Bücher mit dem Tag "politiker"
125 Bücher
- Cecelia Ahern
Flawed – Wie perfekt willst du sein?
(1.198)Aktuelle Rezension von: BuchspinatZum Inhalt:
Celestine führt ein gutes Leben. Ihre Familie gilt als perfekt. Sie gilt als perfekt. Niemand hat etwas auszustehen. Nicht wie die Menschen, die von der Gilde als „fehlerhaft“ beurteilt und ebenso gebrandmarkt und aus der Gesellschaft ausgestoßen werden. Celestine hat eine große Zukunft vor sich und ist glücklich verliebt in Art – den Sohn des obersten Richters der Gilde. Doch dann passiert eines Morgens im Bus etwas, dass Celestines Leben vollkommen aus der Bahn wirft und plötzlich gilt sie selbst als „fehlerhaft“.
Meine Meinung:
Eine Dystopie, die so absurd erscheinen mag beim Lesen und dennoch – wenn man die täglichen Nachrichten liest und hört – in vielen Dingen eine erschreckende Parallele zur gesellschaftlichen und politischen Entwicklung – nicht nur in unserem Land – geworden ist.
Menschen, die nicht den Grundsätzen der Gilde entsprechen und moralisch einwandfreie Menschen sind – wobei die moralischen und ethischen Grundsätze praktischerweise direkt von der Gilde definiert werden – werden als fehlerhafte Menschen gebrandmarkt. An der Schläfe, der rechten Hand, am Brustkorb oder auf der Zunge. Je nach ihrem Vergehen.
Da ist z.B. die junge Frau, die ihre schwerkranke Mutter zum geplanten Suizid ins Ausland begleitet hat und dadurch „fehlerhaft“ wurde.
Das Leben als „fehlerhafter Mensch“ ist schlimm. Nur Grundnahrungsmittel, Ausgangssperre, schlechte Arbeitsbedingungen, ständige Überwachung und viele Repressalien mehr bestimmen den Alltag einer fehlerhaften Person.
Das Celestine eine fehlerhafte Person werden könnte, erscheint ihr vollkommen absurd, doch dann – eines morgens auf dem Weg zu Schule – droht ein fehlerhafter älterer Herr im Bus zu kollabieren. Niemand hilft ihm. Nicht fehlerhaften Menschen ist nämlich das Helfen von fehlerhaften Menschen untersagt. Sonst werden sie selbst zu fehlerhaften Menschen verurteilt.
Celestine kann nicht einfach zusehen, wie der Mann vor ihren Augen stirbt. Egal, ob das erlaubt ist oder nicht. Also greift sie ein. Als Einzige. Alle schauen zu und nehmen in Kauf, dass der Mann vor ihren Augen sterben könnte.
Sie wird verhaftet. Richter Crevan bietet ihr einen Ausweg an. Das Einzige, was sie dafür tun muss, ist zu behaupten, dass sie nicht geholfen hat, sondern nur ihre Mitmenschen vor dem fehlerhaften Mann beschützen wollte und der fehlerhafte Mann selbst an der Situation schuld ist. Dann würde alles wieder gut werden.
Doch das wäre gelogen. Das wird ihr sehr schnell klar. Und Celestine – trotz großer Angst vor dem Leben als Fehlerhafte – stellt plötzlich das gesamte Regime in Frage und kann es nicht mit ihren eigenen ethischen Grundsätzen vereinbaren, zu lügen.
Was dann geschieht? Das verrate ich Euch nicht. Nur so viel: Celestine wird zum Aushängeschild einer Revolution, die längst überfällig ist. Eine Revolution, in der die Menschen, die unterdrückt werden, die nicht dem gesellschaftlichen Standard entsprechen, aufbegehren. Einer Revolution gegen eine Gesellschaft, in der die Menschen mit Angst und Drohungen stillgehalten werden, damit die Machthaber ihre Macht behalten und ausbauen können.
Menschen, die Sachverhalte und Situationen hinterfragen, sind für Diktatoren und ähnliche Konstrukte sehr gefährlich. Also müssen sie klein gehalten werden. Das geschieht am besten, in dem man Angst schürt. Immer wieder. In dem man Exempel statuiert.
Doch Celestine ist nicht allein. Das wird ihr allmählich bewusst – als sie sich auf die Suche nach Informationen begibt. Ihr Tun ist gefährlich, doch sie kann nicht mehr zurück. Fehlerhaft ist sie sowieso. Dann kann sie auch dafür kämpfen, dass sich etwas ändert. Denn viel schlimmer kann es nicht mehr werden…
Die Geschichte geht unter die Haut und oftmals bin ich beim Lesen unfassbar wütend geworden. Auf Menschen, die ein System ungefragt kaufen. Die sich einreden lassen, dass ethische Grundsätze „fehlerhaft“ sind. Die Menschen vorverurteilen und sie auf unaussprechliche Art und Weise aus der Gesellschaft ausschließen. Weil sie nicht ins Bild passen. Weil sie anders sind. Sich anders entschieden haben.
Schon immer werden Menschen, die nicht „perfekt“ in unsere Gesellschaft passen, diskriminiert und ausgegrenzt. Ob damals zu Zeiten der Sklaverei, der Apartheit, des zweiten Weltkriegs. Sei es bei Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung, Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen mit LGBTQ-Hintergrund. Menschen, die Bürgergeld beziehen oder aus anderen Gründen nicht in die Gesellschaft passen. Die Liste ist noch lange nicht am Ende.
Das bringt mich zu folgender Frage: wer definiert denn, wer in einer Gesellschaft überhaupt perfekt ist und dazugehören darf? Und wer nicht? Wer entscheidet das?
Das muss aufhören. Jeder Mensch ist wertvoll. Einzigartig. Und auf seine Weise perfekt.
Denn – um Margot Friedländer zu zitieren: „Es gibt kein jüdisches, kein muslemisches und kein christliches Blut. Es gibt nur menschliches Blut. Drum sei Mensch!“
Meine Rezension findet Ijr auch auf www.buchspinat.de - Audrey Carlan
Calendar Girl - Berührt (Calendar Girl Quartal 2)
(665)Aktuelle Rezension von: Chrissi_liebtIn den Frühlingsmonaten April, Mai und Jun hängt Mias Herz noch an ihrem letzten Kunden. Und das obwohl der neue Kunde ein unfassbar gutaussehender Baseballspieler ist. Wie auch in dem vorherigen Band hing ich an den Lippen von Mia Saunders, der Erzählerin - dem Calendar Girl. Jeden Monat steht Mia vor neuen Herausforderungen und manchmal wünscht man sich, dass der Monate nie enden würde. Optisch ist das Cover wie das letzte Band wunderschön gestaltet. Ich freue mich bereites auf die Sommermonate und die neuen Männer in Mias Leben. Ich bin froh, dass diese Serie aus mehreren Teilen besteht.
- Marc-Uwe Kling
QualityLand (QualityLand 1)
(886)Aktuelle Rezension von: Trishen77Stanislaw Lem wird der Satz zugeschrieben: "Ein Zukunftsroman hat entweder absolut nichts mit den bestehenden Verhältnissen zu tun oder er kritisiert sie." Wilhelm Busch, der unverbesserliche Spaßmacher, schrieb einmal: "Was man ernst meint, sagt man am besten im Scherz." Diese beiden Sätze fielen mir immer wieder ein, während ich "Qualityland" las. Erster aus simplen, zweiter aus komplexeren Gründen, die weiter unten noch einmal aufgegriffen werden.
Ich habe, nach der erheiternden und teilweise inspirierenden Lektüre von Marc-Uwe Klings neustem Wurf, noch lange über diesen Roman nachgedacht. Irgendwie war ich trotz aller Freude, die ich beim Lesen empfunden hatte (hervorgerufen durch Gags, geniale Einfälle, wunderbare Spitzen und die hier und da eingestreuten Zitate und Verweise auf Popkultur, Geschichte und Wissenschaft, oft mit skurrilem Einschlag), nicht ganz sicher, wie ich das Buch verorten sollte. Sprachlich eher einfach und straight (wenn auch immer wieder mit gekonnten Stilwechseln und einer generellen Sicherheit im Ton, in der Darstellung), die Figurenzeichnung wunderbar komisch, aber nicht gerade tiefgründig und vielschichtig. Es wäre wohl auch unsinnig, solche Maßstäbe an ein Buch anzulegen, das seinen Fokus auf Themen und nicht auf Figuren legt.
"Peter muss sich nicht die Mühe machen, relevante Informationen zu finden. Die relevanten Informationen machen sich die Mühe, Peter zu finden."
"Qualityland" ist eine Zukunftsvision, doch ich zögere, es einen Sci-Fi Roman zu nennen, weil die darin beschrieben technischen Errungenschaften mit algorhytmischen Tendenzen im Prinzip nur die ausgewachsenen, (noch) totalsierteren Versionen der Einrichtungen und Systeme von heute darstellen. Natürlich hat Marc-Uwe Kling auch einige schöne Erfindungen erdacht – aber im Prinzip basiert die von ihm erschaffene Welt auf dem Weiterdenken und Zuspitzen derzeitiger Erscheinungen und Entwicklungen; knapp an der Übertreibung vorbei, aber eigentlich sehr realistisch, geradezu gegenwärtig, zeitgeistig; deswegen mein Zögern, „Qualityland“ einen Sci-Fi-Roman zu nennen. Aber auch Bezeichnungen wie „Satire“ würden zu kurz greifen.
Wie einst George Orwell oder Aldous Huxley, gibt Kling seiner Welt zunächst den Anstrich einer utopischen Ausrichtung (wenn das Buch auch in zwei Versionen erhältlich ist, von denen eine mit utopischen Intermezzos, die andere mit dystopisch-zynisch-satirischen Intermezzos versehen ist; am Ende des Buches befinden sich ein QR-Code und ein Link, mit dem man sich die Inhalte des jeweils anderen Buches ansehen kann, sodass ein doppelter Kauf nicht nötig ist). In dieser Utopie ist personalisierte Digitalisierung in ihre Vervollkommnung eingetreten: jede/r findet den/die richtige/n Partner*in, die richtigen Freund*innen, bekommt die richtigen Gebrauchsgegenstände geliefert, ihm/ihr wird die passende Werbung angezeigt und es gibt eigentlich nichts, was der Mensch noch selbst machen muss, außer sich seiner Prägung entsprechend zu verhalten oder hier und da eine Aufstiegschance zu nutzen oder den potentiellen Abstieg zu verhindern, der ihn zur Nutzlosigkeit verdammen würde.
Für diese durch-personalisierte Welt, die trotzdem von monopolistischen und totalitären Firmen und Dienstleistern quasi kontrolliert wird und in der es endgültig zu einer klar hervortretenden Klassengesellschaft gekommen ist, hat der Autor viele schöne Beispiele arrangiert, angefangen bei den Nachnahmen der Menschen, die den Berufen ihrer Eltern entsprechen, über einen Date-/Liebesdienst, der die Profile seiner Kund*innen einfach zusammenbringt & die angesprochenen Intermezzi, die meist aus absurd anmutenden Produktwerbungen und Nachrichtenmeldungen bestehen, bis hin zu vielen personalisierten Produkten:
"In der Schule, sagt Peter, hatte ich mal eine Freundin, in deren Version von Game of Thrones keine einzige Figur gestorben ist. Die haben immer nur eine Sinnkrise bekommen und sind ausgewandert, oder so."
Diese ganze Charade wirkt immer wieder aberwitzig, ist aber bei genauer Betrachtung selten weit von der Wirklichkeit entfernt, sodass es einen schon ein bisschen gruseln könnte, würde man es nicht gerade so witzig finden, was dem Protagonisten von seiner Umwelt alles zugemutet wird. Allerdings sollte man sich dann auch mal fragen, was einem selbst so alles zugemutet wird – und noch zugemutet werden könnte. Denn Peter Arbeitsloser ist eben nicht nur die Fortsetzung des Kleinkünstlers mit anderen Mitteln – er ist auch der Nachfahre einer Gesellschaft, die sich vom System übervorteilen ließ.
"-Ich hab es einfach satt, dass immer keiner verantwortlich ist. Immer ist das System schuld. Aber es gibt eben doch auch Leute, die dafür verantwortlich sind, dass das System ist, wie es ist!-"
Die Herren der Welt, wie Noam Chomsky sie nannte. Bei Marc-Uwe Kling treten sie als Witzfiguren auf, als selbstzufriedene und blöde Fatzkes (wie schon im Känguru, an der Stelle hat sich nix verändert), die entweder nicht den Intellekt haben, die Situation zu durchschauen oder nicht die moralische Integrität, sie zu ändern (manchmal erstaunlicherweise auch beides). Dass es vor allem der Stumpfsinn ist, der in den Köpfen dieser Herr*innen der Welt regiert, der blinde und unreflektierte Systemglaube, ist gleichsam entlarvend, aber hier und da wirkt dieses brachial-plumpe Pochen auf dieser Dummheit auch etwas vereinfacht. Natürlich: wer sich umsieht, wird merken, dass wir in einer teilweise ziemlich pervertierten Welt leben und viele Schriftsteller*innen haben den Fehler gemacht, ihren Charakteren nicht das übliche Maß an Dummheit zuzumuten, das nun mal durchaus in der Welt draußen floriert. Trotzdem: manches, was haarsträubend genug ist, wird so allzu sehr zur Karikatur, hinter der die beunruhigenden Facetten der Machtpositionen nicht mehr ganz hervorlugen.
Wirklich beeindruckend an „Qualityland“ ist, wie Kling darin immer wieder Dialoge entspinnt, in denen ganz klar die Problematik und nicht nur die Komik des derzeitigen Systems und seiner Entwicklung hervorgehoben wird. Und nicht nur das: es werden konkrete philosophische und soziologische Dilemmata aufgeworfen und diskutiert, mit einer Leichtigkeit und Unwillkürlichkeit, die etwas leicht Gestelltes, aber auch etwas Geniales, Treffliches haben – vor allem wenn das Gespräch zwischen einem selbstfahrenden Auto und Peter Arbeitsloser stattfindet:
"-Weißt du, was der entscheidende Unterschied zwischen euch und uns ist?-
-Was denn?-
-Wenn ein selbstfahrendes Auto einen Fehler macht, lernen alle anderen Autos durch diesen Fehler und machen ihn nicht wieder. Unterschiedliche Menschen machen immer wieder den gleichen Fehler. Ihr lernt nicht voneinander.
- Ich verrate dir mal was-, sagt Peter. -Oft macht sogar derselbe Mensch den gleichen Fehler noch mal.-
Diese Zusammenführung von komischer und kritischer Perspektive, von Witz und Nachdenklichkeit, von Lachen und Entsetzen manchmal, ist der bewundernswerteste Zug dieses Buches. Und ebenso erstaunlich ist, dass ich mir immer wieder gewünscht habe, dass es an der einen Stelle mehr ins Kritische, an der anderen mehr ins Komische, Anspielungsreiche geht und am Ende doch sagen muss: die Mischung macht’s. Nicht nur im Hinblick auf die Unterhaltung, sondern auch im Hinblick auf das Kritische. Vielleicht hatte Wilhelm Busch Recht.
Wer in letzter Zeit wie ich Bücher wie „Was auf dem Spiel steht“ von Philipp Blom oder Noam Chomskys „Requiem auf den amerikanischen Traum“ gelesen hat, wird zweifellos ähnlich zweischneidig auf dieses Buch blicken, wo andere die entlarvende Komik einfach als eigenständige Erscheinung feiern werden – was ja auch wunderbar und vollkommen okay ist. Ich selbst komme, wie schon angedeutet, nicht umhin, eher die inspirierenden, kritischen Ansätze zu bemerken und mich zu fragen: wie ernst werden die Leute nehmen, was Kling hier präsentiert? Werden sie in der Komik das Entlarvende sehen oder doch eher das Überzeichnete? Werden sie in Passagen wie der folgenden (in denen der hyperintelligente Androide und Präsidentschaftskandidat John gerade von einer Wahlkampfveranstaltung fliehen musste) die Pointe genießen oder erkennen, dass sie die darin formulierte Problematik direkt und unausweichlich betrifft?
"-Ich muss zugeben, es ist schwieriger als ich berechnet hatte-, sagt John.
-Was genau?-, fragt Aisha.
-Eine Antwort auf Betrand Russells Frage zu finden.-
-Wer?-, fragt Tony.
-Ein toter englischer Philosoph-, sagt Aisha. -Er hat gesagt: Die Frage heute ist, wie man die Menschheit überreden kann, in ihr eigenes Überleben einzuwilligen-" - Julie Clark
Der Tausch – Zwei Frauen. Zwei Tickets. Und nur ein Ausweg.
(515)Aktuelle Rezension von: pw1Die Idee finde ich super: Zwei Frauen tauschen ihre Leben, indem sie einfach die Flug-Bordkarten nach dem Einchecken tauschen. Ich kann mir vorstellen, dass die Idee Identitätstausch für einen Thriller nicht neu ist, aber diese ist super umgesetzt.
Ich fand die Geschichte sehr fesselnd und einfühlsam. Es wird im Wechsel aus der Sicht der beiden Frauen erzählt. Claire, die ihrem gewalttätigen Ehemann entkommen will, und Eva, die sich naiv mit dem Organisierten Verbrechen eingelassen hat, und davon weg will.
Aufgefallen ist mir, dass Claires Kapitel in der Ich-Form geschrieben sind, während Evas Geschichte in der dritten Person erzählt ist. Dadurch fühlte ich mich automatisch Claire noch ein wenig näher. Habe sehr mit ihr mitgefiebert.
Begrüßt habe ich, dass das ein ziemlich unblutiger Thriller ist. Die Twists darin sind nicht zu verachten. Das Ende sehr passend. Alles überaus stimmig.
- Nikola Hotel
Ever – Wann immer du mich berührst
(468)Aktuelle Rezension von: UVoiMeiner Ansicht nach hebt sich Ever deutlich von vielen Romantasy-Büchern ab, die derzeit typische Genre-Elemente eher unbeholfen oder unlogisch kombinieren. Die Autorin nimmt sich Zeit, um eine stimmige Atmosphäre entstehen zu lassen.
Besonders berührt hat mich die ruhige, klare Botschaft des Romans. Das Zitat „Die Richtung, in die du gehst, ist wichtiger als dein Tempo“ bringt das sehr schön auf den Punkt. Entwicklung wird hier nicht als hastige Held:innenreise erzählt, sondern als etwas Persönliches und Fragiles.
Sehr gelungen ist auch die Gegenüberstellung von körperlicher und emotionaler Stärke. Ever zeigt, dass wir manchmal unsere Schwächen überwinden müssen – und manchmal unsere vermeintlichen Stärken loslassen –, um zu wachsen und zu heilen.
Besonders toll fand ich außerdem die Beschreibung seiner Tätigkeit und Passion als Physiotherapeut. Seine Arbeit wirkt nicht wie ein beiläufiges Detail, sondern wie eine echte Berufung, die man ihm vollkommen abnimmt.
Insgesamt hat mich das Buch emotional abgeholt und nachhaltig berührt. Nice.
- Gudrun Pausewang
Die Wolke
(954)Aktuelle Rezension von: Perse- Details:
Ausgabe: Taschenbuch
Erscheinungsjahr: 1987
Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Verlag: Ravensburger
Genre: Jugendliteratur
Seitenanzahl: 223
- Inhalt:
Was niemand wahrhaben wollte, passiert: Deutschland erlebt einen atomaren Unfall. Die 14 Jährige Janna-Berta verliert ihre Familie und ist auf sich allein gestellt.
- Wie das Buch zu mir gefunden hat:
Das Buch hat mich über ein Verschenke - Regal gefunden. Ich habe damals den Film im Schulunterricht gesehen und wollte schon immer das Buch dazu gelesen haben, jetzt habe ich es endlich getan...
- Meinung:
Das Thema dieses Buches ist nicht ohne. Gudrun Pausewang erzählt klar, hart und authentisch. Ich finde, dass einen beim Lesen der harte Realismus dieser Welt trifft. Es ist nicht alles "Friede, Freude, Eierkuchen" in der Welt, in dieser Gesellschaft und Politik.
- Fazit:
Zu Recht den Jugendliteraturpreis 1988 gewonnen. Dieses Werk gehört für mich zur Pflichtlektüre!
- Empfehlung:
Für alle, die qualitativ hochwertige Jugendliteratur suchen und/oder Fans von Gudrun Pausewang sind.
Eine Kauf- und Leseempfehlung von mir!
- Tipp:
Schaut euch den gleichnamigen Film von 2006 an.
- Lieblingszitate:
"Kein Ton von den Herren, die so gerne reden."
Prolog - Seite 7
"Versagen ist menschlich. Mit Versagen nicht zu rechnen, ist verantwortungslos und unmenschlich.''
Prolog - Seite 9
"»Ruhe ist die erste Bürgerpflicht.«"
Kapitel 1 - Seite 23
"»Handeln Sie mit Verantwortungssinn!«"
Kapitel 2 - Seite 33
"Das also würde der neue Unterschied zwischen Arm und Reich sein."
Kapitel 8 - Seite 127
"»Die Leute fangen schon wieder an zu vergessen«,..."
Kapitel 10 - Seite 153
"»Menschen sind zu allem fähig«,..."
Kapitel 10 - Seite 154
- Jonas Jonasson
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand
(141)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderAllan Karlsson wird 100 Jahre alt. Das Pflegeheim in dem er lebt bereitet eine große Feier vor. Er hat aber keine Lust darauf und hat für den Tag einen ganz anderen Plan. Weil die strenge Schwester heute Aufsicht hat, verschwindet er einfach aus dem Fenster seines Zimmers. Er stolpert über einen Koffer, lernt merkwürdige Gestalten kennen und befindet sich schon bald im Mittelpunkt der schwedischen Nachrichten. Es geht um Entführung, Mord und einen großen Raub. Allan lässt das relativ kalt, denn in seinen 100 Jahren hat er schon soviel erlebt und durchlebt. Zahlreiche wichtige Persönlichkeiten hat er kennen gelernt und war nicht nur einmal ein wichtiges Rädchen im großen Rad der Geschichte. In Rückblenden erleben wir seine Jugend, das Erwachsen werden, die Zeit im Krieg, berufliche Erfolge, Misserfolge, Gefangenschaften und große Heldentaten und die Liebe.
Das Buch avancierte zum Bestseller und schlich sich quasi ohne große Werbung auf Platz 1 der Bestsellerlisten. Jetzt kennt fast jeder den Titel und es ist schön, dass so ein hervorragend geschriebenes Buch zum Bestseller wurde und in so viele Herzen kam. Allan Karlsson ist ein unkonventioneller Held und man muss ihn einfach lieb haben. >Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand< ist ein großartiges Buch, dass ohne Klischees, Pathos und falschen Gefühlen auskommt und einfach durch eine besondere Sprache und einen tollen Helden funktioniert.
- Anette Hinrichs
Nordlicht - Die Tote am Strand
(163)Aktuelle Rezension von: Blackfairy71Das Böse kennt keine Grenzen – Zwei Länder, zwei Ermittler, ein Mord…
Im beschaulichen Küstenort Kollund an der deutsch-dänischen Grenze wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Die Tote wird als Liva Jorgensen identifiziert, die zwölf Jahre zuvor verschwand. Jetzt stellt sich heraus, dass Liva jahrelang unter falschem Namen in Deutschland gelebt hat. Was ist damals wirklich geschehen? Vibeke Boisen, gerade frisch als Leiterin der Flensburger Mordkommission angetreten, und ihr dänischer Kollege Rasmus Nyborg rollen den Fall wieder auf und stechen damit in ein gefährliches Wespennest.
„Die Tote am Strand“ ist der erste Fall für das deutsch-dänische Ermittlerteam Vibeke Boisen und Rasmus Nyborg. Inzwischen gibt es sechs Teile der Reihe „Nordlicht“ und im nächsten Jahr erscheint der siebte.
Vibeke Boisen ist 36 Jahre alt und lebt in Flensburg. Aufgewachsen ist sie bei ihren Adoptiveltern Elke und Werner. Ihre leibliche Mutter hat sie nie kennengelernt. Werner, selbst Polizist, hat sie nach einem Einsatz als kleines Mädchen zu sich genommen. Für Vibeke sind die beiden ihre Eltern. Deswegen ist es besonders schwer für sie, dass Werner zur Zeit nach einem Schlaganfall im Krankenhaus im Koma liegt.
Vibeke ist bodenständig, hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und hält sich stets an die Regeln. Deswegen hat sie auch immer wieder Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit mit dem dänischen Kollegen Rasmus Nyborg von der Polizei Esbjerg in Südjütland. Dieser ist zwar ein brillanter Ermittler, aber eher ein Bauchmensch und er gibt nicht viel auf Konventionen. Nach der Scheidung von seiner Frau lebt der Sechsundvierzigjährige in einem alten Bulli. Der Tod seines fünfzehnjährigen Sohnes hat ihn tief getroffen und letztendlich seine Ehe zerstört.
Trotzdem müssen sich die beiden zusammenraufen, um den Tod von Liva Jorgensen aufzuklären. Auch der Rest des Teams passt gut dazu, jeder hat seine Eigenheiten und besonderen Fähigkeiten und kann so zur gemeinsamen Arbeit beitragen. Zum Schmunzeln fand ich manchmal auch, wenn das „typisch deutsche“ oder das „typisch dänische“ erwähnt wird. Das macht das Ganze sehr authentisch.
Ein gelungenes Krimidebut. Von Anfang bis Ende habe ich mich gut unterhalten gefühlt. Die Spannung wird durch viele Überraschungen und Wendungen aufrecht erhalten, immer wieder gibt es neue Ermittlungsansätze.
Auch der flüssige Schreibstil hat mir gut gefallen, ebenso wie die anschauliche Beschreibung der Gegend im Grenzgebiet Südjütland und die Arbeit der dortigen Behörden.Meistens wird aus Sicht von Vibeke oder Rasmus erzählt, ein paar Mal aber auch aus der anderer Charaktere.
Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiter verfolgen und freue mich schon auf den 2. Teil.
- Marc Raabe
Der Morgen (Art Mayer-Serie 1)
(321)Aktuelle Rezension von: TGerwert„Der Morgen“ von Marc Raabe: Ein Thriller-Feuerwerk, das die Nacht zum Tag macht!
Marc Raabes „Der Morgen“ ist der explosive Auftakt zur Art-Mayer-Reihe und hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen.
Als passionierter Thriller-Leser war ich auf der Suche nach einem Buch, das Spannung, Tiefe und unvorhersehbare Wendungen vereint – und genau das hat Raabe hier meisterhaft geliefert. Dieses Werk ist nicht nur ein Pageturner, sondern ein echtes Highlight im Genre!
Im Zentrum steht Art Mayer, ein Ermittler, dessen vielschichtige Persönlichkeit sofort fasziniert. Rau, verletzlich, unnachgiebig – ein Charakter mit Ecken, Kanten und Vergangenheit, der dennoch menschlich bleibt und dessen emotionaler Kern tief berührt. Es macht enorme Freude, ihn auf seinem Weg zu begleiten und Stück für Stück mehr über ihn zu erfahren. Man spürt schon jetzt: Diese Figur hat das Potenzial, zu einer der beliebtesten Ermittlergestalten der deutschen Thrillerlandschaft zu werden.Auch seine junge Kollegin Nele ist ein interessanter Charakter, sie ist neu im Job, aber sehr ehrgeizig und willensstark. Nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten werden Art und Nele zu einem guten Team deren Basis ein tiefes Verständnis füreinander ist Ich habe die beiden auf jeden Fall schon mal in mein Leseherz geschlossen.Bin gespannt wie sich die beiden in den folgenden Bänden weiterentwickeln.
Schon mit Tom Babylon hat Marc Raabe ja gezeigt, dass im tiefgründige Charaktere und deren Entwicklung sehr liegen. Der Kriminalfall im vorliegenden Buch ist ziemlich verwickelt und zunächst undurchschaubar. Der Leser begreift schnell, dass die Fälle der ermordeten Frauen mit den Ereignissen in der Vergangenheit zusammenhängen müssen, aber es dauert eine Weile, bis den Romanfiguren im fortlaufenden Handlungsstrang die Spitznamen der damaligen Jugendlichen zugeordnet werden können. Dabei legt der Autor geschickt falsche Fährten – und am Ende kommen Umstände ans Licht, die zuvor überhaupt nicht absehbar waren. Dementsprechend bleibt das Buch trotz des beachtlichen Umfangs von knapp 600 Seiten bis zum Schluss spannend.
Die Spannungskurve steigt dabei kontinuierlich, und die Twists kommen so clever platziert, dass ich mehrmals laut aufgestöhnt habe – vor Überraschung und Begeisterung! Besonders die Verknüpfung von aktuellen Themen wie Manipulation und Machtmissbrauch mit einer packenden persönlichen Geschichte macht das Buch zu etwas Besonderem.Raabes Stil ist gewohnt kraftvoll und präzise. Er versteht es meisterhaft, düstere Spannungskulissen aufzubauen, ohne je ins Klischee abzurutschen. Die Szenen sind plastisch, das Erzähltempo perfekt balanciert – mit intensiven, erschütternden Momenten, aber auch stillen Passagen, die einen mitten ins Herz treffen. Besonders beeindruckend ist, wie subtil Raabe gesellschaftliche und moralische Fragen einwebt, ohne den Lesefluss zu unterbrechen.
Fazit: „Der Morgen“ ist ein brillanter Thriller und ein Auftakt, der Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern übertrifft. Ein atmosphärisches Meisterwerk voller Tiefe, Dramatik und menschlicher Abgründe. Für Fans intelligenter Spannungsliteratur ein absolutes Muss – und für alle anderen die perfekte Gelegenheit, in eine neue, hochkarätige Thrillerreihe einzusteigen.
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ – uneingeschränkte Leseempfehlung!
- Heike Specht
Die Frau der Stunde
(141)Aktuelle Rezension von: Kwinsu1978, ein Jahr, das Veränderung einläutet: Catharina Cornelius ist bereits nah an der politischen Machtzentrale, als sie durch eine grobe Verfehlung des Außenministers unverhofft dessen Position einnimmt. Als Frau hat sie es nicht nur schwer, nein, sie muss besonders hart kämpfen, um von der tief patriarchalen, internationalen Politikwelt ernst genommen zu werden: sie ist nicht nur eine Frau, sondern auch noch unverheiratet und kinderlos. Während sich die Männerwelt irritiert, ignorant, intrigant und höchst chauvinistisch zeigt, steht sie ihre Frau, auch wenn sie im Privaten durchaus Sorgen hat. Ihre Affäre mit einem anerkannten Journalisten darf nicht an die Öffentlichkeit geraten, eine ihrer besten Freundinnen, eine iranische Dokumentarfilmerin, hofft inbrünstig auf die Revolution und Absetzung des Shahs und will vor Ort dabei sein und auch eine andere Freundin bereitet ihr Sorgen. Jetzt heißt es keine Schwäche zeigen…
Ich war ja von der inhaltlichen Beschreibung sehr angetan - politische Machtspiele und dann ist noch eine (fiktive) Frau im Mittelpunkt in dieser umbruchhaften Zeit - genau nach meinem Geschmack - dachte ich zumindest. Ehrlich gestanden hat es aber ewig gedauert, bis ich in das Buch gefunden habe, eigentlich habe ich das auch nur für einen kurzen Moment. Ich weiß nicht warum, aber über weite Strecken fand ich es schlicht langweilig. Der Schreibstil ist recht nüchtern, was ich grundsätzlich mag, aber irgendetwas fehlte mir. Die Geschichte plätschert so dahin, es passiert viel, aber es fehlt irgendwie jegliche Emotion, ich konnte nie wirklich in die Gedanken- und Gefühlswelt der Protagonistin eintauchen. Ich hatte immer das Gefühl, als wäre die Hauptfigur nur eine Nebendarstellerin. Vielleicht war es von der Autorin beabsichtigt, eben nicht emotionsgeladen zu schreiben, ist die Hauptfigur doch eine Frau und ich mutmaße, dass sie dieser Frauen zugeschriebenen Eigenschaft der Emotionalität nicht stereotyp begegnen wollte, allerdings ist das beinah völlige Nichtbeschreiben von Emotionen halt auch unglaubwürdig.
Im letzten Drittel des Buches wird es kurzzeitig wirklich spannend und ich dachte mir: jetzt kratzt die Geschichte die Kurve. Es war kurz fesselnd, nur um am Ende eine Geschichte nicht aus zu erzählen und uns mitten im Geschehen zurück zu lassen. Das finde ich so schade, weil die Geschichte wirklich gutes Potential hat: eine Frau in den 70ern kommt an die Macht, muss sich gegen konservativste Männer beweisen, während in einem anderen Teil der Welt ihre Freundin Hoffnung auf eine positive Änderung in einem schwenderisch aristokratischen Land hegt, die sich schon kurz nach dem Umsturz in Luft auflöst - und zudem erschreckend aktuell ist. Man kann nicht einmal sagen, das alles oberflächlich bleibt, denn mir fehlte hier jegliche Oberfläche, an der man sich irgendwie festhalten konnte.
Mein Fazit: "Die Stunde der Frau" verspricht eine höchst spannende Geschichte in einer Zeit des großen Umbruchs, sei es frauengesellschaftlich, als auch politisch - in Deutschland und im Iran. Leider kann sie das Versprechen nicht halten, ist sie doch für meinen Geschmack zu unrealistisch emotionslos und auch nicht sonderlich gut geplottet. Wie andere Buchbesprechungen zeigen, konnte sie aber andere Leser*innen durchaus überzeugen.
- Martin Sonneborn
Herr Sonneborn geht nach Brüssel
(43)Aktuelle Rezension von: BuecherbaerchenIn Vorbereitung an die anstehenden EU-Wahlen habe ich mir vorgenommen dieses und das nachfolgende Buch von Sonneborn zu lesen. Während man am Anfang oft kichern und schmunzeln muss, so schockiert ist man doch am Ende, wie der politische Alltag in Brüssel abläuft. Klüngelei, undemokratische Verhaltensweisen und Verachtung des Wählers werden hier humoristisch dargestellt, was auch bitter notwendig ist, um nicht vor Wut umzukippen.
- Gregor Gysi
Ein Leben ist zu wenig
(29)Aktuelle Rezension von: Henri3tt3Ich habe noch nie die Linke gewählt, auch nicht die Vorgängerin PDS und für die SED war ich erstens zu jung und zweitens auf der falschen Seite der Mauer. Ich bin auch in einigen Punkten anderer Meinung als Gregor Gysi. Trotzdem ist er mein deutscher Lieblingspolitiker. Seine Reden kann man verstehen, weil er jedes Thema ohne eine Flut von Fremdwörtern oder Fachbegriffen und auch ohne verschachtelte Bandwurmsätze behandelt. Er hat eine feste Haltung und dadurch eine beneidenswerte Selbstsicherheit, die manchmal zu einer gewissen Selbstgefälligkeit führt, die ihm aber gegönnt sei. Im Gegensatz zu vielen anderen Politikern ist er nicht arrogant, sondern sehr nahbar, oft selbstironisch, schlagfertig, manchmal sogar frech, aber immer sympathisch. Seine Autobiographie ist sehr interessant, vor allem die Geschichte seiner Eltern, aber auch seine eigene Kindheit, Jugend, Schule, Studium und seine Arbeit als Jurist haben mich sehr beeindruckt. Mein Highlight ist, wie er sich um den Wehrdienst gedrückt hat. 😄
- Viveca Sten
Kalt und still
(337)Aktuelle Rezension von: Sofie314Mir hat die Rolle der Hanna Ahlander sehr gut gefallen. Ihre Entwicklung, ihr stückweises Ankommen in Are, was zwar immer wieder durch das wieder aufflammen von Vergangenen durchbrochen wird, aber auch der Aufbau an Beziehungen mit den Menschen im neuen Umfeld war schön zu erleben. Außerdem war der Fall spannend. Rund um ein gelungenes Debüt von Hanna Ahlander
- Andrea Camilleri
Die Form des Wassers
(198)Aktuelle Rezension von: Welpemax"Die Form des Wassers" ist der erste Roman der berühmten Buchreihe um den sizilianischen Kommissar Salvo Montalbano. Ebenjener Kommissar untersucht den Tod eines hochrangigen sizilianischen Politikers und versucht mit diesem ersten Band einen spannenden Kriminalfall zu kreieren welcher mich mehr ermüdet als begeistert hat. Definitiv positiv erwähnenswert ist das gelungene und auch eindringliche Portrait der sizilianischen Kultur.
Kommissar Montalbano ist ein vielschichtiger Charakter, welcher scharfsinnig, humorvoll ist. Besonders erwähnenswert ist seine Vorliebe für gute Gerichte die dieser im Buch nebenbei verputzt.
Camilleris Schreibstil ist prägnant und gleichzeitig humorvoll. Die bildhafte Sprache vermittelt die Atmosphäre Siziliens, von den lebhaften Märkten bis hin zu malerischen Stränden. Die Erzählung ist mit Beobachtungen zur sizilianischen Gesellschaft durchzogen, wodurch sie einen tiefen Einblick in die kulturellen und sozialen Eigenheiten der Region bietet.
Der Roman greift Themen wie Korruption, Moral und Gesellschaftskritik auf.
"Die Form des Wassers" ist ein Kriminalroman und gleichzeitig eine Liebeserklärung an Sizilien und ihre Menschen und dennoch hat mich der Roman leider nicht ganz überzeugen können wie andere Krimis mit viel Lokalkolorit.
- Bianca Iosivoni
Silver Lights - The more I hate you
(63)Aktuelle Rezension von: Nora_Haensch𝐒𝐢𝐥𝐯𝐞𝐫 𝐋𝐢𝐠𝐡𝐭𝐬 - 𝐓𝐡𝐞 𝐦𝐨𝐫𝐞 𝐢 𝐡𝐚𝐭𝐞 𝐲𝐨𝐮 𝐯𝐨𝐧 𝐁𝐢𝐚𝐧𝐜𝐚 𝐈𝐨𝐬𝐢𝐯𝐨𝐧𝐢 | 𝐍𝐞𝐰 𝐀𝐝𝐮𝐥𝐭 | 𝐏𝐞𝐧𝐠𝐮𝐢𝐧 𝐕𝐞𝐫𝐥𝐚𝐠
Als ich Golden Bay gelesen habe, habe ich mir wirklich sehr eine Story zu Shae und Beck gewünscht. Man hat einfach schon gemerkt, dass die beiden irgendwie zusammen matchen. Das Sprichwort „Was sich liebt, das neckt sich“ passt einfach perfekt zu beiden.
Vor allem Shae als beste Freundin von Ember konnte ich auf Anhieb sehr gut leiden mit ihrem Schlagabtausch und stumpfe Art. Ihr ist definitiv kein Blatt vorm Mund gefallen und die Kebbelein und Wortgefechte mit ihr und Beck sind einfach lustig und frech. Sie liebt ihre Geschwister aber sehr und setzt alle Hebel in Bewegung, dass ihre Schwester nicht in den Klauen der Eltern gefangen ist. Beck macht immer auf unwiderstehlich, aber er hat wirklich ein Laster mit sich zu schleppen. Beide tuen sich auf die Art und Weise sehr gut, auch wenn sie es am Anfang nicht zugeben wollten.
Das Buch handelt sich natürlich nicht nur um die beiden, sondern es greift auch noch andere Thematiken auf. Wie zum Beispiel das Betreiben des Pubs, was Beck übernimmt oder die familiäre Geschichte von Shae. Vor allem mag ich den Trope „Fake Dating“ richtig gern leiden und es mal wieder ein Gaumenschmaus für meine Seele. Während des Lesens hat man sich einige Fragen gestellt, die halbwegs gelöst worden sind. Da hoffe ich sehr auf den zweiten Band. Das Ende konnte man erahnen, konnte es aber nicht schmälern und ich habe Lust, das Finale zu lesen.
- Trude Teige
Der Mann, der nicht vergessen konnte
(10)Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis„Rache ist nichts, was man einfach beiseite legt und vergisst. Im Gegenteil, das Bedürfnis sich zu rächen wird mit jedem Jahr größer.“
In diesem 6. Fall für Journalistin Kasja Coren bekommen wir es wieder mit einem komplexen Krimi zu zun, der in zwei Zeitebenen spielt:
Vor rund 18 Jahren ist auf einem alten Bauernhof nahe Oslo die verwitwete Hausfrau und Mutter Kari Biterud ermordet aufgefunden worden. Den Mörder hat man damals nicht gefasst.
Nun wird just auf diesem Gehöft die Leiche eines Mannes gefunden, der allem Anschein nach Selbstmord begangen hat, weil er auf Grund einer schweren Krankheit nur mehr kurze Zeit zu leben hätte. Als sich herausstellt, dass er auf diesem Hof aufgewachsen ist und Drohbriefe auftauchen, ist es mit Kasjas Bemühungen, es nach ihrer Krebserkrankung ein wenig kürzer zu treten, gleich einmal wieder vorbei. Sie stellt ihre eigenen Recherchen zu einer Doku rund um eine #me too Affaire ein wenig hinten an und beginnt mit beinahe gewohntem Elan zu recherchieren.
Ihrem Lebensgefährten Oberkommissar Karsten Kjolas ist das natürlich gar nicht recht, zumal Kasjas älteste Tochter Probleme in der Schule bekommt.
Meine Meinung:
Ich habe schon einige Bücher von Trude Teige gelesen, die egal ob sie aus der Reihe Kasja Coren oder die Geschichte Norwegens während der NS-Zeit beschreiben, penibel recherchiert und gekonnt erzählt sind. Von bislang 6 Kasja Coren-Krimis habe noch nicht alle gelesen. Es empfiehlt sich, die Krimis in der richtigen Reihenfolge zu lesen:
- Der Junge, der Rache schwor-1
- Das Haus in dem das Böse wohnt-2
- Totensommer-3
- Das Mädchen, das schwieg-4
- Die Frau, die verschwand-5
- Der Mann, der nicht vergessen konnte-6
- Das Haus der Lügen-7 (erscheint im Mai 2024)
Trude Teige ist eine Meisterin der Erzählkunst. Egal ob komplexer Krimi oder historischer Roman - ihre Bücher lesen sich angenehm, auch wenn es das Thema eigentlich nicht ist. Diesmal flicht Trude Teige zusätzlich das allgegenwärtige #me too-Thema ein, das wie man sieht auch in Norwegen verbreitet ist.
Im Fokus dieses schnörkellosen Krimis, stehen der alte und der aktuelle Kriminalfall sowie eine größere Azzahl darin verwickelten Akteure. Wir Leser können denen über die Schulter schauen. Der mehrmalige Perspektivenwechsel erhöht die Spannung zusätzlich. Doch was haben der smarte Minister und ein schmieriger Redakteur gemeinsam? Der geneigte Leser wird schon eine Ahnung haben. Wie die komplexen Handlungsstränge zusammenhängen, verrate ich jetzt nicht.
Trude Teiges Charaktere haben alle so ihre Ecken und Kanten.
Fazit:
Wieder ein spannender Krimi, der nicht nur Vergangenheit und Gegenwart verknüpft, sondern auch gesellschaftlich aktuelle Themen anspricht. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.
- Jonas Jonasson
Der Hundertjährige, der zurückkam, um die Welt zu retten
(29)Aktuelle Rezension von: mandalottiZuerst muss ich sagen, dass Dieter Hallervorden die beste Wahl als Sprecher ist. Hätte mir keinen anderen dafür vorstellen können.
Die Story ist wie im ersten Teil wieder total skurril. Manchmal ist es etwas zuviel Verrücktheiten, aber ich denke das soll so sein. Trotz allem sind einige Themen etwas sozialkritisch, aber gut verpackt, dass es trotzdem noch lustig bleibt.
Für alle die ist verrückt mögen ist das hier perfekt.
- Paul Lendvai
Orbáns Ungarn
(14)Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis"Am Beispiel Viktor Orbáns zeigt sich, wohin es führen kann, wenn nationalistische Rechtspopulisten einmal an der Macht sind."
Quo vadis Ungarn?
Der langjährige ORF Korrespondent, Paul Lendvai, ein angesehener Osteuropa-Experte, hat den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán und seine Politik ins Visier genommen.
Mit einer Vielzahl durch Quellenangaben gestützter Fakten gelingt ihm eine kurzweilige Charakterisierung Orbáns.
Lendvai schildert den Werdegang des aus einfachsten Verhältnissen stammenden Orbán nicht ohne Respekt. Ist der junge Orbán doch gegen den Sozialismus auf die Barrikaden gestiegen. Wie kann es allerdings sein, dass eine solche Kehrtwende durchgemacht hat? Was treibt ihn an?
Mit seinem gnadenlosen Streben nach Macht und Einfluss, einer militanten Kampfbereitschaft und strategischen Wendigkeit hat Orbán sich und seine Partei in die heutige Position bringen können. Er prangert die Korruption der ehemaligen sozialistischen Regierungen an und bedient sich gleichzeitig aus den Kassen des Staates. Er lässt Freunde an die Futtertröge der Macht und lässt sie, sobald sie nicht mehr nützlich erscheinen, einfach fallen bzw. lässt sie verfolgen. Er spielt mit den nationalistischen Gefühlen der Menschen, wie es ihm gerade passt. Orbàn ist Nutznießer des Zerfalls und der Uneinigkeit der anderen Parteien, die seinem Aufstieg nur hilflos zusehen (können). Seine Hauptinteressen sind Vermehrung von Macht und Geld sowie Fußball.
Aufkeimende Opposition erstickt er im Keim. Selbst die ihm bislang nützliche rechtsradikale Partei „Jobbik“ überholt er durch seine ausländerfeindliche Politik. Und hier ist noch gar nicht seine Flüchtlingspolitik gemeint, sondern „Strafsteuern und „Strafzölle“ für ausländische Unternehmen, die in Ungarn Geschäfte machen woll(t)en. Beginnend mit den Lebensmittelkonzernen wie REWE oder Spar und diversen Banken. Auf den Millionär George Sörös, der einige Universitäten sponsert, hat er eine regelrechte Hexenjagd entfacht.
Zahlreiche Weggefährten werden, nachdem sie ihre Schuldigkeit getan haben, auf ein Abstellgleis gestellt. So wird János Lázár entmachtet und erhält den Posten eines „Staatssekretärs für Nichtraucherschutz“. Echt, so etwas gibt es in Ungarn.
Was will Orbán mit seiner doppelbödigen Politik bezwecken? Die Rückkehr zu einem totalitären Staat wie einst unter den Kommunisten? Wiedererrichtung des Horthy-Regimes?
Das vorliegende Buch ist die 2020 aktualisierte Ausgabe des 2016 erschienenen Buchs und eine exzellent recherchierte Analyse der ungarischen Politik seit 1989. Einiges hat sich inzwischen weiter zugespitzt und Viktor Orbàns Populismus hat leider zahlreiche Nachahmer gefunden. Die eifrigen Kopisten von Orbáns Politik in Österreich sind inzwischen Geschichte.
„Die Seele des (ungarischen) Volkes wird mit Hass und Furcht vergiftet.“ (Agnes Heller (1929-2019)).
Fazit:
Das vorliegende Buch ist die 2020 aktualisierte Ausgabe der 2016 erschienenen Biografie Viktor Orbáns und eine exzellent recherchierte Analyse der ungarischen Politik seit 1989. Hier gebe ich eine Leseempfehlung und 5 Sterne.
- Jack Jordan
Die Herzchirurgin
(192)Aktuelle Rezension von: enthusiastic_about_booksWOW das ist echt ein Buch das ich richtig gut fande und ich noch darüber nachdenken muss.
Das Buch lässt schon beginn einem das Herz höher schlagen.
Und geht mir nicht mehr aus dem Kopf.
Anna Johnes kommt eines Abends nach Hause und findet ihre Babysitterin tot, ihr Sohn ist verschwunden . Um ihr Sohn wieder zu bekommen soll Anna in 2 Tagen jemand auf dem OP Tisch sterben lassen sonst kostet es das Leben von ihrem Sohn.
Die Kapitel sind clever durchdacht, die Schreibweise ist von Anfang an interessant.
Der rote Faden ist hier vorhanden und der Spannungsbogen bleibt bis zum Ende.
Es wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt was das ganze noch mehr Spannender macht.
Das Buch ist der Wahnsinn, es ist fesselnd und sehr überzeugt , ich bin absolut begeistert.
- Michael Tsokos
Die Zeichen des Todes
(46)Aktuelle Rezension von: TanteGhost12 mehr oder weniger spannende Fälle aus dem Alltag des Gerichtsmediziners.
Inhalt: Das Buch “Im Zeichen des Todes” ist wieder ein Sachbuch aus der Feder von Dr. Tsokos. Er beschreibt seine Arbeit und die der Polizei anhand von verschiedenen Fällen, an denen er wirklich mitgearbeitet hat.
Es ist wieder sehr gut ersichtlich, was man aus einer ordnungsgemäß durchgeführten Obduktion alles herauslesen kann und wann sie an ihre Grenzen gerät. - Allerdings haben mich die unaufgeklärten Fälle bis heute sehr unbefriedigt, ja fast ängstlich zurückgelassen. Da läuft ein Mörder frei herum, der einfach mal so aus Lust und Laune den perfekten Mord begangen hat.
Andere Fälle wiederum, wie der, wo die Kampfhunde den Jungen getötet haben, lassen mich ratlos und nachdenklich zurück. Allerdings hat es hier auch die geradlinige Beschreibung von einfach nur knochentrockener und ergebnisloser Polizeiarbeit.
Fazit: Auf dem Cover hockt Dr. Tsokos hinter einem Sektionstisch und hat einen zusammengepuzzelten menschlichen Schädel vor sich liegen. - Mich hat dieses Bild irgendwie an die Serie “Bones - Die Knochenjägerin” erinnert. Aber schon der Untertitel macht klar, dass es sich hier wieder um eine Ansammlung der wahren Fälle des Prof. Dr. Tsokos handelt.
Leider war hier schon der erste Fall, in dem sich der Piratenpolitiker selber suizidiert hat, nachdem er seine große Liebe ums Leben gebracht hat, eher uninteressant. - Ich hatte bei der Beschreibung das Gefühl, dass hier ein Straftäter fast in Schutz genommen wurde, weil er ja angeblich krank im Kopf war. - Sorry, aber das sind Fälle, wo auch diese Menschen die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen sollten. Einzig interessant an diesem Fall war die Tatsache, wie mannigfaltig Suizide sein können.
Ein sehr interessanter Fall war der mit den zwei Kampfhunden, die in Berlin einen kleinen Jungen förmlich zerfleischt haben. - Augenmerk liegt hier wirklich auf die Entwicklung des Mannes und der Hunde und wie es dann zu dem “Unfall” gekommen ist. - So tragisch und unfassbar dieser Fall auch war, bin ich noch immer der Meinung, dass wirklich kein Hund als Kampfhund geboren wird. Das wahre Übel liegt immer am anderen Ende der Leine. Wenn ein Mensch seinen Hund “scharf” macht, dann macht der Hund da nur mit, weil er seinem Rudeltrieb folgt. Nicht der Hund gehört hier bestraft, sonder der Halter. IMMER - Die abschließende Diskussion war in jedem Fall aufrüttelnd und hat mir mal wieder gezeigt, wie engstirnig Beamte denken. So kann ich nicht auf machbare Lösungen kommen.
Der Fall des Zahnarztes, welcher sich mutmaßlich selber einen Finger abgetrennt hat, um an eine große Versicherungssumme zu kommen hat in mir Fragen aufgeworfen. War der Mann jetzt einfach nur geldgierig oder lag es wirklich daran, dass er als niedergelassener Kassenarzt keine Zukunft mehr für sich gesehen hat? - Fakt ist, die Ärzte bekommen von den Kassen schlicht und ergreifend zu wenig Geld für die Leistung, die sie erbringen. - Gemessen an dem, was sie investieren müssen, bevor sie überhaupt ein niedergelassener Arzt sind, steht das für mich in keinerlei Relation.
Ein eher nerviger Fall war der des Kurt Demmler. - Mal ganz davon abgesehen, dass ich diesen “Liedermacher” der DDR nicht kannte, weil ich einfach zu jung für dieses Thema bin, haben diese ständig zitierten Liedtexte einfach nur genervt. Und wenn er wirklich das getan hat, was man ihm vorgeworfen hat, dann hätte er eine Bestrafung aber sowas von verdient. - Aber Pädos kommen in diesem Land so oft ungeschoren davon, dass ich froh bin, keine Kinder zu haben.
Die Dame, welche mit Trisomie 21, also Down-Syndrom, in einer Pflegeeinrichtung gelebt hat und aus Versehen mit den falschen Tabletten versorgt wurde, war in jedem Fall tragisch und eine Verkettung unglücklicher Umstände. Dass dem Pflegepersonal hier nichts vorzuwerfen war, ist logisch. Sie haben sich richtig verhalten, indem sie bei dem Hausarzt der Frau nachgefragt haben. - Aber wie konnte es zu diesem Irrtum kommen?! Kann es sein, dass auch das schon ein Anzeichen für die allgemeine Überlastung des Pflegepersonals war?
Im letzten Fall dieses Buch geht es, aus meiner Sicht, um die absolut trockene Polizeiarbeit. Da wurde spontan ein Mord begangen und die Polizei ist aufgrund des Mangels an Spuren und Zeugen nicht in er Lage, den Täter ausfindig zu machen. Trotzdem wird hier wirklich ausführlich und absolut trocken beschrieben, wie Besprechungen und sowas ablaufen. Und wo die Rolle des Gerichtsmediziners in diesem Fall liegt.
Die Fälle sind in diesem Buch weniger interessant, als in den anderen Büchern dieser Art aus seiner Feder. Dafür sind sie aber ausführlichst beschrieben und erklären auch die trockene und theoretische Arbeit eines Gerichtsmediziners aufs Genaueste.
Bilder im Kopf hatte ich hier wirklich nur bei ein bis zwei Fällen. - Den Rest habe ich runter gelesen und versucht hier etwas herauszulesen, was mir vielleicht irgendwie im Leben weiterhelfen kann. - Sofern man das bei True Crime sagen kann, fand ich die Fälle hier wirklich weniger faszinierend, als in den anderen Büchern.
Das ganze Buch hat sich insgesamt nicht so gut weglesen lassen, wie die anderen Bücher dieser Art. - Was wohl auch an den ausgewählten Fällen gelegen haben mag. Durch die ausführliche Beschreibung sind die Kapitel elend lang geworden, jedoch durch Zwischenüberschriften mit Datum und Ortsbezeichnung noch einmal untereinander getrennt. Auf diese Weise waren Unterbrechungen immer wieder gut möglich und der Wiedereinstieg problemlos möglich.
Das ganze Taschenbuch war in jedem Fall stabil geklebt und ist somit ganz gut haltbar aber ziemlich elastisch, was mir das Lesen ohne die Entstehung von Leserillen erleichtert hat. Ich fand das Papier für die Seiten ganz schön dünn gehalten, was wohl dem Papierpreis geschuldet ist. Trotzdem der Preis für Taschenbücher ja auch inzwischen alles andere als preiswert ist.
Von der Seitenaufteilung her fand ich es wenig augenfreudlich. Die Schrift ist recht klein gehalten, der Zeilenabstand im Gegenzug dazu aber irgendwie zu groß. - Trotzdem ich inzwischen eine Brille trage, hatte ich bei der Lektüre immer wieder Augenprobleme und war gezwungen, abzusetzen. - Da lobe ich mir eben die Ebooks, wo du die Schriftgröße wenigstens nach dir selber einstellen kannst.
Genau so, wie sich ein Gerichtsmediziner seine Fälle nicht aussuchen kann, kann es der Leser eines Buches auch nicht. Entweder man liest, was im Buch geschrieben steht, oder man lässt es.
Im Grunde kann ich dieses Buch empfehlen, aber ich kann auch sagen, dass es bessere aus dieser Reihe gibt.
- Michael Moore
Stupid white men
(566)Aktuelle Rezension von: sunplantskyIn dem Buch „Stupid White Men“ betrachtet Michael Moore Amerika und die Regierung Bush von einer anderen Perspektive. Er kritisiert offen und begründet dies auf nachvollziehbare Weise. Auch stellt er Fragen, deren wahren Antworten wir wohl nie kennen werden. Als Leser sollte man im Hinterkopf behalten, dass die Informationen zu bestimmten Themen mittlerweile veraltet sind. Diese Teile habe ich übersprungen, weil sie langweilten. Dennoch regt der Inhalt zum Nachdenken an, da auch parallelen zu unserem heutigen Alltag gezogen werden können, auch wenn man nicht in Amerika lebt. Unterhaltend ist auch der Humor von Moore. Kurz um, ein gutes Buch, was mittlerweile aber überholt ist.
- Gert Nygårdshaug
Mengele Zoo
(64)Aktuelle Rezension von: PongokaterIm Wikipedia-Eintrag zum Roman heißt es:"Obwohl der Roman die Welt durch die Augen eines der meist gesuchten Terroristen beschreibt, fällt es dem Leser leicht Minos (= Oberterrorist) Standpunkt einzunehmen." Das klingt ganz harmlos, steht aber in einem Buch, in dem Erzähler und Hauptfigur meinen, dass es doch ganz schön wäre, 200 Millionen "nutzlose" Gringos umzubringen. Einige dutzend Seiten später wird sogar gesagt, das es schön wäre, die Menschheit auf zwei Milliarden Menschen zu reduzieren.
Das Buch des Norwegers Nygardshaug beginnt recht poetisch bei einer Familie im südamerikanischen Regenwald, deren Existenz durch landgierige Firmen vernichtet wird. Der Sohn der Familie, Mino, entgeht der Vernichtung. Zunächst verübt er Rache an Einzelnen, aber dann lässt ihn der Autor eine Terrorgruppe gründen, die Mino unter dem wohl nicht zufälligen Decknamen "Carlos" führt. Die zweite Hälfte des Buches schildert dann wie in einer Sportreportage (jeder Mord wird bejubelt wie ein Tor), wie die Gruppe auf raffinierte Weise beginnt, die Macht- und Wirtschaftseliten der westlichen Welt zu töten, mal Dutzende, mal Hunderte, mehr geht (siehe oben) "leider" nicht. All das geschieht im Namen des Regenwaldes, ja der Natur, der Erde. Deshalb erscheint dem Erzähler und der Hauptfigur auch alles Tun der Ökoterooristen gerechtfertigt.
Warum in Norwegen 400.000 Exemplare dieses blutrünstigen Gesinnungsschmökers verkauft wurden, erschließt sich mir nicht. Passend wäre ein nachträglicher Stalin-Preis für besonders dumpfe und hasserfüllte Propaganda.
- Robin Alexander
Die Getriebenen
(15)Aktuelle Rezension von: HoldenDie Durchtriebenen, die Umtriebigen, die Herumtreibenden, die Angetriebenen: Hinter Merkels Flüchtlingspolitik mit dem Catch phrase "Wir schaffen das" herrschte erstaunlich viel Planlosigkeit, Belauern des politischen Gegners auf ganz hohem Niveau und erstaunlich viel Improvisation. Unglaublich, wie viele Zugeständnisse man dem Autokraten Recep Tayyip Erdogan für den EU-Türkei-Deal machen wollte, daß dieser sich zunächst prowestlich verhalten wollte und sogar den Ausgleich mit Israel anstrebte, spielt insofern keine Rolle. Getrieben und häufig rachsüchtig agiert hier fast jeder, ständig versucht einer, den anderen über den Tisch zu ziehen, und mit der Einführung des Sebastian Kurz macht bereits hier ein "Fähnlein im Wind" auf sich aufmerksam. Oder sind mit den "Getriebenen" vielleicht die flüchtenden Menschen gemeint, auf deren Rücken sich hier alles abspielt?
- Thomas Kiehl
Die Ameisenfrau
(30)Aktuelle Rezension von: CalipsoEin Buch welches ein aktuelles Thema anspricht, und zwar die Angst vieles zu verlieren und man erfährt Interessantes über die Spezies der Ameisen. Kein blutiger Thriller, zwar ein paar Leichen aber eher ein Thriller der in die Tiefe geht. Durch die verschiedenen Wendung bleibt die Spannend gut erhalten und man fragt sich immer wieder wer ist Feind, wer ist Freund.























