört.

     

    Während sich beim Dienst die Bürokraten um die freiwerdenden Posten bemühen, wird ihnen eine Daten-CD überbracht. Der italienische Geheimdienst kann die Daten nicht entschlüsseln.

     

    Was der Dienst auf der CD findet, löst große Unruhe aus. Gabriel Allons fast vollständiger „Lebenslauf“ taucht darin auf wie kürzlich in Venedig geschossene Bilder.

     

    Als Restaurator bleibt ihm nichts anderes übrig, als nach Israel zurückzukehren. Die Enttarnung liegt schwer auf ihm.

     

    Gemeinsam mit einem frisch zusammengestellten Team versuchen sie, den Kopf des Anschlags zu ermitteln.

     

    Erst die junge Agentin Dina bringt das Team auf die richtige Spur und jetzt gilt es abzuwarten.

     

    Ari Schamron, Urgestein des Mossad lässt Gabriel freie Hand, nichtsahnend, dass alle folgenden Taten eigentlich auf sein Konto gehen. Sein erster eigener Auftrag holt ihn jetzt ein und reißt Gabriel und seine Frau Leah fast ins Verderben.

     

    Daniel Silva lässt gewaltig Strippen ziehen. Gut ausgeheckte Pläne lösen sich in Schall und Rauch auf und erstmals scheint der Dienst vor einem Rätsel zu stehen, dass sie nicht lösen können.

     

    Politische Machtspielchen quer über alle Länder hinweg zeigen, wie eng die Welt doch eigentlich vernetzt und wie Staaten voneinander abhängig sind.

     

    Der Schläfer lässt den Mossad schön nach seiner Pfeife tanzen.

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