Bücher mit dem Tag "pogrom"

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13 Bücher

  1. Cover des Buches Die Goldhändlerin (ISBN: 9783868003338)
    Iny Lorentz

    Die Goldhändlerin

    (266)
    Aktuelle Rezension von: KiraNear

    Titel: Die Goldhändlerin

    Autor*in: Iny Lorentz

    Erschienen in Deutschland: 2004

    Originaltitel: -

    Erschienen in -: -

    Übersetzer*in: - 

     

    Weitere Informationen: 

    Genre: Historisch, Drama, Hetero, Romance

    Preis: € 8,00

    Seiten: 623

    Sprache: Deutsch

    ISBN: 3-426-63300-0

    Verlag: Knaur Taschenbuch

    Rezensionsexemplar: Nein

     

    Inhalt:

    Deutschland im Jahre 1485 - für die junge Jüdin Lea ein Jahr der Katastrophen: Ihr Vater und ihr jüngerer Bruder Samuel kommen bei einem Pogrom ums Leben. Um das Erbe des Vaters und damit ihr Überleben zu sichern, muss Lea sich fortan als Samuel ausgeben. In ihrer Doppelrolle drohen ihr viele Gefahren, nicht nur von christlicher Seite, sondern auch von ihren Glaubensbrüdern, die "Samuel" unbedingt verheiraten wollen. Doch sie verliebt sich ausgerechnet in den mysteriösen Roland, der sie zu einer mehr als abenteuerlichen Mission verleitet ...

     

     

    Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):

    Das Buch hier habe ich im letzten Jahr im öffentlichen Bücherregal gefunden, es hat aber eine längere Weile gedauert, bis ich dazu gekommen bin, das Buch zu lesen. Da ich schon öfters Bücher von Iny Lorentz gerne gelesen habe, war ich auch hier wieder total neugierig, was für ein Buch mich hier erwarten würde. Zumal mir nicht immer alle Bücher von Iny Lorentz gefallen haben. Aber das ist ja normal.

    Dass sich der weibliche Hauptcharakter aus bestimmten Gründen als Mann ausgeben muss, das Thema scheint bei dem Autorenpaar sehr beliebt zu sein, denn ich hatte das Thema jetzt bereits zum dritten Mal in einem Buch, wenn ich mich nicht verzählt habe. Nicht, dass micht das stört, ich finde die Beobachtung nur sehr lustig XD

    Die Gründe sind natürlich unterschiedlich, hier liegt es einfach an den gesellschaftlichen Regeln und dass der Betrieb nur von einem männlichen Erben übernommen werden kann, was allerdings nach dem Tod von Samuel nicht mehr möglich war. Und da hat sie keinen anderen Ausweg mehr gesehen.

    Den Weg, den sie nun fortan beschreiten muss, ist nicht einfach, besonders, da sie sich auch mit den Problemen stellen muss, die die Pubertät so mit sich bringt. Aber sie schafft es dank ihrer Vertrauten, die für sie arbeiten, diese Probleme so gut es geht zu verstecken und die Männer (die wichtigen) von sich zu überzeugen. Viele machen sich dann z.B. über ihre Stimme lustig oder den fehlenden Bartwuchs, aber irgendwann lässt auch das nach. Dabei muss sie immer wieder mit Rückschlägen kämpfen, leider auch aus der überlebenden Familie, was meiner Meinung nach ein wenig unnötig ist. Es bringt unnötiges Drama in die Geschichte und nicht immer konnte ich das Verhalten oder die Motive der "gegnerischen Verwandten" nachvollziehen.

    Auch hat es neben kleinen Nebenstorys und langgezogenenen Szenen dafür gesorgt, dass die Geschichte unnötig gestreckt wurde. Es fühlte sich auch ein wenig an, als gäbe es keine feste Hauptstory, abgesehen davon, dass Lea nun als ihr Bruder weiterlebt. Klar gibt es auch in anderen Iny Lorentz Büchern viele Nebenhandlungen, die passieren und das ist ja auch vollkommen normal. Aber hier konnte ich nicht sehen: Was ist jetzt der Hauptfaden? Wo führt das alles nur hin? Das fand ich ein wenig schade, denn es hat mich hin und wieder zu sehr vom Lesen abgelenkt.

    Gleichzeitig fand ich auch die Verbindung zwischen ihr und Roland interessant, besonders, wie sie miteinander umgegangen sind und welche Wirkung es auf die restliche Story hatte. Und manchmal konnte ich deswegen über Lea nur mit dem Kopf schütteln. In einer lustigen Weise, aber auch ein bisschen mit nem inneren Facepalm. So in der Art, bevor wir uns da irgenwdie falsch verstehen, was ich aber jetzt nicht glaube.

    Auch waren es hier ein bisschen zu viele Charaktere, viele davon hinterließen bei mir keinen besonderen Eindruck und ich habe oft nach dem Lesen auch wieder vergessen, dass es sie überhaupt gab. Was auch daran lag, dass es mehr eine Ansammlung an Nebenstorys waren und ich mir dachte: Ok, wenn die Nebenstory vorbei ist, spielt die und die und die Person keine Rolle mehr. Manchmal wurde ich vom Gegenteil überrascht, was aber nicht immer der Fall war.

     

    Fazit:

    Das Buch ist kein Meisterwerk, sicherlich hätten ein paar Punkte besser gelöst werden können und manche andere hätte es gar nicht erst gebraucht, dennoch war ich neugierig auf Leas Werdegang und wie das Ganze enden wird. Besonders, da ich mir das nicht vorstellen konnte, ich meine, je länger sie das machte, desto schwerer war es für Lea, wieder zurück zu Lea zurückkehren zu können und aufzuhören, ihren Bruder zu spielen. Nichtsdestrotrotz hatte ich viel Spaß beim Lesen und so gebe ich dem Buch insgesamt vier Sterne, sowie eine normal große Lese-Empfehlung. 

  2. Cover des Buches Fräulein Gold: Scheunenkinder (ISBN: 9783499004308)
    Anne Stern

    Fräulein Gold: Scheunenkinder

    (128)
    Aktuelle Rezension von: liceys_buecherwunderland

    [𝕦𝕟𝕓𝕖𝕫𝕒𝕙𝕝𝕥𝕖 𝕎𝕖𝕣𝕓𝕦𝕟𝕘]

    𝕋𝕚𝕥𝕖𝕝: Fräulein Gold - Scheunenkinder (Die Hebamme von Berlin 2)
    𝔸𝕦𝕤 𝕕𝕖𝕣 𝔽𝕖𝕕𝕖𝕣 𝕧𝕠𝕟: Anne Stern
    𝕍𝕖𝕣𝕝𝕒𝕘: Rowohlt Taschenbuch
    𝔾𝕖𝕝𝕖𝕤𝕖𝕟 𝕒𝕦𝕗: Deutsch
    𝔸𝕧𝕒𝕚𝕝𝕒𝕓𝕝𝕖 𝕚𝕟 𝔼𝕟𝕘𝕝𝕚𝕤𝕙: No

    𝔽𝕣𝕒𝕘𝕖: Hausgeburten oder lieber das Krankenhaus?

    𝔻𝕣𝕖𝕚 (𝕠𝕕𝕖𝕣 𝕞𝕖𝕙𝕣) 𝕎𝕠𝕖𝕣𝕥𝕖𝕣 𝕫𝕦𝕞 𝔹𝕦𝕔𝕙:
    Traurig - Spannend - Mitreißend

    𝕀𝕟𝕙𝕒𝕝𝕥:
    1922: Die Hebamme Hulda Gold wird ins Scheunenviertel zur Geburt eines Kindes gerufen. Alles erscheint gut, auch wenn die Situation in der Familie angespannt scheint. Doch als das Kind einige Tage später einfach verschwindet, scheint niemand wirklich nach dem Kind zu suchen. Und so nimmt es Hulda auf die eigenen Schultern, mehr darüber zu erfahren.

    𝕄𝕖𝕚𝕟𝕖 𝕄𝕖𝕚𝕟𝕦𝕟𝕘:
    Ich mochte Band 1 der Reihe bereits gerne. Und so hat es mich gefreut, in Band 2 in das Berlin der 20er Jahre zurück zu kehren.
    Huldas Leben geht weiter und damit trifft sie auch wieder auf einige Rätsel, die sie und ihr Leben in Gefahr bringen.
    Ich habe wieder mitgerätselt und mitgebangt. Dabei fand ich leider nicht viele Charaktere sympathisch, habe aber doch den ein oder anderen lieb gewonnen. 😊
    Und die unsympathischen Charaktere haben mich auch nicht davon abgehalten, die Geschichte zu genießen. Denn das habe ich definitiv. Die Geschichte muss einen einfach in ihren Bann ziehen. 😍
    Das Setting ist diesmal düsterer und trister und die politische Lage wird hier definitiv nicht außer acht gelassen. Das sollte man definitiv nicht außer acht lassen.
    Das Buch gibt es auch als Hörbuch. Erschienen ist dies im @argonverlag und gelesen wurde es von Anna Thalbach.

    𝕃𝕖𝕤𝕖𝕖𝕞𝕡𝕗𝕖𝕙𝕝𝕦𝕟𝕘? 👍🏻
    Definitiv eine Leseempfehlung von mir, wenn man spannend Geschichten mag.

    𝔼𝕦𝕣𝕖 𝕃𝕚𝕔𝕖𝕪 ☘️

  3. Cover des Buches Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück (ISBN: 9783944442402)
    Robert Scheer

    Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück

    (42)
    Aktuelle Rezension von: parden
    EIN PERSÖNLICHES MAHNMAL...

    Robert Scheer liebte seine Großmutter. Dies ist an und für sich nichts Besonderes, doch eigentlich ist es ein Wunder, dass es den Autor überhaupt gibt. Denn eigentlich hätte seine Großmutter Pici nicht überleben, nicht heiraten und keine Familie gründen dürfen. Denn dies war der Plan von Hitler und seinen Schergen. Doch als einzige ihrer weitverzweigten jüdischen Familie überlebte Pici ("die Kleine") seinerzeit die Gräuel des Holocaust.


    "Die Weisen sagen, das Ziel des Lebens sei das Leben selbst. Dem folgend habe ich das Ziel erreicht. Denn ich lebe noch." (S. 56)


    Zum 90. Geburtstag seiner Großmutter beschloss Robert Scheer, diese nach ihren Erlebnissen zu befragen, damit ihr Zeugnis bewahrt bleibt. Und wo Pici jahrzehntelang geschwiegen hat, öffnete sie sich ihrem Enkel gegenüber und gab Auskunft über helle und dunkle Jahre ihrer Vergangenheit.

    Die ersten zwei Drittel des Buches erzählen von Picis Familie und ihrer Kindheit in Rumänien. Dort wohnte die Familie ungarischer Juden und lebte vom Holzhandel des Vaters. Arm, kinderreich, aber zufrieden, so wie viele andere Menschen der kleinen rumänischen Stadt auch. Als etwas langatmig habe ich diese Schilderungen zeitweise empfunden, aber andererseits als durchaus legitim - holte sich Pici auf diese Art noch einmal alle Mitglieder iher großen Familie in ihre Erinnerung zurück, alle in den Jahren des Holocaust ums Leben gekommen.

    Die schlimmen Erlebnisse Picis nach dem Verlust ihrer Heimat in den 40er Jahren nach der Machtergreifung Hitlers nehmen entsprechend etwa ein Drittel des Buches ein. Die Vertreibung ihrer Familie aus der kleinen rumänischen Stadt, die Erfahrungen im Ghetto, die Deportationen in verschiedene Konzentrationslager, die Kälte, die Hitze, der Hunger, die Unmenschlichkeit, die Angst, die Krankheiten, das Trauma, der Tod - Dinge, über die es sicher auch nach 70 Jahren noch schwerfallen dürfte zu sprechen.

    Was mich bei der Lektüre verblüffte, waren die großen Erinnerungslücken Picis, die viele schreckliche Erlebnisse und Details ausgeblendet zu haben scheint.


    "Und auch für die folgenden Zeiten gibt es solche kleinen Momente, die völlig in meinem Gedächtnis fehlen, aber nicht so, dass ich sie nach Jahren vergessen hatte, sondern so, als hätten sie nichts mit mir zu tun gehabt. Vielleicht, weil mein Verstand dies alles nicht nachvollziehen konnte und von sich wegschob..." (S. 90)


    Entsprechend rudimentär erscheinen denn auch teilweise die Erinnerungen, Spotlights der Schrecken, wobei die Schilderungen selbst nahezu nüchtern erscheinen. Dennoch kommt das Grauen beim Leser an, die Bilder lassen sich ncht verdrängen, die Unfassbarkeit der Erinnerungen bricht sich Bahn. Zahlreiche in den Text integrierte Fotos (viele aus dem Privatbesitz des Autors) unterstreichen das Geschriebene, geben dem Erzählten ein Gesicht und verankern das Grauen in der Realität.

    Der Schreibstil ist einfach, erinnert zeitweise an einen ungeübten Schulaufsatz. Doch vieles ist in wörtlicher Rede wiedergegeben und dokumentiert so eher das Gespräch zwischen dem Enkel und seiner Großmutter Pici als dass es literarisch aufgearbeitet ist. Dieses Stilmittel der wörtlichen Rede unterstreicht in meinen Augen die Authentizität der Erzählung.

    Neben den bereits erwähnten Fotos gibt es - vor allem in dem vielseitigen Anhang - auch zahlreiche Kopien von alten Briefen, Dokumenten und Listen, die die Erinnerungen Picis in Raum und Zeit des Holocaust verankern. Hier hätte ich mir eine bessere Qualität der Darstellung gewünscht, denn viele der genannten Quellen waren durch eine blasse und verschwommene Kopie für mich tatsächlich kaum leserlich, was ich wirklich bedauerlich fand.

    Robert Scheer hat mit diesem Buch nicht nur seiner geliebten Großmutter ein Denkmal gesetzt, sondern mit Picis Erinnerungen auch ein persönliches Mahnmal geschaffen. Ein Buch 'Gegen das Vergessen', das sehr persönliche Einblicke gewährt.


    © Parden
  4. Cover des Buches Schuhhaus Pallas (ISBN: 9783423624640)
    Amelie Fried

    Schuhhaus Pallas

    (41)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Amelie Fried hat die Geschichte ihrer Familie nieder geschrieben. Anhand von Zeitdokumenten und begleitet von Bildern wird es besonders deutlich. Ein wichtiges SAchbuch zum Thema Juden im dritten Reich von der Bestsellerautorin Amelie Fried. Ganz nah bei uns ums Eck in Ulm, das macht das Buch noch wichtiger

  5. Cover des Buches Ausnahmezustand (ISBN: 9783406682926)
    Navid Kermani

    Ausnahmezustand

    (11)
    Aktuelle Rezension von: geraldrusch

    Kermani beschreibt sehr eindrücklch und auf eine sehr interessante Weise Erlbenisse in den Konfliktregionen dieser Welt. Dabei tritt er als objektiver Journalist, fühlender Mensch und weltgewadter Muslim auf. Diese sehr unterschiedlichen Perspektiven erzeugen, in Kombination mit einer mitreißenden Sprache, eine sehr intensive Leseerfahrung bei der man mehr über die besorgten Bürger der Krisengebiete erfährt. Die Art des Schreibens zieht einen einfach nur in den Bann und man hat das Gefühl dabei zu sein und die Widersprüchlichkeit zu empfinden, mit der er sich oftmals konfrontiert sieht.

  6. Cover des Buches Gegen Judenhass (ISBN: 9783462052718)
    Oliver Polak

    Gegen Judenhass

    (10)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Polaks flammender Appell gegen Antisemitismus und Xenophobie jeder Art. Neben eigenen Erfahrungen, die er als jüdischer Deutscher an Ablehnung durchleben mußte (bei denen man nur sprachlos zurückbleibt), beschreibt er auch negative Erlebnisse mit Fernsehmoderatoren und sonstigen Veranstaltern (bei denen man wünschte, er würde Roß und Reiter benennen), und legt dar, wie Vorurteile und Stereotype entstehen und wie sie zu bekämpfen sind. Bei mir rannte er mir dem Buch offene Türen ein, daß einige der schlimmen Ereignisse bei uns im Emsland stattfanden, beschämte mich zutiefst.
  7. Cover des Buches Der Pianist (ISBN: 9783548610689)
    Wladyslaw Szpilman

    Der Pianist

    (102)
    Aktuelle Rezension von: momos-bookshelf

    Mein Papa hat den Film geliebt und deswegen wollte ich das Buch dann lesen. Ich habe das Buch geliebt. Es ist die beste Erzählung dieser Zeit. Ich habe so sehr und so viel geweint. Wladyslaw tat mir so unglaublich leid. Alle. Es ging mir unter die Haut. Nachdem mein Papa nur den Film kannte und ich ihm teile hieraus erzählt habe, haben wir gemeinsam geweint.

  8. Cover des Buches Das Amulett (ISBN: 9783938230442)
    Conrad Ferdinand Meyer

    Das Amulett

    (1)
    Aktuelle Rezension von: parden

    DIE BARTHOLOMÄUSNACHT 1572...

    Die Erzählung 'Das Amulett' entstand aus der Beschäftigung C. F. Meyers mit der französischen Geschichte. Vor dem Hintergrund der Hugenottenverfolgung in Paris und der Bartholmäusnacht 1572 erleben wir die Freundschaft des jungen Calvinisten Hans Schadau mit dem Katholiken Wilhelm Boccard. Schadau reist nach Paris um seinem Vater nachzueifern, der unter dem berühmten Admiral Coligny gedient hatte, den Schadau glühend verehrt. 

    In einem Gasthof auf der Reise trifft Schadau Boccard sowie den Parlamentrat Chatillon und dessen vermeintliche Nichte Gasparde. Obwohl die beiden in religiöser Hinsicht ganz unterschiedliche Ansichten haben, befreunden sie sich und Boccard rettet seinem Freund dann zweimal das Leben. Aber es ist nicht nur die Geschichte einer Freundschaft die Meyer in 'Das Amulett' erzählt. Wir erfahren viel über geschichtliche Hintergründe, über teils bis heute andauernde Zwiste zwischen verschiedenen Religionen und erleben ihre Auflösung in Freundschaft und Liebe.

    Manch ein (Hör-)Buch verleitet zum eigenen Recherchieren parallel zum Gelesenen/Gehörten. So auch hier. Von der Bartholomäusnacht hatte ich bis dato noch nie etwas gehört, aber wie so oft, wenn ich durch Bücher historische Einblicke erhalte, stelle ich fest, dass sich Geschichte immer wieder wiederholt. Pogrome, Verfolgungen, Glaubenskriege, Rassismus, Fanatismus - und jeder meint sich im absoluten Recht. Immer aufs Neue erschreckend.

    Die Novelle ist eines der ersten Werke C. F. Meyers, von dem ich bislang auch noch nie etwas gehört habe, obschon er lt. Wikipedia neben Gottfried Keller und Jeremias Gotthelf zu den bedeutendsten deutschsprachigen Schweizer Dichtern des 19. Jahrhunderts zählte. 

    Geschildert wird die Erzählung aus der Ich-Perspektive des jungen Hugenotten Hans Schadau, und in knappem, meist sachlichem Schreibstil vorgetragen. Obwohl der Text nun nahezu 150 Jahre alt ist (die Novelle stammt aus dem Jahr 1873), ist er nach kurzer Eingewöhnung doch leicht verständlich.  

    Ulrich Hilke liest die ungekürzte Fassung (2 Stunden und 13 Minuten) in angenehmem Tempo, und seine markante Stimme passt hervorragend zu dem altertümlichen Text.

    Lesen/Hören bildet, das stelle ich immer wieder fest. Auch wenn ich auf manche Werke nur im Rahmen gewisser Challenges stoße, bin ich doch immer wieder angenehm überrascht von den 'Funden'. So auch hier... 

    Empfehlenswert!


    © Parden

  9. Cover des Buches Bubis Kinnertied. Tüsken Wieken un Wullgras (ISBN: 9783862824700)
    Detlef M. Plaisier

    Bubis Kinnertied. Tüsken Wieken un Wullgras

    (11)
    Aktuelle Rezension von: Harpo

    Die Originalgeschichte, welche aus den sogenannten Memoiren des Vaters des "Autors", bezogen wurde, hätte eigentlich das Potential zu einer wahrhaft erzählenswerten sein können. Leider macht es der Autor - wir mögen ihn so nennen - einem unmöglich die Geschichte zu genießen. Der Grund: Langweilig und überaus langatmig erzählt. Dazu auch noch schriftstellerisch wenig ausgereifte Stil, der es fast schon zum Kraftakt macht, sich durch das Ganze durchzuarbeiten.

  10. Cover des Buches Damals war es Friedrich (ISBN: 9783423427876)
    Hans Peter Richter

    Damals war es Friedrich

    (626)
    Aktuelle Rezension von: Mary2

    Der jüdische Junge Friedrich und der Ich-Erzähler sind 1925 geboren und wohnen im gleichen Mietshaus. In 30 episodenhaften Kapiteln begleiten die Leser die Jungen über eine Zeitspanne von 16 Jahren. Beleuchtet werden dabei familiäre Alltags-Erlebnisse, der Schulanfang, religiöse Feiern und der zunehmende Antisemitismus bis zur offenen Aggression und Lebensgefahr für jüdische Menschen. Am Beispiel der Jungen wird ebenfalls beleuchtet, wie junge Menschen zu Mittätern werden können und welchen Anfeindungen die Freundschaft ausgesetzt ist.

    Hanns Peter Richters Buch wurde bereits 1961 veröffentlicht, zu einer Zeit, als zahlreiche Zeitzeugen und auch Täter des Nazi-Regimes noch lebten. Es hat auf literarische Weise klar benannt, welche unfassbaren Taten geschehen sind und dass die Täter auch in der direkten Nachbarschaft zu finden waren.

    „Damals war es Friedrich“ war Schullektüre vor etwa 45 Jahren. Ich kann mich deutlich erinnern, dass mich das Buch damals außerordentlich beeindruckt hat. Der Re-Read hat noch einmal einen neuen Zugang eröffnet. Allerdings gibt es meiner Meinung nach inzwischen sehr viel mehr Jugend-Literatur zum Thema – oftmals auch noch differenzierter dargestellt als in dieser recht kurzen Episoden-Sammlung.

    Daher gibt es für mich aus heutiger Sicht 4 Sterne für das Buch.

  11. Cover des Buches Sophie Scholl - Wie schwer ein Menschenleben wiegt (ISBN: B09SLWQD98)
  12. Cover des Buches Der Rat der Gerechten (ISBN: 9783453270756)
    Katarzyna Bonda

    Der Rat der Gerechten

    (8)
    Aktuelle Rezension von: leserattebremen
    An der polnisch-weißrussischen Grenze treffen zwei Welten aufeinander, Weisrussen und Polen leben streng getrennt voneinander. Die Hochzeit der jungen Polin Iwona mit dem einflussreichen Weißrussen Piotr Bondaruk soll dennoch ein riesiges Fest werden, aber Konflikte sind vorprogrammiert. Kurz vor der Hochzeit verschwindet Iwona und die Profilerin Sasza Załuska, die zufällig vor Ort ist, ermittelt. Dabei stößt sie auf eine komplizierte Vergangenheit des Dorfes und auf weitere verschwunden Personen.
    Dies ist der zweite Fall rund um die Profilerin Sasza Załuska und der erste Krimi hatte mir gut gefallen. Von diesem Band war ich jedoch sehr enttäuscht. Ich fand die ganze Story sehr wirr und zusammenhangslos und bin überhaupt nur schwer in die Geschichte reingekommen. Man erfährt viel zu wenig über die Protagonistin, um sich ein Bild von der ganzen Situation machen zu können und die Rückblenden, die eingefügt werden, ergaben für mich zunächst überhaupt keinen Sinn. Die Vergangenheit des Dorfes spielt eine Rolle, das wird aber ohne roten Faden immer mal wieder eingeflochten, ohne dass man als Leser einen richtigen Bezug dazu bekommt. Dazu die Hintergrundgeschichte von Sasza, die einen alten Bekannten sucht, womit ich wenig anfangen konnte, obwohl in „Das Mädchen aus dem Norden“ auch gelesen hatte. Das ist allerdings auch schon zwei Jahre her, vielleicht war der Abstand dann doch zu groß, um daran anknüpfen zu können.
    Mir hat „Der Rat der Gerechten“ nicht gefallen, ich fand die Geschichte viel zu kompliziert und zusammenhangslos erzählt, um für mich eine echte Spannung entwickeln zu können. Die Handlung hat mich einfach nicht mitgenommen und auch die Hauptfigur Sasza Załuska fand ich viel zu flach und schemenhaft, leider eine ziemliche Enttäuschung.
  13. Cover des Buches Tod oder Taufe - Die Kreuzfahrer am Rhein (ISBN: 9783839200834)
    Jakob Matthiessen

    Tod oder Taufe - Die Kreuzfahrer am Rhein

    (28)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Dass bei einem Roman, der Fremdenhass, Fanatismus und Gewalt thematisiert, keine "schöne" Geschichte im eigentlichen Sinne zu erwarten ist, sollte vermutlich jedem klar sein - und in dieser Hinsicht hält der Roman, was er verspricht: "Tod oder Taufe" ist kein opulentes Mittelalterpanorama, sondern eine finstere Momentaufnahme, eine Geschichte, die bisweilen fast wie eine Doku über einen Terroranschlag daherkommt und die uns nicht nur einen Einblick in ein äußerst negatives Kapitel des Hochmittelalters gibt, sondern uns auch teilweise ein verzerrtes Spiegelbild der Moderne vorhält, in der Fremdenhass, Fanatismus und Gewalt keine Fremdwörter sind: Sehen wir nicht noch heute Übergriffe gegen Menschen, die nach der Meinung mancher verquerter Hirne "nicht ins Stadtbild passen", unser Land "ausnehmen" und sowieso "alle nur Kriminelle" sind? Fand nicht erst vor Kurzem ein konspiratives Treffen "alternativer" Politiker in Potsdam statt, auf dem so genannte "Masterpläne zur Remigration" ausgebrütet wurden? Und finden aktuell nicht genügend politisch motivierte Gräueltaten und Völkermorde in der Welt statt?

    Die Täter von damals - sie mögen tot sein, die Art ihrer Vorgehensweise, ihre Brutalität und ihr Hass, aber sind es nicht.

    In so weit ist ein Roman wie "Tod oder Taufe" natürlich höchst passend, leider zeitlos und liefert durchaus - und das ist wohl auch seine Intention - den einen oder anderen Schockmoment. 

    Von der Intention des Autors, die sich hinter dem Roman verbirgt, der "Heimholung" Jesu Christi ins Judentum, welche mit einer extremen Überhöhung des Judentums gegenüber dem Christentum und einer extremen Erniedrigung des Christentums gegen das Judentum einher geht, die so weit geht, dass Herr Matthiessen davon spricht, wie viel "Giftiges" sich in der Bibel verberge, distanziere ich mich absolut - hier wird eindeutig das Narrativ radikal-orthodoxer auf jüdischer Seite (und teilweise auch Israels ultra-rechter Netanyahu-Regierung) bedient! Besonders deutlich wird dieser Aspekt, wenn Matthiessen die Gewalttaten der christlichen Ritter (zu recht) verurteilt, Fanatismus auf jüdischer Seite jedoch undifferenziert durchgehen lässt: Die Fanatikerin Rachel, die sich und ihre Kinder in einem Freitod für den Glauben umbringt, wird für dies nicht etwa kritisiert, sondern Matthiessen stellt sogar ihren Einzug in den Himmel dar!

    Dieser Roman ist also ganz klar kein Plädoyer für Frieden zwischen verschiedenen Kulturen und gegen Extremismus, sondern vielmehr das genaue Gegenteil. Wenn Juden Extremisten sind, dann ist das in Matthiessens Welt in Ordnung. Das ist wohl die falsche Herangehensweise, um Extremismus, Fremdenhass und Pogrome zu kritisieren, und macht den Effekt des Romans dann auch zur Gänze kaputt.

    Wenn Herr Jakob Matthiessen vorhatte, mir neue Wut auf jüdische Siedler im Westjordanland und auf die Netanyahu-Regierung zu geben, und mich mit den Palästinensern in Gaza und im Westjordanland zu solidarisieren, ist ihm das zumindest geglückt.

    Ein Aufruf zu Toleranz ist ihm nicht gelungen! Statt Antisemitismus aus dem Weg zu räumen und Extremismus zu verurteilen, tut der Autor mit seinem Werk exakt das Gegenteil!

    Daher rate ich von "Tod oder Taufe" letztlich ab. Zwei Sterne für den Schreibstil und die Tatsache, dass die Zeit um 1100 bildhaft dargestellt wurde.

    Ansonsten: Nein, danke!

    Gott sei Dank gibt es auch Autoren, die das Thema Fremdenfeindlichkeit in früheren Zeiten besser umgesetzt bekommen, wie z.B. Rainer M. Schröder mit "Das Vermächtnis des alten Pilgers", der in seinem Buch das selbe Pogrom von 1096 thematisiert, dabei aber den christlichen und den jüdischen Glauben gleichwertig darstellt und Fanatismus auf beiden Seiten verurteilt, außerdem es noch schafft, ein paar weitere Aspekte in die Geschichte einfließen zu lassen, die zu der Gewalt führten, und es hinbekommt, liebenswerte Charaktere zu erschaffen ... Aber um das zu können, muss der Autor eben selbst ein toleranter Geist sein!

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