Bücher mit dem Tag "pfähler"

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7 Bücher

  1. Cover des Buches Der Historiker (ISBN: 9783833303944)
    Elizabeth Kostova

    Der Historiker

     (305)
    Aktuelle Rezension von: David_Lindsam

    Der Titel des Buches (engl. „The Historian“) ist zugleich Motto, Charakterisierung aller Hauptpersonen und Auflösung eines großen Rätsels zum Ende hin – und könnte damit kaum treffender gewählt sein.
     Eingleisig oder gar schmalspurig wird der Roman deshalb nicht. Im Gegenteil. In drei Generationen spielt die Handlung und wir reisen in verschiedenen Zeiten des 20. Jahrhunderts (30er, 50er, 70er) von Amsterdam, nach Istanbul, Budapest, Südfrankreich und Rumänien, immer auf den Spuren Vlad III. und den Zeugnissen über ihn aus dem 15. Jahrhundert. Die treibenden Kräfte sind die großen Fragen: Wo ist das Grab des vermeintlichen Grafen Dracula? Und liegen dort wirklich seine sterblichen Überreste?

    Unerwarteter Erfolg für einen viktorianischen Roman …

    Als der Debütroman von Elizabeth Kostova 2005 in den USA erschien, landete er direkt auf Platz 1 der amerikanischen Bestsellerlisten (New York Times u.a.). Zwei Jahre zuvor war „The Da Vinci Code “ von Dan Brown (dt. „Sakrileg“) erschienen und zu den Topsellern in der Branche aufgestiegen. Das Publikum war begierig auf Thriller, die Action und die Suche nach Rätseln in der Geschichte verbanden, weshalb die Verlagswelt sich in einer Auktion um die Rechte für dieses Werk überbot und damit ein groteskes Stück Buchgeschichte schrieb. Nachdem der Verlag Little, Brown and Company bereits 2 Millionen als Honorar für die Autorin aufgewendet hatte, musste ein gigantisches Marketing mit TV-Werbung und zehntausenden Vorabexemplaren folgen. Ein riskantes Buchpokerspiel …

    Am ersten Tag des Erscheinens wurde in den USA 80.000 Exemplare verkauft. Nach nur einer Woche lagen die Verkaufszahlen bereits so hoch (ca. 700.000), dass The Historian sich auf den Platz 1 geschoben hatte. Das ist eine waschechte american success story und in diesem Fall ein besonderer Glücksfall für die Leserwelt. Durch spekulative Marktmechanismen wurde ein sonst eher leises und anspruchsvolles Werk in Welt der Massenware hochgepusht.  

    Niemand war mehr über den Erfolg erstaunt als die Autorin selbst: „It’s a literary novel, not a commercial novel“. Nach ihrer Meinung hatte sie einen langsamen, viktorianischen Roman geschrieben. Ihre Helden stolpern nicht abgebrüht, abenteuerlustig und plündernd wie India Jones durch unentdeckte Überreste der Vergangenheit, sondern sie sind echte Historiker und Bibliothekare, die sich in mühevoller Kleinarbeit durch vergilbte Karteikartenkataloge kämpfen und die Geheimnisse der Vergangenheit in unzugänglichen Faksimiles akribisch entziffern.

    In Deutschland erschien das Buch noch im gleichen Jahr (2005) bei Bloomsbury (engl. Verlag, bei dem Harry Potter im Original erschien), aber die Resonanz war sehr verhalten. Ich kann nur mutmaßen, ob das vergleichsweise schmale Marketing der Grund war, oder vielleicht die etwas eigene deutsche Leserschaft. Tatsächlich dominierten den deutschen Fantasy-Markt in dieser Ära Zwerge, Orks, Elfen und natürlich die Hogwartsschule für Hexerei und Zauberei. Obwohl ebenfalls 2005 (und auch bei Little, Brown and Company) Stephenie Meyer mit dem ersten Buch ihrer Twilight-Serie einen Vampir-Boom in den darauffolgenden Jahren auslöste, wurde Der Historiker von dieser Welle nicht mitgerissen. Mein böser Verdacht ist, dass das deutsche Fantasy-Publikum schlicht keine anspruchsvolle Kost gewohnt war und deshalb das Dargebotene nicht zu würdigen wusste. Das Urteil mildernd muss ich hinzufügen, dass der viktorianische Schauerroman eine lange und würdige Tradition in den englischsprachen Ländern besitzt und die Geschmacksnerven der Leserschaft besser auf einen über 800 Seiten langen Roman eingestellt sind, in dem der interessante, aber normale Historiker-Alltag nur an einzelnen Stellen von dem Unheimlichen durchbrochen wird. Hoch spannend bleibt es allemal – auf zum Inhalt:

    Geschichten über Geschichte

    In ihrer Kindheit bereiste Elizabeth Kostova (geb. 1964) mit ihrer Familie die südeuropäischen Ostblockstaaten und erinnert sich gerne an die Geschichten, die ihr Vater zur Unterhaltung auf den langen Fahrten über Dracula erzählte. Damit war nicht nur ihr Interesse an dieser schillernden Gestalt zwischen Mythos und historischer Realität geweckt, sondern auch die Erzählform für ihren ersten Roman gefunden. In dem fiktiven Epilog stellt sich eine amerikanische Geschichtsprofessorin vor, die in Rückblenden von ihren Erlebnissen als Sechzehnjährige berichtet, natürlich auf Reisen durch Europa mit ihrem Vater, dem sie ganz langsam das große Geheimnis um ein kleines Büchlein entlockt, das in seinem Inneren nur einen großen, zornigen Drachen beherbergt – das Zeichen des Ordo Draconis, dem Vlad der III. angehörte, weshalb er den Beinamen Drăculea trug.

    Ihr Vater, den wir als Paul kennenlernen, berichtet von den seltsamen Begebenheiten, wie er in den 50ger Jahren als Student in Oxford bei seinen Unterlagen plötzlich dieses leere Buch fand. Als er seinen Geschichtsprofessor Rossi zu Rate zieht, offenbart ihm dieser, dass auch er ein solches Buch besitzt und seine Nachforschungen ihn zu dem walachischen Fürsten (heutiges Rumänien) aus dem 15. Jahrhundert geführt haben. Aus unerfindlichen Gründen übergibt der sonst so rationale Professor Paul die Aufzeichnungen über seine Suche nach dem Grab und fügt fast ängstlich hinzu: „Dracula … Vlad Țepeș … lebt noch“ (35). Am gleichen Abend verschwindet Rossi spurlos; zurück bleiben nur ein paar Tropfen Blut. Verzweifelt sucht Paul in den Unterlagen nach Hinweisen, was seinem Professor passiert sein könnte, und trifft in der Bibliothek auf eine junge Doktorandin, die Rumänin Helen. Nach einer zaghaften Annäherung der beiden zeigt sich, dass Helen den Professor durch ihre Arbeit über Vlad III beeindruck möchte, weil sie dessen uneheliche Tochter ist. Paul erzählt ihr von seinem Verdacht, was mit dem Professor geschehen sein könnte, aber ein Bibliotheksangestellter belauscht das Gespräch und beißt Helen in den Hals. Überhastet brechen die beiden nach Istanbul auf, wohin eine erste Spur weist.

    Immer weiteren Dokumenten und ihren Geheimnissen folgend reisen Paul und Helen nach Ungarn, Rumänien und Bulgarien, werden von Untoten heimgesucht, entdecken nach langen Mühen tatsächlich das Grab des Fürsten, treffen auf den sterbenden Professor, erfahren die wahre Geschichte der Begegnung zwischen ihm und Helens Mutter aus seinen persönlichen Aufzeichnungen und begegnen dem leibhaftigen Vlad Dracula … Mehr kann ich leider nicht verraten, ohne doch auf gemeine Art zu spoilern.

    Inzwischen ist jedoch auch der Vater der Erzählerin spurlos verschwunden und die 16-Jährige macht sich in Südfrankreich auf die Suche nach ihm, denn sie vermutete ihn an einem der letzten Orte, wo Dracula noch eines seiner geheimen Gräber besitzt. Sie wird von unheimlichen Wesen verfolgt, aber auch von einem studentischen Gentleman wacker unterstützt.

    Die verschiedenen Erzählebenen verflechten sich im Laufe des Romans so stark miteinander, dass man als Leser die Geschehnisse in drei Zeiten fast synchron erlebt. Von Rossi erfahren wir durch seine Briefe und Tagebucheinträge, von Paul aus dessen eigenen Schilderungen auf der Reise mit seiner Tochter und zuletzt und parallel alles in der Erzählgegenwart von dieser selbst. Historik und die persönlichen Schicksale verweben sich auf brillante Art in den Historikern selbst.

    Durch Geschichten in der Kindheit der Autorin wird das Interesse an Geschichte geweckt und daraus entsteht wieder die Lust auf Geschichten … Das ist die Geschichte des Buches Der Historiker.

    Übrigens sind die historischen Hintergründe und Orte des Romans sehr gut recherchiert und stimmig, nur die Fakten um das Grab sind fiktiv und die Dokumente und Zeugnisse dazu fast komplett erfunden (ich habe selbst schon zum Thema Vlad III. geforscht).

    Eine eigenwillige Hommage an Bram Stoker

    Der Historiker liegt weitab vom üblichen Fantasy-Mainstream und ist durchaus ein Art Kunstwerk. Elizabeth Kostova hat 10 Jahre daran gearbeitet – manche der bekannteren Fantasy-Autoren bringen deutlich mehr als ein Werk pro Jahr heraus. Daraus lässt sich ersehen, welche Arbeit hinter diesem Buch steckt. Das macht einen Unterschied und der Unterschied ist spürbar.

    Die Autorin hat sich eine interessante Mischung ausgedacht, indem sie historische Briefe, Dokumente und persönliche Berichte mit der Rahmenhandlung einer Ich-Erzählerin verbindet, die uns als LeserIn zu einer Entdeckungsreise in die Vergangenheit einlädt. Dabei nutzt die Amerikanerin ein Gestaltungsprinzip ihrer großen literarischen Vorlage, Bram Stokers „Dracula“ (1897), der seine Vampir-Geschichte als Tatsachendokumentation in Form von Tagebucheinträgen und Zeitungsartikel präsentiert.

    Kostova stellt dieses Prinzip nicht in Frage, ironisiert es nicht. Eingebettet in eine rückblickende Erzählung umspinnt sie auf diese Weise unseren modernen, rational und historisch geprägten Geist und verführt uns für die Zeit des Lesens, daran zu glauben, dass Dracula tatsächlich noch bis ins letzte Jahrhundert sein Unwesen getrieben hat und, wenn ich den Epilog richtig verstehe, vielleicht sogar noch heute.

    Vampirisches?

    Kommen Vampir-Freunde auf ihre Kosten? Vielleicht nicht, je nach dem. Wer Bram Stokers Dracula mag, wird den Historiker noch weit mehr mögen, weil die Erzählweise viel moderner und weniger weitschweifig, blumig und umständlich ist. Und ein paar typische Gerne-Elemente finden sich durchaus. Bisse, Blut, Werkzeuge für die Vampirjagd (Silberdolch), Angriffe durch dienende Untote (Vampire), bezwingende Hypnose, Fledermausschatten, Särge und Grüfte …
    Am meisten enttäuscht am ganzen Buch hat mich die Begegnung mit Dracula selbst – er ist anders als meine Vorstellung von ihm … und nicht übermäßig böse. Schade – ich hätte mich gerne mehr gegruselt.
     Die Büchlein mit den leeren Seiten und dem Drachen hat er übrigens selbst gedruckt und verteilt … Warum? Wenn ich das mal so ganz verstanden hätte. Ich finde es nicht stimmig.

    Trotz der Umfänglichkeit des Buches bleibt vieles über Vlad Dracula offen, wie er zum Vampir wurde, wie viele seiner Art es noch gibt – reizvoll und unbefriedigend zugleich, aber in jedem Fall anregend für
     die eigene Fantasie. Und das schätze ich durchaus.

    Einordnung in der Literatur und Kritik

    Ein Feuilletonist der FAZ betitelte (2005) seine Rezension sarkastisch „wie man einen Roman pfählt“ und spielte damit auf die grausamen Hinrichtungsmethoden des historischen Vlads und auf Längen des Romans an, eine beliebte Kategorie der Literaturkritik, die wenig besagt. Tatsächlich ging es mir an einigen Stellen aber ähnlich und ich musste zwischendurch mein Durchhaltevermögen bemühen, um dran zu bleiben. Die Frage ist, wodurch diese Längen entstehen.
    Ausführlichere Berichte von der Reise, Beschreibungen der Landschaft und der Städte, Details des Interieurs – all das gehört zum Schmuckwerk und literarischen Gewand eines Romans, der sich an die viktorianische Erzählweise des 19. Jahrhunderts anlegen will, dennoch wirkt es ungewohnt. Die Gothic Novel lebt davon, dass in die alltäglich erlebte Wirklichkeit plötzlich das Übersinnliche hereinbricht und alles in Frage stellt, weshalb man in der Literaturforschung von magischem Realismus spricht.
    Die Längen haben also System. Trotzdem erwarten die Lesegewohnheiten des 21. Jahrhunderts etwas mehr Spannung. Mir hätte es geholfen, wenn die äußeren Orte ähnlich wie bei Dan Browns Thriller in einem direkten Zusammenhang mit der historischen Detektivarbeit gestanden hätten. Aber man kann auch nicht alles in einem Buch haben.
    Der Historiker bietet zudem eine wunderschöne und tragische Liebesgeschichte, lässt das Leben im Rumänien und Bulgarien der 30er und 50er Jahre szenisch vor Augen treten und erzeugt eine leicht gruselige, melancholische Stimmung, die perfekt zu der Erzählung passt.

    Und noch ein Zitat:

    „Es ist eine Tatsache, dass wir Historiker uns für Dinge interessieren, die zum Teil unser eigenes Ich widerspiegeln, vielleicht den Teil, den wir am liebsten nicht näher untersuchen würden, es sei denn auf dem Feld der Wissenschaft. Und je mehr wir in unsere Interessen eintauchen, desto mehr ergreifen sie von uns Besitz.“ (314)

  2. Cover des Buches And I Darken (ISBN: 9780552573740)
    Kiersten White

    And I Darken

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Moni2506

    Bei „And I Darken“ handelt es sich um alternative Geschichte, einem Subgenre der Science-Fiction. Gemeinsam mit Lada und Radu Dracul erleben wir deren Kindheits- und Jugendtage in der Walachei bzw. in ottomanischer Gefangenschaft. 


    Walachei/Ottomanisches Reich, 15. Jahrhundert: Lada ist keine gewöhnliche Prinzessin. Sie ist brutal, kämpferisch, rücksichtslos und nimmt sich das, was ihr ihrer Meinung nach zusteht. Ihr Bruder Radu ist das genaue Gegenteil. Er ist schön, ängstlich und unauffällig, wenn es sein muss. Nachdem ihr Vater Vlad II. beide Kinder in der Obhut der Ottomanen gelassen hat, sind die Geschwister auf sich alleine gestellt. Sie müssen sich in einem Spiel behaupten, in dem sie nur kleine Figuren am Rande sind. Während Lada ihre Rache für die Zeit plant, in der sie wieder zurück in der Walachei ist, fügt sich Radu immer mehr ein und betrachtet das ottomanische Reich schon bald als seine Heimat. Als beide Mehmed, den Sohn des Sultans, kennenlernen, bildet sich ein Trio mit Personen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. 


    Dieses Buch habe ich Ende 2019 gekauft. Der Klappentext klang spannend. Vlad, der Pfähler wird in diesem Buch zu einem Mädchen mit dem Namen Lada. Ich war gespannt, ob ich dieses Buch losgelöst von der echten Historie genießen kann, aber auch, was ich aus der echten Historie wieder erkennen werde, denn ich habe schon den ein oder anderen historischen Roman über Vlad Dracul gelesen. 

    Der Schreibstil Kiersten Whites lässt sich gut lesen. Ich war vom ersten Satz an in der Geschichte drin. Es ist eine sehr charakterbezogene Geschichte, bei der man weniger Beschreibungen der Landschaft, sondern mehr Beschreibungen der Emotionen von Lada und Radu erhält. Den englischen Wortschatz habe ich zwar nicht als sehr leicht empfunden, allerdings auch nicht als besonders schwierig. Ein geübter Leser fremdsprachiger Lektüre sollte hier gut zurecht kommen. 

    Die Spannung in diesem Roman ist von Anfang an hoch. Man wird so intensiv in die Geschichte von Lada und Radu hineingezogen. Ich habe gerne die Kindheit der beiden in der Walachei verfolgt, war dabei, wie sie von ihrem Vater in einem fremden Land bei fremden Menschen zurückgelassen werden, wie sie sich mit dieser Situation arrangiert haben, jeder auf eine ganz eigene Weise, wie sie sich mit dem Sohn des Sultans angefreundet haben und das komplexe Geflecht, das daraus entsteht. Insbesondere der Kontrast zwischen Lada und Radu hat mich fasziniert. 

    Diese Geschichte ist eine sehr charakterbezogene Geschichte. Wenn man mit Lada und Radu nicht mitfühlen kann, dann wird einem dieses Buch glaube ich eher weniger gefallen. Ich hatte damit keinerlei Probleme. Ich habe die Sichtweisen beider Personen sehr gemocht. Ich habe mich mit beiden gefreut, wenn etwas Tolles passiert, habe das Adrenalin gespürt, wenn Gefahr droht, habe Mehmed durch die Augen von beiden betrachtet, habe ihren Schmerz gefühlt, ihre Traurigkeit und was dieses Buch noch alles an Emotionen zu bieten hatte. Die Beziehung der beiden zu Mehmed ist ein zentraler Punkt dieser Geschichte. 

    Lada ist dabei diejenige, die so manches Mal mit ihrer Brutalität und ihrer Rücksichtslosigkeit schockt. Es wurde in meinen Augen, aber auch gut dargestellt, warum sie die Dinge so macht, wie sie sie macht. Sie hat einen enormen Besitzanspruch. Etwas, das in ihren Augen, ihr gehört, darf ihr von niemanden weggenommen werden und das betrifft auch Menschen. Zuerst meint man, dass Lada eigentlich keine Gefühle hat, aber da täuscht man sich. Sie möchte gerne, dass nichts und niemand ihr etwas anhaben kann, wenige Menschen haben es dennoch geschafft, sich in ihr Herz zu schleichen. Sie ist allerdings auch bereit dazu harte Entscheidungen zu treffen, die unter Umständen auch die verletzten, die ihr wichtig sind. 

    Radu ist das komplette Gegenteil. Er ist weich, zeigt Gefühle, nimmt sich Dinge zu Herzen und ist so verzweifelt auf der Suche nach Liebe und Anerkennung, dass man das körperlich zu spüren glaubt. Ich wollte Radu so oft in den Arm nehmen und habe mir sehr gewünscht, dass er sein Glück findet. Im Verlauf der Geschichte lernt auch er seine Talente zu nutzen. Seine Methoden sind weitaus subtiler als die von Lada, doch auch seine Bemühungen sind von Erfolg gekrönt. Er lernt sich unsichtbar zu machen, wenn es sein muss und kann Allianzen schmieden, wenn dies vonnöten ist. 

    Bei den historischen Ereignissen hat sich die Autorin auf jeden Fall sehr viele Freiheiten genommen. Es wurden Daten verschoben, die Protagonisten wurden alterstechnisch angenähert, Vlad Dracul wurde zu Lada Dracul, etc. Man erkennt dennoch einiges aus der Historie wieder. Der Weg zur Macht von Mehmed II wurde im Grunde vom Ablauf her korrekt dargestellt und auch seine Motive wurden in diesen Roman mit eingebracht. Andererseits ist die Zeit, in der der Roman spielt, gerade was Lada und Radu betrifft, sehr gut gewählt. Über die Kindheit und die Gefangenschaft der beiden Geschwister ist so gut wie nichts bekannt, so dass man hier viel Raum hatte und seine eigene Geschichte erzählen konnte. 

    Der Roman verfügt über einiges an Zusatzmaterial. So finden wir zu Beginn Stammbäume und eine Karte und am Ende ein Glossar mit wichtigen Begriffen sowie ein kurzes Nachwort mit weiterführenden Lesetipps für die eigene Recherche. 

    Was ich noch kurz erwähnen möchte: Mit der Altersempfehlung ab 12 tue ich mich ein wenig schwer. Für mich hatte dieses Buch nichts von einem Jugendbuch. Ich würde es tatsächlich erst ab 16 empfehlen. Es wird zwar nicht extrem ins Detail gegangen, dennoch sind hier Sachen wie z.B. das Pfählen enthalten oder eben auch Brudermord, um den Thron zu sichern und wenn sich Teil zwei und drei dieser Reihe in gewissen Punkten an die Geschichte halten, dann verspricht es noch brutaler zu werden. 


    Fazit: Defintiv ein Highlight-Buch in diesem Jahr. Ich war von Beginn an drin, es war spannend bis zur letzten Seite und ich mochte die komplexe Dreiecksbeziehung zwischen Lada, Radu und Mehmed. Empfehlenswert für alle, die dazu in der Lage sind, sich von der echten Historie zu lösen und sich auf eine alternative Geschichte rund um das ottomanische Reich und die Walachei im 15. Jahrhundert einlassen können.

  3. Cover des Buches Vlad (ISBN: 9781402253515)
    C. C. Humphreys

    Vlad

     (57)
    Aktuelle Rezension von: RobinBook

    Mit Vampiren habe ich, abgesehen von Roman Polanskis Film "Tanz der Vampire", nichts am Hut, auch Bella und Edward liebten an mir vorbei, aber von C. C. Humphreys war mir bereits ein Buch über eine der Gattinnen des ob seines Frauenverschleißes berühmt-berüchtigten englischen Königs Heinnrich VIII. und Mutter von Elizabeth I., Anne Boleyn, positiv in Erinnerung. Deshalb wollte ich dieses Buch hier ebenfalls lesen. Es erzählt angelehnt an das reale und historisch belegte Leben und die Taten des wahren Vlad Dracula, einstmals Fürst der Walachei, eine fiktive und sehr spannende Geschichte, die mir immerhin 4 Sterne wert ist. 

     

  4. Cover des Buches Vampir-Schrecken (ISBN: 9783404739110)
    Jason Dark

    Vampir-Schrecken

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  5. Cover des Buches Bloody Diamond: Schatten der Ewigkeit (German Edition) (ISBN: B015BDF9LK)
    Jessica Lukas

    Bloody Diamond: Schatten der Ewigkeit (German Edition)

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Ich durfte das Buch im Rahmen einer Leserunde lesen. Mittlerweile gibt es wohl auch schon eine zweite, verbesserte Auflage. Meine Rezession bezieht sich allerdings auf die erste.

    Mich hat das Buch leider nicht richtig fesseln können, was daran lag, dass mir der Hauptcharakter Emily, aus deren Sichtweise auch alles geschrieben wurde, einfach nur unsympathisch war. Sie ist sehr naiv und ihr ständiger Glaube, dass alle gut sind, hat mich gestört. Die Nebengeschichte besteht aus der Liebe zwischen ihr und ihrem Vampitleibwächter Ian und war mir einfach zu schnulzig.
    Trotz allem gabe es auch interessante Charaktere, die das ganze aufgelockert haben und mich trotzdem dazu animierten das Buch zu Ende zu lesen. Teilweise gab es zu abgehackte Sprünge zum nächsten Akt.

    Für ein Debüt ist das Buch dennoch ganz gut gelungen. Man muss eben auch auf Liebesgeschichten und umfassender Beschreibungen der Umgebung stehen.

    Ich wünsche Jessica Lukas noch viel Erfolg auf ihrem weiteren Weg als Autorin.
  6. Cover des Buches Der Historiker (ISBN: 9783833714344)
    Elizabeth Kostova

    Der Historiker

     (9)
    Aktuelle Rezension von: TheSaint
    Die namenlose Erzählerin in diesem Mix aus Vampir-, Schauer- und Abenteuerroman ist eine Büchernärrin. Eines Tages findet sie in der Bibliothek ihres Vaters in Amsterdam ein bis auf eine Seite, die mit dem Bild eines Drachen bedruckt ist, leeres Buch und ein Bündel an Briefen. Als sie ihren Vater zu diesem Buch befragt, erzählt er ihr, wie er sich mit diesem mysteriösen Buch vor Jahrzehnten an seinen Doktorvater - Dr. Bartholomew Rossi - gewandt hatte und dieser ihm von einem ähnlichen Buch, welches er selbst vor zwanzig Jahren entdeckt hatte, berichtete. Damals hätte er mit Nachforschungen zu Vlad III. und dem Dracula-Mythos begonnen, sie dann aber aus Angst abgebrochen. Rossi übergibt Paul seine Unterlagen... und verschwindet kurz darauf spurlos. Blutspuren lassen Paul annehmen, dass Dracula noch lebt...

    Und so entspinnt sich eine opulente Zeitreise über Jahrhunderte und quer durch Europa. Die Familiengeschichte um die Erzählerin und ihrer Eltern entfaltet sich langsam und in Form von Reiseberichten, Tagebüchern, Postkarten und persönlicher Erlebnisse der Protagonisten... Die Erzählebenen spielen zwischen den 30ern und 70ern des letzten Jahrhunderts und finden ihr Ende zu Beginn der 2000er... Akribisch schildert die Autorin eine Schnitzeljagd nach dem wohl berühmtesten Mythos dieser Welt - die den Leser beginnend in Amsterdam und über England in die Türkei, Bulgarien, Rumänien und dem heutigen Slowenien führt.
    Tatsachen und Fiktion vermengen sich an staubigen Schauplätzen wie diverser Bibliotheken, Klöster, Krypten und Ruinen zu einer faszinierenden neuen Betrachtung des Vampirs aller Vampire und seiner Nachkommen.

    Für den bibliophilen und auch an europäischer Geschichte interessierten Leser erscheint die wunderbar durch Maren Eggert (u.a. "Tatort") und noch intensiver durch Bernd Stephan (Synchronsprecher u.a. für John Cleese und Schauspieler) vorgetragene Geschichte auf 8 CD's keineswegs langatmig oder der Stimmung und Spannung abträglich. Für einen Leser, der nun bluttriefende Attacken des Dracula oder Schwülstiges im Stile von Anne Rice & Co erwartet bzw. ein Schnellleser ist - dem mögen die interessanten Exkurse sowie der Erzählmodus in Form von Briefen und Tagebüchern ermattend vorkommen.

    Auf alle Fälle zeigt die Autorin nach 10jähriger Arbeit an diesem Roman dem Vampirroman-Liebhaber und -kenner, der vermeint, schon alles zu Dracula und dem Mythos gelesen zu haben, dass der eine berühmte Schritt zur Seite einen vollkommen neuen Blickwinkel auf diese seit unzähligen Jahrzehnten dokumentierte Figur erschließen kann.
  7. Cover des Buches Vlad: Der erste Seelenfänger (ISBN: B07CHQVSPT)
    Charlotte da Silva

    Vlad: Der erste Seelenfänger

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Calla66

    Das Cover:

    Das Cover ist, ich sag es mal so, etwas gewöhnungsbedürftig, der Ausschnitt eines Männergesichts. Ungefähr eine Gesichtshälfte. Durch das rote Auge wirkt es etwas gruselig und auch der Gesamteindruck des Gesichts bestärkt diesen Eindruck, nicht unbedingt ein sexy Gesicht, aber es macht schon etwas neugierig.

     

    Der Klappentext:

    Was geschieht, wenn die Seele weder Himmel noch Hölle verdient?

    1462: Das Osmanische Reich ist unter Sultan Mehmed II. auf dem Vormarsch.
    Der für seine Grausamkeit bekannte Fürst der Walachei, Vlad Drăculea, stellt sich den Türken mit all seiner Macht entgegen. Doch auch er droht zu scheitern, als ein Verbündeter des Sultans eine Schwachstelle des gefürchteten Herrschers ausnutzt.
    Um die drohende Niederlage abzuwenden, trifft Vlad eine folgenschwere Entscheidung …

    Dieser Roman ist der erste Teil der Seelenfänger-Reihe. Er ist abgeschlossen und kann für sich allein gelesen werden.

    Ein schön kurzer Klappentext, der wirklich wenig verrät und mich deshalb sehr neugierig auf dieses Buch gemacht hat.

    Zum Inhalt:

    Vampirgeschichten begleiten mich schon seit meiner Jugend und gerade Vlad stand da schon oft im Mittelpunkt. Eigentlich hatte ich jetzt so etwas wie den klassischen Vampirroman erwartet. Aber weit gefehlt, dieses Buch ist ganz anders.

    Der Begriff historischer Vampirroman, der auf dem Cover steht, passt. Denn die historischen Ereignisse nehmen ganz viel Platz ein. Ein Großteil des Buches beschäftigt sich mit Vlads Leben bevor er zum Vampir wird. Ja er ist grausam und verlangt von seinen Gefolgsleuten unbedingten Gehorsam.

    Und trotzdem empfindet man Sympathie, kann man seine Gefühle und Handlungen nachvollziehen.

    Über die Wandlung vom Mensch zum Vampir möchte ich jetzt nichts schreiben, nur dass auch hier keins der üblichen Klischees bedient wird. Auch hier kommen ganz neue Elemente ins Spiel. Spannend und sehr gut gemacht. Der Vampir Vlad ist anders als die bisherigen Vampire die ich aus Büchern kenne, er wirkt „menschlich“.

    Es gibt auch eine „Liebesgeschichte“ in diesem Buch, aber auch hier wieder in ganz ungewohnter Weise, Vlad ist nicht der sexy Vampir, der durch seine erotische Ausstrahlung die Frauen dahinschmelzen lässt. Erotik spielt keine Rolle in diesem Buch. Wieder eine völlig andere Ausrichtung als bei den meisten Vampirromanen.

    Die Protagonisten wirken alle sehr authentisch und passen gut in die beschriebene Zeit.

    Der Schreibstil hat mir gut gefallen, flüssig und perfekt auf die Art der Geschichte zugeschnitten.

    Manchmal gibt es zwischen den Kapiteln Zeitsprünge, also z.B „10 Jahre“ später, aber dies stört den Lesefluss überhaupt nicht, ich hatte keine Probleme in der Geschichte zu bleiben.

    Handlungsorte und Personen waren sehr schön und bildhaft beschrieben, wirkten lebensecht und ich hatte das Gefühl alles vor Augen zu haben.

    Einige der „üblichen „ Vampirelemente werden zwar beschrieben, so kann Sonnenlicht gefährlich werden, Vlad mag keinen Knoblauch und auch der Blick in den Spiegel zeigt kein normales Bild. Aber auch hier werden diese Dinge nicht in der gewohnten Weise beschrieben.

    Wie schon erwähnt ist es mehr ein historischer Roman, aber die fantastischen Elemente kommen nicht zu kurz. Es werden sehr interessante Aspekte verarbeitetet.

    Auch das Ende passt perfekt ins Gesamtbild. Es sollen ja wohl noch mindestens 2 weitere Teile folgen und ich bin sehr gespannt darauf, ich werde sie auf jeden Fall lesen. Denn mich hat der Seelenfänger schon gefangen.

    Ich kann allen Lesern die eine Fantasystory abseits des Mainstreams suchen, dieses Buch nur sehr empfehlen. Nicht der übliche „Bad Boy Vampir“ sondern etwas völlig anderes, sehr überraschendes.

    Ein wirklich gutes und lesenswertes Buch, das mir eine völlig neue Sicht auf Vlad „Draculea“ eröffnet hat.

     

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