Bücher mit dem Tag "phantastik"

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152 Bücher

  1. Cover des Buches Die Flüsse von London (ISBN: 9783944668475)
    Ben Aaronovitch

    Die Flüsse von London

    (1.938)
    Aktuelle Rezension von: Nicole_Thoene

    Magie im Nebel, Mord im Kopfsteinpflaster

    Mit Die Flüsse von London entführt Ben Aaronovitch seine Leser in ein London, das gleichzeitig vertraut und völlig fremd wirkt – ein Ort, an dem Polizeiarbeit auf Flussgötter trifft und Tatorte von Geistern kommentiert werden.

    🕵️‍♂️ Ein Ermittler zwischen zwei Welten
    Peter Grant ist kein klassischer Held. Er stolpert eher in die Magie hinein, als dass er sie bewusst sucht – und genau das macht ihn greifbar. Während andere Urban-Fantasy-Protagonisten oft sofort glänzen, wirkt Peter angenehm menschlich: neugierig, manchmal überfordert, gelegentlich etwas zu locker für die Lage. Seine Ausbildung bei Nightingale fühlt sich weniger wie ein epischer Aufstieg an, sondern eher wie ein improvisierter Drahtseilakt zwischen Polizeiarbeit und Zauberei.

    🌫️ London als lebendiger Zauberraum
    Die wahre Stärke des Romans ist nicht nur die Handlung, sondern die Atmosphäre. London wird hier nicht bloß beschrieben – es atmet. Die Themse bekommt Persönlichkeit, Nebenflüsse werden zu Figuren mit Egos und Konflikten, und plötzlich wirkt die Stadt wie ein riesiges, leicht launisches Wesen. Man liest nicht nur über London, man bewegt sich durch seine verborgenen Schichten.

    ⚖️ Zwischen Zauber und Zähfluss
    Doch so originell die Idee ist, so ungleichmäßig ist ihre Umsetzung. Die Ermittlungen verlieren zwischendurch an Zugkraft, als würde der Roman selbst kurz vergessen, ob er Krimi oder Fantasy sein will. Einige Figuren bleiben eher Skizzen als echte Persönlichkeiten – man erkennt ihr Potenzial, aber es wird nicht ganz ausgeschöpft. Und dann, wenn man sich gerade eingerichtet hat, zieht das Tempo plötzlich an und endet fast zu schnell.

    🎭 Ein Auftakt mit Ecken und Charme
    Das Buch fühlt sich an wie ein erster Zauberspruch: noch nicht perfekt, hier und da holprig – aber voller Verheißung. Die Mischung aus trockenem Humor, magischem Chaos und klassischer Ermittlungsarbeit funktioniert oft genug, um neugierig zu machen.

    🔮 Fazit
    Kein makelloser Start, aber ein faszinierender. Wer bereit ist, kleine Längen zu verzeihen, bekommt eine ungewöhnliche, atmosphärisch dichte Geschichte. Und wie bei jeder guten Reihe gilt: Der erste Band öffnet die Tür – aber was dahinter liegt, könnte noch spannender werden.

  2. Cover des Buches Dune – Der Wüstenplanet (ISBN: 9783453323131)
    Frank Herbert

    Dune – Der Wüstenplanet

    (593)
    Aktuelle Rezension von: Neuni

    Die Zukunft kommt in Herberts viel gelobten Sciencefiction Roman Dune recht mittelalterlich daher, Religion und Magie sind wichtiger als Wissenschaft und Technik, Gefühl ist entscheidender als Vernunft. Erzählt wird eine Geschichte von Machtkämpfen, Intrigen, Loyalität und familiären Bedingen in einer interplanetarischen feudalen Gesellschaft. Die Lektüre ist unterhaltsam und spannend , stilistische und konzeptionell ist der Roman allerdings recht bieder, Sciencefiction Autoren wie Vonnegut, Gibson oder Lem stehen mehr literarische Mittel zur Verfugung.

  3. Cover des Buches Schöne neue Welt (ISBN: 9783957285782)
    Aldous Huxley

    Schöne neue Welt

    (1.214)
    Aktuelle Rezension von: HenriLMatos

    Brave New World ist erschreckender als 1984, weil niemand zwingt. Die Menschen wählen ihre eigene Konditionierung, weil sie sich dabei gut fühlen. Huxley beschreibt eine Gesellschaft, in der Identität von Geburt an zugewiesen wird und niemand protestiert, weil der Protest selbst weggezüchtet wurde. Die Frage, die das Buch stellt und nie beantwortet: Was ist Freiheit wert, wenn man gelernt hat, sie nicht zu vermissen?

  4. Cover des Buches Die Spiegelreisende 1 - Die Verlobten des Winters (ISBN: 9783458364863)
    Christelle Dabos

    Die Spiegelreisende 1 - Die Verlobten des Winters

    (739)
    Aktuelle Rezension von: Sara1

    Die beschriebene Welt ist ein tollen Konzept. Die Hauptfigur Ophelia lernt man im Laufe des Buches immer besser kennen und auch lieben. Sie wird wie der Leser auch in die neue Welt den Pol  geworfen und muss sich darin zurecht finden. Die Handlung nimmt nach der Hälfte immer mehr Fahrt auf und es kommt zu Wendungen mit welchen man nicht rechnet. Insgesamt ist das Buch toll geschrieben und man kann es nicht weglegen wenn man mit dem lesen begonnen hat. 

  5. Cover des Buches Momo (ISBN: 9783522202992)
    Michael Ende

    Momo

    (2.415)
    Aktuelle Rezension von: PrettyDark

    Momo, ein kleines struppiges Mädchen, lebt am Rande einer Großstadt in den Ruinen eines Amphitheaters. Sie besitzt nichts als das, was sie findet oder was man ihr schenkt, und eine außergewöhnliche Gabe: Sie hört Menschen zu und schenkt ihnen Zeit. Doch eines Tages rückt das gespenstische Heer der grauen Herren in die Stadt ein. Sie haben es auf die kostbare Lebenszeit der Menschen abgesehen und Momo ist die Einzige, die der dunklen Macht der Zeitdiebe noch Einhalt gebieten kann…

    Ein kleines Mädchen lebt allein in den Ruinen eines Amphitheaters am Rand einer Stadt. Momo besitzt fast nichts außer einer besonderen Fähigkeit. Sie hört Menschen wirklich zu. Doch als die geheimnisvollen grauen Herren auftauchen, verändert sich alles. Sie wollen die Menschen dazu bringen, ihre Zeit zu „sparen“, nur um sie heimlich zu stehlen. Während die Welt immer hektischer und kälter wird, scheint nur Momo zu erkennen, dass hier etwas gewaltig schiefläuft. Also macht sich ausgerechnet dieses barfüßige Kind daran, den Zeitdieben die Stirn zu bieten.

    ✨ fantasievolle Grundidee über gestohlene Lebenszeit

    ✨ ungewöhnliche Heldin mit der Gabe zuzuhören

    ✨ märchenhafte Welt mit skurrilen Figuren (inklusive der kommunizierenden Schildkröte Cassiopeia)

    ✨ starker moralischer Anspruch an Gesellschaft und Lebensstil

    ✨ sehr langsames Tempo und viel moralischer Unterton

    Die Idee hinter dem Buch ist eigentlich großartig. Zeit als kostbarstes Gut und eine unsichtbare Macht, die sie den Menschen stiehlt. Besonders Figuren wie die rätselhafte Schildkröte Cassiopeia sorgen für charmante Momente. 

    Leider bleibt es bei der Idee. Statt einer scharfen Gesellschaftskritik bekommt man eine ziemlich lange Moralpredigt darüber, dass Menschen einfach achtsamer leben sollten. Dass viele Menschen jedoch so viel arbeiten müssen (!!), um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, wird dabei ignoriert, gehört aber zur Wahrheit über die Realität dazu. Ich wache auch nicht morgens auf und freue mich auf einen Arbeitstag voller nerviger Mails und Excel-Tabellen, sondern lieber zu Hause bleiben und lesen.

    Die Botschaft des Buches wirkt durch dieses fehlende Detail der Realität von Erwachsenen dadurch weniger wie Systemkritik und mehr wie eine Predigt darüber, dass Menschen einfach die „falsche Einstellung“ zu ihrem Leben haben. Dies suggeriert, dass man eine Wahl hätte… Aber was ist die Alternative? Hier ist der Autor leider unkonkret und ohne realistischen Lösungsansatz.

    Was bleibt, ist ein gut gemeinter Lebensratgeber (getarnt als modernes Märchen) aus Michael Endes sehr privilegierter Autorenperspektive mit freier Verfügung über die eigene Lebenszeit. Und das alles im Tempo einer sehr entspannten Schildkröte…

    Momo von Michael Ende hat eine großartige Grundidee, aber für mich war die Geschichte allgemein leider zu langsam, zu predigend und überraschend harmlos für ein Buch, das oft als große Gesellschaftskritik gefeiert wird.

  6. Cover des Buches Doctor Sleep (ISBN: 9783453440920)
    Stephen King

    Doctor Sleep

    (581)
    Aktuelle Rezension von: Keyofbooks

    In diesem Roman erfährt man endlich, wie es dem kleinen Jungen nach der Katastrophe im Hotel Overlook ergangen ist. Und leider hat er den Schicksal seines Vaters wiederholt. Aber im Vergleich zu Jack, waren in Dan's Nähe Menschen, die ihm geholfen haben. Nun kommt er endlich mit seinem Shining klar und kann es sogar zur Gute nutzen. Ein toller Abschluss für die Geschichte von Overlook.

  7. Cover des Buches Der Ozean am Ende der Straße (ISBN: 9783847900719)
    Neil Gaiman

    Der Ozean am Ende der Straße

    (516)
    Aktuelle Rezension von: wolfgirl07

    Am Anfang war ich ein bisschen verwirrt, weil ich nicht alles sofort verstanden habe. Es gab viele Fragen in meinem Kopf, und ich wusste nicht genau, was eigentlich los ist. Aber je weiter ich gelesen habe, desto mehr hat sich alles erklärt, und dann wurde die Geschichte richtig gut!

    Besonders toll fand ich, wie geheimnisvoll alles war. Die Familie Hempstock fand ich am spannendsten, weil sie irgendwie magisch wirkt. Ihr Teich ist auch nicht einfach nur ein Teich, sondern fühlt sich an wie etwas viel Größeres.

    Manchmal war die Geschichte auch ein bisschen gruselig, aber auf eine gute Art, sodass ich unbedingt weiterlesen wollte. Es gab viele Gefühle, wie Angst, Mut und Freundschaft.

    Ich glaube, das Buch ist perfekt für alle, die gern spannende und ein bisschen verrückte Geschichten mögen. Mir hat es am Ende richtig gut gefallen!

  8. Cover des Buches Dunkelsprung (ISBN: 9783442485420)
    Leonie Swann

    Dunkelsprung

    (208)
    Aktuelle Rezension von: Sato

    Julius Birdwell, Spross einer Einbrecherdynastie, ist ein begnadeter Goldschmied und der beste Flohzirkusdirektor Londons - nein des ganzen Landes!

    Der Verlust seiner Flöhe stürzt ihn in eine tiefe Krise und ist der Beginn eines großen Abenteuers, denn plötzlich ist die Welt um ihn herum bevölkert von Fabelwesen und ziemlich skurrilen Gestalten. Für die "Widerauferstehung" seiner geliebten Flöhe muss Julius eine gefangene Nixe befreien, unterstützt von Elizabeth Thorn - welche Hörner trägt und dem etwas wundersamen Detektiv Mr. Green will er den unheimlichen Magier Fawkes finden, der viele der fantastischen Kreaturen gefangen hält. Doch zunächst führt sie ihr Weg quer durch England um letztendlich in London in einem großen Showdown zu enden.

    Eine wirklich sehr schräge Geschichte voller faszinierender Protagonisten, toll geschrieben mit Humor und Wortwitz gespickt - man muss sich einfach darauf einlassen, dann kann man sich in dieser Parallelwelt treiben lassen und viel Spaß haben.

  9. Cover des Buches Mary Shelley, Frankenstein. Ein Schauerroman (ISBN: 9783730613108)
    Mary Shelley

    Mary Shelley, Frankenstein. Ein Schauerroman

    (633)
    Aktuelle Rezension von: die_gluecksfee

    Victor hat eine Idee: er möchte eine Kreatur aus Leichenteilen schaffen und aus Tod wieder Leben erschaffen. Dieses Buch erzählt das Leben von Victor, wie er aufwuchs, wie Bildung sein Leben prägte, und wie eine grössenwahnsinnige Idee zum Verhängnis wird und ihm schlussendlich sein Leben zerstört.

    Der Einstieg in die Handlung ist originell: Eine Briefsammlung, die Walton an seine Schwester verfasst hat. Darin schildert er, wie er Victor kennengelernt hat und wie dieser ihm seine Lebensgeschichte erzählt hat. Daraufhin übernimmt Viktor die erzählende Rolle. Er schildert ausführlich die Zeit bis zur Erschaffung seiner Kreatur und die Zeit nach seiner Flucht vor dem Monster. Die Spannung steigt, sobald sich die zwei wiedersehen und es zu einer Eskalation kommt. Das Monster erzählt auch aus seiner Perspektive, wie es durch die Welt alleine und einsam navigiert. Die Handlung zieht sich vor allem gegen Ende etwas in die Länge, was den Lesefluss gestört hat. Die Passagen, in denen die Verfolgungsjagd beschrieben wird, waren etwas anstrengend zu lesen. Hier gab es sehr langgezogene Naturbeschreibungen, welche ich teilweise überfliegen musste.

    Thematisch behandelt der Roman die psychischen Grenzen des Menschen. Besonders deutlich wird dies an Victors Obsession. Er vernachlässigt sein Leben, um seine Idee zu erschaffen, flieht jedoch voller Ekel und Angst, sobald seine Schöpfung zum Leben erwacht. Alleine der Gedanke an das Monster treibt ihn in den Wahnsinn. Als das Monster anfängt, geliebte Menschen von Victor zu töten, gerät Victor erneut in eine Besessenheit, die Kreatur zu verfolgen.

    Durch die Schilderungen des Monsters werden seine schrecklichen Taten teilweise nachvollziehbar, nachdem er viel Ablehnung erlebte. Der furchterregende Monster wirkt dadurch überraschend menschlich. Der Klassiker liefert insgesamt eine enorme emotionale Tiefe.

    Dieser Klassiker ist ein Must-Read für alle Leser, die sich für die Abgründe der menschlichen Psyche interessieren. Die langatmigen Passagen lassen sich dadurch ertragen.

  10. Cover des Buches Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle (ISBN: 9783453441156)
    Stuart Turton

    Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle

    (385)
    Aktuelle Rezension von: Lilli33

    Viel zu verworren

    Inhalt:

    Familie Hardcastle hat zu einem Ball nach Blackheath geladen. Der Abend endet in einer Katastrophe, den die Tochter des Hauses, Evelyn kommt zu Tode. Aiden Bishop soll den Mord aufklären. Dazu wacht er immer wieder in einem anderen Körper auf und erlebt denselben Tag mit anderen Augen. 

    Meine Meinung:

    Ich bin wirklich froh, dass dies nicht das erste Buch von Stuart Turton war, das ich gelesen habe. Denn sonst hätte ich garantiert kein weiteres in die Hand genommen, was sehr schade gewesen wäre, denn die später erschienen haben mir durchaus gut gefallen. 

    Die Idee dieses Romans ist zwar nicht schlecht, aber die Umsetzung konnte mich gar nicht begeistern. Die Handlung ist viel zu verworren, um ihr entspannt folgen zu können. 

    Dadurch dass immer wieder derselbe Tag beschrieben ist mit denselben Ereignissen, nur eben aus einer anderen Perspektive, kommt schnell Langeweile auf und es zieht sich wie Kaugummi. Erst im letzten Drittel (von immerhin gut 600 Seiten) werden immer mehr Geheimnisse aufgedeckt und es kommt Spannung auf. 

    Mehr als einmal war ich kurz davor abzubrechen. Ich habe mich zum Durchhalten gezwungen, aber jetzt bin ich froh, dass ich es geschafft habe.

    ★★☆☆☆

  11. Cover des Buches Der Krieg der Zwerge (ISBN: 9783492281027)
    Markus Heitz

    Der Krieg der Zwerge

    (613)
    Aktuelle Rezension von: Aleshanee

    Nachdem die Zwerge mit vereinten Kräften der Elben und Menschen den bösen Widersacher Nodónn besiegt haben, könnte man meinen, dass nun Frieden einkehrt im Geborgenen Land. Doch schon am Ende des ersten Bandes spürt man eine Bedrohung, die sich aus dem Westen ankündigt und ich war gespannt, wie es weitergeht.

    Boindil ist ja schwer verwundet in der Festung der Ersten zurückgeblieben und muss nun die Gefahren fallender Himmelskörper am eigenen Leib erfahren.
    Währenddessen sind Prinz Mallen mit seiner Armee, sowie Tungdil und seine Freunde den flüchtenden Orks auf den Fersen, die sich nach ihrer Niederlage in den Norden zurückziehen wollen und entdecken, dass die "Verdorbenheit" sich nach dem Sieg über Nod´onn nicht völlig zurückgezogen hat. Die schwarze Fäulnis setzt sich noch immer in kleinen Landstücken und Wäldern fest und lässt schlimme Auswirkungen befürchten.

    Immerhin wurde durch die Schrecken des Krieges zumindest die Möglichkeit eines Bündnisses zwischen Zwergen und Elben möglich gemacht. Und auch die Zwergenstämme untereinander wollen nicht mehr für sich bleiben, sondern für Freundschaft und Austausch sorgen, damit keine Intrigen oder falsche Informationen für Streit sorgen können.
    Da der Fünfte Stamm ausgelöscht wurde, möchte Tungdil den zerstörten Torweg zum jenseitigen Land wieder aufbauen und die einsamen Mauern mit Zwergenleben füllen. Einfach wird das ganze nicht, denn noch steht der Übergang offen und Orküberfälle können sie jederzeit treffen. Auch ist Tungdil seiner Rolle als neuer Anführer dieses Stamms im Zwiespalt. Immerhin gehört er ja zu dem Stamm der Dritten, die Quertreiber unter den Zwergen, die ihren Hass auf alle anderen weiter schüren.
    Der Kriegstreiber Bislipur ist zwar gescheitert, aber es wurden schon neue Pläne geschmiedet, um Unfrieden zu stiften.

    Markus Heitz schließt hier nahtlos an die Ereignisse aus dem Vorband an und die vielen Konflikte, die im ganzen Geborgenen Land schwelen, sind nicht so leicht aus der Welt zu schaffen.
    Ein Geheimnis war zwar etwas schnell zu durchschauen, aber was ich sehr gut fand war, dass manches was im verborgenen war nicht ewig hingezogen wurde, sondern auch aufgelöst, so dass die daraus resultierenden Entscheidungen einiges in Schwung gebracht haben. Überhaupt passiert immer was und Markus Heitz verliert sich nicht in Details oder Landschaftsbeschreibungen, sondern geht zügig voran.

    Manche Lösung hätte vielleicht noch etwas kniffliger sein können, aber an Gefahren hat es wahrlich nicht gemangelt und über manche etwas zu einfach gestrickte Entwicklung konnte ich gut darüber wegsehen. Die neue Bedrohung ist jedenfalls nicht ohne und verlangt von den Zwergen, von allen Zwergen, einiges, damit sie besiegt werden kann.

    Natürlich gab es auch kleine Vorboten von neuen Problemen, auch wenn es so schien als wäre endlich Frieden in das Geborgene Land eingekehrt - ich bin gespannt, wie es in "Die Rache der Zwerge" weitergeht!

  12. Cover des Buches Die Saat (ISBN: 9783453435186)
    Guillermo del Toro

    Die Saat

    (391)
    Aktuelle Rezension von: ImmersivBuchreihe

    Ich bin über die Serie The Strain auf die Geschichte gestoßen und war so neugierig, dass ich danach auch die Buchvorlage gelesen habe – und genau das hat sich absolut gelohnt.

    Die Saat erzählt keine klassische Vampirgeschichte. Statt romantischer, überhöhter Figuren bekommt man hier eine düstere, fast schon nüchterne Neuinterpretation, die sich deutlich näher an Horror und Bedrohung bewegt als an irgendeinem Glamour.

    Besonders gut gefallen hat mir, wie konsequent diese Idee durchgezogen wird. Die „Vampire“ fühlen sich hier weniger wie mystische Wesen an, sondern eher wie etwas Fremdes, Unkontrollierbares – fast schon wie eine Infektion, die sich ausbreitet. Das macht die Geschichte greifbarer und gleichzeitig unangenehmer.

    Auch die Charaktere haben mich überrascht. Sie wirken nicht austauschbar, sondern bringen jeweils ihre eigene Perspektive und Dynamik mit, wodurch die Handlung deutlich mehr Gewicht bekommt.

    Insgesamt ist es eine spannende, moderne Interpretation des Themas, die sich bewusst von typischen Klischees löst und genau dadurch im Kopf bleibt.

    Für alle, die Vampirgeschichten mal anders erleben wollen, definitiv einen Blick wert.

  13. Cover des Buches Gullivers Reisen. Roman (ISBN: 9783730615157)
    Jonathan Swift

    Gullivers Reisen. Roman

    (249)
    Aktuelle Rezension von: Radagast

    Gullivers Reisen kennt fast jeder aus seinen Kindheitstagen. Vor allem als Kinderbuch ist Jonathan Swift's Gullivers Reisen bekannt. Was jedoch wenige wissen ist, es ist kein Kinderbuch.
    Es ist, nach meiner Meinung, ein kritisches Blick auf die Gesellschaft des 17 Jahrhundert. Swift lässt da dabei seine Gedanken und deren Phantasie gut ineinander fliesen. Er lässt Gulliver auf sonderbare Inseln stranden und lernt dort scheinbar fremdartige Gesellschaften kennen, die bei näherer Betrachtung doch sehr "menscheln". Es gibt bei den jeweiligen Inseln, ob es Lilliput oder Brobdingnag ist, kurze Momente wo ich schmunzeln und auch etwas lachen musste, weil es schlichtweg erfrischend komisch war.
    Auch wenn es stellenweise etwas deftig in seinen Geschichten zugeht, ist sein Buch lesenswert. Mit gekonnten Nadelstichen übt er stechende Kritik zu seiner damaligen Gesellschaft und Politik. Auch fällt er mit seiner Phantasie auf die für damalige Zeiten als verrückt und absonderlich galt. Heute reiht er sich wohl als nicht so verrückt ein, vermute ich.
    Ich finde es schade das dieser Schriftsteller etwas verkannt ist und sein Gulliver schon oft verkürzt und abgewandelt worden ist, so das es für Kinder und Jugendliche "lesbarer" gemacht worden ist.
    Meine Empfehlung: Lest die Ausgabe des Insel Verlag in der Taschenbuch Ausgabe, wenn ihr an der ungekürzten Version interessiert seit.

  14. Cover des Buches Die Spiegelreisende 2 - Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast (ISBN: 9783458681991)
    Christelle Dabos

    Die Spiegelreisende 2 - Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast

    (471)
    Aktuelle Rezension von: Nadja

    Der zweite Band der Spiegelreisenden-Saga hat mich erneut völlig in die faszinierende Welt von Christelle Dabos gezogen. Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast knüpft nahtlos an den ersten Band an und vertieft sowohl die Handlung als auch die Charaktere – ich fand das Buch wieder sehr gelungen.

    Ophelia bleibt das Herz der Geschichte. Ihre Fähigkeit, durch Spiegel zu reisen und die Vergangenheit von Gegenständen zu lesen, wird nun noch wichtiger. Besonders spannend ist zu beobachten, wie sie beginnt, ihre Kräfte selbstbewusster einzusetzen und sich trotz der ständigen Bedrohungen am Hof zu behaupten. Ihre schüchterne, beharrliche Art macht sie nach wie vor sehr authentisch und liebenswert.

    Thorn bleibt geheimnisvoll, aber man bekommt nach und nach kleine Einblicke in seine Gefühle und seine Beweggründe. Sein Verhalten ist oft rätselhaft, doch gerade diese Mischung aus Härte und vorsichtiger Nähe macht die Dynamik zwischen ihm und Ophelia so faszinierend.

    Unter den Nebenfiguren sticht diesmal besonders Archibald hervor. Seine Intrigen werden komplexer und gefährlicher, und er treibt die Machtspiele am Hof entscheidend voran. Ebenso wichtig ist Faruk, der Familiengeist der Arche Himmelsburg, der Ophelia als Assistentin einspannt und deren Aufgabe es ist, verschwundene Persönlichkeiten zu finden. Seine Macht und Launenhaftigkeit machen ihn zu einer unberechenbaren Figur.

    Auch Berenilde, die erste Favoritin von Faruk, spielt eine entscheidende Rolle. Ihre Verbindung zu Thorn und ihre geheimen Motive verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe und Spannung.

    Neu eingeführt wird Melchior, Minister für Stil und Eleganz, dessen Fähigkeit, Illusionen zu erschaffen, den Hof noch rätselhafter und gefährlicher macht.

    Die Atmosphäre ist weiterhin dicht und geheimnisvoll. Die Mischung aus höfischen Intrigen, politischen Machtspielen und Ophelias stiller Stärke fesselt mehr durch Spannung und Cleverness als durch actiongeladene Kämpfe. Das langsame, detailreiche Erzählen gibt viel Raum, um die Beziehungen zwischen den Figuren zu verstehen – auch wenn es manchmal Geduld verlangt.

    Fazit:

     Ein starker zweiter Band, der die Welt der Spiegelreisenden weiter entfaltet und die Figuren vertieft. Ophelia wächst über sich hinaus, Thorn bleibt faszinierend rätselhaft, Archibald treibt die Intrigen voran, und die neuen Charaktere wie Melchior und Berenilde bringen zusätzliche Spannung. Für mich ist Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast ein weiterer gelungener Schritt in dieser einzigartigen Saga, der neugierig auf die kommenden Bände macht.


  15. Cover des Buches Ensel & Krete (ISBN: 9783328602064)
    Walter Moers

    Ensel & Krete

    (1.144)
    Aktuelle Rezension von: Buchlandhuhn

    Walter Moers oder besser gesagt Hildegunst von Mythenmetz sorgt für humorvolle und geistreiche Stunden. Das kurzweilige Märchen von Ensel und Krete ist eine wunderbare Parodie auf grimmische Märchen. Man trifft wie immer bei Moers auf fantasievolle Figuren, überwältigende Wortspiele und Wortneuschöpfungen und einen ganz besonderen Charme. Ein Highlight sind die Einschübe von Hildegunst persönlich, welche die vierte Wand zum Leser durchbrechen.

    Das ist bereits mein 3. Moers und ich bin nach wie vor begeistert. 

    Dringende Leseempfehlung vor allem für Freunde des feinen Humors.

  16. Cover des Buches Metro 2034 (ISBN: 9783453316317)
    Dmitry Glukhovsky

    Metro 2034

    (250)
    Aktuelle Rezension von: Sam_Foxtrott

    Mit Metro 2034 setzt Dmitry Glukhovsky seine düstere Saga in der Moskauer Unterwelt fort. Die Erde ist noch immer unbewohnbar, die Menschen hausen in den dunklen Schächten der Metro, wo Hunger, Seuchen und Gewalt zum Alltag gehören. Diesmal stehen nicht Artjom, sondern der wortkarge Kämpfer Hunter, das junge Mädchen Sascha und der alte Schriftsteller Homer im Mittelpunkt. Ihre Reise durch die Tunnel ist weniger eine lineare Heldenmission als ein Nachspüren von Verlust, Hoffnung und dem Versuch, im Chaos ein Stück Menschlichkeit zu bewahren.

    Was mir erneut gefallen hat, ist Glukhovskys unheimliche Fähigkeit, menschliche Verzweiflung und Grausamkeit so drastisch und anschaulich auf Papier zu bannen. Man spürt förmlich die Enge, den Gestank, die Angst in jeder Zeile – ein Segen, wenn man diese Dichte aushalten kann, aber manchmal auch schwer zu ertragen. Die Handlung war in weiten Teilen bedrückend, stellenweise spannend und berührend, aber im Vergleich zu Metro 2033 wirkt der Spannungsbogen weniger straff gezogen. Statt eines klaren Ziels geht es eher um moralische und existenzielle Fragen: Was bleibt von der Menschlichkeit übrig, wenn die Welt zerfällt?

    Die Charaktere haben mich auf gemischte Weise berührt. Hunter bleibt geheimnisvoll und undurchsichtig, Homer versucht verzweifelt, Sinn in die Ereignisse zu schreiben, und Sascha ist ein Lichtblick, ein Symbol für Hoffnung. Sie alle wirken oft ruppig und schwer zugänglich, doch gerade das macht sie glaubwürdig in dieser postapokalyptischen Umgebung. Ihre Motive sind nicht immer leicht nachzuvollziehen, was manchmal frustrierend, aber auch realistisch ist – schließlich weiß in dieser Welt kaum jemand, wofür er eigentlich noch kämpft.

    Das Buch ist weniger Abenteuergeschichte und stärker eine Allegorie. Es ist eine Mahnung, wie sehr Seuchen, Gewalt und Gleichgültigkeit eine Gesellschaft zerstören können, und wie dringend wir Hoffnung und Mitgefühl brauchen, um nicht in völliger Dunkelheit zu versinken.

    Empfehlen würde ich diesen Teil vor allem Lesern, die schon von Metro 2033 fasziniert waren und tiefer in Glukhovskys bedrückende Welt eintauchen möchten. Fans des „Horror-Survival“-Genres werden auch hier vieles wiederfinden, doch man sollte weniger Action und dafür mehr Nachdenklichkeit erwarten. 

    Ein atmosphärisch dichtes, aber nicht immer mitreißendes Kapitel der Metro-Saga – literarisch wertvoll, mit starken Bildern und bedrückender Stimmung, jedoch weniger packend als der Vorgänger.

  17. Cover des Buches Die Rache der Zwerge (ISBN: 9783492281034)
    Markus Heitz

    Die Rache der Zwerge

    (541)
    Aktuelle Rezension von: Xamaror

    Handlung und Inhalt: Einige Jahre sind seit den Ereignissen des Vorgängers vergangen. Im Geborgenen Land herrscht scheinbar Frieden, doch dieser trügt. Eine neue, unbekannte Bedrohung taucht auf: Wesen, die wie Zwerge aussehen, aber mit einer grausamen, technologischen Präzision morden. Gleichzeitig wird Tungdil Goldhand mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert, als ein geheimnisvoller Diamant auftaucht, der unvorstellbare Macht verleiht. Die Reise führt die Helden tief in den Schwarzjoch-Stollen und darüber hinaus, wobei die Grenzen zwischen Freund und Feind zunehmend verschwimmen.

    Charaktere: Markus Heitz schafft es erneut, seine Figuren weiterzuentwickeln:

    • Tungdil Goldhand: Er wirkt in diesem Band reifer, aber auch gezeichnet von den vergangenen Kriegen. Seine innere Zerrissenheit und die Last der Verantwortung machen ihn zu einem greifbaren Protagonisten.
    • Inkaßar: Die Einführung der "neuen" Zwerge bringt eine faszinierende, wenn auch düstere Dynamik in die Charakterriege.
    • Boïndil Zweiklinge: Der treue Begleiter sorgt mit seiner impulsiven Art und seinem Kampfgeist für die nötige Portion Action und Humor, zeigt aber auch eine tiefere, loyale Seite

      Schreibstil: Heitz schreibt gewohnt flüssig und packend. Besonders hervorzuheben ist sein Talent für die Inszenierung von Schlachten – die Kampfszenen sind detailliert und strategisch durchdacht, ohne den Lesefluss zu bremsen. Er verwebt geschickt politische Intrigen mit klassischer High-Fantasy. Der Spannungsbogen bleibt durchweg hoch, auch wenn das Buch mit seinem beachtlichen Umfang einige Zeit in Anspruch nimmt.

      Fazit: „Die Rache der Zwerge“ ist eine würdige Fortsetzung, die das Universum sinnvoll erweitert. Heitz traut sich, seine Helden leiden zu lassen und stellt sie vor moralische Dilemmata, die über das übliche "Gut gegen Böse" hinausgehen. Für Fans der Reihe ein absolutes Muss und für Fantasy-Liebhaber ein Musterbeispiel für exzellentes Worldbuilding.
  18. Cover des Buches Das Frostmädchen (ISBN: 9783453317291)
    Stefanie Lasthaus

    Das Frostmädchen

    (139)
    Aktuelle Rezension von: AmalieF

    Neve flieht im Zorn aus einem Streit mit Gideon in die eisige Nacht Kanadas und verirrt sich. Dort wird sie von Lauri gerettet, einem Künstler mit stiller Wärme. Während Neve sich zu erholen versucht, spürt sie, dass in ihr Kräfte schlummern, eine uralte Wintermagie, die Dunkles anzieht. Neve ist verletzlich, aber mit einer verborgenen Stärke, und Lauri überzeugt durch Geduld und Fürsorge. Der Stil liest sich flüssig und zieht einen hinein in Schneestürme, Unsicherheiten und emotionale Kälte. Gelegentlich hakte es bei Erklärungen der Magie, und manche Dialoge fühlten sich zu schnell vertraut an. Dennoch hat mich das Setting, die Stimmung und die Chemie zwischen Neve und Lauri überzeugt.

  19. Cover des Buches Revival (ISBN: 9783453441873)
    Stephen King

    Revival

    (275)
    Aktuelle Rezension von: xeni_590

    Sie ist eine 3,5 von 5


    Also das Ende war einfach nur Crazy. Ich hatte mit viel Verrückten gerechnet, aber sicher nicht mit sowas.


    Also das Buch ist zwar Hin und Wieder echt zäh. Und dadurch kommen einem die knapp 500 Seiten ewig vor. Aber sobald man an die Letzten 100 Seiten kommt wird man Belohnt.


    Die Charaktere sind Speziell würde ich sagen, Besonders der Fünfte ist eine Klasse für sich. Unsere Person durch die wir die Geschichte erleben, ist ganz sympathisch. Klar gibt es Momente wo man auch ihn verflucht. Aber im Großen Ganzen, ist er perfekt in der Geschichte.

    Das Ende ist sehr gut gelungen, die ganzen Auflistungen der Fakten was passiert ist danach. C tut mir echt leid aber vllt geht es ja wirklich doch noch aufwärts, weil First Try und so xD

  20. Cover des Buches Unheimliche Geschichten (ISBN: 9783423281188)
    Edgar Allan Poe

    Unheimliche Geschichten

    (110)
    Aktuelle Rezension von: Anja_Weinhold

    Das Werk von Edgar Aellen Poe geriet fast in Vergessenheit. Erst Posthum erlangten seine Geschichten in der Schwarzen Romantik zu Ruhm. In "Unheimliche Geschichten" findet man zumindest einen Teil seiner Geschichten, inklusive der berüchtigten "Bluttat in der Rue Morgue". 

    Hinzufügen sei, dass sein Stil nicht ganz einfach ist und man Poe natürlich im Kontext der Zeit sehen muss.

  21. Cover des Buches Die Kinder der Zeit (ISBN: 9783453318984)
    Adrian Tchaikovsky

    Die Kinder der Zeit

    (64)
    Aktuelle Rezension von: riffi-fy

    Ein absolut gelungenes Werk darüber, was am menschlichen Denken und der menschlichen Kultur universell sein könnte und was, salopp gesagt, weg kann, wenn es keine Primaten wie wir sind, die zusammenleben.
    Nachdem ein Terraforming-Experiment zur langfristigen Erschließung neuer Welten (einschließlich dort anzusiedelnder, moderat intelligenter Menschenaffen) gründlich schiefgeht, verliert die Menschheit daheim auf der Erde zunächst den politischen Willen und später die technischen Fähigkeiten, weiter an diesem Riesenprojekt zu arbeiten. Es bleiben erdähnliche Planeten, die mit Leben und der Saat zur Herausbildung von Intelligenz ausgestattet worden sind und plötzlich kosmisch lange Zeiträume haben, sich zu entwickeln, ohne, dass je ein Mensch eingreifen würde.
    Unterdessen klauben Jahrtausende später die nun wirklich allerletzten Menschen auf der Erde ihr verbliebenes und zum Teil schlecht zusammengereimtes Halbwissen zusammen und bauen die Fluchtarchen, die sie von der Erde fortbringen müssen, denn unser Heimatplanet stirbt nun.

    Nach langer, zehrender und zermürbender Reise durchs All erreicht eins der Schiffe schließlich den Orbit eines jener Planeten und, Junge Junge, darauf, wie das Leben dort sich entwickelt hat, sind die Menschen nicht vorbereitet.

    Ich geb die volle Sternzahl obwohl die Raumschiffreise manchmal generisch und etwas nervig ausfällt, denn genau so, wie sie sich liest, so soll sie ja sein. Insofern bildet der Autor das gut ab, auch wenn es mürbe macht, dieselben paar handelnden Personen aus dem Kälteschlaf aufzuwecken, die nächste beinahe-Katastrophe abzuwenden und sich über den schlimmer werdenden Verfall des Raumschiffs und die wachsende Beklopptheit der Menschen darauf zu sorgen.

    Jedenfalls konnte ich es kaum erwarten, dass sie endlich die Spinnen treffen (ja, die Spezies, die auf dem Fluchtplaneten die achtbeinigen Hosen anhat sind Spinnen). Und natürlich war am interessantesten, der Entwicklung der Tiere über die Jahrtausende zu folgen und zu erleben, wie sie zu einer Kultur mit Normen und Vorstellungen und der Fähigkeit, globale Probleme in Angriff zu nehmen, heranwachsen.

    Es ist der Anfag einer Serie aber das Buch steht absolut für sich allein und ist für alle Science-Fiction- Freunde ein lohnenswerter Griff!

  22. Cover des Buches Wanyama - Die Wächter der Meere (ISBN: 9798629335801)
    Christian Rau

    Wanyama - Die Wächter der Meere

    (13)
    Aktuelle Rezension von: Pia_Meyer

    In der Fortsetzung von „Die Wächter Afrikas“ lernen wir die Geisterschiffe kennen. Auf denen leben Wächter, die aufgrund ihres Wanyamas nicht an Leben leben können. Sie beschützen als Geisterflotte die Grenzen Afrikas. Die Geschichte dreht sich um das Geisterschiff Carina Borea unter dem Kommando von Kapitän Farol, genauer gesagt um die junge Offizierin Hanna. Bei ihrer Mission, das Mittelmeer zu beschützen, stößt die Crew der Borea zunehmend auf Flüchtlingsboote, die absichtlich zum Kentern gebracht und deren Passagiere ermordet wurden.

    Um das Mysterium der Toten aufzuklären, bittet Farol den Wildhüter und Ausbilder Ajabu um Hilfe, da die Spur tief ins Landesinnere Nordafrikas führt, wo Wasser-Tume nicht hinkönnen. Ajabu stellt Farol seine Schüler Raja und Kio zur Seite, die wir schon aus „Wächter Afrikas“ kennen. Schnell wird klar, dass es den Wächter des „Landes“ und den Wächtern der „Meere“ an gegenseitigem Respekt mangelt, und sich niemand für das Schicksal der ermordeten Flüchtlinge verantwortlich zeigen möchte.

    Das machen sich die wahren Täter, angeführt von der geheimnisvollen 'Heimatlosen' natürlich zunutze: Sie schleusen ihre Agenten in die Crew der Borea, bringen sogar das Geisterschiff zum Absturz (ja, Geisterschiffe können schwimmen, tauchen und sogar fliegen!) und ebnen den Pfad für ein furchtbares Ritual, das eine Art Sintflut herbeiführen soll. Nebenbei müssen sowohl Hanna als auch Raja mit alten Bekannten und der eigenen Vergangenheit fertig werden – und Kio kämpft auf seine Art mit seinem Selbstbewusstsein.

    Wie der erste Band ist „Wächter der Meere“ wieder in drei Teile gegliedert. Anders als zuvor sind diese aber linear und teilen die Story in spannende Abschnitte. Als neue Hauptfigur wird Hanna eingeführt, die es trotz ihrer Jugend zur Offizierin der Carina Borea geschafft hat und immer noch um den Respekt der älteren und konservativen Crewmitglieder kämpft. Neben ihrer Perspektive werden die Perspektiven von Raja und Kio behandelt. Trivi und Ivoire treten in diesem Buch leider nur kurz auf, da sie kurz nach dem actionreichen Start der Geschichte zu „einer anderen Mission“ aufbrechen, die wahrscheinlich in Band 3 behandelt wird.

    Dem Autor gelingt es, die Geschichte um das Wanyama-Universum auf erstaunliche Art zu erweitern. Basierend auf den Legenden um Geisterschiffe wie den Fliegenden Holländer erschafft er eine weitere Gruppe Wächter, deren Vehikel tauchen, schwimmen und fliegen können und die tatsächlich 'sterbliche' Lebewesen sind – und die unterschiedliche Formen wie Viermaster, Trimarane oder einfach nur Flöße annehmen können. Dadurch wird das phantastische-Abenteuer-Genre um einige Solarpunk-Elemente bereichert.

    Wie erhofft macht der recht unreif aufgelegte Kio eine Entwicklung durch, die man so nicht erwartet – er selbst wohl an wenigsten. Raja muss sich noch einmal mit ihrer Familie auseinandersetzen und bekommt ihrer Macht Grenzen aufgezeigt, die ihr zu Anfang des Buchs noch gehörig zu Kopf steigt. Die neue Figur Hanna ist ebenfalls gut gezeichnet und ist ein Paradebeispiel dafür, dass der Kampf für das Gute steinhart, aber nicht unmöglich ist. Ihr Gegenüber, der miese Offizier Kerang, spiegelt Hannas Kampf wunderbar und stellt einer hervorragende Allegorie für die Ignoranz der Menschen fernab der Krisengebiete dar. Gegen Ende tauchen etwas zu viele Charaktere auf einmal auf, aber das ist der heiklen Situation geschuldet und tut der Story keinen Abbruch.

    Die Geschichte ist im Vergleich zum Vorgänger wesentlich handlungslastiger, da weniger Fokus auf die Einführung der Charaktere gelegt wird (da viele Figuren ja auch schon eingeführt sind). Dadurch wird man sofort in die spannende Geschichte geworfen, die einen bis zum Ende nicht mehr loslässt. Zwar ist sie, auch anders als der Vorgänger, sehr rund abgeschlossen, aber auch ihr bleibt das ein oder andere lose Ende bzw. übergreifende Elemente, das nur noch mehr Lust auf Band 3 macht.

    Erwähnenswert ist hier auch die sozialkritische Note des Buchs. Besonders die Aussagen der Figur Kerang erinnern mich erschreckend an menschenverachtende Aussagen in Politik und Social Media über die Mittelmeerroute Ende der 2010er.

    Einziges ernsthaftes Manko: Zu kurz! Ich will mehr...

    Ich vergebe 5 Sterne für dieses hervorragende Buch aus dem Selfpublisher-Bereich – meine Empfehlung hat es.

  23. Cover des Buches Hex (ISBN: 9783453319066)
    Thomas Olde Heuvelt

    Hex

    (191)
    Aktuelle Rezension von: Kathrin_Hermann

    Oder halt nicht so richtig tot... Seit vielen Jahren herrschen in dem kleinen Örtchen Black Spring strenge Regeln für die Bewohner. Besucher dürfen nicht lange verweilen, Einwohner müssen im Ort bleiben und dürfen nicht wegziehen und ja, die letzte Regel: spreche mit niemanden, der nicht in Black Spring wohnt, über die Hexe. Die Hexe geht nämlich seit vielen Jahren um in Black Spring, genau genommen seit über 300 Jahren. Augen und Mund hat man ihr zugenäht und dicke Eisenketten schrenken ihre Bewegungen ein und das alles als Sicherheitsvorkehrungen, denn sollte Katherine van Wyler jemals ihre Augen öffnen, dann ist Black Spring für immer verloren. Dieses Leben ist sehr schwer und verstörend für die Einwohner des Ortes, allen voran den Jugendlichen, denn sie können niemals Freunde über Nacht einladen, im Internet herrschen strenge Einschränkungen und selbst WhatsApp Nachrichten werden von einer Gesellschaft namens Hex, die die Bewegung der Hexe überwacht, kontrolliert. Tyler Grant, siebzehn Jahre alt und mit Leib und Seele Vlogger hat einen Plan, den er mit seinen Freunden aus Black Spring umsetzen möchte. Doch ob das so gut geht?

     Meine Meinung: Schon längere Zeit bin ich auf der Suche gewesen nach einem Buch, das mir ein wenig Gänsehaut verspricht und einfach auch mal etwas Grusel bietet. So stieß ich auf Hex, bei dem allein schon das Cover absolut düster und dunkel wirkt und auch der Klappentext spannend klingt. Tatsächlich bin ich sehr begeistert von dieser Geschichte rund um den Ort Black Spring und der Hexe Katherine van Wyler und der Autor verfügt über einen sehr angenehmen Schreibstil. Das Buch lässt sich flüssig lesen und irgendwann ist man in der merkwürdigen Atmosphäre des Ortes gefangen. Der Einstieg ist noch nicht sehr gruselig, denn Thomas Olde Heuvelt lässt sich Zeit, seinen Ort und dessen Bewohner vorzustellen. Hatte ich mir auf Grund des Klappentextes eine verhunzelte Hexe in ihrem Häuschen vorgestellt, kam es dann mit Katherine ein wenig anders. Katherine streift durch die Wälder rund um Black Spring, durch den Ort, aber auch durch die Häuser der Einwohner und taucht meist irgendwo auf, wo sie niemand gebrauchen kann. So muss ich ja zugeben, dass ich gerade auf den ersten Seiten ein wenig schmunzeln musste über die Situation. Die Hexe, wahrlich kein schöner Anblick, 350 Jahre alt, zugenähte Augen und Mund, Eisenkette um sich geschlungen, taucht kurz vorm Abendessen im Wohnzimmer der Familie Grant auf und Jocelyn Grant, Ehefrau und Mutter, wirft ihr ein Küchenhandtuch über den Kopf. So steht Katherine im Raum bis sie einfach wieder von sich aus verschwindet. Das alles klingt sehr harmlos und ja, ich musste lachen, aber so harmlos ist es eigentlich nicht, schon gar nicht für die Bewohner, denn wenn man überlegt, dass so eine Schauerfigur im eigenen Schlafzimmer plötzlich auftaucht... Nein danke! Wer nun einmal in dem beschaulichen Ort lebt, muss bleiben, denn ihn trifft Katherines Fluch, der einen zwingt vor Ort zu bleiben. Das alles wirkt auf die Psyche der Einwohner und die Entwicklung, die der Autor dann einschlägt, kann man sich nur allzu gut vorstellen. Man muss nur versuchen, sich in das Leben eines Einwohners zu versetzen und man kann sich doch gut vorstellen, dass in Black Spring zu leben, nicht so toll ist. So nach und nach geschehen dann auch immer schlimmere Dinge, das Tempo der Handlung zieht immer mehr an und auch einige Begebenheiten habe ich nicht vorausgesehen. Alles in allem entwirft der Autor hier ein gekonntes und aussergewöhnliches Horrorszenario. Die Atmosphäre der Geschichte baut sich immer dichter auf, was harmlos beginnt, wird zusehends düsterer und auch die Bilder, die der Autor dem Leser vorgibt, wirken hier sehr gut beim Lesen. Allein Black Spring mitten im Wald und in den Bergen, ganz allein und düster lässt einen schauern. Auch der Erzählstil hat mir gut gefallen, denn der Autor lässt hier einen Erzähler in der dritten Person die Geschichte erzählen, lässt diesen die Perspektiven wechseln und zwischendurch hat man den Eindruck, als lausche man einem "Märchenerzähler", wenn er bestimmte Situationen oder Teile der Legende erzählt. Das wirkt einmal mehr wie ein Schauermärchen. Auch die Handlung wird immer brutaler und blutiger, also nichts für junge oder empfindliche Leser. Mit den Charakteren hat der Autor hier noch einmal eine Schippe drauf gelegt, denn diese sind facettenreich, teilweise aussergewöhnlich. Sie rufen die unterschiedlichsten Gefühle im Leser hervor und so manches Mal ertappt man sich bei dem Gedanken: Wie würde es mir gerade gehen? Die Entwicklung, die das ganze nimmt, war absolut glaubwürdig und sorgte noch einmal mehr für den Horror der Geschichte. Über die Einzelnen möchte ich gar nicht viel verraten, da es zu viel vorgreifen würde.

     Mein Fazit: Seit langem wieder ein Buch, dass mich ein wenig schaudern ließ und das mir gute und gruselige Unterhaltung bot. Die Atmosphäre des Buches hat mir sehr gut gefallen, vor allem, da ich mich hier mit dem ein oder anderen Charakter durchaus verbunden fühlte und ich mir gut vorstellen konnte, wie schrecklich die Situation in Black Spring zu leben, sein würde. Ich würde auf jeden Fall mit keinem dort tauschen wollen. Wer gerne in gruseligen Büchern abtaucht, der sollte hier unbedingt einmal hinein lesen .

  24. Cover des Buches Fürimmerhaus (ISBN: 9783733506988)
    Kai Meyer

    Fürimmerhaus

    (133)
    Aktuelle Rezension von: east

    Carter kann sich an nichts außer seinen Namen erinnern, als er im Fürimmerhaus aufwacht. Die anderen Bewohner erzählen eine unglaubliche Geschichte: Hier landen die Helden anderer Welten, nachdem sie ihre Bestimmung erfüllt haben, für immer gefangen. Und Hals über Kopf befindet er sich auf einer halsbrecherischen Flucht…

     

    Kai Meyer beweist uns mit „Fürimmerhaus“ mal wieder, welch unglaubliche Vorstellungskraft er besitzt. Das Fürimmerhaus ist eine einzige, lebendige Welt, ein ständig wachsendes, magisches Geflecht voller seltsamer und teils ziemlich abgedrehter Wesen. Die Atmosphäre und die Bilder, die beim Lesen dieses Buches entstehen, könnten auch aus einem Tim Burton Film stammen.

     

    Was also ist das Problem? Bei all dem Worldbuilding und den kreativen Ideen ging dem Autor wohl einfach der Platz aus. Es soll spannend und komplex bleiben, es soll Enthüllungen und Plottwists geben und noch einen größeren Zusammenhang und ein würdiges Ende. Das passt eben nicht alles auf 380 Seiten. Deswegen wurde leider einiges an Potenzial liegen gelassen, das Ende war viel zu schnell abgehandelt und ich hätte gerne noch sehr viel mehr erfahren, über das komplexe System hinter den Welten, hinter dem Fürimmerhaus und darüber, was aus den Protagonisten geworden ist. Teilweise verstecken sich in der Geschichte beinahe philosophische Denkanstöße und man versucht die ganze Zeit, das große Ganze hinter dem Vorhang zu erkennen, wird dann am Ende aber nur mit ein paar Sätzen abgespeist. Schade.

     

    Was da war, war gut, aber es war eben nicht genug, vielleicht hätte sich eine Buchreihe eher angeboten als ein Einzelband. Spaß gemacht hat die Lektüre trotzdem, deswegen überlassen wir die restlichen Details dieses magischen Hauses doch einfach der geflügelten Fantasie des Lesers.


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