Bücher mit dem Tag "porträts"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "porträts" gekennzeichnet haben.

63 Bücher

  1. Cover des Buches Der Mädchenmaler (ISBN: 9783570308134)
    Monika Feth

    Der Mädchenmaler

     (1.004)
    Aktuelle Rezension von: miah

    Achtung! Es handelt sich um den 2. Teil einer Reihe! Da die Teile aber in sich abgeschlossen sind, ist es für das Verständnis der Handlung nicht unbedingt nötig, den ersten Band zu kennen. Dennoch könnte diese Rezension Spoiler enthalten, wenn man den ersten Band noch nicht gelesen hat. 

    Inhalt:
    Merle und Jette finden in Mike einen liebenswerten neuen Mitbewohner. Seine Freundin Ilka ist ebenfalls ein sehr herzlicher Mensch und wird sofort in die Gemeinschaft aufgenommen. Doch sie ist verschlossen, denn sie verbirgt ein Geheimnis... 

    Meine Meinung:
    Mit diesem zweiten Band verschiebt sich die Perspektive der Handlung von Jette hauptsächlich zu Mike und Ilka. Beide stehen in diesem Teil im Vordergrund. Es gibt trotzdem Kapitel, die aus der Ich-Perspektive von Jette geschrieben sind. Damit unterscheiden sie sich von den anderen Perspektiven. Neben Ilka und Mike haben unter anderem auch Jettes Mutter und Kommissar Melzig eigene Kapitel.

    Mit Mike und Ilka kommen zwei neue Figuren hinzu. Alle anderen sind aus Band 1 bekannt. Ihre Nebenhandlungen begannen im ersten Band und werden hier weitererzählt. Das finde ich sehr schön, denn so begleitet man die Figuren noch ein Stück weiter und erfährt, was nach den schrecklichen Ereignissen im ersten Band geschieht.

    Leider rückt Jette so ein bisschen in den Hintergrund. Zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl, dass sie überhaupt keine Rolle spielt. Das ändert sich im letzten Teil der Handlung allerdings. Zum Glück. Denn sie hält diese Reihe schließlich zusammen.

    Diese Reihe habe ich zum ersten Mal vor vielen Jahren gelesen. Damals konnte ich mich sehr gut mit Jette und ihren Freunden identifizieren. Sie wollten nicht auf den Kommissar hören. Sie wollen lieber selbst etwas unternehmen und konnten nicht einfach tatenlos zusehen. Doch inzwischen habe ich mehr und mehr Verständnis für Jettes Mutter und bin immer mehr ihrer Meinung.

    Das Thema in diesem Band hat es in sich, allerdings werden detaillierte Szenen komplett vermieden, was ich für ein Jugendbuch gut finde. Liebesszenen werden nur angedeutet, aber nie genau beschrieben. Ich weiß noch, dass es mich damals schockiert hat.

    Die Sprache ist wieder locker und flüssig. Das Buch lässt sich sehr gut lesen, auch wenn es anfangs etwas gemächlicher zugeht. Die Geschichte von Ilka macht neugierig. Nach und nach wird sie aufgedeckt. Am Ende wird es sehr spannend, allerdings geht es mir etwas zu schnell. Dadurch bleibt die Handlung aber spannend bis zur letzten Seite.

  2. Cover des Buches Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr... (ISBN: 9783404608850)
    Per J. Andersson

    Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr...

     (190)
    Aktuelle Rezension von: itwt69

    Die Geschichte spielt zu zwei Dritteln im Indien der 1950-er bis 70-er Jahre, geprägt vom menschenverachtenden Kastenwesen. Das letzte Drittel dreht sich dann um Pikay's unwahrscheinliche Reise von Neu-Dehli nach Boras. Mir hat die Zusammensetzung sehr gut gefallen und ich habe sehr viel über Indien gelernt, aber auch, dass es vergleichbare Strukturen im Westen gab/gibt.

  3. Cover des Buches Hogwarts - Ein unvollständiger und unzuverlässiger Leitfaden (ISBN: 9781781106433)
    Joanne K. Rowling

    Hogwarts - Ein unvollständiger und unzuverlässiger Leitfaden

     (116)
    Aktuelle Rezension von: Sato

    (Pottermore Presents #3) 


    Wie so oft wird ein Welterfolg – den die Harry Potter Reihe zweifelslos darstellte – bis auf`s Letzte ausgereizt. Da eine richtige Fortsetzung nicht geplant ist, geht man halt ins Umfeld der Geschichte und versucht so einerseits die Neugier der Fans und andererseits die eigene Kasse zu befriedigen. Ähnlich ist es mit den 3 „Bänden“ der „Pottermore Presents“ welche kurze Texte und Gedanken von Joanne K. Rowling rund um Hogwarts enthalten. Es ist für den Liebhaber recht interessant in die Entstehung der Geschichte zu schauen, da die Autorin auch ursprüngliche Alternativen im Arbeitsprozess der Bücher preisgibt bzw. die Geschichte einiger magischen Dinge näher beleuchtet, sei es der magische Hut, der Hogwartsexpress oder die Kammer des Schreckens. Diese kurzen Einlassungen sind spannend und auch recht humorvoll – aber leider eben viel zu kurz.

    Fazit, die Büchlein sind ein Muss für Fans, aber leider kein Tortenstück sondern nur eine Pralinchen, wenn auch ein leckeres.

  4. Cover des Buches Good Night Stories for Rebel Girls 2 (ISBN: 9783446261068)
    Elena Favilli

    Good Night Stories for Rebel Girls 2

     (87)
    Aktuelle Rezension von: pepita123


    Good Night Stories for Rebel Girls Band 2, ein super, duper mega tolles Buch von Francesca Cavallo und Elena Favilli.

    Im Buch geht es um 100 auser gewöhnliche Frauen, und was die gemacht haben. Ich finde das Buch hat 100 sehr schöne und einzigartige Geschichten.
    Ich finde auch die Portraits Sind sehr gelungen, jedes einzelne hat etwas schönes und die vielen verschiedenen Strategien sind sehr faszinierend. Das Buchcover finde ich sehr schön, und auch die Farben sind toll. Ich gebe dem Buch fünf Sterne weil ich es wirklich toll finde, auch der erste Band hat mir sehr gut gefallen.

    Ich empfehle es allen aufgeweckten Mädchen.



     


  5. Cover des Buches Aves | Vögel. Charakterköpfe (ISBN: 9783862181339)
    Tom Krausz

    Aves | Vögel. Charakterköpfe

     (4)
    Aktuelle Rezension von: sabatayn76

    ‚Die Vögel, die Tom in diesem Buch porträtiert, sehen fast alle streng oder sorgenvoll aus: Sie kämpfen ums Überleben, es ist bestimmt nicht leicht, ein Vogel zu sein.‘ (Seite 7)

    ‚Aves | Vögel. Charakterköpfe‘ zeigt Porträts von Luftjägern (z.B. Turmfalke, Seeadler), Wasserjägern (z.B. Königsalbatros, Basstölpel), Aasfressern (z.B. Andenkondor, Bartgeier), Ansitz- und Lauerjägern (z.B. Schleiereule, Lachender Hans), Laufjägern (z.B. Einlappenkasuar, Sekretär), Wassersuchern (z.B. Rosaflamingo, Graureiher), Baum- und Bodensammlern (z.B. Papuahornvogel, Rabenkrähe), Baumsammlern (z.B. Graupapagei, Riesentukan) und Bodensammlern (z.B. Truthuhn, Fächertaube).

    Zu jedem Vogel gibt es eine Silhouette des Tiers, eine Erwähnung bestimmter Merkmale, Informationen zum Vorkommen und zur Lebensweise sowie längere Texte, die mit einem Augenzwinkern vom jeweiligen Vogel erzählen und Zitate aus Gedichten und Prosa bieten. Auch das Vorwort von Elke Heidenreich hat mir gefallen, macht Lust auf das Buch und weckt die Neugier auf und die Faszination für die Vogelwelt.

    Das Besondere an diesem Bildband ist, dass Krausz den Blick von Vögeln eingefangen hat und der Fokus nicht (wie üblich) auf den Flügeln liegt, sondern auf dem Kopf und den Augen. Dadurch gelingen ihm würdevolle Porträts, die eine erstaunliche Sicht auf Vögel bieten und sehr ausdrucksstark sind.

    ‚Aves | Vögel. Charakterköpfe‘ ist ein lehrreicher, ästhetischer und besonderer Bildband für Vogelfreunde und Fotofreunde.

  6. Cover des Buches Stark (ISBN: 9783522305532)
    Kathrin Köller

    Stark

     (12)
    Aktuelle Rezension von: lesemaus84

    So ein wundervolles Buch! Es motiviert an sich selbst zu glauben und das zu machen, was einem liegt.Es ist sehr beeindruckend in das Leben ganz normaler Mädchen zu sehen und wie sie denken. Ein Buch zum Nachdenken.Ein Buch als Anregung. Der Wunsch etwas verändern zu können. Ich kann das Buch nur empfehlen sowohl für Jung als auch für Alt.

  7. Cover des Buches Mr Gwyn (ISBN: 9783455000429)
    Alessandro Baricco

    Mr Gwyn

     (55)
    Aktuelle Rezension von: Svenjas_BookChallenges
    Obwohl mein SuB aus allen Nähten platzt und ich (theoretisch) genug zu lesen für die nächsten drei bis fünf Jahre hätte, lasse ich mir unheimlich gern Bücher empfehlen, um meine Fühler genretechnisch immer weiter auszustrecken. Auf diese Weise schaffte es auch Mr. Gwyn von Alessandro Baricco in mein Regal, denn es ist eines der Lieblingsbücher meines Kollegen und irgendwie ist es doch so: Nenne mir dein Lieblingsbuch und ich sag dir, wer du bist. Ich mag es, durch die literarischen Vorlieben eines Menschen seiner wahren Natur ein Stück näher zu kommen. Und irgendwie passt das auch ganz fabelhaft zu Mr. Gwyn, der Hauptfigur in Bariccos gleichnamigem Roman.

    Mr. Gwyn nämlich ist ein in jeder Hinsicht außergewöhnlicher Mann. Ein etwas verschrobener Schriftsteller, der das Schreiben braucht wie die Luft zum Atmen, den das Schreiben von Büchern für die breite Masse aber irgendwann nicht mehr ausfüllt. Und Mr. Gwyn ist ein Mensch, der Nägel mit Köpfen macht - das mag ich sehr an ihm. Während überall auf der Welt die Menschen in ihrem Alltag, in ihrem oftmals mittelmäßigen Leben gefangen sind und aus Bequemlichkeit nichts daran ändern (ernsthaft, ich spreche aus Erfahrung), zieht Mr. Gwyn einen klaren Schlussstrich. Er hängt das Schreiben von Büchern an den Nagel, um das zu tun, von dem er glaubt, dass er es gut kann und dass es ihn zufriedener und glücklicher macht.

    Das also ist die Ausgangsposition von Mr. Gwyn und sie führt hinein in eine ganz zauberhafte, gleichsam zarte und starke Geschichte voller Leichtigkeit, Melancholie und Glück. Das Besondere an dieser Geschichte ist, dass sie vieles unausgesprochen lässt - dass sie dem Leser in gewisser Weise nur den Rahmen liefert und die Farben und Pinsel, damit er ihn ausfüllen kann. Man hat beim Lesen das Gefühl zu schweben und fertigt dabei in seinem Kopf ein Bild von Mr. Gwyn und seiner Tätigkeit an, das lediglich eine Version von Bariccos Geschichte ist. Eine Version von unendlich vielen, denn jeder wird dieses Buch anders lesen, erleben und interpretieren. Mir hat es unheimlich viel gegeben, Mr. Gwyn dabei zu beobachten, wie er konzentriert und diszipliniert arbeitet und dabei etwas ganz Neues erschafft, denn schließlich hat noch nie jemand Porträts geschrieben. Das Ganze ist so absurd, verrückt und am Ende doch so logisch und genial, dass man Mr. Gwyn nur bewundern kann für seinen Einfallsreichtum, seine Detailgenauigkeit und die Selbstverständlichkeit, mit der er anderen Menschen erklärt, was er tut. Ich mochte die durchgehend träumerische Atmosphäre und die Intimität des Ateliers, in dem Mr. Gwyn arbeitet. Ich mochte die Figuren und die Tiefe der Geschichte - ich mochte einfach alles an diesem Buch.

    Die Geschichte ist von Anfang bis Ende von Poesie durchdrungen - von dieser Art Poesie, die einen leicht berührt und fliegen lässt. Ihr seht schon, es fällt mir schwer, eindeutige Worte zu Bariccos Roman zu finden, weil er einfach so besonders, so außergewöhnlich, so bezaubernd und träumerisch ist. Auch Bariccos Erzählstil hat mich absolut überzeugt, denn er harmoniert so atemberaubend gut mit der Geschichte, wie ich es bisher selten erlebt habe. Ich würde Bariccos Stil als poetisch, blumig, fantasievoll und doch klar beschreiben, als zart und kraftvoll. Einfach wunder-, wunderschön!

    Zusätzlich zum eigentlichen Roman enthält das Buch drei kleine Kurzgeschichten, die unter dem Titel "Dreimal im Morgengrauen" zusammengefasst werden. "Dreimal im Morgengrauen" wiederum ist der Titel eines Buches, das in Mr. Gwyn eine nicht unerhebliche Rolle spielt - Baricco hat also das Buch im Buch geschrieben, was ich ziemlich cool finde. Es gelingt ihm unglaublich gut, eine fiktive Autorfigur und mit seinen Worten eine ganz andere Atmosphäre zu erschaffen als in Mr. Gwyn. Die Kurzgeschichten selbst treffen zwar nicht hundertprozentig meinen Geschmack, sie heben den Roman jedoch noch einmal auf eine völlig neue Stufe und sind einfach eine schöne Zugabe.

    Mein Fazit:

    Alessandro Bariccos Roman Mr. Gwyn besitzt eine Tiefe, die mich sehr beeindruckt und fasziniert hat. Er ist wundervoll poetisch und dabei so raffiniert geschrieben, dass der Leser mit seinen Gedanken etwas ganz eigenes aus der Geschichte macht. Ein zartes, zauberhaftes Lesevergnügen, das ich nur jedem ans Herz legen kann.
  8. Cover des Buches Christine Fenzl (ISBN: 9783775746151)
    Dani Levy

    Christine Fenzl

     (2)
    Aktuelle Rezension von: annlu

    *Fotografie gelingt es, die Zeit festzuhalten, einen Augenblick, eine Emotion. Sie kann der Erinnerung die   nen – gleichwohl kann sie Räume öffnen.*


    Die Fotografin Christine Fenzl porträtiert Kinder und Jugendliche unter einem bestimmten Blickwinkel. In „Land der Sonne“ sind es die Jugendlichen Berlins, die vor die Kamera kommen. Grenzen – sichtbare oder nicht sichtbare – spielen in ihren Werken eine große Rolle. So ist es auch hier ein Aufeinandertreffen von Vergangenheit und Zukunft. Die Jugendlichen gehören der ersten Generation an, die nach dem Mauerfall aufgewachsen sind. 



    Schon das Vorwort von Nan Golding bereitet auf die Werke und deren Bedeutung vor. Es überraschte durch die sichtbare persönliche Beziehung und ein tiefes Verständnis für die Fotografin Fenzl. Aus Dani Levys Vorwort möchte ich Folgendes zitieren, da es die Stimmung des Buches gut einfängt: 


    *Es ist das Wunder der Fotografie, dass sie den Moment festhält und in diesem einen Moment den Fluss der Dinge, den Lauf der Geschichte erzählt. (…) Fenzls Fotos bilden eine neue Welt in einer alten Welt. Die untergegangene DDR, der gescheiterte Sozialismus, lebt in den Menschen weiter, ob sie es wollen oder nicht.*


    Christine Fenzl erzählt in ihrem Textbeitrag über die Motivation zur Bilderserie. Da sie selbst die Wende in Berlin miterlebt hat, kennt sie die schnelle Veränderung, die manche Stadtteile befallen hat. Mit ihren Fotografien will sie Momente festhalten, die es vielleicht so bald nicht mehr gibt. Vorwiegend in den Stadtteilen Hellersdorf, Marzahn, Lichtenberg und Hohenschönhausen nimmt sie Kontakt auf mit ihr vorerst Fremden und porträtiert die Jugendlichen.


    In die passende Stimmung brachte mich schon das erste Bild – ein Ausblick auf für mich riesig scheinende Plattenbauten in Mahrzahn. Wie es sich wohl in so einer Siedlung lebt? Mit diesem Bild und der Frage im Hinterkopf habe ich die Porträts der Jugendlichen betrachtet. An der Schwelle zum Erwachsenwerden, stehen sie auch in dieser Hinsicht für das Ineinanderübergehen von Grenzen. 


    Immer wieder wechselnd sich Häuser/Wohnraum mit den Porträts ab. Es erstaunte mich, wie der Fotografin durch das Spiel von Licht und Schatten künstlerische Fotos der Plattenbauten gelungen sind, finde ich sie doch optisch wenig ansprechend. In manchen Fotografien findet sie das Schöne in der Uniformität der Bauten, in anderen pickt sie bewusst solche Orte heraus, die das Gleichförmige durchbrechen. Mit dabei sind auch einige Blicke ins Innere der Wohnungen. Bei manchen – besonders solchen, die das Nebeneinander großer Plattenbauten mit von hohem Gras überwucherten Brachflächen zeigten – hatte ich das Gefühl ganz wo anders zu sein, sicher aber nicht in der Hauptstadt Deutschlands.


    Die Porträts wollen die Persönlichkeit der Jugendlichen in den Vordergrund rücken, das Individuelle im Kontrast zu den uniformen Wohnsiedlungen. Was aber kann ein einzelnes Bild über die Persönlichkeit aussagen? Mehr als ich gedacht hätte. Schon allein die persönliche Kleiderwahl unterscheidet die abgelichteten Jungs und Mädchen. Ihr Verhalten vor der Kamera – ob in Pose geworfen, extra cool oder doch eher schüchtern den Blick gesenkt – die Fotos werfen nicht alle in einen Topf, sondern zeigen im Gegenteil die Unterschiede zwischen ihnen auf. 


    Ob bewusst oder nicht, mir gefiel auf der Stimmungswechsel, der sich durch die Aneinanderreihung der Fotografien ergab: Oft waren die Bilder der Plattenbauten mehr durch Schatten als durch Licht geprägt. Abendstimmung kam auf, die durch kleine Details das Nagen der Zahn der Zeit andeuteten und den Blick auf die Vergangenheit richteten. Die Jugendlichen hingegen werden so gut wie immer in vollem Licht gezeigt, bringen über diese Beleuchtung eine hoffnungsvolle Zukunftsstimmung hervor, die im Kontrast zu ihrer Wohngegend steht. 


    Fazit: Die Fotoserie hat Fragen aufgeworfen, Geschichten erzählt und ihre Protagonisten – seien es die Plattensiedlungen oder die Jugendlichen – ins Rampenlicht gestellt. Selten hatte ich den Eindruck, dass Fotografien ohne Worte, ohne Erklärungen so viel zu sagen hatten. 

  9. Cover des Buches Zuhause in Fukushima (ISBN: 9783218009065)
    Judith Brandner

    Zuhause in Fukushima

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Buechergarten

    INHALT:

    Kei Kondo hat seinen Bio-Bauernhof verloren. Sadako Monma musste ihren Kindergarten schließen. Der Arzt und Diplomat Ryohei Suzuki kehrte nach der Katastrophe nach Fukushima zurück, um im dortigen Krankenhaus zu arbeiten.

    Judith Brandner erzählt in diesem Buch in 13 sensiblen Porträts, wie sich die Katastrophe von Fukushima auf die dort lebenden Menschen auswirkt. Manche haben aus diesem gravierenden Einschnitt neue Energien und Lebenskraft geschöpft, andere sind nahe daran, an der Situation zu zerbrechen. Sie sind Flüchtlinge im eigenen Land, persönliche und berufliche Einschränkungen gehören heute zu ihrem Alltag. Manche sind KünstlerInnen, die ihre Bekanntheit dafür einsetzen, um den Menschen in der Region zu helfen. Auch Journalisten sind unter den Porträtierten, einer arbeitet heute als Undercover-Journalist, u. a. als Arbeiter im Kraftwerk Fukushima, um über die tatsächliche Situation berichten zu können.

    Der japanische Fotograf Katsuhiro Ichikawa hat Judith Brandner bei ihren Recherchen begleitet und die Menschen fotografiert, mit denen sie gesprochen hat. Die Fotos zeigen auf berührende Weise, wie die Menschen heute dort leben und fühlen.

     

    EIGENEN MEINUNG:

    Gleich zu Beginn möchte ich sagen, wie sehr mich dieses Buch berührt hat, wie unglaublich ergreifend, schockierend und doch einfach wundervoll ich es finde! Ich hatte das Glück, dieses Buch bei der Lovelybooks Bücherregal-Aktion zu gewinnen und bin einfach nur froh, dass ich mich dafür beworben habe! Normalerweise schreibe ich bei meinen Rezensionen den Inhalt ja in eigenen Worten, aber in diesem Fall habe ich tatsächlich Angst etwas zu verfälschen, zu vergessen, zu verändern. Denn in diesem Buch ist für mich einfach alles, so wie es ist, absolut richtig! Ich war schon lange nicht mehr so begeistert und einfach auch überrascht von einem Buch, besonders von einem Sachbuch!!

    Das Cover des Buches ist mir ganz klar aufgefallen und dann sieht man dazu diesen Titel. Es ist nicht schwarz/weiß, grau oder düster gehalten, sondern es hat einfach tolle Farben und wirkt für mich realitätsnah, ehrlich, offen, obwohl es ein solches Thema behandelt! Das ist schon das erste von dem ich einfach nur begeistert bin und was auch schon viel über das Buch sagt: Es will nicht schockieren oder Mitleid erregen, sondern es erzählt von echten Menschen! Ich ziehe meinen Hut vor der Autorin, wie wundervoll sie schreibt, wie sie einen berührt und den Menschen doch immer ihren Stolz und ihre Persönlichkeit lässt.

    Ganz besonders toll fand ich, schon im Einstieg in das Buch, wie die Autorin sich selbst mit einbezieht, von ihrer Reise durch ein Land erzählt. Von ihren Erlebnissen, dem Kennenlernen fremder Leute, aber auch von ihren eigenen Schwächen und wie sie sich in vielen Momenten fühlte. Dabei ist mir besonders eine Szene mit einem Bettler in Erinnerung geblieben, bei dem die Autorin selbst reflektiert wie schlecht sie sich verhalten hat. Ich bin hin und weg…

    Hin und weg auch von so viel Ehrlichkeit und so viel Einblick in eine Kultur auf so wenigen Seiten! Das Buch liest sich für mich fast abenteuerlich, wenn man der Autorin folgt und sich auf sie einlässt! Bevor ich genauer dazu komme was ich mir zu den Geschichten aufgeschrieben habe, möchte ich noch sagen, dass mir als erstes im Buch der Hinweis auf eine Klimaschutz-ID aufgefallen ist! Davon hatte ich zuvor noch nie etwas gehört und dem möchte ich auf jeden Fall noch genauer nachgehen!

    Die Geschichten an sich lesen sich unglaublich leicht, fließend, auch durch die extreme Ehrlichkeit (wie oben beschrieben) der Autorin. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen, obwohl ich anfangs vor dem Thema schon etwas Angst hatte. Ich bin eher empfindsam und wollte durch das Lesen nicht geradewegs in eine Depression stürzen… Diese Angst war vollkommen unbegründet! Ich habe sofort eine Verbindung zu der Erzählung gespürt, auch wenn sich das komisch anhört, war sofort darin vertieft! Die Sätze der Autorin sind bewegend und man merkt wieder wie schnell man selbst vergisst, während die Menschen denen etwas Schlimmes passiert ist weiter damit leben und auch leben müssen… Ich habe beim Thema Fukushima bisher auch einfach viel an die Auswirkungen auf die Umwelt, die Felder, die Meere, ganze Landstriche gedacht. Jetzt muss ich zugeben, dass mir die persönlichen Konsequenzen die dieser schreckliche Unfall für Familien, Ehen, Kinder, Seelen hat überhaupt nicht ins Gedächtnis gekommen sind… Und genau solche Geschichten erzählt die Autorin, unterlegt mit der genau richtigen Anzahl einfach wundervoller, ausdrucksstarker Fotografien! Nicht nur von Menschen, auch von deren Umgebung, deren Arbeit, deren Stolz, der ihnen zum Teil einfach genommen und niemals ersetzt wurde, an den wenigen Stellen an denen dies vielleicht sogar möglich gewesen wäre…

    Die Erzählungen klingen teilweise fast unwirklich, gehen zumindest bei mir über den menschlichen Verstand hinaus und müssen dann doch anerkannt werden. Allerdings geschieht dies stets äußerst feinfühlig, ohne Effekthascherei, absolut ehrlich. Die Gefahr die die Menschen in Fukushima bedroht ist so schwer zu fassen, einfach unsichtbar. Die Schicksale, die die Autorin aufzeigt, bringen einen diesen Menschen so unheimlich nahe und es wird einem bewusst, dass dies nur ein kleiner Ausschnitt ist. Die schiere Masse an Betroffenen macht einen sprachlos, Alte wie Junge, vielleicht sogar Ungeborene.

    Besonders schön finde ich auch, wie die Autorin einem die Landschaft, und die Bedeutung dieser, um Fukushima näher bringt. Für die Menschen, die Kinder die dort lebten, teilweise noch leben und nicht loslassen können… Ich habe es richtig gespürt, die Jahreszeiten, die Ernte, die verlorene Heimat von der so oft im Buch die Rede ist.

    Schließlich spielt im Buch auch die Regierung eine Rolle. Dann wenn die Autorin in Kontakt mit ihnen gerät, die Menschen von ihren Hoffnungen und der Realität sprechen. Auch wenn Menschen von ihrem Kampf gegen die Atomkraft und für Verständnis und Weitsicht erzählen. An diesen Punkten wird es oft einfach nur unglaublich, man spürt das Entsetzen, den Unglauben und ist selbst mit hin- und hergerissen… Man fühlt sich wie die Menschen dort ausgeliefert und ist dann noch erstaunter, dass manche daraus auch etwas Positives schöpfen konnten oder einfach nicht vorhaben aufzugeben!

    Eine Beschreibung die mir auch immer noch nicht aus dem Kopf gehen will ist die der Kulissen. Ja manchmal denkt man es erbaut jemand Kulissen und dahinter ist nichts übrig bzw. die Menschen sind einfach nichts wert. Der Umgang mit ihnen, so wie er im Buch beschrieben ist, muss einem einfach nahe gehen. Das Wissen was es für Folgen für die Menschen untereinander hat macht mich sprachlos, hilflos… Im Kopf bleibt mir auch immer noch die Frage, ob z. B. Kinder die den Unfall miterlebt haben spätere auf eine Art Rote Heirats-Liste gestellt werden könnten. Ob sie als potentielle Mütter oder Väter später gebrandmarkt sein werden, wie es in der Geschichte schon einmal war. Schrecklich…

    Ganz zum Schluss muss ich aber noch mal betonen, dass mich dieses Buch nicht kaputt gemacht hat, sondern es hat mich berührt, aufgerüttelt, mir die Augen geöffnet, mich offenen werden lassen. Da sind Menschen, die immer noch jeden Tag mit der Katastrophe leben, die Hoffnung brauchen, deren Seelen verletzt sind und denen die Heimat gestohlen wurde. Aber selbst diese Menschen suchen noch die Schuld bei sich selbst, weil sie vor dem Unfall nichts gegen die Atomkraft getan haben – ich denke darüber sollte jeder von uns nachdenken.

    Ein tolles Buch, mit einer tollen, vorsichtigen Erzählweise und viel japanischer Mentalität! Und für mich persönlich zumindest ein journalistisches Meisterwerk… Ich könnte noch Seitenweise so weiterschreiben, bin über mich selbst erstaunt, aber sage jetzt nur: LESEN! UNBEGINGT LESEN!

     

    FAZIT:

    Dieses Buch hat für mich eine uneingeschränkte Leseempfehlung! Ich freue mich über jeden einzelnen, der es zur Hand nimmt (es ist ein leichtes, kleines Büchlein für ein solches Thema) und bin mir sicher, dass jeder daraus etwas für sich mitnehmen kann. Seien es Geschichten, Menschen, Landschaften, Fotografien, Gedanken oder Einsichten! Ein einfach wunderbares Buch, nicht zum Verschlingen, sondern genießen, mit vielen leisen Zwischentönen. 

  10. Cover des Buches Die Hunde bellen (ISBN: 9783036959672)
    Truman Capote

    Die Hunde bellen

     (9)
    Noch keine Rezension vorhanden
  11. Cover des Buches Noch mal leben vor dem Tod (ISBN: 9783421058379)
    Beate Lakotta

    Noch mal leben vor dem Tod

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Miss-Tarantulas-Netzwerk

    🕷 Cover 🕷
    Ein besagtes Portrait, von dem auch schon im Klappentext die Rede ist und welches ebenfalls im Buch zu finden ist, ziert die Vorderseite des Buches. In Verbindung mit dem Titel des Buch erfährt man schnell was genau wir sehen. Es strahlt Ruhe aus und ist gleichzeitig aufwühlend. Selbstverständlich passt das Bild zum Inhalt des Buches und gibt diesem außerdem eine intensive Ausstrahlung.

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    🕷 Aufbau & Schreibstil 🕷
    ~ Wechsel zwischen Erzähler und Ich-Erzähler Perspektive (kursiv) ~

    Kapitel
    Das Buch ist in 24 Kapitel unterteilt (+ Vorwort, Dank, ausgewählte Literatur).
    Dabei werden diese nicht, wie sonst üblich, mit Zahlen eröffnet, sondern mit den entsprechenden Namen der verstorbenen. Außerdem sind weitere Daten, wie Geburtsdatum, Alter, Aufnahme des ersten und letzten Portraits und Ort des Hospiz. Je nach dem, welche Menschen die Autoren begleiten durften oder wenn ein Mensch mitteilungsbedürftiger war, kann das Kapitel mal länger, mal kürzer ausfallen.

    Atmosphäre
    Die Atmosphäre, beim Lesen des Buch, ist dem Thema entsprechend angepasst. Manchmal löst es Trauer aus oder auch Bedauern und dann geben die Zeilen wieder Hoffnung und Frieden.

    Schreibstil
    Der Schreibstil ist sachlich.
    Oftmals werden die Worte von den Sterbenden direkt wiedergegeben und der Schreibstil ist dementsprechend individuell.

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    🕷 Mein Fazit & Bewertung 🕷
    Lange betrachtete ich die Portraits und dachte nach. Frieden? Erlösung? Vielleicht sogar ein Lächeln auf den Lippen? Wie sieht der Tod aus? Alles um mich herum wurde still. Kein Geräusch drang mehr an mein Ohr. Keine anderen Gedanken in meinem Kopf. All dies schien nicht mehr länger von Bedeutung zu sein. Im den Augen der portraitieren ist so viel zu lesen und später ist alles fort. Die Muskeln sind erschlaff, das Leben ist aus dem Körper gewichen. Ich versuche auf den Bildern den genauen Unterschied zu erkennen und bilden mir ein, dass auch dem vorigen Bild deutlich die Seele des Menschen zu erkennen ist. Dann ist sie fort. Für immer?

    Wir begleiten die Sterbenden und erfahren ihre Lebensgeschichten. Was haben sie bereut, was hätten sie anders gemacht? Was haben sie  genossen? 

    Viele sterbende Menschen beschäftigte eine Frage: warum ich? Eine Frage, die mich wiederum erwachen ließ. Es gibt keine genaue Ankündigung, keine genaue Zeitspanne, keine Antwort auf diese Frage. Es kann jederzeit einfach so zu Ende gehen. Bewusster, ließ mich das Buch zurück. Bewusst jeden Tag erleben, um am Sterbebett nichts zu bereuen. Bewusst für mich selbst zu leben und nicht für andere. All dies wurde bei mir mithilfe des Buches ausgelöst.

    Sterben gehört zum Leben dazu, wie das Atmen. Nur weil man es verdrängt, wird man nicht unsterblich. Wenn es dann soweit ist, so zeigt das Buch auf aus, ist es zu spät. Dieses Buch bricht endlich das Thema sterben und enttabuisiert es. Sterben ist, auch wenn es ein Ende benötigt, vielleicht nicht das eine Ende. Vielleicht gibt es mehr? 

    Als ich in dem Buch las, kamen viele Gefühle in mir hoch. Es ist wundervoll, was dieses Buch in einem auslöst und vor allem, was für eine andere Änderung es mit sich bringt. Denn auch wenn die genannten Menschen nun verstorben sind, so haben sie doch noch Einfluss auf mein Leben genommen. 

    Dieses Buch ist eines meiner Jahreshighlights. Es nimmt Ängste, gibt Hoffnung und regt zum Nachdenken, nein sogar zum Handeln an. Deshalb ganz klar 5 von 5 Spinnen. 

  12. Cover des Buches WahnsinnsFrauen. Bd.1 (ISBN: 9783518383766)
    Sibylle Duda

    WahnsinnsFrauen. Bd.1

     (2)
    Aktuelle Rezension von: claudiaausgrone
    Sibylle Duda schreibt in ihrem Vorwort in der Ausgabe von 1992, die ich besitze:" Frauen, die protestieren, werden als hysterisch bezeichnet. Widerstand von Frauen muß gebrochen werden. Die sich selbst bestimmende Frau ist aggressiv. Frauen, die aus ihrem Geschlechtsstereotyp ausbrechen, werden pathologisiert."... Porträts, die zeigen, wie Frauen als wahnsinnig erklärt wurden, weil sie unbequem waren, die in den Wahnsinn getrieben wurden, oder aber Porträts von Frauen die man im weitesten Sinne als wahnsinnig bezeichnen kann, die schreckliches erleiden mussten. Ein paar bekannte Namen: Camille Claudel, Irmgard Keun, Sylvia Plath, Virginia Woolf. Mich persönlich hat besonders das Porträt von Johanna der Wahnsinnigen (1479-1555) berührt. Sehr gut geschrieben auch das Porträt von Sylvia Plath (1932-1963) von der von mir sehr verehrten Heidi Gidion. Auch das Nachwort von Luise F. Pusch "Die Frau ist nicht normal, denn sie ist kein Mann" ist außerordentlich lesenswert.
  13. Cover des Buches 100 Foodblogger haben wir gefragt (ISBN: 9783869137162)
    Simone Goller

    100 Foodblogger haben wir gefragt

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  14. Cover des Buches Surf Like a Girl [German] (ISBN: 9783791385945)
    Carolina Amell

    Surf Like a Girl [German]

     (10)
    Aktuelle Rezension von: IamEve

    Die Fotografien sind einfach der absolute Wahnsinn!! Ich bin unglaublich begeistert, dieses Buch ist gleichermaßen faszinierend und inspirierend. Die Frauen in diesem Buch sind stark und machen Mut und vermitteln das Gefühl purer Lebensfreude. Dieser Hochwertige Bildband weckt definitiv das Fernweh in mir! 

  15. Cover des Buches Frauenliteratur (ISBN: 9783423103916)
    Manfred Jurgensen

    Frauenliteratur

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  16. Cover des Buches Verborgene Behinderungen (ISBN: 9783407561480)
    Christian Mürner

    Verborgene Behinderungen

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  17. Cover des Buches Indianer. Portraits der Ureinwohner Nordamerikas (ISBN: 9783572009770)

    Indianer. Portraits der Ureinwohner Nordamerikas

     (2)
    Aktuelle Rezension von: claudiaausgrone
    Beeindruckende schwarz-weiß-Fotos sind in diesem Bildband das Besondere. Es sind historische Aufnahmen aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Sie zeigen bewegende Portraits und Alltagssituationen, stellen Dörfer vor. Alle Bilder werden erklärt. Viele Stämme werden in Kurzportraits vorgestellt. Alle werden erwähnt, vom Süden der USA bis in die Arktis. Die LeserInnen erfahren einiges über Körperbemalung, Tätowierung, Lebensweise, Sprachfamilien...
  18. Cover des Buches Das Turnier der Bleistiftritter (ISBN: 9783709975275)
    Klaus Merz

    Das Turnier der Bleistiftritter

     (1)
    Aktuelle Rezension von: parden
    AUSGEWÄHLTE PORTRÄTS, REPORTAGEN, ESSAYS, REDEN...

    Wenn Begegnungen zu Literatur werden ... Die gar nicht so andere Seite des Klaus Merz: seine literarischen Portraits, Essays und Reportagen

    Klaus Merz zählt zu den bekanntesten Schweizer Literaten. Nun hat die Leserschaft die Möglichkeit, auch eine der etwas verborgenen Seiten des Autors kennen zu lernen, nämlich eine Auswahl seiner Porträts, Reportagen und Essays, die Merz im Laufe der Jahre verfasst hat. Aber auch hier möge man sich nicht täuschen: es sind keine gewöhnlichen publizistischen Texte, sondern in Literatur gesetzte "Begegnungen", wie man sie von Klaus Merz kennt und schätzt.  Das ist eine Einladung!


    "Über die Baulücken zieht blauer Himmel, die Schönheit der Bandmauern tritt schonungslos hervor. Eine Frau mt Einkaufstasche und Hund erobert die Ladenstraße, der Marktfahrer singt sein Auberginenlied. An der Ecke bleibt ein Dreijähriger stehen, er notiert alles, was er hört, sieht und riecht, in sein gelbes Heft, die Mutter wartet. Sie weiss, die Wirklichkeit lässt sich nicht begreifen. Ausser vielleicht mit einem Bleistift in der Hand."



    Dieses Zitat stammt aus dem titelgebenden Text, der eine Reportage über die beiden Giganten der Bleistiftherstellung Faber-Castell und Caran d'Ache werden sollte. Doch Klaus Merz schreibt nicht einfach nur Sachtexte, sondern bindet immer auch Geschichten ein. In einem Nebensatz taucht hier der Milchmann auf, der mit seiner Zunge den Bleistifteintrag ins Milchbüchlein verdeutlicht, der Vater misst das Wachstum des Kindes mit Bleistiftstrichen im Türrahmen, in der Tasche trägt Merz in der blechernen Zigarettenschachtel immer auch einen Bleistift mit sich, zusammen mit einem Notfallblatt. Und so ist in der Bleistiftreportage auch der Dichter Merz eng verflochten.
    Merz schreibt genau, was ihm einfällt - nicht in der Anstrengung auf das Thema hin, sondern eher, wie es ihm bei diesem Auftrag geht, wohin es ihn führen könnte.


    "Man benötigt ja ein ganzes Leben, um das Leben zu begreifen."



    Doch auch wenn deutlich wird, dass da einer ist, der hinter die Dinge schaut, zwischen den Zeilen Tiefsinniges oder auch mal versteckt Humorvolles einbaut - viele der Texte waren für mich einfach langweilig. Entweder weil das Thema mich nicht interessierte oder ich die Personen oder Orte nicht kannte, denen sich der Dichter da widmete.
    Der Gang durch einen Ort mag für denjenigen, der mit den Gegebenheiten vertraut ist, durchaus interessant sein - für mich war es nur eine langatmige und nichtssagende Aneinanderreihung von Straßen und Örtlichkeiten, zu denen mir das Bild fehlte. Die Beschäftigung mit einem Künstler und seinen Werken ist ebenso nichtssagend für den, der zuvor gar nicht gewusst hat, dass es diesen Künstler überhaupt gibt. Somit scheinen die einzelnen Vorträge doch zu einem großen Teil nur jeweils für einen kleinen Kreis Eingeweihter von Interesse zu sein.


    "Wer auf dem Kopf geht, hat den Himmel als Abgrund unter sich."



    Ich gestehe, es war der Titel, der mich neugierig werden ließ. 'Das Turnier der Bleistiftritter' war denn auch das interessanteste Essay - hätten mich alle 18 Beiträge derart angesprochen, würde ich hier zu einer deutlich höheren Wertung kommen. Wie geschildert war dies leider nicht der Fall.

    Ein interessantes Experiment, das für mich nur zu einem kleinen Teil gelungen scheint...


    © Parden
  19. Cover des Buches Vorbilder für Deutsche (ISBN: 9783492105125)
    Peter Glotz

    Vorbilder für Deutsche

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  20. Cover des Buches Teddybären (ISBN: 9783831090075)
    Pauline Cockrill

    Teddybären

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  21. Cover des Buches Mütter berühmter Männer (ISBN: 9783458330561)
    Luise F. Pusch

    Mütter berühmter Männer

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  22. Cover des Buches Ohne Frauen geht es nicht (ISBN: 9783869151373)
    Unda Hörner

    Ohne Frauen geht es nicht

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  23. Cover des Buches Kurfürstendamm (ISBN: 9783868550368)
    Stefan Maria Rother

    Kurfürstendamm

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  24. Cover des Buches Preußens FrauenZimmer (ISBN: 9783894873936)

    Preußens FrauenZimmer

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