Bücher mit dem Tag "partisanen"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "partisanen" gekennzeichnet haben.

69 Bücher

  1. Cover des Buches Stadt der Diebe (ISBN: 9783453407152)
    David Benioff

    Stadt der Diebe

     (619)
    Aktuelle Rezension von: iGirl

    Lew und Kolja sind nicht einfach so Freunde, nein, die Freundschaft entsteht heraus aus der Angst vor ihrer eigenen Hinrichtung. Der Plünderer Lew und der Deserteur Kolja erhalten die Chance zu überleben, wenn sie dem Chef des Geheimdienstes eine schier unmögliche Aufgabe erfüllen: 1942, mitten im belagerten Leningrad, das von Hunger und Tod gebeutelt ist, sollen sie ihm ein Dutzend Eier für die Hochzeitsfeier seiner Tochter auftreiben. Lew ist kein Kämpfer, sondern eher intellektuell geprägt, wohingegen Kolja mit seiner soldatischer Vergangenheit, hinter jedem Mädchenrock her und ein wahrhaft unerschrockenes Organisationstalent ist. Die Aussicht auf das Überleben schweißt die beiden jungen Männer zusammen und sie gehen auf ihre schier unlösbare, grausame Mission.

    Fast unmöglich scheint es, dass, neben all dem kriegsbedingten Irrsinn, den Grausamkeiten, dem ständigen Hunger und der Hoffnungslosigkeit, Raum bleibt für Ironie und Komik. Und doch gelingt es dem Autor, David Benioff, eine bildgewaltige, lebendige Geschichte, aus der Ich-Perspektive Lews, zu erzählen, die von witzigen Dialogen durchzogen ist. An vielen Stellen schien es mir, als Lesende, fast rücksichtslos, anhand des allgegenwärtigen Grauens zu lachen - und doch macht der subtile Humor den Horror und die Exzesse des Krieges erträglich und es gelingt die Hoffnung auf ein gutes Ende aufrecht zu erhalten, was wahrlich nicht leicht gemacht wird. Geschildert anhand von winzigen Ereignissen schwebt über allem die Basis des Menschseins: die Menschlichkeit, die Freundschaft, die Gemeinsamkeit, die Hilfsbereitschaft und auch ein wenig die Liebe. Und dennoch bleibt es uns, als Lesende, nicht erspart, verfolgt von Angst, gemeinsam mit den Protagonisten, durch diese rasende Geschichte gejagt zu werden. Zeit zum Verharren, Verschnaufen bleibt nicht.

    Mein Fazit: Ich hätte etwas verpasst, wenn ich dieses rastlose Buch nicht gelesen hätte!

  2. Cover des Buches Bella Ciao (ISBN: 9783257070620)
    Raffaella Romagnolo

    Bella Ciao

     (89)
    Aktuelle Rezension von: renee

    Raffaellas Romagnolo erschafft hier eine stimmige und absolut interessante Familiengeschichte aus dem Norden Italiens. Angesiedelt ist diese Familiengeschichte in einer Zeit voller politischer Wirren und bevölkert ist diese Familiengeschichte mit einer großen Menge an skurrilen und starken Charakteren. Gerade diese Zeit politischer Wirren macht klar, was politische Prozesse mit den betroffenen Menschen machen, wie diese Menschen zu Spielbällen werden und wie einige Wesen der Gattung Mensch zum Wolf mutieren, zum Feind ihrer eigenen Art werden, was der Wolf wieder überhaupt nicht ist. Aber anschaulich klingt dieses zum Wolf mutieren allemal. Verschiedene Lebensanschauungen prallen hier im Norden Italiens in den vielen zu behandelnden Jahren aufeinander, einerseits trifft hier Arm auf Reich, aber auch die Sozialisten/Kommunisten auf die Faschisten. Andererseits geht es auch wieder um eine Frauenfreundschaft und einen Verrat, denn dieser lässt diese Frauenfreundschaft zerbrechen. Giulia Masca kommt 1946 aus den USA nach Italien zurück, um Anita zu treffen, ihre alte Freundin und alte Wunden zu schließen, die ihr die Freundin geschlagen hat. Dies fällt ihr natürlich auch schwer, aber die Unterstützung ihrer amerikanischen Familie ist ihr gewiss. Und Raffaella Romagnolo spinnt die Geschichte von 1946 zurückblickend auf die ereignisreichen Jahre in Italien und in den USA. Damit ist diese Geschichte nicht nur historisch interessant, sondern auch eine Geschichte über eine Freundschaft und eine Geschichte über eine Emanzipation mit wirklich herausragendem Personal. "Bella Ciao" ist ein Buch, welches ich sehr gern gelesen habe und dem ich wirklich viele Leser wünsche. Gerade jetzt wieder wäre dieses Buch erhellend, in den Zwanzigern dieses Jahrhunderts, die irgendwie auch etwas an die Zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts erinnern. Und hier sage ich nur, wehe vor den Dreißigern!!!

  3. Cover des Buches Unter blutrotem Himmel (ISBN: 9781503950085)
    Mark T. Sullivan

    Unter blutrotem Himmel

     (61)
    Aktuelle Rezension von: DieBerta
    Unter blutrotem Himmel von Mark Sullivan
    Klappentext:
    Pino Lella will eigentlich nichts mit dem Krieg oder den Nazis zu tun haben – er ist ein normaler italienischer Jugendlicher, der sich für Musik, Essen und Mädchen interessiert. Dann schafft ein Bombenangriff in seiner Heimatstadt Mailand eine Wirklichkeit, die den jungen Mann über Nacht erwachsen werden lässt. Pino schließt sich einer Untergrundorganisation an, die Juden bei der Flucht über die Alpen hilft, und beginnt für die Alliierten zu spionieren. Dabei verliebt er sich unsterblich in die sechs Jahre ältere Anna. Doch kann ihre Liebe Bestand haben in einer Welt, in der nichts so sicher ist wie die Veränderung?

    Taschenbuch: 596 Seiten
    Verlag: Tinte & Feder (22. Mai 2018)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 1503950085
    ISBN-13: 978-1503950085
    Originaltitel: Beneath a Scarlet Sky
    Größe und/oder Gewicht: 12,6 x 2,5 x 18,6 cm

    Wie schon im Klappentext beschrieben geht es hier um die Geschichte eines italienischen Jugendlichen, der auch nicht anders als andere Menschen unverhofft vom Krieg überrascht wird und sich erst einmal gar nicht betroffen fühlt. Fast durch Zufall gerät er in eine Untergrundorganisation, sowie er auch seine weiteren Abenteuer eher durch Zufall, als durch Heldentum oder Berechnung überlebt. Die Geschichte der Judenverfolgung wird hier aus der italienischen Sicht, aus der Sicht eines ganz normalen Jugendlichen beschrieben. Der Leser kann sich fragen, wie hätte ich wohl in dieser oder jener Situation gehandelt. Das alles auf wahren Begebenheiten beruht mag man hier nicht ganz glauben, aber der Leser wünscht sich ja auch einen spannenden Roman und es handelt sich hier um einen Roman und keine Biographie oder ein Lehrbuch. Somit ist der Roman recht spannend und lässt sich einfach lesen, wer mehr wissen möchte muss sich dann schon weiter mit dem Thema beschäftigen.
    Ich kann dieses Buch Lesern empfehlen, die sich mit der Geschichte des zweiten Weltkrieges mal aus einer anderen Sicht, aber auch unterhaltsam beschäftigen möchten. Hier finden sie einen historischen Roman, eine Liebesgeschichte, ein bisschen „James Bond“-Abenteuer in einfacher Schreibweise. Wer Informationen, Tatsachenberichte oder ähnliches wünscht, muss sich schon weiter mit dem Thema beschäftigen.
  4. Cover des Buches Der Fall Collini - Filmausgabe (ISBN: 9783442718665)
    Ferdinand von Schirach

    Der Fall Collini - Filmausgabe

     (473)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Caspar Leinen, ein junger Strafverteidiger, wird einen Monat nach Erhalt seiner Zulassung, das Mandat zur Strafverteidigung von Fabrizio Collini zugeordnet. Der gebürtige Italiener, der 34 Jahre lang völlig unauffällig bei Mercedes gearbeitet hat, hat in einem Berliner Luxushotel den 85-jährigen Hans Meyer ermordet. Nicht nur ermordet, sondern regelrecht hingerichtet - anschließend hat er sich widerstandslos verhaften lassen und schweigt seither. Weder seinem Verteidiger Leinen noch dem Gericht gibt er Auskunft über ein Motiv für den Mord. 

    Lange Zeit finden weder die Staatsanwaltschaft noch Leinen eine Antwort auf die Frage nach dem Warum. Eine Kindheitserinnerung Caspar Leinens lässt den Verteidiger in eine längst vergangen geglaubte Welt eintauchen und fördert nicht nur eine unschöne Seite des Mordopfers sondern auch das Versagen der deutschen Justiz in der Nachkriegszeit und der Aufarbeitung des NS-Regimes zu Tage. 

    Meine Meinung: 

    Der sachliche, schnörkellose Schreibstil des Autors, der weiß worüber er schreibt, gefällt mir außerordentlich gut. Ferdinand von Schirach ist Jurist, Strafverteidiger und Enkel des NS-Reichsjugendführers Baldur von Schirach. 

    Spannend ist der Einblick in das Gerichtsverfahren, das ja im Normalfall nicht mehr Gegenstand eines Krimis ist. Der Schwerpunkt liegt natürlich auf Seiten der Verteidigung. Interessant ist auch, wie Caspar Leinens Vergangenheit und die Collinis in den Ablauf eingeflochten sind.  

    Der Autor lässt seinen Lesern jede Menge Spielraum für eigene Gedanken und Schlussfolgerungen. Durch die Ausführungen der Sachverständigen Dr. Sybille Schwan wird deutlich, wie die Rechtsprechung im (Nachkriegs-)Deutschland den Tätern und nicht den (mehrheitlich jüdischen) Opfern zugeneigt war. Dieser Justiz-Krimi zeigt die Irrwege und Nachlässigkeiten der Vergangenheitsbewältigung in Deutschland (und auch in Österreich) auf. 

    Diese Geschichte ist 2018 mit Franco Nero als Fabrizio Collini grandios verfilmt worden. 

    Fazit:

    Dieser Justiz-Krimi zeigt die Irrwege und Nachlässigkeiten der Vergangenheitsbewältigung in Deutschland (und auch in Österreich) auf. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

     

     

  5. Cover des Buches Die Tote am Lago Maggiore (ISBN: 9783462048193)
    Bruno Varese

    Die Tote am Lago Maggiore

     (51)
    Aktuelle Rezension von: Livricieux

    »Anscheinend vermutete der Mann etwas bei ihm, dass er entweder nicht hatte oder von dem er nur nicht wusste, dass er es besass. Vielleicht hatte Gisella ihm etwas darüber sagen wollen, als sie versucht hatte, ihn anzurufen. Der Anrufer hatte etwas mit Gisellas Tod zu tun, da war Matteo sich ziemlich sicher.«
    – S.66-67

    Irgendwie mochte ich Die Tote am Lago Maggiore und Matteo Basso ganz gerne. Das Buch vermittelte mir im kalten Winter ein bisschen Frühlingswärme und versprühte ganz viel italienisches Flair. Allerdings muss ich auch sagen, dass die Handlung etwas spannender hätte sein dürfen und grad zu Beginn durch den Schreib- und Erzählstil viel von ihrem Drive einbüsste.
    Der erste Band dieser Reihe ist ganz solide und lässt sich gut einfach mal so zwischendurch lesen. Wirklich aus der Masse heraus stehen tut die Geschichte aber nicht.

    Die vollständige Rezension gibt es auf dem Blog readeatlive nach zu lesen.

  6. Cover des Buches Das Labyrinth des Fauns (ISBN: 9783981653939)
    Cornelia Funke

    Das Labyrinth des Fauns

     (46)
    Aktuelle Rezension von: meisterlampe

    Inhaltsangabe:

    13 Jahre nach Veröffentlichung des oscarprämierten Meisterwerks »Pans Labyrinth« kleidet Bestsellerautorin Cornelia Funke die düstere Parabel in ein neues, literarisches Gewand – in enger Zusammenarbeit mit Star-Regisseur Guillermo del Toro.
    Spanien, 1944: Die junge Ofelia reist mit ihrer schwangeren Mutter zu ihrem unbarmherzigen Stiefvater Capitán Vidal in eine verlassene Mühle, die seinen Truppen als Stützpunkt zur Bekämpfung der verbliebenen Rebellen dient. Auf der Flucht vor dieser grausamen Realität findet Ofelia ein verwittertes Labyrinth, das ihr ein Tor in eine fantastische Welt öffnet. Dort trifft sie auf einen Faun, der in ihr die verschollene Prinzessin des unterirdischen Königreichs erkennt und sie vor drei gefährliche Aufgaben stellt.
    Mit dieser ungekürzten Lesung erscheint ein aufwendig inszeniertes Hörbuch mit einem fesselnden Soundtrack aus Musik und Sounddesign. Sprecher Tom Vogt, bekannt u. a. als die Stimme von Colin Firth, Clive Owen und Laurence Fishburne, liest die dramatische Geschichte mit packender Genauigkeit und brillanter Flexibilität. Abwechselnd dazu erzählt die Autorin selbst mit faszinierender Lebendigkeit von der dunklen Vergangenheit des Labyrinths und gewährt dem Hörer so neue Einblicke in die märchenhafte Welt des Fauns.
    Ein spannendes Hörerlebnis für alle Altersgruppen produziert in gewohnt beispielloser Qualität.

    Meine Meinung:
    Das Titelbild ist in Türkistönen mit gelb-goldener Schrift gehalten, das Mädchen stellt vermutlich Ofelia dar, die beiden Figuren in den unteren Ecken sind nur schwarz und undeutlich zu erkennen, die Elfe dafür umso besser - und natürlich der Mond!
    Musikalisch ist die Geschichte gut unterlegt, als Sprecher wechseln sich Cornelia Funke und Tom Vogt ab, das passt gut. Einerseits erscheint "Das Labyrinth des Fauns" wie ein Märchen mit all seinen fabelhafen und fantastischen Figuren, andererseits ist es eine düstere Geschichte, die mir als Erwachsene teilweise zu brutal war. Verschiedene Erzählstränge und Sichtweisen wechseln sich ab und finden zueinander, manche Stellen fand ich zu verworren und konnte nicht ganz folgen. Teilweise war das Zuhören schwierig, dann wieder sehr leicht. Die Bewertung hält sich im Mittelfeld, bei 3 Sternen, die Inszenierung ist gut gelungen, aber die Geschichte selbst hat mich nicht überzeugen können.

  7. Cover des Buches Niemand weiß, dass du hier bist (ISBN: 9783492059183)
    Nicoletta Giampietro

    Niemand weiß, dass du hier bist

     (41)
    Aktuelle Rezension von: Lealein1906
    Ich habe jetzt schon so einige Bücher aus dem Zweiten Weltkrieg gelesen, aber dieses hier hat mir noch einmal ein paar ganz neue Facetten offenbart. Zudem hat es ganz besondere Charaktere.
    Lorenzo ist 12 Jahre alt und kommt bei seiner Tante in Siena unter. Dort wartet er darauf, dass seine Eltern ihn zurückholen. In seinem jugendlichen Eifer ist Lorenzo zusammen mit seinem Freund Francesco überzeugter Faschist. Doch dann lernt er Daniele kennen, einen Juden. Da fängt er an nachzudenken.
    Am Anfang fiel es mir schwer, mit Lorenzo klarzukommen, wegen seiner hohen Meinung vom Krieg und dem Faschismus. Allerdings habe ich mich auch gefragt, wie ich wohl als 12-Jährige gedacht hätte, wenn man unter so einer Prägung aufwächst. Trotzdem ist Lorenzo ja von Anfang an ein lieber Junge und durch den Wandel, den er während des Buches durchmacht, mag man ihn immer mehr. Dadurch hatte auch ich das Gefühl, immer mehr in die Geschichte reinzuwachsen.
    DIe Beschreibungen von Siena während des Krieges fand ich sehr beeindruckend, da muss wirklich auch viel Recherchearbeit dahinterstecken. Die Sprache fand ich dafür sehr gut gewählt. Sie passt total gut zum Buch. Ich findeNicoletta Giampietro erzählt gerade die Details, die oft auch traurig sind, genau richtig lebendig und eindrücklich und bewegend.
    Es ist so wichtig, dass es diese Bücher gibt, die aus diesen Blickwinkeln, und vielleicht gerade die eines kleinen Jungen, auf den Krieg schauen, sodass etwas hoffentlich nie wieder vorkommt.
    Dafür gibt es auf jeden Fall 5 Sterne von mir.
  8. Cover des Buches Die Klänge der Freiheit (ISBN: 9782496709803)
    Tara Haigh

    Die Klänge der Freiheit

     (45)
    Aktuelle Rezension von: Lesezoo1980

    Das Buch die Klänge der Freiheit von Terra Haigh hat meine Erwartungen erfüllt. Die Geschichte um Inge und den Zweiten Weltkrieg hat mich ergriffen und berührt. Ich liebe Bücher, die in der Zeit des Dritten Reichs spielen und mag die historische Details rund um das Kloster in Italien sehr. Die Charaktere sind sehr gut ausgewählt und wachsen einem im Laufe des Buches immer mehr ans Herz. Auch wenn es sicherlich nicht die ungewöhnlichste Geschichte über diese Zeit ist, die ich je gelesen habe, halte ich das Buch doch für lesenswert und würde es weiterempfehlen. Das Cover, welches Inge in ihrer Tracht in einem Mohnfeld zeigt, gefällt mir gut, auch wenn es sicherlich nicht außergewöhnlich gut zur Geschichte passt. Auch wenn das Ende nicht wahnsinnig überraschend ist, rundet es die Geschichte doch ab und bringt sie zu einem Abschluss. Ich würde die Autorin weiterempfehlen.


  9. Cover des Buches Zypressenmond (ISBN: B00JT8YX66)
    Eva Völler

    Zypressenmond

     (13)
    Aktuelle Rezension von: schafswolke
    Sophia ist eine leidenschaftliche Krankenschwester und sie arbeitet öfters bei ihrem Onkel Giovanni Scarletti. Einzig ihre Vater Roberto missbilligt ihre Arbeit und sieht sie viel lieber an seiner Seite auf dem Gut La Befana. Doch die Zeiten im Zweiten Weltkrieg sind für alle nicht leicht und Roberto muss sich eingestehen, das Sophia als Krankenschwester gebraucht wird und findet eine Lösung, die für beide Seiten zufriedenstellend ist.

    Mit dem deutschen Soldat Richard kommt langsam auch der Krieg nach La Befana. Als Richard dort verletzt wird, kümmert sich Sophia um ihn und die beiden beginnen sich in einander zu verliebem. Doch Richard ist immer noch verheiratet und weiß nicht, wie er mit diesem Geheimnis umgehen soll.

    Und dann ist da noch Elsa mit der Roberto eine verhängnisvolle Affäre anfängt. Was harmlos beginnt, hat verherende Folgen mit denen keiner gerechnet hat.

    "Zypressenmond" ist der erste Teil der "Toskana-Saga" von Eva Völler. Ich kenne zwar die anderen Bücher nicht, aber es gibt bei diesem Buch ein in sich geschlossenes Ende. Man wird also nicht "alleine" gelassen, was ja durchaus bei mehrteiligen Büchern vorkommen kann.

    Das Buch führt einen nach Italien und zeigt wie auch ein friedliches Landgut nicht vom Krieg verschont wird. Man lebt und leidet mit den Personen und auch die Ort werden bildhaft beschrieben.

    Für "Zypressenmond" gibt es von mir 4 Sterne!
  10. Cover des Buches Kriegslicht (2 MP3-CDs) (ISBN: 9783958620711)
    Michael Ondaatje

    Kriegslicht (2 MP3-CDs)

     (24)
    Aktuelle Rezension von: anena

    Michael Ondaatjes Sprache ist betörend. Er beschreibt das Leben eines Jungen in England, der früh von seinen Eltern verlassen wird. Es geht um Lug, Betrug und Spionage. Die Personen und Schauplätze sind teilweise sehr skuril.

  11. Cover des Buches Die Sterne über Venedig (ISBN: 9782496700374)
    Anja Saskia Beyer

    Die Sterne über Venedig

     (41)
    Aktuelle Rezension von: clematis

    Der Nonna in Venedig geht es schlecht. Also reisen die Schwestern Caterina und Nicola von  Deutschland nach Italien, um sich ein paar Tage um Mutter und Großmutter zu kümmern. Allerdings steht ein ungeklärter Zwist zwischen den Schwestern, der sich auch in der gelösten Atmosphäre im beliebten Urlaubsziel nicht beilegen lässt. Energisch greift die - bis auf ihre Herzprobleme - recht rüstige Oma ein und beginnt nach Jahrzehnten der Verschwiegenheit ihre Geschichte aus den 1940er Jahren zu erzählen. 

    Eine wunderschöne, wenn auch mitunter traurige Geschichte fließt aus Beyers Feder, trotz aller Widrigkeiten keimt immer wieder Hoffnung auf. Als interessante „Geschichte-in-der-Geschichte“ ist Nonnas Vergangenheit gut eingebettet in die aktuellen Ereignisse in Venedig. Und so verknüpft die Autorin einfühlsam die Gegenwart mit der Vergangenheit. Erinnerungen an grauenvolle Kriegsjahre und den erbitterten Widerstand werden wach. Der Leser erfährt viele einprägsame Details aus dem Leben des einfachen Volkes und spürt förmlich die Entbehrungen, denen kaum jemand entkommen konnte. Schmerzliche Verluste von Familienmitgliedern, Bangen um Freunde jüdischer Herkunft und der Mangel an grundlegenden Nahrungsmitteln prägen die jungen Jahre der Großmutter und völlig unbekannte Neuigkeiten erschüttern Tochter, Enkel und Urenkelin.

    Fließend reihen sich die Ereignisse aneinander, weckt der Verlauf der Geschichte immer mehr Neugier und bannt die Aufmerksamkeit des Lesers. Anja Saskia Beyer versteht es, mit bildhaften Beschreibungen zu fesseln, sodass man vollends versinkt in dieser berührenden und zugleich aufrüttelnden Erzählung. Nicht nur die Familie selbst, die dominiert wird von Frauen mit einer starken Persönlichkeit, sondern auch alle anderen Figuren sind unglaublich lebendig gezeichnet. Fast meint man, selbst dabei zu sitzen und mit zu diskutieren oder Nonnas unfassbaren Erlebnissen zu lauschen. 

    Bis zum Ende gibt es immer wieder überraschende Wendungen und Neuigkeiten, sodass wenig vorhersehbar ist und die Reise nach Venedig sowohl im Jahre 2019 als auch in den 1940ern mehr als spannend ist und unbedingt gelesen werden sollte!



     

     

    Titel                             Die Sterne über Venedig

    Autor                           Anja Saskia Beyer

    ISBN                            978-2-496-70037-4

    Sprache                       Deutsch

    Ausgabe                      Taschenbuch, 320 Seiten

                                       ebenfalls erhältlich als e-book 

    Erscheinungsdatum      15. Oktober 2019

    Verlag                          Tinte und Feder

  12. Cover des Buches Wolfsherz (ISBN: 9783404166572)
    Wolfgang Hohlbein

    Wolfsherz

     (247)
    Aktuelle Rezension von: TanteGhost

    Die Werwolflegende ziemlich geschickt in die Erlebnisse eines normalen deutschen Reporterehepaars eingewoben. Geschickt wurde hier mit Schicksalsschlägen und der Sage um Werwölfe gespielt.

    Inhalt: Rebecca und Stefan sind als Journalisten unterwegs, sie wollen einen Söldner namens “Barkow” interviewen und daraus die Story ihres Lebens machen.
    Doch es kommt anders. White, der Begleiter der beiden, spielt ein falsches Spiel. Er benutzt die beiden um an den Söldner ran zu kommen und ihn dann zu töten. - Es beginnt eine gefährliche Flucht durch das “Wolfsherz”. Ein Tal voller Geheimnisse und Legenden um Werwölfe.
    Auf der Flucht nimmt sich Rebecca eines scheinbar verlassenen Kindes an, welches nackt im Wald zu leben scheint. Bei der Rettung des Kindes werden die beiden von den Wölfen übel zugerichtet.
    Während die beiden mit dem Kind wieder in Frankfurt angekommen sind, bleibt die gegnerische Seite nicht untätig. Rebecca und Stefan müssen sich mit dem Jugendamt herumschlagen, seltsame Menschen verfolgen Stefan und bringen ihn in Schwierigkeiten und auch White taucht wieder auf und will Licht in die Sache bringen.
    In einem fulminanten Finale wird mit der Werwolflegende und den Sagen über das Wolfsherz aufgeräumt.

    Fazit: Meiner Meinung nach ist dieser Hohlbein ein wenig anders gestrickt, als ich es bisher gewohnt war. Zwar war auch hier eine Sage oder auch ein Aberglaube sehr geschickt in eine fast reale Welt hinein gewoben, dass ich die Geschichte gern geglaubt hätte, aber meiner Meinung nach hat es hier ziemlich viele Kampfszenen. Das war ich so von Hohlbein bisher noch nicht gewohnt. Seine Spannung war immer subtiler.
    Während im ersten Teil des Buches die Handlung noch zügig voran Schritt, ein Ereignis auf das andere folgte, ging es dann im zweiten Teil kaum noch voran. Herr Hohlbein hat hier viele mit der Werwolfsage gespielt. Mit den übernatürlichen Fähigkeiten, die diesen Fabelwesen nachgesagt werden. Aber eigentlich hat sich das Ganze dann doch ziemlich hin gezogen, bis es endlich im letzten Teil wieder spannend und Actionreich wurde.
    Gerade zum Ende hin, als dieses große Durcheinander war, bin ich mit den Namen nicht wirklich hinterhergekommen. Immer wieder habe ich alles durcheinander geschmissen und war stellenweise ziemlich verwirrt. Aber am Ende hat sich alles irgendwie von selbst erklärt und ich habe trotz allem begriffen, was hier wirklich vor sich ging. - Allerdings frage ich mich, welche Rolle denn jetzt der Bruder von Rebecca gespielt hat. Sein Schicksal wurde am Ende komplett offen gelassen und das hat mich ziemlich unbefriedigt sein lassen. Während es für die Protagonisten am Ende noch fast nach einem Happy End aussehen ließen.

    Anfangs hatte ich einen Film vor meinem geistigen Auge, der dann aber mit der Handlung in Frankfurt nachgelassen hat. Wie gesagt, die Handlung ging dann nicht mehr wirklich voran, aber ich bin trotz allem dran geblieben. Denn diese Hinweise auf die Werwolflegende und diese seltsamen Empfindungen von Stefan und auch diese seltsamen Häscher, haben eine ganz eigene Faszination ausgeübt. Die Spannung war mehr unterschwellig aber eben doch genug, dass ich dran geblieben bin.
    Alles in Allem bin ich aber der Meinung, dass man das komplette Werk durchaus auch hätte kürzer gestalten können. - Aber das ist eben typisch Hohlbein. Ich kenne seine Bücher nicht anders, als dass es da teilweise unnötige Längen hat und Szenen, die ich selber kürzer geschrieben hätte.
    Genremäßig würde ich für dieses Buch einfach mal einen neuen Mix erfinden und behaupten, dass es sich hier um eine Art Fantasythriller handelt. - Ich weiß, dass es das so nicht gibt. Aber ich habe dieses Buch in jedem Fall so empfunden. Die Sache mit den Werwölfen wäre die Fantasy und das Finale auf jeden Fall ein Thriller. Und was für einer.

    Ich kann dieses Buch nicht vorbehaltlos empfehlen. Meiner Meinung nach tut man sich um einiges leichter, wenn man so oder so schon einmal Fan von Wolfgang Hohlbein ist. Dann ist man seinen Schreibstil gewohnt und nicht ganz so schlimm enttäuscht, wenn der eigene Geschmack nach Action nicht zu hundert Prozent getroffen ist.

  13. Cover des Buches Zorn der Lämmer (ISBN: 9783839228715)
    Daniel Wehnhardt

    Zorn der Lämmer

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Tina_book_and_style

    INHALT: Abba, Vitka, Ruzka und Leibke leben in Wilna im Getto und versuchen so gut es geht im zweiten Weltkrieg zu überleben. Dort erleben sie aber schreckliche Dinge, die die Nazis mit ihnen machen. Sie gründen eine Geheime Untergrundorganisation  Namens Nakam. Sie wollen Rache, Rache für die vielen Toten Juden. Werden Sie den Plan in die Tat umsetzen können, nachdem sie getrennt wurden und jeder für sich ums Überleben kämpfen mussten? MEINUNG: Dieses Buch wird aus verschiedenen Perspektiven geschrieben. Es spielt in der Vergangenheit, die ja sehr Brutal war. Die Schilderung des Buches ist sehr gut Recherchiert und gibt einem einen sehr guten Eindruck in die damalige Zeit. Es ist echt erschreckend wie Brutal die Zeit doch war. Das Buch gibt einen sehr guten Eindruck in die Brutalität mit der die Nazis vorgingen. Was mich etwas gestört hat war, dass so viele Personen mitspielen und das man teilweise nicht weiß bei wem, oder wo man gerade ist. Das ist aber auch das einzige was ich zum aussetzen habe. Ich mag ja solche Hytorischen Geschichten und gerade der Holocaust fasziniert mich. Ich finde alles so erschreckend, wie konnte man die ganzen Gräueltaten nur machen. Ich hatte mir vor ein paar Jahren das KZ in Mathausen angesehen und war zutiefst erschüttert. Und genauso ging es mir auch in dem Buch, faszinierend und erschüttert zugleich.

  14. Cover des Buches Der italienische Garten (ISBN: 9783453358584)
    Alyson Richman

    Der italienische Garten

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Selinavo

    Elodie wächst wohlbehütet auf. Doch sie lernt Luca und seine Freunde kennen - und dadurch auch die Widerstandsbewegung im Krieg. Auch sie will den Krieg nicht einfach so hinnehmen und bewegt hält sich immer mehr in gefährlichen Situationen auf, was auch Verluste mit sich bringt.

    Später trifft sie auf Angelo und muss ihr Geheimnis des Widerstandes wahren, doch da beide mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen haben, nähern sie sich immer mehr an.

    Die ersten 100 Seiten konnte mich das Buch noch nicht packen. Aber dann wurde es sehr spannend. Der Leser konnte sich sehr gut in die Situation des Krieges hineinversetzen, was zwischenzeitlich ein sehr grausames Gefühl mit sich brachte. Insgesamt war der Schreibstil sehr bildlich und machte keinen Halt vor grausamen Situationen. Die Emotionen waren geladen und man fühlte sehr mit.

    Auch wenn ich etwas Zeit brauchte, um mit der Geschichte warm zu werden, kann ich dieses Werk wärmstens empfehlen. Es zeigt die Grausamkeit des Krieges, was nicht vergessen werden sollte. Andererseits kommt aber auch die Liebe und die Hoffnung nicht zu kurz.

  15. Cover des Buches Wem die Stunde schlägt (ISBN: 9783596903221)
    Ernest Hemingway

    Wem die Stunde schlägt

     (149)
    Aktuelle Rezension von: rkuehne

    Ich will und kann hier nichts gegen Hemingway sagen, den alten Mann auf dem Meer fand ich großartig. Dieses Kriegs- bzw. Anti-Kriegsbuch ist sicher auch ein guter Roman, mich hat er nur einfach nicht erreicht und so hab ich, nachdem ich merkte, dass es mir nicht gelingt eine Beziehung zu den Figuren, die Rebellen im spanischen Befreiungskampf, aufzubauen, den Roman abgebrochen. Es gibt zu viele andere Bücher, die auf mich warten.

  16. Cover des Buches Die Toten im Schnee (ISBN: 9783492302869)
    Giuliano Pasini

    Die Toten im Schnee

     (23)
    Aktuelle Rezension von: lievke14
    Auf einem Hügel in dem kleinen Bergdorf Case Rosse werden drei Leichen entdeckt. Hier in dem kleinsten Kommissariat Italiens waltet Roberto Serra seines Amtes und stößt bei seinen polizeilichen Ermittlungen auf unerbittliches Schweigen der Dorfbewohner, denn mit seinen Nachforschungen gräbt er tief in der Vergangenheit des Dorfes und weckt Erinnerungen, die für immer vergessen sein sollten.... Roberto Serra, stv. Kommissar hat sich extra in den hintersten Winkel des Appenins versetzen lassen, um seine eigene Vergangenheit zu vergessen und um endlich Ruhe zu finden. Die drei Toten im Schnee lassen dies jedoch nicht zu. Als Zugezogener hat es Roberto eh nicht leicht in dem verschlafenen Nest akzeptiert zu werden. Jetzt richtet sich jedoch das geballte Misstrauen der Einwohnerschaft Case Rosses gegen den Polizeibeamten. Unerwartete Hilfe bekommt er allerdings von einer jungen Ärztin, von der er dachte, dass er sie vor vielen Jahren aus seinem Leben verbannt hatte. Nun kreuzen sich ihre Wege erneut.... Dieser Kriminalroman spielt in zwei Zeitebenen...zum einen in der Gegenwart...zum anderen während des 2. Weltkrieges mitten in den Wirren der deutschen Besatzung in Italien. Die Story an sich ist sehr interessant gestaltet; auch passt das Setting hervorragend zu der Geschichte. Leider empfand ich den Schreibstil reichlich gewöhnungsbedürftig...liess dieser zu keiner Zeit Spannung aufblitzen. Auch konnte ich mit dem sehr eigentümlichen Gesundheitsproblem, oder der Gabe des Protagonisten (je nach dem man diesen Bewusstseinszustand nennen will) wenig anfangen, kam mir dieser doch ziemlich unglaubwürdig vor. Im großen und Ganzen bot "Die Toten im Schnee" eine gute, wenn auch inhaltlich schwer verdauliche Unterhaltung. Dem Leser werden viele Hintergrundinformationen über das besetzte Italien um 1945 geliefert. Das Grauen des Kriegsgemetzels wird schonungslos dargestellt. Jedoch bleibt die Umsetzung der Geschichte stilistisch weit hinter dem Inhalt zurück. Schade, hier wäre sicher mehr möglich gewesen, um den Leser zu fesseln.
  17. Cover des Buches Der kretische Gast (ISBN: 9783462051056)
    Klaus Modick

    Der kretische Gast

     (37)
    Aktuelle Rezension von: Mogul

    Das Buch zwei Erzählstränge, die ineinander verwoben sind. Einerseits ist es die Geschichte des leipziger Ärcheologen Johann Martens, der 1943 in das vom Deutschland besetzte Kreta zwangsversetzt wird und so der Front im Osten entkommt und den kretischen Widerstand kennenlernt. Anderseits des Studenten Lukas Hollbach der 1975 einen Trip nach Kreta macht, um etwas herauszufinden, von dem er selbst nicht genau weiß, um was es sich handelt. Er hat in Hamburg auf dem Flohmarkt ein Foto erstanden, auf dem ein Mann abgebildet ist, den ihn irgendwie an seine Kindheit erinnert. Natürlich gibt es auch noch eine tragische Liebesgeschichte.

    Das Hauptthema des Buches ist heikel, handelt es doch von der Besetzung Kretas durch die Nazis und die damit verbundenen Greueltaten. Kombiniert wird dieses Thema mit zwei Liebesgeschichten und der gastfreundlichen Urlaubsinsel Kreta in den 1970iger Jahren. Geht das gut? Das Buch ist gut geschrieben, schildert die Abgründe des Krieges ohne groß etwas zu beschönigen und bringt einem Land und Leute aus der Aussensicht näher. Ehrlich gesagt habe ich mit der Story etwas Mühe und die Liebesgeschichten sind zu kitschig als dass sie mit dem Abschlachten der Bevölkerung durch die Nazischergen kombiniert werden können. Das meine persönliche Meinung, aber vielleicht habe ich das Buch einfach falsch verstanden.

    Fazit: Aus meiner Sicht interessant, was man über Kreta im zweiten Weltkrieg erfährt, aber der Rest passt nicht wirklich dazu. Sehr bedingte Leseempfehlung.

  18. Cover des Buches Engel des Vergessens (ISBN: 9783442744763)
    Maja Haderlap

    Engel des Vergessens

     (35)
    Aktuelle Rezension von: Linnea_Draconis
    Fakten:

    Buchtitel: Engel des Vergessens

    Originaltitel: Engel des Vergessens

    Autor: Maja Haderlap

    Verlag: btb

    Buchreihe: /

    Seitenanzahl: 288 Seiten

    ISBN: 978-3442744763

    Preis: 10,00€ Taschenbuch

     

    Inhaltliches:

    Erzählperspektive: eigentlich Ich-Perspektive, allerdings wechselt es auch teilweise zu der dritten Person

    Lesbarkeit: sehr flüssig

    Besonderheiten des Buches: Es gibt keine Kapitel und die Geschichte wird aus vielen verschiedenen Perspektiven geschrieben.

     

    Klappentext:

    Maja Haderlap erzählt die Geschichte eines Mädchens, einer Familie und zugleich die Geschichte eines Volkes, der Slowenen in Kärnten. Überaus sinnlich beschwört die Autorin die Gerüche des Sommers herauf, die Kochkünste der Großmutter, die Streitigkeiten der Eltern und die Eigenarten der Nachbarn. Erzählt wird von dem täglichen Versuch eines heranwachsenden Mädchens, ihre Familie und die Menschen in ihrer Umgebung zu verstehen. Zwar ist der Krieg vorbei, aber in den Köpfen der slowenischen Minderheit, zu der die Familie gehört, ist er noch allgegenwärtig. Die Erinnerungen an jene schreckliche Zeit gehören für die Menschen zum Leben wie Gott. Für ihr Romandebüt wurde Maja Haderlap vielfach ausgezeichnet (u.a. Ingeborg-Bachmann-Preis, Bruno-Kreisky-Preis, Rauriser Literaturpreis).

     

    Charaktere:

    Zentral ist das Mädchen, aus dessen Perspektive erzählt wird. Da es sich um einen autobiographischen Roman handelt, handelt es sich bei dem Mädchen um Maja selbst. Sie wächst mit den Geschichten aus der schrecklichen Partisanenzeit während des ersten Weltkriegs auf und lebt mit ihrer Familie in der Grenzregion Kärnten und Slowenien. Sie erzählt von ihrer Großmutter und von deren Zeit im KZ. Die Großmutter ist eine sehr gottesfürchtige Frau, die für alles das richtige Gebet parat hat und de von Maja als eine zentrale Figur beschrieben wird. Mehr als die Hälfte des Buches wird von dieser Person beansprucht. Maja hat zu ihrer Großmutter ein gutes Verhältnis und sucht bei ihr oft Zuflucht, doch als sie auf das Gymnasium geschickt wird, bricht die Zuneigung ihrer Großmutter ab.

    Majas Mutter ist aufopfernd und setzt sich für die Familie ein, auch sie ist sehr gläubig, wenn auch nicht so streng gläubig wie ihre Schwiegermutter. Sie hat Freude an Gedichten und an Gesängen, doch ihr Mann, Majas Vater, macht ihr das Leben durchaus schwer. Er leidet an starken Selbstzweifel und hält die Familie mit seinen Launen ordentlich auf Trab und sorgt für vielerlei negative Stimmungen im Haus. An ihn scheint lediglich Maja heranzukommen, denn von seiner Frau scheint er nicht viel zu halten. Er scheint zwei Gesichter zu haben, denn er ist zum einen selbstmordgefährdet und zum anderen ist er der trinkfeste Geselle, der bei keinem Fest fehlen darf.

    Die Charaktere weisen genug Tiefe auf um mit ihnen mitleiden zu können, auch wenn oft schnell zwischen einzelnen Charakteren gewechselt wird. Man durchlebt, wie Maja der Geist der Vergangenheit zu viel wird und wie sie versucht aus ihrer Familie zu flüchten, nur um dann doch wieder vom Engel des Vergessens eingeholt zu werden.

     

    Inhalt:

    Die Handlung beginnt mit den frühen Kinderjahren von Maja und es wird erzählt, wie ihre Großmutter sich um sie gekümmert hat und zu welchem Verhältnis sie zu welchen Personen steht. Im Laufe der Zeit wird Maja älter und versteht ihre Umwelt besser. Je älter sie wird, umso mehr Geschichten erzählt ihr ihre Großmutter über das KZ und darüber, was sie erlebt hat. Im weiteren Handlungsverlauf besucht Maja das Gymnasium und immatrikuliert. Dieses Thema ist in diesem Buch sehr zentral, ebenso wie das Thema der Partisanen. Maja lernt erst im fortschreitenden Alter, dass sie die Vergangenheit nie gänzlich abstreifen kann.

    Die Handlung verläuft parallel zum Heranwachsen des Mädchens. Die Autorin hat einen sehr ruhigen und gemessenen Erzählstil, der sehr mitreißend ist. Sie legt besonders auf die Charaktere großen Wert. Auffallend ist, dass die Geschichte durchwegs im Präsens gehalten ist und nur durch ein Futur Abwechslung erlebt. Durch die gewählte Zeitform werden die Erzählungen intensiviert und treten genauer ins Gedächtnis.

    Dass dieser Roman den Bachmannpreis 2011 gewonnen hat, ist kaum verwunderlich. Auch die Thematik Kärnten/Slowenien ist aktuell. Ein tolles Leseerlebnis, das literarisch hervorragend gelungen ist.

     

    Cover:

    Das Cover ist sehr schlicht gehalten und erinnert mich an das Haus, in dem sich die meisten der Erzählungen abspielen. Die Hausmauer wirkt alt und weist darauf hin, dass es sich um keine moderne Geschichte handelt, sondern, dass die Erzählzeit in der Vergangenheit angesiedelt ist. Die Schriftart passt gut zum Hintergrund und die rote Titelfarbe hebt sich gut vom hellen Cover ab. Ein gelungenes Cover, das zum Buch passt.

     

    Empfehlenswert: Ja, dieses Buch ist sehr zu empfehlen.


    Diese Rezension erschien ebenfalls hier:

    http://lesedrachen.blogspot.co.at/2017/11/engel-des-vergessens.html

  19. Cover des Buches Die Stimmen des Flusses (ISBN: 9783518467008)
    Jaume Cabré

    Die Stimmen des Flusses

     (185)
    Aktuelle Rezension von: Flamingo
    Die „Stimmen des Flusses“ ist eine spannende Familien- und Dorfsaga mit einer großen Portion spanischer geschichtlicher Politik. Auf 666 Seiten verwebt Cabré rd. 90 Jahre spanische Geschichte mit der Geschichte eines Dorfes und einer Familie. Aktueller Aufhänger ist eine Lehrerin, die im Jahr 2002 das Tagebuch eines Lehrers aus den 1940ern findet.
    Geschrieben ist dies in Cabrés üblichem affektiertem Stil, der im Wesentlichen von Leserunfreundlichkeit geprägt ist. Er hat sich allerdings weiter entwickelt von seinem 1996 geschriebenen (aber erst jetzt in 2018 veröffentlichten) Roman „Eine bessere Zeit“. Allerdings muss man immer noch sehr genau lesen, der Autor macht es einem nicht leicht. Manchmal schien es mir auch, er wusste selber nicht, ob er einen anspruchsvollen zeitgenössischen Roman schreiben will oder eine Sex-Schmonzette, die man am Bahnhof kauf. Da kommt für mich sehr ein lüsterner alter Mann durch. Die erzählte Geschichte aber belohnt den Leser und im Grunde bleibt es bis zur letzten Seite spannend.
    Die volle Zahl an Sternen war leider nicht nicht möglich, da der Roman doch teilweise sehr viele Längen hat. Es sind einfach zu viele Baustellen. Selbst die Lehrerin Tina, die im Grunde der Katalysator für die Erzählung ist, hat unglaublich viele Baustellen: Eheprobleme, der Sohn gescheitert, eine Erkrankung und einen Erfinder, der sie permanent dick nennt mit sechs Kilo Übergewicht.
    Man merkt, dass Cabré ein alter Mann ist, der vermutlich ein Frauenbild hat, welches noch sehr tief im vorherigen Jahrhundert verwurzelt ist. Eigentlich werden alle Frauen als Huren oder Flittchen dargestellt. Schade, dass ihm hier nicht eine moderne Frauenfigur gelungen ist, die auch zu mehr Identifikation mit zumindest dieser weiblichen Leserin geführt hätte. Eines der großen Probleme von „Eine bessere Zeit“ war mMn, dass es nicht eine einzige sympathische Figur gab, auf deren Seite man sich schlagen konnte. Hier, in „Die Stimmen des Flusses“ hätte es Tina sein können, aber leider reduziert Cabré sie auf ihre Probleme und ihr Gewicht. Schade.
    Aber trotz diverser Unzulänglichkeiten und eines gewöhnungsbedürftigen Erzählstils ist es ein toller Spanienroman, der gerade in unserer heutigen Zeit an Aktualität nicht zu übertreffen ist. Wer sich z.B. wundert, dass in den USA die evangelikalen Christen einem Abschaum wie Trump immer noch die Treue halten, findet hier die Antwort. Alles, was der Vernichtung der Horden des Bösen (hier konkret Möder, Kommunisten, Atheisten, Freimaurer, Juden, separatistische Katalanen) beiträgt, ist Gott dem Herrn gefällig (lol dass ich als überzeugte Atheistin so einen Schwachsinn schreibe). Und solange Trump der Vernichtung jeglicher liberaler Agenda dienlich ist, wird er für die religiöse Rechte ein guter Christ sein. Und dieses Thema zieht sich auch durch „Die Stimmen des Flusses“. Überhaupt ist das Thema Macht, Macht der Kirchen, Macht des Geldes sehr zentral. Auf alle Fälle ein Roman, der zum Nachdenken anregt.
    P.S.: Ein Mini-Bonus-Pünktchen gibt es für das Lesezeichen mit Personenregister und DEM zentralen Zitat (über den Fluss) des Romans. Das Personenregister hat mich teilweise echt gerettet. 
  20. Cover des Buches ... trotzdem Ja zum Leben sagen: Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager (ISBN: 9783328102779)
    Viktor E. Frankl

    ... trotzdem Ja zum Leben sagen: Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager

     (85)
    Aktuelle Rezension von: Radagast

    Bücher zu lesen die Psychologen geschrieben haben genieße ich immer mit etwas Vorsicht. Meine Neugierde ist zwar geweckt, aber gleichzeitig befürchte ich, dass mich deren Thema über das sie schreiben mich sehr lange aufwühlt.
    Vorab kann ich sagen das Vitktor E. Frankl mich auf sehr angenehme Art und Weise überrascht hat. Sein analytischer und direkter Schreibstil hat mich an sein Buch gefesselt. Über die eigene Gefangenschaft in vier verschiedenen Konzentrationslager zu berichten war für ihn wohl ein Schritt um dieses Kapitel in seinem Leben abschließen zu können. Zumindest macht es auch mich diesen Eindruck.

    Er gliedert es in drei Phasen:
    1 Phase - Die Aufnahme ins Lager,
    2 Phase - Das Lagerleben,
    3 Phase - Nach der Befreiung aus dem Lager.

    Er beschreibt in den jeweiligen Phasen wie er und die Mithäftlingen mit den jeweiligen Lebensumständen umgegangen sind. Welche Werte verfallen, welche Trostlosigkeit vorherrscht und was der Hunger mit einem Menschen machen kann, wie sehr der Mensch um sein Überleben nicht nur in der physischen sondern vor allem in der psychischen Art überleben will. Es macht auf mich den Eindruck das er die menschliche Seele wie eine Zwiebel schält und man einen einzigartigen Blick auf diese bekommt.
    Ein roter Faden von unbändigen Lebenswillen durchzieht dieses Buch, dass mich unglaubliche glücklich machte. Klingt eigenartig, aber anders kann ich es nicht beschreiben. Es ist unvorstellbar furchtbar was diese Menschen erlebt haben und viele sind daran zerbrochen verstorben. Und doch gab/gibt es vereinzelt Menschen die darüber hinaus einen unbeugsamen Lebenswillen entwickelt haben und vor Leben nur so sprühen. Diesen Menschen zolle ich meinen vollsten Respekt und meine Dankbarkeit das ich wieder ein Stück dazu lernen darf, wie man wachsen kann.

    Ein Buch das ich nicht mehr aus meinen Regal geben werde, es bei Zeiten wieder lesen werde und voll mit Post-it ist.

  21. Cover des Buches Marina, Marina (ISBN: 9783426306642)
    Grit Landau

    Marina, Marina

     (80)
    Aktuelle Rezension von: Almeri

    Ich habe das Buch von der Autorin Grit Landau über den Droemer Verlag zum Lesen und rezensieren erhalten. Meine Meinung wird dadurch nicht beeinflußt. Ich wurde auf das Buchcover, sowie auf den Titel Marina Marina aufmerksam, weil, es mich sofort in den Bann zog. Eine italienische Stadtkulisse auf dem Coverhintergrund ist zu sehen und eine junge Frau die sich sehr lebensfroh zeigt. Man denkt an Liebe, Sommer und einfach an Urlaub…. Tja, diesmal wurde ich aber echt anders in das Buch eingeladen, abzutauchen. Man liest sich in das Jahr 1960 aufwärts rein, viele Protagonisten, ein Dorf und seine Bewohner. Man hat einen Leitfaden zu Beginn im Buch, um welche Dorfbewohner es sich handelt. Ohne dies wäre ich hin und wieder aufgeschmissen gewesen. Denn ich war gefangen in einer tollen Geschichte, die mich anfangs etwas umständlich verführt hat, abzutauchen. Denn dieser lockerer Schreibstil lies mich nicht abbringen das Buch aus der Hand zu legen. Ich war mit den Bewohnern dann irgendwann verwachsen. Man freute sich, litt mit den Menschen, und war hin und wieder echt sprachlos und schockiert. Und die einzelnen Abschnitte, um die Bewohner kennen zu lernen, waren dann zu eine wundervollen und einfühlsamen Geschichte geworden. Ich kann das Buch absolut empfehlen.

  22. Cover des Buches Die Engelkette (ISBN: 9783945113318)
    Willy Sievers

    Die Engelkette

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Leseratte61

    Klappentext:

    Der Zweite Weltkrieg begann mit dem deutschen Angriff auf Polen am 1. September 1939. Zwei Jahre später überfiel das nationalsozialistische Regime auch die Sowjetunion; der Feldzug trug den Decknamen „Unternehmen Barbarossa“.
     Im gleichen Jahr wurde Willy Sievers zum Kriegsdienst einberufen und dem Nachrichtengefechtsstab der Heeres­gruppe Nord/Heeresgruppe Kurland zugeteilt. Seine später auf der Grundlage von Tagebuchnotizen niedergeschriebenen Schilderungen, die hier zum ersten Mal veröffentlicht werden, gehen weit über gängige Kriegsberichte hinaus. Sie zeigen den Alltag hinter der Front ebenso wie die Grausamkeiten eines Krieges, an dessen Sinn viele nicht-nationalsozialistische Soldaten zwar längst zweifeln, dessen unbarmherzigen Regeln sie aber bis zum Ende unterworfen bleiben. Allem Elend zum Trotz sieht der Verfasser sich rückblickend von einer höheren Macht beschützt, die scheinbare Zufälle wie zu einer „Engelkette“ aneinanderfügt.

    Fazit:

    Willi Sievers wird trotz seiner Handverletzung einberufen, er soll als Schreiber und technischer Zeichner eingesetzt werden. Anfangs scheint die Front sehr weit weg und Willi in Sicherheit. Doch anhand seiner Pläne zu den Truppenbewegungen wird ihm schnell klar, dass sich die Deutschen im Rückzug befinden. Bald ist auch seine Truppe vom Krieg eingeholt und so erlebt Willi Feuergefechte, Panzerangriffe und bei der Rettung eines Kameraden erlebt er die Kampftechnik der Partisanen und verliert sein Bein. Nun beginnt der Kampf um sein Leben, der aussichtslos erscheint, da die Versorgung mit jedem Tag schlechter wird. Für Willi beginnt eine Odyssee durch verschiedene Lazarette und dann muss auch die Flucht in den Westen überlebt werden. Ob und wie Willi dies schaffen kann, das müsst ihr selbst lesen, es lohnt sich.

    Diese wahre Geschichte geht unter die Haut, da sie die Geschehen an der Front mit deutlichen Worten beschreibt und den Leser mitten in das Geschehen hineinzieht. Ich konnte mit Willi hoffen und bangen und freute mich über jeden Engel der an seiner Seite stand. Ich konnte das Grauen dieses Krieges hautnah miterleben und kann jetzt noch besser nachvollziehen, wie diese Generation geschädigt wurde, nur um den Größenwahn eines Mannes zu befriedigen. Doch auch schöne Szenen kommen in dieser Geschichte vor, so konnte ich mich mit Willi über Menschen freuen, die ihr Herz und ihre Gerechtigkeit noch besaßen und den Mut hatten zu helfen. Das waren Streiflichter der Hoffnung am Rande der Trümmerfelder mit den vielen Toten.

    Das Buch ist so spannend geschrieben, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte und immer mitfieberte. Es ist ein wichtiger Zeitzeugenbericht und eine Mahnung an uns alle, um uns immer vor Augen zu halten, was Kriege aus Menschen machen und wie sie sich auch auf die nachfolgenden Generationen auswirken. Von mir eine absolute Leseempfehlung.

  23. Cover des Buches Ikone (ISBN: 9783426629680)
    Neil Olson

    Ikone

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Karin_Kehrer
    Griechenland 1944: In der Kirche eines kleinen Bergdorfs wird die angeblich wundertätige uralte Ikone der Heiligen Mutter Gottes von Katarini aufbewahrt. Das kostbare Kleinod verschwindet spurlos.Sechzig Jahre später taucht sie plötzlich in New York im Nachlass eines Schweizer Bankiers auf. Eine gnadenlose Verfolgungsjagd beginnt, denn es gibt einige Interessenten für das wertvolle Kunstwerk.
    Eine angeblich wundertätige Ikone, ihr geheimnisvolles Verschwinden und die Jagd nach dem Kunstwerk, als es plötzlich wiederauftaucht – das alles wären durchaus Zutaten zu einem spannenden Thriller.
    Leider entpuppt sich die Geschichte eher als Familientragödie mit Verrat und nie eingestandener oder aufgearbeiteter Schuld. Eine etwas halbgare Liebesgeschichte begleitet die Handlung, die leider durch ausufernde und zum Teil nichtssagende Dialoge noch mehr verwässert wird.Viel Innenschau der Charaktere bremst ebenfalls das Tempo. Erst im letzten Teil gewinnt die Handlung etwas an Fahrt, aber bis dahin braucht der Leser viel Geduld!Zahlreiche Fehler trüben zudem den Lesegenuss, wie z.B. falsche Namen und unrichtiger Gebrauch des Konjunktivs.Wer hier – wie auf dem Cover suggeriert – einen temporeichen, spannenden Thriller erwartet, wird ziemlich enttäuscht. Wer sich auf eine doch atmosphärisch dichte Familiengeschichte einlassen möchte, kann durchaus zum Teil auf seine Kosten kommen.

  24. Cover des Buches Der Fall Collini (ISBN: 9783869523545)
    Ferdinand von Schirach

    Der Fall Collini

     (35)
    Aktuelle Rezension von: Daphne1962

    Wir bekommen einen Einblick in die Welt der Anwälte und Staatsdiener, wenn Schirach ein Buch scheibt. Und das ist äußerst lesens- bzw. hörenswert. Gelesen wird das Hörbuch von Burghart Klaußner. Es ist eine ungekürzte Ausgabe.

    Fabricio Collini, ein unbescholtener Italiener, der über 30 Jahre bei Daimler am Band gearbeitet hat, ermordet kaltblütig einen über 80jährigen Unternehmer in einem Hotelzimmer. Er läßt sich anstandslos verhaften und gesteht das Verbrechen.

    Conrad Leinen, ein junger Anwalt wird sein Pflichtverteidiger. Es ist sein erster Fall und der scheint schon mal recht aussichtlos zu sein. Die Sache ist ja recht eindeutig. Nur wo ist das Motiv? Schwierig darauf einen Prozess aufzubauen. Dann wird aber auch schnell klar, wer der Tote war. Conrad Leinen hat nun ein großes Problem, denn er ist als Kind quasi bei dem Ermordeten und seiner Familie aufgewachsen. Er war mit dem Unternehmer Hans Meyer quasi befreundet. Sein Mandanant schweigt unerbitterlich. Also macht sich Leinen selbst auf die Suche nach einer Verbindung, einem möglichen Motiv.

    Normalerweise ist es schwierg einen Spannungsbogen aufzubauen, wenn man von Beginn an den Mörder kennt. Aber Schirach hat es erfolgreich geschafft dem Leser einen durchaus spannenden Ablauf dieses bevorstehenden Gerichtsverfahrens aufzuzeigen. Allerdings bleibt auch immer ein wenig Fragestellung zurück, wenn Schirach Figuren wieder verschwinden läßt, die später wieder erscheinen. Ich spreche da von Johanna, der Enkeltochter des Ermordeten. Sie bleibt hier blass in dieser Geschichte. Über Fabricio erfährt man auch nicht viel mehr.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks