Bücher mit dem Tag "parteien"
10 Bücher
- Brigitte Glaser
Rheinblick
(101)Aktuelle Rezension von: lisolino„Rheinblick“ von Brigitte Glaser ist ein Roman, der weniger durch eine spannende Handlung als durch seine Figuren und die Atmosphäre lebt. Im Mittelpunkt stehen die verschiedenen Charaktere und ihr Lebensgefühl – besonders das der jüngeren Generation Anfang der 1970er-Jahre. Die Autorin zeichnet ein stimmungsvolles Bild dieser Zeit am Rhein und legt viel Wert auf zwischenmenschliche Dynamiken und persönliche Entwicklungen.
Mir persönlich fiel es jedoch etwas schwer, richtig in die Geschichte hineinzufinden. Da die Handlung eher ruhig und wenig handlungsgetrieben ist, brauchte ich einige Zeit, um mich auf die Figuren und ihren Alltag einzulassen. Wer einen klar strukturierten Plot erwartet, könnte hier möglicherweise Geduld brauchen.
Der am Rand mitlaufende Kriminalfall hat für mich letztlich den entscheidenden Spannungsbogen geliefert. Ohne dieses Element hätte ich das Buch vermutlich nicht bis zum Ende gelesen.
Insgesamt ist „Rheinblick“ vor allem ein Roman für Leserinnen und Leser, die sich für Charakterstudien und das Lebensgefühl der 70er Jahre interessieren. Wer dagegen eine durchgehend spannende Handlung sucht, wird hier möglicherweise weniger auf seine Kosten kommen.
- Marietta Slomka
Nachts im Kanzleramt
(35)Aktuelle Rezension von: Sir_Gerry_63Heute möchte ich euch kurz das Buch "Nachts im Kanzleramt" von Marietta Slomka aus dem Droemer Verlag vorstellen.
Dabei geht es aber nicht um heimliche Geschichten und Geschehnisse, die der Bundeskanzlerin oder dem Bundeskanzler schlaflose Nächte bereitet haben, obwohl diese wohl das ein oder andere Mal die Nacht zum Tag machen mussten.
Der Untertitel verrät es: "Alles, was man schon immer über Politik wissen wollte".
Wer einfach wissen möchte, was eigentlich Politik ist und wie diese funktioniert, der wird hier fündig. Marietta Slomka ist eine studierte Volkswirtin und Politikwissenschaftlerin und moderiere über 20 Jahre äußerst erfolgreich das "Heute Journal". Neben meiner Nachrichtenlektüre um 20 Uhr 00 schaue ich mir gerade auch diese Sendung recht häufig an.
Mit großer Sachkompentenz, aber auch mit viel Humor erklärt Marietta Slomka hier spielerisch leicht alle wesentlichen Begrifflichkeiten, die uns aus allen sozialen Medien entgegen kommen. Auf 336 Seiten mit insgesamt 6 Kapiteln geht es um Themen wie Demokratie, Politik in Deutschland, die Medien, die Wirtschaft, Europa und die dringendsten aktuellen globalen Probleme.
Jedes dieser Kapitel hat wiederum weitere Überschriften, in denen komplexe Sachverhalte vereinfacht dargestellt und erläutert werden. Dazu immer eine kleine humorvolle Anmerkung. Sehr gut hat mir dabei gefallen, dass vieles in kleinen Häppchen dargestellt wird, so daß man einerseits gut voran kam, andererseits aber auch beim Lesen mal inne halten konnte.
Zum Beispiel kommt die Frage, ob es sich lohnt, wählen zu gehen. Es wird dann erklärt, welches Wahlrecht es gibt, wer wählen darf, ob Demos was bringen und dass es ein Demonstrationsrecht gibt. Oder im Bereich der Medien das Phänomen der Fake News, Fehler, Lügen und Kampagnen, das Internet und wie man Wahres von Unwahrem unterscheidet und wieviel Wahrheit einem zumutbar ist.
Immer wieder eingestreut wird sog. "Insiderwissen", in denen weitere wichtige Themen erläutert werden wie z.B. V-Leute, Amtsbonus und Wechselstimmung (Bundestagswahl), Whistleblower, Steueroase oder auch hybride Bedrohung.
Ich konnte mich hier sehr gut zurecht finden und das eine oder andere Thema nun doch noch ein wenig besser einordnen oder gar erst verstehen. Für mich als Politikmuffel genau richtig. Und wenn ich wieder mal was nicht verstehe, frage ich Marietta.
Ich kann es daher allen, die sich für diesen Bereich interessieren, auf jeden Fall empfehlen!
- Robin Alexander
Machtverfall
(3)Aktuelle Rezension von: Zsadista„Machtverfall – HB“ ist ein Report aus der Feder des Autors Robin Alexander.
Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, es wurde vom Autor selbst vorgelesen.
Ich verlange von solchen Büchern, dass sie neutral, realistisch, linear und fundiert geschrieben werden. Vor allen Dingen sollten sie neutral gegenüber den Personen in dem Buch sein.
Von meinen Erwartungen wurde hier nichts, aber absolut nichts eingehalten. Es kam mir eher vor, wie ein schlechter möchte-gern Roman.
Am Anfang wurde der Punkt „linear“ schon über den Haufen geworfen. Da ging es von mitten in der Corona Pandemie, zu den Anfängen der Flüchtlingskriese, über die Wirtschaftskriese zu den Anfängen der Corona Pandemie und wieder zurück. Zeitweise wusste ich nicht, in welchem Jahr ich mich gerade befand. Für ein Hörbuch ganz schwer mitzukommen.
Den Punkt „realistisch“ kann man hier auch absolut abhaken. Oder hat der Autor Robin Alexander vielleicht eine Glaskugel, die ihm sagt, was zum Beispiel, zwischen Frau Merkel und Frau Kramp-Karrenbauer bei einem Vier-Augen-Gespräch gesagt wurde. Das Buch sprüht nur so von Gesprächen, Gedanken und Überlegungen, die wohl jeder Politiker gerne einem Autor auf die Nase binden würde ( Ironie off ). Es kam mir einfach nur hineininterpretiert und ausgedacht vor. Bis hin zu dem Brief, der im Kanzleramt rund ging, von dem die kleinen Beamten und vor allen Dingen die Bürger nichts wissen sollten. Aha, da wurde es interessant. Mich interessierte dann, was darin stand und wie der Autor an den Inhalt des Briefes gekommen sein könnte. Nein, der Autor tat das dann ab, dass auch der Autor nicht weiß, was darin stand. Boah, mega! Er weiß nicht, was darin stand? Hat die Glaskugel ihren Dienst versagt? Und warum muss man das dann erwähnen? Es gibt mit Sicherheit hunderte verschlossener Briefe, die nur für den Adressaten bestimmt sind und nicht für andere. Man bedenke seine eigene Post, ist ja auch nicht für den Nachbarn. Also, warum muss man das extra erwähnen?
Den Punkt „neutral“ gibt es erst gar nicht. Das Hörbuch geht 13 Stunden und 15 Minuten. Nach einer Stunde war mir schon klar, aus welchem politischen Lager der Autor kommen muss. Wenn man aus dem politischen Gegenlager kommt, kann man einfach keinen neutralen Report schreiben. So zeigt es sich auch hier, das kann man als neutraler Leser nicht von der Hand weisen. Ich muss dann auch sagen, als die Lobhuddelei auf eine gewisse Partei angefangen hat, habe ich das Hörbuch abgebrochen.
Zusammen mit den angeblichen Gesprächen und Gedanken wirkt das Buch einfach wie ein schlechter Roman, in dem man das Ur-Böse und seine Machenschaften darstellen will. Es wird ohne Hintergründe zu erwähnen drauf gehauen, was die Tasten hergeben. Das Printbuch müsste eigentlich doppelt so viele Seiten, wie der Text haben, um die ganzen Quellenangaben anzugeben, wo der Herr Autor das alles herhat was er zu Buche bringt.
So hat er es zum Beispiel nicht einmal nötig, einer Ärztin, die angeblich etwas sehr wichtiges herausgefunden hat, einen Namen zu geben, damit der geneigte Leser dies einmal nachprüfen könnte. Nein, die Dame bleibt anonym. Könnte man also auch einfach mal so erwähnt haben, weil es super in den Text passte. Ob es stimmt? Entweder blind glauben oder sich durch hunderte Seiten im Internet suchen.
Beispiel seiner Effekthascherei in dem Buch sind folgende Punkte. Er schiebt alles was schlecht an der Pandemie Regelung war, Frau Merkel, Frau Kramp-Karrenbauer, Herrn Laschet und/oder Herrn Söder in die Schuhe. Alles Schlechte ist auf ihrem Mist gewachsen. Wenn ich allerdings zurück denke, wurden die meisten Entscheidungen von allen Länderchefs getroffen. Und nicht nur von seinen drei liebsten Bösewichten. Frau Kramp-Karrenbauer spielt in seinem Buch ja keine große Rolle, daher nehme ich sie da mal raus. Dazu genommen, wenn man den Ausführungen des Autors einmal genau zugehört hat, sind eigentlich alle negativen Entscheidungen vom RKI und der WHO getroffen worden. Die Politiker haben sich auf ihre Berater verlassen und deren Entscheidungen weiter getragen. Was eigentlich auch ganz klar ist. Wenn mir ein Chef des Robert Koch Institutes und jemand aus der Welt Gesundheits-Organisation etwas sagt, dann halte ich mich daran und treffe keine eigenen Entscheidungen. Da ich mit der Materie wenig Ahnung habe, höre ich auf Experten. Warum also, tritt der Autor ständig auf den Entscheidungen der Politiker herum?
Jetzt könnte man dagegen stellen, das Buch geht ja auch nur um die drei/vier Personen und ihre schlechten Entscheidungen, sowie der Streit in der Partei. Aber warum also kommt dann gegen Ende dieser Lobgesang auf die Partei der Grünen und ihre Vorsitzenden? Neutral geht wirklich anders.
Kurz und gut, ich finde das Buch einfach unmöglich. Viel zu viel aus der Nase des Autors heraus gezogen, zu sehr auf die eigene politische Meinung geschrieben, durcheinander, stümperhaft, effektheischend und bösartig in eine Richtung. Wie schon erwähnt, ich mag solche Bücher, jedoch müssen sie neutral und fundiert geschrieben sein. Wenn es ginge, würde ich hier noch Punkte abziehen, was leider nicht geht und ich auch noch einen Stern vergeben muss.
- Heribert Prantl
Gebrauchsanweisung für Populisten
(4)Aktuelle Rezension von: Bücherfüllhorn-BlogDas Buch ist klein und handlich und mit fast 80 Seiten schnell zu lesen. Allerdings ist der Inhalt im detaillierten gar nicht so schnell zu erfassen, vieles musste ich mir erst mal durch den Kopf gehen lassen. Die Wort- und Sprachspielereien muss man auch erst mal verstehen, ich würde meinen, dafür muss man eine gewisse politische Bildung haben. Mir ergaben sich, wie auch in dem Buch „Deutsch sein“ (*hier Rezi*) von Peter Siebenmorgen aus demselben Verlag, neue und ungewohnte Sachverhalte, die ich vielleicht vorher erahnte, mir aber nie weitere Gedanken darum gemacht habe. Der Text war für mich nicht einfach so zum „runterlesen“. Die „Moral von der Geschichte“ fasse ich als „Man muss dem Rechtspopulismus gegensteuern, die Sprache und die Handlungen enttarnen und eine Lösung finden“ zusammen. Der erste Weg dahin geht über die Aufklärung verschiedener Sachverhalte wie mit diesem Buch.
Alles in allem: Für politisch Interessierte ein Muss, und eigentlich für jeden andern auch. Man muss sich damit befassen, damit man hinter die Fassaden blicken kann.
- Till Reiners
Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen
(4)Aktuelle Rezension von: Pegasus1989Ich bin nur mittelmäßig begeistert von dieser Geschichte. Die Botschaft dahinter ist klar. Dennoch finde ich die Geschichte reichlich unrealistisch, denn es gibt wohl kaum einen Menschen, der vor absolut gar nichts Angst hat. So eine Sichtweise finde ich ein bisschen zu übertrieben und würde mir die Geschichte daher nicht nochmal durchlesen wollen. Es gibt deutlich realistischere Werke, die in die ähnliche Richtung gehen.
- Claudius Crönert
Spieler - Gegenspieler: Eine Deutsch-Deutsche Nachkriegsgeschichte
(2)Aktuelle Rezension von: SternenstaubfeeDas Hörbuch hat mich positiv überrascht.
Der Autor und Journalist Claudius Crönert erzählt die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland anhand von 24 Porträts. Konrad Adenauer ist dabei und Helmut Schmidt, Angela Merkel und Helmut Kohl. Jedes Porträt wird erzählt in etwa 30 Minuten.1. September 2025
- Torben Lütjen
Amerika im Kalten Bürgerkrieg
(6)Aktuelle Rezension von: Rose75Ich interessiere mich sehr für Politik und lese auch gerne Bücher von Politikern verschiedener Parteien. Bei diesem Buch haben mich Titel und Cover neugierig gemacht. Torben Lütjen, den ich bis zu diesem Buch nicht kannte, ist Politikwissenschaftler. Er lehrt an der Vanderbilt University / USA.
Der Einstieg ins Buch hat mir gut gefallen. Herr Lütjen beginnt mit seinen ersten Eindrücken und Erfahrungen in Nashville. Das fand ich gut.
Danach wurde es für mich allerdings recht zäh, weil es fast nur um die gegenseitige Ablehnung von Anhängern/Mitgliedern der beiden großen Parteien, Republikaner und Demokraten, ging und der Autor selber kein Geheimnis über seine tiefe Verachtung der Person des ( Stand Jan. 2021 – ehemaligen ) US-Präsidenten Donald Trump machte. Für die republikanische Partei hat er nicht viel Verständnis und für ihre Anhänger noch viel weniger. Das Kapitel über die demokratische Partei fand ich sehr interessant. Er vergleicht die Haltungen und Positionen der Clinton-Ära, die überhaupt nicht mehr zum heutigen Zeitgeist der Partei passen würden ( z.B. Lewinsky-Affäre – metoo ) und macht die zwei Hauptströmungen der Partei, social politics oder identity politics , deutlich. Mit Joe Biden ist ein Vertreter der identity politics ins Weiße Haus gezogen.
Im letzten Kapitel habe ich eine Idee für eine Politik der Mitte erwartet, aber dann ging es nochmal über die Person Donald Trump. Die Vergleiche mit Napoleon III oder dem deutschen Kaiser Wilhelm II konnte ich weder nachvollziehen noch waren sie hilfreich für ein Verständnis der amerikanischen Gesellschaft.
Auf den letzten Seiten wagt der Autor einen Blick auf den Mittwoch, 20.Januar 2021, Washington, D.C. Er hat das Drehbuch fast perfekt vorhergesehen. Das fand ich schon fast unterhaltsam.
Ich hatte andere Erwartungen an das Buch, weil ich mehr über eine Politik der 'Mitte' und die Probleme der „Durchschnitts-Amerikaner“ erfahren wollte. Durch das Buch von Bernie Sanders „Unsere Revolution“ habe ich diesbezüglich mehr erfahren können.
Wer die tiefe Ablehnung der Person Donald Trump mit dem Autor teilt, kann sich mit diesem Buch herrlich empören.
Nach diesem Buch stelle ich mir einmal mehr die Frage: Warum halten die Amerikaner an ihrem Zwei-Parteien-System fest und welche Inhalte bräuchte eine neue Bewegung?
- Johannes Finkbeiner
Monokultur. Alternative für Andi
(1)Aktuelle Rezension von: Jennifer081991Der Übersetzer Andi führt ein durchschnittliches Leben: Von seiner Freundin getrennt, die das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter erhielt, hält er sich mit einem Job bei einem Übersetzungsunternehmen nur knapp übers Wasser. Trotz seiner festen Arbeit kann er sich von seinem Lohn wenig leisten. Das belastet auch das Verhältnis zu seiner Ex-Freundin und damit den Umgang mit seiner Tochter. Doch Andi scheint sich mit seinem Leben arrangiert zu haben, Gesellschaft findet er bei seinem Nachbarn Rachid und dessen kleiner Tochter Hannah.
Durch einen Zufall lernt er die im Nachbarhaus wohnende Gabi Gassmann kennen. Sie und ihr Mann Ulf führen die neue Bewegung Direkte Demokratie an, die es rasch zur Partei bringen möchte. Vor allem macht sie sich dabei mit steilen Thesen gemein mit Rechten und schürt einen simpel gestrickten Flüchtlingshass. Als Andi im Gegenzug zu einer Gehaltserhöhung um Mithilfe und seine Übersetzungsleistung gebeten wird, zögert er nicht lange. Er ist schließlich nur ein kleines Rädchen und die Partei doch nicht wirklich ernst zu nehmen, oder?
Simpler Plot, simple Botschaft?
Das in Monokultur. Alternative für Andi beschriebene Deutschland ist sehr simpel aufgebaut. Von verschiedenen Kommentaren zu niedrigen Arbeitnehmerlöhnen abgesehen, wird das Bild kaum ausgefüllt. Gesellschaftliche Strömungen sucht man vergebens, was aber daran liegen könnte, dass Andi sich in einer Blase bewegt. Die schlimme wirtschaftliche Situation, die für die Übersetzungsbranche sicher auch in der Realität nicht rosig sind, lässt einen fast an dystopische Romane mit starkem Klassensystem denken. Das wird aber leider nicht ausgebaut. Stattdessen konzentriert sich der Roman vollständig auf Andi. Doch obwohl man als Leser an allen Gedanken teilhat, wirkt Andi irgendwie nicht vollständig für mich. Einerseits reflektiert er sehr genau, andererseits scheint er sehr idiotenhaft. Ich habe mich beim Lesen oft gefragt, ob Andi unnötig idiotisch dargestellt wird, um erklärbar zu machen, dass er auf die Populisten hereinfällt. Trotz mehrfacher Warnungen von (Ex-) Arbeitskollegen und den sehr offensichtlichen fremdenfeindlichen Tendenzen bemerkt er nicht, auf welche Katastrophe er zuschlittert. Besonders auffällig wird der Kontrast zu einer guten Reflexion, wenn Andi Übersetzungen für Greenpeace anfertigt, die sprachlich überaus gelungen sind. Im Gegensatz dazu steht Andis unreflektierter Umgang etwa mit rassistischen Kommentaren eines Arbeitskollegen.
„Kann schon sein, Murat. Aber ganz ehrlich, ich hab keine Lust, wegen eines Möchtegern-Ariers meine Stelle zu riskieren. Die Sprüche nerven, aber ich kann damit leben. Das muss jeder mit sich selbst ausmachen.“ Seite 84
Gegen Ende bereut Andi einen Teil seines Verhaltens, ironischerweise arbeitet er parallel wie in Trance einen Auftrag von Heckler & Koch (einem Waffenhersteller) ab. Insgesamt scheint mir Andi als Figur zu überspitzt idiotenhaft, als dass ich ihm seine Handlungen abkaufen könnte. Das trübte leider ein wenig mein Leseerlebnis, denn insgesamt fand ich den schmalen Roman sehr gut und wichtig! Laut Klappentext ginge es um Schuld und Gleichgültigkeit, besonders letztere wird eindrucksvoll aufgezeigt und ebenso ihre gesellschaftlichen Konsequenzen. Nicht nur die Entwicklung der rechtspopulistischen Partei, auch Fremdenfeindlichkeit oder simpel der Kampf gegen den sozialen Abstieg auf Kosten anderer werden durch Andis Desinteresse sowie das der anderen Figuren befeuert.
Fazit: Ein aktueller Roman über Gleichgültigkeit und Desinteresse an gesellschaftlicher Entwicklung und den Folgen, sprachlich manchmal nicht ganz rund, aber ein wichtiges Thema aufgreifend, zu dem ich mir gerne weitere Literatur wünsche!
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