Bücher mit dem Tag "parodie"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "parodie" gekennzeichnet haben.

382 Bücher

  1. Cover des Buches Rotkäppchen und der Hipster-Wolf (ISBN: 9783959919890)
    Nina MacKay

    Rotkäppchen und der Hipster-Wolf

     (306)
    Aktuelle Rezension von: Ani

    Schneewittchen, Dornröschen, Rapunzel und Cinderella vermissen ihre Prinzen. Diese sind spurlos verschwunden. Die Prinzessinnen fühlen sich um ihre Happy Ends betrogen und begeben sich auf den Kriegspfad. Sie erstellen eine "Verhöre-und-Töte"-Liste aller Verdächtigen und bitten ihre Freundin Red ( Rotkäppchen) um Unterstützung. Die hält den Plan zwar für äußerst schwachsinnig, macht aber mit. Dabei läuft ihr der Hipster Ever über den Weg. Er scheint mehr zu wissen. Doch dann entpuppt er sich als Werwolf. Für Red ist das äußerst kritisch, da sie, verständlicherweise, unter einer Wolf-Phobie leidet. Doch was tut man nicht alles für seine Freundinnen...

    Vorweg lässt sich sagen, dass die Warnung am Anfang des Buchs, die darauf hinweist, dass es zu pikierten Blicken kommen kann, wenn man das Buch in der Öffentlichkeit liest und bei bestimmten Textstellen laut loslachen muss, durchaus ihre Berechtigung hat. Denn diese Märchenadaption ist unheimlich locker und humorvoll geschrieben. Spontane Lacher sind deshalb garantiert. Das Ganze wird vorwiegend aus der Sicht von Red geschildert. Und Rotkäppchen ist unglaublich schlagfertig, nachtragend und nie um eine Antwort, egal ob passend oder nicht, verlegen. Es macht einfach Spaß, sie zu beobachten. Red wird so lebendig beschrieben, dass man sie und ihre Mimik spontan vor Augen hat. 

    Die meisten anderen Charaktere können da leider nicht mithalten. Denn sie wirken schon etwas klischeehaft. Dennoch ist die Suche nach den Prinzen spannend. Denn die Lage ist äußerst verzwickt und wer hier zu den Guten oder den Bösen gehört, lässt sich nicht so leicht enttarnen. 

    Eine unheimlich witzige Märchenadaption, die sich quasi von selbst liest. 

  2. Cover des Buches Er ist wieder da (ISBN: 9783404171781)
    Timur Vermes

    Er ist wieder da

     (3.363)
    Aktuelle Rezension von: worldofbooksps

    Ein Roman der vom ersten Moment an zum Schmunzeln bringt. Man muss sich nur einen Adolf Hitler in mitten Deutsch-Türkischen Mitmenschen vorstellen. Timur Vermes, macht aus einem grauenhaften Mann, einen Mann mit dem man lachen kann. Man darf allerdings nicht außer Acht lassen, dass dieser Roman mit Humor geschrieben ist und nicht um irgendetwas verharmlosen zu wollen. Ich finde die Idee dahinter sehr interessant und bin froh es gelesen zu haben. 

  3. Cover des Buches Der Besuch der alten Dame (ISBN: 3257230451)
    Friedrich Dürrenmatt

    Der Besuch der alten Dame

     (1.743)
    Aktuelle Rezension von: Anna0807

    Klassiker! Puh! – Eigentlich sind die bisher nicht so mein Fall gewesen. Besonders die Klassiker aus der Schule haben es mir nicht unbedingt leichter gemacht das Genre zu mögen. 

    Vor kurzem habe ich dann aber einfach mal mutig aufgrund einer Empfehlung dieses Buch gekauft und damit es nicht auf meinem SUB einstaubt es auch recht zügig zu Hand genommen. Und ich muss sagen, ich habe es nicht bereut. 

    Diese, als Drama verfasste Geschichte erzählt die Heimkehr einer nun sehr reichen alten Dame in ihr Heimatdorf Güllen. Güllen selbst ist ein kleines Dorf, dem es finanziell schon besser ging. Die Bewohner des Dorfes leiden an Hunger und Armut und hoffen, dass sich dies durch den Besuch der alten Dame ändert. Doch diese hat andere Pläne. Für das Unrecht, welches dazu geführt hat, dass sie das Dorf verlassen hat möchte sie nun Gerechtigkeit. Doch diese Gerechtigkeit hat es in sich. Und so entsteht für die Dorfbewohner ein Dilemma, dass zu viel Verwirrung und einiger Unsicherheit führt.

     

    Wie bereits erwähnt sind Klassiker eigentlich überhaupt nicht mein Fall. Aber dieses Buch hat es von Beginn an geschafft mich fabelhaft zu unterhalten. Wahrscheinlich liegt es aber auch daran, dass ich nicht wie in der Schule jedes kleine Detail analysieren musste. Dennoch habe ich regelmäßig beim Lesen inne gehalten um über verschiedene kleine Begebenheiten oder Dialoge nachzudenken und mich dabei köstlich zu amüsieren.

    Der Satzbau, die Wortwahl und der Aufbau der Dialoge war einfach toll. Die Wirrungen und Irrungen konnten mich abholen und auch der Humor hat mir zugesagt.   

     

    Insgesamt hat mir dieses Buch überraschend gut gefallen. Ich habe gelacht, geschmunzelt und mich wirklich gut amüsiert. Die Details konnten mich begeistern und die gesamte Situation hat mich doch nachdenklich gemacht. Ich bin froh, dieses Buch nicht im Unterricht gelesen zu haben und so nun noch einmal die Chance gehabt zu haben, relativ unvoreingenommen die Geschichte genießen zu können. 

  4. Cover des Buches Per Anhalter durch die Galaxis (ISBN: 9783453407848)
    Douglas Adams

    Per Anhalter durch die Galaxis

     (3.141)
    Aktuelle Rezension von: Der_Buchklub

    Die vollständige Diskussion gibt's in der aktuellen Folge das Buchklubs:

    https://www.podbean.com/media/share/pb-9hk3k-fcdf7c

    Auch bei Spotify: Der Buchklub.

    Achtung, Spoiler!

  5. Cover des Buches Das Känguru-Manifest (ISBN: 9783548373836)
    Marc-Uwe Kling

    Das Känguru-Manifest

     (542)
    Aktuelle Rezension von: HEIDIZ

    Wenn man sich mit den Käguruchroniken beschäftigt - das gilt für Band 1 bis 3 - dann sollte man politisch gesellschaftlich interessiert sein, um die Pointen und den Witz zu verstehen.


    Der Autor ist praktisch selbst gemeinsam mit dem Känguru die Hauptfigur. Das Känguru - kommunistischer Charakter - und der Marc-Uwe der unterforderte Kleinkünstler. Sie kämpfen gegen das Ministerium für Produktivität - sie machen alles, um Skandale und Intrigen zu enthüllen. Wundervoll witzige und schräge Geschichten - die sich super flüssig lesen. Trotz allem Witzes ist das Buch - so möchte ich behaupten - auch tiefgründig - und sinnig, weil hinter jedem Witz ein Stück Wahrheit steckt. 


    Ich kann nichts weiter sagen - als klare Leseempfehlung !!! 

  6. Cover des Buches QualityLand (ISBN: 9783548291871)
    Marc-Uwe Kling

    QualityLand

     (703)
    Aktuelle Rezension von: Christian_Schoemer

    Qualityland ist nicht so lustig wie die Känguru Chroniken. Aber das macht nix. Mir hat es trotzdem gefallen. Ich mochte den Stil. Und ich mochte die Art, wie Konsum kritisiert wird. Habe es im Auto auf einer Rundreise gehört und es hat für viele kurzweilige Stunden gesorgt. 

  7. Cover des Buches Der Seidenspinner (ISBN: 9783734102233)
    Robert Galbraith

    Der Seidenspinner

     (341)
    Aktuelle Rezension von: LilyEvans

    Im zweiten Krimi rund um den Detektiv Cormoran Strike, geht es um einen verschwunden Autor, der später tot aufgefunden  wird. Vieles deutet darauf hin, dass er seinen Tod inszeniert hat, um seinen unveröffentlichten Buch die richtige Werbung zu verpassen. 

    Wie bereits im ersten Teil legt die Polizei sich früh auf einen Täter fest und es ist an Strike die Wahre Identität des Mörders zu enthüllen.  Doch wie bereits im ersten Teil, bleibt es bis zum Schluss spannend. 

    Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Beziehung zwischen Cormoran und Robin weiter vertieft wird. Somit bekommt die Story deutlich mehr Tiefe und es bleibt nicht all zu oberflächlich. 

  8. Cover des Buches Die Analphabetin, die rechnen konnte (ISBN: 9783328100157)
    Jonas Jonasson

    Die Analphabetin, die rechnen konnte

     (689)
    Aktuelle Rezension von: -nicole-

    Die unglaubliche Geschichte von Nombeko Mayeki, die von Südafrika nach Schweden reiste – mit schwerem Gepäck... 

    Mit fünf fing sie an zu arbeiten, mit zehn wurde sie Waise, mit fünfzehn von einem Auto überfahren. Im Grunde deutete alles darauf hin, dass Nombeko ihr Dasein in ihrer Hütte im größten Slum Südafrikas fristen und sehr früh sterben würde. Aber Nombeko war ein Rechengenie – und schon bald lag das Schicksal der Welt in ihren Händen...
    (Quelle: Klappentext – Verlage carl’s books /Penguin


    Inzwischen habe ich alle Romane von Jonas Jonasson gelesen – bis auf „Die Analphabetin, die rechnen konnte“. Das Buch erschien erstmals im November 2013 und war damals der zweite Roman des Autors. Das habe ich nun nachgeholt – das Buch ist genau wie seine anderen Romane: Herrlich skurril mit absolut schrägem Verlauf. Hauptfigur hier ist die anfangs vierzehnjährige Nombeko Mayeki, die in einem Armenviertel in Südafrika aufwächst, als Latrinentonnenträgerin arbeitet und in einer kleinen Hütte lebt. Doch schon bald entdeckt Nombeko, die nie eine Schule besucht hat, ihre Leidenschaft für Zahlen und erstellt in Sekundenschnelle die kompliziertesten Berechnungen. Auch wird sie von der Analphabetin schnell zu einer begeisterten Leserin. Als sie es endlich schafft, ihr altes Leben hinter sich zu lassen und sich von Soweto auf dem Weg zur Nationalbibliothek von Pretoria macht, wird sie prompt von einem Auto überfahren – und so nimmt das Schicksal schließlich seinen Lauf…

    Ab diesem Moment erlebt Nombeko einiges: Von einem hochgeheimen Projekt, das ein Ingenieur leitet, der eigentlich keine Ahnung hat, über eine Atombombe, die es eigentlich gar nicht gibt bis hin zu der Bekanntschaft von schwedischen Zwillingen, die auch nur zur Hälfte existieren.    

    Von Südafrika geht es für Nombeko zufällig nach Schweden, wo die ehemalige Analphabetin einiges durcheinanderbringt – und etwas im Gepäck hat, was mal eben alles aus den Angeln heben könnte. Auf ihrem Weg begleiten sie u.a. die Holger 1 und Holger 2, die ebenfalls schon ein ziemlich ungewöhnliches Leben hinter sich haben. Und natürlich läuft alles anders als geplant:

     „Wenn erst einmal der Wurm drin ist, dann ist er so richtig drin. Natürlich war die Bombe zum einzigen Schrottplatz auf der ganzen weiten Welt gebracht worden, zu dem sie nicht hätte gebracht werden dürfen.“ 
    – Seite 279


    Wie schon bei „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ mischt auch hier die Hauptfigur - eher unbewusst- in der Weltpolitik mit. Mal mit schwarzem, aber auch ziemlich  trockenem Humor schildert der Autor die aktuelle Lage. Die an sich schon schrägen Charaktere machen hier einiges mit.


    „Nombeko hatte den Fahrerwechsel vorgeschlagen. Schlimm genug, wenn sie mit einer Atombombe auf einem überladenen Anhänger durch die Gegend fuhren. Dann sollte der Fahrer zumindest den Führerschein haben.“ – Seite 284


    Das erste Drittel verlief zeitweise etwas schleppend, mache Ausführungen fand ich hier zu ausschweifend. Als Nombeko dann nach Schweden kommt, wird es interessant. Hier kommt Schwung in die Geschichte mit einigen Überraschungen. Die Handlung erstreckt sich über mehrere Jahrzehnte und nimmt einen ziemlich verrückten und überraschenden Verlauf, in dem auch berühmte Persönlichkeiten nicht fehlen.

    Mein Fazit: Ein herrlich schräger Roman im typischen Jonasson-Stil. Die skurrile Handlung mit ihren besonderen Charakteren hält einige Überraschungen bereit. Anfangs etwas schleppend, nimmt die Story dann aber an Fahrt auf und entwickelt sich interessant und ziemlich unglaublich. Man muss sich auf die Geschichte einlassen, da sie schon sehr speziell ist. Doch in dieser Form ist sie gelungen und sehr unterhaltsam!

  9. Cover des Buches Die Zeit der Verachtung (ISBN: 9783423262453)
    Andrzej Sapkowski

    Die Zeit der Verachtung

     (239)
    Aktuelle Rezension von: ChrispiBook

    Geht spannend weiter

  10. Cover des Buches Der Schrecksenmeister (ISBN: 9783492253772)
    Walter Moers

    Der Schrecksenmeister

     (1.159)
    Aktuelle Rezension von: pmg

    In Sledwaya, der ungesundesten Stadt des Kontinentes Zamonien lebt Echo, das kleine Krätzchen. Krätzchen unterscheiden sich von Katzen nur dadurch, dass sie alle Sprachen aller Lebewesen sprechen können, zwei Lebern und ein nahezu perfektes Gedächtnis haben. Echo genoss ein bequemes Hauskrätzchen-Leben, bis seine Besitzerin starb. Ungefüttert und hungernd zieht Echo durch Sledwaya, auf der Suche nach jemanden der es füttert.,

    Schliesslich findet sie den gefürchteten Schreksenmeister Succubius Eißpin, der im geheimen über die Stadt herrscht und geht mit ihm in seiner Not einen Vertrag ein: Eißpin fütter Echo bis zum nächsten Vollmond mit den erlesensten und leckersten Speisen, dafür darf er das Krätzchen töten, um aus ihm das unsterblich machende Krätzchenfett zu gewinnen. Ausserdem weiht Eißpin das Krätzchen in sämtliche Geheimnisse seiner Kunst ein, denn durch das Auskochen von Echo's Fett enthält dieses auch das gesamte Wissen des Krätzchens.

    Anfänglich ist Echo froh, dem Hungertod entronnen zu sein. Als aber der Vollmond immer näher rückt, wächst seine Angst und er sucht nach einem Ausweg (den es denn auch findet, aber mehr soll hier nicht verraten werden.)

    Der Schreksenmeister ist der fünfte Band der Zamonien-Reihe, allerdings wiederum eine in sich geschlossene Geschichte, die unabhängig von den anderen Gelesen werden kann. Es ist angelehnt an Gottfried Keller's Spiegel das Kätzchen (das ich allerdings noch nicht gelesen habe).

    Das Buch hat mich fasziniert. Es liest sich leicht und flüssig. Witzig sind auch die vielen Illustrationen, die die verschiedenen Kreaturen, die im Buch vorkommen, veranschaulichen.

  11. Cover des Buches Chill mal, Frau Freitag (ISBN: 9783548373997)
    Frau Freitag

    Chill mal, Frau Freitag

     (420)
    Aktuelle Rezension von: biscoteria85

    „Guten Morgen Frau Freitag“, so könnte die normale Begrüßung an einer Schule für die Klassenlehrerin sein. Nicht aber in der Schule und im speziellen der Klasse von Frau Freitag. Hier kommt dann eher: „EY, Frau Freitag, sag mal du, was machst heute mit uns?“.

    Genau so muss man sich dieses Buch und die darin befindlichen Geschichten vorstellen. Wir erfahren das die Autorin aus ihrer Sicht die Geschichten aus ihrem Lehreralltag wiedergibt. Durch ein Radiointerview wurde bekannt, dass sie Lehrerin in Berlin-Neukölln ist. Die Geschichte beginnt im ersten Buch mit den Schülern der 9.Klasse einer Gesamtschule wo fast alle einen Migrationshintergrund haben und aus schwierigen Familienverhältnissen stammen.

    So lesen wir vermehrt Namen aus aller Welt und hören von den dazugehörigen Sitten die daheim ausgelebt werden und zum Teil auch mal mit in den Unterricht gebracht werden. So wirklich der Deutschen Sprache, sind die wenigsten mächtig und man liest die ganze Zeit mehr von Ay, Alter, und sonstigen Assi-Deutschen Floskeln. Das da Frau Freitag erstmal richtig was zu tun hat und die Englische Sprache nicht einfach ist zu lehren, wenn die deutsche schon nicht wirklich klappt.

    Aber Frau Freitag ist mehr als nur die klassische Lehrerin. Sie ist auch Therapeutin, Pärchenhelferin, Lebensberaterin, den die Kids bringen mehr mit als nur die Schwäche der deutschen Sprache. So erleben wir mit einem sehr breit gefächerten Humor die Geschichten einer Lehrerin im Kampf mit den Schülern, Eltern und der Politik. Denn auch eine Lehrerin kann sich manchmal einfach nur hängen gelassen fühlen, wenn sie helfen möchte dies aber nicht kann.

    Das Buch hat schon einen recht harten Witz und die ständigen Wiederholungen der Phrasen der Kids kann schon stören, ist aber einfach ein fester Bestandteil des Buches. Es war nicht zu hundert Prozent meins, aber die Neugier der Menschen scheint hier recht hoch zu sein, denn es gibt immerhin mehrere Bände. Jedem das seine und naja, vielleicht hat der eine oder andere es doch noch zu einem Schulabschluss gebracht

  12. Cover des Buches Die Physiker (ISBN: 9783257208375)
    Friedrich Dürrenmatt

    Die Physiker

     (3.759)
    Aktuelle Rezension von: Dagi_KnoHa

    Friedrich Dürrenmatts Komödie "Die Physiker" war für mich höchst unterhaltsam. Die grotesken Charaktere sind zwar sehr komplex und wechseln ständig ihre Namen, dennoch ist es so klar gezeichnet, dass man immer mitkommt.

    Aber es ist bei all der Tragik nicht nur lustig. Es kommen viele existenzielle Fragen aufs Tapet, die einen zum Nachdenken anregen. So sind die Insassen einer Irrenanstalt womöglich gar nicht jene, die dorthin gehören, sondern eher jene, die sich um sie kümmern. Oder vielleicht sogar alle zusammen? 

    Die Frage nach wissenschaftlichen Errungenschaften, der Verantwortung gegenüber Gesellschaft und der Menschheit sowie ein eventuell falscher Altruismus führen so zu einer Gewaltspirale, die nicht nur aus Mord besteht, sondern auch institutionelle Gewaltausübung durch Machtdemonstration beinhaltet. 

    Dieses Drama ist eigentlich jedem zu empfehlen. Mit seinen gut 80 Seiten ist es in einem Zug zu lesen.

  13. Cover des Buches Gott bewahre (ISBN: 9783453675971)
    John Niven

    Gott bewahre

     (345)
    Aktuelle Rezension von: Aus-Liebe-zum-Lesen

    Dieses Buch hätte ich mir selbst nie gekauft. Umso besser, dass ich es von meinem Schwager geschenkt bekommen habe, denn ich hätte definitiv was verpasst.

    Jesus soll seinen Vater, Gott, für eine kurze Zeit vertreten und richtet dabei völliges Chaos an und die Welt stürzt durch Kriege und schwindende Moral in den heutigen, desolaten Zustand. Gott ist entsetzt und schickt Jesus erneut auf die Erde, um den Schaden zu beheben und die Menschen wieder von christlichen Grundgedanken zu überzeugen.

    Doch diese Mission wird erwartungsgemäß nicht ganz einfach. Als kiffender Indie-Musiker nimmt Jesus an einer Casting Show teil und reist infolgedessen mehr oder minder erfolglos quer durch die USA und schart Freunde um sich, die eher nicht dem Durchschnittsbürger entsprechen.

    Die Geschichte ist skurril, aber nicht unschlüssig. Bei all dem Humor und Klamauk, steckt eine bissige Gesellschaftskritik in dem Text, die niemanden ausspart. Es geht nicht nur um die Kirche, die Gläubigkeit, Castingshows und die Medienlandschaft, nein die ganze moderne Gesellschaft wird schonungslos auf die Schippe genommen.

    Der Roman ist tiefgründig. In einem Moment muss man herzhaft lachen, im nächsten bleibt einem das Lachen im Halse stecken, weil die Kritik den Nagel so wunderbar auf den Kopf trifft. Eine kurzweilige Lektüre, die trotz aller Skurrilitäten für jeden Leser geeignet ist.

  14. Cover des Buches Dragon Love - Feuer und Flamme für diesen Mann (ISBN: 9783802581496)
    Katie MacAlister

    Dragon Love - Feuer und Flamme für diesen Mann

     (449)
    Aktuelle Rezension von: Tina_Bookjunkie

    Die amerikanische Protagonistin Aisling Grey reist im Auftrag ihres Onkels nach Paris, um eine ungeheure teure Antiquität als Kurier zu überbringen. Ihre vermeintliche Kundin findet sie jedoch ermordet vor, wobei sie sofort durch geheimnisvolle Symbole erkennt, dass es sich um keinen gewöhnlichen Mord handelt. Überraschenderweise taucht ein geheimnisvoller und höllisch attraktiver Interpol-Agent namens Drake Video auf, der Aisling alles andere als kalt lässt. Der Mord führt sie in eine unbekannte Welt gut verborgen vor den Menschen und lehrt sie, dass der Schein oftmals trügt. Während der Geschichte findet sich Aisling zwischen dem Verlangen einen Mann zu begehren und den wahren Mörder zu finden wieder. 


    Die Persönlichkeiten der Charakter - der scheinbar unnahbare Drake Vireo und der dickköpfigen, emanzipierten sowie frechen Aisling Grey - fand ich äußerst amüsant. Den Dämon Jim mit seinen äußerst unpassenden Kommentaren und unstillbaren Hunger und den Taxifahrer Rene mit seiner selbstlosen und großen Hilfsbereitschaft habe ich auch besonders in Herz geschlossen. 


    An sich hat mir die ganze Geschichte gefallen - Auf der Suche nach dem Mörder mit vielen Hindernissen war es nie langweilig und man war ständig unter Spannung - sei es wegen neuer Aspekte /Gesetze/ Wesen der Anderswelt oder den spannenden Gefühlsmomenten zwischen Aisling und Drake. 


    Das Buch hat einen großen Unterhaltungsfaktor und würde es jedem empfehlen, der freche - aus der klischeehaften weiblichen Rolle ausbrechend wollende -  Protagonistinnen zu schätzen weiß sowie Spaß daran hat die Aufklärung eines Mordes zu verfolgen. Meiner Meinung nach ist ein gewisses Interesse an dem Genre Fantasy für diese Buch-Reihe Vorraussetzung. Manche Szenen in dem Buch sind meiner Meinung nach aber auch in Richtung "Young Adult" anzusiedeln, da es da doch sehr leidenschaftlich zu geht - und die Erzählung wird nicht mit der Erzählung des einleitenden Kusses unterbrochen. 

  15. Cover des Buches Auf der Suche nach Mr. Grey - "Autsch" ist ein schlechtes Safeword! (ISBN: B00T8C4160)
    Emily Bold

    Auf der Suche nach Mr. Grey - "Autsch" ist ein schlechtes Safeword!

     (170)
    Aktuelle Rezension von: Nicole_Thoene

    Als ich das Buch angefangen habe zu lesen, habe ich erst gedacht es ist eine Fifty Shades of grey Geschichte. Aber so nach und nach, fand ich die Story richtig lustig.

    Eine Frau, die nicht mehr Single sein will und sich deshalb auf einem Online Profil sich drei Kandidaten aussucht, die ein totaler Reinfall sind.

    Man konnte sich sehr gut in Annaline hineinversetzen. Die Geschichte ist sehr flüssig geschrieben. Ich bin auf den nächsten Band gespannt.

  16. Cover des Buches Glennkill (ISBN: 9783442478088)
    Leonie Swann

    Glennkill

     (3.652)
    Aktuelle Rezension von: yezz

    Ich bin eigentlich kein großer Krimi-Fan. Aber ein Krimi aus der Sichtweise eines Schafs klang so skurril, dass ich es einfach lesen musste. 

    Nun schreibe ich diese Rezension ein paar Jahre, nachdem ich das Buch gelesen habe. Allerdings kann ich mich daran erinnern, wie humorvoll aber auch liebevoll in der Schreibweise ich es fand.

    Es braucht ein wenig, ins Buch reinzukommen, danach hatte es mich dann aber gepackt. Es ist mit Sicherheit nicht das spannendste Buch, aber perfekt wenn man mal was anderes und etwas Zerstreuung sucht. 

  17. Cover des Buches Lila, Lila (ISBN: 9783257234695)
    Martin Suter

    Lila, Lila

     (546)
    Aktuelle Rezension von: 3lesendemaedels

    Im Esquina trifft sich regelmäßig eine illustre Clique. David Kern  serviert ihnen die Drinks, möchte gerne dazugehören und über Themen, die gerade die Welt bewegen, mitdiskutieren. Eines Abends kommt Marie in die Bar und erhascht einen freien Platz am begehrten Tisch. Um David ist es bei ihrem Anblick sofort geschehen. Als er für sein armseliges Zimmer ein gebrauchtes Tischchen kauft, findet er in dessen Schublade ein altes Romanmanuskript eines gewissen Alfred Duster, das ihn gleich fasziniert. Da er selbst Ambitionen zum Schriftsteller hat, bringt er den Text mittels seines Computers auf den neuesten Stand und ändert den Verfasser auf seinen eigenen Namen. Er schafft es, damit das Interesse bei Marie zu wecken und diese schickt es ohne sein Wissen an einen Verlag. Die Lektorin ist begeistert und will den Roman verlegen. So kommt auch die Liebesgeschichte zwischen David und Marie in Gang. Das Buch wird zum Bestseller und David gerät zunehmend in Bedrängnis, weil er die Wahrheit verschweigt. Bis eines Tages ein Fremder bei einer Lesung erscheint, der eine Widmung für Alfred Duster möchte.
    Ein interessanter Einblick in den Literaturbetrieb und wenn die Summen stimmen, die fließen, recht lukrativ. Allerdings fand ich die Story, bis Jacky, alias Alfred, auf der Bildfläche erschien, doch recht vorhersehbar. Mein erstes Buch, vielleicht nicht das beste Werk Suter's.

  18. Cover des Buches Das Restaurant am Ende des Universums (ISBN: 9783453407817)
    Douglas Adams

    Das Restaurant am Ende des Universums

     (645)
    Aktuelle Rezension von: Blintschik

    Nach dem Abenteuer im letzten Band, möchten alle eigentlich nur noch etwas essen. Deshalb machen sie sich auf den Weg zum nächst besten Restaurant. Leider kommt ihnen etwas dazwischen und so wird der Weg zum Restaurant am Ende des Universums länger als erwartet.

    Auch im zweiten Teil der Reihe gibt es jede Menge Witze, die mich zum lachen bringen konnten. Dabei liebe ich es einfach, dass man dennoch über die Witze nachdenken kann und sie manchmal sogar Kritik an verschiedenen Dingen üben, was oft versteckt hinter albernen Momenten ist. So sind die Witze nicht nur leere Floskel, sondern haben auch einen intelligenten Kern.
    Die Handlung ist dabei genauso schräg wie immer. Bei diesem Teil finde ich sie nicht immer ganz so interessant wie im ersten Teil, aber dennoch wurde ich gut unterhalten.
    Und auch die Charaktere sind toll. Mittlerweile habe ich sie richtig ins Herz geschlossen, weil einfach jeder auf seine verrückte Art sympathisch ist, selbst wenn es ein depressiver Robotet ist, der zwischendurch mal irgendwo vergessen wird.

    Eine Buchreihe, die ich immer gerne lese und die nicht langweilig wird und mit dessen Verrücktheit kaum eine andere Geschichte mithalten kann.

  19. Cover des Buches Die Brautprinzessin (ISBN: 9783608961409)
    William Goldman

    Die Brautprinzessin

     (463)
    Aktuelle Rezension von: Susanne-Reither

    Die Brautprinzessin, ein Märchen für Erwachsene. Ich empfehle bei diesem Buch unbedingt zuerst einen Blick ins Buch zu werfen, da Sprache und Stil des Buches eigen sind und anders als das was man üblicherweise zu lesen bekommt. Die Geschichte dreht sich so wie es sich für ein Märchen gehört um Abenteuer, Liebe, Risiko und Kämpfe. Es wird aber auch gefoltert, über andere hergezogen und mit hinterhältiger Herzlosigkeit für das eigene Ziel gekämpft. Sowohl die „Guten“ als auch die „Bösen“. 

    Der Schlüssel zu diesem Buch liegt in der Sprache und Stil. Wer sich hier nicht zu Hause fühlt, wird das Buch weder lustig noch spannend finden, sondern einfach nur langweilig.

    Genre: Abenteuer
    Held: Mann
    Erzählperspektive: Erzähler
    Hauptthema: Liebe
    Stichworte Inhalt: Liebe, Verleumdung, Hinterlist

    Figuren:

    Verhalten: Aktiv

    Liebe und Herzenswärme: +

    Hilfsbereitschaft: +++

    Distanziertheit (Figuren untereinander): ++++

    Intuition: +++

    Stichworte Stil: sachlich, originell


    Ich wünsche Ihnen alles Gute und bleiben Sie gesund.

  20. Cover des Buches Die Farben der Magie (ISBN: 9783492280624)
    Terry Pratchett

    Die Farben der Magie

     (888)
    Aktuelle Rezension von: Buecherbaronin

    „Die Farben der Magie“ entführt seine Leser in eine seltsame, groteske, schräge Fantasywelt, die für mich bis heute unerreicht ist. All die Ideen, die vor Kreativität nur so sprühen, sind erstaunlich. Da gibt es den Tod, der nur in Großbuchstaben spricht – den Roman „Gevatter Tod“ habe ich hier auf dem Blog schon vorgestellt –, die Struktur der Scheibenwelt, die Götter, die einzelnen Charaktere …

    Vielleicht braucht es beim ersten Lesen eines Scheibenwelt-Romans ein bisschen, bis man sich in dieser außergewöhnlichen Welt zurechtgefunden hat. Aber dann wird man ziemlich schnell eingefangen von dem lockerflockigen Schreibstil und von dem Humor, der aus einem guten Buch ein richtiges Leseerlebnis macht. Was soll ich sagen: Als ich bei einem meiner letzten Vor-Corona-Urlaube „Die Farben der Magie“ am Strand las (zum wiederholten Mal übrigens), musste ich mehrfach so laut loslachen, dass die Leute ringsum schon geguckt haben, was mit der Verrückten los ist …

    Mit Rincewind gibt es eine Hauptfigur, die in zahlreichen anderen Scheibenwelt-Romanen auftaucht und die man einfach nur ins Herz schließen kann. Ein feiger, unsicherer, mürrischer Zauberer ohne Talent, der regelmäßig Selbstgespräche führt und mehr Glück als Verstand hat … So eine Figur kann man doch nur mögen! Und auch die anderen Charaktere glänzen mit verschrobenen Eigenschaften en masse. Dabei gelingt es Pratchett immer wieder, charmante kleine Seitenhiebe auf unsere Gesellschaft zu verteilen, in anderen Scheibenwelt-Romanen sogar noch deutlicher.

    Eine kleine Vorwarnung: Zusammen mit dem zweiten Band der Reihe, „Das Licht der Fantasie“, bildet dieser Roman eine fortlaufende Geschichte. Ihr solltet also sicherstellen, dass ihr den zweiten Band griffbereit habt, damit ihr direkt weiterlesen könnt. Denn „Die Farben der Magie“ endet mitten in der Geschichte, also mit einem Cliffhanger.

  21. Cover des Buches Ein gutes Omen (ISBN: 9783492281669)
    Terry Pratchett

    Ein gutes Omen

     (259)
    Aktuelle Rezension von: HappyKatY

    Lustig geschrieben, leicht zu lesen und die „Freundschaft“ zwischen Crowley und Erziraphael ist einfach der Hammer!

  22. Cover des Buches Farm der Tiere (ISBN: 9783257057140)
    George Orwell

    Farm der Tiere

     (736)
    Aktuelle Rezension von: mariameerhaba

    Es ist deprimierend. Nach dem ich 1984 gelesen habe, dachte ich, das Buch hier besäße nicht die gleiche Härte, schlussendlich geht es um eine Farm, um Tiere, um Hund, Schwein, Scharf, Hühner und Pferde. Dennoch war es ein harter Brocken, der von einer Evolution bis Diktatur geht und einem schwer im Magen sitzt.

    Die Hoffnung weicht der Ungerechtigkeit, die Freiheit einer Zuordnung und es ist voll mit den gleichen Lügen und Falschmeldungen, die 1984 den Leser abgestraft hat. Im Buch findet die gleiche Trennung zwischen Arm und Reich, die allgegenwertig ist. Die dummen Hühner, Kühe, Pferde und Schafe arbeiten für die grausamen Schweine, die ein Leben voller Luxus genießen und keine Skrupel kennen.

    Man merkt das am Anfang und alles, was man tut, ist hoffen auf das Beste. Orwell kennt kein Erbarmen und trifft den Leser direkt dort, wo es richtig wehtut. Ich war am Ende schockiert, es hat mich deprimiert und ich habe das Buch, das gutgeschrieben und interessant ist, richtig gehasst. Vom ganzen Herzen gehasst. Das Buch ist gemein, fies, brutal und nichts für schwache Nerven.

  23. Cover des Buches Sand (ISBN: 9783499258640)
    Wolfgang Herrndorf

    Sand

     (151)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    Nordafrika 1972. Es ist das Jahr des Palästinenserattentats bei den Münchener Olympischen Spielen. Irgendwo in der Sahara spielen sich ebenfalls dramatische Ereignisse ab. Ein Mann ohne Gedächtnis wird an einer Tankstelle mitten in der Wüste von einer Amerikanerin aufgelesen, die sich um ihn kümmert und versucht, mit ihm das Geheimnis um seine Identität zu lüften und warum er von wem gejagt wird. Vier Mitglieder einer Hippiekommune werden von einem vermeintlich drogensüchtigen Amokläufer ermordet, ein frustrierter Kommissar versucht, den Fall zu klären, von einer Mine ist die Rede und niemand weiß, was es damit auf sich hat. Spuren werden verworfen und wieder aufgenommen, Verfolger und Verfolgte wissen manchmal nicht, was der Grund für ihre Rolle, die sie gerade einnehmen, ist. Ein Thriller, der manchmal den Atem anhalten lässt, bis es am Schluss eigentlich gar keinen richtigen Schluss gibt, der aber das Plausibelste enthält, was diese großartige Story hergibt.

    Herrndorf wird ja schon längst nicht nur an seinem Megaerfolg „Tschik“ gemessen. Der viel zu früh verstorbene Autor konnte mit verhältnismäßig wenig Veröffentlichtem zeigen, dass er zu einem der wichtigen Gegenwartsautoren hätte zählen können. Sein großes Plus ist nicht nur die Phantasie und das Gespür für einen guten Stoff, sondern in erster Linie sein Stil, der nicht nur die Bilder transparent macht, sondern auch die Szenen so engmaschig und dicht setzt, dass man sich als Leser förmlich mitbewegt. „Sand“ hat alles, was ein guter Thriller braucht, er streift aber auch die Atmosphäre der Orte mit einer klaren Präzision und fängt den Geruch jeder beschriebenen kleinen Gasse exakt ein. So wird aus dem Buch ein Film mit Figuren, die man vor sich sieht, mit denen man leidet und genießt, wo man in die Psyche der mal mehr, mal weniger komplizierten Charaktere eintauchen kann. Das alles ist große Handwerkskunst und wenn man den Begriff „stilsicher“ gebrauchen will, ist das wahrscheinlich zu oberflächlich, denn Herrndorf hat hier seine eigene Sprache gefunden, die einen unwiderstehlichen Sog produziert.

    Das Ende ist schlüssig und plausibel. Um nicht mehr zu verraten, kann man aber sagen, dass es ungewöhnlich ist, weil sich die Erwartungshaltung nach den 470 Seiten natürlich entsprechend intensiviert hat. Aber das ist kein Manko dieses empfehlenswerten Romans. Ein spannendes und großartig geschriebenes Buch. Es ist schade, das Herrndorf so früh verstorben ist, er gehört in dieselbe Abteilung wie Jörg Fauser, von dem man auch noch hätte einiges erwarten können.

  24. Cover des Buches Anleitung zum Unglücklichsein (ISBN: 9783492273541)
    Paul Watzlawick

    Anleitung zum Unglücklichsein

     (373)
    Aktuelle Rezension von: nana_what_else

    Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen. 

    Aus: Anleitung zum Unglücklichsein von Paul Watzlawick, Seite 10


    Das verrät der Klappentext: Watzlawicks Anleitungen nicht zu befolgen ist der erste Schritt zum Glück. Paul Watzlawick hat mit seiner „Anleitung zum Unglücklichsein“ einen Millionen-Bestseller geschrieben – was nur den Schluss zulässt, dass Leiden ungeheuer schön sein muss. Anders als die gängigen „Glücksanleitungen“ führen Watzlawicks Geschichten uns vor Augen, was wir täglich gegen unser mögliches Glück tun. Nach der Lektüre werden auch sie begreifen, warum Sie den Nachbarn, den Sie um einen Hammer baten, am liebsten erschlagen würden. (Textrechte: Piper Verlag)


    Unter einer Straßenlaterne steht ein Betrunkener und sucht und sucht. Ein Polizist kommt daher, fragt ihn, was er verloren habe, und der Mann antwortet: „Meinen Schlüssel.“ Nun suchen beide. Schließlich will der Polizist wissen, ob der Mann sicher ist, den Schlüssel gerade hier verloren zu haben, und jener antwortet: „Nein, nicht hier, sondern dort hinten – aber dort ist es viel zu finster.“ 

    Aus: Anleitung zum Unglücklichsein von Paul Watzlawick, Seite 27


    Persönlicher Leseeindruck: "Die Zahl derer, die sich ihr eigenes Unglück nach bestem Wissen und Gewissen selbst zurechtzimmern, mag verhältnismäßig groß scheinen. Unendlich größer aber ist die Zahl derer, die auch auf diesem Gebiet auf Rat und Hilfe angewiesen sind. Ihnen sind die folgenden Seiten als Einführung und Leitfaden gewidmet." (Seite 13) Schon nach den ersten einleitenden Zeilen weiß der geneigte Leser: Er hält etwas besonderes in Händen. Nicht den drölfzigtausendsten Selbstoptimierungs-Ladenhüter, keinen step-by-step Guide der mit Garantieversprechen zum ultimativen Glück führt, kein Selflove-Experiment, das sich verkehrter Psychologie bedient. 

    Paul Watzlawick hat tatsächlich eine Anleitung zum Unglücklichsein geschrieben. Punkt. Wer befolgt, was in den Zeilen dieses Büchleins durchgespielt wird (und viele von uns tun dies bewusst oder unbewusst tagtäglich), wird damit dauerbeschäftigt sein, sich ausgiebig und immer wieder aufs Neue in seinem Leid zu suhlen, aus winzigkleinen Mückchen überlebensgroße Elefanten zu konstruieren und Unmengen an Energie auf Dinge zu ver(sch)wenden, die vor langer Zeit und/oder nie geschehen und streng genommen unwichtig und/oder einfach nicht zu ändern sind. 

    Selten wird einem auf so schonungslose Art, aber dennoch mit frechem Augenzwinkern der Spiegel vorgehalten. Warum einfach das momentane Glück akzeptieren und genießen, wenn man stattdessen den Teufel in tausend Farben und Formen an die Wand malen kann? Warum im Hier und Jetzt leben, wo in der Vergangenheit doch so viele unverzeihliche Kränkungen stattgefunden haben und in der Zukunft viele weitere potenzielle Katastrophen lauern, über die man sich in Endlosschleifen den Kopf zerbrechen kann? 

    „Anleitung zum Unglücklichsein“ führt dem Leser durch einen von Ironie und herrlichem Witz lebenden Perspektivenwechsel vor Augen, warum wir nicht nur unseres Glückes, sondern auch unseres eigenen Unglückes Schmied sind und die wichtigsten Schritte in ein möglichst leid- und jammervolles Leben einfacher getan sind, als man denkt. 


    Machen wir uns nichts vor: Was oder wo wären wir ohne unsere Unglücklichkeit? 

    Aus: Anleitung zum Unglücklichsein von Paul Watzlawick, Seite 12


    In kurz(weilig)en Kapiteln, die humoristische Anekdoten sowie Ausflüge in die Geschichte und Literatur bieten, werden die schier unendlichen Möglichkeiten, Trübsinn, Verdruss und Kränkung Einzug in die eigenen vier Wände und das Oberstübchen zu gewähren, ausgebreitet. 

    Man nehme ein paar selbst gepanschte Worst-Case-Prophezeiungen, die sich zwangsläufig selbst erfüllen, mische sie mit dem Gedanken, dass früher alles besser war und verziere das Ganze mit ein paar Trotzreaktionen auf rationalen, gut gemeinten Rat. Das Rezept führt zwar zu einem etwas bitteren Ergebnis, ist aber zu 100% gelingsicher. 

    Über Gegenstände – Knoblauch inbegriffen – läßt sich ziemlich leicht sprechen – aber über Liebe? Versuchen Sie es nur einmal ernsthaft. Noch sicherer, als die Erklärung eines Witzes dessen Humor abtötet, führt das Palavern über die scheinbar selbstverständlichsten Formen menschlicher Beziehungen fast garantiert in immer größere Probleme.

    Aus: Anleitung zum Unglücklichsein von Paul Watzlawick, Seite 80


    Dass die „Anleitung zum Unglücklichsein“ gerade aus der Feder eines österreichischen Autors stammt, kann eigentlich kein Zufall sein. Denn im Land von „The Sound of Music“ ist nicht nur das Jodeln, sondern auch das Jammern schon lange inoffizielle olympische Disziplin. (Jawohl. Jetzt nörgle ich hier doch glatt herum, dass zu viel gejammert wird. Meta-Sudern, sozusagen. Ihr seht – bei all der hiesigen Semperei – habe ich die Anleitung zum Unglücklichsein schon ganz und gar verinnerlicht.) 


    Sprachlich vollendet. Inhaltlich der Brüller. Was so gut unterhält, dabei ganz nebenbei auch noch eine Menge Wissen vermittelt und ohne erhobenen Zeigefinger für ein wenig Selbstreflexion sorgt, verdient das Prädikat Lesenswert! allemal. 


    Fazit: Sollte man gelesen haben. Die Lektüre beschert heitere Lesestunden, und auch wenn sie vielleicht nicht nachhaltig glücklich macht, so öffnet sie dem ein oder anderen vielleicht doch die Augen dafür, dass er nicht derart unglücklich und vom Pech verfolgt ist, wie gedacht und oft genug bejammert. 


    Anleitung zum Unglücklichsein von Paul Watzlawick 

    Taschenbuch, 144 Seiten, Deutsch | Piper Verlag | ISBN: 978-3-492-24316-2

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