Bücher mit dem Tag "perfektionismus"
25 Bücher
- Cecelia Ahern
Flawed – Wie perfekt willst du sein?
(1.197)Aktuelle Rezension von: BuchspinatZum Inhalt:
Celestine führt ein gutes Leben. Ihre Familie gilt als perfekt. Sie gilt als perfekt. Niemand hat etwas auszustehen. Nicht wie die Menschen, die von der Gilde als „fehlerhaft“ beurteilt und ebenso gebrandmarkt und aus der Gesellschaft ausgestoßen werden. Celestine hat eine große Zukunft vor sich und ist glücklich verliebt in Art – den Sohn des obersten Richters der Gilde. Doch dann passiert eines Morgens im Bus etwas, dass Celestines Leben vollkommen aus der Bahn wirft und plötzlich gilt sie selbst als „fehlerhaft“.
Meine Meinung:
Eine Dystopie, die so absurd erscheinen mag beim Lesen und dennoch – wenn man die täglichen Nachrichten liest und hört – in vielen Dingen eine erschreckende Parallele zur gesellschaftlichen und politischen Entwicklung – nicht nur in unserem Land – geworden ist.
Menschen, die nicht den Grundsätzen der Gilde entsprechen und moralisch einwandfreie Menschen sind – wobei die moralischen und ethischen Grundsätze praktischerweise direkt von der Gilde definiert werden – werden als fehlerhafte Menschen gebrandmarkt. An der Schläfe, der rechten Hand, am Brustkorb oder auf der Zunge. Je nach ihrem Vergehen.
Da ist z.B. die junge Frau, die ihre schwerkranke Mutter zum geplanten Suizid ins Ausland begleitet hat und dadurch „fehlerhaft“ wurde.
Das Leben als „fehlerhafter Mensch“ ist schlimm. Nur Grundnahrungsmittel, Ausgangssperre, schlechte Arbeitsbedingungen, ständige Überwachung und viele Repressalien mehr bestimmen den Alltag einer fehlerhaften Person.
Das Celestine eine fehlerhafte Person werden könnte, erscheint ihr vollkommen absurd, doch dann – eines morgens auf dem Weg zu Schule – droht ein fehlerhafter älterer Herr im Bus zu kollabieren. Niemand hilft ihm. Nicht fehlerhaften Menschen ist nämlich das Helfen von fehlerhaften Menschen untersagt. Sonst werden sie selbst zu fehlerhaften Menschen verurteilt.
Celestine kann nicht einfach zusehen, wie der Mann vor ihren Augen stirbt. Egal, ob das erlaubt ist oder nicht. Also greift sie ein. Als Einzige. Alle schauen zu und nehmen in Kauf, dass der Mann vor ihren Augen sterben könnte.
Sie wird verhaftet. Richter Crevan bietet ihr einen Ausweg an. Das Einzige, was sie dafür tun muss, ist zu behaupten, dass sie nicht geholfen hat, sondern nur ihre Mitmenschen vor dem fehlerhaften Mann beschützen wollte und der fehlerhafte Mann selbst an der Situation schuld ist. Dann würde alles wieder gut werden.
Doch das wäre gelogen. Das wird ihr sehr schnell klar. Und Celestine – trotz großer Angst vor dem Leben als Fehlerhafte – stellt plötzlich das gesamte Regime in Frage und kann es nicht mit ihren eigenen ethischen Grundsätzen vereinbaren, zu lügen.
Was dann geschieht? Das verrate ich Euch nicht. Nur so viel: Celestine wird zum Aushängeschild einer Revolution, die längst überfällig ist. Eine Revolution, in der die Menschen, die unterdrückt werden, die nicht dem gesellschaftlichen Standard entsprechen, aufbegehren. Einer Revolution gegen eine Gesellschaft, in der die Menschen mit Angst und Drohungen stillgehalten werden, damit die Machthaber ihre Macht behalten und ausbauen können.
Menschen, die Sachverhalte und Situationen hinterfragen, sind für Diktatoren und ähnliche Konstrukte sehr gefährlich. Also müssen sie klein gehalten werden. Das geschieht am besten, in dem man Angst schürt. Immer wieder. In dem man Exempel statuiert.
Doch Celestine ist nicht allein. Das wird ihr allmählich bewusst – als sie sich auf die Suche nach Informationen begibt. Ihr Tun ist gefährlich, doch sie kann nicht mehr zurück. Fehlerhaft ist sie sowieso. Dann kann sie auch dafür kämpfen, dass sich etwas ändert. Denn viel schlimmer kann es nicht mehr werden…
Die Geschichte geht unter die Haut und oftmals bin ich beim Lesen unfassbar wütend geworden. Auf Menschen, die ein System ungefragt kaufen. Die sich einreden lassen, dass ethische Grundsätze „fehlerhaft“ sind. Die Menschen vorverurteilen und sie auf unaussprechliche Art und Weise aus der Gesellschaft ausschließen. Weil sie nicht ins Bild passen. Weil sie anders sind. Sich anders entschieden haben.
Schon immer werden Menschen, die nicht „perfekt“ in unsere Gesellschaft passen, diskriminiert und ausgegrenzt. Ob damals zu Zeiten der Sklaverei, der Apartheit, des zweiten Weltkriegs. Sei es bei Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung, Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen mit LGBTQ-Hintergrund. Menschen, die Bürgergeld beziehen oder aus anderen Gründen nicht in die Gesellschaft passen. Die Liste ist noch lange nicht am Ende.
Das bringt mich zu folgender Frage: wer definiert denn, wer in einer Gesellschaft überhaupt perfekt ist und dazugehören darf? Und wer nicht? Wer entscheidet das?
Das muss aufhören. Jeder Mensch ist wertvoll. Einzigartig. Und auf seine Weise perfekt.
Denn – um Margot Friedländer zu zitieren: „Es gibt kein jüdisches, kein muslemisches und kein christliches Blut. Es gibt nur menschliches Blut. Drum sei Mensch!“
Meine Rezension findet Ijr auch auf www.buchspinat.de - Celeste Ng
Kleine Feuer überall
(333)Aktuelle Rezension von: GwhynwhyfarDer Anfang: «In jenem Sommer redeten alle in Shaker Heights darüber, wie Isabelle, das jüngste Kind der Richardsons, endgültig durchdrehte und das Haus abfackelte. Während das ganze Frühjahr über die kleine Mirabelle McCullough Gesprächsthema gewesen war – beziehungsweise, je nachdem, auf welcher Seite man stand, May Ling Chow –, gab es endlich neuen aufregenden Gesprächsstoff.»
Es brennt! Fassungslos steht Elena Richardson im Bademantel und den Tennisschuhen ihres Sohnes draußen auf dem Rasen und starrt in die Flammen. Ihre jüngste Tochter hat in jedem Schlafzimmer Feuer gelegt. Shaker Heights, der wohlhabende Vorort von Cleveland, Ohio, hier ist es sauber, ruhig und völlig ungefährlich, Golf-, Reit-, Tennis-, Segelclub. Ein strukturiertes Straßennetz, beste Schulen; vom Außenanstrich der Häuser bis zur Höhe des Rasens ist alles vorgeschrieben, eine Scheinidylle. Rasen! Gemüse im Garten ist nicht erlaubt. Ordnungsfanatismus, Ordnung ist das ganze Leben! Wie konnte es zu diesem Unglück kommen? Gehen wir zurück zu dem Tag als das unkonventionelle Mutter-Tochter-Paar Mia und Pearl Warren zur Miete in eine der Wohnungen der Richardsons einzieht …
«‹Izzy nimmt alles ernst. Zu ernst. Das ist ihr Problem.›
‹Der Witz daran ist›, sagte Lexi eines Nachmittags, ‹dass Izzy in zehn Jahren bei Springer auftreten wird.»
‹In sieben›, widersprch Trip. ‹Höchstens acht. Jerry hol mich aus dem Knast.›
‹oder Hilfe meine Familie will mich einweisen›, sagte Lexi.
Elena ist Journalistin, die für das heimische Provinzblatt zu schreibt, was eigentlich nicht ihr Lebensziel gewesen ist. Aber das wundervolle Shaker Heights ist ihre Geburtsstadt und ihr Mann ist ihr gefolgt, ein gut verdienender Anwalt im Ort geworden. Sie haben vier Kinder zur Welt gebracht, Lexie (17), Trip (16), Moody (15) und Isabelle (Izzy, 14), ein ansehnliches Haus gebaut – der amerikanische Traum ist perfekt. Natürlich haben alle Kinder völlig verschiedene Charaktere, doch Izzy, die Jüngste bereitet Sorgen. Rebellisch, gesellschaftskritisch, sie lässt Äußerungen fallen, die ihre Umgebung zu Schnappatmung bringt; sie lässt sich zu Aktionen hinreißen, die ihr mächtigen Ärger einbringen. Moody ist von der gleichaltrigen Pearl fasziniert, von ihrem Lebensstil, dem Vagabundenleben. Denn Pearls Mutter Mia ist Künstlerin. Sie fotografiert, zerlegt die Fotos, bearbeitet sie und gestaltet etwas Neues daraus. Sie leben von der Hand in den Mund; besorgen sich Möbel vom Sperrmüll, Bekleidung aus Secondhandläden, und wenn ihnen eine Stadt nicht mehr gefällt, ziehen sie weiter. Pearl wiederum, die sich nun täglich bei den Richardsons aufhält, beneidet Moody um diese Familie, die ein gemütliches Leben ohne Sorgen führt. Ein festes Heim, eine Heimat. Das hatte ihre Mutter ihr versprochen: Wir suchen einen Ort, an dem wir bleiben! Pearl soll in Ruhe ihre Schule abschließen können. Und Shaker Heights ist der perfekte Ort, um für immer zu bleiben.
«Während der Nachmittage mit Pearl begriff er allmählich, wie ihr unstetes Leben ausgesehen hatte. Sie reisten mit leichtem Gepäck: zwei Teller, zwei Tassen, eine Handvoll bunt zusammengewürfeltes Besteck, jeder einen Seesack mit Kleidern und natürlich Mias Kameras. Im Sommer fuhren sie mit offenen Fenstern, weil der Golf keine Klimaanlage hatte; im Winter fuhren sie nachts bei aufgedrehter Heizung. … Um die Privatsphäre zu wahren, hängten sie ein Laken von der Hecktür über die Kopfstützen der Vordersitze wie ein Zelt. Zum Essen hielten sie am Straßenrand und aßen, was sie hatten, aus der Papiertüte: Brot und Erdnussbutter, Obst, manchmal Salami oder ein Peperoniwürstchen, wenn es gerade im Angebot war. Manchmal waren sie nur ein paar Tage unterwegs, dann wieder eine Woche, bis Mia einen passenden Ort fand, an dem sie eine Weile blieben.»
Pearl, die mit allen Kindern der Richardsons befreundet ist, mit jedem auf eine andere Weise, gehört bald zur Familie. Und dann macht Elena Mia das Angebot, bei ihr im Haushalt stundenweise zu arbeiten. Izzy ist fasziniert von Mia und sie will fotografieren lernen, Kunst schaffen; und Mia zeigt ihr, worauf es ankommt. Die beiden Familien sind eng miteinander verfochten. Wie es so ist im Leben, es passieren Dinge, die nicht geplant sind – Geheimnisse, Missverstandenes, schwelende Eifersucht … Bereits im zweiten Satz in diesem Roman begegnen wir Mirabelle McCullough – die am Ende das Fass zum überlaufen bringt …
«eine Utopie zu schaffen. Ordnen – und Verordnen, für Ordnung unerlässlich – galt den Shakern als Schlüssel zu Harmonie. Sie hatten alles verordnet: die angemessene Zeit, um morgens aufzustehen, die angemessene Farbe der Vorhänge, die angemessene Haarlänge für Männer, die angemessene Art, wie man die Hände zum Gebet faltet (den rechten Daumen über den linken). Die Shaker waren fest überzeugt, wenn sie jede Kleinigkeit planten, könnten sie ein Stück Himmel auf Erden schaffen, einen kleinen Zufluchtsort, und die Gründer von Shaker Heights hatten genauso gedacht. In Werbeannoncen zeigten sie Shaker Heights hoch oben auf einem Berggipfel am Ende eines Regenbogens, mit Blick auf das schmutzige Cleveland. Perfektion war das Ziel.»
Ein vielschichtiges Familien-Psychogramm von zwei Familien, dazu ein Kleinstadt-Psychogramm. Eine erstickende Kleinstadtidylle, in der der ein freundlicher, freiheitsliebender Paradiesvogel auftaucht. Eine alleinerziehende Mutter, die dem Bürgertum ganz ohne Absicht ihr Spießertum offenbart, aufdeckt, dass dieser ganze Luxus nur verdeckt, was darunter brodelt, dass er letztendlich nichts wert ist. Diese Stadt hat viele Pläne, Regeln, Gesetze. Mia zu ihrer Kunst gefragt, antwortet: «Ich fürchte, ich habe keinen Plan. Aber den hat eigentlich niemand, auch wenn alle das Gegenteil behaupten.» Der Stich ins Wespennest. Izzy sprengt ihre Ketten: «Sie sann nach Möglichkeiten, um sich zu rächen. Und sie suchte sich die Beste aus.» Zu viel Neugier, Kontrollsucht, Geheimnisse, Intrigen, Rache und ein paralleles Drama in der Stadt machen die Geschichte zu einem spannenden Roman, den man nicht aus der Hand legen mag. Ein Drama, das ist auf der ersten Seite klar. Aber was brachte Izzy dazu? «und Izzy ließ das Streichholz auf das Bett ihrer Schwester fallen und rannte zur Tür hinaus.» Mit feiner Beobachtungsgabe nähert sich Celeste Ng empathisch ihren Protagonist:innen, den Müttern und den Kindern. Die auktoriale Perspektive erlaubt dem Leser den Einblick. Wir kennen die Geheimnisse aller Beteiligten. Und das macht es spannend. Wann fliegt wer auf und was mag das auslösen? Bitterböse und gesellschaftskritisch. Es gibt hier keine fiesen Charaktere – im Gegenteil, letztendlich hat man Verständnis für jeden Einzelnen – und was sich hier entblättert ist großes Kino! Empfehlung!
«Seit ihrer Jugend hatte sie einen Plan gehabt und ihn minutiös eingehalten … Sie hatte, kurz gefasst, alles richtig gemacht und sich ein gutes Leben aufgebaut, ein Leben wie sie es sich wünschte, wie alle es sich wünschten. Und jetzt kam diese Mia, eine vollkommen andere Frau mit einem vollkommen anderen Lebensstil, die sich ohne Entschuldigungen ihre eigenen Regeln setzte.»
Celeste Ng, geboren 1980, wuchs in Pittsburgh, Pennsylvania, und in Shaker Heights, Ohio, auf. Sie studierte Englisch in Harvard und Kreatives Schreiben an der University of Michigan. ›Was ich euch nicht erzählte‹ stand genauso auf der Bestsellerliste wie ›Kleine Feuer überall‹, das auch als Miniserie verfilmt wurde. Celeste Ng lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Cambridge, Massachusetts.
- Asako Yuzuki
Butter
(197)Aktuelle Rezension von: MondschaefinDas Buch war wunderschön zu lesen und hat mir viele Denkanstöße gegeben. Es ist sehr sinnlich und subtil geschrieben, die Beobachtungen über das Frausein und die Leistungsgesellschaft sind nuanciert und klug. Inwiefern die Gesellschaft Druck auf das Aussehen und vor allem den Körper von Frauen ausübt, wird in Literatur von, über und für Frauen häufig beschrieben - der Autorin ist es aber gelungen, das Thema mit einer eigenen Note und neuen Einblicken zu beschreiben. Ich wünschte, ich könnte es noch einmal von vorne lesen.
- Alexandra Kleeman
A wie B und C
(46)Aktuelle Rezension von: Frau_M_aus_MDas ist eine phantastisch durchgeknallte Story. Sie ist schonungslos absurd und enthüllt dadurch um so deutlicher die Lebenswirklichkeit der Protagonisten.
A, die Hauptfigur des Romans orientiert sich jeden Morgen nach dem Aufwachen an den Gegenständen in ihrer Wohnung, um sich daran zu erinnern, wer sie ist. Vermutlich wohnt sie deshalb auch mit B, einer ihr sehr ähnlichen jungen Frau, zusammen. Durch sie kann sie sich erinnern, wer sie ist. B ist jedoch sehr vereinnahmend. Sie ist niemand und vereinnahmt mehr und mehr A, eignet sich deren Leben an, nimmt es ihr weg.
Dann wäre da noch C, der Freund von A. Der lebt nach dem Lustprinzip, ist absolut egozentrisch. Für ihn ist A nur ein Accessoire, etwas das zu seiner Unterhaltung da ist.
Der Schreibstil des Buches ist genial. Die Art von A, die Welt zu betrachten, lässt einem zuweilen eisige Schauer den Rücken herunterlaufen. Zuweilen gurgelt einem auch ein (böses) Lachen aus dem Hals. Natürlich sind die Verhältnisse heftigst überspitzt dargestellt. Aber es ist doch ziemlich leicht, zu erkennen, in welchem Maße sie auch das Hier und Jetzt direkt vor unserer Tür darstellen.
Die Menschen sind einer Welt der totalen Geschäftemacherei ausgesetzt. Es geht nur um den Profit einiger Weniger. Alles ist darauf ausgerichtet, Menschen zu manipulieren, es unmöglich machen, sich zu orientieren. Da kann man nur bekloppt werden. A ist denn auch auf dem besten Wege, im Sumpf einer Sekte zu verrecken, wo sie und auch alle anderen Opfer ihrer Identität, ihrer Vergangenheit, sämtlicher Wünsche und Individualität und am Ende auch ihres nackten Lebens beraubt werden.
Aber so schlecht ihre Chancen auch stehen, da wieder herauszukommen: Sie ist nicht kleinzukriegen und bricht aus. Obwohl einem ein Kloß im Halse bleibt, ist es dennoch ein optimistisches Ende: A wünscht sich ihr Leben in aller Langweiligkeit und Beschränktheit mit irgendeinem C zurück. Okay. Aber es ist IHR Leben, das SIE selbst sich wählt. Und das ist es jedenfalls wert. - Karin Ernst
Überflieger
(24)Aktuelle Rezension von: AHaEin Buch das zum Nachdenken anregt und definitiv nachwirkt.
- Ellen Berg
Mach dich locker
(68)Aktuelle Rezension von: Mo_Na2In „Mach dich locker“ von Ellen Berg steht Marie Hasemann im Mittelpunkt – eine Frau, die den Perfektionismus zur Lebensphilosophie erhoben hat. Ob im Beruf, im Familienalltag oder in der Schule ihrer Kinder: Alles muss durchgeplant, organisiert und fehlerfrei sein. Doch genau das bringt sie zunehmend in Konflikt mit ihrer Umwelt – im Job, in der Familie, im sozialen Umfeld.
Ein Hexenschuss zwingt Marie schließlich zur Ruhe – und wird zum Wendepunkt. Plötzlich übernimmt ihre Schwiegermutter das Regiment im Haushalt, ihr Mann scheint sich lieber mit einer anderen Mutter aus der Schule zu treffen und Marie ist gezwungen, Kontrolle abzugeben. Ihre loyale Büroassistentin Scarlett steht ihr zur Seite, ebenso wie die neue Mutter Babette aus der Schule ihres Sohnes, die sich ebenfalls als wertvolle Verbündete entpuppt.
Ellen Berg gelingt es auf charmante Weise, den inneren Wandel ihrer Protagonistin darzustellen. Die Geschichte lädt zum Nachdenken ein: Bin ich vielleicht selbst manchmal wie Marie? Ich konnte mich in vielen Situationen wiedererkennen. Die Themen Achtsamkeit, Selbstreflexion, Freundschaft, Vertrauen und das Loslassen von Kontrolle sind fein verwoben – und auch der Humor kommt nicht zu kurz.
Besonders gelungen fand ich das fiktive Interview am Ende des Romans – eine kreative Danksagung, die der Geschichte einen runden Abschluss gibt und zeigt, wie es mit den Figuren weitergeht.
Ein kleiner Kritikpunkt: Die persönliche Wandlung von Marie verläuft mir etwas zu schnell. So tiefsitzende Verhaltensmuster verändern sich in der Realität nicht über Nacht. Dennoch: Der Roman ist unterhaltsam, regt zum Nachdenken an und ist zu Recht ein Bestseller.
Fazit: Eine warmherzige, humorvolle Geschichte mit Tiefe – tolle Unterhaltung mit kleinen Abstrichen. - Sharon Garlough Brown
Unterwegs mit dir (1)
(33)Aktuelle Rezension von: Raphaela23Ich habe die Buchreihe nun bereits zum zweiten Mal gelesen und bin einfach begeistert! Die Bücher gehen nur so über vor Tiefe, Weisheit und Erfahrungsschatz. Der erste Band ist mein absoluter Favorit.
Die Geschichte aus den Sichtweisen von vier ganz unterschiedlichen Frauen ist sehr angenehm zu lesen und hat mich kaum mehr losgelassen. Durch die starke Verflechtung von Seelsorge, geistlicher Supervision und Theologie eignet sie sich eher für Menschen, die bereits im Glauben stehen und vielleicht auch mit einigen Fragen und Lebenssituationen zu kämpfen haben.
Durch die Verschiedenheit der vier Charaktere deckt die Erzählung eine große Bandbreite an Erfahrungen und Persönlichkeiten ab und ist sehr vielschichtig. Die Geschichte arbeitet mit kurzen Rückblenden ins Kindesalter, um die individuellen Kämpfe der Protagonistinnen psychologisch besser verstehbar zu machen. Dies ermöglicht dem Leser eine tolle Innenschau und regt extrem zur Selbstreflexion an. Die sehr erfahrene Autorin lässt viele psychologisch-seelsorgerische Details einfließen, wodurch die Inhalte und das sehr intensiv zur Geltung kommen. Dabei stehen ein einladendes Gottesbild und eine sehr differenzierte Christologie im Vordergrund. Gleichzeitig bleiben die Charaktere nahbar, verwundbar, ehrlich, herausgefordert und menschlich.
Bereichert wird die Erzählung der geistigen Reise durch ganz konkrete Übungen und Anleitungen, die gut für die persönliche stille Zeit oder Gruppenarbeiten genutzt werden können und einen tollen Mehrwert für das eigene geistige Leben haben.
Ich kann das Buch einfach jedem Gläubigen nur ans Herz legen! Lasst euch mitnehmen, berühren und verändern.
(TW für: Endometriose/TotalOP, Suizid und -versuch, sexualisierte Gewalt, Abtreibung)
- Gordon Korman
Masterminds - Im Auge der Macht
(51)Aktuelle Rezension von: Mira20Gerade actionreiche und nicht so umfangreiche Lektüren für Jungs sind doch eher Mangelware! Deshalb war ich nun auf diesen Reihenauftakt sehr gespannt.
Serenity – der perfekte Ort zum Leben. 185 Bewohner, die alle glücklich zusammenleben, deren Gemeinschaft ohne Kriminalität ist, wo jeder jeden kennt!
5 Jugendliche – alle knapp 13 Jahre alt – lassen den Leser an ihrem perfekten Leben teilhaben! Was allerdings gemächlich beginnt, wird schnell zum Pageturner! Denn die perfekte Welt gibt es auch in Serenity nur zum Schein! Bald sind sie einem grossen Geheimnis auf der Spur und ihr Leben in grösster Gefahr!
Obwohl das Buch fast schon heiter und unbekümmert startet, war ich von Anfang neugierig. Die einfache und unkomplizierte Sprache machen es dem Leser einfach dran zu bleiben. Bald ist die Stimmung geheimnisvoll und schlägt dann abrupt um in bedrohlich und unheimlich.
Die fünf Protagonisten sind fazettenreich beschrieben. Gedanken und auch die Sprache variieren je nach Erzähler oder Erzählerin. Die inneren Monologe ergänzen sich gut. So kommt das Buch mit sehr wenigen Wiederholungen aus.
Das Buch hat bloss 262 Seiten. Der Autor gibt sich Mühe nur am Hauptstrang dran zu bleiben. So ist die Geschichte relativ einfach gestaltet und gut nachvollziehbar. Allerdings möchte ich betonen, dass die Idee – also das grosse Geheimnis – mal was Neues ist.
Inhaltlich ist die Geschichte in vielen Punkten abgeschlossen. Einige Stränge bleiben allerdings für die Fortsetzung offen.
Das Buch ist weder eine Dystopia noch ein Zukunftsroman. Der Autor setzt sich mit einem wissenschaftlichen Thema auseinander, das bereits grosse Kontroversen ausgelöst hat. Für den Leser ergibt sich daraus eine spannende Auseinandersetzung zwischen Wissenschaft und moralisch und ethischer Vertretbarkeit.
Das Buch eignet sich für Jungs und Mädchen ab 12, die gerne Actionbücher lesen. - Anne Nina Simoens
Supermama
(15)Aktuelle Rezension von: Laurie8Klappentext: »Die perfekte Mutter gibt's nicht! Die anderen kochen auch nur mit Wasser - und ihr seid toll, so wie ihr seid!« Der Druck auf Mütter nimmt zu: Sie sollen die Kinder liebevoll erziehen, modelmäßig aussehen, erfolgreich sein in einem interessanten Job, eine sexy-verständnisvolle Partnerin für den Mann sein usw. ... Und irgendwann glaubt jede Mutter, dass es um sie herum nur so wimmelt von Supermoms. Es wird Zeit, die Luft raus zulassen. Supermom does not exist!Das Buch beginnt mit einem kleinen Lexikon der Mom-Begriffe, die wirklich ausnahmslos witzig sind, gefolgt von Supermom Sätzen und deren wahrer Bedeutung mit anschließenden Diagrammen mitten aus dem Leben. Es folgen noch weitere Kapitel und jedes dieser Kapitel beinhaltet einfach so viel Wahrheit gepaart mit Witz - jede Mami wird sich hier wieder finden und erkennen. Es ist definitiv kein Ratgeber im klassischen Sinn, dazu ist einfach zu viel Witz und Ironie dabei. Am Ende jedoch kommt noch ein kurzes Kapitel über „Parental Burnout“ mit Tipps um diesem entgegen zu wirken und sich notfalls auch professionelle Hilfe zu holen. Das finde ich gut gelungen und wichtig!
Empfehlen würde ich das Buch jeder Mama mit Kind ab einem halben Jahr, für sich selbst, für die beste Freundin oder einfach um einer gestressten Mama eine Freude zu machen. Es ist kurzweilig, man kann immer wieder rein schauen ohne den Faden zu verlieren, man kann quer lesen und es ist einfach sehr amüsant und spricht mit Sicherheit vielen Müttern aus der Seele. Vor allem gibt es einem das Gefühl: man ist nicht allein, sondern nur eine von vielen Moms denen es allen genau so geht J
- Caroline de Maigret
Older, but Better, but Older: Von den Autorinnen von How to Be Parisian Wherever You Are
(11)Aktuelle Rezension von: dr_y_schauchÄlter, aber besser. Aber – nun ja, seufz! – eben älter. 2014 erklärten uns die Autorinnen Caroline de Maigret und Sophie Mas (damals noch zusammen mit Anne Berest und Audrey Diwan), wie wir, unabhängig von unserem Geburts- und Wohnort, zur Pariserin werden („How To Be Parisian. Wherever You Are“).
Jetzt, sechs Jahre später, sind die beiden Pariserinnen (selbstverständlich!) noch immer Pariserinnen: unangestrengt elegant, lässig, charmant und kapriziös – aber eben ein wenig älter. Der Nachfolgeband ist wie sein Vorgänger witzig, selbstironisch und sehr „französisch“. Teils augenzwinkernd, teils nachdenklich machen sich die beiden Stilvorbilder Gedanken über die Veränderungen, die sich nolens, volens mit der Zeit einstellen: woran man diese Veränderungen erkennt (z. B. „wenn der französische Präsident jünger ist als du“), welche Gefühle sie in einer auslösen („Du denkst gerührt an die Momente zurück, die dich haben wachsen lassen.“) und wie man möglichst würdevoll-lässig damit umgeht (z. B. indem man sich fragt, was Keith Richards tun würde).
All diese Betrachtungen bleiben größtenteils oberflächlich, es ist definitiv keine soziokulturelle Auseinandersetzung mit dem Älterwerden der Frauen in unserer Gesellschaft. Aber das muss es auch nicht sein. Das Buch ist vielmehr ein liebevoller, ironischer, versöhnlicher und bisweilen berührend melancholischer Blick auf das, was uns allen – wenn wir richtig großes Glück haben! – bevorsteht: das Altern.
- Sharon Garlough Brown
Weil du mit mir gehst (2)
(24)Aktuelle Rezension von: martina400Inhalt:
Die vier Frauen Meg, Hannah, Mara und Charissa lernten sich bei dem Kurs „Geistliche Reise“ kennen und wurden zu Freundinnen. Gemeinsam lassen sie einander an ihrem Alltag teilhaben und versuchen sich zu unterstützen wie es der Kurs einst tat. Dabei stößt jede auf Probleme, mit denen sie zu kämpfen hat.
Cover:
Das Cover unterscheidet sich nur minimal vom 1. Band. Es ist also klar ersichtlich, dass diese Reihe zusammenhängend ist.
Meine persönliche Meinung:
Schnell findet man wieder Anschluss an die Geschichten der vier Frauen und identifiziert sich mit ihnen bzw. kann mit ihnen fühlen. Obwohl jede mit schlimmen Problemen kämpft, wie eine ungewollte Schwangerschaft, Kontrollzwängen, Scheidung oder Verlustängsten, plätschert das Buch nur so dahin. Es ist spannend zu lesen wie die Frauen ihr Leben meistern und sich gegenseitig unterstützen und noch von ihrem Gemeinsem Kurs zehren und Gebetsweisen in ihr Leben übernommen haben. Jedoch zieht sich dieser Band ein wenig in die Länge. Am Schluss findet man noch Fragen und Anregungen zum Gespräch, die an die geistlichen Inhalte des Buches anschließen, was man in einer Kleingruppe durcharbeiten könnte. Das finde ich recht gut. Obwohl man in Band 1 schon die geistlichen Reisen mitmachen könnte. Schade ist, dass Kathrine, die ja alle vier Frauen verbunden hat, in diesem Buch kaum Raum einnimmt. Es ist nett zum Lesen und ich werde bestimmt auch den nächsten Band lesen.
Fazit:
Ein Roman, der an Neugier im 2. Band ein wenig nachlässt, aber eine schöne und stimmige Fortsetzung des Lebens der vier Frauen ist. - Johannes Drerup
Paternalismus, Perfektionismus und die Grenzen der Freiheit
(1)Noch keine Rezension vorhanden - Jenifer Girke
Parallelwelten
(9)Aktuelle Rezension von: strickleserlJenifer wird von klein auf zu guten Leistungen angetrieben. Eine Zwei reicht nicht. Der Vater geht mit ihr jeden einzelnen Fehler durch, und gegessen wird erst, wenn alles stimmt. Sie definiert sich schon bald über ihre Leistung. Egal ob beim Abi, beim Studium, im Fitness-Studio oder als Journalistin: sie setzt sich stets mit voller Kraft ein und strebt immer weiter nach oben.
Es dauert viel zu lang, bis sie erkennt, dass sie selbst dabei auf der Strecke bleibt. In einem mühsamen Prozess, der mit einem stationären Klinikaufenthalt beginnt, findet sie den Weg zu sich selbst zurück. Sie erkennt, dass sie sich nicht über ihre Leistung definieren muss. Sie ist, wie alle, ganz einfach als Person wertvoll. Sie muss nicht mehr eine Rolle spielen, in einer Parallelwelt leben, um als Mensch zu zählen.
Auf diesem Weg zurück ins Leben spielen drei Hilfen für Jenifer eine große Rolle; Achtsamkeit, Yoga und der christliche Glaube. Achtsamkeit bedeutet für sie dankbar im Moment zu leben. Yoga bildet einen ruhigeren Gegenpol zu den früheren exzessiven Fitnessübungen. Und im Glauben erfährt Jenifer ihren Wert, denn sie kann in Beziehung zu einem liebenden Gott leben. Unerwartet entdeckt sie außerdem in der Bibel eine Unmenge an hilfreichen Lebensweisheiten.
Dieses Buch ist ein wichtiges Zeugnis in unserer Zeit. Durch Instagram und Co. lebt eine ganze Generation von den „likes“ der anderen. Bilder werden bearbeitet und optimiert, bevor sie in der Timeline erscheinen, und natürlich versucht der Einzelne sich persönlich zu optimieren, um die ersehnte Anerkennung zu bekommen. Jenifer zeigt wie gefährlich dieser Weg werden kann. Sie berichtet ehrlich von ihrer großen Sucht nach Kontrolle, die sich unter anderem in Magersucht zeigt.
Der Schreibstil ist vielleicht nicht jedermanns Sache. Der Bericht erfolgt nicht linear, sondern springt zeitweise von einem Thema zum anderen. Die Lösungen, die Jenifer gefunden hat, sind vielleicht auch nicht für jeden nachvollziehbar. Von anderen Berichten der Autorin in den Medien bekommt man den Eindruck, dass der Glaube für sie eine große Rolle spielt. In diesem Buch stehen eher Achtsamkeit und Yoga im Mittelpunkt. Und nicht zuletzt stören sich ältere Leser vielleicht an den saloppen Ausdrücken, die sich an manchen Stellen finden.
Insgesamt ist dieses Buch aber sehr lesenswert. Es finden sich viele Anregungen und Tipps für ein gelasseneres Leben. Eine große Rolle spielt die Erkenntnis der Autorin, dass unsere Gedanken uns nicht bestimmen müssen. Wir können einen Gedanken, der uns kommt, betrachten, aber wir müssen ihm nicht folgen oder glauben.
Fazit: Ein Buch, das zum Nachdenken anregt, und besonders für die jüngere Generation interessant ist; vor allem für Menschen, die sich von unserer Leistungsgesellschaft getrieben fühlen oder mit Süchten zu kämpfen haben. Besonders positiv fällt die Offenheit der Autorin auf, die Einblicke in ihre Gedankenwelt gibt, und so hilft die Denkprozesse von Menschen, die in einer ähnlichen Situation sind, zu verstehen.
- Verena Fiebiger
Die Lösung für alle deine Probleme: Gibt’s nicht
(38)Aktuelle Rezension von: FuchskindIch durfte das Buch als Rezensionsleser lesen und gebe 3/5 Sternen.
Das Cover ist sehr gut gelungen und passt meiner Meinung gut zum sachlichen Inhalt.
Der Schreibstil war nicht zu hoch und auch wenn es ein Sachbuch ist, war es für mich angenehm lesbar.
Ich fand das Buch interessant, da ich einige Punkte hatte, welche ich in meinem Leben ähnlich habe und anpacken wollte. Umsetzbar waren für mich nicht alle Kapitel, auch wenn man aus jedem Kapitel ein bis zwei Punkte für sich selber mit rausnehmen kann!
Ich finde es gut, dass sehr viele Quellen genannt werden und Aussagen sehr schlüssig erklärt werden.
Würde ich mir das Buch privat kaufen, wenn ich vor dem Bücherregal stehe? Wahrscheinlich nicht, da es in dem Bereich andere Bücher gibt, welche mich dann doch mehr ansprechen.
Ich finde das Buch trotzdem gut gelungen und wenn man Anreize für seinen Alltag braucht, um Dinge zu reflektieren, ist das Buch passend!
- Amber Morgan
Die Erfüllten
(8)Aktuelle Rezension von: das_Geheimnis_der_BuecherSeit Start meines Blogs begleitet mich diese wundervolle Reihe und nun komme ich endlich dazu auch Band 3 zu rezensieren. Nach dem Ende des zweiten Bandes (und seinem Cliffhanger) habe ich das Finale sehr herbei gesehnt.
Man merkt dass dieses nicht mehr Ambers erstes Werk ist. Ich Schreibstil hat sich über die Reihe hinweg verfeinert und auch die „Stolperer“ die ich im ersten Band manchmal noch bemängelt habe, sind verschwunden.
Die Story hält ihre Spannung und schafft es sich bis hin zu einem fulminanten Finale zu steigern. Waren hier die anderen Bände alle eher ruhiger, kommt die Action und Dramatik nicht zu kurz. Ich gebe zu dass ich hier selbst erwartet hatte dass es eher ruhiger bleibt, dieser Twist mir aber sehr gut gefallen hat.
Mein einziger winzig kleiner Manko enthält einen winzige Spoiler. Entscheidet daher bitte selbst ob ihr hier weiter lest oder sonst beim Punkt „Bewertung“ fortsetzt.
Ich hätte mich gefreut wenn die Anomalien der Augen ein wenig mehr beleuchtet und erklärt worden wären. Aber das liegt an meiner persönlichen Neugierde. Und wer weiß? Vielleicht gibt es ja irgendwann ein Prequel in der es dazu dann noch mehr Informationen gibt.
Bewertung: 4,5/5
Fazit: Ein gelungener Abschluss einer Dystopie die so wichtige Themen anspricht. - Pablo Giacopelli
Matchball
(7)Aktuelle Rezension von: Traeumerin109Pablo Giacopelli als erfolgreicher Tenniscoach weiß was es heißt, unter Leistungsdruck zu versuchen, andere Menschen zufriedenzustellen und sich so deren Anerkennung zu sichern. Schon als Tennisspieler wollte er immer um jeden Preis und egal in welcher Situation er sich gerade befand, alles unter Kontrolle behalten. Das Problem dabei ist nur, dass er nie das Gefühl hatte, die anderen wirklich komplett zufriedengestellt zu haben. Daher ging dieser Teufelskreislauf immer weiter. Doch was passiert, wenn er es wagt, diesen Kontrollzwang loszulassen?
Wir haben es hier mit einem Autor zu tun, der sehr sympathisch und ehrlich von seinen intimen Erfahrungen erzählt. Dies macht er, weil er möchte, dass andere Menschen anhand seines Beispiels erkennen, was auch bei ihnen eventuell falsch läuft, und welche Schritte sie unternehmen müssen, um das wieder geradezurücken. Das, wovon Pablo Giacopelli hier berichtet, wird mit Sicherheit vielen Lesern bekannt vorkommen, wenn nicht sogar allen. Bei dem einen ist es mehr, und bei dem anderen weniger ausgeprägt. Es lohnt sich auf jeden Fall, Pablo auf seiner Entdeckungsreise zu begleiten, denn er macht wirklich verblüffende Erkenntnisse. Zusammen mit einer fiktiven Spielerin namens Stacey, die er betreut, macht er die Erfahrung, dass es zwischen kontrollieren und aufgeben auch noch einen Mittelweg gibt: das lockere Festhalten, oder holding loosely, wie es im Original heißt. Dabei geht es vor allem darum, im Augenblick präsent zu sein, und seine Gedanken weder unter inneren Vorwürfen in die Vergangenheit schweifen zu lassen, noch sich in angstvollen Phantasien über die Zukunft zu ergehen. Die anderen Menschen um uns herum werden es merken, wenn wir genau das tun. Denn Menschen, die völlig präsent sind, haben eine unglaubliche, sehr anziehende Ausstrahlung.
Inhaltlich ist dieses Buch also auf jeden Fall lesenswert. Allerdings muss ich ihm auf der sprachlichen und erzählerischen Ebene ein paar Abzüge geben. Zunächst einmal war ich sehr fasziniert von Pablos Erzählung, doch hatte ich nach einiger Zeit, gerade in den Gesprächen mit Stacey, den Eindruck, er wiederholt sich. Auch jetzt noch glaube ich, dass er mehrmals genau dasselbe gesagt hat, es nur in andere Worte verpackt hat. Im Buch wurde dies aber dann als neue Erkenntnis angesehen, obwohl es in Wirklichkeit nichts Neues war. Das fand ich irritierend und auch ein wenig schade. Dazu kam, dass die zeitlichen Bezüge nicht stimmten. Da bezieht er sich beispielsweise auf Ereignisse vom Vortag, als würden diese schon eine ganze Weile zurückliegen. Allgemein hatte ich so meine Probleme mit den Dialogen. Die sind zwar schön, aber nicht immer unbedingt authentisch. Ich glaube nicht, dass Menschen jemals so miteinander reden. Auch das hat mich als Leser irritiert.
Insgesamt bin ich also hin- und hergerissen. Wer mit ähnlichen Problem zu kämpfen hat wie Pablo, für den kann sich das Buch auf jeden Fall lohnen. Auch wer bereit ist, darüber hinwegzusehen, dass es kleine Momente der Irritation beim Lesen gibt, sollte sich nicht abschrecken lassen. Für mich war das Buch unterm Strich ganz nett - aber keines, das ich unbedingt gelesen haben muss.
- Brigitte Schorr
Hochsensible im Beruf
(9)Aktuelle Rezension von: tob82Hochsensibilität (engl. "Sensory Processing Sensitivity") ist ein Konzept, das durch die Arbeiten der Amerikanerin Elaine Aron etabliert wurde und zunehmend in der Psychologie durch Forschung und Veröffentlichungen thematisiert wird. Die Autorn des vorliegenden Buches, Brigitte Schorr, gibt folgende grundlegende Definition an (S.25): "Hochsensible Menschen sind mit einem Nervensystem ausgestattet, welches sie innere Reize (Gefühle, Gedanken, Körperempfindungen) und äußere Reize (Erlebnisse, Geräusche, Gerüche, visuelle Eindrücke) sehr viel stärker wahrnehmen lässt, als es bei Normalsensiblen der Fall ist."
Der Inhalt des Buches lässt sich grob in zwei Abschnitte einteilen: zu Beginn gibt die Autorin eine allgemeine Einführung in die Thematik und spricht zentrale Frage- und Problemstellungen an. Anschließend widmet sie sich detaillierter dem Feld "Hochsensibilität im Arbeitsleben". Dabei geht sie zunächst auf die Bedeutung von Arbeit für ein gelungenes Leben ein und zeigt Probleme beim Einstieg in das Berufsleben auf. Themen hierbei sind u.a. Finden der eigenen Stärken, Treffen einer Auswahl unter den gefühlt hunderten von Möglichkeiten, Harmoniebedürfnis und Perfektionismus. In einem weiteren Kapitel geht es dann um wichtige Aspekte rund um das Arbeitsleben. Thematisiert wird hier z.B. Sinnsuche, Unternehmenskultur, Selbständigkeit, Teamwork, Überreizung, Mobbing und Burn-out. Das abschließende Kapitel handelt dann von der Entfaltung des eigenen Potentials und der Entwicklung von Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit.
Dem Umschlag lässt sich entnehmen, dass die Autorin einen wissenschaftlichen Hintergrund besitzt und auch Erfahrungen in der direkten Arbeit mit Hochsensiblen hat. Dies zeigt sich auch auf sehr positive Weise im Text selbst. Neben einer aus meiner Sicht fundierten Darstellung der theoretischen Grundlagen des Themenfeldes berichtet die Autorin auch immer wieder von eigenen Erfahrungen und Eindrücken. Wenn ich es richtig verstanden habe, sieht sich die Autorin auch selbst als HSP ("Highly Sensitive Person"). So entsteht für mich insgesamt ein recht rundes Bild aus Theorie und Praxis.
Ein zentrales Merkmal des Textes scheint mir der Realitätsbezug. Es werden jeweils positive und negative Aspekte einer Sache geschildert und somit einer einseitigen Darstellung vorgebeugt. Die Autorin betont neben den Problemen, denen HSPs im Leben oft gegenüber stehen, das große Potential jedes Einzelnen. Von höchster Bedeutung ist die stete Arbeit an sich selbst. Die Erweiterung der eigenen Selbsterkenntnis und das aktive Ausloten der individuellen Möglichkeiten, Stärken und Schwächen sind der Schlüssel zu einem besseren Leben mit der Hochsensibilität. An einigen Stellen im Text werden dazu auch Anregungen (meist in Form von Fragen, die man für sich selbst bearbeiten kann) gegeben.
Zum Abschluss noch etwas Kritik: der Abschnitt zum Berufsleben hätte aus meiner Sicht durchaus länger und ausführlicher ausfallen können. Auch könnte ich mir vorstellen, dass mehr konkrete Erfahrungen aus der Praxistätigkeit der Autorin den Text noch weiter bereichert hätten. - Julie Leuze
Für einen Sommer und immer: Roman | Eine emotionale Geschichte, die unter die Haut geht – für Fans von Colleen Hoovers »It Ends With Us«
(117)Aktuelle Rezension von: schneefloeckeKurzmeinung: Mein absolutes Lieblingsbuch
Inhalt: Für die Karriere stellt Annika alles andere hinten an. Vor allem ihre Gefühle und sich selbst. Als sie von einem schweren Schicksalsschlag getroffen wird, reist sie vollkommen überfordert nach Südtirol in die Dolomiten. Dort kommt sie nicht nur dem charmanten Bergführer Samuel mit den tollen Locken, sondern auch sich selbst und ihren Träumen um einiges näher.
Meine Meinung: Ich bin absolut verliebt in dieses Buch. In die Charaktere, in die Handlung, in das Setting und vor allem in den Schreibstil von Julie Leuze. Dieses Buch ist bereits das Zweite, welches ich zum zweiten Mal von der Autorin gelesen habe und ihr Schreibstil ist einfach so flüssig, mitreißend und angenehm, dass es mir schwer fällt das Buch überhaupt aus der Hand zu legen.Annikas Entwicklung im Laufe des Buches ist wunderbar mit anzusehen und es ist wunderbar mit Samuel und ihr einen Teil der Dolomiten zu erkunden. Nicht nur ihre Beziehung mit Samuel, sondern auch die zu ihrer Mutter und ihrer besten Freundin Helene, so wie die Beziehung zu ihrem Job war interessant mitzuverfolgen.
Ich freue mich bereits darauf, dieses Buch zum dritten Mal zu lesen und kann es jedem nur wärmstens empfehlen.
- Birgit Loos
Ricos Lied
(7)Aktuelle Rezension von: HelgaOpMeine Meinung zu dem Buch :
Meine Meinung zu dem Buch :
Das Cover finde ich sehr gut gewählt . Es passt perfekt zur Geschichte , und strahlt für mich eine besondere Sehnsucht aus .Die Geschichte ist "hart" und "ungeschönt", aber oft ist das Leben leider so .Es gibt in den Kapitel immer wieder Sprünge in die Vergangenheit , wo man erlebt , was Rico und seinem Bruder wiederfahren ist .Die Autorin schreibt hier über ein schwieriges , aufrüttelndes Thema , das gerne totgeschwiegen wird .Aus der wechselnden Sicht der Protagonisten geschrieben gibt es uns Einblick in die innere Zerrissenheit der beiden Jungen .Lasst euch gesagt sein , es wird sehr viel passieren , und das Buch nimmt einen emotional sehr mit , aber es ist Wert , gelesen zu werden .Danke an die Autorin , die sich auch an schwierige Themen traut , und diese gekonnt in ihren Büchern umsetzt .5 Sterne und meine absolute Leseempfehlung . - Daniela Noitz
Adele feiert Begräbnis (Kurzgeschichte, Krimi) (Die 'booksnacks' Kurzgeschichten Reihe)
(23)Aktuelle Rezension von: PMelittaMAdele hat Angst davor, bei ihrem Begräbnis eine schlechte Figur zu machen, also zieht sie es vor, ihre Beerdigung selbst zu planen und zu inszenieren.
Booksnacks sind Kurzgeschichten und sollen kurze Wartezeiten überwinden helfen. Endlich habe ich einmal wieder einen gelesen, und dabei auch einen Glückstreffer gelandet, denn „Adele feiert Begräbnis“ ist äußerst gelungen, vor allem, wenn man, wie ich, böse Pointen mag. Alleine die Thematik gibt ja bereits die Richtung vor, man kann sich vorstellen, dass man es hier mit einer schwarzhumorigen Geschichte zu tun bekommt. Dennoch habe ich mit dieser Pointe nicht gerechnet, sie passt aber wunderbar als Abschluss dieser skurrilen Erzählung.
Gerne vergebe ich volle Punktzahl und eine Leseempfehlung an alle, die skurrile Geschichten und schwarzen Humor mögen.
- Victoria Seifried
Alles in Buddha
(39)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer"Alles in Buddha“ von Victoria Seifried viel mir gerade beim umräumen in die Hände und da ich das Buch wirklich toll fand, dachte ich, gibts von mir einfach mal eine locker leichte Leseempfehlung und Mini-Rezi dazu.
"Alles in Buddha“ ist ein tolles Buch über das Leben, die Liebe und die kleinen Fettnäpfchen, die an jeder Ecke immer wieder auflauern. Mit viel Humor wird hier eine Geschichte erzählt, in der es um die Welt geht und einiges zu entdecken gibt. Da wäre zum Beispiel Paris, die Stadt der Liebe, das bunte Las Vegas und Seoul! Sowohl Mia als auch Hugo erleben jeder für sich und doch gemeinsam ihre ganz persönliche Reise und wie heißt es so schön: es kommt immer anders als man denkt, und das trifft hier auch genauso zu und auch wenn *Vorsicht Spoiler* ein Happyend zu erwarten ist, ist es doch gar nicht so, wie man es zu Anfang vielleicht gehofft und vermutet hatte! - Ira Levin
Die Frauen von Stepford
(30)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderJoanna hat es hart getroffen und um wieder auf die Beine zu kommen, zieht die Familie nach Stepford. Wunderschöne Damen, makellos und ihren Ehemännern immer zu Diensten. Kann das alles echt sein? Joanna wird misstrauisch und forscht nach und kommt etwas ungeheurem auf die Spur. Ich liebe die Verfilmungen und wollte das Buch haben und es ist genauso schwarz und voller bitterem Humor. Echter Tipp!
- Anne Böhme
Eddi Error
(3)Aktuelle Rezension von: Fernweh_nach_ZamonienInhalt:
Niels und seine Schwester Jule trauen ihren Augen kaum: ihr Vater hat vom Flohmarkt einen Roboter mitgebracht.
Dieser ist zwar noch nicht ganz ausgereift, lernt aber rasend schnell und ist für jeden Spaß zu haben: ob Burgenbauen, große Aufräumarbeiten oder Abenteuer im Stadtpark der kleine Roboter ist ein toller Spielgefährte.
Weil sehr oft das Wort "Error" auf seiner Brust erscheint, wenn mal wieder etwas aus dem Ruder gelaufen ist, tauft Niels in "Eddi Error".
Doch plötzlich meldet sich Eddis Erfinder und möchte den fehlerhaften Roboter zurück, um ihn zu optimieren ...
Covergestaltung und Illustrationen:
Das Cover zeigt den kleinen Aufräum-Roboter wie er einen riesigen Berg aus Gegenständen auftürmt. Aufräumen sieht anders aus ;-) deshalb passt der Untertitel "Unser Roboter krempelt alles um" auch perfekt zu dieser Szene.
Der Zeichenstil ist schlicht und einfach gehalten, trotzdem hat uns die Gestaltung der Charaktere sehr gut gefallen. Die Mimik und Gestik ist sehr gut eingefangen, die rotbackigen und freundlich blickenden Personen sind zauberhaft und auch Eddi wirkt ein wenig menschlich, denn auch er bekommt hin und wieder rosa Bäckchen.Besonders viel zu entdecken gibt es auf der einzigen doppelseitigen Illustration: aus Stühlen, Büchern und Kissen haben sich Eddi und die Kinder eine große Burg gebaut. Ansonsten finden sich immer wieder ein paar kleinere Bilder, die die Handlung aufgreifen.
Altersempfehlung:
ab 6 Jahre
Mein Eindruck:Die Geschichte beginnt langsam und nimmt dann schnell Fahrt auf.
Zunächst beschnuppern sich Kinder und Roboter und es passiert in den ersten Kapiteln noch nicht allzuviel:
Niels verhilft dem Roboter zu einem Namen: Eddi (wegen Edition 1.0) und Error (weil das kleine Kerlchen ständig diese Fehlermeldung anzeigt).
Es folgt eine große Aufräumaktion, der Burgenbau und eine Polarexpedition.
Ab hier wird der Handlungslauf schneller und spannender. Spätestens mit Erscheinen der Polizei sowie des Erfinders Lopez, der Eddi zurück fordert, um ihn zu optimieren und später mangels Fortschritte sogar zu verschrotten, möchte man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Aus dem Roboter-Abenteuer wird kurzzeitig sogar eine Detektivgeschichte, denn Eddi wurde seinem Erfinder gestohlen und Niels und seine Freunde versuchen herauszufinden, wer ihn geklaut hat und wie der Roboter auf dem Flohmarkt gelandet ist.
Die Charaktere haben uns ebenfalls sehr gut gefallen:
Das Besondere an Eddi Error ist, dass die Grenzen zwischen Mensch (er wirkt oft wie ein Kind) und Maschine teilweise verschwimmen:
Er ist ein typischer Roboter von seiner Bewegung her und aufgrund seiner logischen Herangehensweise und auch wegen seines rasanten Lernvermögens, aber er saugt nicht nur Schimpfwörter auf wie ein Schwamm sondern spiegelt gleichzeitig das Verhalten der Familie wider: er lernt rülpsen und bekommt Schluckauf!Sehr zur Erheiterung der Zuhörer gibt er natürlich alles, was er aufschnappt, auch wortwörtlich wieder: "Wir dürfen nicht mehr Scheiße sagen!" Hicks! (S. 29)
Viele seiner Zitate landen jedoch an der falschen Stelle, so dass herrlich irrsinnige Dialoge entstehen.
Außerdem möchte nach der Lektüre wahrscheinlich jedes Kind einen Roboter, denn Eddi ist wegen seiner Rechenkünste eine große Hilfe bei den Hausaufgaben und Niels hat seitdem Spaß dabei.
Oder die Erwachsenen hätten gerne einen, denn Eddi steht in aller Frühe auf, um Kaffee zu kochen ;-)
Neben Niels und seiner Familie sind auch die weiteren Akteure, insbesondere die Nebencharaktere, liebevoll ausgearbeitet:
Herr Sen, der freundliche Lebensmittelhändler, oder Niels' und Jules neuer Freund Araad. Gemeinsam mit Eddi spielen die Kinder im Park und Eddi ist am Ende voller Sand, Erde, Zweige und Kartoffeldreck.
Natürlich halten sie zusammen und schmieden Pläne, um Eddi vor seiner Verschrottung zu bewahren.
Auch Roboter müssen nicht perfekt sein, aber sie können zu wahren Freunden werden!
Fazit:
Ein spannendes und lustiges Roboter-Abenteuer mit viel Quatsch, jeder Menge Schimpfwörtern und einer ganz besonderen Freundschaft zwischen Roboter und Mensch.Schlicht aber wunderschön und farbenfroh illustriert.
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Rezensiertes Buch: „Eddi Error - unser Roboter krempelt alles um" aus dem Jahr 2017























