Bücher mit dem Tag "patient"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "patient" gekennzeichnet haben.

27 Bücher

  1. Cover des Buches Der Zauberberg (ISBN: 9783596712748)
    Thomas Mann

    Der Zauberberg

    (578)
    Aktuelle Rezension von: Buchfreundin55

    Der Zauberberg, erstmals 1924 veröffentlicht, gilt als eines der zentralen Werke der deutschen und europäischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Thomas Mann, der den Roman in einer Zeit zunehmender politischer und kultureller Umbrüche schrieb, entfaltet auf über siebenhundert Seiten ein dichten Netz aus Philosophie, Psychologie, Politik und Geschichte. Zentrales Moment des Romans ist der Aufenthalt des jungen Ingenieurs Hans Castorp in einem Sanatorium in Davos, der sich zunächst als Besuch zu einer kurzen Zeit erweist, doch durch eine Reihe von Begegnungen, Gesprächen und inneren Bewegungen sich zu einer langen Existenz innerhalb der kurativen Welt der Bergwelt verdichtet.
    Die Nacherzählung der Ereignisse erfolgt mit einer Mischung aus nüchterner Detailtreue und dichterischer Verdichtung. Der Roman verwebt multiple Ebenen: die konkrete Handlung im Sanatorium, die intellektuelle Auseinandersetzung der Figuren untereinander, und eine meta-narrative Reflexion über Zeit, Krankheit und Sterblichkeit. Die Chronik des Berg- und Sanatoriumslebens wird durch eine Vielzahl von Dialogen getragen, in denen sich philosophische, politische und medizinische Diskurse begegnen.
    Hans Castorp entwickelt sich im Spannungsfeld von Begehren, Zweifel und intellektueller Neugier. Sein Wandel ist eher graduell als dramatisch: Von einem oberflächlich neugierigen, nahezu unentschlossenen Jüngling wird er zu einem Individuum, das die existenzielle Frage nach Zeitlichkeit, Krankheit und Lebensstil ernsthaft sondiert. Die übrigen Figuren fungieren als Doppelgänger und Katalysatoren für Castorps Selbstdeutung. Ihre Stimmen und Ideen stehen in Gegensatz zueinander: Humanismus versus Rationalismus, Aufklärung gegen existentielle Erkenntnis, Lebenskunst gegen asketische Askese. Der Dialog wird so zum Motor des Romans: Er dient nicht nur der Charakterisierung, sondern dient als Feld, in dem sich Ideen gegenseitig testen, widerlegen oder bestätigen.
    Ein weiteres zentrales Thema ist die Krankheit als Metapher. Krankheit wird nicht bloß als medizinischer Zustand beschrieben, sondern als Zustand des Denkens und des Lebensstils. Als solcher fordert sie die Zeitgenossen heraus, die Grenzen von Gesundheit, Normalität und Freiheit neu zu definieren. Der Roman verhandelt die Frage, ob Krankheit eine Art Lehrmeister für das Bewusstsein sein kann oder vielmehr eine Bedrohung, die den Blick verengt. Manns Darstellung der Krankheiten – einschließlich der Tuberkulose, der als politische Metapher fungieren kann – bietet eine vielschichtige Perspektive auf Gesellschaft und individuelle Verantwortung. Der Zauberberg ist unauflöslich mit den politischen und philosophischen Umbrüchen seiner Epoche verbunden.

  2. Cover des Buches Der Insasse (ISBN: 9783426519448)
    Sebastian Fitzek

    Der Insasse

    (1.736)
    Aktuelle Rezension von: Buchsucht_de

    Till Berkhoff ist Zahnarzt, Ehemann, Vater. Sein sechsjähriger Sohn Max kommt eines Tages nicht aus der Schule nach Hause. Verschwunden, spurlos, kein Zeugenaufruf, keine Leiche. Wochen und Monate vergehen, und Till und seine Frau Ricarda zerbrechen jeder auf seine eigene Weise an der Ungewissheit. Dann taucht ein Name auf: Guido Tramnitz, verurteilt wegen des Mordes an zwei anderen Kindern und in die forensische Psychiatrie „Steinklinik“ eingewiesen. Die Ermittler:innen halten ihn auch für Max' Entführer. Aber Tramnitz schweigt. Und Till entwickelt einen Plan, der so wahnsinnig ist, dass ihn eigentlich niemand ernst nehmen dürfte. Er lässt sich selbst in die Steinklinik einweisen. Undercover. Als Insasse. Um Tramnitz das Geständnis abzuringen, das die Polizei nicht bekommen hat.


    Was Fitzek aus dieser Ausgangslage macht, ist einer seiner düstersten und emotional wuchtigsten Romane. Die Grundidee ist psychologisch echt. Fitzek konstruiert kein reines Genre-Gimmick, sondern arbeitet mit einer elterlichen Wahrheit, die in jeder Zeile spürbar bleibt. Till ist kein trainierter Ermittler, kein cooler Rächer, sondern ein Zahnarzt aus Berlin, der schlicht die Kraft verliert, weiterzuleben, ohne zu wissen, was mit seinem Sohn passiert ist. Diese Kraftlosigkeit macht ihn nicht schwach, sondern gefährlich, denn ein Mensch, der nichts mehr zu verlieren hat, ist der unberechenbarste Gegner überhaupt.


    Die Steinklinik selbst ist nicht bloß Kulisse, sondern eine eigene Figur mit eigenen Regeln. Fitzek arbeitet mit allen Sinnen. Man riecht die desinfizierte Luft, hört das Klacken der Schlüssel im Schloss, sieht die spärlich beleuchteten Flure, spürt die Enge der Zellen. Dazu kommt eine doppelte Machtstruktur, offiziell zwischen Personal und Insassen, informell zwischen den Insassen selbst, in der Till sich in beiden Systemen zurechtfinden muss. Ich habe das Buch teilweise mit angezogenen Beinen im Sessel gelesen, weil ich das Gefühl hatte, selbst gleich vom Klinikpersonal kontrolliert zu werden. Für mich gehört die Steinklinik auf eine Stufe mit dem Fährschiff aus „Passagier 23“ oder der Klinik aus „Die Therapie“.


    Und dann die Fitzek-typischen Twists. Wer glaubt, verstanden zu haben, in welche Richtung sich die Handlung entwickelt, dem wird mindestens einmal, wahrscheinlich mehrmals, der Boden unter den Füßen weggezogen. Die Wendungen sind erzählerisch fair, mit Details gestreut, die man beim ersten Lesen für Belanglosigkeiten hält und die sich später zu einem Bild zusammenschließen, das man nicht kommen sah. Es ist nicht der eine Big Twist am Ende, sondern gestaffelte Enthüllungen, die den Sog konstant hoch halten. Kurze, dichte Kapitel mit kleinen Cliffhangern ziehen einen so mit, dass ich das Buch in zwei Sitzungen verschlungen habe.


    Ehrlich gesagt: „Der Insasse“ ist emotional harte Kost. Das Thema Kindesentführung darf man nicht unterschätzen, und wer sensibel darauf reagiert, sollte gut abwägen. Auch die Darstellung der forensischen Psychiatrie ist erzählerisch überhöht, Realismus-Puristen werden an manchen Stellen die Augenbrauen heben. Beides sind für mich winzige Fußnoten, keine echten Kritikpunkte.


    Für Fitzek-Fans absolute Pflichtlektüre. Für Genre-Einsteiger:innen neben „Die Therapie“ der ideale Startpunkt. Ein Meisterwerk seines Genres.

  3. Cover des Buches Whitestone Hospital - High Hopes (ISBN: 9783736315471)
    Ava Reed

    Whitestone Hospital - High Hopes

    (830)
    Aktuelle Rezension von: kat_rEads

    Ich hatte zwischendurch eine große Pause beim Lesen, weil ich einfach nicht wollte, dass das Buch endet🥲

    Laura Collins größter Wunsch geht in Erfüllung, als sie einen Brief aus Phoenix bekommt. Sie hat eine Zusage vom Whitstone Hospital und darf dort als Assistenzärztin anfangen. Zusammen mit anderen neuen Assistenzärzten und -ärztinnen, lernt sie schnell den Alltag im Whitstone kennen und erkennt, dass sie für ihren Traum alles geben muss. Schon ihr erster Tag wird zur großen Herausforderung und dann ist da noch der gutaussehende Dr. Nash Brooks, ihr neuer Betreuer. Er ist kompetent, attraktiv und für sie als ihr Betreuer absolut verboten. 


    Ich weiß gar nicht, was meine Erwartungen waren, aber dieses Buch hat sie auf jeden Fall übertroffen! 

    Ich bin schon länger über diese Buchreihe gestolpert und hat jetzt endlich mal zugegriffen. Ich weiß jetzt schon, ich brauche ganz dringend die weiteren Bände. 

    Ich fand die Charaktere (die meiste Zeit) sehr sympathisch, auch die Nebencharaktere und weiteren Ärzte und Ärztinnen im Whitstone. Was ich toll fand war, dass wir direkt mit Laura in den auch für sie neuen Alltag einsteigen und mit ihr alles kennenlernen. 

    Der Schreibstil von AVA Reed ist super angenehm zu lesen. Mit Liebe und Humor, aber auch etwas Drama. 


    Ich freue mich jetzt schon auf den zweiten Teil!🥰

    Ein Muss für alle Grey’s Anatomy-Fans! ✨

  4. Cover des Buches Der Patient (ISBN: 9783942656061)
    John Katzenbach

    Der Patient

    (1.910)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Der Psychater Starks ist beliebt und beruflich sehr erfolgreich. Seit 53 Jahren lebt er friedlich und hat eigentlich keine Feinde. Dann wird er über Nacht aber angeklagt eine Patientin missbraucht zu haben. Es kommt aber noch schlimmer, er wird zu einem gefährlichen Spiel heraus gefordert, bei dem am Ende sein Tod stehen soll wenn er verliert. Furchtbar beklemmend, ungeheuer spannend und mit vielen überraschenden Wendungen. Genial!


  5. Cover des Buches Adrenalin (ISBN: 9783442495931)
    Michael Robotham

    Adrenalin

    (457)
    Aktuelle Rezension von: Mirabellahammer12

    •Adrenalin von Michael Robotham•

    Dieses Buch war seit Langem wieder der erste Thriller, den ich gelesen habe und der mir wieder gezeigt hat, wie unglaublich gut dieses Genre eigentlich ist! Der Auftakt der Psychothriller-Reihe rund um Joe O‘Loughlin und Vincent Ruiz konnte mich unglaublich doll begeistern und hat definitiv Eindruck bei mir hinterlassen!🔍


    Die Gestaltung des Covers gefällt mir sehr gut, auch wenn es kein krasser Eyecatcher ist. Dennoch wirkt es mysteriös und passt gleichzeitig richtig gut zur Geschichte. Der Schreibstil von Michael Robotham ist wirklich besonders! Das Buch ist aus der Perspektive von Joe erzählt und alles wirkt unglaublich hautnah, greifbar und realistisch. Die Gedankengänge von Joe waren so spannend. Der Schreibstil hat einen total in diese Welt gezogen und nicht mehr losgelassen.


    Joe ist wirklich ein spannender Protagonist, der einem irgendwie direkt sympathisch ist. Ich kann nicht sagen, dass ich Joes Handeln, besonders in Bezug auf seine Ehe und Familie, immer gutheißen konnte, aber grundsätzlich weiß dieser Mann, was er tut. Seine Fähigkeiten als Psychologe sind unglaublich spannend. Der Mann ist unfassbar intelligent, gerissen und steckt voller Überraschungen. Dass er Parkinson hat, fällt meistens gar nicht auf. Ich liebe seine Gedankengänge und wie er seine Patienten angeht und mit ihren Traumata umgeht. Trotz einiger Fehlhandlungen ist Joe ein bewundernswerter Charakter!


    Ich habe seine Frau Julien und seine Tochter Charlie sehr ins Herz geschlossen. Charlie ist super lebensfroh und liebenswert und für Joe einfach alles, während Julien immer an Joes Seite ist und stets um ihn bemüht ist. Zudem war auch Elisa ein sehr interessanter Charakter, ebenso wie Vincent Ruiz. Ich konnte Ruiz wirklich sehr schwer einschätzen und mochte ihn zwischendurch überhaupt nicht für sein Handeln. Aber mit der Zeit hat man ihn besser verstanden und gemerkt, was wirklich dahinter steckt. Denn im Grunde hat auch Ruiz ein Herz und ist eigentlich ganz korrekt. Weniger mochte ich hingegen Joed Eltern und Jock. Es war teils super schwierige Charaktere. Allerdings kann man sagen, was man will, Joes Vater hat mich am Ende wirklich überrascht!


    Vor diesem Buch hatte ich fast vergessen, wie gut Thriller wirklich sein können! Aber dieses Buch konnte ich von der ersten Sekunde an nicht mehr aus der Hand legen. Mir haben das Setting in England und die düstere, mysteriöse Atmosphäre direkt zugesagt und für Lust nach Mehr gesorgt. Zumal der Einstieg in die Geschichte schon wirklich gut war und für einen klaren Einblick in Joes Arbeit gesorgt haben. Dass er als Psychologe, der nur zufällig in diese Mordermittlungen hineinrutscht, im Mittelpunkt der Geschichte steht, fand ich wirklich sehr spannend. Seine Perspektive zu lesen, hat schon gereicht, um einen intensiven Einblick zu bekommen. Am meisten beeindruckt haben mich jedoch die Geschichte rund um die Morde, Bobby, die Vergangenheit dahinter und alles, was noch dazugehört! Was mit einem Mord an einer Krankenschwester begonnen hat, wurde zu einem riesigen Netz aus Verstrickungen, Rache, Kindheitstraumata und vielem mehr. Ich fand Bobbys Charakter von Anfang an sonderbar, aber dass so viel hinter dieser Figur stecken würde, habe ich nicht erwartet. Ich habe jedenfalls jede Sekunde mitgefiebert und vor allem mitgelitten, als Joe unschuldig in diese Geschichte mithineingezogen wurde. Sein Anteil an dieser langen Mordserie war jedenfalls sehr spannend! Gleichzeitig hatte ich Angst um ihn und seine Familie. Auch seine Beziehung zu Vincent Ruiz war ein interessanter Faktor, ebenso wie zu Elisa. Seine Ehe mit Julien fand ich sehr schwierig zu greifen. Dennoch hat man gemerkt, dass sie ihm wichtig war, ebenso wie Charlie! Am meisten mitgefiebert habe ich jedoch zum Ende hin. Die Geschichte hat sich sehr rasant in eine gefährliche Richtung entwickelt und den Leser sprachlos gemacht. Die Ereignisse am Ende waren krass, aber das Ende an sich richtig schön! Das war einfach ein verdientes Ende für Joe und seine Familie. Die Aufklärung der Morde war ebenfalls super spannend und viel größer, als anfangs gedacht.


    Fazit: abschließend gebe ich dem ersten Band der Geschichte rund um Joe O‘Loughlin und Vincent Ruiz definitiv 5 von 5 Sternen! Mich konnte die Geschichte rundum beeindrucken und für Lust auf mehr sorgen. Bin gespannt auf Band 2! 

  6. Cover des Buches I'm a Nurse (ISBN: 9783453605602)
    Franziska Böhler

    I'm a Nurse

    (89)
    Aktuelle Rezension von: Wunderweltensbuecher

    Da ich selber im Bereich der Pflege ausgebildet bin und Franzi zusätzlich von sozialen Medien kannte war ich sehr gespannt auf das Buch. 

    Ich finde es sehr gut strukturiert, mit den verschiedenen Bereichen, die es in der Pflege und im Leben halt so gibt. Sie geht sehr authentisch mit allen Themen um, die einem dabei begegnen. Dabei beschönigt sie nichts, versucht aber trotzdem einem nicht den Mut und die Hoffnung in die Berufsgruppe und das Gesundheitssystem als solches zu nehmen. Die immer wieder eingestreuten Beispiele und Verweise auf Studien usw. machen das Buch sehr lebendig und greifbar. 

  7. Cover des Buches Blauer Montag (ISBN: 9783328102458)
    Nicci French

    Blauer Montag

    (257)
    Aktuelle Rezension von: P_Gandalf

    Der Roman handelt von zwei Kindesentführung, die im Abstand von 22 Jahren in London geschehen, wobei die erste Entführung, die der kleinen Joanna, nicht geklärt werden konnte. Und von der Psychologin Dr. Frieda Klein, die durch einen Patienten in den Fall involviert wird. 

    Der Roman ist an sich nicht schlecht geschrieben und einige Idee sind innovativ, aber er mich nicht gepackt. Das liegt vor allem an den beiden extrem seltsamen - ich will nicht sagen unsympathischen - Hauptfiguren Frieda Klein und Inspektor Karlson (dessen Vorname, wenn ich mich irre, nie genannt wird). Mit keinem von beiden kann ich mich identifizieren oder gar mit fiebern. Hinzu kommen einige Unstimmigkeiten, was die Logik des Plots betrifft. Handlungen sind sprunghaft und/oder unmotiviert.

    Fazit:

    Auftaktroman einer Reihe, die ich nicht verfolgen werde. Eine Leseempfehlung will ich weder in die eine noch in die andere Richtung aussprechen, dafür sind meine Gründe, warum ich das Buch nicht mochte, zu persönlich.
    Der/Die Nächste mag es toll finden.

  8. Cover des Buches Im Kopf des Mörders - Kalte Angst (ISBN: 9783596522569)
    Arno Strobel

    Im Kopf des Mörders - Kalte Angst

    (235)
    Aktuelle Rezension von: Mara_Rippen

    „Kalte Angst“ von Arno Strobel hat mich wirklich von der ersten Seite an gepackt. Die Spannung ist direkt da und zieht sich komplett durchs ganze Buch. Genau das liebe ich an den Thrillern von Strobel.
    Der Schreibstil ist wieder total angenehm und flüssig, sodass man nur noch „ein Kapitel“ lesen möchte — und plötzlich sind wieder hundert Seiten vorbei. Besonders die Perspektivwechsel fand ich richtig stark, weil sie die Spannung dauerhaft hochhalten und man immer wissen möchte, wie es weitergeht.
    Auch Max war für mich wieder ein nahbarer und sympathischer Charakter. Man fiebert richtig mit ihm mit und merkt einfach, dass er nicht perfekt ist, sondern menschlich und authentisch wirkt.
    Und dieses Ende… der Cliffhanger hat mich komplett erwischt. Jetzt freue ich mich umso mehr auf Band drei.


  9. Cover des Buches Abgefackelt (ISBN: 9783426524411)
    Michael Tsokos

    Abgefackelt

    (228)
    Aktuelle Rezension von: sbalunzia

    Grundsätzlich fand ich das Buch nicht schlecht. Die kurzen Kapitel machten das Lesen einfach. Auch die medizinischen Aspekte, wie z. B. die Obduktion, waren sehr interessant. Ich finde nicht, dass sie zu detailliert beschrieben waren – vor allem, wenn man weiss, wer der Autor ist. Sehr gut fand ich auch, dass in der Danksagung erwähnt wurde, inwiefern sich einige Teile des Buches an wahren Begebenheiten orientieren.

    Trotz dieser positiven Punkte wurde ich mit dem Buch nicht warm. Ich kann nicht genau sagen, woran es lag. Velleicht am Schreibstil des Autors oder daran, dass mir das gewisse Etwas fehlte. Das Ende und die letzte grosse Szene davor fand ich zwar gut, mir war es aber etwas zu viel.

  10. Cover des Buches Pflegers Diary (ISBN: 9783745919387)
    Metin Dogru

    Pflegers Diary

    (22)
    Aktuelle Rezension von: trollchen

    Pflegers Diary

    Herausgeber ist Edition Michael Fischer / EMF Verlag und hat 224 Seiten.

    Kurzinhalt: Wenn Metin nach Feierabend mal wieder an seine Kühlschranktür klopft, weiß er, dass an diesem Tag sehr viele Patient*innen nach ihm gerufen haben – Er ist Krankenpfleger durch und durch, und ohne diese Leidenschaft geht das in seinen Augen auch gar nicht. Denn das kaputtgesparte Gesundheitssystem, der stressige Klinikalltag und die mangelnde Wertschätzung machen seinen Job zu einer Herausforderung.

    Doch die Patient*innen stehen immer an erster Stelle und das Team hält zusammen. Metin kennt sie alle: die kratzbürstige Schwester Rabiata, ihre Kollegin Uschi, die gute Seele der Station, oder die jungen Auszubildenden, die angesichts des täglichen Wahnsinns versuchen, nicht durchzudrehen. Sie alle entscheiden sich jeden Morgen aufs Neue dafür, ihrem Beruf mit Professionalität und Engagement nachzugehen.  

    In seinem ersten Buch erzählt Metin (@ metinlevindogru) von einem Berufsalltag zwischen Hoffnung und Verzweiflung, von berührenden Schicksalen und urkomischen Momenten. Seine Geschichten machen deutlich, was schiefläuft, aber zeigen auch, warum Metin trotz allem nicht aufgibt – für uns alle.

    Meine Meinung: Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen, weil ich den Metin Degru auf den sozialen Medien ihn folge und ich finde, es hat Hand und Fuss , was er erzählt über die Pflege. Das Buch beschreibt die einzelnen Fazetten der pflege, mit denen wir täglich zu kämpfen haben , aber es zeigt auch von ihm die verschiedenen Gesichter, ob es nun Schwester Rabbiata ist ( die ich sehr gern habe, weil ich auch so in etwa bin) oder Schwester Uschi, jeder hat seine Berechtigung in der Pflege zu arbeiten. Ich finde ihn einfach sehr ehrlich und er beschreibt auch nicht nur die negativen seiten des pflegealltags, sondern auch die positiven. Das Buch ist sehr unterhaltsam geschrieben und man kann sich gut damit identifizieren, wenn man in der Pflege arbeitet. 

    Mein Fazit: Ein tolles Buch über den Pflegealltag, der humorig und unterhaltsam geschrieben wurde. Ich werde ihn auf jeden fall weiter folgen und hoffe, dass er noch viele gute Jahre in der Pflege hat. Ich vergebe 5 Sterne und kann das Buch jedem empfehlen. 

  11. Cover des Buches Die stumme Patientin (ISBN: 9783949609046)
    Alex Michaelides

    Die stumme Patientin

    (326)
    Aktuelle Rezension von: Zimtie

    "Die stumme Patientin" ist ein Thriller, der merklich den Fokus auf den psychologischen Faktor legt.

    Die Handlung plätschert eher vor sich hin, eine richtige Spannung kam für mich eher nicht auf.
    Das Augenmerk liegt klar auf der inhaltlichen Frage, was die "stumme Patientin" Alicia erlebt hat, warum sie nicht mehr spricht und wie Theos Geschichte, die ihres Psychotherapeuten, damit zusammenhängt. Die Ereignisse werden aus Theos Sicht und anhand Alicias Tagebucheinträgen rekonstruiert. Dadurch ergibt sich erst ganz am Ende, quasi auf den letzten Seiten, ein Gesamtbild mit einem Twist, auf den es letztendlich hinausläuft.

    Der Twist und das Ende waren für mich persönlich nicht allzu überraschend und wirkten zu gewollt und konstruiert auf mich. Für mich hat sich der Rest der Geschichte, der sich eher gezogen hat und fast wie ein Warten auf den Höhepunkt anfühlte, nicht gelohnt.

    Sprachlich fand ich es in Ordnung, ich konnte generell den Geschehnissen gut folgen und fast die verschiedenen Sichtweisen an sich gut gemacht.

    Die Figuren fand ich teils eher blass und konnte die Handlungsweisen nicht immer nachvollziehen.

    Daher vergebe ich insgesamt 3,5 Sterne.

  12. Cover des Buches Hot Hero (ISBN: 9783492061407)
    Lauren Rowe

    Hot Hero

    (37)
    Aktuelle Rezension von: zeilenzumverlieben

    Hot Hero ist das zweite Buch, welches ich aus der True Lovers Reihe lese. Ich habe mit Dirty Dancer gestartet und kannte daher den Morgan-Clan schon etwas, aber finde, dass man ihn in Hot Hero nochmal deutlich besser kennenlernt. 

    Ich bin gut in die Geschichte gestartet und wollte am liebsten sofort wissen wie die Handlung zu Ende geht. Leider hat sich meine anfängliche Sucht im zweiten Drittel des Buches etwas gelegt, da ich hier die Hanldung etwas in die Länge gezogen fand bzw. Lydias Gefühlswelt sich einfach wiederholt hat und gefühlt keine Änderung stattgefunden hat.


    Grundsätzlich eine tolle Geschcihte, welche gefühlvoll ist - jedoch an einigen Stellen zu sehr in die Länge geht. Aber ich kann euch die Morgans trotzdem empfehlen!

  13. Cover des Buches Der betrogene Patient (ISBN: 9783742310347)
    Gerd Reuther

    Der betrogene Patient

    (4)
    Aktuelle Rezension von: kvel

    Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis:

    - Was wir verordnen, wirkt auch
    Medizin ohne Evidenz und kritische Selbstkontrolle

    - Man wird eine Studie (er)finden
    Mediziner als Wissenschaftsgaukler

    - Was nicht sein darf, kann nicht sein
    Ärztliche Investigationsverweigerung

    - Eine schlechte Therapie ist besser als keine Therapie
    Medizinischer Aktionismus

    - Geschluckt wird, was wir geliefert bekommen
    Mediziner als Erfüllungsgehilfen der Medizinindustrie

    - Auch heute sterben im Krankenhaus die Leute
    Hochrisikobereich Klinik

    - Zynische Dreiecksbeziehung
    Undurchsichtige Geldflüsse und Interessenkonflikte


    Meine Meinung:

    Der Autor stellt viele „Fakten“ und Paradigmen zu Recht in Frage.

    Er vertritt die These, dass es oftmals besser für die Patienten wäre, wenn die Ärzte lieber keine Therapie ihren Patienten angedeihen ließen und stattdessen auf die Selbstheilungsfähigkeit des menschlichen Körpers zu vertrauen, statt auf eine evtl. auf lange Sicht ehr schädliche Medikation zu setzen.


    Gut fand ich, dass der Autor einige wichtige Themen angesprochen und erörtert hat, bspw.:
    - Forschungen in gewünschte Richtungen der Industrie
    - Mangel an ehrlichen und langfristigen Studien zu (Neben-)Wirkungen von Medikamenten, sondern stattdessen schnelles auf den Markt drücken von neuen Medikamenten
    - Weiterbildung von Ärzten auf Kongressen von Pharmafirmen
    - Entsprechen der Erwartungshaltung von Patienten (u.a. auch durch nutzlose Verschreibung von Antibiotika bei viralen Infekten mit all den unguten Nachwirkungen)
    - Mangelndes Kostenbewusstsein der Gesundheitskassen für das Sozialsystem durch egoistisches Anfüttern von Kunden mit unsinnig-kostspieligen Anreizen (z.B. „Gesundheitsreisen“)


    Manko:
    Einige Themen / Erläuterungen wiederholen sich über die Kapitel.


    Fazit: Lesenswert.


  14. Cover des Buches Zwischen uns das Leben (Die Farben des Lebens 1) (ISBN: B0BNLWCVGW)
    Jessica Koch

    Zwischen uns das Leben (Die Farben des Lebens 1)

    (31)
    Aktuelle Rezension von: Tintenspur

    Was passiert, wenn ausgerechnet der Mensch, zu dem man professionelle Distanz wahren sollte, plötzlich alles ins Wanken bringt? Mit Zwischen uns das Leben erzählt Spiegel-Bestsellerautorin Jessica Koch keine klassische Liebesgeschichte, sondern eine psychologisch intensive Kurzgeschichte über emotionale Verletzungen, alte Verhaltensmuster und eine Beziehung, die von Beginn an unter keinem guten Stern steht. Gerade diese moralischen Grauzonen machen den Reiz des Romans aus – und sorgten dafür, dass mich die Geschichte bis zur letzten Seite beschäftigte.

    Mit Zwischen uns das Leben erschien Anfang 2023 der erste Band der Trilogie Die Farben des Lebens als Amazon Original Story. Auf lediglich 130 Seiten gelingt es Jessica Koch, eine erstaunlich dichte Geschichte zu erzählen, die weniger von großen Wendungen lebt als von ihren Figuren und ihren inneren Konflikten.

    Im Mittelpunkt steht die 28-jährige Ärztin Nicole Weyer, die gemeinsam mit ihrem Vater in dessen Gemeinschaftspraxis arbeitet. Nach außen wirkt sie kompetent und souverän, doch hinter dieser Fassade verbirgt sich eine junge Frau, die seit Jahren unter der dominanten Art ihres Vaters leidet und sich ständig beweisen möchte. Als der selbstbewusste Unternehmer Luke als Patient in ihr Leben tritt, geraten ihre sorgfältig gezogenen Grenzen zunehmend ins Wanken.

    An dieser Stelle möchte ich bewusst nicht weiter auf die Handlung eingehen, denn gerade die Entwicklung der Figuren lebt davon, sie Schritt für Schritt selbst zu erleben.

    Was mich besonders beeindruckt hat, war die intensive Figurenzeichnung. Jessica Koch verzichtet darauf, ihre Charaktere möglichst sympathisch erscheinen zu lassen. Stattdessen zeigt sie Menschen mit Ecken, Fehlern und tief sitzenden Verletzungen. Nicole empfand ich als glaubwürdig gezeichnet. Ihr Wunsch, den Erwartungen ihres Vaters endlich zu genügen, erklärt viele ihrer Entscheidungen, ohne sie zu entschuldigen. Gerade ihre innere Zerrissenheit machte sie für mich nachvollziehbar.

    Luke hingegen war für mich von Anfang an eine ausgesprochen schwierige Figur. Mit seiner provokanten, überheblichen Art und seinem ständigen Überschreiten persönlicher Grenzen löste er bei mir eher Ablehnung als Sympathie aus. Gerade deshalb funktionierte die Geschichte für mich so gut: Ich musste sein Verhalten nicht gutheißen, um die Dynamik zwischen den beiden spannend zu finden. Jessica Koch zeichnet hier bewusst keine romantisierte Beziehung, sondern konfrontiert ihre Leser mit einer Konstellation, die immer wieder zum Hinterfragen einlädt.

    „Manchmal verändert ein Mensch dein Leben, und manchmal verändert das Leben einen Menschen …“


    Dieser Satz beschreibt die Geschichte für mich treffend. Denn im Kern geht es weniger um eine Liebesgeschichte als um die Frage, wie sehr uns unsere Vergangenheit prägt – und wie schwer es ist, sich von alten Mustern zu lösen.

    Erzählt wird die Geschichte vollständig aus Nicoles Ich-Perspektive. Dadurch erlebt man ihre Gedanken, Zweifel und inneren Konflikte unmittelbar mit. Jessica Koch schreibt gewohnt direkt, flüssig und ohne unnötige Ausschweifungen. Trotz des geringen Umfangs entwickelte die Geschichte für mich einen starken Lesesog, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

    Besonders gelungen fand ich außerdem, dass die Autorin die moralische Problematik der Handlung nicht ausblendet. Die Beziehung zwischen Ärztin und Patient wird nie als unkompliziert dargestellt, sondern bleibt während der gesamten Geschichte von einem spürbaren Spannungsfeld zwischen professioneller Verantwortung und persönlicher Anziehung geprägt. Genau diese Ambivalenz machte den Roman für mich so interessant.

    „Obwohl du jeden Tag in deinen hellsten Farben leuchtest, um deinem Vater zu gefallen, und er das überhaupt nicht sehen kann, machst du weiter.“


    Kaum ein Zitat verdeutlicht Nicoles innere Verletzlichkeit besser. Für mich lag hier der eigentliche emotionale Kern der Geschichte.

    Emotional blieb ich dennoch auf einer gewissen Distanz. Das lag allerdings weniger am Schreibstil als vielmehr an der Figurenkonstellation. Vor allem Luke konnte mich als Person nie wirklich für sich gewinnen, wodurch ich ihre Beziehung eher mit kritischer Neugier als mit romantischem Mitfiebern verfolgt habe. Gleichzeitig passt genau dieses Unbehagen hervorragend zu den Themen des Romans. Jessica Koch möchte hier offensichtlich keine einfache Liebesgeschichte erzählen, sondern den Blick auf emotionale Abhängigkeiten, Prägungen und schwierige Beziehungen lenken.

    Fazit:
    Zwischen uns das Leben ist ein psychologisch dichter Reihenauftakt, der weit mehr sein möchte als eine klassische Romance. Jessica Koch erzählt von verletzten Menschen, moralischen Grauzonen und der Schwierigkeit, alte Verhaltensmuster zu durchbrechen. Gerade die komplexe Dynamik zwischen Nicole und Luke regt immer wieder zum Nachdenken an, auch wenn sie emotional nicht immer leicht auszuhalten ist.

    Wer Charaktere mit Ecken und Kanten schätzt, psychologisch vielschichtige Beziehungen mag und Geschichten bevorzugt, die bewusst unbequeme Fragen stellen, sollte diesem Auftakt eine Chance geben. Für mich ein gelungener Einstieg, der vor allem durch seine Figuren und ihre innere Zerrissenheit neugierig auf die Fortsetzung macht.

  15. Cover des Buches Das Einzige, was jetzt noch zählt (ISBN: 9783423216852)
    Agnès Ledig

    Das Einzige, was jetzt noch zählt

    (35)
    Aktuelle Rezension von: luckytimmi

    Feuerwehrmann Romeo wird bei der Rettung eines Kindes aus dem 8. Stock sehr schwer verletzt und landet im Krankenhaus, wo sich Krankenschwester Juliette um ihn kümmert. Sie gibt ihm Mut durchzuhalten und sich von seinen schweren Verletzungen zu erholen. Seine 14jährige Schwester Vanessa, für die er die Vormundschaft hat und die es nicht einfach hat, muss derweil bei Romeos Chef wohnen.
    Im Buch erfahren wir dann nicht nur, wie es Juliette mit ihrem sehr unsympatischen Partner ergeht und wie Romeo genest, sondern es geht auch um Vanessa und um Juliettes Großmutter, die im Seniorenheim lebt....
    Die Kapitel sind recht kurz, ohne Überschriften und sind immer in der Ich-Perspektive von Juliette, Romeo oder Vanessa (von ihr gibt es Tagebucheinträge) geschrieben, und auch ohne Überschrift weiß man schnell, wer da gerade "spricht".
    Die Geschichte hat mich total gepackt und zeitweise emotional berührt, und manchmal wäre ich am liebsten in das Buch gekrochen, um dem einen oder anderen mal die Leviten zu lesen...
    Ein total tolles, berührendes, kurzweiliges Buch, das an manchen Stellen nichts für schwache Nerven ist. Absolut empfehlenswert.

  16. Cover des Buches Patientenrache (ISBN: 9783957711045)
    Olaf Jahnke

    Patientenrache

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Patientenrache ist mein erstes Buch von Olaf Jahnke und ich wollte mich von dem Buch überraschen lassen, was dem Autor hier auch sehr gut gelungen ist.

    Der Schreibstil ist verständlich, locker, flott und mit Spannung zu lesen, denn der Spannungsbogen ist von Anfang gegeben und wird von Kapitel zu Kapitel gesteigert.
    Die Kapitel sind nicht mit Kapitel 1 versehen, sondern mit Titel wie Intensivstation, Büro, Wiesbaden usw.
    Es wird in der Ich-Form erzählt, was es mir sehr leicht machte, sich in den Charakter Roland Bernau zu versetzen, aber auch die anderen Charaktere kommen nicht zu kurz. Die Tatsache, das Bernau mit den ermittelten Kommissaren zusammengearbeitet hat, hat mir gut gefallen.

    Der Leser selbst kann und wird in diesem Buch selbst zum Ermittler, denn automatisch rätselt man mit, wer den der Täter sein könnte und welchen Hintergrund die Taten haben. Da der Titel schon einiges vermuten lässt und auch vieles im Klappentext bereits bekannt gegeben wurde, kann man sich zwar auf etwas einstellen, aber dennoch passieren Ereignisse, mit denen ich nicht gerechnet hatte und ich wurde immer wieder überrascht.

    Die Handlungsorte und Charaktere wurden deutlich beschrieben, dass ich mir Orte und Personen, bildlich vorstellen konnte.
    Es gibt hier blutige Szenen und auch Gewalt!

    Nebenbei wird auch von der Beziehung zur Journalistin Julia erzählt. Julia die in einem anderen Fall angeschossen wurde und sich noch auf Reha befindet. Ich finde es ganz schön und angenehm, dass auch die "Liebe" nicht zu kurz bei einem Krimi kommt.


    "Gelungener Krimi, der es mir leicht machte, das Buch zu lesen, die Protagonisten kennenzulernen, ermitteln zu dürfen. Spannungsbogen sehr gut aufgebaut mit interessanten Hintergrund der Fälle. Absolut lesenswert."
  17. Cover des Buches Mach was Böses (ISBN: 9782919804375)
    Barbara Wendelken

    Mach was Böses

    (9)
    Aktuelle Rezension von: baerin
    Ein offenbar psychisch gestörter Serienmörder treibt in Bremen sein Unwesen. Er bevorzugt junge, blonde Frauen, denen er beim Joggen auflauert und die er mit einer Garotte erdrosselt und sie zudem brutal misshandelt. Kommissar Nikolai und seine Kollegen kommen nicht voran. Außerdem hat er unter großen privaten Problemen zu leiden, die sich auch auf seine Arbeit auswirken. Seine Kollegin Konstanze hat Ärger mit ihrem pubertierendem Sohn und ihrem verschwundenen Ehemann. Da geschieht noch ein Mord an einer jungen Frau, der allerdings nicht in das Schema der anderen passt, bei dem Nikolais Ex-Freundin Finja Zeugin ist. Sie muss geschockt mitansehen, wie ein unbekannter Täter ihre beste Freundin Bea ersticht. War hier auch der Drosselmörder am Werk? Hat Bea etwas gesehen, was sie nicht sehen sollte? Dann verschwindet Finja spurlos und Nikolai, der sie immer noch liebt, sucht sie verzweifelt, denn sie entspricht vom Aussehen her genau dem Beuteschema des Serienmörders....

    Dieser sehr spannend geschriebene Thriller steigert sich immer mehr bis zum Ende hin. Die Kapitel sind immer mit den Namen der Personen überschrieben, aus deren Sicht jeweils berichtet wird. Der Schreibstil der Autorin hat mir schon in ihrer Martinsfehn-Reihe sehr gut gefallen, daher war ich auf diesen Thriller sehr gespannt. Das fesselnde Buch lebt auch durch die Einbeziehung der privaten Liebesprobleme der Kommissare, was ich sehr interessant fand. Ich vergebe für dieses Buch gerne 5 Sterne!
  18. Cover des Buches Charmante Küsse (ISBN: 9781536932577)
    Poppy J. Anderson

    Charmante Küsse

    (59)
    Aktuelle Rezension von: Christinashoerparadies

    Inhaltsangabe:

    Kyle Fitzpatrick ist ein sehr charmanter, gutaussehender Kinderarzt, im Liegen die Krankenschwestern zu Füßen. Bei ihm steht aber stets der verantwortungsvolle Job im Mittelpunkt und wenn, dann will Kyle nur die Eine finden.

    Nach einer schlimmen Schicht im Krankenhaus, in dem er den kleinen Cody versorgt, lernt er in der Kneipe Morgen kennen. Bei ihr kann er endlich abschalten und fühlt sich wohl. Zeitgleich beschließt er sich mehr, um den kleinen Cody zu kümmern, da er Morgen mit seinen Plänen nicht überrumpeln möchte, sagt er ihr leider nicht von Anfang an alles. Dumm nur, dass ausgerechnet Morgen die Frau vom Jugendamt ist, die alle Entscheidungen in der Hand hat und die kleinen Schwindeleien absolut nicht gutheißt und durch eine berufliche fehl Entscheidung eh noch etwas labil ist.


    Meinung:

    Der vorerst letzte Band der Hörbuchreihe hat mich absolut in den Band gezogen. Die Geschichte von Cody ist so herzzerreißend und Kyle macht seinen Job absolut gut. Was ich besonders gut fand, war, dass es echt bis zum Schluss spannend war und sich die Ereignisse nur so überschlagen haben. Absolute Weiterempfehlung und mein Favorit aus der Reihe.

    Mega, mega, mega!!!!

    Ich bin schon gespannt, wann die nächsten Boston Romane vertont werden.


    Empfehlung: (0-5)

    Gesamt: 👨‍⚕️👨‍⚕️👨‍⚕️👨‍⚕️👨‍⚕️

    Sprecher: 🚨🚨🚨🚨🚨

    Story: 🩺🩺🩺🩺🩺

  19. Cover des Buches Begegnungen - Geschichten aus der Psychiatrie (ISBN: 9783903161283)
    Rainer Güllich

    Begegnungen - Geschichten aus der Psychiatrie

    (12)
    Aktuelle Rezension von: Manuela_Prien
    Titel und Cover passen sehr gut zum Inhalt des Buches.
    Der Autor beschreibt in 22 Kurzgeschichten seine anfänglichen Begegnungen als Ergotherapeut in einer Psychiatrie.
    Die Fachbegriffe sind für einen Laien gut erklärt,jedoch hätte das Nachwort eher ein Vorwort werden sollen.
    Rainer Güllich hat die Realität genau auf den Punkt getroffen und zeigt uns mit diesem Buch,dass jeder Patient einzigartig und ein respektvoller Umgang sehr wichtig ist.
    In der Geschichte "Anziehtraining" wird deutlich,dass man Theorie und Praxis definitiv nicht miteinander vergleichen kann.
    Die Geschichte "Demenz" zeigt,dass ein Mensch mit dieser Erkrankung zwar irgendwie in seiner eigenen Welt lebt aber trotzdem gewisse Dinge auch bei fortschreitender Erkrankung immer noch kann.
    Es wird klar,dass man nie auslernt,seinen Humor im sozialen Bereich nicht verlieren darf und auch einiges an Einfühlungsvermögen haben muss,um in diesem Job arbeiten zu können.
    Man stellt beim Lesen auch fest,dass nicht jeder Patient in gleichen Situationen auch genauso reagiert,man wird oft überrascht mit dem Verhalten bzw. der Reaktion eines Patienten.
    Ganz wichtig ist auch und dies hat der Autor auch sehr gut klar gemacht,dass die Würde eines Menschen unantastbar ist,egal,ob er gesund oder "krank" ist.


    Fazit:
    Ich kann dieses Buch jedem empfehlen,der Interesse am sozialen Bereich hat aber auch für "Neulinge" auf diesem Gebiet ist es eine sehr gute Lektüre.
  20. Cover des Buches Der Riss (ISBN: B07R5PPR4M)
    Brandon Q. Morris

    Der Riss

    (5)
    Aktuelle Rezension von: vormi
    Quer durch den Himmel verläuft ein Riss. Er ist über Nacht entstanden. Jeder Mensch kann ihn sehen, aber die Physiker verzweifeln, weil sie keinerlei Signale empfangen. Der Riss besteht buchstäblich aus Nichts. Zunächst scheint keine Gefahr von ihm auszugehen, doch dann passiert etwas, das die schlimmsten Befürchtungen der größten Pessimisten weit übertrifft. Der Riss ist ein eigenständiger Roman von Brandon Q. Morris, der unabhängig von seinen anderen Büchern gelesen werden kann. Hard Science Fiction. Alles, was der Autor beschreibt, könnte genau so Wirklichkeit werden.
    Inhaltsangabe auf audible

    Sehr gut hat mir hier gefallen, dass sich für den Leser bzw Hörer wirklich alles völlig logisch anfühlt.
    Alle schwierigen Begriffe waren gut erklärt, aber auch alle komplexen Zusammenhänge. Da war ja jede Meng Physik und theoretische Physik dabei und trotzdem habe ich alles begriffen.
    Und trotz allem hat man nie das Gefühl lange belehrt zu werden. Auch ist es nicht trocken, also perfekt erklärte Zusammenhänge, großartig gemacht.

    Nur die Erklärungen ganz am Schluß, da war ich dann leider raus.
  21. Cover des Buches Es könnte wehtun (ISBN: 9783359030041)

    Es könnte wehtun

    (12)
    Aktuelle Rezension von: Kuhni77

    INHALT

    „Es könnte wehtun“ ist eine kleine Sammlung von Kurzgeschichten rund um den Beruf „Arzt“. Gerade in einer Arztpraxis kann man so einiges erleben. Patienten, die einem mit Respekt und Ehrerbietung entgegentreten, aber auch Patienten, die einem Arzt den letzten Nerv rauben können. Manchmal trifft man aber auch als Patient auf einen Arzt, der verrückter nicht sein könnte und bei dem man am liebsten direkt wieder gehen möchte.

    Das Büchlein enthält Texte von Bov Bjerg, Horst Evers, Janine Wagner, Lea Streisand, Peter Vollmer, U.S. Levin, Nils Heinrich, Thilo Bock, Günter Herlt und Dr. Marco Moor.

    MEINUNG

    Arztbesuche sind ja immer so eine Sache. Wer geht da schon gerne hin. Aber wenn man dann auf Ärzte trifft, die im Buch beschrieben werden, dann würde ich glaube ganz schnell wieder die Praxis verlassen. Ein Arzt verfolgt seinen Patienten, der andere wäre lieber Fleischer geworden und der nächste betreibt heimlich einen Schönheitssalon. Gott sei Dank hatte ich bis jetzt Glück und bin noch nicht auf solche Ärzte gestoßen. Bei mir waren es eher die Ärzte, die einen nicht ernst genommen haben (bei einer chronischen Erkrankung etwas blöd) oder welche, die einfach innerhalb von 2 Minuten wussten, was man hatte, ohne dass man untersucht wurde. Auch diese Ärzte haben mich immer nur einmal gesehen. 

    Aber auch als Arzt hat man es nicht immer einfach. Ich glaube so mancher Arzt könnte ganze Bücher mit ihren speziellen Patienten füllen. Manchmal können sie einem ja schon leidtun. Sehr gut in Erinnerung aus diesem Buch ist mir der Patient geblieben, der mal schnell für seinen Freund in einer OP einspringt. Sorry, aber so verrückt muss man erst einmal sein. Hier musste ich ja doch mal laut lachen und konnte nur mit dem Kopf schütteln.

    Ein schönes Büchlein, mit Geschichten die man schnell gelesen hat. Vielleicht sogar im Wartezimmer beim nächsten Arztbesuch. Man kennt es ja selbst, dass die Zeit im Wartezimmer oft sehr lang sein kann.

    ZITAT

    Schöne Kurzgeschichten für Zwischendurch!

  22. Cover des Buches Schweinkram (ISBN: 9783803112873)
    Alan Bennett

    Schweinkram

    (17)
    Aktuelle Rezension von: AndreasKueck

    „No sex please, we’re British!“

    …lautete der Titel einer englischen Film-Klamotte aus den 70ern und wurde so zum geflügelten Wort für die Engländer im Umgang mit der Erotik. Doch der Meister der Short-Stories beweist immer wieder aufs Neue, dass sich hinter der Fassade vom konformistischen Spießbürgertum so manche Absonderlichkeit versteckt.

    MRS. DONALDSON ERBLÜHT – Mrs. Donaldson lebt ein ruhiges, wenig ereignisreiches Leben in ihrem kleinen Stadthaus. Als Witwe hat sie ein bescheidenes doch regelmäßiges Auskommen, das sie sich mit gelegentlichen Auftritten als „SP“ (simulierter Patient) an der nahen Uni-Klinik aufbessert. Der dortige Oberarzt Dr. Ballantyne praktiziert diese Art der Ärzteausbildung, um seine Student*innen durch Rollenspiele praxisnah an die Realität heranzuführen. Auch durch die Vermietung von Zimmern an Studenten füllt sich Mrs. Donaldsons Haushaltskasse. Als das junge Paar eines Tages knapp bei Kasse ist, macht es ihr ein pikantes Angebot: Sie würden sie bei ihrem Liebesspiel zusehen lassen, wenn sie ihnen dafür im Gegenzug die fällige Miete erlassen würde. Mrs. Donaldson ist zu höflich, um diese freundliche Einladung ausschlagen zu können. Schließlich ist sie ja ein hilfsbereiter Mensch. Und wenn sie durch diesen kleinen Gefallen den jungen Menschen ermöglicht, die Schulden bei ihr zu tilgen, was spricht dann dagegen? Doch der praktizierte Voyeurismus bleibt für sie nicht ohne Folgen, denn er kurbelt ihre Lebensgeister an, setzt Phantasien frei und beeinflusst so ihr Auftreten in der Öffentlichkeit. Diese Veränderung bleibt auch Dr. Ballantyne nicht verborgen…!

    MRS. FORBES WIRD BEHÜTET – Mrs. Forbes ist empört: Ihr über alles geliebter, ach so wunderbarer Sohn Graham will heiraten. Aber warum er sich ausgerechnet diese unscheinbare Betty ausgesucht hat, bleibt ihr ein Rätsel. Schließlich könnte ihr Liebling mit seinem blendenden Aussehen und seinem bestechenden Charme nun wirklich jede haben. Aber nun gut, Betty soll es eben sein. Wahrscheinlich schlagen da die Gene ihres langweiligen Ehegatten durch. Was Mrs. Forbes nicht ahnt und sie zudem in eine tiefe Krise gestürzt hätte, ist der Umstand, dass ihr geliebter Prinz so ganz nebenbei auch noch mit div. Callboys die Kissen zerwühlt. Einer dieser Liebesdiener schreckt allerdings vor Erpressung nicht zurück und bringt Graham in arge Bedrängnis. Doch Betty mag zwar unscheinbar sein, aber sie ist nicht dumm. Sie kennt ihren egomanischen Gatten und seine Geheimnisse sehr genau, und weiß diese, für sich zu nutzen. Während ihre eigenen Bedürfnisse dank ihres zärtlichen Schwiegervaters aufs Beste befriedigt werden, nimmt Mrs. Forbes unwissentlich den Service des Lovers/ Erpressers ihres Sohnes in Anspruch…!

    Seit ich "Die souveräne Leserin" gelesen hatte, ist Alan Bennett für mich ein Garant für exzellente Erzählkunst. In seinen Geschichten offenbart er immer wieder gerne die Abgründe seiner Figuren, die diese verzweifelt zu verbergen versuchen. Doch hinter den Masken der scheinbaren Normalität verstecken sich so manche Absurditäten des Lebens.

    Insbesondere die erste „unziemliche Geschichte“ zeugt von Bennetts Brillanz und lässt sein Können als Drehbuchautor erstrahlen: Mit fein pointierten Dialogen agieren die Protagonist*innen Kammerspiel-artig und lassen so vor meinem inneren Auge eine bühnenreife Szenerie entstehen. Beinah schamhaft verfolgte ich die frivolen Taten der Hauptdarstellerin und hatte das Gefühl, dass ich selbst der Spanner wäre, der durch das Loch in der Wand dem Treiben im Nebenzimmer zusieht. Doch dank des delikaten Humors des Autors blieb mir für allzu viel Prüderie keinen Platz.

    Doch auch die zweite Geschichte amüsierte mich sehr, da sie auf ironische aber doch respektvolle Art die menschlichen (Un-)Tiefen offenlegt, moralische Defizite sichtbar macht und humorvoll das Heuchlerische der Gesellschaft demaskiert. Alle Personen spielen in dieser Geschichte eine Rolle, belügen sich gegenseitig und scheinen irgendwie trotzdem (oder gerade deswegen) mit dieser Situation zufrieden zu sein.

    Alan Bennett blickt mit Sympathie hinter die Kulissen der bürgerlichen Normalität. Er blickt direkt in die Seelen normaler Menschen, in denen so vieles nicht der Norm entspricht. Und gerade dieser Umstand macht seine Figuren so nahbar, so echt, so wahrhaftig. Denn wer von uns entspricht schon der Norm? Und was ist das überhaupt: die Norm?

    Doch als Kenner wie auch Freund kennt Bennett sich mit der menschlichen Spezies aus. Er weiß Bescheid und versteht…!

  23. Cover des Buches Der Patient (DAISY Edition) (ISBN: 9783839850220)
    John Katzenbach

    Der Patient (DAISY Edition)

    (64)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Inhalt

    Am Abend seines 53. Geburtstages verwandelt sich das Leben des New Yorker Psychiaters Dr. Frederick Starks in einen Alptraum. Im Wartezimmer seiner Praxis liegt ein mysteriöser Brief: „Willkommen am ersten Tag Ihres Todes!“, unterzeichnet von einem „Rumpelstilzchen“. Starks hält das zunächst für einen üblen Scherz, doch er wird auf grausame Weise eines Besseren belehrt. Der Unbekannte zwingt ihn zu einem teuflischen Spiel: 15 Tage lässt er seinem Opfer, um herauszufinden, wer „Rumpelstilzchen“ in Wahrheit ist. Sonst wird er, einen nach dem anderen, Starks Familie umbringen – es sei denn, der Psychiater gibt auf und opfert sein eigenes Leben. Ein mörderisches Katz-und-Maus-Spiel beginnt. Wer ist das mysteriöse „Rumpelstilzchen“, das den „Todesbrief“ im Wartezimmer von Dr. Starks hinterließ? Gibt es diese Märchenfigur überhaupt? Und wenn ja, wird Dr. Starks es schaffen, das Phantom innerhalb von 15 Tagen zu entlarven?

    Meine Meinung

    Dieses Hörbuch war im Angebot bei Audible, und weil ich von John Katzenbach noch nie was gelesen/gehört hatte, habe ich zugeschlagen.

    Dr. Frederick Starks ist Psychoanalytiker. An seinem 53. Geburtstag ist Roger Zimmerman sein letzter Patient, wie immer. Ein zorniger Mann der, wie den meisten Patienten von Dr. Starks, ausgiebig jammert und sich beklagt. Besonders über seine hypochondrische, manipulative Mutter, die nicht ruhen wird, bis das Unabhängigkeitsstreben ihres Sohnes im Keim erstickt worden ist. Dr. Starks hört schweigend zu und wirft nur ab und zu eine gütige Bemerkung ein. Er hegt den Wunsch, dass wenigstens ein Patient erkennt, dass es eigentlich Wut auf sich selbst ist, die ihn plagt. Die Klingel im Wartezimmer schellt, was eigentlich nicht sein kann, weil er an diesem Tag keinen Patienten mehr erwartet. Zimmermann regt sich wütend auf, weil er darauf besteht, immer der letzte Patient zu sein. Nachdem Zimmermann gegangen ist, öffnet Dr. Starks die Tür zum Wartezimmer, doch der Raum ist leer. Nur ein Kuvert liegt auf dem einzigen Sitz, der für Patienten bereitsteht. Er öffnet den Umschlag und findet darin zwei dicht beschriebene Blätter. Auf dem ersten Blatt wird ihm zum Geburtstag gratuliert, um gleich darauf zu lesen »Willkommen am ersten Tag ihres Todes«. Und so beginnt ein teuflisches, tödliches Psycho-Spielchen. Starks hat 15 Tage Zeit, um herauszufinden, wer der Briefschreiber ist, der als »Rumpelstilzchen« unterzeichnet hat. Wenn nicht, muss er entweder Selbstmord begehen, oder von den aufgelistet 52 Verwandten wird jemand vernichtet.

    John Katzenbach verschwendet keine Zeit, nach weniger als 10 Minuten Hörbuch ist man mitten im teuflischen Psycho-Spiel. Dr. Frederick Starks, genannt Ricky, führt ein sehr ruhiges, zurückgezogenes Leben. Seit Jahren hat er keinen Kontakt zu seinen weitverstreuten Verwandten gepflegt. Das erste Bild von ihm ist von einem eher trägen Mann, der sich in die Bequemlichkeit seiner New Yorker Praxis in eine deprimierende Routine begeben hat. Für einen Monat im Jahr fährt er nach Cape Cod in die Ferien. Das hatte er jetzt eigentlich auch vor, aber dieser Brief ändert alles. Nun muss er versuchen herauszufinden, wer »Rumpelstilzchen« ist, geht aber doch etwas planlos vor, setzt bei dem Brief seine psychoanalytischen Fähigkeiten nicht ein. Sogar ich konnte erkennen, dass der Brief nicht nur eine Drohung war, sondern einiges verriet über den Schreiber. Geht Dr. Frederick Starks im ersten Teil des Buches etwas unmethodisch und chaotisch vor, ändert sich das im Teil zwei und drei. Es kommt ein Mann zum Vorschein, der wohl immer unter der Fassade des unscheinbaren, lethargischen Psychoanalytikers geschlummert hat. Diese Wandlung schreitet langsam aber stetig voran und am Ende steht ein Mann, der wesentlich sympathischer und dynamischer ist als am Anfang. Der Antagonist »Rumpelstilzchen« tritt selbst kaum in Erscheinung. Es ist klar, dass er Rache für etwas übt, das vor sehr langer Zeit passiert ist. Er hat aber Helfer; eine Frau, die sich Virgil nennt, und einen Mann, der sich Merlin nennt. Diese beiden sind sofort durch ihre überhebliche, arrogante Art unausstehlich. Was diesen beiden betrifft, kann man viel früher seine Schlussfolgerungen ziehen als Ricky es dann endlich erklärt bekommen muss.

    Der Plot ist sehr originell und ein perfektes psychologisches Spiel. Das Leben von Frederick Starks wird systematisch vernichtet. Vom Antagonisten ausgehend, breitet sich ein Netz aus Bösartigkeit aus, ein über Jahre gehender perfider Plan, der nicht nur Ricky als Opfer vorsieht. Das Ausmaß des Plans kommt erst nach und nach zum Vorschein. Die Strafe für das jeweilige Vergehen folgt sprichwörtlich dem Prinzip »Auge um Auge«, aber wesentlich gravierender. Blieb für mich die Frage offen, ob die Betroffenen wussten, dass sie einem Racheplan zum Opfer gefallen sind. Ricky überrascht einen immer wieder, während die Geschichte sich dreht und wendet. Hat man das Gefühl, das Tempo lässt gerade etwas nach, geht es plötzlich rasant weiter. Die Wahrheit über eine List von Rumpelstilzchen, ganz am Anfang, hatte ich viel früher erraten als die Aufklärung im Buch. Auch die Wahrheit über einen bestimmten Nebencharakter war zumindest zur Hälfte durchschaubar. Eine Frage blieb für mich offen, und das stört mich einfach, weil die Geschichte ansonsten sehr abgerundet ihr Ende findet.

    Dies war mein erstes Hörbuch mit Simon Jäger als Sprecher. Bekannt als Synchronstimme von Matt Damon hat er eine sehr angenehme Stimme und spricht die vielen Dialoge differenziert. Er verleiht den verschiedenen Figuren, sei die Rolle noch so klein, mehr Tiefe und Charakter. Emotionen und vor allem die Hilflosigkeit von Ricky im ersten Teil des Buches konnte er sehr gut vermitteln.

    Ein origineller Psychothriller mit einem Protagonisten, der sich gezwungen sieht, eine tiefgreifende Veränderung zu durchwandeln und Maßnahmen zu ergreifen, die er sich niemals zuvor im Leben gedacht hätte. Die Spannung und das Tempo bleiben meist konstant und lassen einen die nächste Möglichkeit zum Lesen/Hören entgegenfiebern.

  24. Cover des Buches Ein Streuner kehrt heim (ISBN: 9783442482863)
    Nick Trout

    Ein Streuner kehrt heim

    (23)
    Aktuelle Rezension von: Ninasan86

    Zum Inhalt:

    Nie wieder wollte Dr. Cyrus Mills in den kleinen Ort Eden Falls in Vermont zurückkehren. Und als er die dortige Tierarztpraxis seines Vaters erbt, möchte er diese so schnell wie möglich verkaufen. Geldsorgen zwingen ihn jedoch, die Praxis zu übernehmen, bis ein Käufer gefunden ist. Widerwillig tritt Cyrus, der zwar Veterinärmedizin studiert, aber noch nie als Tierarzt praktiziert hat, seinen Dienst an. Doch dann stürmt sein erster Patient, ein Golden Retriever namens Frieda Fuzzypaws, schwanzwedelnd durch die Tür, und um Cyrus ist es geschehen. Dank Frieda, dem schwarzen Labrador Puck, der Perserkatze Chelsea und den anderen liebevollen - zwei- und vierbeinigen - Einwohnern findet Cyrus in Eden Falls bald wieder ein Zuhause. Und dann ist da noch Amy, die ebenso temperamentvolle wie hübsche Bedienung des einzigen Lokals am Ort ...


    Über den Autor:

    Nick Trout hat an der University of Cambridge Tiermedizin studiert und arbeitet als Chirurg am berühmten Angell Animal Medical Center in Boston; er hat mehrere Bücher über seine Arbeit und sein Leben mit Tieren geschrieben, die alle New-York-Times Bestseller wurden. Nick Trout lebt mit seiner Frau Kathy und dem Labrador-Pudel-Mischling Thai in Massachusetts.



    Mein Fazit und meine Rezension:

    Ich hatte das Glück, das Buch aus dem Goldmann Verlag lesen zu dürfen. Und ja, ich  habe mich sehr darauf gefreut. Allein das Cover hat mich angesprochen: wer ist denn nicht von kleinen Hundewelpen begeistert? Und das Cover ist auch perfekt zum Titel gewählt: Ein Streuner kehrt Heim - ein Hundewelpe vor einer Tür eines bunten Hauses. 
    Von der Geschichte her hat mich der Beginn doch eher an den Film "Doc Hollywood" erinnert - ein Tierarzt, der eigentlich kein Tierarzt ist, sondern Pathologe mit einigen (finanziellen) Problemen, kommt in eine Kleinstadt, tritt dort das Erbe seines Vaters an und macht Bekanntschaft mit der eingeschworenen Gemeinde von Eden Falls. So weit, so gut. Doch leider ist es nicht gut, denn Dr. Cyrus Mills hat einen sehr schlechten Start in der Kleinstadt und das lassen ihn die Menschen dort auch spüren. Ich war nach den ersten Kapiteln der Meinung, dass er dort sang- und klanglos untergehen wird und dabei tatsächlich die Praxis an die Bank verliert, wenn nicht sogar an den großen Konzern, der Tierarztpraxen aus dem Boden stampft, bei denen "kein Doktor zweimal bei demselben Patienten gesehen wird". Doch der Doktor überraschte nicht nur die Menschen, sondern auch mich! Seine Beobachtungsgabe macht ihn zu jemanden Besonderen, denn er geht das Problem pathologisch an und untersucht nicht nur das, was vor ihm liegt, sondern auch die äußeren Einflüsse. Spätestens da dachte ich "oh, es wird doch noch interessant". Ab und an ist es etwas langatmig geschrieben, auch wenn die Vergangenheit des Doktors interessant ist - insbesondere, was seine Familiengeschichte anbelangt - so erfährt man über ihn doch reichlich wenig. Er kommt mir eher verschlossen vor und - wie auch die Bewohner mitbekommen - gegenüber Menschen nicht gerade gesprächig. Das hat aber wohl eher mit seinem Beruf zu tun. 
    Erst in der Mitte bzw. im zweiten Drittel des Buches wird es tatsächlich interessant. Man lernt einige prekäre Fälle kennen, analysiert mit ihm und findet dann tatsächlich die Ursachen heraus; das hat mich doch beeindruckt. 

    Insgesamt hat mich die Geschichte allerdings nicht mit sich gerissen, man wird zwar als Leser mit eingebunden, doch konnte ich nicht wirklich eine "Beziehung" zu den Charakteren aufbauen, der Tiefgang hat mir etwas gefehlt. Dann die einzelnen langatmig geschriebenen Beschreibungen von Dingen, die die Kapitel unnötig in die Länge gezogen haben und nicht wirklich zum Lesefluss beigetragen haben ...

    Vielleicht gebe ich ihm mit dem nächsten Band eine neue Chance. 

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