Bücher mit dem Tag "persien"
40 Bücher
- Noah Gordon
Der Medicus
(2.266)Aktuelle Rezension von: MC_Neledieses Buch darf meiner Meinung nach in keinem Bücherregal fehlen. Ich hatte es zuerst nur ausgeliehen und musste es mir dann einfach unbedingt kaufen. Es ist besser als jeder Geschichtsunterricht, eindrucksvoller als jeder Film und ein Bindeglied zwischen Generationen.
Es beschreibt den Kampf ums Überleben und wieviel Berufung bedeuten kann.
Ein würdevoller Weltbestseller!
- Khaled Hosseini
Drachenläufer
(2.053)Aktuelle Rezension von: Sanne54Ich habe das Buch vor vielen Jahren schon mal gelesen, so etwa vor 20 Jahren, und es wieder zur Hand genommen, weil ich es hier bei LB auf der Liste der 100 Bücher gesehen habe, die man lt. NY-Times gelesen haben muss. Und im Fall dieses Buches würde ich das auf jeden Fall unterschreiben. Der Roman entfaltet einen starken Sog, der einen zu Beginn in das Kabul vor dem Einmarsch der Sowjetunion Mitte der 1970er hineinzieht. Amir und Hassan gehören unterschiedlichen Ethnien an und sind trotzdem beste Freunde. Sie bereiten sich auf den Wettkampf der "Drachenläufer" vor, einem traditionellen Wettbewerb im Drachensteigen. Hassan, dem es am Ende gelingen soll, den letzten Drachen zu fangen und somit zu siegen, wird gewaltsam um seinen Sieg gebracht. Amir beobachtet das, schweigt aber. Dieser Verrat treibt einen Keil zwischen die Freunde. Nach dem Einmarsch der Sowjets flieht 1981 Amir in die USA, während Hassan bleibt und als Amir, den die Schuld niemals loslässt, viele Jahre später nach Afghanistan zurückkehrt, findet er ein anderes, gefährliches Land wieder. Amir muss sich seinen eigenen Dämonen stellen, wenn er die Fehler seiner Vergangenheit wieder gutmachen will.
Der Autor begeistert mich im ersten Teil des Buches durch die Lebendigkeit und Leichtigkeit der Ereignisse des "Drachenläufer"-Wettbewerbs, dessen Begeisterung und leuchtende Farben ein großartiges Bild Afghanistans zeigen. Doch am Ende ist es die Vielschichtigkeit und aber auch Zwiespältigkeit seiner Figuren, die durch das brutale Ende des emotional aufgeladenen Wettkampfs deutlich zum Vorschein kommt, die mich auch beim zweiten Lesen gefesselt haben. So werden die Konfliktlinien deutlich, die das Land bis heute noch prägen und beherrschen. Aber auch in den Figuren selbst, hier v.a. auch Amir, zeigt sich eine emotionale Zerrissenheit zwischen seiner unschuldigen, kindlichen Freundschaft zu Hassan, (also dem, was es vermag die unterschiedlichen Menschen eines Landes zu verbinden) und dem Einfluss der gesellschaftlichen, kulturellen, religiösen usw. Umstände auf die Menschen. Die Schuld, die Amir bis ans andere Ende der Welt begleitet und über viele Jahre nicht loslässt, die zu seiner Rückkehr führt und der krasse Gegensatz, der ihn und mich als Leserin dort erwartet, hinterlässt einen bleibenden Eindruck.
Ich kann das Buch nur empfehlen, auch wenn es wahrlich nichts für schwache Nerven ist, Amirs Rückkehr ins Afghanistan der Taliban.
- Fredrik Backman
Ein Mann namens Ove
(845)Aktuelle Rezension von: Christin87Ove, 59, seit kurzem im vorzeitigen Ruhestand, hat nur noch einen Wunsch: seiner Frau in den Tod zu Folgen. Ove versucht wirklich alles, um an sein Ziel zu gelangen, doch kommt ihm immer etwas dazwischen. Materialschwäche, einzuparkende Autos, Leben retten, seiner Nachbarin Autofahren beibringen, sich um die Katze kümmern . . . Und dann sind da ja auch noch die ganzen anderen unzurechnungsfähigen Nachbarn, die von nichts eine Ahnung haben, nicht zuletzt Rune, mit dem er Jahrzehnte in leidenschaftlichem Streit verbrachte.
Irgendjemand muss die Welt in der Waage halten. Denn eines liebt Ove fast so sehr wie seine verstorbene Frau: Ordnung! Regeln sind dazu da, um eingehalten zu werden! Doch nach und nach taut der von allen als nervig und pedantisch abgestempelte Ove aus seiner harten Schale auf . . .Das Buch gehört für mich mal wieder in die Kategorie "Lies erst das Buch, schau danach den Film". Und es war eine großartige Entscheidung, denn es ist ein großartiges Buch!
Frederik Backman at his best! Die perfekte Mischung aus Tragik und Komik, über einen Mann, dem das Leben seit seiner Kindheit hart mitgespielt und der in Ordnung und Disziplin seinen Halt gefunden hat. Nur ein Mensch hat diese dicke Schutzmauer je durchschaut: seine Frau Sonja. Sie war und ist sein Ein und Alles. Und so erfahren wir alles vom kleinen Ove, vom jungen Ove, vom verliebten Ove und vom trauernden Ove. Und es ist überhaupt nicht schlimm, dass es der Erzählstil vorsieht, sehr viele Dinge sehr regelmäßig zu wiederholen. Die Art der Erzählung passt perfekt zu den schrulligen Charakteren. Parvaneh ist eine herrliche Gegenspielerin, die das meiste was sie mit Ove tut tut, weil sie seine Absicht schnell durchschaut hat.An nicht wenigen Stellen habe ich mir Textabschnitte markiert, weil die Geschichte mit zahlreichen (einfachen aber existenziellen) Erkenntnissen gespickt ist, die den Sinn des Lebens auf den Punkt bringen.
Wenn ich etwas finden müsste, was ich kritisieren sollte, dann die Tatsache, dass Ove erst 59 ist, aber die Beschreibungen vom ihm und seinem Umfeld einen viel älteren Mann vor dem inneren Auge entstehen lassen.Ein ganz eindeutiges 5 Sterne Buch.
Zumindest der Hollywoodfilm kann den Charme der Geschichte für mich nicht ganz einfangen, trotz Tom Hanks. Mal schauen, wie die Schweden selbst das hinbekommen haben.
- Steffen Kopetzky
Risiko
(71)Aktuelle Rezension von: sofieGleich im Prolog lernen wir den Protagonisten des Romans – Sebastian Stichnote, eigentlich Marinefunker – in der bis dahin vielleicht dunkelsten Stunde seines Lebens kennen. In Afghanistan, auf einer Mordmission. Danach nimmt uns Steffen Kopetzky auf etwas mehr als 700 Seiten mit auf die Reise und nach und nach erfahren wir, wie es dazu kommen konnte. Von Durazzo in Albanien kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs an Bord der BRESLAU bis nach Kabul. Vermeintlich weiß man natürlich schon wie es ausgeht – nicht nur durch den Prolog, sondern auch durch Geschichtswissen. Das Ende des Ersten Weltkrieges kennt man ja. In beiden Fällen weiß der Autor aber zu überraschen.
Mich hat “Risiko” sehr gut unterhalten und mir einen ganz neuen Aspekt des Ersten Weltkrieges nähergebracht, nämlich den deutschen Dschihad, der eine Expedition von Konstantinopel nach Kabul schickte. Der Protagonist Stichnote ist ein vielseitige und spannende Persönlichkeit. Aber auch die weiteren Figuren haben einiges zu bieten. Nur an interessanten Frauenfiguren mangelt es, aber das haben Kriegsromane wohl so an sich.
Ansonsten mangelt es an nichts – es gibt Intrigen und Verrat, Kameradschaft und Freundschaft, Abenteuer und Exotik. Und ganz nebenbei erzählt Kopetzky eine fiktive Geschichte wie das beliebte Brettspiel “Risiko” entstanden sein könnte- zugegebenermaßen musste ich nach dem Lesen erst einmal nachschlagen, ob es nicht vielleicht genau so war.
Für mich war es nicht das erste Buch des Autors und sicher auch nicht das letzte. Mit kleinen Abstrichen vergebe ich vier von fünf Sternen!
- Michael Lüders
Wer den Wind sät
(45)Aktuelle Rezension von: HoldenMichael Lüders beschreibt, was die amerikanische Außenpolitik (häufig durch die CIA und unter Unterstützung bestimmter Think tanks und Journalisten) im Nahen Osten angerichtet hat. Und dem ja auch häufig folgend leider die Europäische Union und die deutsche Regierung. Oft hat man die ausgestreckte Hand zur Kompromissfindung ausgeschlagen, frühzeitig die Welt in "gut" und "böse" unterteilt und sich pragmatschen Lösungen verschlossen, oft auf kosten von Zehntausenden Menschenleben. Teilweise wurde eine erfolgreiche Friedensstiftung durch die USA untergraben, auch in Fällen wie der Hamas oder Irans, was daran liegt, daß die USA ein Interesse an dem dauerhaften Krieg haben, in dem wir uns gegenwärtig befinden, man einseitig auf wirtschaftliche Vorteile der US-Wirtschaft setzt (Big Oil und die Motivation zu George W. Bushs völkerrechtswidrigem Angriffskrieg gegen den Irak) oder indem man zu einseitig auf Israel im Nahen Osten schaut. Natürlich fragt man sich, was die gewählten deutschen Politiker zu dem Ganzen gesagt haben, man möchte Namen und konkrete Aussagen wissen, genauso wie das, was gewisse Medien geschrieben haben. Idles singen in "War" von den "stone-faced liars", Brody Dalle trug ein "The CIA"- T-Shirt auf der Bühne (natürlich als Kritik), beides mit Recht. Ein aufwühlendes Buch, zur Pflichtlektüre empfohlen.
- Anthony McCarten
Englischer Harem
(287)Aktuelle Rezension von: Nicole_SutterAls ich den Klappentext las dachte ich nur: Wie kann eine in England aufgewachsene Frau auch nur in Erwägung zu ziehen einem Harem "beizutreten"? 😳 Ein durchaus kritischer Roman in Bezug auf die englischen Behörden mit all ihren Pflichten und Rechten und der Schwierigkeit wirklich das umzusetzen, was sie als Institution auch umsetzen sollten.
Ein wirklich sehr unterhaltsamer Roman mit einem Thema, welches nicht wirklich häufig als Romanhauptthema fungiert.
Ein Mann, drei Frauen = eine Liebesgeschichte.
Witzig, komisch, kritisch und klug.
- Eleanor Herman
Schattenkrone
(145)Aktuelle Rezension von: MiiaAchtung! 1. Teil einer Reihe!
Inhalt:
Stell dir eine Zeit vor, in der die Menschen den Göttern gleichgültig sind, und das Böse an den Rändern der Welt erwacht ...
Alex ist kurz davor, für immer aus dem Schatten seines mächtigen Vaters zu treten und der größte Heerführer aller Zeiten zu werden.
Seine Verbündete Kat hat einen Plan, von dem Alex niemals erfahren darf. Die beiden verbindet weit mehr als sie ahnen.
Wem kannst du trauen?
Und was ist am Ende stärker?
Das Schicksal?
Magie?
Oder deine Feinde?Meine Meinung:
Da das Buch schon ewig auf dem Sub dümpelte, habe ich es einfach mal ohne Erwartungen begonnen. Zu Beginn bin ich total gut in die Geschichte reingekommen. Pro Kapitel lernen wir anfangs unterschiedliche Charaktere und Geschichtsstränge kennen. Dies scheint zu Beginn wirklich sehr viel, weil es gefühlt tausende kleine Anfänge und Persönlichkeiten gibt, in die man sich erstmal reinfuchsen muss. Schwer war, dass man sich gerade an eine Person gewöhnt hat, dann aber das Kapitel endet und man wieder bei wem anders landet. Teilweise dauert es dann sogar recht lange bis man wieder zurück zu dieser Person kommt. Das ist manchmal schade, weil man gewisse Personen ja eher ins Herz schließt als andere und mehr über sie erfahren möchte (ich finde zum Beispiel schade, dass Zo nur so einen kleinen Part der Geschichte ausgemacht hat).
Doch trotz der vielen Charaktere hat mir die Atmosphäre in der Geschichte extrem gut gefallen. Hier trifft griechische Mythologie auf dunkle Magie. Ich mag Geschichten in denen es um griechische Götter geht oder zumindest Geschichten, die rund um die Zeit von Aristoteles spielen, immer nur bedingt, aber ich muss sagen, dass es mir hier wirklich gefallen hat, weil es der Geschichte viel Charme und Leben verleiht. Die Einbindung von Magie passt einfach in diese Atmosphäre und gibt dem ganzen einen geheimnisvollen Touch. Das Weltsetting ist demnach wirklich cool. Aber trotzdem konnte mich das Ganze irgendwie nicht komplett überzeugen. Ab der Mitte des Buches wurde es für mich persönlich leider zäh. Ich war nicht mehr so gefesselt, die Geschichte dümpelte etwas vor sich hin, jeder Charakter war irgendwie nur mit sich selbst beschäftigt.... das war anstrengend und ermüdend. Die Stränge werden am Ende zwar bedingt zusammengeführt, es werden einige Fragen aufgedeckt und erklärt, aber das Ende bleibt eben auch stellenweise offen. Das ist durchaus logisch, weil es ja in einem zweiten und wahrscheinlich noch mehreren Bänden weitergehen soll (bisher ist nur der Zweite auf Deutsch erschienen), aber dafür fesselt es mich am Ende einfach zu wenig. Ich werde diese Reihe daher nicht weiter verfolgen, auch wenn das Ende dem ein oder anderen sicherlich Lust auf Mehr macht.
Fazit:
Eine schönes Weltsetting, in der griechische Mythologie auf dunkle Magie trifft. Es gibt viele Charaktere, in die man sich erst einmal reinfuchsen muss, und es gibt viele offene Fragen, die nur stellenweise am Ende erklärt werden. Mir persönlich war das Buch ab der Mitte leider etwas zu zäh und ich bin irgendwie mit der ganzen Geschichte nicht so warm geworden. Ich vergebe 3 Sterne und werde die Reihe nicht weiter verfolgen.
- Behzad Karim Khani
Als wir Schwäne waren
(106)Aktuelle Rezension von: GwhynwhyfarKlappentext: «Wir sind ein Alptraum. Ich weiß nur nicht wessen.»
Der Anfang: «Du warst fünf. Die Buchstaben gehorchten dir nicht. Du dachtest, dass Restaurants Essturants heißen, weil wir dort essen. Und du sagtest traubig statt traurig, weil Tränen aussehen wie Trauben. Und ich wollte, dass du recht hast, solange es nur geht. Weil Tränen von Trauben abzuleiten vielleicht etwas abwendet. Weil traubig das bessere Wort ist. Aber dann sagtest du irgendwann, es sei fair, dass es Inseln gibt, denn schließlich gibt es ja auch Seen. Und ich, tausend Ängste älter, sagte: Ja, das ist fair.“»
Reza, der mit seinen intellektuellen Eltern aus dem Iran in die Freiheit nach Deutschland flüchtet, lebt einer Siedlung, wo die Küchen keine Abzüge haben, und in deren Fluren es nach Armut, Majoran und Etagenbetten riecht. Es sind die 1990er, die Mutter ist Soziologin, der Vater ein Schriftsteller, in dessen Sprache es fünfzehn verschiedene Begriffe für Stolz gibt. Deutschland erlebt er als Kränkung und wird zum Beobachter. Erschöpft sich dabei, das Land zu begreifen, während die Mutter an das An- und Weiterkommen glaubt und die Wut des Sohnes immer ungehemmter wird. Denn auf den Straßen seines Viertels herrscht eine Gewalt, von der die Eltern wenig mitbekommen. Das Leben auf der Straße ist hart, Kriminalität lauert an jeder Ecke.
„Das Deutschland, in dem wir leben, ist ein Land, in dem die Post über Jahre hinweg vom selben Boten gebracht wird, der nicht nur einen unbefristeten Arbeitsvertrag hat, sondern auch verbeamtet ist. Der nicht gekündigt werden und von seinem Lohn die Raten für sein Eigenheim abbezahlen kann. Ähnlich geht es jedem Vorarbeiter auf dem Bau, jedem höheren Angestellten bei Opel, jedem Elektriker. Jedem Haushalt mit zwei Einkommen.“
Behzad Karim Khani schreibt als Ich-Erzähler über die Kindheit und Jugend eines wütenden Jungen, schreibt sich die eigene Wut aus dem Bauch über ein kaltes Deutschland, das seine Familie nicht willkommen hieß, sie in eine Siedlung steckte, die so gar nichts mit ihrem vorigen Leben zu tun hatte. Sehr authentisch beschreibt er das Leben in den 1990er in einer Sozialsiedlung im Ruhrgebiet, in Bochum, wo «Zimt, Sozialhilfe und Großfamilien» riecht. Sie waren mit Hoffnung gekommen – die ganz schnell wieder eingestampft wurde, denn sie erleben Armut und Ausschluss aus der Gesellschaft. Müll auf der Straße, stinkende Treppenhäuser, nervende Nachbarn, Erpressung, Prügel, und Drogen auf der Straße. Wer den Kopf oben haben will, muss sich durchsetzen können. Ausbildungen der Eltern werden nicht anerkannt – die Mutter entscheidet sich irgendwann, noch einmal zu studieren – der Vater fährt Taxi und arbeitet im Kiosk, wo er Zeitung lesen kann. Das Leben wird etwas besser. Als Kind hängt Reza mit seinen Freuenden in einem Keller ab, den sie mit Sperrmüll möbliert haben, und sie träumen von einer eigenen Gang, machen spielerische auf Gangster, hören dazu Tupac, Public Enemy. Die Freunde von Reza werden wirklich kriminell, landen im Knast oder sterben – selbst Reza kann sich dem Milieu nicht ganz ausschließen. «Wir alle strampeln uns ab in dieser Kloake, halten den Kopf aber über Wasser.» Immerhin, der Junge schafft es als Einziger aufs Gymnasium. Eine schmerzhafte Auseinandersetzung mit Deutschland, mit Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus – weil jedes Wort der Wahrheit entspricht und den Menschen im Land einen Spiegel vorhält.
«Mein Vater schaute und fragte: ‹Sind das Schwäne oder Gänse?› ‹Schwäne.› ‹Wo ist das? Astara?› ‹Nein. Die andere Seite der Grenze. Sowjetunion ist das. Sie überwintern jedes Jahr dort und fliegen dann zurück in den Norden. Hierher kommen sie nicht.› ‹Nicht mal die Vögel›, sagte mein Vater. Und der Mann antwortete: ‹Es ist zu laut hier. Viel zu laut.› Und damit meinte er etwas, das mein Vater verstand und ich nicht. Wir waren doch extra ruhig gewesen, dachte ich.»
Es ist eine Erzählung über Demütigung, über Ausgrenzung, gleichzeitig eine über die eigene Ausgrenzung, eine die zeigt, warum Integration so schwierig ist. «Wir sind Stacheln im Fleisch. Eindringlinge. Wo immer wir sind, bildet der Körper Eiter um uns. Wir stecken im Körper und berühren ihn doch nicht.» Aber selbst in der Wut steckt noch Melancholie. Gefühle, die in die Tiefe gehen, beinharte Milieubeschreibungen, die gleichzeitig liebevoll ausgestaltet sind. Reza selbst kommt auch nicht heile aus der Geschichte heraus und reflektiert am Ende: «Dass ich in Wirklichkeit eine Gerechtigkeit herstellen wollte, in der nicht ich so heile bin wie alle anderen, sondern alle anderen so kaputt wie ich.› Sie flüchteten aus der Diktatur in die Freiheit und zahlten den hohen Preis, fremd zu sein. Meine Lieblingsfigur ist der Vater des Jungen, wenn er Geschehnisse das Geschehen der Welt kommentiert, seine Strichlisten führt, einfach klasse. Behzad Karim Khani beschreibt präzise, kein Wort ist überflüssig, dabei mit so viel Poesie und Sprachwitz, mit dem Klang einer arabischen Erzählung, eine sprachliche Perle. Ein Roman, der ins Herz trifft, gleichzeitig voll in die Fresse tritt! Unbedingt lesen, Abteilung Lieblingsbuch!
«Hier, wo von nichts nichts kommt. Man auf einem Bein nicht stehen kann. Wo man nicht aus Zucker ist. Keine Müdigkeit vorschützt, Nägel mit Köpfen macht und sich nicht zwei Mal bitten lässt. Wo man schließlich nicht blöd ist. Wo sicher sicher ist und Geiz geil. Wo ‹‹u bist Gast hier!› eine Drohung ist. Wo ja jeder kommen kann. Wo man B sagen muss, weil man A gesagt hat, und ende es in Stalingrad.»
Behzad Karim Khani, in Teheran geboren, lebt seit 2003 lebt in Berlin Kreuzberg. Er ist Drehbuchautor, Romancier und Herausgeber der Weltbühne. Sein Debütroman »Hund, Wolf, Schakal« erschien 2022 bei Hanser Berlin.
- Alexander Demandt
Alexander der Große
(8)Aktuelle Rezension von: AdmiralBevor ich mit Euch, werten Lesern, über dieses Buch plaudere, solltet Ihr evtl. wissen, dass ich das Buch nicht vollständig gelesen habe. Das hat 2 Gründe. Erstens hat dieses Buch von Alexander (!) Demandt "Alexander der Grosse. Leben und Legende" (2009) satte 483 Seiten Fließtext, mit Anmerkungen, Zeittafel, Karten, Stammbäumen, sonstigen Verzeichnissen, Bibliographie und Register sogar 655 Seiten. Zweitens wollte ich von vorneherein lediglich über Rezeption und Quellenlage Alexanders lesen, da ich für die Person Alexanders des Großen bereits andere Bücher gelesen habe. Doch eines will ich Euch, werten Lesern, von vorneherein sagen. Dieses Buch hier ist mit bisher das sympathischste.
Denn mal abgesehen davon, dass die Darstellung der Quellenlage ("Die Quellen", S. 1-32) gut strukturiert und die Erforschung der Alexanderrezeption ("Alexander im Spiegel der Nachwelt", S. 405-455) sehr nachvollziehbar dargelegt ist, schimmert der Autor Alexander Demandt mit einer sehr positiven und einnehmenden Art durch. Damit schafft der Autor die schwierige Brücke zwischen seriöser Wissenschaftlichkeit und gut lesbarerer Literatur.
Beide Kapitel, die ich gelesen habe, sind international angelegt, bearbeiten also intensiv Quellen und Perspektiven, die den lateinischen Westen hinaus gehen.
Da mir das Wenige so gut gefiel, habe ich noch das Fazit des Buches ("Alexander der Große?", S. 457-483) gelesen, in dem Demandt scheinbar alle bisherigen Themen und Einzelaspekte zusammenfasst und Alexander somit unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet und bewertet (?). Dazu gehören Alexanders Politik, Alexanders Entdeckungen, Alexanders Persönlichkeit als Mensch und mehr.
Besonders positiv an dieser Biographie ist mir die alte römische Verhaltensorientierung der "variatio" aufgefallen, nach der römische Literaten nicht einfach ihr Thema abarbeiten sollten. Stattdessen sollten sie mit Exkursen (zB Geographie, Ethnologie, Anekdoten, etc.) Freude auf seiten des Lesers hervorrufen. Ähnliches macht Demandt auch, wenn er zB am Ende des Buches die Aporie des Historikers thematisiert, einerseits einen Mörder und (nach heutigen Maßstäben) Verbrecher als "Groß" zu bezeichnen und andererseits doch etwas Achtung vor dieser Person zu haben, da Gewalttaten in allen Zeiten durchaus üblich gewesen waren (und zT noch sind !), was jedem Historiker mehr als bewusst ist.
Das Thema "Alexander der Große" hatte mich bisher noch nie wirklich interessiert, obwohl Euch das etwas paradox anmuten könnte, wenn Ihr mal in meine Bücherlisten reinschaut (viel mit Antike und so). Doch ganz besonders dieses Buch hat es mir angetan und sollte sich nochmal die Zeit und Gelegenheit bieten, werde ich es nachholen, es in seiner Gesamtheit zu lesen. Denn in einem Punkt zweifle ich nicht: dass es sich lohnen würde.
Bisher ist mir Alexander Demandt schonmal positiv aufgefallen. Evtl. habt Ihr das Buch in meiner Liste schon gesehen: "Das Attentat in der Geschichte" (hg. von A. Demandt). Auf diesen Namen werde ich in Zukunft auch vermehrt achten. :) - Lenz Koppelstätter
Das Flüstern im Eis
(32)Aktuelle Rezension von: Lynn11Wer Krimis ohne grosse Handlung mag, ist mit diesem Buch sicherlich gut beraten. Mir persönlich fehlte das Tempo. Ich fühlte mich in den Bergen und in der Geschichte verloren. Ein Toter allein, reicht noch lange nicht aus um ein spannender Krimi zu sein...
Ich stellte mir einen gleichnamig packenden Thriller wie den von Amy McCulloch "Der Aufstieg" vor. Schade...
- Simona Ahrnstedt
The promises we made. Als wir uns wieder trafen
(179)Aktuelle Rezension von: sabireadsDie Idee mit den vertauschten Rollen, also der weiblichen Security, die ausnahmsweise mal den Mann beschützt, fand ich unglaublich toll. Allerdings muss ich sagen, dass ich das Cover zwar ganz hübsch finde, es aber für mich überhaupt nicht zu dem Inhalt des Buches passt. Der Beginn der Handlung hat mir gefallen, man hat einiges aus der Vergangenheit erfahren und konnte si gut einsteigen. Später kamen einige Spannungselemente dazu, die zwar erst toll gepasst haben, irgendwann aber ein bisschen die Überhand genommen haben. Es war mir dann einfach zu viel Drama. Insgesamt konnte mich das Buch dadurch leider nicht ganz überzeugen. Die Grundidee fand ich super, aber es hat einfach ein bisschen an der Komposition gebröckelt. Wer allerdings viel Drama, Spannung, Mysteriöses und Intrigen mag, kommt definitiv auf seine Kosten! Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternen.
- Wolf Serno
Die Gesandten der Sonne
(14)Aktuelle Rezension von: Kleine8310"Die Gesandten der Sonne" ist ein Roman von Wolf Serno. In diesem Buch spielt die Geschichte in Bagdad im Jahre 797. Nach einem Auftrag von Karl dem Großen knüpft eine Gruppe mutiger Männer gute Kontakte zum Kalifen Harun al - Raschid. Sie nennen sich "Die Gesandten der Sonne" und ihre Rückkehr ins Frankenland stellt sie vor einige abenteuerliche Herausforderungen.
Einer der Männer, der junge Arzt Cunrad von Malmünd, wächst nach einer Weile immer mehr in die Rolle des Anführers hinein, doch auch er stößt schon bald an seine Grenzen. Eine besondere Grenze stellt da Aurona, eine stolze Langobardin dar, die ihm seine Grenzen deutlich aufzeigt ...
Der Einstieg in diesen historischen Roman ist mir gut gelungen. Wolf Serno erzählt die Geschichte aus der Sicht des Protagonisten Cunrad von Malmüd, indem er den Protagonisten einem seiner Gastgeber, seine Geschichte in rückblickender Form erzählt. Diese Art hat mir gut gefallen und ich habe eine schöne Sichtweise auf die Erlebnisse des Protagonisten bekommen.
Zudem haben mir die Beschreibungen von Wolf Serno, die schön bildhaft sind, richtig gut gefallen. Durch diese Veranschaulichungen kam eine sehr gelungene Atmosphäre auf, die einem als Leser/Leserin ein bisschen von der Exotik des Orients nach Hause bringt. Gut beschrieben und sehr interessant fand ich auch die ärztliche Kunst im Mittelalter. Das löste bei mir eine Mischung aus Schock ( manches wußte ich ja schon ) und Faszination aus, wie die Menschen mit so wenigen Mittel medizinisch versorgt wurden und vorallem auch wie dankbar wir für die Fortschritte sein können.
Die Charaktere hat der Autor liebevoll gezeichnet und gut ausgearbeitet. Schön fand ich, dass "Die Gesandten der Sonne" jede/r einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben, auch die Nebencharaktere. Die Handlung hätte, meiner Meinung nach, ein bisschen spannender gestaltet sein können. Sie war zwar interessant zu verfolgen, aber wirkliche Spannung kam bei mir nicht auf. Dafür war manches ein bisschen zu vorhersehbar geschildert.
Positiv:
* bildhafte Beschreibungen schaffen eine tolle Atmosphäre
* die Charaktere wurden gut dargestellt
* die Medizin im Mittelalter wurde detailliert beschrieben
Negativ:
* die Handlung hätte ein bisschen spannender sein können, so war mir manches ein bisschen zu leicht vorherzusehen
"Die Gesandten der Sonne" ist ein gut ausgearbeiteter historischer Roman, bei dem die Charaktere und die schöne Atmosphäre, die mangelnde Spannung fast komplett wieder aufgewogen haben!
- Nava Ebrahimi
Sechzehn Wörter (Sonderausgabe Ein Buch für die Stadt Köln 2022)
(62)Aktuelle Rezension von: jtk_0701Der Einstieg ins Buch war echt schwer. Die plötzlichen Zeitsprünge, die ich so erst mal nicht erkannt habe, haben mir das Gefühl gegeben, ich werd hier nie reinkommen. Und dann war es nur noch WOW! Kaum hab ich das „System“ verstanden, war ich gefangen in dem Zwiespalt zwischen der Liebe zum Land Iran und dem beklemmenden Gefühl, die ich durch die Unfreiheiten des Landes und dem Regime hier verspüre. Hab mich zusammen mit der Protagonistin Mona mit ihrer Herkunft auseinandergesetzt, dem Gefühl der Zugehörigkeit, der Identität, bin auf die Suche gegangen nach der Vergangenheit ihrer Eltern, ihrer Großmutter und ihrer eigenen. Begleitet von ihrer Mutter, besucht sie Iran um ihre Oma zu beerdigen, komme ihr selbst dadurch immer näher und zum Schluss war ich einfach nur traurig, dass es schon endet. Ein gelungener Roman, eine besondere Stimmung und absolut lesenswert.
S.118 „Ich male mir aus, wie in Deutschland mein Foto die Titelseite der Bild-Zeitung ziert, „Deutsche Journalistin in den Kerkern der Mullahs“, um dann in einer Schrecksekunde darauf zu kommen, dass ich im Iran nicht als Deutsche gelte, sondern als Iranerin. Ausgerechnet im Iran, wo ich mich so deutsch fühle wie sonst nirgends.“
S.278 „ „Von einem neuen Ort angezogen werden allein reicht nicht. Der alte Ort muss einen auch wegschieben.“ […] Ich glaube […] dass man immer eher weggeschoben wird, auch, wenn man glaubt, angezogen zu werden.“
- Anthony McCarten
Englischer Harem
(16)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderWegen einem ihrer vielen Tagträume hat Tracy ihre Stelle als Kassiererin in einem Supermarkt verloren und ihre Eltern machen sich große Sorgen. Die 20jährige Tracy ist aber fest entschlossen gleich eine neue Arbeit zu finden. Durch Zufall entdeckt sie ein Schild in einem persischen Restaurant wo nach einer Kellnerin gesucht wird. Nach hartnäckigen Gesprächen stellt Sam sie ein. Schnell lernt sie auch die Sprache, den Koran und die Lebensweisheiten des persischen Lebens kennen und ist fasziniert von Sam. Auch er findet gefallen an ihr und sie finden zueinander. Er ist aber bereits verheiratet mit Yvette und Firouzeh. Tracy kennt die Hintergründe und ihr macht es nichts aus und so heiratet sie ihn und zieht in das große Haus mit den anderen Frauen und den Kindern. Ihre Eltern sind wenig begeistert und auch die Behörden melden sich. Eine wunderbare Geschichte. Nachdenklich, traurig, irrsinnig komisch und voller Leben. Ein Spiegel für die Doppellmoral unserer Gesellschaft und ein Plädoyer für mehr Toleran und Verständnis. Vielleicht die Liebesgeschichte des Jahres.
- Ken Follett
Auf den Schwingen des Adlers
(132)Aktuelle Rezension von: Bellis-PerennisDiesem spannenden Thriller liegt eine wahre Begebenheit zu Grunde: Die Befreiung der amerikanischen Geiseln Paul Chiapparone und Bill Gaylord - in die Geschichte eingegangen als "Operation Hotfoot".
Man schreibt das Jahr 1978. Zahlreiche Streiks und lautstarke antiamerikanische Demonstrationen, die mit Ausschreitungen sowie mit Polizeigewalt einhergehen, kündigen das Ende des Regimes von Schah Reza Pahlevi an. Dann werden, ohne Angabe von Gründen (Autokraten benötigen keine) werden zwei hochrangige Manager eines amerikanischen Computerkonzerns verhaftet. Nachdem alle diplomatische Bemühungen, die Mitarbeiter frei zu bekommen scheitern, heuert der Konzernchef auf eigene Faust ein Rettungskommando an, die beiden Gefangenen um jeden Preis zu befreien.
Meine Meinung:
Bei diesem Thriller spürt man wieder, dass Ken Follett aus dem Journalismus kommt. Rund um die Fakten baut er einen spannenden Roman, der die Leser bis zu den letzten Seiten fesselt. Natürlich kann man als Leser nicht beurteilen, wie sich die Anteile Fakten und Fiktion aufteilen. Jedenfalls hat der Autor sehr gut recherchiert.
Die Charaktere sind sehr gut dargestellt. Als Leser taucht man tief in das Geschehen und die Psyche der Personen ein. Das gibt einem das Gefühl, dabei zu sein. Obwohl die Tatsachen an manchen Stellen ziemlich detailliert ausgefallen sind, ist dies nicht langweilig. Allerdings stammt der Schreibstil aus den späten 1970er-Jahren. Manches würde man heute nicht mehr so schreiben.
Da das Ende diesmal von der Realität vorgegeben ist, ist der Schluss stimmig. In manchen seiner Bücher schwächelt der erfundene Schluss ein wenig.
Fazit:
Lesenswert für all jene, die gerne Thriller lesen oder deren Verfilmung ansehen. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.
- Herbert (Auswahl) Scurla
Im Reiche des Königs der Könige. Reisen deutscher Persienreisender aus dem 17. bis 19. Jahrhundert.
(0)Noch keine Rezension vorhanden - Eva Fellner
Die Highlanderin
(61)Aktuelle Rezension von: LeadezemberInhaltsangabe:In dem Historischenroman die Highlanderin Band 1 von Eva Fellinger, geht es um Enja. Nach einem Schiffsunglück kann Enja sich retten bzw. wird von Menschenhändlern gerettet und in den Orient gebracht. Dort wird sie unteranderem zur Assassinin ausgebildet. Nach einem besonderen Auftag gelangt Enja in die schottischen Highlands. Dort kämpfen schottische Clans gegen den englischen König um ihre Freiheit. Enja wird von James Douglas gerettet und verdankt ihm ihr Leben. Als James, der nächste Clanführer der Douglas von den Engländern in Gefangenschaft gerät ist für Enja klar, das sie versucht James zu befreien. Dies gelingt ihr mit Hilfe ihrer Freunde. Nach ein paar Jahren taucht James in der Burg von Enja auf und bittet sie um Hilfe.
Dabei wird Enja vor die Frage gestellt wem sie die Treue verspricht dem Englischen König oder dem Schottischen König?
Persönliche Meinung: Ich habe etwas mehr von dem Buch erwartet. Das Buch spielt mal in der Gegenwart mal in der Vergangenen ich fand des da durch anstrengend zu lesen. Die Historischen, Geschichtlichen Hintergründe hat die Autorin gut in den Roman mit eingebracht. Allerdings kam mir die Liebesgeschichte zwischen Enja und James ein wenig zu kurz. Enja als Hauptcharaktere wird als starke und unabhängige Frau dargestellt, ihren Lebensweg habe ich aber an manchen Stellen hinterfragt.
Fazit: Die Geschichte war okay, die Zeitsprünge fand ich nicht so gut auch ein wenig Romantik hat mir in dem Buch gefehlt.Das Buch bekommt von mir drei Sterne, den zweiten Band werde ich lesen, da ich wissen möchte ob Enja und James endlich zusammen kommen.
- Carl-Friedrich von Steegen
Satan
(5)Aktuelle Rezension von: TheSaintLaut Autor begann die ganze Chose mit dem Auftauchen des Morgensterns Venus. Der lateinische Name des Morgensterns ist Luzifer/Lucifer: "Lux" = Licht, "ferre" = tragen, bringen.
Der Schwesterplanet der Erde soll laut des umstrittenen Arztes, Psychoanalytikers und Autors vieler spekulativer Bücher, Immanuel Velikovsky, während seiner Zeit der Entstehung der Erde einige Male zu nahe gekommen sein und so für verheerende Umweltkatastrophen gesorgt haben, die verklausuliert ihren Eingang in die Geschichten von den Völkern dieser Welt gefunden haben.
So präsentiert Velikovsky mit seinem "Katastrophismus" eine höchst interessante "What If"-Basis, von der er munter an all die Sagen und Mythen dieser irdenen Welt herangeht und dort die Figur entdeckt, die spätestens seit dem Christentum die Popularität des "Dunklen Fürsten" mit Namen Luzifer/Satan/Teufel besitzt.
Carl-Friedrich von Steegen stützt sich fast auschließlich auf die von der Wissenschaft abgelehnten Thesen des Herrn Velikovsky und führt in seinem Buch mit unzähligen Zitaten, Hin- und Verweisen munter, kurzweilig und auch zum Staunen verleitend durch die Götterwelten der Perser, der Nord- und Westeuropäer, der Inder und der Völker aus Mesopotamien, Ägyptens oder Israels.
Die Spuren des "Lichtbringers" (lucem ferre = das Licht tragen) reichen weit zurück bis zu den Sumerern und von Steegen nennt uns viele vertraute Gottheiten wie Loki, Phaeton, Ischtar oder Prometheus als Inkarnationen.
Im Mittelalter schlußendlich wurde diese Figur, die in all den Religionen und Kulten aus grauer Vorzeit eine nicht so abgrundtief böse und finstere Figur war, durch das Christentum zum Synonym des Satans/Teufels.
Bis zum letzten Viertel liest sich diese illustre Zusammenstellung sehr gut - schauerlich wird es erst, als der Autor von den grausamen Aktionen des Christentums - wie der Inquisition und ihrer Methoden - und späteren Satanskulten um Gilles de Rais oder Charles Manson zu berichten beginnt.
Man darf dieses Werk keineswegs als fundiertes Portrait des Satans sehen... man sollte sollte auch die als sehr ernstzunehmend präsentierten Grundlagen eher als Grundlage für durchaus interessante Gedankenspiele zum Thema der Angelo/Dämonologie verwenden.
Das Werk gibt allemal lustweckenden Einblick in die Mythenwelt der Völker rund um den Erdball von einer Zeit, als es der Vorzeit graute bis herauf in die Tage von heute, wo sich Menschen aufgrund fehlender Kicks wohl wieder gerne nicht wirklich fassbaren Dingen in unserer technisierten Welt zuzuwenden beginnen. - Yasmin Khan
Die Küche Persiens
(5)Aktuelle Rezension von: Eva_G"noosh-e jam" bedeutet wörtlich übersetzt "Möge sich deine Seele an dem laben, was du isst." Und mit genau diesem Wunsch beendet die Autorin Yasmin Khan das Vorwort ihres Kochbuches. In diesem Buch dreht sich alles um ihre Heimat, den Iran, die Esskultur aber auch das Leben selbst in diesem fernen Land. Die Vorliebe für gutes Essen stammt vorallem von ihrem Großvater, erzählt die Autorin in einer ihrer Geschichten, die sich zwischen den Rezepten befinden.
Der Aufbau des Kochbuches ist klassisch, sodass sich nach der Einführung in die persische Küche, das Frühstück an Mezze & Beilagen, Salate, Suppen, Hauptgerichte und Desserts reiht, auch Ideen für eine Menüplanung oder das gluten- und laktosefreie Kochen sind noch Thema am Ende. Die Trennung der einzelnen Abschnitte erfolgt immer durch eine Geschichte, die zum Beispiel "Geschichten von Milch & Honig" oder "Geschichten von Cafés und Gegenkultur" heißen. Das Layout ist einheitlich und sorgt so für ein problemloses Nachkochen der Gerichte. Da im Buch nicht nur Fotografien der einzelnen Gerichte enthalten sind, sondern auch Bilder vom Land, den Leuten oder der Sehenswürdigkeiten, fühlt sich das Durchblättern wie ein Ausflug in den Iran an.
Ich liebe es, Länder kulinarisch zu entdecken, denn häufig erhält man über die Fotografien, Berichte und Geschichten in den Kochbüchern auch Einblicke in das Leben der Einheimischen. So habe ich das Land auch gemeinsam mit meiner Familie erkundet und wir haben bei Möhrensalat mit Pistazien, Kräuterreis mit gebackenem Lachs, Schokoladen-Pistazien-Kuchen, Biskuittorte mit Sauerkirschen und Granatapfel und Walnussecken mit Datteln in diesem Kochbuch gelesen und so mehr über den Iran erfahren. Es ist auch schön, dass die Autorin zu jedem Rezept den Namen in Farsi angibt und einen kleinen Text mit Hintergrundinformationen geschrieben hat. Gestört hat mich allerdings ein wenig, dass die Abbildungen zu Land und Leuten häufig sehr klein sind und gerade bei den Hauptgerichten beinahe überall Fleisch oder Fisch enthalten ist. Insgesamt ein sehr interessantes und rundes Kochbuch, das mir gut gefallen hat.
- Walter M. Weiss
MARCO POLO Reiseführer E-Book Iran
(1)Aktuelle Rezension von: Roswitha_BoehmIran, ein Land der Zwiespältigkeit: Auf der einen Seite unendlich Gastfreundlich und überaus herzlich, auf der anderen Seite dann getrieben von Abenteuerlust und einer Sprache über die (eigene) Politik abgeneigt. Aber genau das macht dieses Land am Persischen Golf auch so ungeheuer faszinierend. Um sich dort zu Recht zu finden, hilft dieser handliche Reiseführer.
Ob nun Sonne oder Regen, Tradition oder Geheimtipp, Walter M. Weiss bietet eine Mischung von allem. Sowohl für jedes Interessengebiet, als auch für jeden Geldbeutel. Sogar die Möglichkeit „grün“ zu reisen, also umweltschonend, wird berücksichtigt! Schön dabei ist, dass der Autor hier auch auf die Mentalität und Dinge wie Spezialitäten eingeht und diese dann auch näher erläutert. Restaurants, Cafés und Museen werden gleich mit Öffnungszeiten angegeben, so dass man nicht vor verschlossenen Türen steht. Auch der Eintritt wird beziffert. Eine Planung ist mit diesen Angaben sehr gut möglich. Wer keine individuelle Tour planen möchte, findet am Ende des Reiseführers bereits einige Vorschläge. Ob nun entlang der Golfküste oder doch quer durchs Land. Wer in kurzer Zeit möglichst viel vom Land sehen möchte, wird hier fündig. - Äußerst praktisch ist dabei auch die Verwendung der zugehören App, denn damit werden die aufgezeigten Touren auf den aktuellen Stand gehalten, so dass der Reisende stets bestens informiert ist.
Wie es sich für einen guten Reiseführer gehört, finden sich am Ende nicht nur wichtige Hinweise und Tipps, sondern auch prägnantes Wissen mit Dingen, die man im Iran, lieber vermeiden sollte. Ein herausnehmbarer Faltplan rundet das Buch ab.
- Amira Ziar
Persische Küche: Kochen nach alter Tradition mit leckeren iranischen Rezepten
(0)Noch keine Rezension vorhanden - Katharina Franzen
ELISHA: Die Bestimmung (Band 1)
(7)Aktuelle Rezension von: LadauphineAchtung, enthält eventuell Spoiler:
Infos
Russland 1867: Elisha ist eine Prinzessin, die den üblichen Konventionen trotzt und versucht, selbst über ihr Leben zu bestimmen. Als Schwester des Schahs von Persien und Enkelin eines russischen Großfürsten zu Zeiten, als Frauen noch kein Mitspracherecht hatten, gelingt ihr dies nur schwer. Als sie auf Erik trifft, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Wie bereits bei allen Frauen in ihrer Ahnenreihe zuvor, wird auch ihr ein Gefährte erwählt und die Gefahr, dass beider Leben ein furchtbares Ende nimmt, beginnt. Elisha versucht, hinter die Fassade des düsteren, distanzierten Mannes zu schauen. Erik, der auf Grund seines Aussehens seit seiner Geburt als Ausgestoßener leben muss, versteht nicht, warum Elisha Interesse an ihm zeigt und stößt sie deshalb immer wieder von sich weg. Zwei Menschen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten treffen aufeinander und haben ein gemeinsames Ziel: Persien. Und noch eins haben sie gemeinsam - die Gefühle vor dem Anderen zu verstecken.
Es handelt sich bei diesem Buch um den 1. Teil einer Reihe und ist der Debütroman der Autorin.
Meine Meinung
Elisha und Erik sind zwei Charaktere, die mir wahnsinnig gut gefallen. Beide werden ausführlich beschrieben: ihre Hintergründe, was sie zu ihrem Handeln bewegt und ihre Gedankengänge. Diese sind sich oft so ähnlich, dass ich mir wünschte, die beiden mögen sich doch endlich einander anvertrauen und Erik sollte seine Geheimnisse mitteilen. Oder Elisha endlich Erik von ihrem Fluch erzählen … Die Spannung ließ nie nach. Ich habe das Buch bereits mehrfach gelesen und es haut mich immer wieder um. Oft erwische ich mich dabei, wie ich im Alltag Tagträume von den beiden habe. Der Schreibstil der Autorin ist klasse. Sie schreibt so wunderbar bildlich und spannend, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Meist leider nachts, während die Kinder schliefen und auch ich hätte schlafen sollen … Wie habe ich mit den beiden mitgefühlt oder eher mitgelitten! Sogar Herzklopfen hatte ich bei manchen Szenen vor Kummer und litt mit Erik und ich musste oft lachen, wenn Elisha versucht hat, Erik aus der Reserve zu locken. Auch die Nebencharaktere gefallen mir. Die Autorin erzählt auch ihre Geschichten und die Beweggründe für ihr Handeln. Besonders gefallen mir hier die beiden Männer Ragnar und Nadir.
Aufmerksam geworden bin ich durch einen Newsletter und fand das das Cover gleich interessant. Dass eine so wunderbare, leidenschaftliche Geschichte dahinerstecket, damit habe ich nicht gerechnet.
Klare Kaufempfehlung
Definitiv eine große Leseempfehlung! Das Buch ist sowas von gelungen – ich bin schon sehr gespannt, wie die Geschichte weitergeht. Ich habe es bereits an Freunde und Familie weiterempfohlen und meine Mama hat es auch schon begeistert gelesen ;)
And the Mountains Echoed by Hosseini, Khaled (2014) Paperback
(11)Aktuelle Rezension von: HimmelfarbPreiste ich Khaled Hosseini anfangs noch als einen Magier, so wurde ich im Verlauf der Lektüre des Romans "And the Mountains echoed" schnell eines Besseren belehrt. Nun gut, Herr Hosseini kann mit Worten umgehen und er hat Sinn für emotionale Geschichten, aber in diesem Buch übertreibt er es denn doch. Das erste Drittel ist wirklich wunderbar, dann verliert der Roman an Substanz und Hosseini vertändelt sich in immer mehr Personen und Handlungssträngen, die leider teilweise völlig im Sande verlaufen. Weniger wäre da mehr gewesen! "Drachenläufer", Hosseinis erster Roman hat mich sehr begeistert und ich konnte die Nachfolgewerke nicht erwarten, die leider nicht das halten konnten, was das Debüt versprach. Sollte ich je noch einen Roman von Hosseini lesen wollen, so wünschte ich mir, dass er Afghanistan und die Schrecken diverser Kriege dort,als Thema hinter sich lassen könnte, und sich an einem zeitgenössischen Roman versuchen würde, der in den USA spielt. Große Enttäuschung und leider verlorene Lese- bzw. Lebenszeit!























