Bücher mit dem Tag "porträt"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "porträt" gekennzeichnet haben.

50 Bücher

  1. Cover des Buches Stolz und Vorurteil (ISBN: 9783150207680)
    Jane Austen

    Stolz und Vorurteil

    (4.058)
    Aktuelle Rezension von: irinadoesty

    Stolz und Vorurteil war für mich eine richtig schöne Leseerfahrung. Ich konnte mich gut in die Geschichte hineinversetzen und habe das ruhige, elegante Tempo sehr genossen.


    Die Übersetzung hat mir besonders gefallen, da sie sehr flüssig ist und den Text leicht zugänglich macht. Man merkt, wie viel Wert auf eine gute Sprache gelegt wurde.


    Die Beziehungen zwischen den Figuren sind spannend und fein ausgearbeitet. Insgesamt ein Buch, das man entspannt lesen und einfach genießen kann.


  2. Cover des Buches Breaking News (ISBN: 9783596296958)
    Frank Schätzing

    Breaking News

    (197)
    Aktuelle Rezension von: Ana80

    Der Starreporter Tom Hagen ist immer dort auf der Welt unterwegs, wo es gerade brennt. Kein Risiko ist ihm zu hoch, um an eine gute Story zu kommen. Doch in Afghanistan geht er zu weit und verliert alles. Niemand möchte mehr mit ihm zusammenarbeiten. Als sich drei Jahre später in Israel für ihn eine Chance auftut in seinem Beruf wieder Fuß zu fasse, lässt er sich natürlich darauf ein, ohne zu ahnen, dass er in eine Falle gerät und fortan quer durch diese hochexplosive Region gejagt wird…


    Ich habe für dieses Buch unglaublich lang gebraucht. Den Erzählstrang um Ariel Sharon fand ich sehr interessant, der um Tom Hagen konnte mich nicht packen. Insgesamt ist das Buch voll mit ellenlangen Monologen über alle wichtigen Themen, die meiner Meinung nach deutlich kürzer hätten sein müssen. Wäre das ganze Buch um die Hälfte gekürzt gewesen, hätte es mir mit Sicherheit viel „Spaß“ gemacht, ist das Thema doch leider mal wieder brandaktuell! Gut gelungen ist es Schätzing eine neutrale Position im Nahostkonflikt zu behalten, was ich nicht einfach finde, aber im Falle eines solchen Romans unabdingbar.

    Empfehlen kann ich dieses Buch in dieser langen Form eher nicht, obwohl es eigentlich spannende Themen behandelt. Schade 

  3. Cover des Buches Die Ermordung des Commendatore Band 2 (ISBN: 9783832198923)
    Haruki Murakami

    Die Ermordung des Commendatore Band 2

    (341)
    Aktuelle Rezension von: rkuehne

    Der zweigeteilte Roman "Die Ermordung des Commendatore" - ist ein typischer, klassischer Murakami. Die Geschichte um den Portraitmaler, der nach der plötzlichen Trennung von seiner Frau und einem Roadtrip im verlassen Haus eines früheren Malers einzieht und sich dort mystischen oder übernatürlichen Begegnungen stellen muss. Die Sprache Murakamis ist und bleibt wunderbar und eine wahre Lesefreude. Ich persönlich mag mehr die realistischen als die phantastischen Murakami -Romane, weshalb ich hier nicht volle Punktzahl geben kann. Außerdem fand ich die fixierung auf die Oberweite eines dreizehnjährigen Mädchens am Ende des Buches etwas befremdlich.

  4. Cover des Buches Keeping Secrets (ISBN: 9783736315341)
    Anna Savas

    Keeping Secrets

    (295)
    Aktuelle Rezension von: Schnudl

    Es war mein erstes Buch von Anna Savas und wird nicht mein letztes sein. 

    Die Autorin hat einen super lockeren und leichten Schreibstil, sodass man durch die Seiten fliegen kann. Ich mochte die Protagonisten, Tessa, Schauspielerin, trägt aber ein krasses Geheimnis mit sich herum und der grummelige Cole, Journalist, der ihre Geheimnisse aufdecken und ein Porträt über sie verfassen soll. Wir haben hier die typische Enemies to Lovers Geschichte, was das Buch aber nicht langweilig machte. Im Gegenteil die Harmonie der beiden war sehr authentisch und es war schön ihre Geschichte zu begleiten. Besonders haben mir auch die Nebencharaktere gefallen, sie waren alle herzlich und haben Tessa toll in ihrer Mitte aufgenommen. Freu mich auf die weiteren Bände. 

    Es war eine tolle Liebesgeschichte ohne viel Drama und hat mich für zwischendurch sehr gut unterhalten. Zu einem Highlight fehlte mir trotzdem noch das gewisse Extra. Aber trotzdem 4⭐️.

  5. Cover des Buches Daisy Jones & The Six (ISBN: 9783548065991)
    Taylor Jenkins Reid

    Daisy Jones & The Six

    (374)
    Aktuelle Rezension von: koechl

    Sehr gut geschrieben, auch der ungewöhnliche Interviewstil gefiel mir gut. Im Großen und Ganzen hat es mich gut unterhalten und ich habe gute Einblicke in das Leben einer fiktiven Rock'n Roll Band der Siebziger bekommen.


    Es war wie ein Rausch. Ich habe jede freie Minute gelesen. Die Personen und die Geschichte haben mich in ihren Bann gezogen. ein fröhliches Buch war es nicht, wie ich zuvor gelesen habe, aber sehr intensiv.

  6. Cover des Buches Das geheime Lächeln (ISBN: 9783453428324)
    Bettina Storks

    Das geheime Lächeln

    (91)
    Aktuelle Rezension von: Undine_Sittel

    ,,Das geheime Lächeln,, von Bettina Storks.


    Dieser Roman ist 2018 im Diana Verlag erschienen. 


    Auf 476 Seiten nimmt uns die Autorin mit auf eine Geheimnissvolle Suche. 


    Die Journalistin Emilia Lukin entdeckt auf einer Auktion ein Gemälde das ihr wie ein Zwilling ähnelt. Sie ist verwirrt und weiß nicht was sie davon halten soll.

    Ist es Zufall oder könnte es sich vielleicht sogar um ihre Großmutter Sophie handeln?

    Von ihrer Mutter Pauline bekommt sie diesbezüglich keine Information,sie hüllt sich in Schweigen. Weiß sie nichts oder will sie ihr nichts sagen?

    Emilia bekommt das traurig wirkendende Lächeln auf dem Bild nicht aus dem Kopf, sie will mehr darüber in Erfahrung bringen. 

    Sie versucht eine Spur zu finden und wird diese bis in die Provence und nach Paris verfolgen. 

    Für Wochen zieht sie sich nach Frankreich zurück um dort vor Ort zu recherchieren. 

    Es gelingt ihr tatsächlich Licht in diese Geschichte zu bringen und lernt das Leben der Sophie Langenberg kennen,ihren Großmutter. 

    Es ist das Leben einer großen aber unerfüllten Liebe. 


    Bettina Storks hat auch in diesem Buch wieder viel Gefühl für das Detail einfließen lassen, es war ein Leseerlebnis wie man es sich von jedem Buch wünscht. 

    Es spielt in verschiedenen Zeitzonen was aber sehr gut verständlich zu lesen war. Es gab keine Ungereimtheiten und jede Zeitzone war interessant geschrieben. 


    Vor kurzem hab ich ihr neuestes Buch ,,die Kinder von Beauvallon,, gelesen und nun hab ich einige Protagonisten aus dem Buch in diesem wiedergetroffen. Das finde ich persönlich immer sehr interessant. Hat mir sehr gut gefallen wie diese beiden Geschichten zusammengehören obwohl es eben keine Fortsetzung ist. 

    Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung und wohlverdiente 5 Sterne. 


    Danke für dieses großartige Buch

  7. Cover des Buches Zauber der Stille (ISBN: 9783596523887)
    Florian Illies

    Zauber der Stille

    (70)
    Aktuelle Rezension von: Kju_Be

    In „Zauber der Stille“ begleiten wir Caspar David Friedrich durch die Zeit. Auf der einen Seite erfahren wir viel vom Leben des Künstlers, als auch, was mit seinen Bildern geschah. Sehr unterhaltsam und phantasievoll verknüpft Florian Illies, die Geschichte und die Werke von Caspar David Friedrich mit anderen historischen Personen und Gegebenheiten. Es werden Anekdoten erzählt, es werden kurze Blitzlichter gegeben, und man staunt, welche Zusammenhänge sich ergeben.

    Inhaltlich ist das Buch aber dennoch so dicht, dass es mir manchmal schwer fiel, all die Informationen auch noch über Tage hinweg im Detail zu erinnern. Vielmehr blieb die Stimmung bei mir hängen, die der Inhalt bei mir auslöste.


    Das Buch lässt sich sehr flüssig lesen, und an der ein oder anderen Stelle blitzt ein unglaublich charmanter Humor hervor. Ich hatte große Freude beim Lesen dieses Buches und musste mehrmals schmunzeln. Damit hatte ich im Vorhinein nicht gerechnet. 


    Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, der sich auch nur am Rande für Kunst interessiert. Es ist in jedem Fall ein wirklicher Genuss.

  8. Cover des Buches Wanted (3): Lass dich fallen (ISBN: 9783453358461)
    J. Kenner

    Wanted (3): Lass dich fallen

    (59)
    Aktuelle Rezension von: Panda0712
    Danke an den Random House Verlag, der mir dieses Buch zur Verfügung gestellt hat!

    Das Cover & der Schreibstil:

    Die mit Spitze besetzten Cover stellen einen echten Blickfang dar! Der Schreibstil von Kenner ist genauso flüssig, wie in den vorherigen beiden Bänden.

    Zum Inhalt:

    Katrina Laron verzehrt sich nach Cole und wünscht sich nichts sehnlicher als eine einzige Nacht mit diesem geheimnisvollen Mann, um ihn endlich aus ihren Gedanken streichen zu können. Leichter gesagt als getan, denn Cole birgt – ebenfalls wie Kat – ein düsteres Geheimnis, das beide nur noch enger zusammenschweißt. Ein aufregendes Spiel aus Lust und Unterwerfung beginnt.

    Meine Meinung:

    Bereits die beiden Vorgänger in dieser Reihe haben mir gut gefallen und so war mir klar, dass ich den dritten und letzten Teil ebenfalls einfach lesen muss. Dieser Band ist etwas anders als die vorherigen aufgebaut, was ich persönlich gut finde. Cole ist eine harte Nuss, doch Kat ist keine Frau, die einfach so aufgibt und so kämpft sie um diesen verletzlichen Mann. Nach ihrer ersten gemeinsamen Nacht wird auch Cole recht schnell klar, dass er sich Kats Anziehung nicht entziehen kann, doch die Angst, die Kontrolle über sich zu verlieren, hindert ihn daran, sich ihr vollends zu öffnen. Der Mix aus Erotik und Thrill ist gelungen und hat die Geschichte etwas abwechslungsreicher gestaltet. Was mir nicht so gut gefallen hat, war Coles zurückhaltende und sanfte Art. Ich hätte mir einen härteren und dominanteren Charakter gewünscht, dieser hätte besser zu seinen Vorlieben gepasst. Das Ende dieser Trilogie war sehr gelungen und lässt den Leser mit einem zufriedenen Gefühl zurück.

    Mein Fazit:

    Eine tolle Trilogie und Charaktere, die sich in mein Herz geschlichen haben. J. Kenner ist eine Autorin, die man sich merken sollte!

    Ich vergebe 4 Pandapfoten!
  9. Cover des Buches Erika und Therese (ISBN: 9783492309417)
    Gunna Wendt

    Erika und Therese

    (2)
    Aktuelle Rezension von: yellowdog
    Über Erika Mann, die außergewöhnliche und resolute Tochter des Literaturnobelpreisträgers Thomas Mann ist schon viel geschrieben worden. Daher ist es sinnvoll, ihr in diesem Buch die Schauspielerin Therese Giehse gegenüberzustellen.

    Gemeinsam traten sie im politischen Kabarett Die Pfeffermühle auf. Das Programm der Pfeffermühle war politisch engagiert und sie mussten daher schon bald aus Deutschland fliehen. Im Exil setzten sie ihre Arbeit fort.
    Einige der stets provokanten Texte der Pfeffermühle werden hier erfreulicherweise gequotet und in Kontext gesetzt.

    Gunna Wendt zeigt die Persönlichkeiten der beiden Frauen vielschichtig, mit verschiedenen Aspekten.

    Die Erika Mann-Passagen enthalten auch die Inbezugnahme der ganzen Mann-Familie, Thomas, Katia, Heinrich, Klaus etc. und damit auch die gesellschaftspolitischen Ereignisse in Deutschland der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, die sich widerspiegeln.
    Auch Bekannte der Familie wie Gustaf Gründgens, die Wedekinds und Gerhard Hauptmann uva. spielen eine Rolle. Beeindruckend, wie die Biographin Gunna Wendt auf relativ wenig Raum so viel reinpacken kann.
    Die Liebe und Freundschaft zwischen Erika und Therese kommt anfangs ziemlich kurz, bis sie sich auch nur kennenlernen vergehen fast 100 Seiten. Dafür wird die enge Beziehung zwischen Erika und ihrem Bruder Klaus intensiv beschrieben. Diese Abschnitte finde ich besser als z.B. die von Armin Strohmeyr in seiner Erika und Klaus Mann-Biographie von 2004.

    Über die Jahrhundertschauspielerin Therese Giehse, die größte europäische Schauspielerin laut Brecht, wusste ich nicht so viel, obwohl mir der Name natürlich ein Begriff ist und ich auch schon Filme mit ihr gesehen hatte.
    Mich hat das sehr interessiert und es ist wichtig, die großen Persönlichkeiten der deutschen Vergangenheit nicht ins Vergessen geraten zu lassen. Auch deswegen bin ich diesem Buch dankbar.

  10. Cover des Buches Unerschrocken 1 (ISBN: 9783956401299)
    Pénélope Bagieu

    Unerschrocken 1

    (22)
    Aktuelle Rezension von: Belladonna

    Meine Meinung

    Die französische Illustratorin Pénélope Bagieu präsentiert in ihren zwei Comic-Alben unter dem Motto »Unerschrocken« insgesamt 30 Geschichten über die unterschiedlichsten Frauen, die ihre Tatkraft und ihren Mut zu verschiedenen Zeiten und in diversen Kulturen unter Beweis stellten und damit etwas bewegten. Als besonders erfreulich empfand ich, dass unter den Persönlichkeiten nicht nur bekannte Namen wie z. B. Peggy Guggenheim oder Nellie Bly auftauchen, sondern vor allen Dingen Frauen poträtiert werden, über die ich bisher noch nichts gehört oder gelesen hatte.

    In einem cartoonesken Stil lenken Pénélope Bagieus Zeichnungen den Blick zuerst auf die humorvolle Seite der einzelnen Geschichten. Auf den zweiten Blick stellt man jedoch schnell fest, dass sich jede der vorgestellten Persönlichkeiten speziellen Herausforderungen gegenübersieht und diese vollkommen unerschrocken angeht. Das machte das Leseerlebnis für mich unglaublich empowernd. Es machte unglaublich Spaß in die kurzen Geschichten einzutauchen und sich von diesen starken Frauen inspirieren zu lassen.

    Besonders ansprechend sind die großen, über zwei Seiten reichenden Illustrationen, die mit satten Farben und entdeckungswürdigen Szenarien aufwarten.

    Pénélope Bagieu setzt in ihren zwei Comic-Alben mit facettenreichen Geschichten genau die richtigen Akzente. Von humorvollen Lebensgeschichten wie die der Clémentine Delait, der Dame mit Bart, die aus der Not eine Tugend machte, ihre Gesichtsbehaarung akzeptierte und daraus ein Geschäftsmodell machte und sich als Marke etablierte über Kriegerinnen und Bandietenköniginnen, die sich mit viel Mut durch ihr hartes Leben kämpften, wird den Leser*innen eine breite Geschichtenpalette geboten, die keine Wünsche offen lässt und vor allen Dingen auch jungen Mädchen und Frauen Mut macht, ihren eigenen Weg zu einem selbstbestimmten Leben zu gehen.

    Am faszinierendsten waren für mich die Lebensgeschichten über Frauen die ihr Leben der Wissenschaft verschrieben haben, wie z. B. die Vulkanologin Katia Krafft oder Frances Glessner Lee, die sich noch mit 55 Jahren dazu entschließt etwas zu bewegen und dabei mit ihren Tatort-Miniaturmodellen die Polizeiarbeit revolutioniert und als erste Frau zur Polizeichefin von New Hampshire ernannt wird.

    Die Bandbreite der Geschichten ist wirklich enorm, es wird von geschichtsträchtigen Frauen wie der mächtigen Kaiserin Wu Zetian, die ihrer Bestimmung eine Konkubine des Kaisers zu werden zwar folgt, ihr Schicksal aber dann in die eigene Hände nimmt und schließlich selbst zur Kaiserin ernannt wird und mit großem Erfolg über ihre Untertanen herrscht. Aber auch von Frauen, die im kleinen ihre wundervollen Taten vollbringen wie Giorgina Reid, die sich mit all ihrem Wissen für die Rettung eines Leuchturmes stark macht. Von diesen feinen Comic-Geschichten könnte ich noch viel mehr vertragen, daher hoffe ich sehr, dass es nicht nur bei diesen zwei Bänden bleiben wird!

    Die einfache Panelanordnung und die recht ausführlichen Text dazu zeichnen diese beiden Comic-Bände als geeignete Lektüre für Comic-Einsteiger aus. Kinderleicht lässt sich ohne jegliche Vorkenntnisse den einzelnen Geschichte folgen.

    Fazit

    Kleine aber feine Geschichten, die emotional bewegen und in der modernen Komposition als Comicstrips eine anregende Inspiriationsquelle liefern.

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    © Bellas Wonderworld; Rezension vom 15.11.2019   

  11. Cover des Buches Der Glückliche schlägt keine Hunde (ISBN: 9783746640655)
    Stefan Lukschy

    Der Glückliche schlägt keine Hunde

    (20)
    Aktuelle Rezension von: sansol

    Unbedingt lesen! Ein Buch nicht nur für Loriot Fans und eine absolute Leseempfehlung! 

    Stefan Lukschy war jahrzehntelanger Weggefährte und Freund von Vicco von Bülow und seiner Familie und dies ist dem Buch anzumerken. Es beschreibt liebevoll die Privatperson aber auch anekdotenreich den Künstler Loriot und dessen Werdegang. 

    Als Fan weiß man natürlich das ein oder andere aber hier wurden dem Leser so viele Details geschildert und die Einblicke hinter die Kulissen waren äußerst interessant. 

    Man spürt die tiefe langjährige Freundschaft und Verbundenheit und ich schätze sehr die respektvolle Darstellung dieser herausragenden Persönlichkeit und ihrer immensen künstlerischen Kreativität. Loriot ist unvergessen und dieses Buch ist eine tolle Würdigung. 

  12. Cover des Buches Dem Mut ist keine Gefahr gewachsen (ISBN: 9783492315036)
    Rüdiger Nehberg

    Dem Mut ist keine Gefahr gewachsen

    (7)
    Aktuelle Rezension von: Buechergarten

    》INHALT:

    Rüdiger Nehberg blickt auf 1001 Erlebnisse - die Basis für seine Erfolge in der Menschenrechtsarbeit. In seiner neuen Autobiografie erzählt er, wie er mit siebzehn nach Marokko radelte, in den USA »Survival« kennenlernte und zu uns brachte; 1000 Kilometer ohne Nahrung auskam, Ekel und Angst überwand. Wie er Zeuge schlimmster Menschenrechtsverletzungen und Erfinder aberwitziger Aktionen wurde, um Aufmerksamkeit auf die Not anderer zu lenken. Er berichtet von der Zeit im jordanischen Gefängnis und seinen Wüstenkarawanen: Erfahrungen, die ihn mit Muslimen vertraut machten. Von der Idee, gegen den Zeitgeist den Islam als Partner zu gewinnen. Und von seinem Fernziel, für das er mit nie erlahmender Kreativität kämpft: das Verbrechen Weibliche Genitalverstümmelung zu beenden.

     

    》EIGENE MEINUNG:

    Gleich zu Beginn muss ich zugeben, dass ich Rürdiger Nehberg bisher nicht kannte. Trotzdem haben mich Cover, Titel und Inhaltsverzeichnis wie magisch angelockt und ich habe es keine Sekunde bereut!

    Der Schreibstil konnte mich schon im ersten von 43 Kapiteln sofort gefangen nehmen. Rüdiger Nehberg erzählt dabei flüssig, fesselnd, mal humorig, mal tief bewegend und immer gerade heraus, von ganz unterschiedlichen Abschnitten, Stationen und Höhepunkten seines Lebens. Einige Kapitel haben mir dabei geholfen die Person Rüdiger Nehberg und seinen Werdegang zu verstehen, andere waren pures Abenteuer, harter Kampf, Mut, Scheitern und doch immer viel Hoffnung, Kraft und Authentizität. Als Autor sind unter seinem Namen bereits mehrere Bücher erschienen, aber dieses wirkt wie eine Lebensbilanz. Umso mehr, da das Buch posthum, nach seinem plötzlichen Tod erschienen ist.

    Mit den Worten des 84jährigen Bäckers und Konditors kommen wir den Anfängen des Survival in Deutschland näher, radeln nach Marokko, überqueren mehrmals den Atlantik, erleben jordanische Gefängnisse von innen, bauen eine Geburtshilfeklinik in Äthiopien, führen Gespräche mit mächtigen Religionsvertretern, starten verschiedene Aktionen um Menschenrechte zu fördern, schützen und unterstützen... In den letzten Kapiteln – die sich intensiv mit dem Thema Weibliche Genitalverstümmelung beschäftigen – merkt man deutlich, dass der Weg dieses Mannes noch lange nicht zu Ende gewesen wäre. Ebenso spürt man den Stolz auf die, von ihm gegründete, Menschenrechtsorganisation TARGET e. V. Man lernt Motivation, Werte und Ethik des Autors intensiv kennen. Eine große Bereicherung stellen dabei auch die vielen Farb- und Schwarzweiß-Bilder dar, die den Streifzug durch Nehbergs Leben noch verdeutlichen.

    Ich kann also nur allen, egal ob sie Rüdiger Nehberg kennen oder nicht, empfehlen in diesem Buch zu versinken und sich von seiner Lebensgeschichte beeindrucken zu lassen. Sie strotzt vor Sturheit, Selbstironie, Unerschrockenheit, Wagemut, Neugier, Abenteuerlust, Kraft, Dialogfähigkeit, Humor, Tiefgang, Liebe zu Menschen, Völkern, Ländern und dem festen Glauben daran, etwas zum Guten verändern zu können. Das wirkt ansteckend!

     

    》FAZIT:

    Der Mann, der selbst als Bäcker, Abenteurer, Visionär und Menschenrechtler bezeichnete, hat hier ein mitreißendes Lebenswerk abgebildet, das die verschiedensten Gefühle wecken kann. Abenteuer und Tiefgang ergänzen einander perfekt. Auch für Nichtkenner der Person Rüdiger Nehberg sehr zu empfehlen und absolut fesselnd!

  13. Cover des Buches Das Gewicht des Himmels (ISBN: 9783453358379)
    Tracy Guzeman

    Das Gewicht des Himmels

    (41)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein etwas ältere Roman, der mich durch den Klappentext neugierig gemacht hat, aber nur mittelmäßig überzeugen konnte. 

    Die Autorin schreibt zwar gut, detailliert, aber für mich persönlich ist sie zu viel in Details stecken geblieben. Zum Beispiel bei der Beschreibung eines Vogels, die Bilder von Thomas und im Allgemeinen zur Malerei. Würde mir zwar nichts ausmachen, aber dadurch wurde die tragische Geschichte der Kessler Schwester in den Hintergrund gerückt. 

    Leider kam auch nach etwa mehr als der Hälfte des Buches Spannung auf. Erzählt wird in Zeitepochen, 2007 und aus der Vergangenheit. In der Vergangenheit erfährt man auch, was es mit der Suche nach den Bildern von Thomas zu tun hat, die nicht im Katalog stehen. 

    Von mir gibt es 🌟 🌟 🌟  Sterne für mittelmäßige Lesestunden. Leider waren mir auch die meisten Charaktere nicht ganz sympathisch. Kann man lesen, muss man aber nicht. 

  14. Cover des Buches Barbara stirbt nicht (ISBN: 9783462006827)
    Alina Bronsky

    Barbara stirbt nicht

    (255)
    Aktuelle Rezension von: Dausmann

    Das Buch besteht aus vielen Perlen. 

    52 Jahre gemeinsame Ehe, beginnend in einer grauen Zeit. Aus einer anderen Zeit kommend. 

    Heike mit den blauen Haaren. 

    Henry, bei dem man die Schokoladenflecken nicht sieht. Die Tochter mit Mia. 

    Der Sohn. 

    Lydia. 

    Und dann noch ein Sohn. (Ich will jetzt nicht spoilern) 

    Das Buch gibt sehr viel Raum für eigene Fantasie und auch das offene Ende läßt viel Platz für eigene Gedanken.

    Die einerseits humorvolle und doch pointierte Schreibweise ließ mich lachen und auch wieder nachdenklich sein. Die Tiefe dieses Buches will entdeckt werden.

    Die Erkenntnis, dass oft erst Zwänge zu einem Lebenswechsel führen.


    Spoiler: Artur erklärt, warum Walter so ist wie er ist. Oder war. 

  15. Cover des Buches Die 13 Tode der Lulabelle Rock (ISBN: 9783596709311)
    Maud Woolf

    Die 13 Tode der Lulabelle Rock

    (58)
    Aktuelle Rezension von: admit

    Im Buch ist es möglich, für viel Geld Kopien von sich selbst anfertigen zu lassen, die - halb Klon, halb Roboter - für bestimmte Aufgaben dienen, z.B. um die vielbeschäftigten Originale zu entlasten. Die Geschichte wird aus der Sicht der 13. Kopie eines Filmstars erzählt, die hergestellt wurde, um alle vorigen Kopien zu töten. Der irreführende Klappentext hat mich zum Kauf verleitet. Nicht mein Fall, denn die Story entpuppt sich als ziemlich durchschaubar und beantwortet keineswegs existenzielle Fragen. Das Cover ist gelungen. Die Protagonistin versucht, philosophisch zu werden und sich selbst zu finden, wirkt allerdings verloren.
    Der Weltenbau beschränkt sich auf die Stadt Bubble-City, in der die Handlung stattfindet, und bleibt einseitig. Schade!

  16. Cover des Buches Keine Zeit wie diese (ISBN: 9783833309243)
    Nadine Gordimer

    Keine Zeit wie diese

    (12)
    Aktuelle Rezension von: leselea

    Sie war schwarz, er weiß. Das war alles, was zählte. Alles, was damals Identität ausmachte. Simpel wie die schwarzen Buchstaben auf diesem weißen Papier. (S. 10)

    Jabu und Steve haben sich im Untergrund beim gemeinsamen Kampf gegen das Apartheid-Regime kennengelernt. Sie ist eine Schwarze aus dem Volk der Zulus, er ein Weißer jüdischer Abstammung. Beide sind Südafrikaner, doch ihre Beziehung und ein Leben miteinander wird vom Staat verboten. Dann kommt das Jahr 1994 und verändert das politische Leben im Land grundlegend – und damit auch Jabus und Steves Privatleben. Endlich können sie als Ehepaar offen ihre Beziehung leben, in einem Vorort die gemeinsamen Kinder großziehen und sich auch beruflich verwirklichen: Er wird Dozent an der Universität, sie Rechtsanwältin. Der Freiheitskampf hat seine Früchte getragen, doch die ehemaligen Genossen müssen schnell einsehen, dass alte Strukturen nur schwer zu zerschlagen sind: Die Ungleichheit zwischen Schwarz und Weiß bleibt weiterhin bestehen, die neue schwarze Elite ist genauso korrupt wie die alte Weiße und das Land zerfällt – wenn nicht mehr in schwarz und weiß – immer mehr in arm und reich. Jabu und Steve stehen vor einer Gegenwart, für die sie immer gekämpft haben und die sich doch anders entwickelt, als gehofft. Und beide müssen sich die Frage stellen, ob dieses neue Südafrika noch ihre Heimat sein kann…

    Nadine Gordimer gehörte zu den bekanntesten Schriftstellerinnen Südafrikas und bekam für ihr literarisches Werk 1991 den Literaturnobelpreis. Ihre Romane, Erzählungen und Essays setzten sich intensiv mit der südafrikanischen Apartheidpolitik und deren Folgen bis in die Gegenwart auseinander, auch wenn Gordimer von sich selbst behauptete, keine politische Schriftstellerin zu sein. Keine Zeit wie diese ist ihr letzter Roman vor ihrem Tod im Jahre 2014 und behandelt auf über 500 Seiten das neue Südafrika – von den ersten freien Wahlen über die politischen Machtkämpfe in der ehrwürdigen ANC bis hin zur Gegenwart unter Präsident Zulu kurz vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2010.

    Trotz des Labels „Roman“ auf dem Cover ist Keine Zeit wie diese für mich mehr eine literarische Studie, ein Porträt über das Leben in Südafrika nach 1994. Anhand von Jabu und Steve, die durch ihre Biographie aufs engste mit den politischen Verhältnissen des Landes verbunden sind und deren Beziehung gerade aufgrund ihrer Überwindung die Gräben zwischen den „Rassen“ verdeutlich, beschreibt Gordimer nicht nur die politischen, ökonomischen und sozialen Entwicklungen ihres Heimatlandes, sondern vermittelt vor allem ein Gefühl für den Alltag im und nach dem Apartheid-Regime. Neben den Rahmenbedingungen stellt sie vor allem die Frage nach der Identität in einem Land, das seinen (wenn auch menschenverachtenden) Kompass verloren hat, in den Mittelpunkt: Wer ist man, wenn die alten Etiketten nicht mehr gelten? Wie lange dauert der Kampf für die Freiheit und damit der Status als Guerilla-Kämpfer? Welche Verantwortung trägt man als weißer Südafrikaner für die weitere Entwicklung – und welche als schwarzer, zumal wenn man zu denen gehört, die es nach oben geschafft haben? Bleibt man ein Leben lang Kind seines Volkes oder darf man sich in Zeiten der Freiheit neue Bilder erschaffen? Gordimer verdeutlich, dass mit dem Ende der Unterdrückung die Verantwortung der Freiheit einhergeht – und diese oftmals neue Konflikte schafft, sei es im Privaten oder auf politischer Ebene, wo Korruption und aggressiver Kapitalismus schnell zu blühen beginnen.

    Das alles ist hochinteressant und lehrreich, auch wenn eigene Recherchen während der Lektüre unabdingbar sind, um die verschiedenen Andeutungen, die Gordimer zwischen den Zeilen platziert, zu verstehen. Keine Zeit wie diese ist ein Buch, das ich diesbezüglich als wirkliche Bereicherung empfunden habe, hat es mir doch nicht nur Wissen, sondern auch ein Verständnis jenseits der bloßen Fakten vermittelt. Nichtsdestotrotz bleibt bei Gordimers Vorgehensweise einiges auf der Strecke, was für mich das Buch zu einem wirklichen Roman und zu einem hundertprozentigen Lesegenuss gemacht hätte: Insgesamt fehlt es an Spannung, Handlung und einer Nähe zu den Figuren. Keine Zeit wie diese zeigt den Ist-Zustand eines Landes auf, ohne dass es auf einer weiteren Ebene eine wirkliche Geschichte erzählen würde, die auf etwas hinausläuft. Jenseits der Skizzierung der verschiedenen Probleme und Herausforderungen gibt es wenig, was einen an das Buch fesselt, zumal die Figuren sehr ihren Kategorien als Freiheitskämpfer, Rechtswissenschaftler bzw. Dozenten, Schwarze und Weiße etc. verhaftet bleiben, ohne darüber hinaus irgendwelche Charakterzüge aufzuweisen.

    Sprachlich stellt Gordimers Werk durchaus eine Herausforderung dar: Ihr Erzählstil ist eigenwillig, distanziert, wie gemalt in dem Sinne, dass einzelne Sätze wie flüchtige Pinselstriche sind und erst nach einiger Zeit ein Ganzes ergeben. Eine „raue Poetik“ schoss es mir beim Lesen der ersten Seiten durch den Kopf und ließ mich bis zum Schluss nicht los. Definitiv reizvoll, aber über lange Strecken doch auch anstrengend, ermüdend und vielleicht nicht immer dienlich.

    Insgesamt bin ich sehr froh, dass ich Keine Zeit wie diese entdeckt und gelesen habe und stehe auch der Lektüre weiterer Romane von Gordimer nicht ablehnend gegenüber. Dennoch kann ich einen gewissen Hänger während der Lesezeit aufgrund der oben genannten Kritikpunkte nicht leugnen: Mir hat eine Geschichte, die mich auch emotional bindet, definitiv gefehlt; als Porträt ist Keine Zeit wie diese jedoch ohne Frage hervorragend und verdient eine abschließende Leseempfehlung! 3,5 Sterne.

    Lasst euch nicht durch schlechte Politik aus dem Land eures Herzens vertreiben. (S. 349)

  17. Cover des Buches Painting Marlene (4 CD) (ISBN: 9783837305760)
    Sabine Ludwig

    Painting Marlene (4 CD)

    (2)
    Aktuelle Rezension von: Svenjas_BookChallenges

    Geschichte und Erzählstil


    Painting Marlene von Sabine Ludwig lag nun schon eine halbe Ewigkeit auf meinem SuB - dem Buch ging es jetzt endlich mittels Hörbuch an den Kragen. ;) Fasziniert haben mich an der Geschichte von Anfang an die Parallelen zu Oscar Wildes Das Bildnis des Dorian Gray. Denn im Mittelpunkt der Handlung steht, wie der Titel ja bereits vermuten lässt, ein Porträt der 18-jährigen Protagonistin Marlene, das sich seit ihrem Einzug in der ehemaligen Wohnung ihres Vaters verändert. Anders als bei Wilde hat es damit aber nichts Übersinnliches auf sich. Während Marlene anfangs an sich selbst zweifelt und ihre Mutter sie für psychotisch hält, weiß man als Leser eigentlich von Beginn an, dass Marlene einen Stalker hat, der sich in ihrer Abwesenheit Zutritt zu ihrer Wohnung verschafft und das Gemälde manipuliert, um sie zu verängstigen und in seine Arme zu treiben.


    Ein wirklich spannendes Konzept und eine interessante, moderne Interpretation von Wildes Romanstoff. Faszinierend ist auch das Konstrukt, das Ludwig um diese Idee herum aufbaut: Irgendwie scheint jeder in Marlenes näherem Bekannten- und Freundeskreis etwas zu verbergen, ihr etwas zu verschweigen und so ist es unmöglich, zu durchschauen, wer der mysteriöse Stalker ist. Das ist ziemlich geschickt aufgebaut und erinnert an einen Kriminalroman, denn es gibt recht viele falsche Spuren und auch Marlene tappt lange im Dunkeln. Sie selbst ist als junge Protagonistin ziemlich gut getroffen: Noch ganz schön grün hinter den Ohren, naiv und dabei doch entschlossen, auf eigenen Beinen zu stehen und unabhängig von ihrer Mutter zu sein.


    Die Handlung braucht jedoch eine ganze Weile, um in Fahrt zu kommen, und baut sich Stück für Stück auf. Einerseits ist das authentisch, denn Marlene weiß ja lange nicht, dass sie gestalkt wird, bis sich schließlich die merkwürdigen Begebenheiten häufen und das sich ständig verändernde Bild sie in den Wahnsinn treibt. Andererseits hätte ich mir schon mehr Nervenkitzel gewünscht. Die erste Hälfte des Romans beschäftigt sich hauptsächlich mit Marlenes Auszug, ihrer Schwärmerei für den gutaussehenden Jasper und ihrem schwierigen Verhältnis zu ihrer Mutter, die nicht gerade begeistert davon ist, dass Marlene in die alte Wohnung ihres Vaters zieht. Hier hätte es einfach weniger Teeniedrama und ein bisschen mehr Thrill sein dürfen.


    Dass der Stalker die ganze Zeit über in Marlenes Nähe ist und sie ab dem Tag ihres Auszugs beobachtet, weiß man trotzdem. Einmal durch die subtilen Hinweise, die kleinen Veränderungen, die man als Leser eher wahrnimmt als Marlene, und einmal durch den Perspektivwechsel innerhalb der Handlung. Die Kapitel werden nämlich immer wieder durch kleine Sequenzen unterbrochen, in denen Marlenes Stalker zu Wort kommt und in seinem Tagebuch festhält, was er getan hat und wie er über sie denkt. Ludwig legt dem Unbekannten dabei Worte in den Mund, die einen einfach schaudern lassen. Man weiß sofort, dass Marlene es mit einem Wahnsinnigen, einem psychisch kranken Menschen zu tun hat, der vor allem aufgrund seiner eigenen Vergangenheit besessen von ihr als reinem, unschuldigen Wesen ist. Hier geht Ludwig tief hinein in die Psyche eines Stalkers und das reißt einen als Leser unglaublich mit. Trotz der sich eher träge entwickelnden Handlung ist die Spannung also unterschwellig immer da, der Horror subtil, aber fesselnd. Das hat mit wiederum sehr sehr gut gefallen.


    Bis zum Ende hatte ich wirklich keine Ahnung, um wen es sich bei Marlenes Stalker handelt, denn Ludwig wählt die Hinweise so geschickt, dass sie auf alle potentiellen Verdächtigen passen. Als sich die Handlung ganz zum Schluss jedoch zuspitzt, fällt es einem wie Schuppen von den Augen und es wird klar, dass alles in diese Richtung führte. Natürlich möchte ich nicht mehr dazu verraten, aber ich kann euch sagen: Das Ende ist auf jeden Fall gelungen und ziemlich überraschend.


    Sprecher:


    Painting Marlene wird von Tanja Geke und Jona Mues gelesen und ich kann nur sagen: Meine Güte, was für eine grandiose Umsetzung! Zum einen finde ich Tanja Gekes Stimme und ihre Interpretation von Marlene einfach fantastisch - man nimmt ihr den störrischen und später auch verängstigten Teenie komplett ab. Sie legt noch einmal eine ordentliche Portion Spannung und Emotion in die Handlung. Und dann sind da die Passagen, die Jona Mues liest - in der Rolle des Stalkers. Alter Schwede, als ich seine Stimme zum ersten Mal gehört habe, habe ich richtiggehend Panik und auf jeden Fall eine Gänsehaut bekommen. Er als der verrückte Stalker passt einfach wie die Faust aufs Auge, denn er spricht die Worte so bedrohlich und grausam, dass man sich direkt verstecken möchte. Davon werde ich garantiert noch Alpträume bekommen!


    Mein Fazit:


    Painting Marlene ist ein klug erzählter und interessant gesponnener Jugendroman, der die fesselnde Geschichte eines jungen Mädchens und ihres Stalkers erzählt. Ich war wirklich fasziniert von Sabine Ludwigs Ideen und regelrecht schockiert von der grausam-grandiosen Vertonung. Allerdings hätte die Handlung für meinen Geschmack noch ein wenig rasanter und packender sein können. Ansonsten kann ich euch das Hörbuch aber auf jeden Fall empfehlen - sowas habt ihr noch nicht gehört!
  18. Cover des Buches The Picture of Dorian Gray (Alma Classics Evergreens) by Oscar Wilde (2014-08-28) (ISBN: B017PON6LI)
    Oscar Wilde

    The Picture of Dorian Gray (Alma Classics Evergreens) by Oscar Wilde (2014-08-28)

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Darcy

    "For what shall it profit a man, if he shall gain the whole world, and lose his own soul?" (Mark 8:36)

    "The Picture of Dorian Gray" ist ein Roman des irischen Schriftstellers Oscar Wilde (1854-1900), erstmals veröffentlicht im Jahr 1890. Es geht darin um einen zu Beginn jungen Mann, der sich einem lasterhaften und rücksichtslosen Lebensstil hingibt, nachdem er erkannt hat, dass sich sein Äußeres trotz allem niemals verändert und die Zeichen des Alters und seines Handelns stattdessen an einem Porträt von ihm ersichtlich werden.

    Die Geschichte beginnt mit einem Treffen von Lord Henry Wotton und dem Künstler Basil Hallward im Haus des letzteren. Basil berichtet von seiner Bekanntschaft mit dem unglaublich gut aussehenden und charmanten Dorian Gray, welcher eine Inspirationsquelle für seine künstlerische Arbeit darstellt. Kurz darauf taucht Dorian auf, sodass er und Henry sich kennenlernen. Basil vollendet ein Porträt von Dorian, welches er als sein Meisterwerk bezeichnet, und schenkt es diesem. Während er malt, unterhalten Dorian und Henry sich; Henry beklagt, dass Dorians Schönheit und Jugend, seine besten Eigenschaften, bald vergangen sein werden. Er steckt den jungen Mann mit seiner Überzeugung an, woraufhin dieser sich wünscht, das Bild solle anstatt seiner selbst die Zeichen des Alters und der Sünde zeigen.

    "'How sad it is!', murmured Dorian Gray, with his eyes still fixed upon his own portrait. 'How sad it is! I shall grow old, and horrible, and dreadful. But this picture will remain always young. It will never be older than this particular day of June ... If it were only the other way! If it were I who was to be always young, and the picture that was to grow old! For that - for that - I would give everything! Yes, there is nothing in the whole world I would not give! I would give my soul for that!'"

    Kurze Zeit später verliebt Dorian Gray sich in die Schauspielerin Sibyl Vane. Nachdem sie sich ihre Liebe gestanden haben, lädt Dorian seine Freunde Lord Henry und Basil zum gemeinsamen Besuch einer Theateraufführung ein, doch zu ihrem Entsetzen spielt Sibyl an jenem Abend äußerst schlecht. Später erklärt sie Dorian dies damit, dass ihr die Schauspielerei nun, da sie seine Liebe erfahren habe, nichts mehr bedeute. Empört entgegnet Dorian, er liebe sie nun nicht mehr und lässt sie am Boden zerstört zurück. Als er in dieser Nacht Basils Bild betrachtet, bemerkt er, dass dieses sich verändert hat: Sein Gesicht hat darauf einen grausamen Ausdruck angenommen. Erschrocken realisiert er, dass sich sein Wunsch von damals auf mysteriöse Weise erfüllt hat. Dorian beschließt, seinen Fehler wiedergutzumachen und verfasst einen leidenschaftlichen Brief an Sibyl. Doch dann erreicht ihn Lord Henry mit schrecklichen Nachrichten: Sibyl hat sich umgebracht. In den folgenden Jahren nimmt Dorian Gray einen hedonistischen Lebensstil an und beschäftigt sich ausschließlich mit schönen Dingen. Furchtbare Gerüchte über ihn kommen auf, gleichzeitig sind viele Leute angesichts seines unschuldigen Äußeren überzeugt er könne unmöglich ein schlechter Mensch sein. Wird es ihm noch gelingen, den Fluch zu brechen? Die Geschichte wird in der dritten Person von einem allwissenden Erzähler geschildert, der das Geschehen manchmal kommentiert. Dennoch begleitet der Leser die meiste Zeit über Dorian. Wilde verwendet eine sehr detailreiche und eloquente Sprache. Leider kamen doch öfter für mich unbekannte Wörter vor, aber diese jedes Mal im Wörterbuch nachzuschlagen oder eine Vokabelliste zu führen, hätte meinen Lesefluss zu sehr gestört; das Verständnis der Handlung an sich wurde hierdurch auch nicht beeinträchtigt. Lediglich die seitenlangen Beschreibungen der Objekte, die Dorian zu sammeln anfängt, fand ich etwas langweilig. Dorian Grays Charakter ist vielleicht nicht so schlecht, wie es seine Taten vermuten lassen. Die Überzeugung, dass Schönheit und Jugend im Leben wichtiger sind als alles andere, wird ihm erst durch Lord Henry eingeimpft, der insgesamt ein schlechter Einfluss für ihn ist. Sein Verhalten gegenüber Sibyl in jener Nacht, als er ihr ihre schlechte schauspielerische Leistung vorwirft, ist grausam und falsch, allerdings bereut er dieses bald, wenn auch bereits zu spät. Interessant ist hier und in anderen Situationen aber die Frage, inwiefern er sein Verhalten nur deshalb wiedergutmachen oder sich bessern will, weil er durch das Porträt erkannt hat, dass sich seine Seele dadurch noch weiter verschlechtert hat, also aus Eigeninteresse und nicht, weil er sich tatsächlich um andere Menschen sorgt. Sein Leben wäre ohne die Erfüllung seines Wunsches, den er scheinbar spontan und ohne Hintergedanken äußert, da er natürlich nicht daran glaubt, dass dieser jemals Wahrheit werden würde, sicherlich deutlich normaler verlaufen. Die Vorstellung, so wie er, jeden Fehler und die damit einhergehende Veränderung der eigenen Seele sofort wie im Spiegel durch ein Bild gezeigt zu bekommen, finde ich absolut gruselig, was sicherlich zu einem großen Teil die Faszination ausmacht, die von diesem Werk ausgeht. Lord Henry ist durchaus eine interessante und lebendige, für mich aber nicht besonders liebenswerte Figur, was vor allem an seiner fehlenden moralischen Einstellung, die er selbst ganz offen zugibt, liegt. Ihm scheint es schlicht Spaß zu machen, immer wieder durch seine paradoxen Aphorismen die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Demgegenüber versucht Basil, nachdem er die schrecklichen Gerüchte über Dorian gehört hat, diesen wieder auf den rechten Weg zu bringen, da er sich offensichtlich um ihn sorgt. Selbstverständlich erzählt Dorian niemandem von den Eigenschaften seines Porträts, sondern versteckt es in einem verriegelten Zimmer im Dachgeschoss seines Hauses und entwickelt eine geradezu paranoide Angst davor, jemand könnte es entdecken und hinter sein Geheimnis kommen. Ich hätte vor dem Lesen vielleicht erwartet, dass die Verwunderung der Leute darüber, dass er mit fast vierzig Jahren keinen Tag älter aussieht als mit zwanzig, noch stärker thematisiert werden würde. Die vorliegende Ausgabe von Alma Classics enthält neben dem Buchtext einen Anhang mit Material zur Biographie des Autors und seinen weiteren Werken, den ich sehr hilfreich fand. Wilde geht in diesem Buch auch auf den Ästhezitismus ein, dem er selbst angehörte und der des Weiteren hier durch Lord Henry vertreten wird. Die Kunst sollte entsprechend der Meinung der Ästhetizisten für sich selbst stehen und nicht, wie es die Auffassung der übrigen viktorianischen Gesellschaft war, auch einen erzieherischen Charakter haben. Außerdem wird durch die Beziehung von Dorian Gray und Basil Hallward das Thema Homosexualität behandelt; dieser Aspekt war in der ersten Version des Romans deutlich stärker ausgeprägt als in der zweiten, überarbeiteten. Wilde selbst wurde wegen seiner relativ offen ausgelebten Homosexualität vor Gericht gestellt und von 1895 bis 1897 inhaftiert, wonach er sich in Armut und schlechter Gesundheit befand und sozial isoliert war. Es ist jedes Mal traurig darüber nachzudenken, dass viele Menschen früher aufgrund ihrer Sexualität und ohne ein echtes Verbrechen begangen zu haben, ein solches Schicksal ereilt hat. Insgesamt hat mir "The Picture of Dorian Gray" sehr gut gefallen, auch wenn es nicht ganz einfach zu lesen war, und ich würde das Buch definitiv weiterempfehlen. Es wirft einige interessante Fragen auf und ich fand die Grundidee, seine eigene Seele und somit eventuell auch Wahrheiten über sich selbst, die man lieber nicht gewusst hätte, durch ein Bild gezeigt zu bekommen, faszinierend und unheimlich.

  19. Cover des Buches Ich sollte (ISBN: 9783958541078)
  20. Cover des Buches Ireland: On the Edge of Europe (ISBN: 9788874390298)
  21. Cover des Buches Über New York (ISBN: 9783868738827)
    George Steinmetz

    Über New York

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Dr_M
    Wie man ein Buch für sich oder andere bewertet, hängt selbstverständlich von der eigenen Erwartungshaltung ab. Kennt man also bereits ein Buch, das New York von oben zeigt und dabei viel Wert auf die Kunst des Fotografierens legt, dann wird man jedes ähnliche Buch mit diesem vergleichen. Dagegen kann man sich nicht wehren, weil unser Gehirn so funktioniert. Ob das jedoch fair oder sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt.

    George Steinmetz hat sich also in die Luft begeben und zeigt in diesem Bildband New York von oben. Es geht ihm (wie der deutsche Untertitel verheißt) um ein Porträt New Yorks. Wohl nicht in irgendeinem ausgedachten oder intellektuell abgehobenen Sinn, sondern ganz banal als besonderer visueller Stadtführer. Wenn man es so versteht, eignet sich dieses Buch ganz hervorragend, um New York und seine geografische Struktur sowie einzelne Objekte kennenzulernen. Es geht hier also nicht in erster Linie um ein Kunstwerk, sondern um etwas ganz Praktisches. Das soll keineswegs heißen, dass die Fotografien des Autors in irgendeinem Sinne schlecht wären. Ganz im Gegenteil. Wer New York noch nie so ausführlich und differenziert von oben gesehen hat, wird überrascht sein, was es dort alles zu entdecken gibt. Insbesondere auf den Dächern mancher Hochhäuser.

    Aus meiner Sicht ging es Steinmetz also nicht um das außergewöhnliche, um das besondere Foto, das noch niemandem vor ihm gelungen war, sondern einzig um die Vorstellung New Yorks aus einer Sicht, die man als Tourist wahrscheinlich so nie sehen wird, die aber hilft, diese Stadt in ihren Achsen, in ihren Besonderheiten und Attraktionen und in ihrer ganzen Struktur zu verstehen. Die Mehrheit der Fotografien widmet sich attraktiven Objekten, also einzelnen Gebäuden, Brücken, aber auch ganzen Stadtteilen oder Siedlungsgebieten und selbst dem Umland.

    Zu jedem Foto findet man eine informative Beschreibung und eine Verortung auf zwei Übersichtskarten (Manhattan im vorden Innenteil des Buchdeckels, den Rest im hinteren). Man kann also entweder von dort aus die jeweiligen Seiten aufschlagen oder aus dem Buch zurück auf die Karte sehen und dort die Seitenzahl suchen, auf der man gerade war. Auf diese Weise kann man New York einmal ganz anders kennenlernen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass besonders visuell ausgerichtete Menschen nach dem Benutzen dieses Buches einen sehr guten ersten Eindruck von New York gewinnen werden. Mehr noch, sie werden sich diese Stadt nun auch punktuell und strukturell vorstellen können. Das, glaube ich, ist der Sinn und Zweck dieses Buches. Wenn man es so sieht, ist es nicht nur sehr hilfreich, sondern macht auch viel Freude.

  22. Cover des Buches Logbuch der Leidenschaft (ISBN: 9783667125156)
    Marc Bielefeld

    Logbuch der Leidenschaft

    (22)
    Aktuelle Rezension von: Casaplanca

    "Logbuch der Leidenschaft" von Marc Bielefeld ist genau das, was der Titel uns hier verspricht.
    Es ist eine sehr gute und spannende Zusammenstellung von Erzählungen von Seglern, die alle eines ereint, die Leidenschaft für ihren Sport. Teilweise ist es ein Hobby, harter Wettbewerb, Lebensinhalt, Hilfeleistung oder auch Broterwerb.
    Es werden sehr bekannte und berühmte Persönlichkeiten vorgestellt, aber auch einfache Menschen, die hier nicht vergessen werden sollten.
    Für jede der 15 Personen gibt es ein eigenes Kapitel. Geschrieben ist alles mit sehr viel Begeisterung und in einem sehr abwechslungsreichen Schreibstil. Hier wird mit vielfältigen Mitteln und Einblendungen gearbeitet, um das zu Lesende spannender und auch greifbarer, erlebbarer zu machen. Teilweise fühlt man sich wirklich mitten in das Abenteuer mit einbezogen, die Leidenschaft, mit der hier erzählt wird, ist ansteckend.
    Abgerundet wird das Ganze auch noch mit einigen sehr schönen Fotos, sowas mag ich in Büchern immer sehr gerne.
    Mein einziger Kritikpunkt ist, dass ich als ausgeprägte Landratte mit einigen der seemännischen Fachbegriffen so gar nichts anfangen konnte.

  23. Cover des Buches Galerie der Namenlosen: Porträts von Unbekannten aus der Sammlung der Berliner Gemäldegalerie: 15 Fiktionen. Porträts von Unbekannten aus der Sammlung der Berliner Gemäldegalerie (ISBN: 9783981318449)
  24. Cover des Buches Schwestern berühmter Männer (ISBN: 9783458324966)
    Luise F. Pusch

    Schwestern berühmter Männer

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Ambermoon
    Dieses Buch beinhaltet 12 Kurzbiographien von...genau!..Schwestern berühmter Männer. 12 Autoren/Autorinnen  - 12 Biographien, die da wären:

    - Caritas Pirckheimer - Der Kampf der Äbtissin gegen Luther
    Diese Biographie wäre durchaus interessant. Leider geht es hier hauptsächlich um die Nürnberger Reformation Luthers und deren Einfluss auf Frauenklöster. Zu wenig erfährt man über ihr Leben und die 2. Hälfte der Biographie beschäftigt sich sowieso nur noch mit dem Bruder, dem Humanisten Willibald Prickheimer. Vermutlich weil über sie nur wenig bekannt ist, aber weshalb nimmt man dann diese Frau in die Sammlung mit auf?
    Zudem wurden Briefe im Original, sprich in altdeutscher Rechtschreibung und Grammatik, von der Autorin in die Biographie aufgenommen. Für mich waren diese dadurch kaum bis gar nicht verständlich. Vielleicht wären diese interessant und aufschlußreich gewesen. Auch in den Fußnoten ist keine Übersetzung vorhanden.

    - Cornelia Goethe - Wie aus einer Rebelling eine unglückliche Frau wurde
    Hier sind vor allem die Briefe interessant, welche Einblicke in das Gefühlsleben Goethes Schwester gewähren - in das Gefühlsleben einer Frau, die mehr als nur Frau sein wollte, sondern eine Gleichberechtigte.
    Eine aufschlußreiche Kurzbiographie in einem guten Schreib- und Erzählstil.

    - Maria Anna Mozart (Nannerl) - Die begabte Schwester im Schatten des jüngeren Bruders
    Diese Biographie enthält interessante Einblicke in das Familienleben der Mozarts und ist in einem flüssigen Schreibstil verfasst.

    - Mary Lamb - Die erste Kinderbuch- und Bestsellerautorin ihrer Zeit, welche auch als solche von den Männern anerkannt wurde
    Von der Schwester des Essayisten Charles Lamb erfährt man vieles aus der Kindheit und den Familienverhältnissen, inklusive Familientragödie die nicht ganz ohne ist. Hier konnte mich nicht nur die Biographie selbst, sondern auch der Schreib- und Erzählstil begeistern.

    - Dorothy Wordsworth - Die stumme Schriftstellerin
    Diese Biographie von der Schwester des britischen Dichters William Wordsworth liest sich wie ein Roman und ist wirklich interessant.

    - Ulrike von Kleist - Die Frau die aus der Rolle fällt
    Dies ist eine Biographie einer starken, selbstbewussten und vor allem selbständigen Frau, die auf Konventionen gepfiffen hat und auch mal in Männerkleidern reiste. Leicht hatte sie es mit einem Bruder wie Heinrich von Kleist (deutscher Dramatiker und Lyriker) nicht. Fesselnder Schreib- und Erzählstil.

    - Luise Büchner - Die Emanzipierte
    Sie war Frauenrechtlerin und Schriftstellerin. Sie setzte sich dafür ein, dass der Krankenschwesternberuf ein bezahlter Frauenberuf wurde.
    Auf diese Biographie hatte ich mich besonders gefreut. Leider ist der Erzählstil wirr, sprunghaft und vermag es nicht zu fesseln. Schade, da Luise Büchner eine wirklich interessante Frau war.

    - Betsy Meyers - Das aufopfernde Schwesterlein
    Leider auch eine eher uninteressante Biographie über die Schwester von Georg Büchner (deutscher Schriftsteller, Mediziner und Revolutionär), Wilhelm Büchner (Politiker) und Ludwig Büchner (Philosoph und Schriftsteller).
    Von ihr ist auch nur relativ wenig bekannt, weshalb ich mich wieder wunderte, dass diese Kurzbiographie in die Sammlung aufgenommen wurde. Zudem hat der sehr trockene Schreibstil dazu beigetragen, dass ich nicht mal diese kurze Kurzbiographie zu Ende gelesen habe.

    - Elisabeth Förster-Nietzsche - Die machthungrige und nationalsozialistische Schwester
    Eine der interessantesten Biographien in diesem Buch, was auch am fesselnden Schreib- und Erzählstil und den vielen Informationen liegt. Eine Dame die aus der Rolle fällt, da sie alles andere als eine Sympathieträgerin ist.

    - Alice James - Krankheit ihre Karriere, Tod ihr Ziel
    Wieder eine äußerst aufschlußreiche und interessante Biographie der Schwester von Henry James (amerikanischer Schriftsteller). Diese liest sich schon fast wie ein Roman.

    - Willemina Jacoba von Gogh - Die Künstlerin
    Diese Biographie einer eigentlich interessanten und künstlerisch begabten Frau konnte mich vom Erzählstil her absolut nicht überzeugen - ohne roten Faden, sprunghaft und langweilig erzählt.

    - Carla Mann - Das Leben einer mutigen Frau, welches tragisch endete
    Diese Biographie habe ich verschlungen - flüssiger und erfrischender Schreibstil mit interessanten Einblicke in die Familie Mann.

                                    ------------------------

    Diese Sammlung an Kurzbiographien ist durchaus interessant und beinhaltet zusätzlich Literaturhinweise, Anmerkungen, Infos über die Autoren und ein interessantes Nachwort. Hier wird vor allem auf die Stellung der Frau und der Vergleich zwischen Männern und Frauen zur damaligen Zeit eingegangen. Manchmal ist es mir aber fast schon zu feministisch angehaucht.
    Manche Biographien konnten mich vom Schreib- und Erzählstil nicht überzeugen. Ein paar beinhalten auch Briefe, welche in englisch oder französisch und in Originalform (Rechtschreibung und Grammatik) abgedruckt wurden. Bei den englischen Briefen konnte ich zumindest ein paar interessante Informationen rauslesen, aber bei den französischen Briefen musste ich aussteigen. Dadurch gingen einige aufschlußreiche Infos verloren - vermute ich mal, da ich diese Briefe ja nicht verstanden habe.
    Es gibt auch zahlreiche (auch unnötige) Fußnoten in den Kurzbiographien. Wenn man hier die deutsche Übersetzung der Briefe ebenfalls mit hinein genommen hätte, wäre es kein Fehler gewesen.

    Fazit:
    Dieses Buch ist bei manchen Personen ein gutes Nachschlagewerk und auch als Themeneinstieg empfehlenswert, aber bei anderen scheint es entweder am Schreib- und Erzählstil des jeweiligen Autors zu hapern, oder es ist schlichtweg zu wenig Material vorhanden. In diesem Fall beschäftige sich die sog. Biographie dann eher mit dem berühmten Bruder und/oder der allgemeinen Stellung der Frau zur jeweiligen Zeit. Zudem ist es mir manchmal zu feministisch angehaucht (..und das sage ich als Frau). Das Problem mit den Briefen in Originalsprache hat mich ebenfalls gestört, zumindest bei den französischen Briefen.
    Daher gibt es von mir nur eine bedingte Leseempfehlung.

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