Bücher mit dem Tag "parallelwelten"
61 Bücher
- Philip Pullman
Der Goldene Kompass
(1.602)Aktuelle Rezension von: KarandiAngenehm überraschtIch muss sagen, ich war wirklich mehr als positiv. Überrascht bereits vom ersten Teil der goldene Kompass. Ich habe alle drei Teile der Triologie gelesen und wie so oft hängt das Buch den Film um Längen ab. Man muss auch dazu sagen, dass der Film mehr für Kinder gedacht gewesen ist das Buch hingegen in nicht wenigen Szenen doch einen sehr erwachsenen Charakter aufweist. Manchmal waren die Kampfszenen so spannend, dass sich mein Lese Tempo automatisch so dermaßen beschleunigt hat um bloß schnell auf die nächste Seite zu kommen, um zu wissen, wie es weitergeht. Fantasy ist normalerweise nicht mein Genre, höchstens im Bereich vom magischen Realismus wie Murakami. Aber dieser Dreiteiler hat mich absolut überzeugt beide Daumen hoch
- Philip Pullman
His Dark Materials 2: Das Magische Messer
(1.073)Aktuelle Rezension von: Zeus005Der zweite Band der Reihe erweitert den Horizont der Geschichte auf faszinierende Weise. Diesmal bricht Lyra in eine neue Welt auf, die exakt der unseren entspricht. Dort trifft sie auf Will, der als neuer, starker Charakter eingeführt wird. Gemeinsam bilden die beiden das emotionale und treibende Zentrum der Handlung, während im Hintergrund das Ausmaß von Lord Asriels Plänen immer deutlicher wird. Gleichzeitig setzt Mrs. Coulter ihre unerbittliche Jagd auf Lyra fort, da sie in dem Mädchen die Schlüsselfigur für das Schicksal aller Welten sieht.
Die Schauplätze wechseln dynamisch zwischen unserer Realität und der mystischen Parallelwelt Cittàgaze. Letztere sorgt für eine besonders beklemmende Atmosphäre: Hier treiben unheimliche Gespenster ihr Unwesen, die Erwachsenen die Seele aussaugen und sie als leere Hüllen zurücklassen, während verwilderte Kinderbanden die verlassenen Straßen beherrschen. Diese düstere Kulisse verleiht dem Abenteuer einen spürbar ernsteren und bedrohlicheren Ton.
Zusätzliche Figuren wie der zwielichtige Sir Charles bringen eine konstante Gefahr in Wills Welt, da sie sich als Helfer tarnen, aber eigene, dunkle Absichten verfolgen. Man spürt in jedem Kapitel, wie sich die Fäden für das große Finale zusammenziehen. Der Spannungsbogen baut sich konsequent auf und lässt den Leser mit einer enormen Vorfreude auf den dritten Teil und den bevorstehenden Krieg gegen die mächtigen Institutionen zurück. Eine meisterhafte Fortsetzung, die der Welt noch mehr Tiefe verleiht.
- Genevieve Cogman
Die unsichtbare Bibliothek
(452)Aktuelle Rezension von: Daniela_BeilnerTitel und Cover haben mich sofort angesprochen und auch der Klappentext klang vielversprechend - daher habe ich zugeschlagen und wurde nicht enttäuscht
Die Grundidee einer Bibliothek in der seltene Bücher gesammelt werden, die in den unterschiedlichsten Welten beschafft werden, war für mich sehr interessant und auch einmal etwas neues. Es dauerte etwas bis ich mit den Figuren warm geworden bin und ich mir einen Überblick über die Magie und die Welten verschafft habe, da irgendwie nicht allzu viel erklärt wird und man die Infos quasi nur nebenbei bekommt, aber ich bin trotzdem relativ schnell ins Lesen gekommen und finde vor allem Kai als Protagonisten sehr interessant und bin schon gespannt was wir noch alles in den weiteren Bänden über ihn erfahren werden. Auch alle anderen Personen scheinen das eine oder andere Geheimnis zu haben und da es sich um eine längere Reihe handelt bin ich schon gespannt was hier noch alles auf mich zukommt und wie viele fremde Welten ich noch gemeinsam mit Irene und Kai besuchen werde. Auch den Gegenspieler finde ich sehr interessant und hoffe ich erfahre noch mehr über seine Beweggründe
Da ich ja auch sehr gerne Krimis und Thriller lese war dieser Genre-Mix für mich sehr gelungen und ich freue mich schon auf die nächsten Teile der Reihe - Teil 2 habe ich mir gleich nach dem beenden von diesem Buch besorgt
- Josephine Angelini
Everflame
(551)Aktuelle Rezension von: bibliophilaraEigentlich wollte ich die Everflame-Trilogie von Josephine Angelini im Dezember abschließen, doch Weihnachtstrubel, Nebenjob und Jahreswechsel ließen nur wenig Zeit zum Lesen. Inzwischen sind die Winterferien vorbei, die Uni geht weiter und die nächste Klausurphase steht vor der Tür. Dennoch habe ich es geschafft, den zweiten Band der Jugendbuchreihe namens „Everflame – Tränenpfad“ aus dem Jahr 2015 zu beenden. Vielleicht ist dies die einzige Rezension, zu der ich diesen Monat kommen werde, denn aktuell lerne ich schon fleißig für zwei anstehende Klausuren. Für das Jahr 2022 habe ich mir vorgenommen, mindestens 22 Bücher zu lesen und zu rezensieren. Mal sehen, ob das gelingt
Die 17-jährige Lily Proctor hat es mit letzter Kraft geschafft, sich aus der magischen Parallelwelt zu retten, in der sie gefangen war. Gemeinsam mit ihrem Freund Rowan gelingt es ihr, zu ihrer Mutter nach Hause zurückzukehren, doch sie ist schwer verletzt. Der Scheiterhaufen hat ihr schmerzhafte Wunden zugefügt, die nur langsam und mit viel Pflege heilen. Zwar kümmert sich Rowan liebevoll um sie, allerdings kann Lily ihr plötzliches Verschwinden weder ihrem Vater, der Schule oder gar dem FBI erklären. Außerdem versucht Lillian aus der Hexenwelt immer wieder telepathisch mit ihr Kontakt aufzunehmen. Auch wenn Lily nicht in die gefährliche Welt zurückkehren möchte, weiß sie doch, dass Rowan dorthin gehört. Und so muss sie sich entscheiden zwischen der Liebe zu ihrer Familie und der zu Rowan.
„Lily trieb auf einem Floß auf Schmerz.“, ist rein rhetorisch gewiss nicht der stärkste erste Satz, macht aber deutlich klar, wo der Leser zuletzt stehen geblieben ist. Durch die Energie, die Lily als Hexe aus dem Scheiterhaufen ziehen konnte, war es ihr möglich in die moderne Welt zurückzukehren. Nun hat sie am ganzen Körper Brandverletzungen und ringt mit dem Tod. Die Metapher des Floßes aus Schmerz knallt einem aber direkt wieder die merkwürdige Bildhaftigkeit ins Gesicht, die ich bereits beim Vorgänger kritisiert hatte. Weiterhin erzählen sich abwechselnde personale Erzähler im Präteritum. Meist ist es Lily, manchmal aber auch ihre Schwester Juliet. Hinzu kommen die Passagen, in denen Lillian mit Lily telepathisch Erinnerungen teilt. Diese sind in der Ich-Perspektive im Präsens formuliert.
Auch hier gibt es einen Kritikpunkt, den ich bereits in der Rezension des Vorgängers erwähnt hatte: Angelini gelingt es nicht konsequent, die personale Erzählperspektive beizubehalten. Damit meine ich nicht die kurzen Passagen in Ich-Perspektive von Lillian, sondern die Wiedergabe von Gefühlen und Gedanken jener Figuren, die gerade nicht erzählen. Kurzes Beispiel aus Kapitel 3: „Simms wusste genau, dass man Lily etwas angetan hatte, und sie wollte den Schuldigen finden. Lily merkte, dass Simms eigentlich ein guter Mensch war, auch wenn sie sie nicht leiden konnte.“ Hier werden also erst die Gedanken von Agentin Simms und direkt im Folgesatz die von Lily wiedergegeben, obwohl das ganze Kapitel ansonsten ausschließlich Lily die personale Erzählerin ist. Vereinzelt gibt es im Buch leider immer wieder kleine Momente, in denen Perspektivbrüche entstehen, welche so vermeidbar gewesen wären. Stilistisch bewegt man sich also auch hier wieder auf dem Stolperpfad des ersten Bands.
Mit fast 450 Seiten und 15 Kapiteln ist „Everflame -Tränenpfad“ also etwas kürzer als der Vorgänger, hat aber genauso viele Kapitel. Eine der wichtigsten Figuren, die Lily in der Hexenwelt kennengelernt hat, ist der Außenländer Rowan Fall. Außenländer sind in der Hexenwelt jene, die außerhalb der 13 großen ummauerten Städte an der Ostküste Nordamerikas leben. Dazu gehören sowohl die indigenen Einwohner, als auch Aussätzige. Rowan ist ein schlanker, aber muskulöser junger Mann mit leicht rötlich gebräunter Haut, wie es bei den amerikanischen Ureinwohnern typisch ist. Er hat sehr markante Gesichtszüge und ein kantiges Kinn. In der Hexenwelt war er der Hexenhelfer von Lillian und obendrein ihr Geliebter. Als Lillian jedoch seinen Vater hängen ließ, trennte er sich von ihr. Inzwischen ist er in Lily verliebt, Lillians Doppelgängerin aus der modernen Welt. Für Lily eine äußerst merkwürdige Situation, denn nun ist die Exfreundin ihres Freundes sie selbst, nur eben aus einer Parallelwelt. Lilys Vater heißt übrigens James. Also kommen mit Lily und James beide Vornamen von Harry Potters Eltern vor. Zufall? Wohl kaum, zumal Lily auch in ihrer optischen Beschreibung Ähnlichkeiten mit Lily Potter hat, aber das nur ganz nebenbei.
Zurück zu Rowan. Ich mochte ihn, auch wenn er als männlicher Protagonist einige Stereotype aufweist. Der junge, athletische Mann, der sowohl zärtlich als auch kalt sein kann. Der mysteriöse, faszinierende und reiche Typ, dem viele Frauen verfallen sind, der aber nur Augen für die Protagonistin hat. Weicher Kern mit harter Schale, welche er sich durch seine tragische Vergangenheit angeeignet hat. Man kennt es, und trotzdem hat Rowan zumindest noch ausreichend Individualität, um nicht wirklich auf die Nerven zu gehen.
Als Rowan Lillian verlassen hatte, musste er auch seinen Wunschstein zerstören, um nicht länger unter ihrem Zauber zu stehen. In der Hexenwelt besitzt jeder Mensch einen Wunschstein, der meist in einer Kette um den Hals getragen wird. Bei Menschen mit magischen Talenten verstärkt der Wunschstein diese Wirkung. Gleichzeitig ist der Wunschstein etwas sehr Intimes. Je nach magischer Fähigkeit, kann das Berühren eines fremden Wunschsteins ein starkes Kribbeln auslösen, bis hin zu den Hexen, die den Träger dauerhaft gefügig machen und ihn steuern können wie eine Marionette. Außerdem haben Träger eines Wunschsteins ein fotografisches Gedächtnis, und können sich alles merken, was sie jemals gelesen oder erlebt haben. Das Prägen auf einen Wunschstein, aber auch das Zerstören des eigenen Wunschsteines, ist für den Träger extrem schmerzhaft. Bei der Zerstörung gehen zudem viele Erinnerungen und Gelerntes verloren. Besonders begabte Hexen können auf mehr als nur einen Wunschstein prägen, so ist Lily sogar in Besitz von drei unterschiedlich großen Wunschsteinen. Das Konzept der Wunschsteine ist bloß ein Aspekt der von Angelini kreierten Fantasywelt, welcher mir aber besonders gut gefallen hat. Auch das Prinzip von Parallelwelten, von denen eine der modernen Welt ähnelt, während die andere magische Elemente beinhaltet, ist nichts Neues, allerdings gut umgesetzt. Eine Frage, die ich mich schon im ersten Band gefragt habe, ist: Warum gibt es von vielen Figuren Doppelgänger in der Parallelwelt, zum Beispiel Lillian, Samantha, Juliet oder Tristan, aber Rowan existiert nur in der Hexenwelt?
Bei „Everflame – Tränenpfad“ hatte ich leider Probleme in einen Lesefluss zu kommen. In der ersten Hälfte passiert eigentlich einiges, dennoch liegt der Fokus des Plots weiterhin auf der Hexenwelt, in der sich Lily und Rowan nun nicht mehr befinden. Der am Ende der ersten Bandes abgerissene rote Faden hängt also förmlich in der Luft. Ab der Hälfte wird dieser Faden dann aber mit einem ordentlichen Ruck wiederaufgegriffen, und der Spannungsbogen erhöht sich deutlich.
Während des Lesens habe ich mir immer wieder die Frage gestellt: Ist die Everflame-Reihe nun tatsächlich besser als die Göttlich-Trilogie? Meine bisherige Meinung dazu ist: ja! Die Everflame-Trilogie ist deutlich düsterer, brutaler und auch reifer. Manche Szenen sind so grausam, dass sie, wären sie verfilmt worden, vermutlich als nicht jugendfrei eingestuft wären. Die Themen sind ernster, so werden beispielsweise sexueller Missbrauch, Armut, soziale Ungerechtigkeit, Wissenschaftsfeindlichkeit, Radioaktivität oder Rassismus behandelt. Gerade das Zitat „‚Wir müssen anfangen, wissenschaftlich zu denken, und dürfen uns nicht von diesem Aberglauben anstecken lassen‘“, hat heute wahrscheinlich mehr Aktualität als je zuvor. Auch Sexualität spielt eine wichtigere Rolle, sie wird allerdings in einer einfühlsamen und für ein Jugendbuch gut umgesetzten Weise geschildert. Am Rande wird auch die Homosexualität thematisiert. Hatte ich bei der Göttlich-Trilogie unter anderem kritisiert, dass sie zu banal und einfallslos ist, gibt es hier eine spürbare Verbesserung.
Das Ende hat dann noch einmal einige Plottwists, Action und einen Cliffhanger, sodass ich nun auf jeden Fall den letzten Band „Everflame – Verräterliebe“ lesen möchte.
„Everflame – Tränenpfad“ von Josephine Angelini hat vergleichbare Stärken und Schwächen wie der erste Band der Trilogie. Das Worldbuilding ist solide, die zweite Hälfte brilliert mit überraschenden Wendungen und Figurtoden. Die gesamte Reihe kommt ernsthafter und erwachsener daher als die Göttlich-Trilogie. Dennoch bleibt es stilistisch eher schwach. Es gibt viele komische Metaphern und Vergleiche sowie einige Perspektivbrüche, die wiederholt nur einzelne Sätze betreffen. Auch die retardierende erste Hälfte macht es nicht leicht, in den Lesefluss zu kommen. Vor allem im direkten Vergleich macht der zweite Band der Everflame-Trilogie mehr her, als der zweite der Göttlich-Reihe. Deswegen bekommt dieses Fantasy-Jugendbuch aus dem Jahr 2015 drei von fünf Federn. Trotz aller Kritik möchte ich erfahren, wie die Geschichte von Lily endet.
- V. E. Schwab
Vier Farben der Magie
(441)Aktuelle Rezension von: TintenweltenEs gibt vier Farben der Magie: Im roten London befindet sie sich im Gleichgewicht mit dem Leben. Im weißen London wird die Magie versklavt, kontrolliert, unterdrückt. Dem grauen London ist sie fast abhandengekommen. Und im schwarzen London hat sie das Leben selbst vertilgt.
✨
Kell gehört zu den wenigen Magiern, die zwischen den Welten reisen können. Als er ein mächtiges magisches Artefakt in die Hände bekommt, gerät er ins Visier gefährlicher Gegner. Auf seiner Flucht begegnet er der schlagfertigen Diebin Lila, die ihm widerwillig zur Seite steht, dafür aber eine Gegenleistung verlangt.
🤝
Die Atmosphäre des Buches ist düster und gleichzeitig unglaublich faszinierend. Vor allem die unterschiedlichen Versionen Londons haben es mir angetan. Die Magie ist in diesen Welten jeweils unterschiedlich stark ausgeprägt und hat einen anderen Stellenwert inne. Das weiße London ist beispielsweise ein grauenhafter Ort, der einen das Fürchten lehren kann. Es wird immer wieder ziemlich blutig und brutal.
🩸
Wir erfahren die Geschichte hauptsächlich aus den Perspektiven von Kell und Lila. Beide sind unheimlich interessante und vielschichtige Charaktere: Kell, der als Bote zwischen den Welten unterwegs ist, sich aber auch gleichzeitig als Schmuggler einen Namen gemacht hat. Lila ist eine selbstbewusste junge Frau, Diebin und Überlebenskünstlerin. Sie will ihrem trostlosen Leben unbedingt entfliehen, Abenteuer erleben und etwas von der Welt sehen. Zusammen ergeben sie ein tolles Duo. Ich mag die Dynamik zwischen ihnen, vor allem die humorvollen Schlagabtausche.
❤️
Es handelt sich um den Auftakt der Fantasy-Trilogie. Es ist eine Mischung aus Magie, Parallelwelten, Intrigen und Geheimnissen.
🤫
Ich bin ja eigentlich der Meinung, dass das Ende so ganz rund ist. Für mich MÜSSTE es dementsprechend nicht unbedingt weitere Teile geben. Aber das Worldbuilding an sich ist natürlich so interessant, dass man dennoch wissen möchte, wie es weitergeht.
😅
- Trudi Canavan
Die Magie der tausend Welten - Die Begabte
(291)Aktuelle Rezension von: betweenfantasyandbookdreamsDie Begabte von Trudi Canavan ist der Auftakt ihrer Die Magie der Tausend Welten Tetralogie.
Wir haben hier eine Dual PoV, die durch die Art des Einsatzes bei mir leider dafür gesorgt hat, dass ich lange brauchte , um in die Geschichte zu kommen, denn bis kurz vor Schluss verstand ich nicht wie diese evtl zusammen kommen.
Dabei hat die Geschichte sehr viele Stärken zum einen das Worldbuilding. Es handelt sich hier um ein Multiverse und dazu kommt , dass die Magie Endlich ist in den Welten. Ein Fakt der gerade zur Spannung der Story führt. Dazu haben wir mit Pergama ein ganz faszinierendes "magisches Artefakt".
Die Hauptfiguren sind zum einen Rielle, welche extrem behütet und gehoben aufwächst, aber durch ihr Geheimnis leider tief fällt. Auch Tyen lebt als Studierender der Akademie gut, doch eine Entscheidung nimmt ihn seinen Status und zwingt ihn zur Flucht. Beide landen ganz unten, gehen unterschiedlich damit um , aber sie bleiben kämpferisch, obwohl ihr Weg kein leichter ist. Sie kämpfen für das in ihren Augen richtige.
Die Nebencharaktere sind eine echte Bereicherung und helfen dabei, dass sich beide Figuren langsam und stetig entwickeln. Man muss sich aber bewusst machen, dass Trudi Canavan ihre Welten wirklich mit Liebe zum Detail und mit Zeit zur Charakterentwicklung aufbaut. Das also dir Geschichte nicht stürmisch voran geht, sondern in einem Slow Pacing.
Wer das alles liebt wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. - Philip Pullman
Das Bernstein-Teleskop
(918)Aktuelle Rezension von: Zeus005Beim erneuten Lesen nach über zehn Jahren hat mich das große Finale der Trilogie noch einmal ganz anders überrascht als in meiner Erinnerung. Obwohl die Protagonisten Lyra und Will erst um die 13 oder 14 Jahre alt sind, agieren sie extrem erwachsen und müssen eine enorme Verantwortung tragen. Pullman bricht hier gekonnt aus klassischen Mustern aus und verleiht der Geschichte eine immense Tiefe, die weit über ein typisches Jugendbuch hinausgeht. Besonders der atheistische Ansatz und der kompromisslose Kampf gegen die Dogmen der Kirche treten hier noch deutlicher und tiefgründiger hervor als in den Vorgängern.
Die Handlung verknüpft die verschiedenen Dimensionen auf faszinierende Weise und mündet in den gewaltigen Krieg, den Lord Asriel gegen Gott selbst und dessen Stellvertreter, den Engel Metatron, führt. Lyra und Will sind dabei gar nicht so oft direkt auf dem Schlachtfeld zu sehen, da ihre eigene, beschwerliche Reise sie vor allem durch das bedrückende Reich der Toten und die faszinierende Welt der Mulefa führt. Dennoch beeinflussen sie den Ausgang dieses Konflikts immens.
Es ist unglaublich spannend zu beobachten, wie die beiden Hauptfiguren teils von den Ereignissen getrieben werden, teils aber auch aus eigenem, tiefem Antrieb heraus handeln, während alle Fraktionen versuchen, sie für ihre Zwecke zu nutzen. Diese Vielschichtigkeit macht das Lesen zu einem großartigen und intensiven Erlebnis, das mir mit etwas mehr Alter und Abstand sogar noch besser gefallen hat als beim ersten Mal. Ein absolut würdiger und meisterhafter Abschluss der Reihe.
- Laini Taylor
Dreams of Gods and Monsters
(270)Aktuelle Rezension von: FallendreamsOhje, wie bewerte ich das Buch?
Das Ende von Band 1 sowie Band 2 haben mich total aus den Socken gehauen, weswegen ich Band 3 direkt lesen wollte.
Nunja, ich hab für Band 3 wirklich ewig gebraucht. :/ Musste auch mehrmals länger abbrechen, da ich es irgendwie nicht mehr so „catchy“ fand.
Teilweise zog sich die Story durch endlose Beschreibungen und unnötigen Handlungen in die Länge und dann gab es teilweise Stellen, die mich wieder total in den Bann gezogen haben…. Bis der Schluss kam.
Der große Krieg wurde meines Erachtens total banal geregelt und kurz darauf steht man einem viel größeren Gegner gegenüber, welcher in wenigen Seiten abgearbeitet wird.
Man hätte die Handlung im Buch viel weiter nach vorne ziehen sollen. Damit hätte sich ein konstanter Spannungsbogen durchgezogen… so war‘s für mich teilweise eher eine Qual und ich war schon gottfroh, als ich endlich die letzten Seiten lesen konnte 🙈
- Ransom Riggs
Die Bibliothek der besonderen Kinder
(383)Aktuelle Rezension von: bibliophilaraEndlich habe ich ein wenig frei und nutze die Zeit für einen gründlichen Frühjahrsputz, Videospiele, Kochen und Backen sowie natürlich zum Lesen. Umso mehr Beiträge werdet ihr in nächster Zeit von mir sehen. Zuletzt habe ich „Die Bibliothek der besonderen Kinder“, den dritten Band der „Besonderen Kinder-Reihe“ von Ransom Riggs, gelesen. Wer aber denkt, dass es sich dabei um Kinderliteratur handelt, irrt sich. Mit der düsteren Urban Fantasy-Atmosphäre ist diese Saga vielmehr etwas für Leser ab dem fortgeschrittenen Teenageralter. Die Reihe ist mit sechs Bänden abgeschlossen, auf Deutsch gibt es bislang aber nur fünf. Wann der sechste Band mit dem Originaltitel „The desolation of devil’s acre“ auch hierzulande erhältlich sein wird, ist offiziell noch nicht bekannt. „Die Bibliothek der besonderen Kinder“ erschien 2016 auf Deutsch.
Im London der Gegenwart sind der 16-jährige Jacob Portman und seine Freundin Emma Bloom nur knapp entkommen. Miss Peregrine, die anderen besonderen Kinder und die verbleibenden Ymbrynes sind dagegen in die Hände der Wights gefallen. Gemeinsam mit dem besonderen Hund Addison versuchen Emma und Jacob ihre Freunde zu befreien. Ihr Weg führt sie nach „Devil’s Acre“, übersetzt Teufelsacker, eine Zeitschleife, in der es von zwielichten Gestalten nur so wimmelt. Zu allem Überfluss werden sie von einem Hollowgast verfolgt und Jacob spürt, dass er die vermeintlich unsichtbaren Wesen nicht nur sehen kann, sondern auch manipulieren.
Noch vor dem ersten Kapitel findet sich ein Zitat von Edward Morgan Forster, einem britischen Autor des 20. Jahrhunderts, der vor allem für seine Gesellschaftsromane wie „Zimmer mit Aussicht“ berühmt war. In dem Zitat geht es im übertragenden Sinne darum, dass jemand der ewigen Verdammnis entgegenblickt. „Das Monster stand nicht mal eine Zungenlänge entfernt, den Blick auf unsere Kehlen gerichtet, das verschrumpelte Gehirn voller Mordgelüste.“, ist der erste Satz des ersten Kapitels. Die Geschichte setzt unmittelbar nach dem abrupten Ende des Vorgängers ein, weshalb es für den Leser am sinnvollsten ist, die Reihe in einem Rutsch zu lesen. Mit annähernd 550 Seiten und elf Kapiteln, ist „Die Bibliothek der besonderen Kinder“ nicht nur das bislang längste Buch der Saga, sondern die Kapitel selbst nehmen ebenfalls an Länge zu. Erzähler bleibt wie gewohnt Jacob aus der Ich-Perspektive im Präteritum.
Dass Emma und Jacob von den anderen besonderen Kindern getrennt sind und diese hier keine nennenswerte Rollen mehr spielen, finde ich schade, da sie interessante Figuren sind, die ich gerne noch näher kennengelernt hätte. Stattdessen werden die beiden nun von Addison MacHenry, einem besonderen Hund, begleitet. Denn nicht nur Menschen, sondern allgemein Tiere können außergewöhnliche Fähigkeiten besitzen. So ist Addison ein Boxer, der sowohl sprechen kann, als auch Besondere erschnüffeln, was bei der Suche nach den entführten Kindern natürlich besonders nützlich ist. Außerdem wird ihm eine hohe Intelligenz nachgesagt, die aus Perspektive eines Menschen aber noch ausbaufähig ist. So weiß er beispielsweise teilweise nicht, wann er besser die Schnauze halten sollte und bringt das Trio damit gerne mal in unangenehme Situationen. Zwar hat dieser schwatzende Hund durchaus seinen Charme, sein Stolz macht ihn aber gelegentlich unsympathisch.
In diesem Band wird Jacobs Charakterentwicklung besonders präsent. Er vergleicht sich selbst, indem er seine frühere Persönlichkeit als „Old Jacob“ und seine jetzige als „New Jacob“ bezeichnet, wobei bei seinen Gedankengängen häufig noch der „Old Jacob“ hervorblitzt. Sie unterscheiden sich vor allem dadurch, dass der „New Jacob“ weniger ängstlich und pessimistisch ist, sondern mutig und bereit, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Doch Jacob muss sich auch fragen, ob er wirklich ein neuer Mensch ist, oder ob der „New Jacob“ nur eine Wunschvorstellung ist, der er niemals gänzlich gerecht werden kann. Er macht also hier eine typische Teenager-Identitätskrise durch.
Natürlich dürfen auch die Fotografien in diesem Band nicht fehlen, wobei ich sagen muss, dass Riggs mit seiner Sammlung das Pulver größtenteils schon verschossen zu haben scheint. Unheimliche, bearbeitete Schwarzweiß-Fotos, die einen zweimal hinschauen lassen, gibt es hier verhältnismäßig nur noch wenige. Stattdessen reihen sich immer mehr Aufnahmen von Landschaften oder Personen ein, die vielleicht ein bisschen schräg, aber nicht aufsehenerregend sind.
Sprachlich ist der dritte Band mit seinem direkten Vorgänger vergleichbar, kommt aber nicht mehr an „Die Insel der besonderen Kinder“ heran. Der Stil ist zunehmend uninspiriert, repetitiv, wenn nicht sogar stellenweise schwach. Auch das Tempo findet Riggs hier nicht mehr so gut wie zuvor. Im bisher umfangreichsten Buch der Reihe passiert vergleichsweise wenig. Es gibt weniger Ortswechsel und der Plot ließe sich schnell zusammenfassen, sodass stellenweise Längen entstehen. In spannenden Szenen gibt es dagegen starke Zeitraffungen, die kaum Raum für die Beschreibungen des Handlungsortes lassen. Inhaltlich gibt es jedoch starke Ansätze, wie beispielsweise das gelungene Vertiefen von Hintergrundinformationen, die das Worldbuilding erweitern oder die Thematisierung von Drogensucht und deren Konsequenzen.
Das Finale hat es dann aber in sich. Es ist spannend, düster und actiongeladen. Allerdings sind nicht wirklich viele Verluste zu beklagen. Doch gerade als man denkt, dass das Spektakel vorbei ist, kommt es noch einmal richtig dicke. In meiner letzten Rezension hatte ich bereits erwähnt, dass ich die Reihe ursprünglich für eine Trilogie hielt, und tatsächlich steht auf dem Buchrücken: „Das mitreißende Finale der ‚Besondere Kinder’-Trilogie“. Die Fortsetzung mit drei weiteren Bänden wurde erst später geplant, und so fühlt sich das Ende hier auch wie ein richtiges Ende an, selbst wenn noch manche Fragen offen bleiben. Ist Fiona, die bereits im zweiten Band von einer Klippe gestürzt ist, wirklich tot? Wie werden Jacobs Eltern auf den Umgang mit den anderen Besonderen reagieren? Und werden Emma und Jacob wieder zueinander finden oder Freunde bleiben? Ich hoffe auf diese Fragen im vierten Band Antworten zu finden.
„Die Bibliothek der besonderen Kinder“ ist ein lesenswertes Jugendbuch, das in mir aber nicht mehr die Euphorie des ersten Bandes auslösen konnte. Es ist schade, dass die Reihe „Die besonderen Kinder“ heißt, es in diesem Buch aber hauptsächlich um Emma und Jacob geht. Auch der Schreibstil bleibt oft uninspiriert und es gibt gelegentlich Längen. Insgesamt hat das Werk aber viele tolle Momente und Szenen zu bieten, wie zum Beispiel das Finale. Deswegen möchte ich „Die Bibliothek der besonderen Kinder“ drei von fünf Federn geben. Als nächstes werde ich die Fortsetzung „Der Atlas der besonderen Kinder“ lesen.
- Genevieve Cogman
Die maskierte Stadt
(184)Aktuelle Rezension von: erdbeerliebe.Irene Winters und ihr Assistent Kai kommen gerade von einer Auktion wieder, da wird Kai entführt. Da die Bibliothekarin das nicht auf sich sitzen lassen kann setzt sie Himmel und Bücherein in Bewegung um ihren Freund wieder zu finden.
Was eigentlich ein wirklich spannender Aufhänger ist zieht sich schrecklich. Etwa erst in der Mitte des Buches beginnt Irene Kai zu verfolgen, vorher wird endlos lang geredet und diskutiert. Ich brach das Buch auf den letzten 200 Seiten ab, da ich mir einfach nicht mehr geben konnte wie viel die einzelnen Charaktere herumlaberten ohne wirklich etwas zu sagen.
Ursprünglich bin ich sehr begeistert von der Welt der magischen Bibliothek. Ich würde nicht mal sagen, dass der Schreibstil der Autorin mir nicht zusagt - ihre Landschaftsbeschreibungen sowie Darstellungen sind sehr bildhaft und erzeugen gute Bilder in meinem Kopf, doch mit der Zeit wurde mir einfach alles zu viel. Alles wurde bis ins kleinste Detail beschrieben, teilweise viel zu unnötig -und dazu noch so gestelzt, dass ich oft die Augen verdrehen habe. Leider bleiben dabei auch die Emotionen auf der Strecke was es mir schwer machte mit irgendwem mitzufiebern. Zumal viele Charaktere die Irene trifft ziiiemlich unsympathisch blieben.. Und Kai war die meiste Zeit nicht dabei, weil ja entführt. Welp.
Der Plot ist an und für sich spannend, aber die Sprache (also die magische Fähigkeit von Irene) ist mir in diesem Band etwas zu mächtig, ständig rettet Irene sich aus Situationen nur in dem sie diese verwendet. Das erscheint mir etwas billig.
Insgesamt enttäuschte mich der Band also auf ganzer Strecke und ich bezweifle, dass ich die Reihe fortführen werde, was wirklich schade ist, da ich den Start (also Band 1) wirklich mochte. - Josephine Angelini
Everflame 3. Verräterliebe
(343)Aktuelle Rezension von: bibliophilaraMit „Everflame – Verräterliebe“ endet die sogenannte Everflame-Trilogie von Josephine Angelini. Obwohl der dritte Band bereits 2016 erschien, ist er in Deutschland bislang das aktuellste Werk der US-amerikanischen Autorin, die mit ihrer Familie und drei Katzen in Los Angeles lebt. Der 2020 in den USA erschienene Jugendthriller „What she found in the woods“, scheint es wohl nicht mehr auf den deutschen Buchmarkt zu schaffen. Auch in Zukunft wird es wohl keine deutschen Neuerscheinungen der Autorin mehr geben. Wer von Angelini und der Everflame-Reihe aber nicht genug bekommen kann, kann sich die Novelle über Rowan, dem männlichen Protagonisten, als E-Book kaufen.
Die 17-jährige Lily Proctor und ihre Verbündeten konnten nur knapp den Angriff des sogenannten Schwarms überleben. Sie sind von den Bienenwirkern allerdings an die Westküste des Landes verschleppt worden, in eine Stadt namens Bower City. Lily hat kaum Zeit den Tod ihres Kindheitsfreundes Tristan zu verarbeiten, denn die augenscheinlich harmonische Stadt scheint düstere Geheimnisse zu hegen. Die Hexe Grace Bendingtree, die die Bürgermeisterin ist, stellt die Gruppe vor zwei Optionen: entweder sie werden Mitbürger von Bower City oder sie verlassen die Stadt für immer. Doch eine Rückkehr in den Osten nach Salem werden die regierenden Bienenwirker nicht erlauben.
„Lily Proctor schlief nicht.“, ist der erste, zugegeben eher nichtssagende Satz des ersten Kapitels. Der Leser wird dort abgeholt, wo er zuletzt stehen geblieben ist, nämlich mit Lily vor den Toren von Bower City. Es gibt also keinen Zeitsprung zwischen den Bänden. Mit fast 450 Seiten und 15 Kapiteln plus Epilog ist „Everflame – Verräterliebe“ genauso lang wie der zweite Band. Erneut wird aus der personalen Erzählperspektive im Präteritum berichtet, dabei ist meist Lily die Erzählerin, teilweise aber auch Carrick oder Toshi, ein neuer Charakter. Leider gibt es hier wieder das Problem, das die Erzählperspektive ungeschickt gebrochen wird und einzelne Sätze Gedanken oder Gefühle von Figuren wiedergeben, die in diesem Abschnitt nicht die Erzähler sind. Weitere Beschreibungen oder Zitate spare ich mir aber, da ich mich über Angelinis Hang zu Perspektivbrüchen schon zur Genüge ausgelassen habe.
Ebenfalls bemängelt wurde ihr Schreibstil und die merkwürdigen Vergleiche, die sie verwendet. Auch das bessert sich hier nicht. Beispielsweise bezeichnet Lily Rowan in Kapitel 4 als „eine dunkle Flamme, die zwischen den anderen brennt.“, wobei sich Flamme und dunkel eher ausschließt. Lily meint das wohl als Kompliment. Welchen Sinn hat jedoch eine Flamme, die kein Licht spendet? Sollte dies der klägliche Versuch eines Oxymorons sein, ist er eindeutig gescheitert. Ein anderes Beispiel wäre ein Satz aus Kapitel 11: „die schweren Körper schwangen in einem ungeheuren Tempo zwischen den aufgestützten Fingerknöcheln hindurch.“ Dieser Satz ist so ambig formuliert, dass er auf Anhieb kaum korrekt zu verstehen ist. Für ihren Schreibstil wird Angelini bei mir wohl keinen Blumentopf mehr gewinnen.
In der Parallelwelt der Hexenwelt lernt Lily ihr anderes Ich kennen: Lillian. Sie ähneln sich aufs Haar, doch bei ihren Persönlichkeiten sieht das etwas anders aus. Lillian ist als Tochter von Samantha in der Hexenwelt geboren und aufgewachsen. Schon mit 13 Jahren wird sie zur herrschenden Hexe von Salem gekrönt, da sie extrem mächtig ist. War sie anfangs noch eine gute Regentin, schlägt dies schon nach wenigen Jahren ins Gegenteil um. Mithilfe ihrer magischen Fähigkeiten erfährt sie von Parallelwelten, die aufgrund von Atombomben unbewohnbar sind, weshalb die Menschheit dort ausgestorben ist. Um dies in der Hexenwelt zu verhindern, schreckt Lillian nicht davor zurück Wissenschaftler, Lehrer und Ärzte zu verfolgen und hinzurichten, um die Entwicklung oder Einsetzung einer Atombombe zu verhindern. Zwar zeigt Lillian Lily ihre Erinnerungen, um ihrer Doppelgängerin klarzumachen, warum sie Forscher exekutieren lässt, doch das rechtfertigt nicht ihre irrationale Angst vor Atomenergie und die Willkür, mit der sie Exekutionen erlässt. Lillian ist ein machthungriger und jähzorniger Charakter, bei der zu Beginn von „Everflame – Verräterliebe“ zwar noch nicht feststeht, ob sie einfach nur verrückt geworden oder so bösartig und manipulativ ist, wie Rowan Lily stets gewarnt hat. Eine Sympathieträgerin ist sie definitiv nicht. Umso weniger lässt sich nachvollziehen, warum Lily Lillian immer mehr in ihre Gedanken lässt und sich so entschieden auf ihre Seite stellt, auch wenn die Angst vor Atombomben an sich erst einmal verständlich ist. So büßt auch Lily einige Sympathiepunkte ein, denn der Charakterwandel, den sie im Verlauf der Reihe durchlebt, macht sie nicht gerade liebenswürdiger. Sie ist deutlich gereizter und aggressiver. Außerdem genießt sie ihre Macht als Hexe zu sehr, und muss sich zum Beispiel immer wieder zügeln, ihre Anhänger nicht einzunehmen und wie willenlose Marionetten zu steuern.
Allgemein wird das Thema der Atomenergie, das in der gesamten Trilogie eine große Rolle spielt, zu einseitig beleuchtet. Es werden immer wieder die negativen Aspekte benannt: Schäden durch Atombomben, Nuklearkatastrophen und gesundheitliche Schäden durch Radioaktivität. Natürlich sind das ernstzunehmende Probleme, aber diese Argumente sind bekannt und wirken veraltet. Andere wichtige Themen wie der Klimawandel werden von Angelini völlig ignoriert, genauso wie die Pro-Argumente für Kernenergie, vor allem unter Berücksichtigung neuer Methoden wie Flüssigsalzreaktoren. Mit dem Klimawandel hätte Angelini ein aktuelleres und bedrohlicheres Thema als Atombomben verwenden können, welche mit dem Kalten Krieg den Klimax der Relevanz erreicht hatten.
Neben den Wunschsteinen sind auch die Wirker ein wichtiges Motiv im Urban Fantasy-Universum. Wirker sind tierähnliche Monster, die zu verschiedenen Zwecken gezüchtet und gezähmt werden. Sie dienen beispielsweise dazu Häuser zu bewachen oder schwere Transporte auszuüben. Es gibt aber auch wilde Wirker, die außerhalb der Stadtmauern leben. Sie sind stark, aggressiv und gefährlich. Ihr Fleisch ist giftig, sodass es sich nicht als Nahrung eignet. Dabei können sie ganz unterschiedlich groß sein und aussehen, meist sind es jedoch Hybride unterschiedlicher Tiere. Im Vorgänger erfährt Lily, dass Wirker in ihren Körpern Wunschsteine haben. Der Zweifel wird immer größer, dass es sich bei ihnen nur um wild gewordene Bestien handelt. Möglicherweise haben Wirker ein Bewusstsein oder sie wurden von jemandem mit magischen Fähigkeiten erschaffen. Wirkte das Konzept der Wirker anfangs eher einfallslos, könnten sie durch Lilys Entdeckung nun doch von größerer Wichtigkeit sein. Vor allem die Bienenwirker, die Bower City regieren, werfen ein völlig neues Licht auf diese Wesen. Sie erlauben es den Bewohnern der Stadt in Luxus und Überfluss zu leben, solange sie die Stadt sauber und sich selbst emotional im Zaum halten. Doch damit hat gerade die impulsive Lily ihre Probleme, denn schon Streitgespräche und Disharmonien können die Bienenwirker mit ihrem tödlichen Gift bestrafen.
Wenn man damit beginnt, den dritten Teil einer Trilogie zu lesen, ist das sozusagen der Anfang vom Ende. Umso mutiger ist es, noch einmal einen neuen Handlungsort zu eröffnen mit neuen Gesetzen, Regeln und Figuren. War ich anfangs skeptisch, konnte ich der Idee von Bower City und dem, was sich dahinter verbarg, schnell etwas abgewinnen. Ohne zu spoilern kann man sagen, dass das, was Lily und ihr Zirkel dort erfahren, essenziell für einen runden Abschluss des Plots ist. Die Geschichte erhält noch einen spannenden Twist und eine stark dystopische Atmosphäre. Zum ersten Mal gab es keine nennenswerten Längen.
Das Ende bietet ein spannendes Finale. Die Geschichte wirkt gut abgeschlossen, wenn auch etwas runter gebrochen und schnell abgehandelt. Im Vergleich zum letzten Band ihrer anderen Trilogie, ist „Everflame – Verräterliebe“ um Längen besser. Es ist irgendwo schade, dass die bessere Fantasy-Reihe von Angelini diejenige ist, die weniger erfolgreich war.
„Everflame – Verräterliebe“ ist ein würdiger Abschluss der Urban Fantasy-Reihe, der seinen Vorgängern in nichts nachsteht. Dennoch ist der letzte Band der Trilogie aus verschiedenen Gründen kein Highlight. Die regelmäßigen Perspektivbrüche, der unrunde Stil und die einseitige Kritik an Atomkraft beweisen, dass das Jugendbuch von Josephine Angelini Schwächen hat. Hinzu kommt ein Ende, das zu abrupt ist und Fragen offen lässt. Trotz allem ist die Everflame-Trilogie insgesamt gut und lesenswerter als die Göttlich-Trilogie der Autorin. Deshalb gebe ich dem dritten Band der Everflame-Reihe drei von fünf Federn. Somit habe ich alle Bücher der Autorin gelesen, die bislang auf Deutsch erschienen sind, weshalb ich vorerst keine weiteren Bücher von ihr lesen werde.
- Blake Crouch
Dark Matter: Der Zeitenläufer
(301)Aktuelle Rezension von: Spoky313Dark Matter startet mit einem sehr spannenden und starken Konzept, das direkt neugierig macht und einen schnell in die Handlung hineinzieht. Gerade am Anfang ist das Buch sehr fesselnd geschrieben und erzeugt einen hohen Sog, der zum Weiterlesen zwingt.
Im Verlauf merkt man jedoch, dass sich der Autor nicht konsequent für eine klare Richtung entscheidet. Das Buch bewegt sich zwischen harter Science-Fiction und Thriller, ohne diese beiden Elemente wirklich rund miteinander zu verbinden. Dieser Genre-Mix wirkt dadurch eher wie ein „Mischmasch“, der der Gesamtwirkung eher schadet als sie zu verstärken.
Insgesamt bleibt es zwar eine interessante Idee und ein grundsätzlich unterhaltsames Buch, aber es konnte sein Potenzial nicht vollständig ausschöpfen. Für mich war es damit ein solides, aber kein nachhaltig überzeugendes Leseerlebnis. Ich würde es wahrscheinlich nicht noch einmal lesen.
- Mirjam H. Hüberli
Rebell
(228)Aktuelle Rezension von: SummseBeeWillow hält sich für ein ganz normales Mädchen, dass studiert und die Gunst ihres Schwarms Noah für sich gewinnen möchte. Auch das sie in den Augen anderer Menschen deren (leicht verändertes) Spiegelbild sieht, ist für sie ganz normal. Da es schon immer so war. Das einzige was für sie daran merkwürdig ist, dass sie in ihren Augen nichts sieht. Doch dann taucht an ihrer Uni ein Mann auf, in dessen Augen sie auch kein Spiegelbild sieht. Und sie scheint auch die Einzige zu sein, die ihn sehen kann…
Willow wirkt auf den ersten Blick vielleicht etwas naiv für ihr Alter, dennoch mochte ich sie mit ihrem Hang zu tollen Kleidern und ihren Schwärmereien für ihren Beinahe-Freund Noah sofort. Auch die Gespräche zwischen ihr und ihrer besten Freundin machen beim lesen total Spaß.
Doch diese unterhaltsame Grundstimmung bleibt nur solange erhalten bis Willow endlich ihr langersehntes Date mit Noah hat. Denn dort geschieht ein Unfall und sie muss dem mysteriösen Bo vertrauen, der plötzlich in ihrem Leben aufgetaucht ist. Sie soll ihm helfen und ihm in eine andere Welt folgen. Um Noah retten zu können, macht sie dies, obwohl sie nicht weiß worauf sie sich einlässt.
Diese Welt klingt wirklich faszinierend und alles was damit zusammen hängt, fand ich spannend und gleichzeitig sehr mysteriös. Willow erfährt leider nur das Nötigste darüber und somit tappt man auch als Leser*in im Dunkeln. Ich hoffe sehr, dass es in den weiteren Bänden mehr Informationen über diese Welt und Willows Gabe gibt.
Auch wenn ich am Ende mit vielen Fragen zurück geblieben bin oder vielleicht gerade auch deswegen, freue ich mich schon zu erfahren wie es in Band zwei mit Willow, Noah, Bo und all den anderen weiter geht.
Ein unterhaltsamer und kurzweiliger Roman, der Lust darauf macht noch mehr von dieser (magischen) Welt zu erfahren.
- V. E. Schwab
Die Beschwörung des Lichts
(151)Aktuelle Rezension von: Engel63
Ein ergreifendes Finale, das tief bewegt, nachdenklich macht in Shades of Magic - Die Beschwörung des Lichts - Band 3 von V.E. Schwab Victoria “V.E.” Schwab
Kell Maresh wird von Ojka, der Erwählten des Schattenkönigs, entführt und der Magie beraubt, Gefangen, gefoltert.
Delila Bard, Taschendiebin seit Kindesbeinen an, musste dringend ins weisse London, ihr lief die Zeit davon. Nichts konnte sie mehr aufhalten, es gab kein zurück, keine Angst. Wo ist Kell?
Osaron, der Schattenkönig hat Besitz ergriffen vom Körper des weissen Königs, zwang diesen mit ihm ins rote London zu reisen, um da seine Macht auszuleben, den König Maxim zu vernichten.Schatten, schwarzer Rauch, überall züngelte das Dunkle und griff sich Menschen.
Mir gefiel es, wie Lila sich von Kapitel zu Kapitel entwickelt hat, an Stärke, Vertrauen und Magie zugenommen hat, sich immer wieder in heikle Situationen bringt und sich gerne überschätzt.
Kell, einsam, undurchschaubar, mutig, ein genialer Antari, Blutmagier, sehr schweigsam und ist mit Prinz Rhy, seinem Bruder, mit seinem Leben gebunden.
Verrat, Mord, Hinterhalt, kann das rote London gerettet werden?Was für ein Finale, ein Aufbäumen, Kampf mit allen Elementen gegen Leben und Tod, eindrücklich und gut vorstellbar erzählt.Danke Victoria, jede Seite war lesenswert, kann diese fantastische Geschichte allen empfehlen, die gerne abtauchen in andere Welten, sich verzaubern lassen und Magie lieben.
- Michelle Zink
Die Prophezeiung der Schwestern
(379)Aktuelle Rezension von: Buch_ElfeKennt ihr die Reihe „Die Prophezeiung der Schwestern“? Ich damals durch Zufall auf die Reihe gestoßen, da mir das Buch geschenkt wurde. Aber allein die Cover der drei Bücher finde ich so hübsch und gelungen, dass ich den ersten Band auch gleich lesen wollte.
Die Geschichte der Bücher spielt im 19. Jhdt, dadurch ist alles ein bisschen altertümlicher, was mir hier aber sehr gut gefällt. Die Protagonistin Lia erfährt, dass sie gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester eine alte Prophezeiung erfüllen kann. Wobei die eine das Tor bildet (durch welche das Böse dringen kann) und die andere der Wächter. Welche von beiden welche Position einnimmt ist zunächst unbekannt. Lia versucht alles mögliche, damit das Böse nicht in die Welt eindringen kann, jedoch versucht ihre Schwester Alice ihr dabei Steine in den Weg zu werfen.
Die Story ist überraschend spannend und abwechslungsreich. Auch die Darstellung der Charaktere ist toll. Alice kann man zuerst sehr schwer einschätzen, versteht man aber im Verlauf immer besser. Mit Lia als Hauptprotagonistin erlebt man fast alles aus ihrer Sicht und leidet und empfindet mit ihr.
Die Autorin hat hier eine wunderschöne Fantasy-Reihe geschrieben, mit einigen düsteren Elementen. Ich habe did Reihe sehr gern gelesen und lege sie euch ans Herz ❤️
- Ulrich Tukur
Die Spieluhr
(56)Aktuelle Rezension von: jils_buecherparadiesUlrichs Tukurs Novelle enthält einen wunderschönen und bildhaften Schreibstil, der einen in den Bann zieht.
Leider erging es mir im Bezug auf die Handlung nicht so. Teilweise empfand ich sie verwirrend und hätte mir gewünscht, dass die Handlung anders dargestellt und nicht so häufig unterbrochen wäre.
Nichtsdestotrotz ist Tukurs "Die Spieluhr" ein ganz nettes Buch, welches sich gut eignet, wenn man mal kurz in eine andere Welt eintauchen möchte. Vor allem der Schreibstil eignet sich dafür perfekt.
- Sara Oliver
Gefangen zwischen den Welten
(212)Aktuelle Rezension von: shelfieKlappentext: Ve und Nicky gleichen sich bis aufs Haar. Doch Ve und Nicky sind keine Zwillingsschwestern. Zwischen ihnen liegen sprichwörtlich Welten! Eine mysteriöse Apparatur hat Ve in ein Paralleluniversum katapultiert - mitten hinein in das Leben ihrer Doppelgängerin. Um in ihre eigene Welt zurückkehren zu können, muss Ve sich mit Nicky verbünden, mutiger sein, als sie es jemals zu träumen wagte, und eine große Liebe opfern ...
Der Auftakt der Welten-Trilogie: Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, dachte ich erwartet mich ein Roman, der leicht zu verschlingen ist mit dem Chaos "Es-gibt-uns-ja-doppelt" und den lustigen Nebenwirkungen. Eine recht düstere Sci-Fi Geschichte hätte ich mir nicht erträumt. Und trotzdem hat es mir ganz gut gefallen. Es ist bis zum Ende spannend und man versucht während des Lesens mit zu rätseln. Tatsächlich haben mir am wenigsten die Momente gefallen, in denen Ve in ihrer eigenen Welt war. Diese waren viel langweiliger verfasst, was schade war. Ein Fünf-Sterne-read war es nicht. Dafür war die Geschichte nicht "ausgereift" und "perfektioniert" genug, aber dennoch unterhaltsam.
- Charlotte Richter
Die Muschelsammlerin – Deine Bestimmung wartet
(119)Aktuelle Rezension von: FenellaMariel hat sich schon immer anders gefühlt. Ihr größter Albtraum wird wahr, als sie am Tag der Verbindung, an dem jeder seinen Seelenverwandten und Partner findet, alleine dasteht. Denn sie ist eine „Sonderbare“, auf sie wartet keine große Liebesgeschichte. Zusammen mit ihrem besten Freund Tammo, Sander und Tora muss sie ihre Heimat Amlon verlassen und nach Xerax fahren, wo alle „Sonderbaren“ Leben. Ihre einzige Chance darauf, ihren Seelenpartner noch zu finden, ist die Reise nach Nurnen, denn dort kann sie ihn noch finden. Aber falls es ihr nicht gelingen sollte, stirbt sie. Soll sie die Reise ins Ungewisse auf sich nehmen? Oder will sie ein Leben als Sonderbare?
Ich habe dieses Buch in einem Bücherregal gesehen und dachte mir, ich könnte ja mal damit anfangen und schauen, ob es mir gefällt. Jetzt kann ich sagen: das tut es auf jeden Fall!
Ich würde dieses Buch ab 11-12 Jahren empfehlen, da es gut verständlich ist, aber die ganze Welt und Kultur schon kompliziert ist.
Der Schreibstil war flüssig und hat mich nahezu durch die Seiten fliegen lassen, was mich bei dem schon etwas komplizierten Thema beeindruckt hat, denn die Autorin hat (sehr gelungen) eine komplett neue Welt erfunden, auch wenn zwischendurch hervorkommt, dass es doch ein wenig Urban Fantasy ist.
Ich fand es toll, wie sie eine komplett neue Kultur mit einer Hintergrundgeschichte und allem drum und dran kreiert hat, und das ohne, dass dafür die Charaktere schlechter waren. Ganz im Gegenteil: jeder von Ihnen hatte seine eigene Geschichte, Verhaltensweise und Verbindung zu den anderen. Ich fand faszinierend, wie verständlich die Geschichte, trotz der vielen Charaktere und der (fast) komplett erfundenen Welt zu lesen war.
Dafür ein großes Lob an die Autorin, die hiermit unserer Welt 🌍 eine wunderbare Geschichte zum abtauchen geschenkt hat.
Ich fand alles an diesem Buch wunderbar, ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
- Markus Heitz
DOORS ? - Kolonie
(121)Aktuelle Rezension von: _jamii_Der schwerreiche Vater der vermissten Anna-Lena van Dam schickt den Ex-Soldaten Viktor mit einem fünfköpfigen Geo-Expertenteam los, um seine Tochter zu suchen. In einem gigantischen Höhlensystem entdeckt die Gruppe mehrere Türen mit mysteriösen Zeichen. Um Anna-Lena zu retten, müssen sie sich auf Pfade jenseits von Wissenschaft und Vernunft einlassen -
Eine der Türen führt die Gruppe mitten in die 40er Jahre.
Doch hier hat Nazi-Deutschland früh kapituliert, die USA haben kolonialgleiche Kontrolle über Europa übernommen und drohen dem Widerstand, angeführt von Russland, mit einem Atomschlag. Will Viktor überleben, muss er diesen Wahnsinn stoppen – um jeden Preis!Der Schreibstil ist schwierig zu beurteilen, irgendwie seltsam, aber trotzdem irgendwie ok und doch recht abstrus. Die Geschichte ist zwar irgendwie spannend, aber nicht übermässig… Zudem wird die Geschichte, je weiter ich lese, immer seltsamer und immer weniger nachvollziehbar…
Man erhält auf der Buchinnenseite einen kleinen Beschrieb der jeweiligen Personen, und mehr erfährt man über diese auch nicht. Sie bleiben flach und unnahbar und entsprechend auch nicht sympathisch.
Zu viele interessante Hinweise werden, vor allem in den ersten 80 Seiten, die bei allen drei Büchern gleich sind, gestreut, welche dann im Verlauf der Geschichte nicht oder höchstens halbbatzig weiterverfolgt. Es liest sich ein bisschen so, als hätte der Autor keine Idee für die dritte Tür gehabt und hat schnell mal eine lieblose und nicht durchdachte Geschichte konstruiert.
Was mich bei diesem Buch besonders stört, ist das Gemetzel. Achtung Spoiler: beinahe alle Hauptfiguren werden auf eine brutale Art und Weise hingemetzelt. Das hätte nicht sein müssen.
Ich empfand die Geschichte durchs Band leider als vollkommen sinnfrei, je länger ich las umso wirrer wurde es. Das Ende soll wohl auf eine Fortsetzung hinarbeiten.
Leider habe ich vollkommen das Interesse verloren, noch weitere Bücher dieser Reihe zu lesen. Die Ausgangslage wäre sehr interessant, man hätte so einiges daraus machen können, leider wurde es zumindest hier nur lieblos hingeklatscht.
Da ich Doors X – Dämmerung ohnehin auch noch hatte, hab ich dieses zwangsläufig auch gelesen. Ist zwar auch kein Wahnsinns-Buch, aber um längen besser als dieses hier…
- Victoria Schwab
A Darker Shade of Magic
(121)Aktuelle Rezension von: Wortmagie„A Darker Shade of Magic“, der erste Band der Trilogie „Shades of Magic”, von Victoria „V.E.“ Schwab erzählt eine multidimensionale Geschichte, die in drei verschiedenen, durch Magie verbundene Versionen von London spielt. Schwab wird oft gefragt, warum sie ausgerechnet die britische Hauptstadt als Setting auswählte. Sie erklärt ihre Entscheidung damit, dass London eine Stadt ist, in der Historie lebendig ist und „die Zeitalter, wie die Schichten einer Torte, übereinander liegen“. Außerdem versteht sie die gesamte Trilogie als einen Liebesbrief an „Harry Potter“ und wir alle wissen, wie wichtig London im Potterversum ist. Magie und die Idee einer Realität in Schichten – besser kann man „A Darker Shade of Magic“ eigentlich nicht zusammenfassen.
Im Universum gibt es drei bekannte Dimensionen. Jede ist einzigartig, aber eines haben sie alle gemeinsam: in jeder Dimension existiert eine Stadt namens London. Magische Ankerpunkte verbinden die Städte und erlauben Antari wie Kell, zwischen ihnen zu reisen. Um sie auseinanderhalten zu können, ordnete Kell ihnen Farben zu. Im grauen London ist Magie so gut wie ausgetrocknet. Im roten London, Kells Heimat, schwingt sie harmonisch mit dem Leben, wird geehrt und geachtet. Im weißen London dient Magie als unwillige Sklavin der Menschen, unterworfen und gefesselt. Einst gab es ein viertes London. Das schwarze London. Doch es ist lange her, dass alle Portale dorthin zerstört und strenge Regeln erlassen wurden, um zu verhindern, dass die anderen Dimensionen dasselbe Schicksal ereilt. Als eines dieser Gesetze gebrochen wird, ist Kell der einzige, der eine Katastrophe verhindern kann. Mithilfe der jungen Abenteurerin Lila aus dem grauen London stellt er sich der Bedrohung. Können sie verhindern, dass die Dimensionen verschlungen werden?
Bevor ich begann, diese Rezension zu „A Darker Shade of Magic“ zu schreiben, bin ich wie immer meine Notizen durchgegangen. Dabei fiel mir auf, dass diese überwiegend aus Fragen bestehen, was bereits eine verlässliche Auskunft darüber gibt, wie ich die Lektüre empfand. Meiner Meinung nach lässt dieser Trilogieauftakt viele Punkte ungeklärt, wodurch ich mich nicht richtig abgeholt fühlte, es gelang V.E. Schwab jedoch, meine Neugier so weit wachzukitzeln, dass mich die Antworten auf meine zahlreichen Fragen definitiv interessieren. Vermutlich ließ sich dieser Effekt gar nicht vermeiden, weil sich „Shades of Magic“ aus einigen unkonventionellen Ideen zusammensetzt und Schwab im ersten Band demzufolge erst einmal eine grobe Etablierung des Multiversums und des Magiesystems vornehmen musste, bevor sie die Hintergründe konsistent herausarbeiten kann. Beide Aspekte gefielen mir. Da sich „A Darker Shade of Magic“ hauptsächlich auf Kell konzentriert, der im roten London zu Hause ist, ist der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ausnahmsweise einmal nicht die Dimension, die unserer Realität am ähnlichsten ist. Ich finde das sehr ansprechend, weil es in einem interdimensionalen Konzept einfach unnötig ist, sich mit Bekanntem zufriedenzugeben. Dennoch bietet Schwab ihren Leser_innen mit der Implementierung von Lila, die aus dem grauen London stammt, das unserer Realität um etwa 1900 herum entspricht, einen Anker, durch den die Akzeptanz eines multidimensionalen Universums deutlich leichter fällt. Tatsächlich konnte ich mich mit Lila besser identifizieren als mit Kell, das lag allerdings nicht an ihrer Herkunft, sondern daran, dass mir ihre gesamte Persönlichkeit eher entgegenkam. Ihre Abenteuerlust und ihr Freiheitsdrang wirkten auf mich sehr attraktiv. Ich hatte das Gefühl, dass sie abgeklärter, selbstsicherer und sich ihrer Wünsche und Träume bewusster ist als Kell, der weder weiß, wo seine Wurzeln liegen, noch, welche Ziele er im Leben hat. Kell ist ein Antari, ein Blutmagier, der dank seiner seltenen Fähigkeiten zwischen den Dimensionen reisen kann und deshalb seit seiner Kindheit im Dienst des Königshauses steht. Alle drei Versionen von London sind Monarchien; es ist Kells Aufgabe, die Kommunikation zwischen ihnen zu gewährleisten. Die atmosphärische Abgrenzung der Städte überzeugte mich, obwohl der Großteil meiner offenen Fragen die Schattierungen der Magie betrifft, die sich in jeder Dimension anders äußern. Ich finde es großartig, dass Schwab Magie als bewusste Lebensform behandelt, aber ich habe nicht verstanden, wie weit dieses Bewusstsein reicht und ebenfalls nicht, ob die Magie einer Dimension für andere Dimensionen toxisch ist oder ob es neben der lokalen Magie eine Art interdimensionale Magie gibt, von der Gefahr ausgeht. Es scheint mir nicht plausibel, dass der einzige Unterschied darin besteht, wie die Menschen mit der Magie umgehen, denn dann könnte ihr Eindringen, wie es in „A Darker Shade of Magic“ geschieht, meiner Ansicht nach ausgeglichen werden. Vielleicht habe ich aber auch das ganze System noch nicht durchschaut. Ich hoffe, das klärt sich in den Folgebänden.
Ich empfinde für die Trilogie „Shades of Magic“ aktuell eine gewisse Skepsis. Es ist nicht so, dass mir der erste Band „A Darker Shade of Magic“ mit seinen kreativen Ansätzen nicht gefallen hätte, aber die zahlreichen offenen Fragen, die ich nach der Lektüre sammelte, schüren meine Zweifel daran, dass V.E. Schwab sie tatsächlich alle beantworten wird. Ich bin natürlich gern bereit, mich vom Gegenteil überzeugen zu lassen und ich werde der Autorin die Gelegenheit dazu mit der Fortsetzung „A Gathering of Shadows“ einräumen, doch ich wurde in der Vergangenheit diesbezüglich oft enttäuscht. Zu viele Autor_innen glauben, dass ein vages, skizzenhaftes Worldbuilding genügt. Schwab muss mir erst einmal beweisen, dass sie anders ist. Schafft sie es nicht, mir einleuchtende Erklärungen anzubieten, kann ich nicht garantieren, dass mich meine Neugier bis in den finalen Band „A Conjuring of Light“ trägt. Um sie aufrechtzuerhalten, braucht es mehr als einen Haufen Fragezeichen.
- Holly-Jane Rahlens
Blätterrauschen
(101)Aktuelle Rezension von: a_thousand_and_one_booksDie in Berlin lebende Autorin Holy-Jane Rahlens kann so gut schreiben, dass sich ihre Geschichten im Kopf der Leser*innen wie ein Kinofilm abspielen.
Darum geht's: Die drei Kinder Oliver, Rosa und Iris nehmen an einem Leseclub in der Buchhandlung „Blätterrauschen" teil. Während eines Gewitters klopft plötzlich ein Junge an die Hintertür. Er heißt Colin und erklärt ihnen, er wäre Teil eines Virtual Reality-Spiels, in dem Oliver, Rosa und Iris die Spielfiguren seien. Was die drei zu dem Zeitpunkt noch nicht wissen: Colin ist „in Wirklichkeit" aus der Zukunft zu ihnen in die Vergangenheit des 21. Jahrhunderts gereist! Gemeinsam versuchen sie, die Wahrheit herauszufinden und erleben die Zukunft dabei aus einer ganz neuen Sicht...
Meine Bewertung: Das Buch ist nicht nur spannend, man kommt beim Lesen auch darüber ins Grübeln, wie man selbst die Zukunft positiv beeinflussen könnte und wie schwer es manchmal ist, zwischen künstlicher und echter Realität zu unterscheiden. Auch die Sprache hat mir sehr gut gefallen, weil die Sätze nicht zu kurz und nicht zu lang geschrieben sind, so dass mir nie langweilig wurde. Oliver würde ich gerne als Bruder haben, weil er auch in schwierigen Situationen immer einen klaren Kopf behält. Besonders komisch fand ich die Szene, in denen die drei wieder in der Gegenwart ankommen und sich FAST an nichts mehr erinnern können.
Fazit: Leseempfehlung für Buchfans ab 8 Jahren mit Lust auf fantasiereiche Geschichten.
- Claudia Gray
A Thousand Pieces of You
(36)Aktuelle Rezension von: BlintschikMarguerites Eltern haben einen Gegenstand gebaut, mit dem man in parallele Welten reisen kann. Bevor sie es jedoch richtig testen können, bringt Paul Marguerites Vater um und verschwindet in ein anderes Universum. Von da an steht für sie fest, dass sie ihm nachreisen wird, um Rache für ihren Vater zu nehmen.
Der Anfang der Geschichte fiel mir etwas schwer. Man wird sofort hineingeworfen und bekommt verschiedene Begriffe und Namen an den Kopf geworfen, bevor man überhaupt weiß was los ist. Außerdem gibt es ständig Rückblenden, die die eigentliche Handlung überdecken und mich daher eher genervt haben, anstatt das sie spannend waren.
Dennoch bin ich sehr froh das Buch nicht abgebrochen zu haben, denn ab der Hälfte wird es wirklich gut. Selbst, die am Anfang fehlenden Emotionen, kommen gegen Ende langsam auf, auch wenn mir dieser Aspekt dennoch etwas gefehlt hat. Aber dafür wird die Geschichte richtig interessant. Man taucht in verschiedene Welten ein, die von dem alten Russland bis zu einem futuristischen London reichen.
Außerdem hat es mich fasziniert wie die Autorin es geschafft hat das komplexe Thema der Alternativwelten einfach zu erklären, sodass man an keiner Stelle den Faden verliehrt oder die Logik dahinter nicht versteht. Alles scheint sinnvoll und durchdacht zu sein, was bei so einem Thema in anderen Büchern nicht immer der Fall ist.
Dazu gibt es jede Menge Actionszenen, die man sich beim Lesen bildlich vorstellen kann und auch die Personen sind mir, trotz des schwierigen Anfangs, ans Herz gewachsen. Die Liebesgeschichte und die Beziehungen zwischen den Personen sind ziemlich süß und packend und machen die Geschichte noch interessanter.
Alles in allem konnte besonders das Ende mich überzeugen, da es so einige Wenden gibt und man merkt, dass das Buch in Laufe der Geschichte immer besser wird. Daher habe bin ich sehr gespannt auf den nächsten Teil. - Mary Hoffman
Stravaganza - Stadt der Masken
(285)Aktuelle Rezension von: BettinaviolabarthTäuscht mich meine Erinnerung oder ist dieses Buch wirklich so gut?
Diese Frage habe ich mir gestellt, als ich dieses Jahr nach fast zehn Jahren dieses Buch wieder in der Hand hatte. Und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht. Eines der besten und klügsten und berührendsten Geschichten, die ich je gelesen habe, unabhängig vom Genre. Und das Ende, ich habe so geweint! aber nein, ich gehe nicht mehr ins Detail, denn jede Art von mehr Details würden Spoiler bedeuten und ich möchte, dass diese Rezension frei von Spoilern bleibt. Ich sage nur so viel: wenn du das Buch noch nicht kennst, dann lies es gerne. Umso enttäuschter war ich davon, dass die Reihe mir dann im weiteren Teil nicht das gegeben hat, was das erste Buch für mich war. Aber dennoch weiß ich es sehr gut zu schätzen als einzelnes Buch, was immer ein Platz in meinem Herzen haben wird.
- Regina Meißner
Seductio - Von Dunkelheit getragen
(50)Aktuelle Rezension von: Jessica_DianaRegina Meißner ist mir nicht fremd, als ich nach dem ersten Werk von ihr gesehen habe, dass auch noch weitere Geschichten existieren musste ich diese einfach lesen.
Nach dem Auftakt von Seductio war klar ich will wissen, wie es weitergehen wird. Regina Meißner hat die beiden Bände geschickt miteinander verknüpft, sodass es auch nach einer kleinen Pause ein leichtes ist dem Verlauf zu folgen.
Ivory macht eine starke Entwicklung durch und wuchs mir mit diesem Teil noch deutlicher ans Herz. Auch die neuen Charakteren brachten frischen Wind in die Geschichte und man bekam das Gefühl, als würde man sie schon ewig kennen.
Was mir in der Fortsetzung allerdings fehlte war leider die Spannung. Das Prickeln, das Adrenalin ging hier unter und es gab auch die ein oder andere längere Pause, bei der ich leider eine kleine Spur von Langeweile verspürt habe.
Es ist aber der Stil der Autorin, welcher für mich dann doch dafür sorgte, dass ich das Buch im Nu verschlungen habe und die Fortsetzung vor lauter Sehnsucht kaum erwarten konnte.
Fazit
Von Dunkelheit getragen gab wenige Antworten, warf viele Fragen auf und hatte auch weniger Spannung im Verlauf als der Auftakt. Dennoch sagte mir die Story erneut vom Stil und den Charakteren zu, sodass ich mich dennoch darin verlieren konnte. 4 von 5 Sternen























