Bücher mit dem Tag "politisch"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "politisch" gekennzeichnet haben.

70 Bücher

  1. Cover des Buches Lord of Shadows (ISBN: 9783442489008)
    Cassandra Clare

    Lord of Shadows

    (505)
    Aktuelle Rezension von: tines_bookworld

    "Dann brich mir das Herz. Brich es in tausend Stücke. Du hast meine Erlaubnis."

    Für "Lord of Shadows" habe ich wirklich ewig gebraucht und das ist auch mein allergrößter Kritikpunkt in diesem Buch. Ein 850-Seiten-Buch sollte keine 250 Seiten Einstieg benötigen, bevor es mit der Handlung und der Spannung überhaupt losgeht. Ernsthaft, warum sind Clares Bücher alle immer solche Wälzer?! Da muss ich von Anfang an gepackt sein und nicht hingehalten werden. Auch zwischendurch gab es immer mal wieder Längen, so dass ich max. 100 Seiten am Stück lesen konnte. 

    Es war nicht ganz so schlimm wie "Clockwork Prince", denn die Geschichte nahm nach dem ersten Drittel wirklich gut Fahrt auf und an Handlung ist einiges passiert. Die Charaktere haben sich in diesem Buch toll entwickelt und auch an Liebesgeschichten mangelt es nicht. Ich musste grad nochmal nachzählen, wir bekommen hier neben Emma & Julian (die mir in diesem Buch erneut das Herz zerrissen haben, weil sie nicht zusammen sein dürfen, obwohl alles in ihnen nach dem anderen ruft! Immerhin haben sie sich nun endlich die Wahrheit gesagt und können zusammen an einem Strang ziehen...) noch mind. 3 weitere Beziehungsstarts präsentiert und ich bin echt gespannt, wo das Ganze noch hinführt! Tatsächlich empfand ich das nicht als too much, sondern gab den Personen weitere Tiefe und auch eigenständige Handlungsstränge.

    Das Ende war für alle Beteiligte (inklusive mir) absolut beschissen, wenn nicht sogar unnötig für zu viel Drama. Neben dem Trauma wurden noch zwei weitere rote Fäden gestartet, so dass ich wenigstens hoffe, dass sich dieser Figurentod auch gelohnt hat und hier nicht einfach nur geliebte Charaktere gekillt wurden, weil die Autorin es kann.

    "Lord of Shadows" bringt die Gesamthandlung der "Die dunklen Mächte"-Reihe ein ganzes Stück voran, schafft es aber selten, die Spannung zu halten. Ich vergebe 3,5/5 Sterne.

  2. Cover des Buches Untenrum frei (ISBN: 9783499014635)
    Margarete Stokowski

    Untenrum frei

    (281)
    Aktuelle Rezension von: Trishen77

    „Haben wir die Fesseln der Unterdrückung längst gesprengt, oder haben wir nur gelernt, in ihnen shoppen zu gehen?“

    Man könnte das ganze Buch von Margarete Stokowski – das in 7 Kapitel unterteilt ist, von denen jedes in sich abgeschlossen ist und als Einzeltext gelesen werden kann – als eine lange, ausführliche, von verschiedenen Seiten beleuchtete Antwort auf eine einzige Frage lesen: Warum Feminismus?

    Das wäre selbstverständlich eine stark verknappte Zusammenfassung. Natürlich schleift diese Frage einen Rattenschwanz von weiteren Fragen hinter sich her: Was ist Feminismus? Wie wirken sich feministische Positionen auf das eigene Leben aus, wie stellt sich eine unter feministischen Gesichtspunkten betrachtete Wirklichkeit dar? Inwiefern hängen Feminismus und Gendertheorie zusammen? Ist Feminismus grundsätzlich solidarisch mit allen anderen Anti-Diskriminierungsbewegungen? Was will der Feminismus erreichen?

    All diese Fragen bindet Stokowski ein und es wird schnell ersichtlich, dass es ihr nicht um einen Feminismus spezieller Prägung, sondern um Feminismus als Ausdruck und Sammelbegriff einer generellen Unzufriedenheit mit den hierarchischen, determinierten, unverhältnismäßigen & ungerechten Gesellschaftsverhältnissen, Normen und Vorstellungen geht, dessen Hauptanliegen und Ziel die Freiheit beim Ausleben der eigenen Persönlichkeit und der Ausformung der eigenen Identität ist (solange dies nicht die Freiheit eines anderen Individuums oder einer Gruppe einschränkt).

    „Es geht um die kleinen, schmutzigen Dinge, über die man lieber nicht redet, weil sie peinlich werden könnten, und um die großen Machtfragen, über die man lieber auch nicht redet, weil vieles so unveränderlich scheint. Es geht darum, wie die Freiheit im Kleinen mit der Freiheit im Großen zusammenhängt, und am Ende wird sich zeigen: Es ist dieselbe.“

    Ich werde nicht müde, Camus zu zitieren, der einmal in seinen Cahiers angemerkt hat, dass alle größeren Konflikte der Menschheit letztlich Kämpfe um Privilegien waren und sind. Noch immer sind die Privilegien auf dem Planeten ungleich verteilt, in jeglicher Hinsicht. Hauptsächlich, weil die Menschen die mehr Privilegien haben nicht bereit sind, einen Teil davon abzugeben, damit irgendwann alle dieselben Privilegien genießen können.

    Rebecca Solnit hat in ihrem Buch „Wenn Männer mir die Welt erklären“ eindrucksvoll geschildert, dass ein großer Teil der Weltbevölkerung immer noch vom anderen Teil unterdrückt wird. Frauen (und als Frauen definierte oder so wahrgenommene Personen jedweden/r Geschlechts/Genderbezeichnung) üben lediglich 10% der Gewalttaten aus, sind aber selbst häufig Opfer von Gewalt, speziell von sexueller Gewalt. Auch in Deutschland hat mindestens jede vierte Frau einmal sexuelle Gewalt erfahren.

    Es gibt in Deutschland und generell in Westeuropa vielleicht keine Zwangsheiraten mehr und keine gesetzlich verankerte sexuelle Repression. Aber immer noch sind unsere Systeme und Vorstellungen von repressiven und problematischen Geschlechterbildern durchdrungen. Das beginnt schon in den banalsten alltäglichen Wortverwendungen, wird deutlich in der pornogeprägten Sexualsprache (z.B.: wenn man in vielen Kontexten bei Frauen von schmutzigen, statt schlicht von sexuellen Phantasien spricht), aber letztlich springt uns diese Problematik überall entgegen. Stokowski spricht in einem Kapitel von einer Studie, bei der den Testpersonen Aussagen vorgelegt wurden, die entweder aus Männermagazinen entnommen waren oder von verurteilten Vergewaltigern stammten.

    „Die Testpersonen waren nicht fähig zu unterscheiden, welche Sätze aus Männermagazinen stammen und welche von Vergewaltigern. Ja, sie fanden sogar die Aussagen aus den Magazinen tendenziell herabwürdigender.“

    Stokowskis Buch ist aber nicht bloß eine gute Darstellung solcher systemimmanenter Diskriminierungen und Idiotien, sondern auch das Ergebnis einer Auseinandersetzung mit der eigenen Entwicklungsgeschichte, von der Bravolektüre bis zum Beziehungsalltag als Erwachsene. Die Kapitel beginnen fast immer mit einem Erlebnis aus ihrer eigenen Biographie und sind von solchen Selbstausleuchtungen mal mehr, mal weniger durchzogen. Klug und überzeugend knüpft sie mit Biographischem an größere Zusammenhängen an. Ihre Prosa hat eine coole Dynamik, ist eine bestechende Mischung aus fachlich Gediegenem und genauestens Durchdachtem, tiefergehenden Selbstzeugnissen und hingerotzten und herbeizitierten Klarstellungen. Sie nimmt letztlich keine hohe Warte ein, doziert nicht, sondern begegnet ihren Leser*innen auf Gesprächsniveau, verständnisvoll und unversöhnlich zugleich.

    Stokowski spricht davon, wie sie selbst lange nicht glaubte, dass Feminismus wichtig ist oder sich zumindest nicht genauer mit ihm auseinandersetzte. Bis sie begriff, was das mit uns macht, wenn wir die gesellschaftlichen Rollen, in die wir gesteckt werden (auch wenn wir nicht glauben, dass wir uns in ihnen durch die Welt bewegen), nicht hinterfragen. Wenn wir uns nicht mit ihnen auseinandersetzen. Dann gibt es sie trotzdem, dann machen sie trotzdem etwas mit uns.

    „Wir stecken viel Energie in die Rollen, die wir spielen, weil wir glauben, dass alles eine Ordnung haben muss und so viel anders auch gar nicht geht. Wir geben uns Mühe, die wir oft kaum bemerken, weil sie so alltäglich geworden ist. Und auch, weil es leichter ist, sich an vorhandene Muster zu halten.“

    Sie spricht über ihre eigenen Erfahrungen mit Sex, Bildung, Sozialgefügen, etc. und schafft es, dabei sowohl die menschliche als auch theoretische Ebene konkret herauszuarbeiten, hervorstechen zu lassen – ein bemerkenswerter Balanceakt, den man ihr als Unentschlossenheit, als Makel ankreiden könnte. Doch dann würde man ignorieren, wie nachdrücklich dieses Buch Dinge auf den Punkt bringt, wie versiert und uneitel es sich innerhalb dieser komplexen Themen bewegt und wie weit es sich an manchen Stellen den Leser*innen öffnet.

    „Ungerechtigkeiten zwischen den Geschlechtern aufzuzeigen wirkt manchmal so, als wolle man die Gräben zwischen ihnen vertiefen, obwohl man sie auf Dauer abschaffen will: Ein nerviges Dilemma, aus dem man nicht rauskommt, solange man Probleme beheben will.
    Wir müssen zeigen, nach welchen Kriterien sich Reichtum und Erfolg, Gesundheit und Lebensdauer, Gewalt und Leid verteilen, wenn wir wollen, dass alle dieselben Chancen auf ein glückliches Leben haben – auch wenn oder gerade weil diese Kriterien das sind, was wir auf Dauer abzuschaffen versuchen.“

    Ja, wir müssen, im Interesse aller, daran arbeiten, dass eine Gesellschaft, in der Gleichberechtigung nicht nur ein Vorsatz, sondern eine verwirklichte, gelebte Realität ist, entstehen kann und das heißt, dass einiges planiert, einiges platt gemacht werden muss. Dass einige Privilegien verschwinden und letztlich alle.

    „Denn es gibt keine neutrale Sicht auf das Leben, und wir brauchen sie nicht. Wir brauchen Vielfalt – Vielfalt lehrt uns Freiheit.“

    Margarete Stokowskis Buch hat mir seit langem mal wieder Mut gemacht; etwas in mir angefacht, dass an dieser Welt arbeiten, sie auf positive Weise mitgestalten will. Es ist ein Buch mit vielen Facetten und ich hoffe, ich habe keine von ihnen allzu sehr in der Mittelpunkt gerückt oder unter den Tisch fallenlassen.

    Manches hat mich tief berührt, manches schockiert, manches hat meinen Horizont erweitert, manches meine eigenen Gedanken bestärkt. Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: am meisten hat mich beeindruckt, wie dieses Buch aufklärerlisch argumentiert, auf theoretischen Ebenen arbeitet und doch durch seine Direktheit, seine Sprache, eben nicht belehrt, sondern kommuniziert, ein Aufruf zum Dialog ist. Aufmerksamkeit erzeugt und nicht nur Wissen.

    Solche Bücher braucht es. Bücher, in denen das Abstrakte und das Lebendige zusammenfallen. Die uns Zusammenhänge aufzeigen, Tatsachen vermitteln, die uns aber auch auffordern, in denen wir nicht einfach nur sichere und schweigsame Teilnehmer sein können, sondern die uns mit uns selbst, mit dem Schönen und Schlimmen in uns und um uns, konfrontieren. Bücher, die uns inspirieren.

    „Sie sagen, dass wir von Hass getrieben sind, weil sie sich wundern, dass da Frauen mal keine Harmonie und Liebe versprühen, sondern Forderungen haben. Aber Wut ist nicht dasselbe wie Hass. Hass will Zerstörung. Wut will Veränderung. Hass ist destruktiv, Wut ist produktiv.“

    Stokowski zitiert Susan Sontag mit den Worten: „Wir müssen lernen, mehr zu sehen, mehr zu hören und mehr zu fühlen.“ Ich glaube, dass Literatur eine Schule des Sehens, des Zuhörens, des Hinhörens und Fühlens sein kann – „Untenrum frei“ hat es mir mal wieder gezeigt, mich darin bestärkt. Genauso wie Stokowski glaube ich daran, dass es wichtig ist

    „hinter Sätze, die in Stein gemeißelt sind, ein Fragezeichen [zu] setzen.“

    Dieses Buch setzt ein paar fette Fragezeichen und fügt meist noch ein fettes Ausrufezeichen hinzu.

  3. Cover des Buches Krieger des Feuers (ISBN: 9783641074777)
    Brandon Sanderson

    Krieger des Feuers

    (235)
    Aktuelle Rezension von: die_pingus_

    Mit Krieger des Feuers führt Brandon Sanderson die Geschichte aus Kinder des Nebels fort. Nach dem Sturz des Obersten Herrschers hat sich die Situation im ehemaligen Imperium jedoch nicht zum Guten entwickelt. Die neue Freiheit bringt keine stabile Ordnung, sondern Machtkämpfe, politische Unsicherheit und neue Bedrohungen.

    Vin und ihre Gefährten müssen feststellen, dass es wesentlich einfacher ist, einen Herrscher zu stürzen, als ein funktionierendes Reich aufzubauen. Genau dieser Ansatz gefällt mir besonders gut. Sanderson beschäftigt sich nicht nur mit der erfolgreichen Revolution, sondern mit den Konsequenzen, die danach entstehen. Verschiedene Fraktionen kämpfen um Einfluss und die bisher unterdrückte Bevölkerung muss mit einer völlig neuen Situation umgehen.

    Vin steht erneut im Mittelpunkt. Ihre Entwicklung wird weitergeführt und ihre Beziehung zu Elant bekommt deutlich mehr Raum. Gleichzeitig wird sie immer stärker mit der Frage konfrontiert, was ihre eigenen Fähigkeiten eigentlich bedeuten und welche Verantwortung daraus entsteht. Dabei bleibt sie eine interessante Figur, weil sie trotz ihrer enormen Kräfte immer wieder mit Unsicherheit und Misstrauen zu kämpfen hat.

    Auch das Magiesystem wird erweitert. Die Allomantie bleibt ein zentraler Bestandteil der Handlung, gleichzeitig erfährt man mehr über die Hintergründe der Kräfte und die Geschichte dieser Welt. Sanderson gelingt es erneut, die Regeln seines Magiesystems konsequent einzusetzen, ohne dass es wie ein beliebiges Werkzeug wirkt.

    Allerdings hat der zweite Band für mich nicht ganz die Dynamik des ersten Teils. Die politische Handlung nimmt deutlich mehr Raum ein und einige Passagen ziehen sich. Die zahlreichen Gespräche über Herrschaft, Religion und gesellschaftliche Ordnung sind zwar wichtig für die Entwicklung der Geschichte, bremsen das Tempo aber teilweise erheblich.

    Dafür gewinnt die Geschichte an Tiefe. Die Figuren müssen sich mit den Folgen ihrer bisherigen Entscheidungen auseinandersetzen. Besonders interessant ist, dass die ursprüngliche Rebellion nicht einfach als Erfolgsgeschichte dargestellt wird. Sanderson zeigt, dass nach dem Ende einer Diktatur neue Probleme entstehen können und dass Freiheit allein noch keine funktionierende Gesellschaft schafft.

    Das letzte Drittel nimmt schließlich wieder deutlich an Fahrt auf. Die verschiedenen Handlungsstränge werden zusammengeführt und die Geschichte entwickelt eine Spannung, die im Mittelteil teilweise gefehlt hat. Gleichzeitig werden neue Fragen aufgeworfen, die neugierig auf den Abschluss der Trilogie machen.

    Krieger des Feuers ist für mich ein guter zweiter Band, auch wenn er nicht ganz so unmittelbar packend ist wie Kinder des Nebels. Dafür erweitert Sanderson die Welt deutlich und macht aus der ursprünglichen Rebellion eine wesentlich komplexere Geschichte über Macht, Verantwortung und den schwierigen Aufbau einer neuen Gesellschaft.

    Ein stärker politisch geprägter zweiter Teil, der weniger vom Überraschungseffekt des ersten Bandes lebt, dafür aber deutlich mehr Tiefe in die Welt und ihre Figuren 






    Rezensiert von Herr U.

  4. Cover des Buches Die Wolke (ISBN: 9783473544011)
    Gudrun Pausewang

    Die Wolke

    (955)
    Aktuelle Rezension von: Perse
    • Details:

    Ausgabe: Taschenbuch 

    Erscheinungsjahr: 1987

    Altersempfehlung: ab 12 Jahren

    Verlag: Ravensburger 

    Genre: Jugendliteratur

    Seitenanzahl: 223

    • Inhalt:

    Was niemand wahrhaben wollte, passiert: Deutschland erlebt einen atomaren Unfall. Die 14-Jährige Janna-Berta verliert ihre Familie und ist auf sich allein gestellt.

    • Wie das Buch zu mir gefunden hat:

    Das Buch hat mich über ein Verschenkeregal gefunden. Ich habe damals den Film im Schulunterricht gesehen und wollte schon immer das Buch dazu gelesen haben, jetzt habe ich es endlich getan...

    • Meinung:

    Das Thema dieses Buches ist unheimlich intensiv. Gudrun Pausewang erzählt die Geschichte klar, hart und absolut authentisch. Beim Lesen trifft einen der ungeschönte Realismus dieser Welt mit voller Wucht. Das Buch zeigt schmerzhaft, dass in unserer Gesellschaft und Politik eben nicht immer alles "Friede, Freude, Eierkuchen" ist.

    • Fazit:

    Zu Recht den Jugendliteraturpreis 1988 gewonnen. Dieses Werk gehört für mich zur Pflichtlektüre!

    • Empfehlung:

    Für alle, die qualitativ hochwertige Jugendliteratur suchen und/oder Fans von Gudrun Pausewang sind.

    Eine Kauf- und Leseempfehlung von mir!

    • Tipp:

    Schaut euch den gleichnamigen Film von 2006 an.

    • Lieblingszitate:

    "Kein Ton von den Herren, die so gerne reden."

    Prolog - Seite 7

    "Versagen ist menschlich. Mit Versagen nicht zu rechnen, ist verantwortungslos und unmenschlich.''

    Prolog - Seite 9

    "»Ruhe ist die erste Bürgerpflicht.«"

    Kapitel 1 - Seite 23

    "»Handeln Sie mit Verantwortungssinn!«"

    Kapitel 2 - Seite 33

    "Das also würde der neue Unterschied zwischen Arm und Reich sein."

    Kapitel 8 - Seite 127

    "»Die Leute fangen schon wieder an zu vergessen«,..."

    Kapitel 10 - Seite 153

    "»Menschen sind zu allem fähig«,..."

    Kapitel 10 - Seite 154

  5. Cover des Buches Opfer 2117 (ISBN: 9783423219648)
    Jussi Adler-Olsen

    Opfer 2117

    (235)
    Aktuelle Rezension von: Daniela_Beilner

    Einer der Fälle um die es in diesem Buch geht betrifft Assad persönlich und seine Vergangenheit holt ihn mit einem Schlag in die Magengrube ein …

     In Rückblicken erfahren wir endlich mehr über seine Vergangenheit und die ist wie erwartet erschreckend und erschütternd 

     Das Buch ist 2019 erschienen und hat ein zu diesem Zeitpunkt sehr aktuelles Thema aufgegriffen - die große Flüchtlingswelle und die schlimmen Schicksale der Bootsflüchtlinge von denen viele auf ihrer Flucht ertrunken sind. Aber auch das Thema Terror und Anschläge das auch Europa erreicht und erschüttert (hat)

     zwischen dem vorherigen Teil und diesem Buch gibt es wie gewohnt einen Zeitsprung in welchem Rose zumindest körperlich halbwegs heilen konnte 💔 wie erhofft gibt es auch hier neue Infos

     ein wirklich spannendes Buch das länger nachhallt aber trotzdem gibt es auch ein paar Kleinigkeiten die ich nicht „verstehe“ und zwar eine für mich völlig unpassende und nicht nachvollziehbare Sexszene und auch den Umgang von Ghaalib mit Afif 🤔

  6. Cover des Buches Die Känguru-Rebellion (Die Känguru-Werke 5) (ISBN: 9783690860208)
    Marc-Uwe Kling

    Die Känguru-Rebellion (Die Känguru-Werke 5)

    (85)
    Aktuelle Rezension von: erdbeerliebe.

    Hiermit bestätige ich offiziell, dass ich mindestens 2 Leute davon überzeugt habe der Rebellion beizutreten (und dieses Buch zu lesen).

    Auch das neuste Werk von Marc-Uwe Kling begeisterte mich total. Ich hörte die Hörbuchversion die von ihm selbst eingesprochen ist und sehr zur Atmosphäre und dem Humor beiträgt, weil niemand das Känguru rüberbringt wie.. naja, das Känguru sich selbst natürlich. Ich finde der 5. Band ist (leider) besonders gut, weil viele aktuelle politische Zustände wirklich zum rebellieren auffordern. Es ist scharfkantig, bissig und unglaublich lustig. Und irgendwie auch erschreckend. Aber dafür kann weder der Autor noch das Känguru etwas.
    Lest es, wenn ihr die Bücher davor gut fandet. Mehr gibt's nicht zu sagen. Und erzählt 2 weiteren Leuten davon.

  7. Cover des Buches Leere Herzen (ISBN: 9783442718382)
    Juli Zeh

    Leere Herzen

    (344)
    Aktuelle Rezension von: ArtVandaley

    Das Buch ist eine Dystopie, die nur wenige Jahre in der Zukunft spielt. Deutschland wird von einer Partei besorgter Bürger regiert, die in den letzten Jahren einen kometenhaften Aufstieg erlebt hat. Ähnlichkeiten mit der Realität sind offensichtlich und fast alles, was passiert, ist in wenigen Jahren vorstellbar. Juli Zeh schreibt packend und mitreißend und ich habe das Buch fast "weggeatmet". Am Ende habe ich mich aber gefragt, was ich da eigentlich so schnell gelesen habe und bin ein wenig enttäuscht, weil ich mir mehr Schilderungen der Gesellschaft der nahen Zukunft gewünscht hätte. Stattdessen steht das makabere Geschäftsmodell der Firma "Die Brücke" der beiden Hauptfiguren für meinen Geschmack viel zu sehr im Mittelpunkt.

  8. Cover des Buches Die Vampire (ISBN: 9783453532960)
    Kim Newman

    Die Vampire

    (64)
    Aktuelle Rezension von: TheSaint

    In diesem 1.280 Seiten dicken Werk findet sich die "Anno Dracula"-Trilogie.

    Der erste Roman "Anno Dracula" wurde von mir bereits rezensiert (siehe in meiner Bibliothek unter "Buchserien") und daher geh ich in dieser Rezension gleich zum zweiten Roman "Der rote Baron" weiter:

    Britische Revolutionäre hatten Dracula, der nach der Ehelichung Queen Victoria's zum nominellen Oberhaupt des Britischen Empire geworden war, 1888 erfolgreich vom Thron gestossen. Ihm gelang die Flucht auf das europäische Festland... In den Jahren der Suche nach einem geeigneten Strohmann wird Dracula 1905 mit Kaiser Wilhelm II. fündig. Dessen Träume nach einem Weltreich entsprechen den Plänen des Vampirs und so steigt dieser zum Vertrauten des Kaisers auf. Als Kanzler des Deutschen Reiches schlußendlich entfesselt der Vampirfürst den I. Weltkrieg... 1918 toben die Kämpfe zu Luft und zur Erde. Über deutschem Boden fällt den Briten ein Kampfflieger besonders auf... es ist Manfred von Richthofen, der als "Roter Baron" mit seinem Jagdgeschwader 1 kühnste Attacken fliegt und britische Flieger zuhauf vom Himmel schießt. Die Kriegsberichte, die an London gemeldet werden und von einem "Kaiserangriff" berichten und von einer kurz vor der Fertigstellung stehenden Geheimwaffe rufen den "Diogenes Club" auf den Plan. Charles Beauregard bricht an die Front auf und und arbeitet sich an das Château du Malinbois heran - dem Stützpunkt des Richthofen-Jagdgeschwaders. Als sich dann auch ein Zeppelin mit Dracula an Bord dem Château nähert scheint klar, wo sich die Geheimwaffe befindet und wo Beauregard ansetzen muss, um den Krieg zu entscheiden...

    Der dritte Roman "Dracula Cha-Cha-Cha" bringt Charles Beauregard, mittlerweile 106 Jahre alt, nach Rom in Italien. Es ist 1959 und die mittlerweile "graue Eminenz" des "Diogenes-Club" hat ein aufmerksames Auge auf Dracula, der anscheinend das Leben eines Müßiggängers führt. Als sich die Gerüchte über eine weitere Verehelichung des Vampirfürsten - diesmal mit der rumänischen Vampirältesten Asa Vajda - verdichten, nimmt der "Diogenes-Club" an, dass Dracula über diese Ehe zumindest in Rumänien mittels der Kommunisten wieder an die Macht kommen möchte. Als sich ein maskierter Vampirmörder daran macht, die zu den Hochzeitsfeierlichkeiten eintreffenden Vampirältesten zu ermorden, ist Beistand für Charles notwendig: Der "Diogenes-Club" entsendet Commander Hamish Bond... die Journalistin Kate Reed, die eigentlich nur Charles besuchen wollte und in die Ereignisse um die Vampirmorde verwickelt wird, gesellt sich mit Geneviève Dieudonné (selbst Vampirälteste und Partnerin von Beauregard) in den Palazzo Otranto, wo es abermals zu einer dramatischen Konfrontation der Lebenden mit den Untoten kommt...

    Kim James Newman (*1959), ein englischer Journalist, Filmkritiker und Schriftsteller präsentiert uns in dieser Trilogie einen Dracula abseits von Bram Stoker: sein Vampirfürst ist ein rücksichtsloser, zu allem entschlossener Krieger... ein wahrer Überlebenskünstler, der den Vernichtungsversuchen des "Diogenes-Club" immer wieder entgeht. Die hier präsentierten Geschichten spielen in einer alternativen Welt... Newman's Kenntnisse über Geschichte und wirklich gelebte Personen werden mit einer Unmenge an fiktionalen Figuren aus der Pulp Fiction verwoben. Im ersten Roman taucht Jack the Ripper auf, im zweiten Roman tummeln sich neben den wirklich gelebten Richthofen-Brüdern, Edgar Poe und Mata Hari fiktionale Größen wie Dr. Caligari oder Lord Ruthven. In der dritten Geschichte haben wir die wunderbare Hommage an den filmischen James Bond in der Figur des schottischen Hamish Bond oder wir finden Tom Ripley unter den Hochzeitsgästen. Die Ideenflut und die Begeisterung des Autors ist überwältigend und die Plots spielerisch und intelligent mit realem geschichtlichen Setting verquickt. "Dracula Cha-Cha-Cha" war übrigens WIRKLICH ein Euro-Hit... 1959 von Bruno Martino gesungen (findet man auch auf YouTube). 

    Es ist sehr erfreulich, dass der "Heyne"-Verlag hier in einer sehr gelungenen Übersetzung diese Genreperle dem deutschen Leser präsentiert. Leider scheint die deutsche Verlagswelt nicht so sehr überzeugt von der Annahme der wuchtigen schaurig-schrägen Geschichten Newman's durch den deutschsprachigen Horrorleser zu sein, denn die losen weiteren Geschichten aus der Dracula-Welt sowie die der des Sherlock Holmes und des "Diogenes-Club" blieben bis dato unübersetzt. Eine klare Leseempfehlung für den Dracula/Vampir-Fan!

  9. Cover des Buches Konklave (ISBN: 9783453443433)
    Robert Harris

    Konklave

    (269)
    Aktuelle Rezension von: julikind65

    Mit "Konklave" zeigt Thomas Harris einmal mehr, wie meisterhaft er Spannung aus leisen Tönen erschaffen kann. Statt blutiger Dramatik erwartet uns hier ein traditionelles Kammerspiel hinter verschlossenen Türen.

    Nach dem Tod des Papstes versammeln sich die Kardinäle zur Wahl seines Nachfolgers. Was nach einem ehrwürdigen, streng geregelten Ritual klingt, entpuppt sich schnell als fein gesponnenes Netz aus Machtkämpfen, Intrigen und persönlichen Abgründen. Jeder Kandidat bringt seine eigene Geschichte mit – und manche mehr, als auf den ersten Blick sichtbar ist...

    Besonders ein Kandidat sticht dabei hervor. Still, fast unscheinbar – und doch umweht ihn ein Geheimnis, das weit über die üblichen kirchenpolitischen Spannungen hinausgeht. Diese leise Irritation zieht sich wie ein roter Faden durch die Handlung.

    Harris gelingt es, eine knisternde Atmosphäre zu schaffen die sich Seite für Seite verdichtet. Man spürt förmlich die stickige Luft der Sixtinischen Kapelle, das Flüstern hinter verschlossenen Türen und das Gewicht jeder einzelnen Entscheidung, während die ausgeschlossene Welt in ihr eigenes Chaos zu stürzen scheint.

    Die Spannung entsteht nicht durch Tempo, sondern durch das, was (anfangs noch) unausgesprochen bleibt.

    Konklave ist kein klassischer Thriller, sondern ein kluger, ruhiger Spannungsroman und beeindruckt gerade durch seine feinen Zwischentöne.

    Also: Auf nach Rom!⛪️🗳

  10. Cover des Buches Epidemie (ISBN: 9783038802013)
    Åsa Ericsdotter

    Epidemie

    (50)
    Aktuelle Rezension von: EllenKnorr

    "Und wie sollte man den Menschen gegenüber treten? Ich bin Schwede. Es tut mir Leid.

    Mein erstes Buch von Asa Ericksdotter und ich war vollauf begeistert. Die Story ist spannend und erschreckend. Die waren Ausmaße der Fettepidemie rieseln anfangs ganz langsam auf den Leser ein und der Horror und die Spannung bauen sich von Seite zu Seite immer mehr auf. Ein wirklich gutes Buch. 

  11. Cover des Buches Die Känguru-Apokryphen: Live und ungekürzt (ISBN: B07F32KNF4)
    Marc-Uwe Kling

    Die Känguru-Apokryphen: Live und ungekürzt

    (128)
    Aktuelle Rezension von: Butta

    Es ist einfach so verdammt lustig. Ich musste mehrfach laut auflachen. Nicht nur dass so viele verschiedene Themen abgedeckt werden, sondern auch die Art wie es gemacht ist. Es reicht von intellektuellen, anspruchsvollen Humor bis zu Blödesten Wortwitzen. Mit gefällt sie das Känguru gesprochen wird und Marc Uwe klings Stimme ist sehr angenehm. Auch das Themen immer mal wieder aufgegriffen und eingearbeitet werden. Wirklich großartig.

  12. Cover des Buches Das Windsor-Komplott (ISBN: 9783426527337)
    S. J. Bennett

    Das Windsor-Komplott

    (196)
    Aktuelle Rezension von: kira00

    Ich habe gemischte Gefühle zu diesem Buch. Zum einen eine verzwickte und gut durchdachte Mordgeschichte, die vor allem den Anfang und das Ende recht interessant machten und auch einige humorvolle Stellen und Personen, die ich gerne gelesen habe. Zum anderen konnte ich zumindest nicht verstehen, warum so ein großes Geheimnis um die Mithilfe der Queen gemacht werden musste und fand auch den größten Teil der Erzählung nicht sehr spannend. 

    Trotzdem denke ich, dass das Buch wahrscheinlich Personen gefallen könnte, die sich generell sehr für das Königshaus bzw. Die Queen interessieren und eine eher leichte Lektüre bevorzugen.

  13. Cover des Buches Der fünfte Elefant (ISBN: 9783641060442)
    Terry Pratchett

    Der fünfte Elefant

    (334)
    Aktuelle Rezension von: jasreads

    Sam Mumm, Kommandeur der Stadtwache und Baron wider Willen, reist in diplomatischer Mission nach Überwald, um der Krönung des neuen Königs der Zwerge beizuwohnen. Was ihm an diplomatischem Geschick fehlt, macht er mit seiner kriminalistischen Spürnase wett, und so dauert es nicht lange, bis er einem Verbrechen von großer politischer Bedeutung auf der Spur ist.

    "Der fünfte Elefant" ist meiner Meinung nach einer der besten Scheibenweltromane. Sam Mumm ist wie immer ein sympathischer und nahbarer Protagonist, der mit seiner Menschlichkeit und seinem Pragmatismus überzeugt.

    Terry Pratchett versteht es wie kaum ein anderer, Charaktere lebendig werden zu lassen und gesellschaftliche Dynamiken mit Witz und Tiefgang aufzuzeigen. Das Buch ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch ein Spiegel für Themen wie Macht, Identität und kulturelle Konflikte. 

    Eine klare Lese-Empfehlung!

  14. Cover des Buches Vom Flüchtling zum Spion (ISBN: 9783947738595)
    Marty Karbassion

    Vom Flüchtling zum Spion

    (26)
    Aktuelle Rezension von: OsnabrueckerLeseratte

    Die Geschichte ist spannend und ich habe eine Menge über die Iranische Kultur und einiges aus der Geschichte gelernt. Das Buch lebt davon, dass hier eine wahre Geschichte erzählt wird. Ich bin soweit begeistert.
    Doch hat mich der Schreibstil des Buches nicht überzeugt. Manchmal war ich verwirrt, bin nicht hinterhergekommen und manchmal war ich von den Details gelangweilt. Tolle Geschichte, die im Stil noch Potential hat.

  15. Cover des Buches Der Turm der Welt (ISBN: 9783499271489)
    Benjamin Monferat

    Der Turm der Welt

    (58)
    Aktuelle Rezension von: halo123

    Ich tue mich ein bisschen schwer damit, meine Meinung zu diesem Buch in Worte zu fassen. Der Anfang war für mich ehrlich gesagt ein ziemlich harter Brocken. Die erste Hälfte ist voll mit unzähligen Figuren, vielen französischen Namen und verschiedenen Handlungssträngen. Ein Personenverzeichnis hätte hier wirklich geholfen. Man merkt schnell, dass es in Richtung großer historischer Roman wie Ken Follett gehen soll, bei dem am Ende alles irgendwie zusammenläuft. Die Idee rund um die Weltausstellung fand ich auch spannend, allerdings hatte ich mir von der Umsetzung etwas mehr erhofft.

    Ab der zweiten Hälfte wurde das Buch für mich deutlich interessanter, vor allem das Ende. Dort hat der Autor die verschiedenen Fäden ziemlich raffiniert zusammengeführt, was mir gut gefallen hat. Trotzdem ist das Buch mit fast 700 Seiten ein echter Brocken, und ich habe fast zwei Monate zum Lesen gebraucht. Das lag nicht nur am Umfang, sondern auch an einigen Handlungssträngen, die mich leider nicht wirklich packen konnten.

    Ich hätte mir außerdem gewünscht, dass Friedrich stärker als Hauptfigur im Mittelpunkt steht, statt nur einer von vielen Charakteren zu sein. Sehr gelungen fand ich dagegen die Atmosphäre: Das Paris des späten 19. Jahrhunderts wird lebendig und detailreich beschrieben, sowohl die Gesellschaft als auch die Schauplätze. Insgesamt ist Der Turm der Welt ein interessanter historischer Roman, auch wenn ich persönlich mit dem Ende nicht ganz zufrieden war und mir etwas anderes erhofft hatte.

  16. Cover des Buches Bewohnte Frau (ISBN: 9783423217415)
    Gioconda Belli

    Bewohnte Frau

    (92)
    Aktuelle Rezension von: Monalisa73

    Ein Roman über eine Frau, die durch die Liebe zur Freiheitskämpferin wird und im Kampf gegen das diktatorische Regime erinnert sie sich der mystischen Kräfte ihrer Urahnen. 

    Es geht in diesem Roman um das Land Nicaragua und wie es den Menschen gelingt sich gegen Terror und Unterdrückung zur Wehr zu setzen.

    Ein wenig befremdlich waren für mich die Abschnitte, in denen bildlich die Frau anhand eines Baumes dargestellt wird.  Die Geschichte ist spannend erzählt und sehr bildhaft. Ich fühlte mich teilweise mittendrin in den Geschehnissen. Die Charaktere sind sehr gut wieder gegeben und so dargestellt, dass sie wandelbar sind und wie es sich vollzieht.  Es ist keine leichte Lektüre, weil Terror und Unterdrückung überhaupt nur so dargestellt werden können, wie sie sind, hart, brutal und kaum aus haltbar.

  17. Cover des Buches Die Fliedertochter (ISBN: 9783453421455)
    Teresa Simon

    Die Fliedertochter

    (154)
    Aktuelle Rezension von: Selma

    Paulinas Nachbarin wird nach Wien eingeladen, ist aber leider nicht in der körperlichen Verfassung dafür. Dafür fährt Paulina.

    In Wien wandelt sie auf den Spuren von Luzie Kühn, einer heimlichen Halbjüdin aus der Zeit des 2. Weltkrieg. Und dann ist da auch noch Tamas der ihr Herz verdreht... aber was hat das alles mit Toni ihrer Nachbarin zu tun???


    Ich liebe den Schreibstil, die Zeitsprünge und die Storyline. 


    Meine absolute Empfehlung !!

    ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️


  18. Cover des Buches Periode ist politisch (ISBN: 9783453272651)
    Franka Frei

    Periode ist politisch

    (72)
    Aktuelle Rezension von: Trishen77

    „Weltweit menstruieren rund 300 bis 800 Millionen Menschen. Alleine in diesem Moment. Sie tun dies heimlich, oft mit Selbstzweifeln und Angst, und zu großen Teilen ohne wirklich zu wissen, was dies genau bedeutet, weil sie gelernt haben, sich dafür zu schämen. […] Viele gehen nicht in die Arbeit oder Schule, was Auswirkungen auf ihr Leben und das ihrer Mitmenschen hat. Sie haben Schmerzen, die sie womöglich mit Pillen abstellen, ohne zu wissen, was diese eigentlich mit ihrem Körper machen. […] Am Ende geht es weniger um Bluten oder Nichtbluten als um die globale geschlechterspezifische Ungleichheit, die sich auch im Thema Periode spiegelt. Das ganze klingt kompliziert, und das ist es auch. Doch dieses Buch soll nicht als weiteres unverständliches wissenschaftliches oder langweiliges Kauderwelsch vergessen werden. Es soll Teil einer Bewegung sein, die Veränderung bewirkt. Und es soll unterhalten.“

    Menstruation – ein ziemlich unterrepräsentiertes Thema, sei es im medialen Tagesgeschäft, in Filmen, Romanen oder in Gesprächen. Jahrhundertelang als eine „Frauensache“ abgestempelt (was hunderte von Philosophen, Autoren, Ärzten und sonstigen Männern nicht davon abhielt, obskure und in vielerlei Hinsicht misogyne Abhandlungen darüber zu verfassen, von Aristoteles bis Paracelsus and so on), ist es auch heute noch ein Themenkomplex, der mehr von Mythen, Ressentiments und Schweigen als von Fakten und Verständnis geprägt ist.

    Mit diesem Missstand will das Buch von Franka Frei gründlich aufräumen. Die Menstruationsaktivistin geht dabei, wie versprochen, unterhaltsam und ungezwungen vor, ohne allerdings zu verhehlen, wie ernst die Lage in vielen Bereichen rund um das Thema immer noch ist. Ein großer Teil der jungen Frauen auf der Welt ist bei Auftreten ihrer ersten Periode noch immer nicht ausreichend informiert (und wird es auch oft danach nicht) und nach wie vor ist die Menstruation für viele Frauen mit Scham verbunden. Hinzu kommen auch große ökonomische und ökologische Faktoren.

    „Die Kosten, die für Frauen* durch bis zu insgesamt 500 Monatszyklen im Leben anfallen, liegen im vierstelligen Bereich. (Berechnungen der Seite bloodyluxurytax.de zufolge beläuft sich der Durchschnittswert sogar auf 8600 €) […] Btw an alle, die es noch nicht wussten: Die Menstruationstasse kostet einmalig zwischen 10 und 30 €, hält über viele Jahre und spart Tausende Tonnen Müll von nur geringfügig ökologisch abbaubaren Produkten wie Tampons und Binden.“

    Der ökonomische Faktor war erst kürzlich in Deutschland wieder Thema, als der Bundestag die Abschaffung des Luxusmehrwertsteuersatzes auf Menstruationsartikel beschloss (also eine Senkung von 19% auf 7%). Leider scheint es so, als würden die Herstellerfirmen diese Errungenschaft durch einen Preiserhöhung nivellieren (und die Differenz als Gewinn einstreichen) wollen, wogegen einige Händler erfreulicherweise bereits protestiert haben, da sie diese Erhöhung nicht nachvollziehen können und deshalb auch nicht akzeptieren wollen. In anderen Teilen der Welt ist der ökonomische Faktor noch heftiger, denn hier kann man manchmal sogar von „Periodenarmut“ sprechen, wenn einkommensschwache Familien einen nicht geringen Teil des Geldes für Menstruationsprodukte aufwenden müssen.

    Die ökologischen Probleme liegen teilweise auf der Hand, aber auch hier ist es wichtig, sich einmal mit der Wucht der Zahlen zu konfrontieren. Außerdem gibt es Faktoren, die, so glaube ich, noch eher unbekannt sind – bspw. das viele Zusatzstoffe in Binden und Tampons gesundheitliche Folgen haben können oder was es mit der Periode während der Einnahme der Pille auf sich hat.

    Frei beschreibt sowohl die Lage in einzelnen Ländern (in Nordafrika, Indien und anderen, in die sie reist und wo sie vor Ort mit Aktivist*innen spricht und arbeitet) als auch übergreifende Zusammenhänge und Probleme. Manchmal hat man den Eindruck, dass sie in manchen Kapiteln etwas zu viel unter einen Hut zu bringen versucht, aber da sie meist sehr direkt und handfest zu Werke geht, sind selbst diese Kapitel in ihrer dynamischen Art informativ und anregend (zumal Frei nie den Fehler macht, ihre eigene Warte nicht zu hinterfragen).

    Für Unterhaltung sorgen – neben jede Menge klugen Vergleichen und dem Vorsatz, kein Blatt vor dem Mund zu nehmen – Negativ-Preise (an die schon erwähnten Aristoteles & Co und jeden, der mal zur Menstruation etwas Obskures hingekleckst hat) und ein cooles Kapitel, in dem die Absurdität der Vergleiche von Menstruationsblut mit Sp er ma, Ro tz oder Sche**** herausgearbeitet wird.

    Ich kann dieses Buch nur jedem/r empfehlen. Nicht nur, aber gerade Männer sollten es lesen. Die Periode ist eine gesunde körperliche Funktion und sollte als solche wahrgenommen werden, in jeglichen Zusammenhängen. Zugleich können Periodenschmerzen so stark sein wie ein Herzinfarkt, also ist auf der anderen Seite auch Verständnis wichtig. Das Tabu die Verteufelung der Menstruation ziehen einen riesigen Rattenschwanz an Folgeschäden nach sich, die man in Franka Freis Buch begutachten kann. Nein: sollte.

  19. Cover des Buches Neid (ISBN: 9783492306812)
    Arne Dahl

    Neid

    (40)
    Aktuelle Rezension von: PoldisHoerspielseite

    Auch im Hochsommer mit einer Hitzewelle in Europa kann sich das Ocop-Team keine Auszeit gönnen. Sie sind auf der Spur eines Menschenhändlerrings, der insbesondere mit dem Betteln in Fußgängerzonen Profit macht. Währenddessen will Paul Hjelm die EU-Politikerin Marianne Barriere unterstützen, die unter Druck gerät, nachdem sie einen kontroversen Gesetzentwurf eingebracht hat. Und auch der Mord an einem Wissenschaftler, der einen Durchbruch bei der Elektromobilität geschafft hat, hält das international agierende Team auf Trab…

    Arne Dahls „Ocop“-Reihe ist auf vier Bände angelegt, „Neid“ ist der dritte Band – und so kennt der Leser natürlich schon die Charaktere und die grundlegenden Zusammenhänge. Der Einstieg fällt dementsprechend leicht, wenn man die vorigen Bände kennt. Wenn man die Strukturen aber noch nicht kennt, dürfte man leicht überfordert sein. Besonders die vielen schnellen Wechsel zwischen den verschiedenen Ermittlern sind dabei durchaus herausfordernd, da man sich immer erst einmal orientieren muss. Die einzelnen Stränge sind dabei auch durchaus auch schon anspruchsvoll und erzählen sehr interessante Szenerien, aber es ist eben die Kombination aller Teile, die so reizvoll ist. Gelungen ist auch wieder, dass man die Charaktere noch ein wenig besser kennenlernt und diese andere Seiten von sich zeigen können – natürlich nicht in dem Maße, wie das bei einem einzigen Ermittler der Fall ist. Aber es ist eben auch die Vielfalt, die diese Romanreihe ausmacht.

    Wie man es von Arne Dahl und insbesondere den Ocop-Bänden bereits gewohnt ist, scheinen die verschiedenen Handlungsstränge zunächst unabhängig voneinander zu verlaufen. Es gibt nur wenige Überschneidungen, erst nach und nach dämmert dem Leser, wie alles zusammenhängen könnte. In vielen Punkten kann man dabei richtig lesen, entscheidende Details sind aber dennoch überraschend und wendungsreich ausgearbeitet. Ich mag den einsetzenden Aha-Effekt an einem gewissen Punkt, an dem sich alles zusammensetzt. Das ist spannend geschrieben und hätte aus meiner Sicht die eingebauten Action-Szenen nicht gebraucht, wirklich gestört haben mich diese aber dann doch nicht.

    „Neid“ zeigt weitere finstere Seiten der menschlichen Seele, handelt von Habgier, Machtwillen und einer geringen Wertschätzung anderer Menschen. Verpackt ist das in einen dynamisch erzählten und spannenden Thriller, der auf den verschiedenen Ebenen gut funktioniert und noch weiter an Reiz gewinnt, wenn die Stränge zusammengeführt werden. Das ist elegant und flüssig geschehen, sodass ein lesenswerter und packender Thriller entstanden ist.

  20. Cover des Buches Kim (ISBN: 9783423145756)
    Rudyard Kipling

    Kim

    (40)
    Aktuelle Rezension von: Schlehenfee
    Indien um 1890: der Waisenjunge Kim, auch genannt „kleiner Freund aller Welt“, treibt sich auf den Straßen Lahores herum, als er auf einen tibetischen Lama trifft. Kim, eigentlich ein Weißer, hilft dem Lama bei seiner Suche nach einem Fluss, der ihm Erleuchtung verschaffen soll und wird sein „chela“ (Schüler). Aber auch der Junge ist ein Suchender: ein roter Stier auf grünem Grund soll ihm zu einer wohlhabenden Zukunft verhelfen. Als Kims Prophezeiung wahr wird, wird er Teilnehmer am „Großen Spiel“, dem „Spionagekrieg“ zwischen Großbritannien und Russland um die Vorherrschaft auf dem Subkontinent und im Himalaya.

    „Kim“ ist neben dem Dschungelbuch Rudyard Kiplings bekanntester Roman und wurde oft als Jugendbuch bezeichnet. Das ist es meiner Meinung aber überhaupt nicht, auch wenn der Protagonist ein Teenager ist.
    Durch die Wanderung mit dem Lama erhält der Roman eine starke religiös-philosophische Thematik, unter anderem das „Rad des Lebens“ und vieles anderes aus dem Buddhismus erwähnt, wo ich mich sehr oft hilfesuchend an das Glossar wenden musste.
    Dann fließen natürlich auch die zahlreichen verschiedenen Kasten, Völker, Religionen und Gebräuche Indiens ein, auch hier musste ich sehr oft hinten nachschlagen. Kipling hat mir dadurch aber ein sehr lebendigen, wenn auch exotischen Eindruck vom kolonialen Indien und den Menschen dort geschaffen. Man sieht das Gewimmel auf den Straßen, die vielen Trachten und Dialekte förmlich vor sich. Hindus, Moslems, Buddhisten und Christen haben ihre eigenen Ansichten und Ausdrücke und Kim bedient sich bei allen gleichermaßen. Doch dies bedeutete für mich, dass mir das Lesen oft nicht leicht fiel und ich mich sehr konzentrieren musste. Die meisten der religiös-philosophischen Passagen zogen sich für mich im Laufe der Handlung dann auch. Eben kein Buch für zwischendurch.

    Kurzweiliger und spannender wurde es dann bei Kims Aufenthalt in der Schule und schließlich beim „Großen Spiel“. Aber auch hier werden Zusammenhänge oder Personen manchmal nur angedeutet bzw. nicht klar genannt. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Verfilmungen des Buches sich auch mehr auf dieses Thema konzentrieren.

    Kim als Protagonist hat mir sehr gut gefallen. Er ist gewitzt, schlagfertig und durch seinen direkten Kontakt mit den Einheimischen sein ganzes Leben lang so ganz anders als die anderen Weißen im Buch. Dies wird in einigen Abschnitten besonders deutlich. Wenn man bedenkt, dass das Buch am Ende des Viktorianischen Zeitalters erschien, als das Empire auf dem Höhepunkt war und der Nationalismus aufblühte, muss ich Rudyard Kipling meinen Respekt dafür zollen, dass er die Einheimischen nicht von oben herab beschreibt, sondern als gleichwertig mit ihren “Kolonialherren“ und somit sehr tolerant.
  21. Cover des Buches Agent 6 (ISBN: 9783442475032)
    Tom Rob Smith

    Agent 6

    (167)
    Aktuelle Rezension von: die_solveig_liest

    Im dritten Band der Reihe führt uns die Geschichte zunächst zurück ins Jahr 1950. Stalin ist an der Macht, sein Terrorregime hält das Land fest im Griff. Leo Demidow, ein junger, aufstrebender Geheimdienstagent, erhält den brisanten Auftrag, den schwarzen amerikanischen Sänger und bekennenden Kommunisten Jesse Austin während eines Besuchs in Moskau zu betreuen. Trotz all seiner Bemühungen, den wahren Alltag der Menschen zu vertuschen, kommt es beinahe zu einem großen Eklat.

    Fünfzehn Jahre später findet in New York ein gemeinsames Konzert sowjetischer und amerikanischer Schüler statt - ein inszeniertes Symbol der Annäherung und Völkerfreundschaft. Auch Demidows Frau und seine beiden Töchter reisen in die USA. Dort werden sie ungewollt zu Spielfiguren eines politischen Komplotts. Der Abend des Konzerts endet mit mehreren Toten und einem erschütternden Vorfall, der Leo Demidow zutiefst trifft.

    Agent 6 ist der Einzige, der weiß, was wirklich geschehen ist, und für Leo beginnt eine traumatische Suche nach der Wahrheit. Doch wird er sie jemals erfahren?

    Was hat mich dieses Buch gefesselt, mitgerissen und zutiefst berührt. Selten hat ein Buch so viele unterschiedliche Gefühle in mir ausgelöst. Es ist kein Thriller für zwischendurch, aber wer sich darauf einlässt, wird durch eine ganz besondere Tiefe belohnt. Dieses Buch erzählt von Hass, Grausamkeit und Entsetzen – aber auch von bedingungsloser Liebe.
    Selten hatte ich beim Lesen ein solches Herzklopfen, dass mir beinahe der Atem wegblieb.

    Ein großartiger Abschluss der Reihe um den russischen Agenten Leo Demidow.

    𝗪𝗼𝘄.

  22. Cover des Buches Die kranke Frau (ISBN: 9783462000153)
    Elinor Cleghorn

    Die kranke Frau

    (18)
    Aktuelle Rezension von: Lia48

    „Ärzte haben tatsächlich einmal geglaubt, die Nerven einer Frau seien zu angespannt, als dass sie eine Ausbildung durchhalten könnte, und die Eierstöcke würden sich entzünden, wenn sie zu viel las. Solche empörenden Mythen halten sich aber hartnäckig in einer Welt, in der manch einer immer noch Menstruation und Menopause als Erklärung dafür heranzieht, dass Frauen keine politischen Machtpositionen bekleiden sollten.“ 

    „Nur wenn wir aus der Geschichte lernen, können wir der Kultur aus Mythen und Fehldiagnosen, die der Medizin den Blick auf Frauen verstellt, ein Ende bereiten.“ 

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    INHALT:
    Dr. Elinor Cleghorn, promovierte Kulturhistorikerin und Feministin, war jahrelangen auf der Suche nach einer Diagnose für ihre chronische Autoimmun-Erkrankung Lupus.
    Sie kennt die Herausforderungen, mit denen Patientinnen in der Medizin bis heute konfrontiert werden. Oft werden sie nicht ernst genommen, teilweise erhalten sie Fehldiagnosen und ihre Beschwerden werden häufig als psychisch bedingt angesehen.
    Cleghorn zeigt auf, wie die Medizin tief in patriarchalen Strukturen verwurzelt ist und woher diese Mythen stammen.  

    In ihrem Buch stellt sie die Geschichte der Frauenmedizin in den Vordergrund. Eine Medizin, welche bis heute von gesellschaftspolitischen und kulturell Einflüssen durchzogen ist, die Geschlechterstereotypen und Vorurteile verstärken.
    Historisch wurden Frauen aufgrund ihrer biologischen Unterschiede zum männlichen Ideal, als minderwertig und unvollständig betrachtet. Sie galten als das schwächere Geschlecht und wurden auf die soziale Aufgabe der Mutterschaft reduziert. Dadurch wurden ihre Krankheiten oft auf die „Geheimnisse“ der weiblichen Fortpflanzungsorgane zurückgeführt, wodurch Frauen als anfällig für psychische und emotionale Störungen stigmatisiert wurden.
    Die diskriminierenden Ansichten wirken bis heute noch nach, was immer wieder dazu führen kann, dass Frauen Fehldiagnosen oder keine angemessene Behandlung für Schmerzen und Erkrankungen erhalten.
    Noch stärker davon betroffen sind Frauen aus marginalisierten Gruppen, wie z. B. BIPoC (die zusätzlich unter strukturellem Rassismus leiden).
    Zudem sind Erkrankungen, die vor allem Frauen betreffen und Medikamente, die Frauen einnehmen, verhältnismäßig schlecht erforscht.

    Cleghorn beschreibt jedoch, dass Frauen nicht nur Opfer eines männerdominierten Systems sind, sondern weist auch auf die aktiven Kämpferinnen hin. Denn des Öfteren waren es Frauen, die sich in der Vergangenheit in Gruppen zusammenschlossen haben, sich aktivistisch gezeigt haben und schließlich Veränderungen in der Frauengesundheit und in ihren Rechten bewirken konnten.
    Dieses Buch macht deutlich, wie wichtig es ist, die jahrhundertealten Mythen und Vorurteile zu hinterfragen, die Stimmen der Frauen in der Medizin ernst zu nehmen und aus der Geschichte zu lernen, um die medizinische Versorgung von Frauen zu verbessern und ihren Bedürfnissen endlich gerecht zu werden. 

    „Bis in die 1990er-Jahre wurden Frauen von klinischen Studien und Beobachtungsstudien ausgeschlossen, und auch bei Herzkrankheiten, bestimmten Krebsarten und Aids/HIV fehlen Studien dazu, wie sie sich spezifisch auf den weiblichen Körper auswirken. So wurden jahrzehntelang medizinische Fortschritte gemacht, die Frauen nicht berücksichtigten.“ 

    „Bis heute lassen Medizin und Gesundheitssystem Frauen mit ihren Schmerzen, besonders mit chronischen Schmerzen, allein. (…) Frauen erhalten seltener Schmerzmittel und stattdessen häufig schwache Beruhigungsmittel und Antidepressiva. Frauen erhalten nicht so oft eine Überweisung für eine weiterführende diagnostische Untersuchung wie Männer. Und ihre Schmerzen werden eher auf eine emotionale oder psychische als auf eine körperliche oder biologische Ursache zurückgeführt. Frauen leiden besonders häufig an chronischen Krankheiten, die mit Schmerzen beginnen. Doch ehe Schmerzen als Symptome einer möglichen Krankheit ernst genommen werden können, muss das Gegenüber im Behandlungszimmer sie erst einmal zur Kenntnis nehmen und glauben.“ 

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    MEINUNG:
    Egal, ob das Chronisches Erschöpfungssyndrom, Fibromyalgie, Lupus, Multiple Sklerose, oder Endometriose – sie alle haben eines gemeinsam: Unter diesen Erkrankungen leiden (vor allem) Frauen, weshalb es bei diesen Krankheitsbildern und den möglichen Medikamenten, immer noch an Forschung fehlt, die tragischerweise jahrelang versäumt wurde.
    Die Zusammenhänge zwischen Frauen, Krankheit und Medizin erklärt Elinor Cleghorn ausführlich und eindringlich in ihrem Buch.
    Dabei steht vor allem die Medizingeschichte, speziell die Gynäkologie im Fokus. Diese ist sehr detailreich geschildert, ich hätte es gar nicht so ausschweifend benötigt. Dennoch konnte ich viele interessante Punkte für mich mitnehmen. Und um die Hintergründe unserer heutigen Situation in der (Frauen-) Medizin zu verstehen, ist der Blick in die Vergangenheit auf jeden Fall von Vorteil. 

    Das Buch beinhaltet innerhalb der Medizingeschichte u. a. Themen wie die Gynäkologie, Mythen um die weiblichen Fortpflanzungsorgane & Anatomie, Menstruationsbeschwerden, Hexenverfolgung, Umgang mit Schmerzen bei der Geburt, Entwicklung & Einsatz von Hormonpräparaten, Abtreibung & Gesetze, BIPoC, spezifische Erkrankungen von Frauen u. v. m. 

    Es ist ein Buch, welches immer wieder wütend macht, wie jahrelang mit Frauen in der Gesellschaft und Medizin umgegangen wurde, wie sie benachteiligt wurden und werden und wie sie noch heute so häufig mit ihren Beschwerden nicht ernst genommen werden.
    Aber gleichzeitig zeigt es auch, wie lohnenswert es sein kann, sich mit anderen zusammenzutun, um aufzuklären, Vorurteile abzubauen und für eine bessere medizinische Versorgung und für mehr Rechte zu kämpfen, was leider noch immer notwendig ist! 

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    FAZIT: Ein lesenswertes Buch, welches vor allem die Geschichte der Frauenmedizin in den Fokus nimmt und aufzeigt, wie diese mit ihren Mythen, Vorurteilen und Stereotypen bis heute nachwirkt. Es macht deutlich, dass in der Forschung von Erkrankungen, die vor allem Frauen betreffen und bei Medikamenten, die Frauen einnehmen, einiges nachgeholt werden muss.
    Mir war es ein bisschen zu detailliert und ausschweifend geschrieben und die Gynäkologie nahm mir etwas zu viel Platz ein. Doch ich konnte insgesamt viel Wissenswertes für mich mitnehmen. Leseempfehlung für Interessierte und 4/5 Sterne! 

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    (C. N.: u. a. Vergewaltigung, Rassismus und Sklaverei, Eugenik und Experimente an Menschen, Misogynie, Ableismus, Abtreibung, usw.)

  23. Cover des Buches Querfeldein (ISBN: 9783446285644)
    Alex Capus

    Querfeldein

    (97)
    Aktuelle Rezension von: sydneysider47

    Worum geht es in dem Buch?


    Arnold ist in Ramsen, einem Dorf in der Schweiz, direkt an der deutschen Grenze nicht weit vom Bodensee, aufgewachsen. In den 1920er-Jahren eröffnet er dort einen Gasthof, den er „zur Moskau“ nennt. Der Gasthof entwickelt sich gut, er wird zur Stammkneipe für viele.


    Eines Tages lernt Arnold Betty kennen und lieben. Sie heiraten und bekommen acht Kinder, von denen zwei jung sterben. Als Erwachsene ziehen fünf der Kinder aus – nur Clara, die Älteste, bleibt. Sie liebt das Landleben und macht sich nützlich.


    Als sie Hermann, einen Schmuggler, kennen lernt und sich in ihn verliebt, geschehen spannende Ereignisse.

    Meine Meinung zu diesem Buch:


    Der Autor hat wahre Ereignisse zu einem Roman verarbeitet. Dieser liest sich teilweise trocken, aber auch amüsant, weil es immer wieder lustige Passagen gibt. Beispielsweise, wenn ausführlich beschrieben wird, wie ein Zollbeamter eine Figur für seinen Neffen schnitzt und welche Überlegungen er währenddessen anstellt.


    Die drei Hauptpersonen Arnold, Betty und Clara sind teilweise etwas schrullig, jedoch auch immer wieder liebenswert. Andere Personen sind Nebenfiguren, wie zum Beispiel auch die so genannten „Witzbolde“. Das sind wohlhabende, auch etwas eingebildete Herren, die namentlich nicht genannt werden. Sie schauen auf Arnold herab, sind aber auch Gäste in seinem Gasthof „zur Moskau“.


    Ich habe mich lange Zeit gefragt, worauf das Buch hinauswill. Die Lösung kommt am Schluss – und hat damit zu tun, was Leute machen, die ihre Befugnisse überschreiten.


    Da ich selbst schon in Ramsen war und die Gegend um den Bodensee gut kenne, hat mich das Buch interessiert. Wer einen gut geschriebenen historischen Roman, der auf Tatsachen beruht, lesen will und sich für die genannte Gegend interessiert, sollte dieses Buch lesen.


    Ich vergebe fünf Sterne.

  24. Cover des Buches Allein unter Juden (ISBN: 9783518466841)
    Tuvia Tenenbom

    Allein unter Juden

    (13)
    Aktuelle Rezension von: Neuneuneugierig
    "Bitterböse", sehr authentisch (zumindest scheint es so, wenn man sich über #tuviatenenbom informiert) und ganz anders. Und nein, ich habe ich sein früheres Werk nicht gelesen. Doch scheint er vielen, viel zu ehrlich, als dass man es ertragen könnte. Das Buch teilt und vereint einen. Man diskutiert und argumentiert mit ihm. Stimmt ihm zu und ist wütend. Doch nach der Lektüre versteht man vieles doch einfach besser auch wenn man das vielleicht nicht immer zugeben möchte. Die Geschichte und Meinungs-Impfung ist schon sehr tief in uns verwurzelt. 
    .
    Ein halbes Jahr Israel Aufenthalt, mal als Jude, ganz oft als Österreicher und manchmal als Araber. Tuvia Tetenbom dort aufgewachsen, dann ausgewandert in die USA, studierter Künstler und Rabbiner besucht sein Heimatland und blickt "hinter die Kulissen". 

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