Bücher mit dem Tag "polizeigewalt"

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52 Bücher

  1. Cover des Buches Der Schatten des Windes (ISBN: 9783596196159)
    Carlos Ruiz Zafón

    Der Schatten des Windes

     (5.756)
    Aktuelle Rezension von: Herbstrose

    Daniel ist 10 Jahre alt, als er von seinem Vater in eine geheime Bibliothek, den Friedhof der vergessenen Bücher, mitgenommen wird. Nach altem Brauch darf er sich ein Buch aussuchen, es adoptieren und dafür sorgen, dass es nie verschwindet und nie vergessen wird. Daniel entscheidet sich für „Der Schatten des Windes“ von Julián Carax, ein Buch, von dem er bisher noch nie etwas gehört hatte und dessen Autor ihm unbekannt ist. Ohne zu ahnen welche Lawine er los tritt, beginnt er Jahre später mit Nachforschungen über Julián Carax und seine Werke, die ein Unbekannter bereits größtenteils schon vernichtet hat. Dabei entdeckt er einige Parallelen zwischen sich und dem Autor des Buches. Dass er jedoch sein Leben und das seiner Freunde und Helfer riskiert, wird ihm erst sehr spät bewusst – zu spät?

    Der spanische Schriftsteller Carlos Ruiz Zafón wurde 1964 in Barcelona geboren und wuchs auch dort auf. Nach Schule und Studium zog er als Dreißigjähriger nach Los Angeles, wo er mit Schreiben begann und als Drehbuchautor und Korrespondent für spanische Zeitungen arbeitete. 2004 kehrte er in seine Heimatstadt zurück, wo auch alle seine Werke veröffentlicht wurden. Für seinen Erstlingsroman „Der Schatten des Windes“ erhielt er 2005 den Barry Award. Der Autor war verheiratet und hatte keine Kinder - er starb am 19. Juni 2020 nach längerer Krebserkrankung in Los Angeles. 

    Mit großer erzählerischer Kraft und Lust am Detail lässt Carlos Ruiz Zafón hier den Protagonisten Daniel das Leben von Julián Carax, dem geheimnisvollen Autor des Buches „Der Schatten des Windes“, nachverfolgen. Herausgekommen ist eine fesselnde Geschichte über Liebe und Leid, Verlust und Tod, in Spanien zur Zeit des Bürgerkrieges und in Barcelona während der Franco-Ära, die den Leser nachdenklich stimmt und zum Miträtseln einlädt. Aus vielen Bruchstücken und unterschiedlichen Handlungssträngen ergibt sich nach und nach ein zunächst unübersichtlicher Thriller, bis dann etwa in der Mitte des Buches die Zusammenhänge klarer werden. Durch geschickt eingefügte Wendungen und in die Irre führende Spuren bleibt das hohe Spannungsniveau jedoch bis zum Schluss erhalten.  

    Fazit: Eine abenteuerliche Geschichte über das Leben, das Lesen und die Liebe zu Büchern – sehr empfehlenswert!

  2. Cover des Buches Die Arena (ISBN: 9783453435230)
    Stephen King

    Die Arena

     (1.179)
    Aktuelle Rezension von: Wepie

    Was passiert wenn eine Kleinstadt von der Außenwelt abgeschnitten ist und kein herkömmliches Gesetz mehr gilt? 

    Diese Grundidee hat mir gefallen und deshalb wollte ich das Buch auch lesen.

    Ich hab jetzt einen Monat gebraucht bis ich es gelesen habe. An manchen Stellen hat sich das Buch schnell weglesen lassen da die einzelnen Handlungen tolle Höhepunkte haben.   Bei anderen Stellen hab ich darüber nachgedacht ob ich es abbrechen soll. Der Roman hatte mir  einfach  zu viele Figuren die keine Handlungsträger sind. Aber sein  typischer plauderhafte Schreibstil von King hat mich weiterlesen lassen. Mir haben die Dialoge sehr gefallen.

    wer lange Romane mit vielen Figuren mag ist hier richtig.


  3. Cover des Buches Stimmen (ISBN: 9783499267437)
    Ursula Poznanski

    Stimmen

     (425)
    Aktuelle Rezension von: lucatrkis

    Die Atmosphäre in der Psychiatrie gefiel mir gut. Den Täter konnte ich bis zum Schluss nicht entlarven und das Finale war wieder sehr spannend. Auch das Ende das Buches gefiel mir sehr gut. 

  4. Cover des Buches The Hate U Give (ISBN: 9783570312988)
    Angie Thomas

    The Hate U Give

     (647)
    Aktuelle Rezension von: Steffi_2511

    The Hate U Give erzählt die Geschichte der 16-jährigen Afro-Amerikanerin Starr. Die Schülerin balanciert zwischen zwei Welten, einmal ihrer verarmten Wohngegend, zum anderen ihrer Privatschule mit hauptsächlich privilegierten weißen Mitschülern. Und in beiden Welten muss sie einen Teil von sich verstecken, um dazuzugehören. Als ihr Freund Khalid vor ihren Augen unbewaffnet von einem Polizisten erschossen wird, möchte sie nicht mehr schweigen...

    The Hate U Give greift mit Rassismus, Diskriminierung und der Spaltung der USA Themen auf, die aktueller nicht sein können. Das die Geschichte aus Sicht einer 16-jährigen Protagonisten erzählt wird, macht die Story für mich noch bewegender. Als Leser erhält man tiefe Einblicke in die Probleme, Herausforderungen und Zerrissenheit von Starr. Aber auch Freundschaft, Liebe und Zusammenhalt wird Gewicht gegeben. Die Geschichte von Starr passiert so oder so ähnlich wahrscheinlich täglich, für mich wird so die Black Lives Matter Bewegung noch greifbarer. 

    Mein Tipp wäre, The Hate U GIve in der Originalversion zu lesen. Die Übersetzung von Slang und Jugendsprache ist teilweise gewöhnungsbedürftig. 

  5. Cover des Buches The Hate U Give (ISBN: 9780062498533)
    Angie Thomas

    The Hate U Give

     (149)
    Aktuelle Rezension von: leniandtheworld

    Als das Buch "The Hate U Give" 2017 veröffentlicht wurde, wurde der Roman für seine Authentizität besonders gelobt. Damals genau wie heute ist die Geschichte jedoch immer noch an eine traurige Wahrheit angelehnt. Die Autorin hat das Buch aufgrund zweier Kindheitserinnerung angefangen, denn als Kind wurde sie Zeugin einer Schießerei zwischen Drogendealern. Später im Jahr 2008 wurde der unbewaffnete Oscar Grant an Silvester von Polizisten getötet. Diese beiden Ereignisse haben dazu geführt, dass Angie Thomas all ihre Gedanken, sowie ihre Wut in diese Buch gelegt hat. 

    Die Geschichte handelt von Khalil, der ein bisschen an Oscar erinnert, und von Starr, die eventuell etwas an Angie Thomas erinnern soll. Sie erzählt die Geschichte der jugendlichen Starr, die in zwei verschiedenen Welten aufwächst. Einerseits lebt sie mit ihrer Familie in einem schwarzen Viertel, in dem Gangs, Einbrüche und Drogendeals Normalität sind. Andrerseits sind Starr und ihre Geschwister auf einer Privatschule, die hauptsächlich von weißen Schüler*innen besucht wird. Auf einer Party sieht sie Khalil, ihren besten Freund aus Kindheitstagen wieder und lässt sich von ihm nach Hause fahren. Auf dem Weg nach Hause werden die beiden von der Polizei angehalten und geraten in einen unerwarteten Konflikt. Khalil wird von einem der Polizisten erschossen. Nun steht Starr vor einer schweren Entscheidung: Steht sie zu ihrem Freund und erhebt ihre Stimme oder lässt sie ihr Leben weiterlaufen als wäre nichts passiert? Ob Sie den Mut dazu hat wird sich im Verlauf des Buches zeigen. 

    Das Buch hat mich nach den ersten paar Seiten definitiv gepackt und ich konnte, dank des Schreibstils, jede Situation nachempfinden. Ich habe mit gelitten, gezittert, gelacht und ab und an den Atem angehalten. "The Hate U Give" ist eine Geschichte über die Ungerechtigkeit in der Welt, die auch heutzutage noch deutlich spürbar ist. Es ist aber auch eine Geschichte über eine junge Frau, die durch ihre Erlebnisse und Entscheidungen erwachsen wird. Ebenfalls ist es ein Buch, das einen Einblick in eine liebevolle, wahrscheinlich sogar alltägliche Familie zeigt, die genau wie meine Familie Diskussion austrägt, sich liebt und füreinander da ist. Eben auf ihre Art und Weise, jede Familie ist unterschiedlich. 

    Dieses Buch wird zwar nicht die Gesellschaft, deren Umgangsformen oder die Welt verändern. Jedoch hat es das Potential zum Nachdenken anzuregen und eventuell den Rassismus, den einige immer noch in sich tragen zu verändern. Lest dieses Buch!

  6. Cover des Buches Goldstein (ISBN: 9783462043235)
    Volker Kutscher

    Goldstein

     (187)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Dies ist der dritte Band um den Berliner Kommissar Gereon Rath, erschienen erstmals 2010, verfilmt unter dem Titel Babylon Berlin in 2020, was die die Serie berühmt machte. Die wesentliche Handlung beschränkt sich auf einen Zeitraum vom 27.06.1931 und dem 18.07.1931. Ein Tag im September wird dann am Ende noch angefügt. Zwischen den Ereignissen des zweiten und dieses dritten Bandes liegen also eineinhalb Jahre.

    Auch dieser Band ist in sich abgeschlossen, es wird aber immer wieder Bezug genommen auf Ereignisse aus den beiden Vorgängerbänden und die handelnden Personen entwickeln sich weiter. Es ist daher sinnvoll, die Bände in chronologischer Reihenfolge zu lesen. Wie bereits in den Vorgängerbänden sind die historischen Details genau wiedergegeben, diesmal aber nicht so zahlreich. Es werden im Grunde nur die Unruhen und Auseinandersetzungen zwischen den Nazis und den Kommunisten sowie die gegenseitige Bekämpfung der Ringvereine erwähnt.

    Die erzählte Geschichte ist kompliziert mit sehr vielen handelnden Personen und auch die Zahl der Morde ist hoch. Doch es gelingt Kutscher alle gesponnenen Fäden am Ende auch logisch aufzuklären und zu einem Ende zu führen. Das Aufkommen der Nationalsozialisten ist in diesem Band deutlich zu spüren, die sogenannten Kurfürstendamm-Krawalle am 12.09.1931 sind historisch belegt und deuten bereits an, wie es weitergehen wird. Wie es Kutscher immer wieder schafft, historisch belegte Ereignisse elegant in seine Geschichten einzubinden ohne dass das bemüht wirkt, ist große Schriftstellerkunst.

    Mit gefällt auch gut, dass der Autor die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt, so dass man als Leser unterschiedliche Blicke auf die Handlung und die Gefühlswelt werfen kann, was insbesondere bei den Streitereien zwischen Charlotte und Gereon ganz erhellend ist.

     So manchen Schlenker im Fortgang der Geschichte hätte sich Kutscher allerdings sparen können, diese wirken deplatziert und wie Füllmaterial. Ich denke dabei z:B. an die Episode, als eine Hauswirtin ihren unschuldigen Mieter Fleming verdächtigt oder auch die Geschichte um den ermordeten Heinrich Beckmann.

    Insgesamt aber gut gelungen. Vier Sterne von mir.

  7. Cover des Buches Safe Haven - Wie ein Licht in der Nacht (ISBN: 9783453410534)
    Nicholas Sparks

    Safe Haven - Wie ein Licht in der Nacht

     (883)
    Aktuelle Rezension von: noelli

    Das Buch ist von Anfang an sehr vorhersehbar. Die Geschichte war leider überhaupt nicht meins. Auch wenn ich grundsätzlich nichts gegen kitschige Liebesromane habe, war mir dieses Buch  tatsächlich zu viel.

    Der super sympathische Alex, der der schüchternen Katie ihre halbe Lebensgeschichte ansieht. Nur beim beobachten von ein paar Gesten und dem wechseln von einiger belanglosen Sätzen. Und schon nach ein paar Seiten lässt sich das Ende voraus sagen. 

    Schade

  8. Cover des Buches Nichts ist okay! (ISBN: 9783423650243)
    Jason Reynolds

    Nichts ist okay!

     (38)
    Aktuelle Rezension von: CorniHolmes

    Der Jugendroman „Nichts ist okay!“ von Jason Reynolds und Brendan Kiely ist erstmalig im August 2016 auf Deutsch erschienen. Das Buch könnte wohl aber aktueller nicht sein, schließlich behandelt es eine immens wichtige Thematik: Rassismus und Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA. Da ich mir fest vorgenommen habe, mehr Bücher über dieses Thema zu lesen, stand für mich sofort fest, dass ich das Gemeinschaftswerk der beiden US-amerikanischen Autoren unbedingt bei mir einziehen lassen muss! 



    Der 16-jährige Rashad möchte diesen Freitagabend zusammen mit seinen Freunden zu einer angesagten Party gehen. Vorher macht er noch einen kleinen Abstecher zu Jerry‘s, um dort eine Tüte Chips zu kaufen. Als er sich bückt, um sein Handy aus seiner Sporttasche zu holen, stolpert eine Kundin plötzlich über ihn. Ehe es sich Rashad versieht, wird er von einem jungen Polizisten gepackt und aus dem Laden gezerrt. Er wirft ihm Diebstahl vor und beginnt brutal auf ihn einzuschlagen. Rashad verliert das Bewusstsein und wacht erst im Krankenhaus mit gebrochener Nase, Rippenbrüchen und inneren Blutungen wieder auf.

    Quinn, ein weißer Mitschüler von Rashad, war an dem Freitag ebenfalls auf dem Weg zu Jerry‘s und hat die Szenerie schockiert beobachtet. Was das Ganze noch schlimmer für ihn macht: Quinn kennt den weißen Polizisten, der den schwarzen Jungen vor dem Laden so heftig verprügelt. Bei ihm handelt es sich um Paul Galluzzo, der große Bruder seines besten Freundes. Quinn weiß nicht, wie er sich nun verhalten soll. Er schweigt zunächst und hofft, dass niemand gesehen hat, dass er Zeuge dieser schrecklichen Szene war.

    Die Stadt Springfield gerät in einen Ausnahmezustand, als ein Video über den Vorfall auftaucht und die Medien verstärkt über die Ereignisse berichten. Während Rashad im Krankenhaus von den Auswirkungen der Geschehnisse erfährt, steckt Quinn mittendrin. Sein innerer Konflikt wird immer größer. Soll er weiter den Mund halten und Paul schützen? Oder soll er sich der Wahrheit stellen und aktiv werden? 



    Als ich mit dem Lesen begann, haben mich bereits die ersten Seiten erschüttert und aufgewühlt. Rassismus, Vorurteile und Gewalt sind definitiv keine leichten Themen, aber ungemein wichtige, über die man sich dringend informieren sollte! Solltet ihr gerade auf der Suche nach einem richtig guten Jugendbuch sein, das diese ernste Thematik ausgezeichnet behandelt, kann ich euch nur sehr ans Herz legen, „Nichts ist okay!“ von Jason Reynolds und Brendan Kiely zu lesen!



    In meinen Augen haben die beiden Autoren gemeinsam ein unglaublich tolles Buch aufs Papier gebracht, welches man meiner Ansicht nach unbedingt im Unterricht durchnehmen sollte. Als Schullektüre eignet es sich wahrlich hervorragend, da es eine Menge Stoff zum Nachdenken und Diskutieren liefert und auf eine absolut authentische und einfühlsame Weise aufzeigt, dass Rassismus nicht der Vergangenheit angehört, sondern leider nach wie vor ein Teil unserer Gesellschaft ist. Viele wollen das nicht wahrhaben und verschließen die Augen vor der Wahrheit, aber das ändert nichts an der Tatsache: Rassismus ist nach wie vor brandaktuell. Darüber schweigen, wegsehen und nichts tun ist vollkommen falsch – wir müssen aktiv werden und handeln, nur so wird es uns hoffentlich gelingen, diese große Diskriminierung, die immer noch unter uns Menschen herrscht, irgendwann zu überwinden.



    Diese Aussage und noch manches mehr wird uns anhand der Erzählungen von Rashad und Quinn verdeutlicht. Das Buch wird im Wechsel der beiden erzählt, jeweils in der Ich-Perspektive. Mir haben die ständig wechselnden Sichtweisen wahnsinnig gut gefallen, da wir dank dieser zwei verschiedene Blickwinkel auf die Geschehnisse erhalten.

    Während Jason Reynolds, der selbst Afroamerikaner ist, den Part des schwarzen Rashads übernommen hat, hat der weiße Autor Brendan Kiely die Kapitel des hellhäutigen Quinns geschrieben. Meiner Meinung nach haben beide Autoren einen grandiosen Job gemacht. Beide schildern sie die Vorkommnisse auf eine schonungslos ehrliche und erschreckend realistische Weise und frei von jeglichen Klischees. Rashad und Quinn bewegen sich im selben Umfeld und gehen auf dieselbe Schule. Sie sind zwei ganz normale amerikanische Teenager, deren Leben sich eigentlich gar nicht so sehr voneinander unterscheiden. Wäre da nicht ihre unterschiedliche Hautfarbe. 



    Ich persönlich mochte die Kapitel aus Quinns Sicht ein bisschen lieber, da ich mich mit ihm besser identifizieren konnte. Ich muss gestehen, dass ich nicht weiß, wie ich an seiner Stelle gehandelt hätte. Vermutlich hätte ich mich wie er verhalten und zunächst aus Angst und Unsicherheit einfach geschwiegen. Dass dieser Weg der falsche ist, wird Quinn aber noch realisieren. Die Darstellung seines inneren Konflikts und das Herantasten an dessen Lösung hat mir unsagbar gut gefallen.

    Rashads Passagen fand ich aber selbstverständlich auch große Klasse! Wie Quinn, so war mir auch Rashad auf Anhieb sympathisch und da seine Gefühls- und Gedankenwelt ebenfalls sehr anschaulich und feinfühlig beschrieben wird, konnte ich mich auch ihn jederzeit spielend leicht hineinversetzen. 

    Mit den Nebenfiguren konnte mich das Autorenduo ebenfalls komplett überzeugen. Allesamt wurden sie sehr glaubhaft und erstklassig ausgearbeitet.



    Ein weiterer Punkt, mit welchem mich die beiden Autoren hellauf begeistern konnten, ist der leichte, jugendliche Schreibstil. Die lockere Jugendsprache gefiel mir vom ersten Moment an unheimlich gut. Sie verleiht dem gesamten Buch nur noch mehr Authentizität und wird garantiert vor allem bei der Zielgruppe, sprich Leser ab 14 Jahren, mega gut ankommen. 



    Mit dem Ende konnten Jason Reynolds und Brendan Kiely ebenfalls vollends bei mir punkten. Es lässt so einige Fragen offen, was manche vielleicht stören wird, was mir aber gerade gut gefallen hat, da es meinem Empfinden nach einfach nur perfekt zur Geschichte passt.



    Fazit: Ein großartiger Jugendroman über eine hochaktuelle Thematik! Jason Reynolds und Brendan Kiely ist gemeinsam ein unfassbar wichtiges Buch gelungen, welches auf eine realistische, emotionale und aufrüttelnde Weise die Themen Rassismus und Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA behandelt. Die packende Geschichte reißt einen von Beginn an mit und lässt einen einfach nicht mehr los. Sie bewegt, rüttelt auf und regt extrem zum Nachdenken an. In mir zumindest hat die Handlung genau das hervorgerufen. Ich hatte öfters Gänsehaut beim Lesen und da ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen konnte, habe ich es quasi in einem Rutsch durchgesuchtet. Ich habe eine unvergessliche und äußerst intensive Zeit mit diesem Roman verbracht und kann abschließend nur sagen: Unbedingt lesen! „Nichts ist okay!“ erhält von mir 5 von 5 Sternen!

  9. Cover des Buches Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche (ISBN: 9783608504583)
    Reni Eddo-Lodge

    Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche

     (45)
    Aktuelle Rezension von: lillywunder

    Schon durch den Titel wird man von diesem Buch herausgefordert - keine Gespräche über Hautfarbe mehr mit Weissen? Nicht wenige werden sich durch diese Aussage provoziert fühlen und doch steckt für mich dahinter die Erfahrung, die dieses kleine Buch, das so vollgepackt mit Wissen und Fakten ist, über all seine Kapitel hinweg zusammenhält. Die Erfahrung nämlich, die Reni Eddo-Lodge bereits im Vorwort darlegt: dass Weisse viel zu oft den struktuellen Rassismus gegenüber People of Colour nicht anerkennen. Dass sie, sobald es um Ausgrenzung  aufgrund von Hautfarbe (übersetzt aus dem Englischen "race") geht, mit emotionaler Distanz, Abwehr oder Trivialisierung reagieren und ihnen die eigenen Privilegien in diesem Zusammenhang überhaupt nicht bewusst erscheinen. Und hier wird es persönlich, hier ist jeder herausgefordert, sich selbst und seine Haltung zu hinterfragen, wenn man sich denn darauf einlässt.


    Reni Eddi-Lodge stammt aus London und beschreibt zum Einstieg die Geschichte Schwarzer in Großbritannien, vom kolonialistischen Sklavenhandel bis zur leider immer noch aktuellen rassistischen Schikane durch Polizei, Gerichte, Vermieter, und so weiter. Wem dieser geschichtliche Einstieg noch zu trocken erscheint - unbedingt weiterlesen! Denn hier sind wir schon beim institutionalisierten und strukturellen Rassismus, der nicht so leicht zu erkennen ist wie körperliche Angriffe und Beleidigungen durch Extremisten, sondern vielmehr die Voreingenommenheit von Menschen meint, die sich zu Organisationen zusammenschließen und entsprechend ihrer Vorurteile handeln. Durch strukturellen Rassismus werden People of Colour systematisch diskriminiert und ihre Chancen geschmälert, sei es durch eine weiße Arbeitsplatzkultur, schlechtere Noten, mehr Polizeikontrollen oder die Abweisung bei der Bewerbung um Jobs oder an Universitäten. Eine "Farbenblindheit" nach dem Motto "wir sehen keine Unterschiede mehr" sieht Reni Eddo-Lodge aber nicht als hilfreich an, um rassistische Strukturen zu dekonstruieren, man muss sehen können, wer von seiner Hautfarbe profitiert und wer benachteiligt wird, Illusionen helfen hier nicht.


    Und gerade darum geht es auch beim "White Privilege", das hier beschrieben wird als "die Tatsache, dass deine Hautfarbe, wenn du weiß bist, den Verlauf deines Lebens mit großer Sicherheit positiv beeinflussen wird" (S. 98) - und man es sehr wahrscheinlich nicht einmal merkt. White Privilege ist die Abwesenheit der negativen Folgen von Rassismus, vielmehr werden die Privilegien der Weißen durch den Rassismus gestärkt und vermehrt und das ist erst einmal eine sehr erschreckende Einsicht. Warum, fragt Eddo-Lodge, denken so viele Weisse trotzdem, dass Rassismus nicht ihr Problem ist, dass sie sich nicht ändern müssen?


    Obwohl das Buch nicht sehr dick ist, werden von der Autorin viele verschiedene Thematiken beleuchtet und in die Diskussion miteinbezogen. Antirassismus wird in Zusammenhang mit Feminismus gestellt, welcher das Weißsein aus ihrer Sicht noch zu oft mit Samthandschuhen anfasst - hier fordert sie Intersektionalität und schwarzen Feminismus. Auch auf den Bezug zur sozialen Klasse geht sie ein, auf den Zusammenhang zwischen Hautfarbe und Armut, die sie der populistischen Erzählung der Benachteiligung der "weißen Arbeiterklasse" gegenüberstellt, der weißen Angst vor einer drastischen Umverteilung der Macht, die selbst einen schwarzen Stormtrooper kaum zulässt. Dass Repräsentation und Bewusstseinsbildung notwendig sind - keine Frage - was mir allerdings im Nachgang noch ein bisschen Kopfzerbrechen gemacht hat, war zum einen die Frage danach, wie andere Formen der Benachteiligung (z.B. aufgrund von Behinderung, sexueller Orientierung, ...) und der Kampf gegen diese bzw. gegen Diskriminierung im Allgemeinen von ihr eingeordnet werden. Und zum anderen hatte ich beim Lesen an der ein oder anderen Stelle das Gefühl, dass Weissen ein Stück weit die Möglichkeit der Solidarität im Kampf gegen Rassismus in Frage gestellt wird, danach würde ich sie gerne einmal fragen können.


    Man muss allerdings auch nicht in jedem Punkt die Meinung von Reni Eddo-Lodge teilen, um den großen Wert dieses Buches anerkennen zu können. Es legt eine Wissensbasis, sensibilisiert für die Wahrnehmung von strukturellem Rassismus und stärkt die Auseinandersetzung mit den eigenen Reaktionen, das Hinterfragen von Abwehr-Impulsen. Also - nehmt die Herausforderung an!

  10. Cover des Buches Das weiße Herz (ISBN: 9783492704731)
    Lukas Hainer

    Das weiße Herz

     (37)
    Aktuelle Rezension von: Blacksally

    Band 1 der Geschichte hat mir damals unglaublich gut gefallen, weshalb ich mich sehr auf diese Geschichte gefreut habe. 


    Wir haben wieder die gleichen Protagonisten, wie bereits in Band 1. Alle mochte ich an sich sehr gerne, besonders natürlich die Hauptprotagonistin Anna. 


    Ich muss leider sagen, das ich in Band 2 nicht mehr so gut rein gefunden habe und die Geschichte eher langweilig fand. Wenn man von Band 1 ausgeht, das man in einer fremden Welt landet und nichts weiß, hat man hier „nur“ (zumindest Anfangs) unsere Erde auf der sich viel Abspielt. 

    Meiner Meinung nach war viel im Buch verpackt, das gar nicht so relevant für die Geschichte war und ich keinen großartigen Zusammenhang finden konnte. Von den Gewaltszenen ganz zu schweigen, die mir für ein Jugendbuch einfach oft zu heftig waren.


    Ich finde es unglaublich schade, das mich der zweite Band nicht mehr so begeistern konnte. Dennoch gab es viele Szenen, die ich mochte und auch mitgefiebert habe. 


    Fazit:

    Leider nicht mehr so sehr meins, da fand ich Band 1 besser.

  11. Cover des Buches Atlantis (ISBN: 9783453435711)
    Stephen King

    Atlantis

     (220)
    Aktuelle Rezension von: MaBoy

    Der Gedanke an den darauf basierenden Film "Hearts in Atlantis" mit Anthony Hopkins erweckt in mir stets ein Gefühl der Nostalgie. Dennoch bezieht sich der Film lediglich auf die erste Teilgeschichte des Buches. Die übrigen widmen sich dem Leben einzelner "Nebencharaktere". Leider ziehen sich die Geschichten etwas in die Länge und verlieren dabei ihre Essenz. In kürzester Zeit wirkten Einzelheiten wie im Meer versenkt.

  12. Cover des Buches Schmidt ist tot (ISBN: 9783903091313)
    Raoul Biltgen

    Schmidt ist tot

     (26)
    Aktuelle Rezension von: aus-erlesen
    Schmidt ist tot! Nicht Schmidtchen, nicht Schmidti, nicht Patrick Schmidt, nein René Schmidt ist tot! Achtung Spoiler-Alarm, er ist es nicht! Patrick Schmidt ist der kleine Bruder von René. Immer im Schatten und permanenten Konkurrenzkampf stehend. 
    Der Anruf kommt für um Acht. Kurz nach Acht. Aus Wien. Tausend Kilometer entfernt. Ein Herr Müller ist dran, stammelt, entschuldigt sich, fordert. Er fordert, dass Schmidt, Schmidt Patrick, so schnell wie möglich nach Wien kommen möge. Beerdigung, Wohnung auflösen, bei der Klärung des Sachverhaltes helfen. Denn Schmidt, René Schmidt, ist nicht einfach s aus dem Leben geschieden. Selbstmord, so soll es gewesen sein. 
    Patrick und sein Bruder René standen sich nie besonders nah. Der Eine ordentlich, der Andere Rebell. Einser-Schüler und Nachahmer. Kaum Kontakt seitdem René die Biege gemacht hat. Die Eltern sind beide tot. Drei Schmidts tot, nur noch Patrick übrig. 
    Kaum in Wien angekommen, verändert Autor Raoul Biltgen die Tonart. Jetzt mitten in einem Agentenkrimi. René soll Terrorist gewesen sein, oder vielmehr Drogendealer. Na was jetzt? Fragt sich Patrick. René kann er ja nicht mehr fragen. Engl, die Freundin, pardon: Ex-Freundin von René ist auch keine große Hilfe. Eher wortkarg. Ein bisschen abwesend, die Gute. 
    Und immer wieder die Polizei. Leonhardtsberger, Süß, Müller. Mindestens einer von denen spielt falsch. Müller ist nicht mehr bei dem Verein. Konnte die Vertuschung nicht mehr ertragen. Er versucht Schmidt, Patrick Schmidt, Schmidt Patrick, auf die richtige Fährte zu führen. Die führt nach Ungarn. Und Patrick erinnert sich an ein Spiel mit René aus Kindertagen…
    Raoul Biltgen lässt die Gedanken von Schmidt, und nun ist es egal, welcher damit gemeint ist, wie die Laserblitze im gedruckten Orbit herumgeistern. Straffe Dialoge, die nicht viel preisgeben, aber dafür umso mehr die Spannung anheizen. Was? Wie? Warum? Werden bei ihm zu Was! Wie! Darum! Ein herrenloses Floß auf einem tosenden Fluss ist dagegen geradlinig unterwegs. Wien als Austragungsort todessehnsüchtiger Skurrilitäten ist wie gemalt für die schwarzhumorige Krimipersiflage „Schmidt ist tot“. Lachkrämpfe inklusive. Raoul Biltgen ist der Meister der Ein(wort-)sätze. Ehe man sich versieht, vertauscht man Fragesteller mit Antwortgeber und beginnt noch einmal von vorn. Und immer wieder entdeckt man neue Aspekte im Spiel von echten Begegnungen und gedachter Erinnerung. Wer sich durch das Netz aus Lügen und Halbwahrheiten durchgekämpft hat, wird mit einer einzigartigen Geschichte belohnt. 

  13. Cover des Buches Fremdland (ISBN: 9783442488049)
    Philipp Reinartz

    Fremdland

     (22)
    Aktuelle Rezension von: camilla1303
    Der Kriminalroman „Fremdland“ von Philipp Reinartz ist 2018 im Goldmann Verlag erschienen.

    Jerusalem „Jay“ Schmitt von der Neunten Mordkommission für besondere Fälle wird zu einer Mordermittlung in einer Seniorenresidenz gerufen. Neben der Leiche, die in ihrem Zimmer ermordet wurde, findet sich eine rätselhafte Botschaft. Zeitgleich ermittelt er in einem Fall aus der Vergangenheit und sein eigener Vater scheint ein Verdächtiger zu sein. Fremdenhass und Polizeigewalt werden authentisch thematisiert.

    „Fremdland“ ist der zweite Band der Reihe rund um den Ermittler Jerusalem „Jay“ Schmitt. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Immer wieder eingebaute Rückblenden erschließen sich den LeserInnen nur nach und nach und haben mich, auf Grund der fehlenden Zeitangabe, beim Lesen mehr als einmal verwirrt. Immer wieder wird man beim Lesen auf die falsche Spur geführt, bis sich am Ende alle losen Enden zusammenfügen und man sprachlos zurückbleibt.

    „Fremdland“ ist meiner Meinung nach ein intellektueller Krimi mit authentischem Schreibstil, der beim Lesen die ganze Aufmerksamkeit der Lesenden fordert.
  14. Cover des Buches Bitter Wash Road (ISBN: 9783293207776)
    Garry Disher

    Bitter Wash Road

     (37)
    Aktuelle Rezension von: secretworldofbooks

    In der Abgeschiedenheit des australischen Outback wird der Polizist Paul Hirschhausen strafversetzt. Auf seinen alten Posten hatte Hirsch, so wird er von allen genannt, wegen Korruption ermittelt und ist dadurch bei seinen Kollegen als Verräter abgestempelt. Dies Problem setzt sich an der Bitter Wash Road fort, denn er stößt dort an vielen Ecken und Kanten auf Illegales und Vetternwirtschaft. Aber wer Hirsch kennt, weiß wie hartnäckig er an den Ermittlungen dran bleibt. 

    Ehrlich gesagt habe ich mir von den Krimi mehr erhofft. Bis die spannende Handlung endlich begonnen hat, war mein Interesse fast vorbei. Ziemlich zäh. 

  15. Cover des Buches Der Baader-Meinhof-Komplex (ISBN: 9783442155972)
    Stefan Aust

    Der Baader-Meinhof-Komplex

     (307)
    Aktuelle Rezension von: hamburgerlesemaus

    Während meine Mutter beim Post-oder Bankschalter anstand (ATM gab es damals noch nicht), guckte ich mir das große Poster mit all den gesuchten RAF-Gesichtern an. In jeder Bank, Geschäft, Bahnhof oder öffentlichem Amt hing dieses Plakat! Wann immer wir mit unseren Eltern aus Hamburg nach Hause nach HH-Lemsahl fuhren, wurden wir von mindestens einer Polizeikontrolle gestoppt. Am Ende wohnte die RAF nur 5 Km von meinem Elternhaus in Poppenbüttel entfernt.

    #derbaadermeinhofkomplex war das erste Buch, das mir alle Zusammenhänge der RAF darstellte.
    Es ist schon länger her, dass ich es gelesen habe, aber ich weiß noch, das es sich wie ein Krimi las. 878 Seiten Spannung pur. Allerdings erinnere ich mich auch, dass ich über Baaders seitenlangen, intellektuellen Ergüsse ohne Punkt und Komma im Gerichtssaal hinweggelesen habe.
    Danke #stefanaust

  16. Cover des Buches Darktown (Darktown 1) (ISBN: 9783832165048)
    Thomas Mullen

    Darktown (Darktown 1)

     (51)
    Aktuelle Rezension von: walli007

    Auf Drängen der Politik werden im Atlanta des Jahres 1948 erstmals schwarze Polizisten eingesetzt. Sie patrouillieren nur in ihren eigenen Wohnbezirken und wenn wirklich mal Maßnahmen ergriffen werden müssen, sind sie gehalten, die weißen Polizisten hinzu zu rufen. Außerdem ist ihre Wache nicht im Polizeipräsidium, sondern im YMCA und die weißen behandeln sie nicht wie Kollegen, sondern eher wie Hilfsarbeiter, die kaum wahrgenommen werden. Nicht einmal die Bewohner der Viertel bringen ihnen am Anfang Respekt entgegen. Eines Tages wird eine junge Schwarze tot aufgefunden und die Mitglieder der schwarzen Einheit Boggs und Smith wollen trotz aller Hindernisse alles tun, um den Fall zu lösen.


    In diesem ersten Band einer Trilogie bekommt man einen Einblick in eine spannende geschichtliche Zeit. Es gibt erste Zeichen, dass die Rassentrennung in den USA aufgebrochen wird. Dies allerdings geschieht gegen große Widerstände, denn Diejenigen, die die Positionen innehaben, wollen nicht davon lassen. Gerade auch in der Polizei tun die Alteingessenen alles, um die vermeintliche Konkurrenz zu schikanieren und zu drangsalieren. Manchmal gehen sie förmlich über Leichen. Nur wenige der weißen Polizisten haben überhaupt nur den Ansatz einer akzeptablen Einstellung. Hin und wieder müssen sie zähneknirschend eingestehen, dass ihre ungeliebten und nicht anerkannten Kollegen doch ordentliche Arbeit leisten.


    Es ist sehr gut, wenn man mal batsch vor den Kopf geknallt bekommt, wie sich Weiße manchmal so benehmen. Gewalttätig, wenig lernfähig, dumm. Ist das nun ein Zeichen für die amerikanische Polizei oder sind wir alle so? Ist es heute besser? Wahrscheinlich muss sich jeder fragen, ob er sich immer ordentlich benimmt. Eine ehrliche Antwort müsste nein lauten. Im hier vorliegenden Roman wird diese wachrüttelnde Thematik noch in einen spannenden Kriminalfall verpackt, der ebenso davon lebt, dass Schwarze nicht genauso behandelt werden wie die Weißen. Die Trägheit der weißen Polizisten in dem Mordfall an einer farbigen Frau auch nur zu ermitteln, die Untersuchung auch noch zu verfälschen, dass ist schon starker Tobak. Und anstatt, dass sie froh sind, dass die neue Einheit ihnen die Arbeit abnimmt, werden deren Nachforschungen auch noch behindert. Beim Lesen vermag man sich ein wenig in diese Welt hineinzuversetzen, obwohl man dies so richtig wohl nie schaffen wird. Ein packender Krimi, der zum Nachdenken anregt.


    4,5 Sterne

  17. Cover des Buches Der Sprung (ISBN: 9783257245790)
    Simone Lappert

    Der Sprung

     (249)
    Aktuelle Rezension von: Heikelein

    Eine junge Frau auf dem Dach eines Gebäudes. 

    Eine besorgte Anwohnerin ruft die Polizei und schon beginnt die Hexenjagd.

    Springt sie oder springt sie nicht.

    Simone Lappert beschreibt in ihrem Buch „Der Sprung“ über die Zeitspanne von drei Tagen, dass Leben von 10 Personen, die mehr oder weniger mit der Protagonistin zu tun haben.

    Einige Personen regt die Handlung der jungen Frau zum Nachdenken an. Sie erkennen Dinge in ihrem Leben, die sie vorher nicht gesehen haben.

    Wir erfahren in jedem Kapitel etwas über eine der Personen im Umfeld der jungen Frau. Am Tag vor dem Vorfall, am Tag selbst und am Tag danach.

    Darüberhinaus wird das gesamte Umfeld mitgenommen. Die Reporter, die Jugendlichen, die Gaffer, der von sich selbst überzeugte Polizist. Sie alle tragen mehr oder weniger zum Gesamtbild bei und zeigen uns die Sensationslust und Emphatielosigkeit der heutigen Gesellschaft.

    Ein großartiger Roman zum Nachdenken. Über das Leben im Allgemeinen und die Taten des Einzelen. 

    Vielleicht sollten wir alle mal innehalten und über kurz über die Wirkung unserer Taten auf andere nachdenken.

    Der Schreibstil ist flüssig und eingängig. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen.

    Bei der Verknüpfung der losen Enden zu einem Strang, hätte ich mir von der ein oder anderen Person noch mehr Information gewünscht, in weit nun ihr Leben sich ändert oder auch nicht.

    Auch hatte ich hier und da noch eigene Gedanken gesponnen, die später aber nicht bestätigt oder widerlegt wurden.


    Fazit: Absolut Empfehlenswert. 

  18. Cover des Buches Der dritte Zwilling (ISBN: 9783941378469)
    Ken Follett

    Der dritte Zwilling

     (889)
    Aktuelle Rezension von: leipzigermama

    Wieder mal ein Thriller von dem ich direkt gefesselt wurde. Denn hier waren so viele Personen direkt miteinander vernetzt, dass man nur schwer glauben konnte, wie normal sie trotz all der Vorfälle noch im Umgang miteinander sein konnten.
    Dabei ist das Werk von Ken Follett gar nicht so neu und wurde sogar verfilmt. Wie konnte dieses Thema dann nur so an mir vorbei gehen? Denn mich faszinierten hier die Abgründe der menschlichen Seele, die Follett wirklich gut ausgearbeitet hat.
    Doch wie fantastisch es am Ende wirklich wird, konnte ich beim Titel und der Kurzbeschreibung noch gar nicht absehen. Denn hier geht es nicht einfach darum, dass sich Zwillingsbrüder nicht kennen und wohl bei der Geburt getrennt wurden. Es ist tatsächlich eine viel dramatischere, sogar verrücktere, Geschichte, die dahinter steckt. Schön geschmückt mit aktuellen Ereignissen wie der Vergewaltigung, Brandstiftung und Zerstörung der Karriere.
    Definitiv lesenswert! Und ich geh jetzt mal auf die Suche nach dem Film. Der reizt mich. Wobei ich hoffe, dass er nicht zu arg vom Buch abweicht.

  19. Cover des Buches Einschlägig bekannt (ISBN: 9783867541985)
    Dominique Manotti

    Einschlägig bekannt

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Ritja

    Eine mir bisher unbekannte Autorin hat mein Krimiherz erobert. Und wieso wundert es mich nicht, dass sie aus Frankreich kommt? Ich mag die Krimis von Fred Vargas sehr gern und nun habe ich mit Dominique Manotti eine weitere französische Krimiautorin, die den Finger nicht nur auf, sondern in die Wunde legt. 

    Es ist ein harter, schneller und wacher Krimi. Im Mittelpunkt stehen hier weniger die "Täter" - Kleinkriminelle und deren Auftragsgeber, sondern die "Aufklärer" - der Polizeiapparat. Man  merkt schnell, dass die Grenzen zwischen Recht und Unrecht kaum vorhanden sind. Die Autorin baut die politische Lage in Frankreich mit ein und lässt viele reale Schlagzeilen und Geschehnisse einfließen. Aus meiner Sicht macht genau das den Krimi so greifbar und erschreckend. Man sieht beim Lesen die Bilder und Unruhen in Frankreich wieder aufleben. 

    Mittendrin Noria Ghozali, die versucht, der Kommissarin und ihren Strippenziehern auf die Schliche zu kommen, um den Sumpf austrocknen zu können. Die Verwicklungen und die Angst der Außenstehenden werden sehr bildhaft, direkt und klar beschrieben. Man spürt die Verzweiflung, die Wut und die Angst der Charaktere und man erwartet auf jeder Seite eine weitere Information, die das Fass zum Überlaufen bringen kann. 

    Mit einem ordentlichen Tempo geht es durch diesen Krimi. Es wird ein richtiger Sog erzeugt, der den Lesenden kaum los lässt. Die nächsten Bücher von Dominique Manotti stehen schon auf meiner Liste. Es lohnt sich. 

  20. Cover des Buches On The Come Up (ISBN: 9783570313879)
    Angie Thomas

    On The Come Up

     (108)
    Aktuelle Rezension von: zeilenzumverlieben

    Angie Thomas spricht in ihren Büchern bestehende Probleme im Zusammenhang mit offenen Rassismus und Polizeigewalt in den USA. Ich habe von ihre bereits The hate u give gelesen und daher habe ich nicht lang gezögert und On the come up auch gelesen. 

    Für mich vermittelt Angie Thomas die wichtigen Inhalte über Polizeigewalt o.Ä. Auf eine tolle Art und Weise. Der Schreibstil ist sehr "jung", dass hat mir bei diesem Buch sehr zugesagt. Das Buch ist aus der Sichtweise der 16-jährigen Bri erzählt und ich konnte gut einsteigen und ich finde es sympathisch, dass Bri redet wie 16-jährige in Garden Heights reden würden. Das hat die Erzählung für mich ausgemacht.

    Für mich ein sehr gelungenes Buch, welches Rassismus in den USA offen legt und zum Denken anregt. Ich kann es euch definitiv empfehlen.

    Ich bewerte das Buch mit 5 von 5 Sternen, muss aber trotzdem sagen, dass ich the hate u give stärker fand. Faierweise hatte ich aber bei on the come up höhere Erwartungen, da ich von the hate u give soo begeistert war.

  21. Cover des Buches Fremdes Land (ISBN: 9783453270152)
    James Lee Burke

    Fremdes Land

     (13)
    Aktuelle Rezension von: stefanb
    Weldon Holland ist ein junger Amerikaner und zugleich der Protagonist in James Lee Burkes „Fremdes Land“. Burke nimmt den Leser mit nach Texas des Jahres 1934.

    Monotonie begleitet Weldons Leben im ländlichen Texas. Der zweite Weltkrieg kommt wie gerufen und dort kann Weldon zum Held aufsteigen. Er befreit Rosita, eine Jüdin aus Deutschland, reist später zurück nach Amerika und heiratet sie. Das Ölgeschäft boomt und gemeinsam mit seinem alten Kriegskamerad Herschel steigt er dort ein. Doch der Erfolg bringt auch Neider.

    Burke schreibt bildgewaltig und atmosphärisch. Alles wirkt sehr lebendig. Die Hauptfiguren werden sehr eindrucksvoll herausgearbeitet. Keins seiner Wörter ist zu viel. Und genau das macht den Roman zu einem wunderbaren Meisterwerk. Der Autor Burke verknüpft Gut gegen Böse mit den Themen rund um das Gangsterpaar Bonnie & Clyde, dem zweiten Weltkrieg und dem Ölboom.

    Fazit
    Bildgewaltig. Wie die großen Klassiker der amerikanischen Literatur. Lesen!
  22. Cover des Buches Zwischen mir und der Welt (ISBN: 9783596298327)
    Ta-Nehisi Coates

    Zwischen mir und der Welt

     (11)
    Aktuelle Rezension von: People-abroad

    Das Buch ist ein Bericht über das Leben des Autors an seinen Sohn.

    Im Getto aufgewachsen, will er herausfinden, was es bedeutet ein Schwarzer zu sein und wie man damit umzugehen beziehungsweise welche Vision über die Rolle als Schwarzer gerechtfertigt und real machbar ist.

    Dies will er folgendermaßen herausfinden. Erstens erzählt er über seine eigenen Erfahrungen aus seiner Jugend im schwarzen Getto von Baltimore, aus seinem Studium. Der Schock als sein Freund von der Polizei bei einer Verkehrskontrolle erschossen wird. Von anderem Unrecht gegen Schwarze.

    Zweitens erforscht er mit Büchern und beim Studium, welche Rolle die Schwarzen hatten und haben. Liest über Denker und Macher in der schwarzen Bewegung - von Malcom X ist er begeistert.

    Das alles fast er in diesem Buch als Brief an seinen Sohn zusammen. Auf der einen Art eine Predigt an seinen Sohn, wie sein Leben verlief und was sein Sohn daraus lernen soll.

    Auf die andere Art erlebt man als Leser mit, wie er seine Rolle als Schwarzer hinterfragt und erforscht.

    Ein gutes Buch über das Leben als Schwarzer in den USA.



    Notizen:

    Jugend im Viertel voller Gangs, seine Familie, Schule, Studium, Black Movements, Black writers, Malcom X, Freund wird von der Polizeit erschossen, Freundin, etc.


  23. Cover des Buches #BlackLivesMatter (ISBN: 9783462001297)
    Patrisse Khan-Cullors

    #BlackLivesMatter

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Vanessa92

    Ich bin durch Instagram auf dieses Buch aufmerksam geworden.

    Das Buch erzählt die Geschichte von Patrisse, die sehr viel Gewalt und Unrecht einfach aufgrund ihrer Herkunft/Hautfarbe erleiden musste/muss. Das Buch ist zwar schon einige Jahre alt, hat aber leider nicht an Bedeutung verloren. Es war stellenweise einfach unglaublich/unterträglich was diesen Menschen alles widerfahren ist....

    Einzig der Aufbau des Buches ist nicht chronologisch was mich etwas gestört hat. 

    Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen.

  24. Cover des Buches Between the World and Me (ISBN: 9780525510307)
    Ta-Nehisi Coates

    Between the World and Me

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Orisha

    Kurz rezensiert:

    Ein Werk gegen Rassismus und zugleich schmerzhaftes Zeugnis eines Lebens, wie es sie zu Millionen in den USA gibt. Als schwarzer Junge steht er zwischen den Dingen, er muss sich behaupten, tut er es nicht - kann es ihn sein Leben kosten, tut er es zu vehement ebenso. Eine Lose-Lose Situation. Gekonnt bringt Coates seine persönliche Geschichte mit der amerikanischen Geschichte in Einklang, zeigt ihre rassistischen Grundtendenzen auf und scheut dabei nicht, seine eigene Verwundbarkeit und Verfehlungen aufzuzeigen. Polizeigewalt, der Tod eines Bekannten, der Blick über den Tellerrand - Coates reflektiert nicht nur die amerikanischen Rassismen, sondern stellt sein eigenesrWeltbild immer wieder in Frage und zeigt damit eine menschliche Seite, die wir uns als Vorbild nehmen sollten.

    Kurzum: Ein wichtiges Buch, dass mir neben bekanntem auch neue Perspektiven aufgezeigt hat. Lesenswert.

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