Bücher mit dem Tag "phänomen"
11 Bücher
- Kerstin Gier
Smaragdgrün
(6.784)Aktuelle Rezension von: anna124Nachdem ich bei Saphirblau einige Probleme hatte, in die Geschichte einzusteigen, war ich tatsächlich etwas zögerlich, mit diesem letzten Teil der Reihe zu beginnen. Allerdings war diese Sorge eigentlich umsonst, denn, warum & wieso auch immer, war dieser Teil wieder angenehmer zu hören.
Das war wirklich ein toller Abschluss mit viel Action, aber wahrscheinlich auch genauso viel Romance. Da verzeihe ich auch einfach mal diese ganze “nach zwei Wochen ist das die große Liebe”-Thematik. Gideon darf das!
Da es meinerseits ein Reread ist, konnten mich einige, aber nicht alle, Plottwists nicht mehr überraschen, dennoch fand ich sie für die ganze Handlung mehr als gelungen.
Das große Highlight dieses letzten Teils ist sicherlich der Epilog und den fand ich wirklich toll! Auch wenn er irgendwie ein offenes Ende hatte????!!
Vielleicht zum Abschluss noch ein Kommentar zu dieser ganzen Neuauflage: *Wie viel* schlussendlich in dieser ganzen Reihe geändert wurde, kann ich nicht beurteilen. Das überlasse ich gerne den Lesenden, die die Bücher im Schlaf aufsagen und da wahrscheinlich einen besseren Vergleich ziehen können.
Kerstin hatte ihre berechtigten Gründe für die Überarbeitung der Bücher und ich denke, viele Autoren würden diese Chance nutzen, wenn man sie ihnen geben würde. Lesenswert bleibt die Reihe allemal und empfehlen kann ich sie auch.
Auch die Hörbuchsprecher haben hier tolle Arbeit geleistet.Vielen Dank an argon hörbuch für die Bereitstellung dieses Audio-Rezensionsexemplars über NetGalley. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.
- Claire Douglas
Girls Night - Nur eine kennt die ganze Wahrheit
(106)Aktuelle Rezension von: melunchainedDer Schreibstil war sehr angenehm und spannend, auch mochte ich von Anfang an den Aufbau und den Wechsel zwischen den Perspektiven. Die Geschichte an sich ist gelungen und schafft es den Leser zu fesseln, allerdings war die Auflösung etwas unbefriedigend. Hat dennoch Lust gemacht mehr von der Autorin zu lesen.
- Christoph Maria Herbst
Ein Traum von einem Schiff
(87)Aktuelle Rezension von: DuffyDas ist ein gutes Beispiel dafür, wie ein Verlag mit einem bekannten Namen ein paar Euros macht. Nehmen wir einfach mal den äußerst talentierten Schauspieler Herbst, der sich ja auch als Humorist einen guten Ruf erspielt hat und lassen den ein Protokoll seiner Traumschiffreise schreiben. Es ist anzunehmen, dass man ihn nicht mit vorgehaltener Waffe zwingen musste, denn man merkt, dass ihm das wohl auch ansatzweise Spaß gemacht hat. Herbst versucht so manches Mal in Bandwurmsätzen viel von seiner Komik auf engstem Raum unterzubringen, doch leider scheitert er, denn er kann es einfach nicht, liest sich zu bemüht und konstruiert, scheitert am Anspruch, so etwas wie einen eigenen Stil zu entwickeln. Er ist eben Schauspieler, ein begnadeter Sprecher (das Hörbuch dürfte sicher interessanter sein) und hat als Komiker einen Status erreicht, den er selbst mit diesem Buch nicht demontieren kann. Da will man ihm gönnerhaft zurufen: "Schuster, bleib' bei Deinem Leisten", doch das wird er selbst herausgefunden haben. Ach ja, der Inhalt: Ein paar Gimmicks auf der Kreuzfahrt, Unwohlsein, bisschen Saufen, bisschen Leute-niedermachen, na, alles was Stromberg besser kann, aber Herbst ist ja nicht Sromberg, gibt sich aber Mühe, ein wenig wie Stromberg zu klingen und ... Ach, das Ganze ist zu belanglos, um sich darüber auszulassen, kurz vor dem Ärgerlichen, aber doch nicht ganz so schlimm und machen wir mal das, was das Beste ist: Decken wir den Mantel des Schweigens darüber. - Wolfgang Hohlbein
Der Widersacher
(134)Aktuelle Rezension von: lucatrkisDie Ausgangssituation von „Der Widersacher“ war wirklich vielversprechend: Ein Mann und ein Mädchen, das er in seinem Wagen mitgenommen hat, stranden in einem verschneiten Wald und stoßen dort zufällig auf ein altes, mystisches Kloster, über dem sich dann auch noch zwei Kampfhubschrauber ein fatales Duell liefern. Ich fand relativ schnell in die Geschichte hinein, nach rund hundert Seiten folgte gleichwohl ein Schnitt, mit dem die Handlung beim Kloster jäh endete; anschließend ging es (klischeemäßig) einige Tage später in einer Klinik weiter.
Wie von Wolfang Hohlbein gewohnt, war das Geschehen sehr detailreich geschildert, was in diesem Fall leider des Öfteren zu langatmigen Stellen führte (die fehlende Unterteilung in Kapitel half dabei auch nicht, wenngleich ich die Illustrationen begrüßte, die das Buch in mehrere Teile – jeweils mit einem Bibelzitat versehen – gliederten). Am meisten gefielen mir stets die Abschnitte aus Brenners Sicht, da einige andere Perspektiven der Geschichte meines Ermessens keine relevanten Zusatzinformationen lieferten beziehungsweise sie nicht vorantrieben.
(SPOILER) Brenners Aufwachen im Krankenhaus, wo er merkwürdigerweise der einzige Patient auf der ganzen Etage zu sein schien, regte bei mir noch Interesse, als der Terrorist Salid aus einem der beiden Helikopter auftauchte und ihn von dort befreite, (SPOILER) begann die Geschichte allerdings zunehmend eine Richtung einzuschlagen, die mir weniger zusagte. Ungefähr ab der Hälfte verlor sie mich schließlich – leider.
Das Trio aus Brenner, Salid und dem Priester Johannes verweilte einfach viel zu lange in dem Motel, in welchem sie Unterschlupf gesucht hatten (beinahe zweihundert Seiten lang), und es folgte eine Unzahl von Kampfszenen voller Maschinenpistolensalven oder spektakulärer Brände sowie surrealistische Beschreibungen, die mal mit Abermillionen von Insekten (der Moment, in dem die kleinen Tierchen einen Hubschrauber vollkommen zerstörten, erinnerte mich im Übrigen an Hohlbeins späteres Werk „Wasp“), mal mit Satan – dem Widersacher – selbst zusammenhingen, während Pater Johannes stetig wiederholte, dass die Apokalypse hereinbreche.
Kurz gesagt war es mir zu viel des Guten, sodass statt Spannung hauptsächlich Ernüchterung in mir hervorgerufen wurde. Denn wenn auf nahezu jeder Seite irgendetwas Sonderbares oder Bedrohliches beschrieben wird, stumpft man als Leser sehr schnell ab. An der Stelle eine ernstgemeinte Frage: Wie oft ist Brenner in diesem Roman eigentlich aus einer Bewusstlosigkeit erwacht? Ich habe nicht mitgezählt, jedoch waren es gewiss mehr als zehn Male.
Das Ende war dann irgendwie genau das, was schon seit mindestens zweihundert Seiten in etwa absehbar gewesen war, ohne allerdings die wesentlichsten Fragen zu beantworten: (SPOILER) Was ist mit den Zombies? Den Killer-Insekten? Ist die Welt nun untergegangen oder nicht? (SPOILER ENDE) Zudem weise ich darauf hin, dass das Buch (obwohl das nicht überraschen dürfte) auf eine religiöse Auflösung hinauslief.
Fazit: „Der Widersacher“ begann interessant, mündete indes bald in zu vielen surrealistischen Beschreibungen, die für mich die Spannung zerstörten. Der Schluss ließ etliche Fragen offen und war noch dazu ziemlich knapp, weshalb ich das Buch trotz der wirklichen schönen Aufmachung in der Weltbild-Edition wahrscheinlich nicht behalten werde. Schade!
Noch eine kleine Anmerkung: Auf Seite 361 steht ein Punkt statt einem Fragezeichen, auf Seite 374 „zuckt“ statt „zuckte“, auf Seite 417 „endeten“ statt „endete“ und auf Seite 461 „sie“ statt „Sie“.
- Stephan Harbort
Killerfrauen
(55)Aktuelle Rezension von: Miss-Tarantulas-Netzwerk🕷 Cover 🕷
Wie für ein Sachbuch üblich ist das Cover eher schlicht gehalten. Rechts oben ist, passenderweise, das Portrait des Autors zu sehen und es sind außerdem zwei Hände bzw. deren Schatten zu erkennen. Die obere Hand scheint ein Messer zu halten. Auch wenn es nicht eindeutig zu erkennen ist, so soll es sich hierbei sicherlich um weibliche Hände handeln. Dies schließe ich aus dem Titel und den Inhalt des Buches. Das Cover ist damit passend zur Thematik gestaltet.- - - - - - - - - - 🕷🕸🕷 - - - - - - - - - -
🕷 Aufbau & Schreibstil 🕷
~ Erzähler Perspektive ~
Kapitel
Das Buch enthält 7 Kapitel (+ Vorwort, Nachwort, Kriminologie der Serienmörderin, Literatur).
Die Kapitel werden nicht mit Zahlen, sondern mit passenden Überschriften eröffnet. Bevor dann mit der sachlichen Erzählung begonnen wird, finden wir noch einige aussagekräftige Textstellen.Atmosphäre
Wie für ein Buch aus der True Crime Szene üblich, ist die Atmosphäre hier sehr sachlich und dennoch durch die Ereignisse auch ergreifend.Schreibstil
Gewöhnlich sachlich und fundiert.
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🕷 Mein Fazit & Bewertung 🕷
Stephan Harbort.
Nicht mein erstes Buch von diesem großartigen Autor und sicherlich auch nicht mein letztes.
Wie üblich geht der Autor bei der Analyse der Täterinnen und dem damit verbundenen Tathergang äußert genau und nach einem zeitlichen Ablauf vor. Dadurch erfahren wir sowohl etwas über die Vergangenheit der Täterinnen, als auch über deren Gegenwart und das abschließende Urteil vor Gericht. Außerdem wird auch deren Psyche genaustens durchleuchtet. Studien untermauern seine Aussagen. Wenn Fachbegriffe aufkommen, werden diese vom Autor selbstverständlich erläutert. Abschließen bleibt keine Frage mehr offen.Das Buch zeigt den Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Tätern auf. Ja, hierbei gibt es tatsächlich einige Unterschiede. Auch wenn es selbstverständlich erschreckend ist, so ist es dennoch auch sehr interessant, wenn man einmal tief in die Psyche einer Täterin vordringen kann.
Aus Respekt vor Opfer, Hinterbliebenen, Ermittlern und Autor gebe ich, wie immer, eine Bewertung von 5 von 5.
- Elizabeth Gilbert
Das Ja-Wort
(29)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerDie Geschichte von Elizabeth und Felipe, bekannt aus EAT, PRAY, LOVE, geht weiter. Da Felipe nicht mehr in die USA einreisen darf, sind die beiden nun gezwungen zu heiraten. Was sich zunächst romantisch anhört ist für die beiden, nach erster Ehe und schmerzhafter Scheidung, eine Entscheidung die wohl überdacht werden muss.
Nachdem ich EAT, PRAY, LOVE gelesen hatte bin ich zugegebener Massen ein bisschen auf dieses Buch herein gefallen. Ich dachte Gilbert hat hier wieder eine lustige, inspirierende Autobiografie geschrieben, darüber wie es mit ihr und Felipe weiter geht. Doch dieses Buch ist ein Sachbuch über die Ehe. Wer sich dafür interessiert findet hier viele Infos zur Geschichte der Ehe und deren Bedeutung für die westliche und andere Kulturen. Ich persönlich habe nicht vor in nächster Zeit zu heiraten und so langweilte mich das Buch eher ein bisschen, besonders im Kontrast zu EAT, PRAY, LOVE.
Ich mag Elizabeth und Felipe, das war schon in EAT, PRAY, LOVE so. Allzu präsent sind die beiden in diesem Band allerdings nicht, denn es wird viel über Sachinhalte geredet und weniger über persönliche Erlebnisse. Wenn Elizabeth dann doch mal wieder aus dem Nähkästchen, bzw. Reiseköfferchen, plaudert wird der Leser daran erinnert, was für ein großzügiger und höflicher Mann Felipe ist, wie viel Humor und Abenteuerlust Elizabeth hat und das gibt einem das Gefühl doch das richtige Buch zur Hand genommen zu haben. Zu allem Überfluss macht man an der Seite der beiden auch noch Bekanntschaft mit allerlei faszinierenden Menschen aus den verschiedensten Kulturen.
Warum man, wenn man nicht in die USA einreisen darf, seine Zeit nun ausgerechnet in Laos verbringen muss – darüber lässt sich streiten. Elizabeth und Felipe hat es Asien zumindest angetan und so gibt es in diesem Buch von ihr auch wieder die exotischsten Schauplätze. Bei mir lösten diese zwar oft den Gedanken “da will ich nicht hinreisen” aus, aber die gute Absicht zählt.
Elizabeth Gilberts lockerer Stil hat Charme, so viel ist klar. Sie schreibt mit Witz und Ehrlichkeit über sich selbst und schafft es die Sachinhalte nahtlos mit den autobiografischen Anteilen zu verbinden.
Wer in diesem Buch eine Fortsetzung von EAT, PRAY, LOVE erwartet liegt leider daneben. Dafür bietet COMMITED ein gut recherchiertes und nicht zu trockenes Sachbuch für jeden, der schon immer mal mehr über die Ehe erfahren wollte.
- Susie Orbach
Bodies
(2)Aktuelle Rezension von: WortmagieSusie Orbach ist eine Koryphäe auf dem Gebiet der Psychoanalyse und der Psychotherapie. Als Expertin für Essstörungen und das enge Verhältnis von Körper und Selbstwertgefühl führt sie seit Jahrzehnten eine Praxis in London, gründete 1976 das „Women’s Therapy Centre“, veröffentlichte mehrere Bücher (darunter der Bestseller „Anti-Diät-Buch“) und behandelte Prinzessin Diana wegen ihrer Bulimie. Sie ist eine engagierte Feministin, die unermüdlich die Prozesse unserer Gesellschaft demaskiert, die unser Körpergefühl zielgerichtet unterminieren, Unsicherheiten bewusst provozieren, aus selbigen profitieren und uns in einen Krieg gegen den eigenen Körper treiben. Sie trug entscheidend zur feministischen Debatte bei, in der das Empfinden von Körperlichkeit heute mehr denn je als essenzieller Faktor für die Entwicklung einer gesunden Persönlichkeit angesehen wird.
Absurd unrealistische Schönheitsideale vom klassischen Sixpack bis zur berüchtigten „Thigh Gap“, Essstörungen, Body-Shaming, Fat-Shaming und die vollkommene Fixierung auf oberflächliche Äußerlichkeiten sind längst keine Ammenmärchen des feministischen Untergrunds mehr. Diese und viele weitere körperbezogene Phänomene sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Sie sind bekannt. Wir sind entsetzt, lesen wir vom Selbstmord eines jungen Mädchens, die von den diskriminierenden Facebook-Kommentaren ihrer Mitschüler_innen bezüglich der Breite ihrer Hüften in den Tod getrieben wurde. Wir schütteln den Kopf, sehen das soziale Netzwerk in der Pflicht, verlangen, dass diese Kommentare strenger kontrolliert werden. Wir regen uns auf – und rennen dann ins Fitnessstudio, um zur „bestmöglichsten Version unserer selbst“ zu werden. Wir treiben Sport bis zur Erschöpfung, wir halten Diät, wir verzichten, nehmen Appetitzügler, kaufen formende Unterwäsche, die unsere Organe einquetscht, verlassen uns auf überteuerte, fragwürdige Pharmazie und Kosmetikartikel und glauben der Industrie jede noch so paradoxe Lüge. Hilft das alles nicht, tritt die Schönheitschirurgie auf den Plan. Schönheit, die theoretisch im Auge des Betrachters liegen sollte, ist ein globales Milliarden-Geschäft.
In „Bodies: Schlachtfelder der Schönheit“ untersucht Susie Orbach die Auswirkungen des weltweiten Schönheitswahns und postuliert eine Theorie, inwiefern das zwanghafte Streben nach dem perfekten Körper ihrer Meinung nach ein gestörtes, ungesundes Körpergefühl verursacht. Anhand verschiedener Fallbeispiele und Studienergebnisse zeigt sie die extremen Spielarten des modernen Körperkults, analysiert entwicklungspsychologische Faktoren und hinterfragt Einflüsse und Verantwortlichkeit von Schönheitschirurgie, Werbe-, Diät- und Pharmaindustrie. Sie nennt das Problem mutig beim Namen: Körperhass. Die totale Ablehnung des eigenen, physischen Ichs, dessen Individualität nicht als Stärke, sondern als Makel angesehen wird, den es in aller Konsequenz auszumerzen gilt. Der Körper als Dauerbaustelle.
Ich fand „Bodies“ definitiv sehr interessant. Dieses Sachbuch zwingt die Leser_innen nahezu, sich selbst zu hinterfragen und das Verhältnis zum eigenen Körper auf den Prüfstand zu stellen. Ich konnte nicht verhindern, mich zu fragen, warum ich eigentlich Joggen gehe, obwohl mir das Laufen an sich keinen Spaß macht, wieso ich esse, ohne Hunger zu haben und inwieweit mein Blick in den Spiegel von gesellschaftlichen ästhetischen Idealvorstellungen getrübt ist. Wessen Gedanken treiben mich an? Meine eigenen? Oder sind es die Ideen profitorientierter Wirtschaftsunternehmen? Bin ich fähig, mich selbst so zu akzeptieren, wie ich bin? Lebe ich in Frieden mit und in meinem Körper? Bin ich in der Lage, mich selbst „schön“ zu finden? Diese Fragen sind zweifellos unangenehm. Ich kann mir vorstellen, dass es Leser_innen gibt, die Susie Orbachs Ausführungen als Angriff werten und sich in die Defensive gedrängt fühlen, weil sie soziokulturelle Prozesse kritisiert, die uns alle betreffen. Mit dem rasanten Fortschreiten von Globalisierung und Digitalisierung wird es immer schwieriger, sich dem Einfluss einer ganzen Armee von Industriezweigen, die uns vorbeten, wie wir auszusehen und unseren Körper zu behandeln haben, zu entziehen. Treibe Sport, verzichte auf Kohlenhydrate, lass deine Nase richten – tu etwas für dich, denn du trägst die Verantwortung für dein Projekt „Körper“.
Laut Orbach werden wir pro Woche schätzungsweise zwischen 2000 und 5000 Mal mit Bildern digital manipulierter, retuschierter Körper konfrontiert. Ich finde das enorm viel und darüber hinaus empörend. Bis zu 5000 Mal wird mir also vor Augen gehalten, wie ich nicht aussehe, niemals aussehen werde und auch gar nicht aussehen kann. Menschen, die sich ausschließlich für mein Geld interessieren, belästigen mich mit unrealistischen Illusionen, die mir ein schlechtes Gewissen einreden sollen. Unsicherheit wird zielgerichtet in meinen Kopf verpflanzt. Das ist unverschämt. Das Schlimme daran ist, dass ich, obwohl ich für diese systematische Manipulation bereits sensibilisiert bin, mich immer wieder bewusst daran erinnern muss, dass ich nicht „falsch“ oder unzureichend bin, nur weil ich nicht einem willkürlich gesetzten Ideal entspreche. Selbstliebe ist harte Arbeit.
Orbach sieht jedoch nicht nur äußere Einflüsse als entscheidende Faktoren hinsichtlich der Ausbildung eines gestörten Körpergefühls. „Bodies“ ist kein gift- und gallespuckender, hysterischer Feldzug gegen die Industrie, obwohl die Autorin die Ausbeutung des Körpers und das Verschwinden der Körpervielfalt selbstverständlich anprangert. Sie beleuchtet verschiedene, teilweise interagierende Ursachen und beruft sich auf Studien, die nahelegen, dass das Empfinden von Körperlichkeit bereits im frühesten Kindesalter determiniert wird und maßgeblich von der physischen Interaktion mit den Eltern abhängt. Babys, die eine Form von Vernachlässigung ihrer psychischen Bedürfnisse erleben – werden sie beispielsweise nicht getröstet, wenn sie weinen – modifizieren ihre eigene Psyche und die damit verbundenen Neuralbahnen, um zu gefallen, weil sie annehmen (soweit man in diesem Entwicklungsstadium davon sprechen kann), dass mit ihnen etwas nicht stimmt. Sie stellen die Aspekte ihres Ichs in den Vordergrund, die positive Resonanz erhalten, um ihr Bestreben nach Anerkennung zu befriedigen, während andere Aspekte unterentwickelt bleiben. Ist diese psychische, neurale Struktur erst einmal gefestigt, kann sie sich bis ins Erwachsenenalter fortsetzen, wodurch sich ein fragiles Körpergefühl einstellen kann, da allem misstraut wird, das aus der betreffenden Person selbst kommt.
Ich habe meine Eltern gefragt: soweit sie sich erinnern, haben sie mich als Baby nie schreien lassen.Die Psychotherapeutin berichtet von einer Patientin, die seit ihrer Jugend an wiederkehrender Bulimie litt. Im Laufe der Behandlung stellte sich heraus, dass besagte Patientin nie viel von ihrer Mutter berührt worden war, stattdessen jedoch Gefühle von Trauer, Entsetzen, Schmerz, Scham, Angst und Unsicherheit übermittelt bekam. Sie lebte in einem „falschen“ Körper, in dem sie sich nie ganz wohlfühlte, weil ihre Mutter die Ausbildung ihres „wahren“ Körpers beschnitten hatte.
Dieser Fall ist ein hervorragendes Beispiel dafür, warum „Bodies“ von mir trotz seines höchst informativen Charakters lediglich 4 Sterne erhält. Die Schilderung von Orbachs Beziehung und Interaktion mit dieser Patientin empfand ich als schwer nachvollziehbar, ja beinahe esoterisch. Nun möchte ich ihre Erlebnisse als Therapeutin selbstverständlich nicht in Frage stellen, aber die intensive Bindung zwischen ihnen, in der Orbach die unterschwelligen, unbewussten Gefühle ihrer Patientin, die ihr von ihrer Mutter vermittelt worden waren, körperlich wahrnahm, ist zweifellos schwer zu glauben.Darüber hinaus war mir nicht immer klar, wo genau Susie Orbach die Grenze zwischen Psyche und Körper zieht. Mir erscheint der Übergang fließend und ich könnte nicht determinieren, wann sich ein gestörtes Körpergefühl tatsächlich aus einer gestörten Beziehung zum eigenen Körper speist und wann es Ausdruck eines psychischen Traumas ist. Ich habe ihre Ausführung nicht völlig verstanden, weil sie sich teilweise abstrakt ausdrückt und oft weit ausholt, um einen bestimmten Punkt zu erörtern. Ich bin nicht sicher, ob sie überhaupt einen Unterschied zwischen psychischer und physischer Existenz sieht oder ob diese ihrer Meinung nach nicht zu trennen sind.
Nichtsdestotrotz stimme ich ihrer These, dass sich die moderne Auffassung vom Thema Körperlichkeit ändern muss, uneingeschränkt zu. Der Druck, einem bestimmten Ideal entsprechen zu müssen, ist unkontrolliert mutiert und bringt uns in eine Lage, in der wir oft kein Maß mehr finden. Wir sind verunsichert und haben verlernt, die Signale unserer Körper zu deuten. Das Bestreben, äußerlich perfekt zu sein, stürzt uns in ein tiefes psychisches Ungleichgewicht, das uns veranlasst, unsere Körper hyperkritisch zu beurteilen. Wir wollen jede noch so kleine Körperfunktion kontrollieren und können das reine Erleben nicht mehr genießen.
Öffentliche Körper-Toleranz ist maximal ein erster Schritt; eine wahrhafte Veränderung kann nur dann ihr Potential entfalten, wenn sie an den Stellen greift, die von unserem instabilen Verhältnis zum Körper profitieren: in der Industrie. Leider habe ich keine Hoffnungen, dass die entsprechenden Industriezweige für das Allgemeinwohl auf haufenweise Geld verzichten. Was bleibt also übrig? Ich denke, die einzige Waffe gegen den Einfluss des globalen Schönheitswahns ist der eigene Geist. Wir müssen bewusst entscheiden, uns so zu akzeptieren, wie wir sind und die Manipulationsversuche zu ignorieren. Damit möchte ich nicht sagen, dass niemand mehr Sport treiben oder eine Schönheitsoperation vornehmen lassen sollte, aber ich halte es für wichtig, eine ganz individuelle Balance zu finden, statt sich in einen Krieg gegen den eigenen Körper drängen zu lassen.
Ich habe durch „Bodies: Schlachtfelder der Schönheit“ sehr viel gelernt und ich bin dankbar, dass Menschen wie Susie Orbach versuchen, unser Bewusstsein für den gesellschaftlichen Umgang mit Körperlichkeit zu schärfen. Ich schätze ihre Arbeit sehr und kann dieses Sachbuch guten Gewissens empfehlen.
Abschließend möchte ich nur noch eines sagen: überprüft eure Gedanken, während ihr den Spiegel blickt. Tötet die fiese Stimme, die euch zuflüstert, dass ihr nicht genügt, dass ihr zu dick, zu krumm, zu hässlich seid. Sie lügt. - Erich von Däniken
Neue Erkenntnisse
(5)Aktuelle Rezension von: Dirk1974Seit langem ist Erich von Däniken davon überzeugt, dass außerirdische Wesen die Erde vor sehr langer Zeit besucht haben. In seinem Buch "Neue Erkenntnisse" widmet er sich mehreren Themen. Auf der ganzen Welt tauchen immer wieder merkwürdige Schädel auf. Diese sind im Gegensatz zum menschlichen Schädel sehr in die Länge gezogen. Handelt es sich hierbei um Anomalien bzw. Gendefekte? Wie passen die Figuren und Zeichnungen aus der Antike dazu, in denen die Götter mit hoher Stirn dargestellt werden?
Im zweiten Kapitel geht es um die Pyramiden. Diese gigantischen Bauwerke wurden inzwischen schon zigfach untersucht, doch das zuständige ägyptische Ministerium hält sich weiterhin sehr bedeckt. Haben sie kein Interesse an ihrer eigenen Geschichte oder wollen sie etwas verbergen, was ihnen bereits bekannt ist?
Im dritten Kapitel geht es hinaus ins Weltall. Wer sich mit unserem Sonnensystem beschäftigt hat, wird wissen, dass es zwischen Mars und Jupiter einen Gürtel gibt. Wo kommt diese riesige Ansammlung von Gesteinsbrocken her? Ist hier womöglich ein Planet explodiert und hat diese Explosion die Sintflut auf der Erde ausgelöst?
Im vierten Kapitel stellt der Autor uns Skelette mit Wesen vor, die nur drei Finger und drei Zehen haben? Handelt es sich um Fälschungen oder um eine unbekannte Spezies?
Erich von Däniken hat wieder viel recherchiert und zeigt interessante Analysen auf. Um Kritikern vorzubeugen gibt es ein ausführliches Quellenverzeichnis.
Das Buch liest sich gut und enthält auch zahlreiche Fotos. Die besprochenen Themen sind interessant und regen zum Nachdenken an. Für mich war es eine spannende Lektüre und ich vergebe daher 5 Sterne.
- Oliver Susami
S3: Spuk in der Bibliothek: Eine Annäherung an das Unheimliche
(65)Aktuelle Rezension von: Susi180Anfang Februar 2008 erzählte mir eine Mitstudentin, ihr sei im Untergeschoss der Universitätsbibliothek, im Buchbereich S3, etwas Unheimliches passiert. Schon zuvor hatte ich von unerklärlichen Ereignissen in diesem Bereich gehört. Ich entschloss mich, eine Art „Untersuchung“ zu S3 zu machen. Ich wollte herausfinden, was es mit diesem Bereich auf sich hat.
Der Autor:
Oliver Susami wurde 1978 in Lahr/Schwarzwald geboren und lebt seit 2008 in Köln. Oktober 2012 erschien "S3, Spuk in der Bibliothek". www.oliversusami.de
Meine Meinung:
Dieses Buch lag so unfassbar lange bei mir ungelesen. Warum? Keine Ahnung.
Es geht um den Spuk in einer Bibliothek. Den Bereich S3. Er ist dunkel, und die meiste Zeit verlassen. Nur wenige trauen sich dort hin. Was das Buch so authentisch macht, es ist ein echter Zeitzeugenbericht. Echte Erfahrungen und Erlebnisse. Das Buch ist zum größten Teil als Interview geschrieben. Wir lernen unterschiedliche Personen kennen und ihre Geschichten. Ansonsten spricht uns der Autor in seinem Text immer persönlich an. Das macht es so echt.
Am Anfang in dem Buch gibt es einen Grundriss des Bereiches in der Bibliothek. Man kann also gut nachvollziehen wie es dort aussieht und wie der Raum aufgeteilt ist. Auch das Coverbild hat eine bestimmte Bedeutung die wir beim lesen erfahren. Es ist ein echtes Bild aus dem Bereich S3.
Die Sprache hier ist sehr einfach und ungefiltert. Bei den Interviews werden Pausen gemacht und auch immer wieder „ähm und äh“ genannt. Das muss man mögen, macht es für mich aber noch authentischer. Das Buch ist stellenweise wirklich unheimlich und gruselig. Wir und der Autor stellen uns die Frage nach dem Übersinnlichen. Was passiert da? Was hat es damit auf sich? Wer oder was könnte es sein? Eine Auflösung gibt es am Ende, zu diesen Fragen, allerdings nicht.
Also ich hatte beim lesen, besonders ab der Hälfte des Buches, echt Beklemmungen. Das ist so echt und real geschildert das man die Panik und die Angst förmlich spürt. Ein wirklich unheimliches Buch, trotz der Kürze. Ich lese viel Horror und muss wirklich sagen, kaum ein Buch hat mich so gegruselt.
Ein Buch was im Kopf bleibt. Ihr werdet mit Licht schlafen. Klare Empfehlung.
- Chris Carter
Akte X, Der Film
(17)Aktuelle Rezension von: june_londonInhalt: Die FBI-Agenten Dana Scully und Fox Mulder sind Zeugen eines Bombenanschlags, der aber nur die Spitze eines Eisbergs zu sein scheint. Sie stoßen auf eine tiefgreifende und uralte Verschwörung, die sie beide nicht nur ihren Job sondern auch ihr Leben kosten könnte.
Eindruck: Ich habe erst vor ein paar Wochen die Serie "Akte X" für mich entdeckt. Deshalb war ich sehr neugierig auf das Buch zum ersten Kinofilm der Serie. (Den Film habe ich noch nicht gesehen.) Ich wurde leider etwas enttäuscht, da ich mir eher mal einen neuen/anderen Ansatz gewünscht hatte. Das Buch liest sich für mich einfach wie eine weitere Episode der Serie, ohne durch einen besonderen Plot oder neuartige Phänomene/ Wesen etc. herauszustechen.
Zudem ist es sehr flach geschrieben. Es ist mir am Anfang schwer gefallen, mich daran zu gewöhnen. Ich hatte das Gefühl, dass tatsächlich nur die Dialoge des Films und die Handlungen der Charaktere beschrieben wurden. Es wirkte sehr abgekürzt und reduziert - wie ein Drehbuch in Fließtextform.
Auch wenn ich selbst etwas enttäuscht bin, empfehle ich das Buch allen, die eher wenig und ungern lesen, aber große Fans dieser oder ähnlicher Serien sind. Bei nur 160 Seiten hat man sogar als Lesemuffel das Buch schnell gelesen und wurde ganz gut unterhalten.
- Tom Soter
Investigating Couples: A Critical Analysis of the Thin Man, the Avengers, and the X-Files
(2)Aktuelle Rezension von: Monika_GraslIch muss sagen, ich stieß zufällig über das Buch und das hier auf Lovelybooks. Die Rezension dazu machte mich neugierig und so besorgte ich mir das Werk und begann zu lesen. Es ist ein sehr interassanter Aufbau.
Eine Grundvoraussetzung für das Buch ist natürlich, dass man der Englischen Sprache leicht folgen kann, sonst ist es sicherlich anstrengend dem Inhalt zu folgen.
Jedenfalls geht es in diesem Werk vor allem um den Fokus zwischen MAnn und Frau und dem Rollenverständnis in den betreffenden Filmen.
Die 239 Seiten verfliegen beinahe wie im Flug und das Cover besticht durch den Charme der 30er und 60er Jahre. Das macht es schon wieder zu etwas besonderem, was man gerne im Regal stehen hat und sich somit auch für die Liebhaber der Filme eignet, um an Hintergrundwissen einen größern Umfang zu erlangen.
Fazit: Ein tolles Werk, mit interessanten Informationen, die einem so vielleicht nicht unbedingt geläufig sind oder waren. In jedem Fall für die Fans der Filme ein muss im Bücherregal.
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