Bücher mit dem Tag "polyamorie"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "polyamorie" gekennzeichnet haben.

20 Bücher

  1. Cover des Buches Wicker King (ISBN: 9783423762335)
    Kayla Ancrum

    Wicker King

     (90)
    Aktuelle Rezension von: spiegelkind_liest

    Vorab:

    Wer nicht stabil ist, sollte dieses Buch mit Vorsicht genießen. Es handelt von Einsamkeit und Vernachlässigung sowie toxischen Beziehungen.


    Aber wo fange ich an?

    Wicker King beschreibt die Geschichte von August und Jack, die seit ihrer Kindheit miteinander befreundet sind. Als Kinder haben die beiden sich oft in eine Traumwelt zurückgezogen, doch nun, da sie Teenager sind, fangen eines Tages die Realität und diese Traumwelt an, sich vor Jacks Augen zu vermischen.

    Immer wieder sieht der Dinge, die nicht da sind und August begleitet ihn dabei.


    Je schlechter es um die Psyche der Protagonisten und vor allem Jack steht, desto dunkler werden die Seiten.

    Mich hat das nachhaltig beeindruckt, weil mit dem gesamten Buch als Medium gearbeitet wird, um die Haupt- und Nebencharaktere zum Leben zu erwecken und ihre Psyche zu beschreiben. Es gibt Charaktere zum Hassen und zum Mögen. Manche entsprechen beinahe schon wie Karikaturen einem bestimmten Stereotyp, andere wirken echt und real.


    Playlisten, Briefe, Zeichnungen, das alles begleitet die kleinen kurzen Kapitel, die immer nur einen Ausschnitt aus dem wiedergeben, was vor sich geht.


    Und immer wieder klingt diese ganz spezielle Verbindung an, die zwischen August und Jack herrscht. Etwas, das mehr ist, als bloß Freundschaft, aber vollkommen untergeht in ihrem inneren und äußeren Chaos.


    Trotz der wirklich speziellen Aufmachung hatte ich nicht ein einziges Mal das Gefühl, dass mir etwas entgangen ist, oder eine Szene und ihr Hintergrund zu kurz kamen. 


    Nach einigen Kapiteln wollte ich das Buch gar nicht aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weiter geht. Dann wieder folgten Szenen, die mich wütend gemacht haben oder nach denen ich erst einmal einen Augenblick brauchte, bis ich weiterlesen konnte, weil es mich auf anderen emotionalen Ebenen erwischt hat.


    Wicker King erzählt die Geschichte von zwei Jugendlichen, deren erwachsenes Umfeld darin versagt hat, sie und ihre Probleme zu sehen. Das was dort passiert ist falsch und alarmierend. Und das sollte man sich beim Lesen unbedingt bewusst machen. Jeder der Charaktere trägt sein eigenes Päckchen mit sich herum. Genau so, wie es auch im echten Leben der Fall ist. 


    Die Autorin beschreibt das Geschehen oft mit sehr nüchternen Worten, manche Kapitel umfassen gerade einmal einen Absatz. Klar strukturiert und kühl erzählt. Andere wiederum sind deutlich länger und lassen den Leser für einen Moment träumen. Wenn sie eines perfektioniert hat, dann, das gesamte Buch zu nutzen, um ihre Botschaft zu vermitteln:

    Du bist nicht alleine.

    Ich sehe dich.


    Und trotzdem bin ich zwiegespalten. Hier eine Sternebewertung zu vergeben, fällt mir extrem schwer, weil es so viel zu bedenken gibt.

    Weil die Beziehung zwischen August und Jack nicht gesund ist und weil die beiden damit klarkommen müssen. Weil sie daran und an sich selbst wachsen müssen.

    Gleichzeitig habe ich mir die Frage gestellt, warum mich das stört. Ja, warum?

    Vielleicht, weil es für so viele Menschen Realität ist und vielleicht, weil ich Sorge habe, dass durch das Buch eine Co-Abhängigkeit verherrlicht wird.

    Gleichzeitig aber sehe ich ein wahnsinnig empathisches Vor- und Nachwort. Beide braucht dieses Buch genau so sehr wie seine weißen und schwarzen Seiten, seine Bilder, seine Worte.


    Und obwohl sie fiktiv sind, hoffe ich, dass August und Jack lernen werden, mehr füreinander zu sein als das, was die Welt aus ihnen gemacht hat.


  2. Cover des Buches Lord of Shadows (ISBN: 9783442489008)
    Cassandra Clare

    Lord of Shadows

     (432)
    Aktuelle Rezension von: Blintschik

    Dies ist der zweite Teil der Reihe, der direkt an den ersten anschließt, weshalb ich empfehlen würde zuerst den ersten Teil zu lesen, auch wenn hier viel erklärt wird. Auch in diesem Teil geht es spannend weiter. Dennoch verliert sich die Spannung zwischendurch ein wenig, da es viele Stellen gibt, bei denen ich das Gefühl hatte, dass sie unnötig waren oder sich leicht wiederholt haben. Außerdem wurden mir die Beziehungsdramen zu verwirrend und dramatisch. Da fängt man sich an zu fragen, wer eigentlich jetzt mit wem zusammen ist. Trotzdem finde ich bei den Büchern der Autorin immer wieder toll, dass sie auch Themen anspricht, die heutzutage sehr wichtig sind und doch totgeschwiegen werden in den meisten Büchern. Deswegen kommen homosexuelle Personen, sowie bisexuelle und transgender, als auch Menschen mit psychischen Erkrankungen vor und werden ganz natürlich in die Geschichte eingebaut.

    Trotz der nicht immer haltenden Spannung und der vielen Dramen, ist das Buch dennoch sehr interessant und ich will unbedingt wissen wie es weitergeht, besonders da das Ende es wirklich in sich hat. Es lohnt sich auf jeden Fall.

  3. Cover des Buches Wie wir lieben (ISBN: 9783746634562)
    Friedemann Karig

    Wie wir lieben

     (38)
    Aktuelle Rezension von: MsPan
    Es geht um Geschichten von Paaren, die eine "offene" Beziehung führen. Mit Kindern, ohne Kinder, Glücksmomente, Eifersucht, Zweifel, Verliebtheit.
    Neben den Geschichten der Paare erklärt der Autor viel zur "Geschichte der Liebe" bzw. Der Monogamie, Polygamie, Polyamourie. Diese Einblendungen der Erklärungen, die viele Kapitel in diesem Buch belegen, haben einen Sachbuch Charakter.
    Ich hätte mir Einzelnachweise von den aufgestellten Aussagen bzw. Belege anhand derer der Autor seine Schlüsse zieht gewünscht.
    Kennt man sich mit diesem Thema nicht aus, lässt sich nicht abschätzen, was Wahrheit, Unwahrheit oder These ist.

    Ich kann dieses Buch weiterempfehlen. Es befasst sich mit einer anderen Form als der monogamen Liebe. Dabei zwingt es einem keine Meinung auf und ich unterstütze nicht viele Schlüsse des Autors bzw. sehe das ganze differenzierter. Allerdings führt uns dieses Buch in einen Bereich, mit dem die Wenigsten jemals Berührungspunkte haben oder hatten. Es schadet nicht, seinen Horizont dahingehend zu erweitern, dass man sich bewusst macht, dass es andere Formen gibt und diese sind berechtigt. Denn der Mensch ist Mensch und es sollten keine Schwierigkeiten damit verbunden sein, zu leben wie man möchte, solange man niemand anderem schadet.
  4. Cover des Buches Sugar & Spice - Entfesselte Begierde (ISBN: 9783426521847)
    Seressia Glass

    Sugar & Spice - Entfesselte Begierde

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Amanda95
    Titel: Sugar and Spice – Entfesselte Begierde
    Autorin: Seressia Glass
    Erschienen am: 03.04.2018
    Seitenzahl: 368 Seiten
    Preis Print: 12,99 €
    Preis eBook: 9,99 €


    Reihenfolge:
    1.Sugar & Spice – Glühende Leidenschaft
    2. Sugar & Spice – Wildes Verlangen
    3. Sugar & Spice – Entfesselte Begierde
    4. Sugar & Spice – Gefährliche Versuchung


    Inhalt
    In Crimson Bay ist Audie McNamara als Party-Girl bekannt, das ein aufregendes Nachtleben führt. Doch nachdem ein One Night Stand vor nicht allzu langer Zeit böse endete, hat sie sich geschworen, es langsamer angehen zu lassen. Ausgerechnet in dieser Zeit trifft sie auf zwei Männer, die sie auf unterschiedliche Weise faszinieren. Nolan ist Mitbesitzer eines exklusiven Clubs. Er will Audie zeigen, was echte Leidenschaft wirklich bedeutet. José ist Rettungssanitäter, der Audie schon einmal aus einer Notlage befreit hat und der auf einmal wieder in ihrem Leben auftaucht. Auch er gibt Audie etwas, was sie bisher nie kannte. Auf Anraten ihrer Freundinnen Nadia, Siobhan und Vanessa erzählt sie den beiden voneinander. Zu ihrer Überraschung sind sie sogar einem Treffen zu dritt nicht abgeneigt. Audie, die noch nie in ihrem Leben verliebt war, steht bald vor einer schwierigen Entscheidung.
    (Quelle: droemer-knaur.de)

    Meine Meinung

    Vielen lieben Dank an den Droemer Knaur Verlag für die Bereitstellung des kostenlosen Rezensionsexemplars. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

    Das Cover ist auch hier wieder wunderschön, sehr schlicht und elegant gehalten worden.

    Auf Audies Geschichte habe ich mich besonders gefreut, leider wurde ich etwas enttäuscht und hatte mir etwas total anderes darunter vorgestellt. Anfangs kam ich gut in das Buch rein und fand es auch sehr interessant besonders Audies Familiäre Situation hat es mir sehr angetan und ich habe mit ihr gelitten. Irgendwie konnte ich mich nicht so mit Audie anfreunden und mich auch schlecht in sie hineinversetzen in den beiden vorherigen Büchern der Reihe war sie mir irgendwie sympathischer. In Sachen Erotik hat sich die Autorin wieder selbst übertroffen, denn auch hier finden wir wieder viele prickelnde Momente. Die BDSM Szenen im Club sind meiner Meinung nach leider etwas untergangen. Die Geschichte rund um Audie war anfangs sehr spannend, wurde dann zur Mitte hin aber sehr langatmig und uninteressant. Zum Ende hin hat die Geschichte wieder richtig Fahrt aufgenommen und hat mich positiv überrascht.

    Fazit 
    Ein perfekter Erotikroman für zwischen durch.

    Bewertung
    ⭐⭐⭐
    (3 von 5 Sternen)
  5. Cover des Buches Göttin der Lust (More than One 2) (ISBN: B089Y5DZTV)
    Jo Abbing

    Göttin der Lust (More than One 2)

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Bibi_92

    Der Anfang des Buches knüpft an das Ende des ersten Teils an (welches mich damals etwas perplex zurück gelassen hatte). Es fällt einem leicht sofort wieder in die Story einzutauchen, vor allem weil es gleich ziemlich heiß zur Sache geht. 

    Die Autorin hat mich auch dieses Mal nicht enttäuscht: Man kann gut in Laras Gedankengänge eintauchen und die Sexszenen sind prickelnd und sehr abwechslungsreich geschrieben. Jonas, den ich im ersten Teil nicht wirklich leiden konnte, gewann im zweiten Roman nun doch ein paar Sympathiepunkte bei mir. :-) Kris hat sich aber deutlich zu meinem Favoriten in dem Gespann entwickelt, vor allem da man auch die Gelegenheit bekommt, in seine Gedankenwelt einzutauchen. Ein sehr angenehmer Protagonist! 

    Durch den leichten und flüssigen Schreibstil von Jo Abbing hat man das Buch in einem Rutsch gelesen und wird dabei bestens unterhalten. 

    Eine wahrhaftig heiße Lektüre, die einem abends zwar einerseits vom Schlafen abhält, andererseits jedoch garantiert dafür sorgt, dass man doch das Schlafzimmer aufsucht. ;-) genau das macht einen erotischen Roman für mich aus! 

  6. Cover des Buches Auf die andere Art (ISBN: 9783958690820)
    Phoebe Ann Miller

    Auf die andere Art

     (29)
    Aktuelle Rezension von: AmaliaZeichnerin

    Diese Rezension enthält zwei Spoiler, die ich weiter unten gekennzeichnet habe.

    Die Handlung spielt in der amerikanischen Stadt Bangor (Maine) und es wird erwähnt, dass Stephen King ein berühmter Einwohner der Stadt ist.

    Zu Beginn erleben wir Charlotte in ihren Berufsalltag (als Assistentin in einer Anwaltskanzlei) und wie sie Dominic kennenlernt. Entsprechend bringt die Autorin hier viele Einzelheiten aus der Arbeit von Anwälten mit ein. Eine Nebenhandlung ist ein kniffliger Fall, der sich durch das gesamte Buch zieht. Ob die Darstellung der Bearbeitung dieses Falls authentisch ist, kann ich nicht einschätzen, da ich mich mit entsprechenden Tätigkeiten in Amerika nicht auskenne.

    Charlottes Mann Jason bleibt anfangs etwas blass und auch seine Tätigkeit als Autor wird nur ansatzweise beleuchtet, aber im späteren Verlauf wird er als Person deutlicher herausgearbeitet.


    Der Schreibstil hat mir gut gefallen, das Buch liest sich aus meiner Sicht angenehm flüssig. Alles wird aus der Sicht von Charlotte (in der Ich-Perspektive) erzählt; ihre Gefühle und Gedanken werden lebendig geschildert, so dass ich mich gut in sie hineinversetzen konnte.


    Kritikpunkte: An einigen Stellen hätte ich mir mehr „Show, don‘t tell” gewünscht, zum Beispiel Dialoge – gerade zu Beginn, zum Beispiel, als Charlotte Dominic zu sich und ihrem Mann nach Hause einlädt und diese sich unterhalten. Es wird aus Charlottes Sicht zwar beschrieben, dass sich die beiden Männer gut verstehen, dies wird aber nicht anschaulich gezeigt. Auch später, auf einer Party, als sich Charlotte und Dominic lange unterhalten, würden sich zumindest einige ausgeschriebene Dialoge sehr gut anbieten, aber auch hier wird nur erzählt, über welche Themen sich die Charaktere unterhalten. Dialoge gibt es durchaus, zum Beispiel, wenn es um einen Fall aus der Kanzlei geht, den Dominic und Charlotte bearbeiten. Aber ausgerechnet bei den privateren Gesprächen fehlen sie, zumindest am Anfang.

    Charlottes beste Freundin Sandra wirkte auf mich teilweise etwas klischeehaft und kindisch. Sie scheint als Charakter in erster Linie dazu zu dienen, um zu zeigen, wie aufopferungsvoll sich Charlotte um sie kümmert bzw. Sorgen um sie macht. Und auch im späteren Verlauf kommt sie erst mal nicht gut weg, aber immerhin gibt es dafür auch einen triftigen Grund.

    An manchen Stellen tauchen die Begriffe „offene Ehe”, Polygamie und Polyamorie auf und werden verwendet, als ob das ein und dasselbe wäre, was es aber nicht ist.


    – Spoiler Alert –


    Als die Handlung dahin geht, dass Charlotte ernsthaft überlegt, ob sie sowohl mit Jason als auch Dominic zusammen sein könnte, spricht Jason mit ihrer Mutter – die ihm rät, seine Eifersucht quasi auszuschalten. Nach allem, was mir über Polyamorie bekannt ist, ist das kein besonders guter Rat, oder in diesem Fall schlecht formuliert, denn auch polyamor lebende Menschen erleben zumindest hin und wieder Eifersucht.

    Positiv habe ich empfunden, wie Polyamorie und ihre speziellen Herausforderungen hier aus Sicht der Hauptcharaktere letztendlich betrachtet werden und dass sie sich alle auf diese besondere Beziehungsform einlassen.


    – Spoiler Ende –


    Von den oben genannten Kritikpunkten abgesehen, habe ich das Buch sehr gern innerhalb kurzer Zeit gelesen und mir waren die drei Hauptcharaktere sympathisch in ihrem Zusammenspiel.


  7. Cover des Buches Wir kommen (ISBN: 9783746633596)
    Ronja von Rönne

    Wir kommen

     (66)
    Aktuelle Rezension von: Buchstabenliebhaberin
    Nora ist so passiv, dass es weh tut. Dass ich sie schütteln möchte. Ich mag solche Menschen nicht, die immer abwarten, was andere sagen, die ihr Fähnchen in den Wind hängen, die mitmachen, die reagieren. Die niemals agieren, vorangehen, eigene Entscheidungen treffen. Furchtbar!

    "Wir kommen" ist aus der Sicht von Nora geschrieben. Nora arbeitet beim Fernsehen, ist jung, erfolgreich, attraktiv. Sie ist etwas besonderes, denn sie lebt polyamor mit Karl, Jonas und Leonie. Eine Viererbeziehung. Allerdings nicht ihre Idee, Karl ist der Macher, die treibende Kraft und Kontrollinstanz dieser Beziehung. Die drei anderen trudeln mit. Aber irgendwie ist die Luft raus. Ein Aufenthalt im Haus am Meer soll frischen Wind in die angeschlagene Beziehung bringen.

    "Selbst das Strandhaus versprach nichts, als wir schließlich ankamen, sondern stierte uns nur ratlos an."(S.59)

    "Der Tag lag leer vor mir herum, nur notdürftig strukturiert von Grundbedürfnissen."(S.132)

    Parallel dazu erzählt Ronja von Rönne Szenen aus Noras Kindheit, ihre Freundschaft mit der wilden Maja, die Farbe und Action in ihr schon damals sehr ödes, stilles Leben bringt. Maja, Tochter einer alleinerziehenden Alkoholikerin, schlägt ständig böse über die Stränge und weiß genau, was sie will. Nora folgt ihr, dankbar, dass endlich jemand Leben in ihr Leben bringt.

    Später löst der Junge Karl Maja ab, bis Leonie in Karls junges Erwachsenenleben tritt. Karl beschließt allerdings, dass er beide Frauen behalten will, und die beiden ordnen sich unter. Für Nora wird der missmutige Jonas hinzugefügt, der aber lieber mit Leonie und ihrem Kind Emma-Lou seine Zeit verbringt. Kein idealer Zustand, aber besser als nichts, außerdem lässt sich diese Konstellation als außergewöhnlich und besonders verkaufen. Keine gewöhnliche, langweilige Zweierbeziehung, hurra. Und gegen die Langeweile wird eine große Party ausgerichtet, um sich und den anderen zu beweisen, wie toll man doch ist.

    Ronja von Rönne beschreibt das Innenleben von Nora auf eine fantastische Art und Weise. Als Paniktagebuch. Jede Nacht wird Nora von der Panik geweckt. Kein Grund für sie, nicht wie gewohnt weiterzumachen, etwas anderes hat sie nie kennen gelernt. Einfach abwarten, ob sich etwas von alleine ändert oder ein anderer die Richtung ändert. Das gesamte Buch wartet sie auf eine Nachricht von Maja - obwohl sie weiß, dass keine kommen wird? Oder doch?

    Ich mag es, wenn mir die Protagonistin so zutiefst unsympathisch ist. Wenn mir jemand Charaktere und deren Beweggründe (tolles Wort für passive Menschen!), die herrlich idiotisch und sich selbst in die Tasche lügend sind, so begreiflich machen kann. 


  8. Cover des Buches Die Schicksalsknüpferin - Das Blaue Amulett (ISBN: 9783964435170)
    Marlene von Hagen

    Die Schicksalsknüpferin - Das Blaue Amulett

     (36)
    Aktuelle Rezension von: sabinep

    Trotz seiner hohen seitenanzahl kommt man mit dem Buch schnell voran.ein Abenteuer jagt das andere. Travion zieht lis um das blaue Amulett zu finden von welchen er durch einen Geschichtenerzähler erfahren hat.auf seiner Reise trifft er finnar und brunnja.gemeinsan setzten sie ihren Weg fort.und begeben sie auf die Suche.

    Teil zwei steht auch schon auf meiner Wunschliste.  

  9. Cover des Buches Wir kommen (ISBN: 9783945733189)
    Ronja von Rönne

    Wir kommen

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Forsoker

    Meistens fängt man Rezensionen ja mit einer kurzen Zusammenfassung des Inhalts an, aber hier gibt es quasi keinen Inhalt. Höchstens Folgendes: Die Hauptfigur hat Panikattacken und ist deshalb in therapeutischer Behandlung. Sie schreibt auf, was ihr so passiert. Und das ist verdammt wenig.

    Ronja von Rönne finde ich spannend. Ich habe sie bei ein paar Fernsehauftritten gesehen und sie war so humorvoll und erfrischend anders, dass ich mir "Wir kommen" gekauft habe. Und dann habe ich echt gestaunt, wie langweilig eine so spannende Frau schreiben kann. Klar, ab und zu hat der Text den Sprachwitz, den wir aus Ronja von Rönnes Artikeln kennen. Aber irgendwann hatte ich fast den Verdacht, dass der Verlag gesagt hat: Mensch, Ronja, du hast doch so tolle Aphorismen in deinen Artikeln. Bau doch mal eine Handlung drumrum und wir nennen das Ganze Roman. Der guten Ronja ist dann leider keine Handlung eingefallen, aber der Verlag hat den Roman trotzdem gedruckt. Fazit: Wer Ronja von Rönnes Artikel liest, hat wahrscheinlich mehr davon als die Leser von diesem Buch.

  10. Cover des Buches Candy Boys (ISBN: 9781537600598)
    Jo Raven

    Candy Boys

     (1)
    Aktuelle Rezension von: SimoneB
    Die Geschichte von Candy und ihren beiden "Fantasy-Boyfriends" Jethro und Joel ist niedlich zu lesen, teilweise lustig und herzerwärmend, spart jedoch gleichzeitig auch nicht mit ausführlichen erotischen Szenen. Es handelt sich um eine polyamore Dreierbeziehung, bei der auch die beiden Männer eine Menge miteinander anzufangen wissen - zumindest nach ein anfänglichem Zögern. Mir erschien es fast, als würde zwischen den beiden die Chemie noch deutlich mehr stimmen als zwischen ihnen und Candy. Alle drei Charaktere haben stimmige Hintergrundgeschichten - einer sogar eine ziemlich düstere - und alle drei erzählen abwechselnd aus ihren Perspektiven die Geschichte. Nicht immer ist die Story zu 100% realistisch, und natürlich ist der Sex ein bisschen zu gut, die mangelnde Kommunikation etwas zu schlecht getimed und die Wendungen zum Guten etwas zu vorhersehbar, um wirklich plausibel zu sein, aber man kann es dem Buch auch nicht wirklich übel nehmen. Eine lockere, angenehme Lektüre für Menschen, die gerne von glücklichen Dreierbeziehungen lesen. 
  11. Cover des Buches Fünf Männer für mich (ISBN: 9783517087597)
    Annette Meisl

    Fünf Männer für mich

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Nach Betrug und Scheidung von Ihem Mann schreibt die Autorin über ein recht aussergewöhnliches Experiment '5 Männer für mich'. Sie stellt die These auf, dass jede Frau mit 5 Männern gleichzeitig und offenen Karten glücklich werden, zu sich selbst finden und neues Serbstvertrauen aufbauen kann. Der Schreibstil des Buches hat mir gefallen. Das Thema ist ungewöhnlich und hat mich sogar dazu gebracht, das ein oder andere Mal über mich selbst nachzudenken. Manches entlockt mit ein heftiges Kopfnicken, manches ein Kopfschütteln. Zur Nachahmung sicherlich nicht empfohlen, aber gute Kurzweil- oderUrlaubs-Literatur.
  12. Cover des Buches Die geteilte Frau. Klartext by Paul & Jacob (ISBN: B07RGL2KQ1)
    Nora Amelie

    Die geteilte Frau. Klartext by Paul & Jacob

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Jeanette_Lube
    Dieses Buch erschien 2019 und beinhaltet 150 Seiten.
    Jacob beschreibt seinen besten Freund, indem er sagt, dass er ein verdammt harter Hund sein kann. Jacob ist aus Pauls Sicht der Traum aller Schwiegermütter. Demnächst werden si teilen, und zwar brüderlich. Und wenn alles nach Plan läuft, nicht nur die Wohnung, sondern sogar die Liebste. Es fragt sich nur, welche Frau sich auf so was einlassen wird? Doch um ihre spektakuläre Idee umzusetzen, gibt es natürlich Traumfraukriterien... Es handelt sich hier um eine romantische Geschichte von Nora Amelie mit Männern, die Klartext über Fantasien und Gefühle reden.
    Dieses Buch von der wunderbaren Autorin Nora Amelie, die mit zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen gehört, habe ich regelrecht verschlungen. Ihr Schreibstil und die Art, sich auszudrücken, gefällt mir immer wieder aufs Neue. Dies ist der Auftakt zu ihren Büchern "Die Schneemänner" und wir lernen hier Jacob und Paul und auch Louisa kennen. Zauberhafte Dialoge zwischen den Männern zeigen dem Leser/der Leserin, wie es überhaupt zu der Idee kam, sich eine Frau zu teilen. Ich habe mich sehr unterhalten gefühlt, köstlich amüsiert und fand es mal interessant, zu erfahren, wie Männer so ticken und denken. Zwei wirklich tolle Männer, die ich gern einmal kennenlernen würde. Sie sind liebevoll, einfühlsam, aber eben auch gerade Paul ein harter Kerl... Aber ich will gar nicht zu viel verraten. Lest diese Geschichte und entweder habt ihr schon die Bücher von Nora Amelie "Die Schneemänner" gelesen, oder aber ihr wollt jetzt unbedingt diese Geschichten kennenlernen. Natürlich plaudert auch Louisa hier ein wenig über sich. Ich beneide sie teilweise und denke, dass es Frauen gibt, die nicht einmal mit einem so tollen Mann zusammen sind. Aber nun lasst euch überraschen und lasst euch einfach nur auf diese Geschichte ein. Ihr werdet es nicht bereuen. Nora Amelies Geschichten sind ein Garant für gute Unterhaltung, eine Lesevergnügen der ganz besonderen Art. Danke für diesen tollen Klartext von Paul und Jacob!      
  13. Cover des Buches Beziehungsstatus 1: Wer's zuletzt macht, macht's am besten!: Freie Liebe und Ostfriesentee (ISBN: 9783741228773)
    Sookie Hell

    Beziehungsstatus 1: Wer's zuletzt macht, macht's am besten!: Freie Liebe und Ostfriesentee

     (4)
    Aktuelle Rezension von: AlizeeKorte
    Die wenigsten Leser/innen werden wohl für sich selbst einen polyamorösen Lebensstil wählen. Die Wahl des einen Partners, an dessen Seite man/frau durchs Leben geht, ist zu fest verankert. Doch wie, wenn wir das einmal hinterfragen? Zumindest für die Dauer einer Lektüre? Denn die Situation, dass wir uns zwischen zwei lieben Menschen nicht entscheiden können - oder wollen! - kennen wir alle.
    Sookies Protagonistin Anna ist sich sicher, dass sie sich nicht entscheiden muss. Denn mit ihrem Gefährten Sven hat sie ein Abkommen.Sie vertrauen sich, sie sind füreinander da, sie verheimlichen sich nichts - darüber hinaus führen sie eine offene Beziehung. Doch wie kommt John damit klar, der sich Hals über Kopf in Anna verliebt (und sie sich in ihn)?
    Die Geschichte entwickelt sich in einer Künstler-WG in Ostfriesland. Eugen hat eine Pension geerbt und richtet dort einen Ort des Schaffens für Künstler ein. Keno zieht ein, ein Musiker, der ein perfektes Elvis-Double abgibt. Ebenso Steffi, betrogene Ehefrau und Möchtegern-Malerin. Lothar, der Hipster-Schriftsteller, und natürlich besagte Anna (hochbegabte Schnulzen-Autorin) und der (ebenfalls hochbegabte) halb-irische Maler John.
    Was das Buch für mich besonders macht, ist die Mischung aus Intellekt, Humor und Erotik und der Mut, das Thema Polyamorie in der Unterhaltungsliteratur anzugehen. Im Gegensatz zu anderen Werken aus der Erotik-Ecke zeichnet sich dieses durch seine ganz eigene Stimmung aus. Alle Charaktere der ostfriesischen Künstler-WG sind einzigartig und exzellent herausgearbeitet. Ich freue mich auf Teil 2.
    Fazit: Klare Leseempfehlung für Leser/innen, die sich nicht damit zufrieden geben, dass der Millionär tolle Augen und einen sexy trainierten Körper hat - und die es überdies zu schätzen wissen, dass es auch auf intellektuell höherem Niveau knistern kann.
  14. Cover des Buches Ein Frühstück zu Dritt – Leben und lieben in Mehrfachbeziehungen (ISBN: 9783900693886)
  15. Cover des Buches 111 Gründe, offen zu lieben (ISBN: 9783862657124)
    Cornelia Jönsson

    111 Gründe, offen zu lieben

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Buecherviech
    Unsere Gesellschaft gibt normalerweise vor, dass Beziehungen nur zu zweit und monogam funktionieren. Ist das denn wirklich so? Was bedeutet Liebe…? …vielleicht auch ehrlich miteinander zu reden, zueinander zu stehen, zu kommunizieren. Darum geht es in diesem Buch, darum, wie man Beziehung führt, wie es funktioniert, wie der Alltag und aussergewöhnliche Momente klappen. 111 kurze Episoden aus dem Leben einer WG, deren Bewohner freundschaftlich und beziehungsmässig verbandelt sind. Annika und Florian sind ein Paar, Annika hat zugleich noch eine Freundin, Margrit, die sie ebenso sehr liebt. Florian weiss davon und findet es klasse, lebt da auch offen seine Bisexualität, befriedigt so sexuell UND emotional alle Seiten von sich. Margit lebt dabei halb noch mit ihrem Mann Johannes zusammen, der hat wiederum Freundinnen, die auch immer wissen, an was sie sind. Ausserdem lebt in der WG Cem, schwuler Lebemann und Philosoph, der die Beziehungen, von denen er sich lieber fernhält mit Faszination betrachtet. Das Buch regt zum Denken an, über Ethik, darüber was Liebe ist, zugleich unterhält es, macht Spass. Ausserdem ist es genial geschrieben, mit guten Stil und wunderbarem Humor. Zitate an jedem Kapitelende sind Perlen, die ganz neue Aspekte aufzeigen und unglaublich klug ausgesucht sind. Kluge Definitionen von Liebe und der Rezeption der Liebe in der Literatur und Philosophie. Es hat auch einen ausführlichen Teil mit Fussnoten und Literaturverzeichnis, das einlädt, sich ganz viele Bücher zu schnappen, die jenseits der üblichen, manchmal etwas platten Ratgeber zum Thema Liebe. Wunderbar offen bleibt es dem Leser überlassen, sich selbst ein Bild zu machen, eigene Gedanken zu finden. Irgendwie konnte ich gar nicht aufhören zu lesen, zugleich fand ich es schade, als es zu Ende war und ich bin sicher, dass ich immer mal wieder reingucken werde. Es hat mich ganz neue Aspekte eröffnet, was Beziehung angeht, egal ob man polyamor mit grossem Herz mit Platz für viele, die man liebt oder mit einer Person innig lebt. Fazit: intensiv, lebensklug, unbedingt lesenswert!
  16. Cover des Buches Fließen (ISBN: B07WNK21WH)
    Jutta Swietlinski

    Fließen

     (1)
    Aktuelle Rezension von: ArtemisNyx
    Zwei Frauen in ihren Fünfzigern treffen sich zufällig im Schwimmbad und verlieben sich … Das ist die Ausgangslage des faszinierenden Romans von Jutta Swietlinski.

    Eine der Frauen ist seit vielen Jahren glücklich mit einem Mann verheiratet, die andere geschieden und alleinerziehende Mutter einer Tochter im Teenageralter.

    Die Autorin erzählt witzig, spritzig und wortgewandt in Ich-Form aus dem Blickwinkel beider Frauen, was einem als LeserIn einen tiefen Einblick in deren Gefühle, Überlegungen und Probleme ermöglicht.

    Gekonnt vermeidet es die Autorin dabei, altbekannte Klischees zu bedienen, und geht mit ihren Figuren neue Wege, denn darf man nur einen Menschen lieben? Oder wer sagt eigentlich, dass Monogamie der einzig glücklich machende Weg ist? Was ist Liebe überhaupt? Besitzstand? Sich Freiheiten lassen? Oder gemeinsam neue Wege beschreiten?

    Egal ob die LeserInnen des Romans nun lesbisch sind, heterosexuell oder bisexuell, der Roman ist für all jene besonders spannend, die gerne auch mal das Leben und die Wege, die man darin eingeschlagen hat, hinterfragen.

    Die Autorin erhebt nie den moralischen Zeigefinger, sondern erzählt auf authentische Weise von Menschen, deren Gefühle und Entscheidungen man als LeserIn immer nachvollziehen kann (selbst wenn man vielleicht, wäre man in einer ähnlichen Situation, andere Entscheidungen treffen würde).

    Ich möchte den Roman „Fließen“ jeder Leserin und ja, auch jedem Leser wärmstens ans Herz legen. Er erzählt eine starke, mutige und unkonventionelle Liebesgeschichte, bei der man bei jeder Seite mitfühlt.

  17. Cover des Buches Dreivariantencouch (ISBN: 9783887697648)
    Jule Blum

    Dreivariantencouch

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  18. Cover des Buches Narcissus in Chains (ISBN: 0515133876)
    Laurell K. Hamilton

    Narcissus in Chains

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Wortmagie

    „Narcissus in Chains“ erschien 2001. Damit korreliert die Veröffentlichung des zehnten „Anita Blake“-Bandes lose mit dem Zeitraum, in dem die Autorin Laurell K. Hamilton entschied, eine polyamouröse Ehe einzugehen. Ihre erste Ehe scheiterte nach 16 Jahren und sie konnte sich nicht vorstellen, noch einmal monogam zu leben. Polyamorie ist ein Beziehungsmodell, das mehr als zwei Personen involviert. Alle Partner_innen werden gleichberechtigt und respektvoll behandelt; es ist kein Freifahrtschein für Betrug, sondern erkennt an, dass sich einige Menschen in mehr als eine Person verlieben können. Normalerweise kümmert mich das Liebesleben von Autor_innen nicht. Hamiltons Outing als polyamouröse Frau beeinflusste „Narcissus in Chains“ allerdings entscheidend, weshalb ich diesen Kontext unverzichtbar finde.

    Niemand kann ewig weglaufen. Nicht einmal Anita Blake. Nach sechs Monaten, in denen sie ihr chaotisches Liebesleben so weit wie möglich hinter sich ließ, kehrt sie nach St. Louis zurück und vollendet das Triumvirat mit Jean-Claude und Richard. Sie ahnte nicht, wie hoch der Preis ihrer magischen Verbindung sein würde: Jean-Claudes Ardeur, sein unstillbarer Hunger nach Sex, geht auf sie über und stellt ihre Selbstbeherrschung und ihr Selbstverständnis in Frage. Der Zeitpunkt könnte kaum schlechter sein. Eigentlich braucht Anita ihre volle Konzentration, um diejenigen zu schützen, die ihr nahestehen. Jemand in St. Louis entführt Lykanthropen. Alle Opfer sind Außenseiter oder Einzelgänger und verwandeln sich in Tiere, die selten in Werform auftreten. Anita fürchtet, dass ihre Werleoparden Ziele sein könnten, denn mit ihr als menschliche Nimir Ra sind sie angreifbar. Es gibt bereits einen Kandidaten, der sie anführen könnte, doch auch er hat eigene Probleme. Anita ist nicht sicher, ob sie ihm die Kontrolle überlassen kann – und vielleicht ist das bald nicht mehr nötig. Vielleicht wächst Anita bald selbst ein Fell…

    Bei aller Liebe für „Anita Blake“ und der daraus resultierenden Nachsicht, die ich oft walten lasse, ich kann „Narcissus in Chains“ wirklich nicht höher bewerten. Es ist einfach kein gutes Buch. Es ist wirr, unfokussiert und unausgeglichen. Es stimmt vorne und hinten nicht und ist meiner Meinung nach zu sehr Ausdruck der identitären Unsicherheit, die Laurell K. Hamilton vermutlich empfand, als sie diesen Band schrieb. Ich weiß, dass viele Leser_innen sehr unglücklich über die inhaltliche Kehrtwende waren, die „Narcissus in Chains“ für die Reihe repräsentiert und sie deshalb abbrachen. Auch für mich war es ärgerlich, wie hoch der Stellenwert der erotischen Elemente plötzlich ist. Die Bände waren ursprünglich als übernatürliche Krimis oder Thriller gedacht, nicht als übernatürliche Erotik. Diese Verschiebung ändert die Rahmenbedingungen der Geschichte grundlegend und ich verstehe, dass sich viele Fans vergrault fühlten. Da es sich für mich jedoch um einen Reread handelt, war ich auf diesen Wendepunkt vorbereitet. Deshalb möchte ich mich gar nicht daran aufhängen; man kann die Erotik in „Narcissus in Chains“ mögen oder eben nicht, das halte ich für Geschmackssache. Mir geht es um etwas anderes. Selbst wenn ich an all dem Sex vorbeischaue, enttäuscht dieser Band auf ganzer Linie. Der „Fall“ der entführten Lykanthropen, der die Handlung bestimmen sollte, wirkt lediglich wie eine Ausrede, durch die Hamilton ihre Heldin in zahllose Situationen manövrieren konnte, die sie mit ihrem Liebesleben konfrontieren, was die Autorin wiederum nutzte, um ihre eigenen Ängste, Zweifel und ihren schwierigen Akzeptanzprozess zu verarbeiten. Dagegen habe ich prinzipiell nichts, jede persönliche Erfahrung beeinflusst den kreativen Output. Ich halte es allerdings für nahezu fahrlässig, wie Hamilton Polyamorie in „Narcissus in Chains“ darstellt. Wer dieses Buch liest und nichts über das Beziehungskonzept weiß, muss glauben, dass es ein Synonym für Sexsucht ist. Die Idee, Anitas polyamouröse Neigung im selben Band zu thematisieren wie die Ardeur, war beispiellos umnachtet und erweist Menschen, die dieses Modell leben, keinen Gefallen. Vielmehr trägt die Verknüpfung mit zwanghaften, häufigen sexuellen Kontakten und dem latenten Gewaltpotential, das Anitas Leben permanent definiert, zu den Vorurteilen bei, die ohnehin über Polyamorie existieren. Um all diese Aspekte unter einen Hut zu bringen, dichtet Hamilton Anita metaphysische Empfindungen an, die überhaupt keinen Sinn ergeben und postuliert Aussagen über ihr Worldbuilding, die mir frustrierend vage, willkürlich und inkonsistent erschienen. Sie bietet keine neuen wohlüberlegten Fakten an, sondern schmeißt wilde Andeutungen in den Raum, ohne diese gewissenhaft einzuarbeiten. Nein, der Sex ist nicht das Problem von „Narcissus in Chains“. Das Problem ist, dass es ein schlampiges, unzusammenhängendes Buch ist.

    Es lässt sich nicht ignorieren, dass die „Anita Blake“-Reihe mit „Narcissus in Chains“ eine Neuausrichtung erhält. Noch deutlicher hätte Laurell K. Hamilton dies nur ankündigen können, hätte sie es auf das Cover geschrieben. Nach all den Jahren, die ich Zeit hatte, mich damit abzufinden, nehme ich ihr das nicht mehr übel. Ich finde jedoch, dass in diesem Band absolut zu spüren ist, dass sie damals noch nicht wusste, wie genau diese Umgestaltung aussehen sollte und sie es deshalb maßlos übertrieb. „Narcissus in Chains“ liest sich tatsächlich wie ein stereotyper Porno und dieses Genre ist ja nun nicht für brillante Handlungskonzepte oder geistreiche Dialoge bekannt. Meiner Meinung nach liefert der zehnte Band eher Einblicke in Hamiltons ganz persönliche Konflikte, die sie brutal auf ihre Protagonistin projiziert, statt die Geschichte nachvollziehbar und logisch in eine neue Richtung zu lenken. Ich denke, sie wollte zu schnell zu viel. Darum verlor sie viele ihrer langjährigen Leser_innen: „Narcissus in Chains“ wirkt wie ein sexueller Vorschlaghammer.

  19. Cover des Buches Vermählung (ISBN: 9783959672269)
    Curtis Sittenfeld

    Vermählung

     (68)
    Aktuelle Rezension von: Skyline-Of-Books

     

    Klappentext

    „Mrs. Bennets Leben dreht sich nur um das Eine: Wie kann sie es bloß schaffen, dass ihre Töchter endlich den Richtigen finden? Zumindest für Jane, die Älteste, gibt es Hoffnung: Chip Bingley, der attraktive Arzt, der noch vor Kurzem als Bachelor in der Fernsehshow „Vermählung“ vergeblich nach der großen Liebe suchte, zieht in die Kleinstadt. Und gleich beim ersten Zusammentreffen knistert es zwischen Chip und Jane. Doch was ist mit Liz Bennet? Chips Freund, der ungehobelte Neurochirurg Fitzwilliam Darcy ist definitiv keine Option! Dennoch scheinen die beiden nicht voneinander lassen zu können …“

     

    Gestaltung

    Das Cover ist ehrlich gesagt überhaupt nicht mein Fall, denn ich mag die Farbkombination aus blau und pink überhaupt nicht, da die auf diesem Cover gewählten Farbtöne des Hintergrunds für meinen Geschmack in zu starkem Kontrast miteinander stehen. Das Blumenmotiv finde ich ganz adrett, aber gleichzeitig wirkt es auch ein wenig alt-Lady-like.

     

    Meine Meinung

    Jane Austen-Fans werden an diesem Buch wohl ihre wahre Freude haben, denn Curtis Sittenfeld erzählt in „Vermählung“ eines ihrer bekannten Werke nach. Da ich persönlich mich leider so gar nicht mit Jane Austen auskenne, stand ich hier manchmal wie der Ochs vorm Berg, da ich die ganze Zeit wusste, dass es sich um eine Adaption handelt, aber nicht wirklich viel damit anfangen konnte.

     

    Hinzu kam dann, dass mich die Handlung leider so gar nicht fesseln konnte. Ich habe mich eigentlich größtenteils nur gelangweilt und gehofft, dass das Buch bald ein Ende haben möge. Den in mehreren Rezensionen angepriesenen Humor habe ich ehrlich gesagt schmerzlich vermisst, denn mir konnte die Geschichte nicht einmal ein müdes Lächeln abverlangen. Alles in allem fand ich die Handlung zwar ganz nett, aber nach allem, was ich so von Jane Austen und auch den Adaptionen von Curtis Sittenfeld gehört habe, habe ich doch mehr erwartet.

     

    Ich dachte, es gäbe mehr schlagfertige Dialoge, mehr elegante Wortgefechte und mehr Wortgewandtheit, aber entweder waren meine Erwartungen zu hoch oder all diese Dinge sind in von mir unbemerkter Weise an mir vorbeigezogen. Ich kam manchmal nicht umhin mich zu fragen, ob in dem Buch überhaupt etwas wirklich Weltbewegendes passieren würde, denn für mich plätscherte die Handlung doch stark vor sich hin. Vor allem wenn es immer um Belanglosigkeiten oder Nebensächlichkeiten ging, habe ich den roten Faden der Geschichte verloren. Etwas mehr Überraschungen oder Spannungshöhepunkte hätte ich sehr genossen.

     

    Was mir aber gut gefallen hat, war dass die Figuren sehr gut ausgearbeitet waren. Dass in der Handlung nicht ganz so viel passiert, mag also vielleicht auch daran liegen, dass die Autorin Wert darauf gelegt hat, die Charaktere genauer darzustellen. Hier gefiel mir besonders Darcy gut, weil er sehr geheimnisvoll war, wobei ich auch sagen muss, dass ich ihn teilweise auch nicht ganz so gut nachvollziehen und verstehen konnte. Zudem gefiel es mir, wie Liz ihre Familie sieht und wie sie nach und nach Darcy verfällt.

     

    Fazit

    „Vermählung“ ist eine passende Jane Austen Adaption, die den Stil der Autorin und ihrer Werke aufgreift. Für mich war dieses Buch leider nicht unbedingt das Richtige, da mir die Handlung doch zu langatmig war und ich mich doch eher gelangweilt habe. Aber die Figuren waren sehr schön ausgearbeitet und voller Tiefe, sodass ich mir sicher bin, dass Fans großen Spaß mit „Vermählung“ haben werden!

    2 von 5 Sternen!

     

    Reihen-Infos

    Einzelband

     

  20. Cover des Buches Spieler wie wir (ISBN: 9783847512790)
    Cornelia Jönsson

    Spieler wie wir

     (20)
    Aktuelle Rezension von: SimoneB
    Dieses Buch hat mein Herz gebrochen!
    (Und das werde ich ihm nie verzeihen)



    Von Anfang an: Spieler wie wir ist der Auftakt einer Triologie von Cornelia Jönsson um eine Gruppe von Freunden, die polyamor und BDSM-affin in Berlin leben und sich mehr schlecht als Recht mit Nebenjobs/Promotion/Kunstprojekten durchs Leben schlagen: Franzi, ihr Partner Marius, die beste Freundin und Protagonistin Pauline, sowie verschiedene teils wechselnde, teils beständige Nebencharaktere. Der Plot des ersten Bands kommt in Fahrt, als die ziellos und dekonstruierend durchs Leben treibende Pauline in einem SM-Club Bekanntschaft mit der viel älteren und gnadenlos schönen Professorin Ann macht. Sie verliebt sich und unterwirft sich ihr fortan. Doch Ann wird von dem extremer werdenden, kompromisslosen Begehren Paulines und ihrer besinnungslosen Liebe überfordert, ihr eigener Ehemann ist ein ziemlich arroganter Typ, und Marius und Franzi haben auch ihre ganz eigenen Sorgen. So endet die Geschichte dann auch in einer Katastrophe. Da ich mich sehr in die Charaktere hineinversetzen konnte, ging mir das ziemlich nahe, ich kann also nur ausdrücklich eine Warnung aussprechen: das hier ist kein romantisches Buch, und es gibt kein Happy End


    Die Gedankenwelt der Protagonisten ist lebendig und anschaulich beschrieben. Manchmal driftet die Autorin in einen für meinen Geschmack etwas ausschweifenden Stil ab, aber im ersten Band ist das noch viel weniger der Fall als in Band 2 und 3, auch die gesellschaftskritischen Mono- und Dialoge halten sich hier noch in Grenzen. Trotzdem gibt es für die teilweise sehr eigenwilligen Metaphern und Abschweifungen einen Stern Abzug.


    Stattdessen geht es um die Wünsche und Bedürfnisse der sehr real wirkenden jungen Menschen, und natürlich auch um Sex. Dieser ist direkt und in klarer, einfacher Sprache beschrieben. Natürlich wird gedemütigt und gezüchtigt - immerhin ist Pauline eine masochistische Sub, wie sie im Buche steht, und Franzi eine energiegeladene Switch. Wenn überhaupt, könnte man sagen, dass die Charaktere etwas überzeichnet sind: Ann etwas zu göttlich, Pauline etwas zu gierig auf Schmerz und Selbstaufgabe. Doch das Scheitern der Figuren an ihren eigenen Zwängen relativiert diese Überzeichnung wieder. 
     Sehr lobenswert ist, dass die BDSM-Szene, in der sich die Charaktere bewegen, ihre Einstellungen und die ganze Art und Weise, wie sie ihre Lustspiele ausleben, absolut realistisch sind. (Naja, abgesehen davon, dass es unrealistisch viele junge, hübsche Leute in den Clubs gibt. Aber das ist ein anderes Thema) Hier merkt man, dass die Autorin Ahnung davon hat, was im echten BDSM-Leben vor sich geht. Die Konflikte, Nöte und Ängste sind ebenfalls allzu plausibel und keineswegs an den Haaren herbeikonstruiert. Mitfiebern und Mitleiden ist also vorprogrammiert. 


    Die Geschichte ist für mich etwas Besonderes, da sie mein Einstieg in die literarische Welt der Erotik war. Damals traf mich das eher ambivalente, teils sogar deprimierende Ende vollkommen unvorbereitet. :'( Heute stehe ich dem Ganzen mit etwas mehr Distanz gegenüber. Dennoch lautet mein Fazit:


    Realistische, 100% authentische BDSM-Geschichte im modernen Berlin - aber nichts zum Wohlfühlen und Fallenlassen. 



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