Bücher mit dem Tag "perspektiven"
34 Bücher
- Mona Kasten
Save You: Special Edition
(2.460)Aktuelle Rezension von: traumweltenwandererRuby fühlt sich verraten und James setzt alles daran ihr Vertrauen zurück zu gewinnen. Allen Widrigkeiten zum Trotz.
(Die Rezension kann Spoiler enthalten)
Save You hat mich ebenso in seinen Bann gezogen wie Save Me und man konnte der Geschichte (sowohl als Buch als auch als Hörbuch) gut folgen.
Der Schreibstil entwickelt einen unglaublichen Sog, durch den Enemies to lovers Trope möchte man einfach wissen, wie es mit Ruby und James weitergeht.
Da hat man die Befürchtung, dass schnell wieder alles vergeben wird, wie es so oft in Büchern der Fall ist - doch hier ist diese Befürchtung unbegründet. Die erneute Annäherung und das Aufbauen von Vertrauen geschieht in einem realistischen Zeitraum und macht die Geschichte so einfach glaubwürdig.
Toll fand ich, dass wir hier auch einen Fokus auf die Freundschaften zwischen Ruby und Lin etwa oder James und Wren erhalten. Das gab den Nebencharakteren noch einmal mehr Tiefe.
Einzig und allein die neu hinzugekommenen Perspektiven (hier erfahren wir mehr aus Embers und Lydias Sicht) haben mich zunächst irritiert.
Eine tolle Fortsetzung gefüllt mit Drama, Herzschmerz, Liebe, Freundschaft und Familie - und einem ebenso gemeinen Cliffhanger, der zum Weiterlesen anregt.
- Colleen Hoover
Zurück ins Leben geliebt
(1.460)Aktuelle Rezension von: Its_angie"Die Liebe ist nicht immer schön Tate. Manchmal hofft man die ganze Zeit, während man liebt, dass sich etwas ändert. Dass es besser wird. Und irgendwann stellt man fest, dass man in einer Sackgasse gelandet ist und unterwegs sein Herz verloren hat."
"Wenn der Junge nicht in der Lage ist zu erkennen, wie schön er es mit Ihnen haben könnte, ist er es nicht wert, dass Sie ihn Ihre Zeit schenken."
Ein Must Read!!!
Ich habe immer gedacht warum lieben alle Colleen Hoover und sagen, dass man Taschentücher braucht, aber jetzt weiß ich es! Der Schreibstil ist wieder super und fesselnd, dass man nicht aufhören kann.
Das ist bisher das Beste was ich von Colleen Hoover gelesen habe, ich weiß auch noch nicht wie ich mich jetzt nachdem Lesen fühlen soll. Die Gefühle in diesem Buch haben eine große Bedeutung für mich. Ich fand es immer schön zwischen Tate (die im Jetzt berichtet) und Miles (sechs Jahre davor), wodurch man erfährt wieso er so handelt, zu lesen und zu wechseln. Immer war ein Kapitel von Tate und eins von Miles, welche bei Miles in Gedichtsform geschrieben, was teilweise sehr gefühlsvoll und emotional war. Und das man nochmal kurz Rachel kennengelernt hat und gezeigt worden ist, dass es hilft erstmal was abzuschließen um was neues anzufangen.
- Inge Kutter
Hippiesommer
(21)Aktuelle Rezension von: Angeliques_Leseecke*Inhalt*
Der heutige Leistungsdruck ist auch in Elenas Leben präsent. Sie steht ständig unter Strom, will immer ihr Bestes geben und keinen Fehler machen. Zu Weihnachten fährt sie nach langer Zeit wieder nach mal nach Hause zu ihren Eltern. Dort bricht sie zusammen, "Burn Out" ist die Diagnose. In der Klinik wird ihr Leben entschleunigt, ihr Handy wird ihr weggenommen, keine Email oder sonstige dienstliche Belange. Hier kann sie sich endlich Gedanken über ihr Leben machen und erinnert sich an vergangene Zeiten, besonders an ihren "Hippiesommer".
*Meine Meinung*
In "Hippiesommer" berührt die Autorin Inge Kutter ein sehr aktuelles Thema, dem sogenannten "Burn Out". In ruhigen und leisen Tönen werden die Symptome gut beschrieben, die innere Unruhe und der ständige Druck Leistung zu erbringen, kenne ich von mir auch.
Die Ansätze finde ich gut gelungen, in den Erzählstrang aus der Gegenwart kann ich mich gut einfinden, aber mit dem aus der Vergangenheit habe ich so meine Probleme. Dieser hinterlässt viele Fragen bei mir. Irgendwie hat es sich mir nicht erschlossen, warum hier der Anfang sein soll, der zum Burn Out führte.
Zu Elena kann ich keine Beziehung aufbauen, vielleicht liegt an der Erzählweise. Es ist in der dritten Person und irgendwie distanziert geschrieben.
Irgendwie hatte ich mir mehr von diesem Buch versprochen, und auch wenn das Buch gut zu lesen war, hat es mich nicht wirklich abgeholt.
*Fazit*
Schade, es war leider nicht mein Buch. Hier muss jeder selbst entscheiden, ob er das Buch lesen möchte oder nicht. Von mir gibt es 3 Sterne. - Laura Kneidl
Die Krone der Dunkelheit
(316)Aktuelle Rezension von: Lieselotte1990Abgefahren! Das ist das erste, was mir zu diesem Buch einfällt. Es ist eine grandiose Fortsetzung der Geschichte rund um Kheeran, Freya, Larkin und Co., die ebenso spannend weitergeht, wie sie geendet hat. Weitere Perspektiven kommen hinzu und machen die Geschichte noch komplexer und reichhaltiger. Keine Ahnung, wie man sich so was ausdenkt und dann auch noch so aufschreibt, dass man vor Spannung kaum Luft bekommt! Trotz der Länge ist die Geschichte super kurzweilig und lässt sicj einfach so inhalieren. Ich bin mega verliebt in alle Charaktere und will, dass unsere gemeinsame Reise niemals endet 😭 Ich bin mega hypt und wünschte, ich könnte den ganzen Tag nur lesen… Ich MUSS wissen, wie es weitergeht und bin gespannt wie ein Flitzebogen wie all die Fäden, die die Autorin gesponnen hat, im großen Finale zusammenlaufen!
- Stuart Turton
Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle
(379)Aktuelle Rezension von: Lilli33Viel zu verworren
Inhalt:
Familie Hardcastle hat zu einem Ball nach Blackheath geladen. Der Abend endet in einer Katastrophe, den die Tochter des Hauses, Evelyn kommt zu Tode. Aiden Bishop soll den Mord aufklären. Dazu wacht er immer wieder in einem anderen Körper auf und erlebt denselben Tag mit anderen Augen.
Meine Meinung:
Ich bin wirklich froh, dass dies nicht das erste Buch von Stuart Turton war, das ich gelesen habe. Denn sonst hätte ich garantiert kein weiteres in die Hand genommen, was sehr schade gewesen wäre, denn die später erschienen haben mir durchaus gut gefallen.
Die Idee dieses Romans ist zwar nicht schlecht, aber die Umsetzung konnte mich gar nicht begeistern. Die Handlung ist viel zu verworren, um ihr entspannt folgen zu können.
Dadurch dass immer wieder derselbe Tag beschrieben ist mit denselben Ereignissen, nur eben aus einer anderen Perspektive, kommt schnell Langeweile auf und es zieht sich wie Kaugummi. Erst im letzten Drittel (von immerhin gut 600 Seiten) werden immer mehr Geheimnisse aufgedeckt und es kommt Spannung auf.
Mehr als einmal war ich kurz davor abzubrechen. Ich habe mich zum Durchhalten gezwungen, aber jetzt bin ich froh, dass ich es geschafft habe.
★★☆☆☆
- T. R. Richmond
Wer war Alice
(320)Aktuelle Rezension von: EurekaPalmerÜberraschend verstirbt Alice Salmon. Wer war die junge Frau wirklich und was ist passiert?
Den Erzählstil fand ich zunächst sehr interessant, da dieser aus unterschiedlichen Variationen besteht, wie in etwa Kapitel, die in Briefform oder Zeitungsartikeln verfasst sind. So zog es sich durch die Seiten, was mich zunehmend irritierte und ich das Gefühl hatte, keinem roten Faden zu folgen. In etwa nach den ersten 150 Seiten habe ich das Buch letztlich abgebrochen, da es mir zu langatmig wurde und ich den Überblick verlor.
- Katharine McGee
Beautiful Liars, Band 2: Gefährliche Sehnsucht
(227)Aktuelle Rezension von: charlottezaNach dem spannenden Cliffhanger von Band 1 der Beautiful Liars Reihe stellt dieses Buch keine Enttäuschung dar. Die Autorin fängt genau da an, wo sie aufgehört hat und schafft es erneut den Leser in die außergewöhnliche Welt des 1000 stöckigem Gebäude hinein zu versetzen. Wie auch der erste Band macht das Lesen einfach nur Spaß und die Spannung fesselt einen bereit zu Beginn.
- Sy Montgomery
Rendezvous mit einem Oktopus
(68)Aktuelle Rezension von: marielle_liestNachdem ich schon so viel über Wale und Meeresschildkröten gelesen habe, waren jetzt Oktopoden an der Reihe. Das Cover des Buchs ist schon so hinreißend und der Klappentext wirklich vielversprechend, dass ich riesige Erwartungen hatte. Ob diese wohl erfüllt werden konnten?
🐙🐙🐙
Die Autorin Sy Montgomery ist Naturforscherin und hat einige Zeit damit verbracht, die achtbeinigen Kopffüßer besser kennenzulernen. Vor allem die Frage nach dem Empfinden und der Seele dieser Tiere sollte dabei im Vordergrund stehen, so verspricht es der Untertitel.
🐙🐙🐙
Als Tierbegeisterte konnte ich von diesem Buch wirklich unglaublich viel lernen. Zweifelsohne ist meine Begeisterung für Kraken während der Lektüre stetig gewachsen. Sie können sich besser tarnen als ein Chamäleon, sie haben drei Herzen, sie können mit den Saugnäpfen schmecken, sie sind überaus intelligent und sie können sich trotz ihrer stattlichen Größe durch winzige Öffnungen quetschen. Wahnsinn!
Etwas schade finde ich allerdings, dass die vier Oktopoden, von denen das Buch größtenteils handelt, ihr Leben in Gefangenschaft in einem Aquarium verbrachten. Ich verstehe zwar durchaus, dass gründliche Forschung nur möglich ist, wenn man die Tiere über eine lange Zeit beobachten kann. Außerdem bekommen die Besucher:innen des Aquariums so einen Zugang zu den Tieren und lernen, wie wichtig deren Schutz ist. Dennoch hat es mich traurig gestimmt, dass die Kraken gelegentlich versucht haben, zu fliehen. Folglich wollten sie vielleicht lieber zurück in die Freiheit.
Zudem spielen all die Menschen, die Sy während der Forschung kennenlernte eine recht große Rolle, sodass man das Buch vielleicht 50-100 Seiten schlanker gestalten könnte.
Insgesamt nehme ich jedoch wirklich überaus viel Oktopus-Wissen für mich mit und werde diese Tiere ab jetzt für immer mit sehr viel Faszination sehen. Wenn du also wissen möchtest, wie intelligent und einfühlsam ein Oktopus wirklich ist, solltest du dieses Buch lesen.
- Samantha Shannon
Der Orden des geheimen Baumes - Die Magierin
(235)Aktuelle Rezension von: eastIm Königinnenreich Inys werden Drachen gefürchtet und verachtet. Kehren die Drachen zurück, endet die Herrschaft der heiligen Königin, deren Vorfahrin einst den obersten Feuerdrachen bezwang. Auf der anderen Seite der Welt sind die Drachen Götter, nur die besten der Besten werden ausgewählt, um auf ihrem Rücken zu kämpfen. Als sich eine feuerspuckende Bedrohung über den Kontinent erhebt, wird die Prophezeiung wahr, die Drachen werden kommen…
Wer eine Reise nach Yscalin, Seiiki oder Inys unternehmen will, der sei gewarnt: Die Welt, die der Leser auf diesen Seiten betritt, kann etwas erschlagend wirken. Vor allem, wenn man neu im Fantasy-Genre ist. Auch wenn die Autorin ihre umfangreiche Welt nach und nach erklärt, ein Glossar und eine Karte angefügt hat, braucht es seine Zeit, um mit der Geschichte warm zu werden, einfach, weil es unfassbar viele Protagonisten, Orte und Länder gibt, von höfischen Intrigen und Vorgeschichte einmal abgesehen.
Dennoch wird schon am Anfang klar, dass Samantha Shannon mit dem „Orden des geheimen Baumes“ eine Geschichte epischen Ausmaßes spinnt, bei der man als Leser Protagonisten begleitet, die einander noch gar nicht kennen, dem Fallen vieler kleiner Würfel zuschauen kann, noch ohne das große Ganze erblicken zu können, da sich dieses erst nach und nach entwickelt.
Mit anderen Worten: die Geschichte der klingenwerfenden Kammerfrau Ead, der jungen Drachenreiterin Tané und ihren Gefährten ist vielschichtig und braucht ihre Zeit, um in Fahrt zu kommen. Doch dann erwarten den Leser mit Durchhaltevermögen ein ausgeklügeltes Weltsystem, Verstrickungen und Intrigen, auch eine Prise Romantik, exotische Länder und Kämpfe, Piraten und natürlich auch Drachen, majestätische wie bedrohliche, europäische wie asiatische. In der zweiten Hälfte macht das Buch seinen zähen Anfang mehr als wett und endet mit einem Versprechen auf noch mehr Spannung im zweiten Band … In dem es dann vermutlich auch weniger verwirrend zugeht.
Mit der Atmosphäre eines Epos aus dem Mittelalter, mit wettstreitenden Religionen, die sich gegenseitig von der Weltkante zu stoßen versuchen, mit Rittern, Zofen und königlichen Gewändern entführt die Autorin den Leser in eine Welt, die die Reise wirklich wert ist.
- Kanae Minato
Geständnisse
(284)Aktuelle Rezension von: FairyFlower„Außergewöhnliche Menschen haben das Recht, der althergebrachten Moral zuwiderzuhandeln, um etwas Neues in die Welt zu setzen.“ (Dostojewski, Schuld und Sühne)
„Geständnisse“ ist ein Roman der japanischen Autorin Kanae Minato, welcher 2008 und unter dem Originaltitel „Kohaku“ erschien. Die deutsche Ausgabe orientiert sich an der englischsprachigen Fassung und erschien ebenfalls 2008 im C. Bertelsmann Verlag. Auf 272 Seiten begleitet man die Personen, die in den Mordfall der kleinen Manami verwickelt sind. Der Roman sprach mich sofort an, da ich den nüchternen Schreibstil innerhalb der japanischen Literatur sehr zu schätzen weiß. Außerdem hat mich die rechtliche Bewertung des Falles aus japanischer Sicht interessiert.
Yūko Moriguchi ist eine alleinerziehende Frau und gleichzeitig Lehrerin an einer japanischen Mittelschule. Eines Tages ertrinkt ihre Tochter Manami. Zunächst gehen alle von einem Unfall aus. Einige Wochen später kündigt Moriguchi jedoch ihren Job und macht ihrer Klasse ein folgenschweres Geständnis…
Die Geschichte ist in sechs Kapitel unterteilt. Erzählt wird sie in Form von Monologen. So folgt man Moriguchi, der Klassenkameradin von Person A und B, der Mutter von Person B, dem B und dem A selbst. Die Monologe sind dabei immer wieder anders verpackt. So wird eine Rede gehalten, es findet ein Telefongespräch statt, es gibt Tagebucheinträge, Blogeinträge oder sogar einen Literaturbeitrag für einen Wettbewerb. Die unterschiedlichen Perspektiven der Ich-Erzähler führen dazu, dass die Handlung mehrmals wiederholt und mit Details gefüllt wird. Gleichzeitig folgt man keinem Charakter lang genug, um eine emotionale Verbindung zu ihm aufzubauen.
Moriguchi ist eine liebevolle Mutter und übt den Beruf der Lehrerin mit vollem Einsatz aus. Sie bemüht sich um einen respektvollen Umgang mit den Schülern, ohne die Distanz zu verlieren. Als ihre Tochter stirbt, ist sie zerrissen zwischen ihrem Wunsch nach Rache einerseits und ihrer Aufgabe als Lehrerin andererseits, den Schülern eine sinnvolle Lektion für ihr späteres Leben mitzugeben. Moriguchi hält die Jugendlichen, die ein Gewaltverbrechen begehen, für Narzissten, denen man die Schwere ihrer Verbrechen klarmachen muss, aber keine Bühne geben darf. Aus dem genannten Grund betitelt sie die, nach ihrer Ansicht, für den Tod Verantwortlichen nur mit Person A und Person B.
Person A entspricht ganz der Vorstellung eines Musterschülers. Er wächst in einem Elternhaus auf, in dem ihm die Liebe und Zuneigung fehlt, um die er später verzweifelt kämpft. Person A brüstet sich mit seiner Intelligenz und handelt empathielos und berechnend, um seine Ziele zu erreichen. Dabei verschließt er die Augen vor der Realität und kann auch keine Kritik annehmen. Person A manipuliert Person B.
Über lange Strecken des Romans ist Person B das typische Opfer. Er findet keinen Anschluss in der Schule, passt nicht in die japanische Leistungsgesellschaft und ist ein Muttersöhnchen. Was Person A an Liebe fehlt, hat Person B zu viel. Trotzdem entwickelt er eine tiefe innere Wut. Er ist fast unsichtbar in seiner Mittelmäßigkeit. Person A sieht seinen Wunsch nach Anerkennung und manipuliert dies für seine Zwecke. Doch er rechnet nicht damit, dass sich Person B mit einer folgenschweren Tat aus der Mittelmäßigkeit herauskatapultieren wird.
An dem Roman hat mir besonders die abwechslungsreiche Erzählperspektive gefallen. Sie erhält die Sachlichkeit und nimmt die Spannung aus der Geschichte. Daraus entsteht eine sehr neutrale Erzählweise. Innerhalb des Buches findet keine moralische Beeinflussung statt. Es werden lediglich Denkimpulse gegeben, während die Geschehnisse für sich sprechen. Die Handelnden sind weder gut noch schlecht.
Da man sich innerhalb von Japan bewegt, enthält der Roman viele Informationen über die japanische Kultur. Es wird über den Umgang mit Andersartigkeit gesprochen, insbesondere in Bezug auf Krankheiten wie Aids oder die Stellung der Frau im Berufsleben (oder noch schlimmer: einer alleinerziehenden Frau). Der Anpassungsdruck, welcher schon in den jüngsten Jahren beginnt, begleitet den Lesenden die ganze Zeit. Auch Schul- und Rechtssystem werden unter den kritischen Blick der unterschiedlichen Protagonisten genommen.
Gefallen hat mir außerdem, wie hier das Prinzip des Schmetterlingseffekts zum Tragen kam. Es wird eine Handlung in Gang gesetzt, deren Folgen nicht abschätzbar sind. So steigert sich das Leid durch die Rache mehr und mehr und teilt sich zwischen vielen Leuten auf, die mit in den Abgrund gerissen werden. Dies wird besonders am Ende klar. Moriguchi reflektiert ihre selbst in Gang gesetzte Handlung und korrigiert sie dahingehend, dass sie keinen Schaden mehr anrichten kann.
Der einzige Kritikpunkt ist für mich, dass die Übersetzung an einigen Stellen etwas holprig wirkt. Diese beruht auf der englischen Fassung und nicht auf dem Original - wahrscheinlich ist einiges verloren gegangen.
Ich würde diesen Roman denjenigen Lesenden empfehlen, die sich bereits innerhalb der japanischen Literatur etwas auskennen und mit dem sachlichen Erzählstil gut klarkommen. Auch die gewählte Form der Monologe muss man mögen. Ansonsten ist der Roman für diejenigen besonders geeignet, die Geschichten mit unerwarteten Verläufen mögen. Ich gebe 4,5/5 Sterne und runde hier auf 5 Sterne auf.
- Annika Schwabe
Jenseits des Spiegelsees
(10)Aktuelle Rezension von: FalcarraghVorab bedanke ich mich herzlich für das kostenlose Rezensionsexemplar!
Inhalt:
Elfen und Menschen sind seit ihrer Erschaffung tiefste Feinde. Schon in zwei großen Kriege haben sie dadurch schon alle anderen lebende Völker mit reingezogen. 20 Jahre nach Ende des letzten Krieges ringen die beiden Völker noch immer um Frieden. Monique wird eher unfreiwillig vom König damit beauftragt ein im Zuge der Friedensverhandlungen wichtiges Schreiben an die Elfenkönigin zu überbringen. Zum Schutz sendet er seinen besten Soldaten mit ihr. Die beiden brechen auf zu einer langen, gefährlichen Reise.
Bewertung:
Jenseits des Spiegelsees zeichnet sich vor allem durch seine multiplen Handlungsstränge aus, die liebenvoll miteinander verwoben sind. Beim Lesen ergibt sich dadurch ein permanent unvollständiges Bild, was neugierig macht. Über die Dauer des Buches lernt man die Vielseitigkeit der einzelnen Charakere kennen und wird durch die eine oder andere Wendung überrascht. Mir hat der Schreibstil und der Aufbau besonders gut gefallen. Der Auftakt macht Lust auf mehr und ich freue mich schon darauf, mehr zu lesen.
Fazit:
Das Buch ist der spannende Auftakt, der mich dazu bewegt hat mir auch den nächsten Band zu besorgen. Empfehlenswert für alle die vielschichtige Charaktere und die diverse Darstellung unterschiedlicher Völker schätzen!
- Harald Lesch
Die Menschheit schafft sich ab
(18)Aktuelle Rezension von: derkleinerezensentSpannend geschriebenes Buch, in dem uns Harald Lesch erzählt, wie es mit der Menschheit weitergehen könnte (oder eben auch nicht, wenn wir nicht ins Handeln kommen). Wer Dokumentationen von Harald Lesch kennt, wird auch in diesem Buch seinen sachlichen und prägnanten Stil wiederfinden. Also keine Panikmache, aber dennoch klar dargelegt, wo die Probleme sind und was wir tun müssten. Lesch erklärt das Thema anhand der Erdgeschichte sehr gut und anschaulich. Von daher eine klare Leseempfehlung!
- Laura Barnett
Drei mal wir
(91)Aktuelle Rezension von: miahInhalt:
Eva und Jim sind 19 Jahre alt, als sie sich zum ersten Mal begegnen. Dort beginnen drei Versionen ihrer Zukunft, in denen sie verschiedene Wege einschlagen, beruflich und privat. Doch immer wieder treffen sie aufeinander.Meine Meinung:
Dieses Buch liegt schon eine ganze Weile auf meinem SuB und wurde nun endlich befreit. Die Idee fand ich sehr schön, in drei Varianten die Liebesgeschichte zweier Protagonisten zu verfolgen. Jeder hat sich schon mal gefragt, was wäre, wenn ich mich hier oder da anders entschieden hätte? Leider habe ich mir die Geschichte völlig anders vorgestellt, vielleicht muss man sie auch einfach anders lesen.Die drei Zeitebenen wechseln immer ab. Es gibt drei Versionen nach dem ersten Aufeinandertreffen von Eva und Jim. Man muss von Beginn an sehr aufpassen und sich Details merken, um später nicht den Überblick zu verlieren. Das macht die Geschichten aber manchmal schwierig, nachzuverfolgen. Vielleicht würde es sich hier lohnen, erst Version eins zu lesen, dann Version zwei und dann Version drei, um zumindest die Reihenfolge einer kompletten Geschichte im Kopf zu haben. Nunja, das wäre evtl. etwas für einen Reread.
Die drei Versionen laufen immer parallel und zeigen das Leben von Eva und Jim, mal gemeinsam, mal mit anderen Partner, ab ihrem 19. Lebensjahr bis ins hohe Alter. Die Geschichte beginnt 1958. Der Leser begleitet die beiden durch verschiedene berufliche Wege und Familienkonstellationen. Denn wenn Jim und Eva nicht zusammen sind, haben sie natürlich auch mal andere Partner, in der einen Version früher, in der anderen Version später. Dabei kommen auch Kinder zur Welt und das führt vor allem im späteren Verlauf dazu, dass ich trotz verschiedener Namen nicht mehr wusste, wer zu wem gehört. Ein Stammbaum wäre sicher hilfreich gewesen.
Die meisten Nebenfiguren tauchen in irgendeiner Weise in allen drei Versionen auf. So gibt es Freunde, die Eva und Jim immer begleiten. Besonders gefallen haben mir hier die Szenen, die an sich identisch von der Handlung waren und sich nur in der Figurenkonstellation unterschieden, wie Eva und Jim zueinander standen. Dabei musste man aber besonders gut aufpassen, um die Versionen nicht zu verwechseln.
Die Gestaltung des Buchs macht es zum Glück leicht, dass man immer weiß, welche Version man gerade liest, denn es steht immer unten auf der Seite. Zumindest dabei konnte man nicht durcheinanderkommen, nur merken muss man sich die Geschehnisse natürlich selbst. Ich habe sehr lange gebraucht, um mich in die Geschichten reinzufinden. Der Schreibstil ist sehr ausführlich und damit wird es komplex. Hat man sich in einer Version zurechtgefunden, geht es schon mit der nächsten Version weiter. Der Lesefluss leidet darunter. Die Perspektive wechselt zwischen Eva und Jim. Doch so richtig nahe kommt man beiden nicht. Mir haben auch oft die Emotionen gefehlt. Das hat die Geschichte erst am Ende geschafft, aber das lag mehr daran, dass mit fortschreitender Handlung Eva und Jim natürlich auch immer älter geworden sind und damit leider auch traurige Ereignisse häufiger zum Leben dazugehören. Wobei mich da nicht die Szenen im Buch emotional gemacht haben, sondern einfach der Gedanke daran, wie es mir gehen würde, wenn dieses oder jenes Ereignis eintreffen würde.
Das Buch regt zumindest zum Nachdenken an, über das eigene Leben, die eigenen Entscheidungen, beruflich und privat. Letztendlich fand ich die Idee der Geschichte spannender als die Umsetzung, weil es oftmals zu verwirrend war und ich beim Lesen lieber abschalte als Notizen zu machen.
- Ulf Kvensler
Die Insel - einer kennt die ganze Wahrheit
(70)Aktuelle Rezension von: JennysWorldofBooks𝗥𝗘𝗭𝗘𝗡𝗦𝗜𝗢𝗡 🏝️
𝖤𝗂𝗇 𝗃𝗎𝗇𝗀𝖾𝗌 𝖯𝖺𝖺𝗋 𝗋𝖾𝗂𝗌𝗍 𝗇𝖺𝖼𝗁 𝖦𝗈𝗍𝗅𝖺𝗇𝖽, 𝗎𝗆 𝖨𝗌𝖺𝗄𝗌 𝖾𝗇𝗍𝖿𝗋𝖾𝗆𝖽𝖾𝗍𝖾𝗇 𝖵𝖺𝗍𝖾𝗋 𝗓𝗎 𝖻𝖾𝗌𝗎𝖼𝗁𝖾𝗇. 𝖣𝗂𝖾 𝗂𝖽𝗒𝗅𝗅𝗂𝗌𝖼𝗁𝖾 𝖴𝗆𝗀𝖾𝖻𝗎𝗇𝗀 𝗎𝗇𝖽 𝖽𝖺𝗌 𝖾𝗅𝖾𝗀𝖺𝗇𝗍𝖾 𝖠𝗇𝗐𝖾𝗌𝖾𝗇 𝗍ä𝗎𝗌𝖼𝗁𝖾𝗇 𝗃𝖾𝖽𝗈𝖼𝗁 ü𝖻𝖾𝗋 𝖺𝗅𝗍𝖾 𝖥𝖺𝗆𝗂𝗅𝗂𝖾𝗇𝗀𝖾𝗁𝖾𝗂𝗆𝗇𝗂𝗌𝗌𝖾 𝗁𝗂𝗇𝗐𝖾𝗀, 𝖽𝗂𝖾 𝗇𝖺𝖼𝗁 𝗎𝗇𝖽 𝗇𝖺𝖼𝗁 𝖺𝗇𝗌 𝖫𝗂𝖼𝗁𝗍 𝗄𝗈𝗆𝗆𝖾𝗇 𝗎𝗇𝖽 𝗀𝖾𝖿ä𝗁𝗋𝗅𝗂𝖼𝗁𝖾 𝖥𝗈𝗅𝗀𝖾𝗇 𝖿ü𝗋 𝖺𝗅𝗅𝖾 𝖡𝖾𝗍𝖾𝗂𝗅𝗂𝗀𝗍𝖾𝗇 𝗁𝖺𝖻𝖾𝗇.
🅜🅔🅘🅝🅤🅝🅖
Das Buch hat mich vor allem durch seine dichte, fast drückende Atmosphäre gepackt. Die Mischung aus sommerlicher Idylle auf Gotland und dem Gefühl, dass unter der Oberfläche etwas nicht stimmt, sorgt durchgehend für Spannung. Die Figuren wirken glaubwürdig und vielschichtig – gerade Isak und Madde haben mich mit ihren Unsicherheiten, Zweifeln und Konflikten abgeholt. Auch die Dynamik innerhalb der Familie ist gut ausgearbeitet und treibt die Geschichte spürbar voran. Besonders gelungen fand ich das Setting: Das elegante Anwesen, die Hitze, die Strände – all das erzeugt eine ganz eigene Stimmung, die gleichzeitig schön und unheimlich wirkt. Insgesamt ein packender, atmosphärisch starker Roman, der für mich solide vier Sterne verdient.
- Karosh Taha
Im Bauch der Königin
(36)Aktuelle Rezension von: angelaeszetIch habe im Oktober das erste von 3 Büchern meines Bücher-Thriathlons zum Thema "Diverse Stimmen und Perspektiven" gelesen.
1. Welches Buch hast du passend zum Thema im Oktober gelesen?
Ich habe aus meinem SUB das Buch "Im Bauch der Königin" von Karosh Taha gelesen.
2. Welche Aspekte des Buches haben dich am meisten fasziniert, bezogen auf bestimmte Themen, Charaktere oder Lebenserfahrungen?
In klarer Sprache wird die Sicht von Migranten in erster und zweiter Generation auf ihr Leben in Deutschland gezeigt. Dabei werden Brüche, ihre Probleme und Sorgen sichtbar gemacht, die uns als Gesellschaft auch etwas angehen. "Meine Eltern besuchten diese komischen Integrationskurse und bekamen irgendwann die deutsche Staatsangehörigkeit. Vater besuchte später das Abendgymnasium, um an der Uni seinen deutschen Abschluss in Architektur zu machen, denn in Deutschland war Vaters Vergangenheit wie ausradiert, so ungültig wie ein abgelaufener Pass, als könnte man die eigenen Fähigkeiten verlieren, wenn man eine Landesgrenze überschreitet." Der Mann war in seinem Heimatland Architekt und ist auch als solcher dort wieder sesshaft geworden aus Mangel an Möglichkeiten hier. Tragisch, für ihn war ein Traum geplatzt, um wieder in seinem Beruf arbeiten zu können, hat er seine Familie in Deutschland alleine zurückgelassen, was zu einer Zerrissenheit bei seinem Kind, einem der Erzählstimmen, führte.
3. Glaubst du, dass das Buch das Thema „Diverse Stimmen und Perspektiven“ erfolgreich umgesetzt hat?
Ja, unbedingt! Es ist nicht nur ein Buch mit zwei Erzählperspektiven, sondern ein Dialog zwischen unterschiedlichen Kulturen und unter mehreren Generationen. Wenn man sich auf den ungewöhnlichen Schreibstil einlässt, taucht man ein in die Welt junger Menschen in unserer Gesellschaft auf der Suche nach ihrer Identität und einem Platz, der sie wirklich ankommen lässt.
- Asfa-Wossen Asserate
Toleranz - Schaffen wir das?
(7)Aktuelle Rezension von: strickleserlMittlerweile haben mehr als ein Viertel aller in Deutschland lebenden Personen einen Migrationshintergrund. Höchste Zeit sich mit Themen wie Menschenwürde, Akzeptanz und Toleranz zu beschäftigen. In dieser Anthologien finden sich zwanzig sehr unterschiedliche Texte zu dem Thema Toleranz. Dabei werden verschiedene Facetten dieses wichtigen Themas beleuchtet. Mal geht es um die Geschichte, ein anderes Mal um die Politik, und immer wieder um persönliche Erfahrungen.
Die Autoren und Autorinnen haben entweder einen muslimischen, jesidischen, jüdischen, christlichen oder nichtreligiösen Hintergrund, wobei Stimmen aus den christlichen Kirchen überwiegen. Viele der Schreiber haben selbst einen Migrationshintergrund. Die Beiträge greifen nicht nur unterschiedliche Themen auf, die Autoren sind sich auch nicht in allen Punkten einig. Darum bietet sich dieses Buch gut als Gesprächsgrundlage an. Eben für Menschen, denen der Wert Toleranz wichtig ist, die also bereit sind ihre eigene Meinung zu hinterfragen und dazuzulernen.
Viele der Artikel sind eher akademischer Natur, doch nicht alle. Den Autor Eric Yasser, bei der Buchbeschreibung aufgezählt, ist leider im Buch doch nicht vertreten.
Fazit: Eine interessante Sammlung von sehr unterschiedlichen Beiträgen zum Thema Toleranz. Dabei geht es vor allem um Toleranz zwischen Menschen unterschiedlicher Ethnien und Religionen. Empfehlenswert!
- Mattias Edvardsson
Die Lüge
(180)Aktuelle Rezension von: Nani2606Ein Buch was mich von Anfang an abgeholt hat. Ich finde die unterschiedlichen Sichtweisen sehr gut und das jede Einzelne in sich abgeschlossen ist.
Der Vater ist Pfarrer, die Mutter Anwältin und die 19 jährige Tochter Stella eine kleine Rebellin die einen Traum hat von einer großen Reise durch Asien. Doch eines Tages gerät das idyllische Leben der Familie aus Skandinavien ins Wanken. Stella wird festgenommen, sie soll jemanden umgebracht haben. Aber war sie es wirklich? Durch die verschiedenen Sichtweisen kann man sich gut in die einzelnen Personen hinein versetzten und bekommt so einen guten Eindruck vom Leben der Familie. Es ist interessant, wie jeder Einzelne die Familie sieht und die Entwicklung dieser.
Theoretisch müsste der Titel etwas anders lauten, denn es gibt nicht nur eine Lüge sondern mehrere. Die Mutter lässt Beweismittel verschwinden, der Vater weiß nichts davon. Er nimmt aber seine Tochter in Schutz und gibt ihr ein Alibi. Stella hat einige kleine Geheimnisse von denen ihre Eltern nichts wissen.
Ich finde das Buch sehr lesenswert, die Spannung die aufgebaut wurde klasse.
- Mara Andeck
Wolke 7 ist auch nur Nebel
(143)Aktuelle Rezension von: PeytonSIch habe bei dem Roman etwas leichtes, spannendes, lustiges erwartet. Leider entsteht absolut keine Spannung. Lustig ist es überhaupt nicht und ich musste das Hörbuch zu dem Roman leider abbrechen. Es gibt bessere Bücher, die meine Zeit in Anspruch nehmen dürfen.
- Stephan Orth
Couchsurfing in Russland
(4)Aktuelle Rezension von: PantoffeltierIn den letzten Jahren gab es selten so viel Streit um angeblich ungenaue Medienberichterstattung wie betreffend Russland. Stephan Orth, der schon ein ähnliches Buch über eine Reise in den Iran geschrieben hat, fährt los, um sich selbst ein Bild zu machen.
Zehn Wochen lang fährt (und fliegt) er unter anderem nach Moskau, Wolgograd, Grosny, auf die Krim, nach St. Petersburg, nach Jekaterinburg, Irkutsk und Wladiwostok.
Die schiere Größe Russlands und die teilweise schlechten Reisemöglichkeiten machen eine Auswahl der Reiseziele nötig. Auch trifft man als Couchsurfer nur eine bestimmte Schicht von Menschen. Es sind also sehr individuelle Erfahrungen, die Orth präsentiert. Manche Orte werden ausführlich besprochen, andere werden nur kurz und anekdotenhaft erwähnt. Ab und an werden auch historische/politische Informationen eingestreut.
Orth plädiert für mehr Verständnis, Offenheit und dafür, die Angst mal beiseite zu schieben und sich auf den anderen einzulassen. Ein sehr löbliches Unterfangen. Oft kommentiert er seine Erlebnisse mit angenehmer Selbstironie. Als Journalist beschäftigen ihn vor allem Fragen zu Propaganda, Fake-News und den deutsch-russischen Verhältnis. Sein Versuch, möglichst vorurteilsfrei zu sein, hat mir gut gefallen, auch wenn seine Meinung durchscheint, was ich aber bei einem so individuellen Reisebericht nicht als störend empfinde. Seine Grundhaltung ist kritisch, aber freundlich und er erzählt auch von negativen Ereignissen, ohne die Vielzahl der freundlichen Menschen zu verschweigen, die ihn herzlich empfangen.
Empfehlenswert, um die Reiselust für ein, nach westlichen Maßstäben, eher sperriges Reiseziel zu wecken. Das Hörbuch ist nicht gekürzt, nur sind einige Zwischenerklärungen werden erst am Ende gesammelt vorgelesen. Das ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber nicht besonders schlimm, da sie sich im Buch sowieso in Kästchen am Rand befinden, die nicht mit dem Sinn des Textes zusammenhängen. Man hat dankenswerterweise einen Sprecher gewählt, der die russischen Begriffe authentisch aussprechen kann. Dann muss man natürlich auf die Fotos und die Karte mit der Reiseroute verzichten, aber gerade als Reisebegleiter natürlich praktisch.
- Minna Rytisalo
Lempi, das heißt Liebe
(91)Aktuelle Rezension von: EmmaWinterLempi, Kaufmannstochter aus der Stadt, heiratet kurzentschlossen den jungen Bauern Viljami und geht mit ihm auf seinen Hof in Lappland. Bald muss Viljami in den Krieg ziehen und seine Frau bleibt allein mit der Magd auf dem Hof zurück. Als er heimkehrt, ist seine große Liebe Lempi verschwunden.
Die Figur der Lempi bleibt undeutlich, wie auf dem Cover. Wir lernen sie nur durch die Augen anderer kennen. Im ersten Dritten verzehrt sich Viljami auf dem Weg nach Hause nach ihr und kann nicht fassen, dass sie ihn verlassen haben soll. Der zweite Abschnitt wird aus der Sicht der Magd Elli erzählt, die letzte Sicht auf Lempi gewährt uns ihre Zwillingsschwester Sisko.
Der Debütroman der ebenfalls aus dem nördlichsten Teil Finnlands stammenden Autorin Rytisalo besticht durch die drei unterschiedlichen Sprachstile, die sie ihren drei Erzähler*innen gibt. Ich muss gestehen, dass mich der erste Abschnitt ziemlich ermüdet hat. Erst mit der Erzählung der Magd nimmt der Roman Schwung auf und auch Spannung. Es lohnt sich also dranzubleiben.
Neben der Sprache und der ungewöhnlichen Erzählweise barg das Buch auch inhaltlich Neues für mich. Hintergrund der Handlung ist der zweite Weltkrieg, der Winterkrieg zwischen Russland und Finnland 1939/40 und die Waffenbruderschaft der Finnen und Deutschen gegen die Russen im Anschluss. Nach einem Waffenstillstandsvertrag mit Russland im September 1944, mussten alle deutsche Soldaten innerhalb von 14 Tagen Finnland verlassen. Plötzlich wurden aus Waffenbrüdern Feinde und viele finnische Frauen, die sich mit den Deutschen eingelassen hatten, wurden noch jahrzehntelang diskriminiert. Ebenso erging es ihren Kindern. Dieses dunkle Kapitel wird im Roman an verschiedenen Stellen thematisiert.
Der Roman läßt viel Spielraum für eigene Interpretationen was die Figuren und ihr Handeln anbelangt. Es wird nicht alles erklärt, vieles nur angedeutet. Letztlich muss sich jede*r selbst sein Bild von Lempi machen, den eigenen Blick scharf stellen, um in den Erzählungen der anderen Personen "seine" oder "ihre" Lempi zu entdecken.
- Julian Barnes
Vom Ende einer Geschichte
(251)Aktuelle Rezension von: Lina_StamerJulian Barnes erzählt die Geschichte eines Mannes, der im Laufe seines Lebens erkennen muss, dass das menschliche Gedächtnis einen täuschen und sogar belügen kann. Auf spannende Weise wird im Verlauf der Geschichte, zur Überraschung des Lesers, so einiges widerlegt, was der Protagonist glaubte zu wissen. Der Roman ist in der ich-Form geschrieben. Die Verfilmung des Romans war für mich eine Enttäuschung, da der Roman einer meiner Lieblingsbücher ist und weitaus mehr Tiefgang hatte, als die Verfilmung.
- John Williams
Augustus
(66)Aktuelle Rezension von: claudiaZIm Mittelpunkt der Handlung steht das Leben von Octavius, der als Großneffe von Julius Caesar geboren wird, später sein Adoptivsohn wird und schließlich seine Nachfolge als Kaiser Augustus antritt, die er von da an sowohl mit militärischen als auch mit politischen Mitteln verteidigen muss.
Den überwiegend positiven Bewertungen zu diesem Buch schließe ich mich uneingeschränkt an. Für mich war es ein wunderbares Lesevergnügen, gerade durch die besondere Erzählform, die der Autor gewählt hat. Die Handlung wird ausschließlich durch fiktive Briefe, schriftliche Erinnerungen und Protokolle verschiedener Verfasser fortentwickelt, wodurch die Erzählperspektive variiert und ein überraschend lebhaftes Bild vom Leben im antiken Rom entsteht. Zu diesen Verfassern gehören zum Beispiel Gelehrte, Freunde, Familienmitglieder, Bedienstete, aber auch berühmte Namen wie Ovid, Vergil, Kleopatra ...
- Daniel Schneider
Tabu Trennung
(7)Aktuelle Rezension von: LEXI
„Ist eine gescheiterte Ehe Sünde?“ – „Natürlich! Die Frage ist nur, was die größere Sünde ist. Eine Beziehung zu beenden oder in einer nicht funktionierenden Beziehung zugrunde zu gehen. Ich kann mich manchmal nur zwischen zwei Wegen entscheiden, die beide sichtbar nicht die besten sind – und bei denen ich eine menschliche Einschätzung brauche. Was ist der dem Leben dienlichere Weg? Für mich – und für andere?“
„Das ist die Person, die Gott mir geschenkt hat.“ Wenn die große Verliebtheit sich legt und nach dem Eintritt in den gemeinsamen Ehealltag die ersten Zweifel, die ersten aufkommenden Probleme und Uneinigkeiten zu einer ernsthaften Krise führen, kann diese Aussage durchaus angezweifelt werden. Obgleich man in einer christlichen Ehe das Zueinander-Stehen „bis dass der Tod uns scheidet“ verspricht, ist diese Umsetzung dennoch nicht immer durchführbar.
Der Journalist, Theologe und Buchautor Daniel Schneider macht Trennung und Scheidung zum Thema dieses christlichen Sachbuches. Er hinterfragt die Gründe, weswegen Paare sich entschließen, zukünftig getrennte Wege zu gehen.
Der Autor ist in seinen Ausführungen um Subjektivität bemüht und lässt in seinem Buch drei Männer, eine Frau und ein Ehepaar zu Wort kommen, die ihre persönlichen Erfahrungsberichte offen und selbstkritisch erzählen.
Da Daniel Schneider Gott als Schöpfer der Welt und der gesamten Menschheit betrachtet, hinterfragt er auch „die Beziehungsidee Gottes“, die „einzige wahre Liebe“ und „das Scheitern“. Er thematisiert den gesunden Umgang mit dem Thema Scheidung und den Weg zu einer möglichen neuen Partnerschaft. Es geht ihm in diesem Buch um die Empfindungen und Erinnerungen seiner Gesprächspartner, die er in einfachem, direktem Schreibstil präsentiert. Beziehungsgeschichten aus der Bibel werden ebenso eingebaut, wie Details aus schweren Zeiten in der Beziehung seiner Interviewpartner.
Besonders gelungen empfand ich die Aussagen des Autors zur Lektüre der Bibel – zum persönlichen Zugang dazu und zur Möglichkeit, in jeder Lebenssituation etwas Relevantes und Individuelles zu entdecken. Er schreibt hierzu: „Die Aussagen der Bibel und die Wesensmerkmale des christlichen Glaubens funktionieren nur, wenn ich sie in meinem persönlichen Leben und auf mein Leben anwenden kann.“
Abschließend möchte ich jedoch dem Autor widersprechen, der auf der ersten Seite dieses Buches der Meinung ist, dass es „einfach keine andere Möglichkeit gibt, als dieses Buch mit „Scheiße“ zu beginnen“. Ich finde es im Gegenteil sehr schade, dass Fäkaljargon auch im gedruckten Wort schon lange Einzug gehalten und in Büchern immer häufiger verwendet wird.
FAZIT: „Tabu Trennung“ ist eine sehr interessante und meines Erachtens sehr gut gelungene Lektüre, die tiefere Einblicke in das Gedanken- und Gefühlsleben von Betroffenen erlaubt.
„Ja, Gott möchte grundsätzlich, dass zwei Menschen, die Ja zueinander gesagt haben, ein Leben lang zusammenbleiben und dass die Ehe geschützt wird. Aber er sagt nicht, „auch wenn es gar nicht mehr geht, nach allen Bemühungen: „ihr müsst zusammenbleiben, koste es, was es wolle.“ - Sandy Hall
Little Something Different
(12)Aktuelle Rezension von: Nachtmaus"A little something different" von Sandy Hall ist eine eher etwas ungewöhnliche Liebesgeschichte.
Erzählt aus 14 verschiedenen Perspektiven, von denen keine den eigentlichen Protagonisten gehört, wird die Geschichte zweier schüchterner Studenten - Lea und Gabe. Sie lernen sich in den ersten Tagen im neuen Semester kennen, verlieben sich und schaffen es, anstatt den ersten Schritt zu machen, lieber einen ganzen Straßenzug zurückzuweichen. Die dabei entstehenden Missverständnisse und fehlgeschlagenen Annäherungsversuche werden beobachtet und kommentiert unter anderem von ihren Freunden, einer ihrer Dozenten, sowie einer Parkbank und einem Eichhörnchen.
Das Buch besticht für mich vor allem durch seinen Charme, die teilweise eher ungewöhnlichen und lustigen Perspektiven, sowie die absolut niedlichen Protagonisten. Einen ausschweifenden Plot und bis ins Detail ausgearbeitete Charaktere kann man zwar nicht finden, aber das stört mich aufgrund der Ausarbeitung und Gestaltung der Geschichte nicht.
Empfehlen kann ich das Buch allen, die auf der Suche nach einer herzerwärmenden und kurzweiligen Lektüre sind.























