Bücher mit dem Tag "po-ebene"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "po-ebene" gekennzeichnet haben.

6 Bücher

  1. Cover des Buches Rocken & Hosen (ISBN: 9783423206365)
    Claudia Kaiser

    Rocken & Hosen

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Barbara, Kiki und Claudia beschließen, eine Freundinnenband zu gründen, integrieren Martin und nennen sich selbstironisch "Die Moulinettes" wie die bekannte Haushaltshilfe. Der Durchbruch läßt auf sich warten, dafür lernen sie deutsche Autobahnen und knickrige Konzertveranstalter kennen, und bringen durch reinen Enthusiasmus doch eine kleine Deutschland- und Italientorunee (Österreich nicht zu vergessen) zustande. Offenburg wird mit -bach verwechselt, der Mythos "Backstagebereich" wird entzaubert, außerdem wird die Band gebucht, um auf bäuerliche Art und Weise durch die örtliche Landjugend angemacht zu werden, und übernachtet wird in versifften Zimmern ehemaliger Psychiatrieeinsitzender. Wenn sie im Emsland aufgetreten wären, hätten sie hier auch in schönen Kuhställen spielen können und unsere Bauernbuben kennenlernen können.
  2. Cover des Buches Die Liebenden von Mantua (ISBN: 9783835316836)
    Ralph Dutli

    Die Liebenden von Mantua

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Saralonde

    Im Jahr 2007 wurden in der Nähe der italienischen Stadt Mantua zwei Skelette aus der Jungsteinzeit gefunden, die sich wie ein Paar zu umarmen schienen. Bekannt wurde dieser Fund als “Die Liebenden von Valdaro”. Der Schriftsteller Manu findet sich im erst 2012 von einem Erdbeben erschütterten Mantua ein, um Recherchen über die Liebenden anzustellen. Dort trifft er, welch Zufall, seinen alten Freund Raffa, der wiederum die Erdbeben und die Krisensituation in der Region erforscht. Die beiden verabreden ein weiteres Treffen, doch Manu erscheint nicht. Denn ein in der Nähe ansässiger Conte hat ihn entführen lassen, damit er ein Buch über die Liebenden schreibt, das als Grundlage für eine neue, auf Liebe basierende Religion, eine Liebesutopie dienen soll…

    Wenn ich das Wort “Jungsteinzeit” im Zusammenhang mit Büchern höre, setzt es bei mir aus und ich will das betreffende Buch haben. So auch bei diesem Roman, den ich auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis entdeckt hatte.

    Trotz erster, negativer Besprechungen aus der Literaturbloggerszene ging ich offen an das Buch heran, aber es dauerte nicht lange, bis ich zum ersten Mal die Augen verdrehte. Etwas, das mich durch das gesamte Buch begleiten sollte. Der Grund: Ralph Dutli versucht ganz offensichtlich, mit möglichst anspruchsvollen, poetischen Formulierungen um sich zu werfen, zudem verweist er in geradzu angeberischer, selbstverliebter Manier ständig auf künstlerische, geschichtliche und philosophische Konzepte, mit denen nur hochgebildete Leser etwas anzufangen wissen dürften. Hätte ich das Buch nicht gemeinsam mit einem Mitglied einer Lesegruppe auf Goodreads gelesen, der mehr über Philosophie weiß als ich, ich hätte wohl nicht viel davon verstanden. Das soll nun aber nicht mein Hauptkritikpunkt sein, kluge Bücher haben sicher ihre Existenzberechtigung. Doch wie bereits erwähnt verrennt Dutli sich in völlig übertriebenen, poetisch ambitionierten Formulierungen und Wortspielereien, die – meiner Meinung nach – größtenteils misslingen. Das Buch enthält durchaus auch interessante Ansätze und wirklich gelungene, kluge Sätze (“Nichts ist illusionsfroher als das Gedächtnis”), doch habe ich wirklich bei der Lektüre einen Satz nach dem anderen unterschlängelt und mich gefragt, ob der Autor das wirklich ernst meint. Beispiele: “Der wartende Mensch wird allmählich nervös, er geht rascher auf und ab, ein leichter Schweißfilm gleitet elegant auf seine Stirn… (S. 33). (O-Ton meines Vaters zu diesem Zitat auf gut Saarländisch: “Will der die Leid veraasche”, aber das nur am Rande). “Erst das Exil in Babylon hat auch sie verbannt. Baby Alone … in Babylone, denk an Gainsbourg.” (S. 157) “Leere Theater sind so unheimlich wie Fingerhüte. Sie müssen voll sein, sonst sind sie eine lauernde Bedrohung”. Vor allem das letzte Beispiel ist meiner Ansicht nach schlicht totaler Quatsch.

    Unterdessen wird die Handlung um Manu und seiner Entführung zu einer Art Dauerhalluzination, einer Art Fieberwahn, gespickt mit den erwähnten Sprachspielereien, während Raffa den Touristen gibt, statt nach seinem Freund zu suchen. Dialoge sind vor allem dadurch gekennzeichnet, dass man die Worte kaum einem jeweiligen Sprecher zuordnen kann, der Verzicht auf jegliche Anführungszeichen trägt natürlich auch dazu bei. Ich bin im Übrigen nicht der Meinung, dass das Weglassen von Anführungszeichen etwas Innovatives oder Intellektuelles ist. Es mag Werke geben, wo das seine Rechtfertigung hat, aber ich hoffe, dieser Trend in der Literatur legt sich bald wieder.

    Obwohl ich die Lektüre des Romans als regelrecht quälend empfand, habe ich bis zum Ende durchgehalten, um erneut enttäuscht zu werden: Das Ende ist leider einfach banal, eine Auflösung, die jeder Fernsehkrimi toppen kann.

    Ich habe glaube ich noch nie so einen Verriss geschrieben, ich mache das auch wirklich nicht gern, tue mich schwer mit der Rezension, aber ich habe lange kein Buch mehr so ungern gelesen.

    Ich hatte überlegt, dem Buch zwei Sterne zu geben, da es ja durchaus auch Kluges und Schönes enthält, aber dieser Antiklimax am Ende hat den zweiten Stern versaut.

    Ein kaum zugänglicher, in meinen Augen misslungener Roman, bei dem Dutli nach meinem Dafürhalten einfach zu viel wollte.

  3. Cover des Buches Der Nebelfluss (ISBN: 9783688118502)
    Valerio Varesi

    Der Nebelfluss

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Commissario Soneri wird zu einem Selbstmord gerufen. Ein alter Mann ist aus einem Fenster im Krankenhaus gestürzt. Erst vor Ort wird Soneri misstrauisch: Die Spuren lassen eher auf einen Kampf schließen, auch, wenn niemand vom Personal oder den Patienten entsprechende Hinweise beobachtet hat. Kurz darauf erfährt der Commissario von der seltsamen Geisterfahrt des Schiffers Tonna. An einen Zufall mag er nicht glauben und setzt beim Staatsanwalt eine Zusammenlegung der beiden Fälle durch. Nun steht er zwar unter hartnäckiger Beobachtung des misstrauischen Staatsanwalts und ein Fehler würde zu seinen Lasten gehen, doch Soneri kann sich dem rätselhaften Schiffer am Po widmen, bei dem er viel eher die Lösung zu finden glaubt.

    Mit Commissario Soneri spielt ein Ermittler aus jener Liga mit, die ihren Instinkten folgt und sich dabei im Notfall auch gegen die Kollegen oder den roten Faden in den Ermittlungen stellen würde. Dabei wirkt Commissario Soneri nicht unbedingt unsympathisch, auch, wenn er Gespräche so weit auf die Fakten reduziert, dass oft nicht einmal ein 'Guten Tag' für den Gesprächspartner drin ist. Das liegt sicher auch an den Kollegen, von denen Varesi ihm genug zur Seite gestellt hat, die ihn schlicht zu nehmen wissen und die ihm das nicht krumm nehmen.

    Und doch macht Soneri in diesem Fall einer die Hauptrolle streitig: Der Fluss Po. Mit ihm, seinem Hochwasser und dem häufigen Nebel steht und fällt die Ermittlung. Eine Landkarte im Buchumschlag zeigt, warum der Po so eigen ist: Viele Windungen und Altarme sowie ein flache Ebene leben mit dem Fluss. Jedes Hochwasser betrifft weite Landstriche und die vielen Arme machen die Poebene zu einer Region, in der sich zahlreiche Arten von Geschäften tätigen lassen, ohne dass jemand viel mitbekommen würde. Und selbst wenn, die Einwohner lassen einander gewähren. Das muss auch Soneri erfahren, dem just über den Po viel erzählt wird, über Tonna und seinen Bruder aber kaum etwas. Dabei haben die Brüder eine für den Fall interessante Vergangenheit, über die jedoch Tipps von den Kollegen kommen müssen, bevor Soneri die richtigen Schlüsse ziehen kann.

    Soneris Fall zählt zu den Vertretern der ruhigen, aber spannenden und interessanten Geschichten, bei denen in der Vergangenheit gebuddelt wird. Geschichtsstunden sind jedoch keine zu erwarten; Varesi baut nur so viel Geschehen aus den Jahren um 1944 ein, damit die Schrecken verständlich werden und die Bezüge zu Heute nachvollziehbar. Ein atmosphärischer Kriminalroman, der -wie ich über Tobias Gohlis herausgefunden habe- auf einem wahren Fall beruht.

  4. Cover des Buches Gesang der Mondköpfe (ISBN: 9783803131225)
    Ermanno Cavazzoni

    Gesang der Mondköpfe

     (2)
    Aktuelle Rezension von: BTOYA
    "Für den Autor Ermanno Cavazzoni besteht die Welt aus Wundern, besonders aber aus schrulligen Menschen wie dem selbsternannten "Hygieneinspektor" Savini, der Brunnen untersucht, die zwar nicht mehr in Benutzung, aber voll von Stimmen und Geschichten sind. Savini will den "Mondköpfen" auf die Schliche kommen und gerät dabei an seltsame Leute, die ihm unerhörte Geschichten erzählen: den Buchhalter Nestor, einen Totengräber, den Gefängnisinsassen Capone... " "Man hört die Zeit vergehen. Aber leise, sehr leise. Man hört es kaum. Wenn es sonst keine Geräusche gibt. Dann ist es, als würde die Zeit pfeifen. Das ist etwas, das sich nach meiner Ansicht die Vielredner anhören sollten, und solche die zum Beispiel geschätzt werden, weil sie andauernd allseits ihre Gedanken verkünden. Denen würde ich sagen: >>Hörst du die Zeit pfeifen? Die weiß nicht einmal, dass es dich gibt!<<" Der phantasievolle, amüsante Roman diente als Vorlage für Federico Fellinis poetischen Film "Die Stimme des Mondes". Zum Autor: Ermanno Cavazzoni wurde 1947 in Reggio Emilia geboren. Er ist Dozent an der Universität von Bologna.
  5. Cover des Buches Aber Don Camillo gibt nicht auf . . .; Und Don Camillo mittendrin . . . (ISBN: 9783548204703)
  6. Cover des Buches Die Pension in der Via Saffi (ISBN: 9783644304918)
    Valerio Varesi

    Die Pension in der Via Saffi

     (11)
    Aktuelle Rezension von: ribanna
    Commissario Soneri ist ein scheuer Einzelgänger, den Errungenschaften der modernen Technik eher abgeneigt. Als in einer Pension in Parmas Altstadt die alte Wirtin vermisst wird, führt ihn dieser Fall an den Ort zurück, an dem er einst seine inzwischen verstorbene Frau kennenlernte. Er findet die Wirtin brutal erstochen. Wer könnte die alte Frau so sehr gehasst haben? Der Commissario ermittelt vorwiegend nachts, auf eine ruhige, beobachtende Art. So löst er nicht nur den Mordfall, sondern kommt auch hinter ein gut gehütetes Geheimnis seiner Frau. Ein eher melancholischer, ruhiger, unaufgeregter Krimi. Die Protagonisten sind mit viel Wärme gezeichnet. Wer keine Action sucht und sich für psychologische Hintergründe interessiert, ist hier richtig.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks