Bücher mit dem Tag "porträts"
20 Bücher
- Kathrin Köller
Stark
(12)Aktuelle Rezension von: lesemaus84So ein wundervolles Buch! Es motiviert an sich selbst zu glauben und das zu machen, was einem liegt.Es ist sehr beeindruckend in das Leben ganz normaler Mädchen zu sehen und wie sie denken. Ein Buch zum Nachdenken.Ein Buch als Anregung. Der Wunsch etwas verändern zu können. Ich kann das Buch nur empfehlen sowohl für Jung als auch für Alt.
- Joanne K. Rowling
Hogwarts - Ein unvollständiger und unzuverlässiger Leitfaden
(119)Aktuelle Rezension von: Sato(Pottermore Presents #3)
Wie so oft wird ein Welterfolg – den die Harry Potter Reihe zweifelslos darstellte – bis auf`s Letzte ausgereizt. Da eine richtige Fortsetzung nicht geplant ist, geht man halt ins Umfeld der Geschichte und versucht so einerseits die Neugier der Fans und andererseits die eigene Kasse zu befriedigen. Ähnlich ist es mit den 3 „Bänden“ der „Pottermore Presents“ welche kurze Texte und Gedanken von Joanne K. Rowling rund um Hogwarts enthalten. Es ist für den Liebhaber recht interessant in die Entstehung der Geschichte zu schauen, da die Autorin auch ursprüngliche Alternativen im Arbeitsprozess der Bücher preisgibt bzw. die Geschichte einiger magischen Dinge näher beleuchtet, sei es der magische Hut, der Hogwartsexpress oder die Kammer des Schreckens. Diese kurzen Einlassungen sind spannend und auch recht humorvoll – aber leider eben viel zu kurz.
Fazit, die Büchlein sind ein Muss für Fans, aber leider kein Tortenstück sondern nur eine Pralinchen, wenn auch ein leckeres.
- Tanja Breukelchen
Hamburgs starke Frauen: 30 Porträts
(17)Aktuelle Rezension von: StreiflichtDieses Buch hat mir auf den ersten Blick gut gefallen und auch beim Lesen wurde ich nicht enttäuscht. Es zeigt wichtige Frauen aus Hamburg, die die Welt zumindest ein bisschen verändert haben. Dabei werden nicht nur historische Figuren oder moderne Frauen berücksichtigt, sondern das Buch zeigt eine wunderbare Mischung aus allen Zeiten, bekannte und eher unbekanntere Gesichter. Das hat mir besonders gut gefallen.
Gut fand ich auch, dass die Abschnitte immer sehr kurz und prägnant waren. Jede Frau wurde vorgestellt und gut nachvollziehbar ihr Lebensweg beschrieben. Die kurzen Geschichten eigenen sich hervorragend, um sie immer mal wieder zu lesen. Man muss das Buch nicht in einem durchlesen und auch solchen Bücher finde ich zwischendrin immer mal gut.
Die jeweiligen Beschreibungen waren lebendig, wirkten authentisch und realistisch. Sie haben mir Hamburgs starke Frauen nähergebracht und ich hatte immer wieder Spaß und gute Unterhaltung beim Lesen! Ein tolles Buch, von dem ich mir noch mehr Ausgaben mit anderen Städten wünsche. München, Wien, Berlin oder Paris würden sicherlich auch viel Potenzial bieten...
- Alessandro Baricco
Mr Gwyn
(53)Aktuelle Rezension von: hexe959753Bei einem Spaziergang durch den Regent's Park, das Schriftsteller nicht das ist was er tun möchte. Er schreibt einen Artikel Artiekl in dem Guardian in dem er 52 Dinge auflistet, die er nicht mehr tun möchte. Er möchte etwas anderes. Nur was? Am Ende entschließt er sich Kopist zu werden und Geschichten für Personen zu schreiben, die nur für sie bestimmt sind und diese Menschen zu sich selbst führt. Eine schöne, sehr ungewöhnliche Gescshichte, die einen von der ersten bis zur letzten Zeile fesselt.
- Dani Levy
Christine Fenzl
(2)Aktuelle Rezension von: annlu*Fotografie gelingt es, die Zeit festzuhalten, einen Augenblick, eine Emotion. Sie kann der Erinnerung die nen – gleichwohl kann sie Räume öffnen.*
Die Fotografin Christine Fenzl porträtiert Kinder und Jugendliche unter einem bestimmten Blickwinkel. In „Land der Sonne“ sind es die Jugendlichen Berlins, die vor die Kamera kommen. Grenzen – sichtbare oder nicht sichtbare – spielen in ihren Werken eine große Rolle. So ist es auch hier ein Aufeinandertreffen von Vergangenheit und Zukunft. Die Jugendlichen gehören der ersten Generation an, die nach dem Mauerfall aufgewachsen sind.
Schon das Vorwort von Nan Golding bereitet auf die Werke und deren Bedeutung vor. Es überraschte durch die sichtbare persönliche Beziehung und ein tiefes Verständnis für die Fotografin Fenzl. Aus Dani Levys Vorwort möchte ich Folgendes zitieren, da es die Stimmung des Buches gut einfängt:
*Es ist das Wunder der Fotografie, dass sie den Moment festhält und in diesem einen Moment den Fluss der Dinge, den Lauf der Geschichte erzählt. (…) Fenzls Fotos bilden eine neue Welt in einer alten Welt. Die untergegangene DDR, der gescheiterte Sozialismus, lebt in den Menschen weiter, ob sie es wollen oder nicht.*
Christine Fenzl erzählt in ihrem Textbeitrag über die Motivation zur Bilderserie. Da sie selbst die Wende in Berlin miterlebt hat, kennt sie die schnelle Veränderung, die manche Stadtteile befallen hat. Mit ihren Fotografien will sie Momente festhalten, die es vielleicht so bald nicht mehr gibt. Vorwiegend in den Stadtteilen Hellersdorf, Marzahn, Lichtenberg und Hohenschönhausen nimmt sie Kontakt auf mit ihr vorerst Fremden und porträtiert die Jugendlichen.
In die passende Stimmung brachte mich schon das erste Bild – ein Ausblick auf für mich riesig scheinende Plattenbauten in Mahrzahn. Wie es sich wohl in so einer Siedlung lebt? Mit diesem Bild und der Frage im Hinterkopf habe ich die Porträts der Jugendlichen betrachtet. An der Schwelle zum Erwachsenwerden, stehen sie auch in dieser Hinsicht für das Ineinanderübergehen von Grenzen.
Immer wieder wechselnd sich Häuser/Wohnraum mit den Porträts ab. Es erstaunte mich, wie der Fotografin durch das Spiel von Licht und Schatten künstlerische Fotos der Plattenbauten gelungen sind, finde ich sie doch optisch wenig ansprechend. In manchen Fotografien findet sie das Schöne in der Uniformität der Bauten, in anderen pickt sie bewusst solche Orte heraus, die das Gleichförmige durchbrechen. Mit dabei sind auch einige Blicke ins Innere der Wohnungen. Bei manchen – besonders solchen, die das Nebeneinander großer Plattenbauten mit von hohem Gras überwucherten Brachflächen zeigten – hatte ich das Gefühl ganz wo anders zu sein, sicher aber nicht in der Hauptstadt Deutschlands.
Die Porträts wollen die Persönlichkeit der Jugendlichen in den Vordergrund rücken, das Individuelle im Kontrast zu den uniformen Wohnsiedlungen. Was aber kann ein einzelnes Bild über die Persönlichkeit aussagen? Mehr als ich gedacht hätte. Schon allein die persönliche Kleiderwahl unterscheidet die abgelichteten Jungs und Mädchen. Ihr Verhalten vor der Kamera – ob in Pose geworfen, extra cool oder doch eher schüchtern den Blick gesenkt – die Fotos werfen nicht alle in einen Topf, sondern zeigen im Gegenteil die Unterschiede zwischen ihnen auf.
Ob bewusst oder nicht, mir gefiel auf der Stimmungswechsel, der sich durch die Aneinanderreihung der Fotografien ergab: Oft waren die Bilder der Plattenbauten mehr durch Schatten als durch Licht geprägt. Abendstimmung kam auf, die durch kleine Details das Nagen der Zahn der Zeit andeuteten und den Blick auf die Vergangenheit richteten. Die Jugendlichen hingegen werden so gut wie immer in vollem Licht gezeigt, bringen über diese Beleuchtung eine hoffnungsvolle Zukunftsstimmung hervor, die im Kontrast zu ihrer Wohngegend steht.
Fazit: Die Fotoserie hat Fragen aufgeworfen, Geschichten erzählt und ihre Protagonisten – seien es die Plattensiedlungen oder die Jugendlichen – ins Rampenlicht gestellt. Selten hatte ich den Eindruck, dass Fotografien ohne Worte, ohne Erklärungen so viel zu sagen hatten.
- Carolina Amell
Surf Like a Girl [German]
(10)Aktuelle Rezension von: IamEveDie Fotografien sind einfach der absolute Wahnsinn!! Ich bin unglaublich begeistert, dieses Buch ist gleichermaßen faszinierend und inspirierend. Die Frauen in diesem Buch sind stark und machen Mut und vermitteln das Gefühl purer Lebensfreude. Dieser Hochwertige Bildband weckt definitiv das Fernweh in mir!
- Elisabeth Ruckser
Bäuerinnen, Brot und Sehnsucht
(21)Aktuelle Rezension von: Buechergarten》INHALT:
MEHL, WASSER, SALZ UND LIEBE - UND SONST NICHTS. KLINGT GUT, ODER?
Ein faszinierender Brot-Trip - oder was freilaufende Gänse, wilde Weinreben und üppige Gemüsegärten mit Brotbacken zu tun haben? Wer sich aber mit Elisabeth Ruckser auf die Reise begibt, darf sich nicht nur auf MEHR ALS 50 Lieblingsrezepte, sondern auch auf viele Geschichten freuen: von modernen Bäuerinnen, die traditionelles Brotbacken auf eine ganz neue Art interpretieren.
Was dabei herauskommt? Knusprige Brotideen für das gemeinsame Kneten und Formen am Back-Markt-Tag, Rezepte mit frischen Wildkräutern aus der Natur oder Brotback-Inspiration von Kanutouren in Schweden. Lerne die Bäuerinnen kennen – und vor allem eines: was es heißt, richtig gutes Brot zu backen!
》EIGENE MEINUNG:
„Bäuerinnen, Brot und Sehnsucht“ kommt in einer ganz wunderbaren und hochwertigen Aufmachung daher: Fester Einband, gute Schriftgröße, schöne Illustrationen und Fotografien. Das Buch wird klimapositiv hergestellt, cradle-to-cradle gedruckt und bleibt plastikfrei unverpackt. Zu Beginn enthält es ein ausführliches Inhaltsverzeichnis für einen guten Überblick und zeigt gleich eine liebevoll zusammengestellte Themenvielfalt!
Dieses Buch ist viel mehr als ein einfaches Backbuch. Es gibt einen wunderbareren Einblick in die Welt des Brotbackens und kombiniert diese mit sehr persönlichen Porträts verschiedenster österreichischer Bäuerinnen. Wir starten mit einer kleinen Warenkunde zu Getreide/Mehl und Hefe. Es folgen Erklärungen zu Sauerteig und rund um das Thema Anstellgut, zu Mischen, Kneten, Rasten und Backen, benötigten Utensilien, Gewürzen,... Im Anschluss werden je Kapitel eine moderne Bäuerin/Bäckerin und deren liebste Rezepte vorgestellt. Bei den sympathischen Porträts fließen Informationen zum jeweiligen Hof, den Familien, dem Brotbacken, Überzeugungen und Anekdoten aus dem Leben mit ein. Dies hat auf mich sehr positiv und motivierend gewirkt. Die reich bebilderten Abschnitte waren informativ und unterhaltsam zugleich!
Im Buch ist eine Sammlung von über 50 verschiedenen Rezepten - sowohl bekannte Klassiker, als auch moderne Interpretationen, deftige und süße Brotarten, einfachere sowie aufwändigere Sorten. Alle Rezepte sind ansprechend bebildert und mit ausführlicher Zutatenliste (Mehlsorten mit deutschen und österreichischen Bezeichnungen) sowie Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Backfahrplan versehen. Hinzu kommen Tipps und weitere kleine Info-Kästchen. Ich hätte mir noch etwas mehr Rezepte für Semmeln, Stangen etc. gewünscht, aber gerade Rezepte mit frischen Zutaten wie Kürbis, Feta oder Rosmarin-Thymian-Butter konnten mich begeistern. Es werden viele verschiedenen Mehlarten verwendet, von denen ich leider nicht alle auf Anhieb im örtlichen Einzelhandel finden konnte. Die Fotografien der Brote hätten mir als Anfänger noch mehr geholfen, wenn jeweils ein Anschnitt zu sehen gewesen wäre, waren aber stets qualitativ hochwertig. Am Ende des Buches findet sich ein ausführliches Register.
》FAZIT:
Ein tolles Brotbackbuch, sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene oder als außergewöhnliche Geschenkidee! Weckt die Sehnsucht nach Frischgebackenem!
- Maria Pettersson
Anführerinnen, Agentinnen, Aktivistinnen
(4)Aktuelle Rezension von: Buechergarten》INHALT:
Sie waren Künstlerinnen, Herrscherinnen, Wissenschaftlerinnen – oder auch Piratinnen, Räuberinnen und Betrügerinnen. Diese 49 außergewöhnlichen Frauen aus aller Welt bewirkten Erstaunliches und brachen dabei die Regeln ihrer jeweiligen Zeit:
Wofür haben diese Frauen gelebt, wovon haben sie geträumt, wofür haben sie sich starkgemacht? Und warum haben wir bisher so wenig von ihnen gehört?
》EIGENE MEINUNG:
„Anführerinnen, Agentinnen, Aktivistinnen“ – was für ein Titel! Das bunte Cover lässt nicht erkennen, welcher Schatz sich hinter diesem starken Titel verbirgt.
Die finnische Journalistin Maria Pettersson hat eine so wundervolle Auswahl an Frauen für ihr Werk ausgewählt; nicht die berühmtesten oder einflussreichsten, sondern interessante, verwegene, außergewöhnliche, aufregende!
In einem wunderbar lockeren, unterhaltsamen und doch eindringlichen Schreibstil stellt sie diese in 49 verdichteten Kurzportraits vor. Wir beginnen stets mit einer kurzen Zusammenfassung, in der Druckversion des Buches zusätzlich mit einer Zeichnung, danach folgt die jeweils auf andere Art und Weise spannende Biografie!
1. Wissenschaftlerinnen & Gelehrte
2. Anführerinnen & Herrscherinnen
3. Künstlerinnen & Athletinnen
4. Aktivistinnen & Dissidentinnen
5. Ermittlerinnen & Kriminelle
6. Soldatinnen & Spioninnen
7. Abenteuerinnen & Entdeckerinnen
Bereits aus dieser Gliederung wird ersichtlich wie abwechslungsreich die vorgestellten Biografien sind – für mich war alles dabei: Spannung, Abenteuer, Trauer, Verlust, Mut, Charme, Verführung, Stärke, Liebe, Krieg, Niederlagen, Freiheit wie Gefangenschaft, Reichtum wie Armut, modernes Gedankengut, Tatkraft, Fehler, Wut, Überzeugung, Talent und vieles mehr! Hier finden sich Frauen über alle Zeiten, Länder und Kontinente hinweg, mit allerlei Charakterzügen und dabei nicht in erster Linie als Vorbilder. Als wichtig empfinde ich auch die von der Autorin erwähnten Männer, die (ihre) Frauen unterstützt und als gleichberechtigt angesehen haben – leider neben Vielfacher Unterdrückung, aber dennoch!
Ich habe jedes so lebendige Porträt, jede Seite dieses Buches bzw. jedes von Eva Becker ganz wundervoll vorgetragene Wort, absolut genossen. Die Hördauer von 7 Stunden, 47 Minuten hätte für mich gerne doppelt so lange sein dürfen. Eine absolute Empfehlung!
Abschließend noch der Hinweis, dass dieses Buch durch die zweigrößte Crowdfunding-Kampagne Finnlands möglich wurde!
》FAZIT:
Was für ein Hörbuch! Was für ein Hörvergnügen! Was für Frauen!!
- Tami von Seyr
Klugscheißerwissen Kräuter
(24)Aktuelle Rezension von: tabaganaKein langweiliges Sachbuch, keine seitenweise Aneinanderreihung von Informationen - nein den Leser erwartet hier ein sehr liebevoll aufgemachtes Buch, das mit Humor und Augenzwinkern Wissen zu den verschiedensten heimischen Kräutern vermittelt. Gut gefallen hat mir die Alphabetische Reihenfolge - man sucht ja doch meist etwas bestimmtes und findet es dadurch schnell! Die Rezepte finde ich manchmal recht mutig ( :-) bin nicht sicher, ob ich das ausprobieren werde, aber auf alle Fälle mal etwas anderes. Das Klugscheißerwissen, das zu jedem Porträt gehört, ist manches Mal schon seeehr abgehoben - das müsste ich ja schon fast auswendig lernen, um es mir zu merken.
Auf alle Fälle ein wirklich gelungenes, keinesfalls trockenes Nachschlagebuch!
- Elena Favilli
Good Night Stories for Rebel Girls 2
(89)Aktuelle Rezension von: nana_fkbAuch diese Sammlung über außergewöhnliche Frauen hat mich wieder gefesselt. Es vereint so viele unglaubliche und spannende Geschichten und ich bin immer noch sehr froh, dass dieses "Format" veröffentlicht worden ist. Denn in der heutigen Gesellschaft scheinen oftmals doch nur die Männer und ihre Erfindungen im Mittelpunkt zu stehen. Es ist erfrischend und vor allem auch sehr wichtig, dass in dieser Sammlung Frauen im Mittelpunkt stehen.
Besonders gut gefallen mir auch die Illustrationen der einzelnen Geschichten. Sie zeigen nicht nur die Frau der jeweiligen "Geschichte", sondern geben manchmal auch schon Einblicke in das Leben der Frauen.
Ich werde das Buch auf jeden Fall meinem Patenkind übergeben, sobald es im richtigen Alter ist. Denn man lernt hier so viel. Nicht nur über die Geschichte an sich. Sondern die einzelnen Erzählungen zeigen in vielen Fällen, dass man sich nicht aufgeben und an dem festhalten soll, was einen antreibt. Und sich in diesem Fällen vor allem nicht von seiner Außenwelt beeinflussen lassen soll.
Ich finde die Auswahl der Frauen auch unglaublich gut gelungen. Es zeigt bekanntere Charaktere wie z.B. Madonna oder Hillary Clinton. Aber auch unbekannte Frauen, die sehr viel für unsere Welt getan haben. Diese Mischung gefällt mir besonders gut.
Fazit:
Ich kann diese Reihe nur jedem empfehlen, der durch kurze Geschichten mehr über die Bewegung der Frau lernen möchte. Es ist ein unglaublich wichtiges Buch, vor allem auch für jüngere Generationen. - Christian Liedtke
Der Weg von Ihrem Herzen bis zu Ihrer Tasche ist sehr weit
(2)Noch keine Rezension vorhanden - Herlinde Koelbl
Schreiben!
(2)Aktuelle Rezension von: HeikeGVom großen Glück zu schreiben: Autoren über die Schulter geschaut. Bereits im Jahr 1998 erschien ein großartiger Bild- und Interviewband mit deutschsprachigen Schriftstellern und Schriftstellerinnen der Fotografin Herlinde Koelbl. "Im Schreiben zu Haus. Wie Schriftsteller zu Werke gehen" lautete der damalige Titel. Jetzt ist ein "Best Of" daraus erschienen: Schreiben! 30 Autorenporträts, ein schöner, handlicher Band, der um einiges preiswerter als das großformatige Original angeboten wird. Das Layout wurde modernisiert und die Interviews etwas gekürzt, jedoch im Wortlaut nicht verändert. Neu sind ein Günter-Grass-Porträt sowie das Vorwort Koelbls, in dem sie auf die damaligen Begegnungen noch einmal zurückblickt. Dass Herlinde Koelbl, hinreichend bekannt für ihre mehrfach ausgezeichnete Porträtfotografie und fundierte Interviewführung, immer feinfühlig diplomatisch vorgeht, war bereits in ihrer berühmten Politiker-Langzeitstudie "Spuren der Macht" oder ihren "Jüdischen Porträts" zu sehen. In den Jahren 1997 und 1998 führte die Autorin 30 Gespräche mit deutschsprachigen Autoren: von H.C. Artmann über Elfriede Jelinek bis hin zu Martin Walser. Nur im Schreiben fühl' ich mich zu Haus." (Peter Handke) Herlinde Koelbl besuchte die Schriftsteller an ihrem Arbeitsort und porträtierte dabei nicht nur in wunderbaren Schwarz-Weiß-Bildern die Befragten, sondern lichtete auch Arbeitszimmer und Schreibutensilien ab. Dadurch holte sie die Menschen, die sonst hinter dem Werk (meist) unsichtbar bleiben, in den Vordergrund. Für die Vielzahl der geführten Interviews hat Frau Koelbl offensichtlich weder Aufwand noch Mühe gescheut. Die Interviews entstanden von 1996-1998 in Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz, zum Teil erst nach langem Bemühen. Außerdem hat sie "praktisch von fast allen alles gelesen". Unglaublich! Wahnsinn! "Ja", sagt sie, "das war Wahnsinn." Darunter geht es für sie nicht. "Ich finde es schlicht eine Unverschämtheit, wenn man als Fotograf zu einem Schriftsteller kommt, die Sachen nicht gelesen hat, und sagt, den guck ich mir jetzt einfach mal an. Das ist auch eine Respektlosigkeit seinem Werk gegenüber." Was Herlinde Koelbl macht, das macht sie ganz. "Man muss sich entscheiden: Will ich etwas Authentisches oder will ich etwas Artifizielles machen. Aber nicht halb-halb!" Die Fotografin hat sich für das Authentische entschieden. "Am Schreibtisch kann ich ein bisschen fliegen" (Jurek Becker) Verglichen mit anderen spektakuläreren Tätigkeiten geht die literarische Arbeit unscheinbar vonstatten. Schriftsteller sitzen meist allein in irgendeinem Zimmer und schreiben vor sich hin. Zu sehen gibt es dabei nicht viel. Daher ist es umso interessanter zu erfahren, wie sie zu Werke gehen, ob oder wann sie die Muse küsst, ob Schreiben für sie Lust, Euphorie oder Qual, schwere Arbeit oder einfach ein Handwerk ist, das ausgeübt werden will. Die Vorlieben, Rituale und z. T. Obsessionen sind dabei so unterschiedlich wie die Menschen und ihr schriftstellerisches Werk. Manche Schriftsteller können ohne die vertraute Umgebung nicht arbeiten, andere werden unruhig, wenn sie zu lange an einem Ort verharren und sind eigentlich nur bei häufigem Ortswechsel produktiv. Und jeder favorisiert sein ganz spezielles Schreibwerkzeug. "Die Arbeit am Text ist ein geradezu erotischer Zustand." (Günter Grass) So schreibt Günter Grass am Stehpult und laut: "Ich verstehe Literatur als einen oralen Vorgang", Peter Bichsel oft in Eisenbahnzügen und H. C. Artmann braucht zur Inspiration das Hämmern der Tasten seiner uralten Schreibmaschine. Neben der guten alten Schreibmaschine ist erstaunlicherweise oft noch Bleistift, Füller und Kugelschreiber anzutreffen. Katja Lange-Müller lobt die Handschrift: „Wenn ich das mit der Hand mache, ist es erst einmal sinnlicher." Aber vor allem die Jüngeren setzen auf moderne Computertechnik, für Ingo Schulze ist der Computer gar sein "Herzschrittmacher". Walser im Gegenzug schreibt mit der Hand und schnürt seine Manuskripte mit dem Bindfaden. "Da zeigen sich die Gegensätze nicht nur einer Generation, sondern einer Haltung zum Schreiben", stellt Herlinde Koelbl fest. "Ich brauche Schweigen. Was ich zu reden habe, schreibe ich"(Friederike Mayröcker) Auch die Einrichtung der Arbeitszimmer spricht Bände. Da herrscht bei Friederike Mayröcker wahrhaft pures Chaos, im Gegensatz sterile Kargheit bei H. C. Artmann, Robert Menasse und Peter Handke, wohnliches Ambiente hingegen bei Ingo Schulze oder es gibt das gemütliche Durcheinander bei Bichsel. Neben den Abbildungen der Arbeitszimmer und Porträts der einzelnen Autoren enthält der Band immer wieder Fotografien von arbeitenden Schriftstellerhänden. "Die Künstlerexistenz verhindert, erwachsen werden zu müssen" (Robert Menasse) Die Aussage Hans Magnus Enzensbergers: "Das Interessante an den Schriftstellern sind ihre Bücher. Persönlich sind viele Autoren ausgemachte Langeweiler", bewahrheitet sich beim Lesen dieses Buches überhaupt nicht: Im Gegenteil: Die Menschen hinter ihren Texten sind so spannend wie ihre Bücher. Schreiben! 30 Autorenporträts ist ein hervorragender und sehr empfehlenswerter Bildband zum Schauen, Schmökern, Staunen, Blättern und natürlich Lesen, der das Herz jedes Literaturfreundes höher schlagen lässt. Es ist ein Buch, was hinter die Kulissen blickt und die schöpferische Kraft, die hinter Büchern und Literatur steht, näher bringt und begreif- und sichtbar macht. Wer dieses außergewöhnliche Buch nicht verschenken möchte, der sollte sich selbst damit etwas Gutes tun. Eine bemerkenswerte Ausgabe! "Literatur ist nichts anderes als eine Maske. Nach außen schauen die Masken immer anders aus. Aber in der Maske ist man immer man selbst. Und durch diese Maske reden, das ist Literatur." (Raoul Schrott) Folgende Schriftsteller werden in Schreiben! vorgestellt: Hans Carl Artmann, Jurek Becker, Peter Bichsel, Thomas Brussig, Günter de Bruyn, Hilde Domin, Hans Magnus Enzensberger, Robert Gernhardt, Günter Grass, Durs Grünbein, Peter Handke, Peter Härtling, Wolfgang Hilbig, Ernst Jandl, Elfriede Jelinek, Ernst Jünger, Walter Kempowski, Sarah Kirsch, Brigitte Kronauer, Katja Lange-Müller, Hermann Lenz, Friederike Mayröcker, Robert Menasse, Herta Müller, Christoph Ransmayr, Peter Rühmkorf, Ingo Schulze, Raoul Schrott, Martin Walser und Christa Wolf. - Tom Krausz
Aves | Vögel. Charakterköpfe
(5)Aktuelle Rezension von: ursheinzaerniVögel begleiten uns zeitlebens, vom Klapperstorch als Symbol für die Geburt eines Kindes bis zum Waldkauz als Totenvogel, der, gemäß Volksglauben, auffallend oft zur Stelle ist, wenn ein Mensch im Sterben liegt. Vögel markieren mit ihrem Gesang den Tagesbeginn und das Ende des Tages. Der archaische Flug der Wildgänse markiert Jahr für Jahr das Ende des Sommers und des Winters. Jedesmal wieder ist es ein bewegendes Ereignis, die Rufe der Zugvögel zu vernehmen und ihre V-Formation am Himmel zu sehen. Vögel sind Sehnsuchtsbild und Projektionsfläche des Menschen, Gegenstand zahlreicher Texte, Mythen, Bilder und Lieder. Sie sind allgegenwärtig mit ihren Stimmen und Rufen, dem Rauschen ihres Gefieders — und ihrer Schönheit, die uns staunen lässt. Die österreichische Autorin Marlen Haushofer verfasste am 26. Februar des Jahres 1970, wenige Wochen vor ihrem Tod, einen letzten Text, der als so etwas wie ihr „literarisches Testament“ gilt, und in dem die Vögel eine besondere Erwähnung finden:
„Und was ist die Seele? Wahrscheinlich hast Du nie eine gehabt, nur Verstand, und der war nicht bedenkend der Gefühle. Oder war da manchmal noch etwas anderes? Für Augenblicke? Beim Anblick von Glockenblumen oder Katzenaugen und des Kummers um einen Menschen, oder gewisse Steine, Bäume und Statuen; der Schwalben über der großen Stadt Rom.“
Im Kinderbuch-Klassiker „Der geheime Garten“ von Frances Hodgson Burnett wird ein Rotkehlchen zum wichtigsten Begleiter der einsamen Protagonistin, führt sie zu einem verrosteten Schlüssel und zum geheimen Garten. Die Spatzen von Paris — „Tschibedi-Tschip, Tschibedi-Tschip-Tschip-Tschip“ — schauen in alle Fenster der Stadt und erzählen sich am Eiffelturm, „was man gesehen hat“. In der eigenen Erinnerung zeigen sich Orte eng mit der Anwesenheit von Vögeln verknüpft.
Der in Hamburg geborene Fotograf und Filmemacher Tom Krausz spürt in seinem Buch „Aves Vögel Charakterköpfe“, 2020 im Dölling und Galitz Verlag erschienen, im Dialog mit Texten von Elke Heidenreich und Urs Heinz Aerni jener spezifischen Gruppe der Wirbeltiere nach, deren Vertreter als gemeinsame Merkmale unter anderem Flügel, eine aus Federn bestehende Körperbedeckung und einen Schnabel aufweisen. Seine so bemerkenswerten wie berührenden Fotoporträts in Schwarz-Weiß zeigen in subjektiver Auswahl 65 Vogelarten: würdevoll und skeptisch, kämpferisch und verletzlich erscheinende Gesichter. Das Buch, das einen Essay des Literaturwissenschaftlers Dietmar Schmidt zur Physiognomie sowie des Weiteren biologische Zusatzinformationen zu den gezeigten Vogelarten enthält, führt Bild und Text zu einem Gesamtkunstwerk zusammen.
„Sie sehen uns an“
Noch nie, schreibt Elke Heidenreich in ihrem einleitenden Text, habe sie in so viele faszinierende Vogelgesichter geblickt wie in diesem Buch: Wir sehen „sprechende Gesichter, Charakterköpfe: Rechtsanwälte, Mafiosi, Hausfrauen, Charmeure, Betrüger und Naive — wie im richtigen (Menschen-)Leben —, wir sehen den Punk und den strengen Gelehrten“. Die fotografischen Arbeiten von Tom Krausz lassen uns, so Heidenreich, die Individualität jedes einzelnen dieser Tiere begreifen: „Sie sehen uns an“. „Auge in Auge“, betitelt denn auch Krausz seine einführenden Worte: Ein Mensch und ein Vogel stehen sich gegenüber. Die Faszination für Vogelgesichter sei der ausschlaggebende Impuls für den Beginn dieses Buchprojekts gewesen, bemerkt der Fotograf. Schon des Öfteren hatte er Vögel in freier Wildbahn fotografiert und wusste, dass es dabei um „Geduld, Ruhe und immer wieder auch um Glück“ bei den Aufnahmen geht. Jedoch die Konzentration auf klassische Schwarz-Weiß-Porträts als Profil, Halbprofil, Frontalaufnahme oder Brustbild sei zunächst ungewohnt für ihn gewesen. Nach anfänglichen mittelmäßigen Erfolgen habe er sich für ein neues Objektiv entschieden, ein längeres Teleobjektiv, was wiederum neue Probleme mit sich gebracht habe: Man müsse die Vögel im richtigen Licht antreffen, um sehr kurze Belichtungszeiten zu ermöglichen. Mit dem neuen Objektiv konnte Krausz den Vögeln „endlich in die Augen schauen. Plötzlich und begeistert erkannte ich unruhige Blicke, die müden Augen eines Watvogels, die hellwache Jägeriris, ich sah Neugierde, Stolz, aber auch Misstrauen.“ Für die meisten Vögel, die ja mithilfe ihrer außerordentlichen Sehkraft leben und überleben, sei er genauso im Fokus gewesen wie sie für ihn: Eine interessante Umkehr der Perspektive, die den Schauenden selbst zum Angeschauten, den Beobachter zum Beobachteten macht, und zu Empathie führt. Manche Vögel hätten ihre Mätzchen gemacht, berichtet Krausz, wenn die Kamera auf sie gerichtet war, wie zum Beispiel der Kea oder „die immer zu Späßen aufgelegten Tukane und Papageien“. Einige der Aufnahmen entstanden auf Reisen in Neuseeland, Galapagos und Schottland, die meisten jedoch im Weltvogelpark Walsrode und im Vogelpark Niendorf an der Ostsee. Im eigenen Garten fotografierte Krausz Elster, Sperling, Meise und Co. Seine Absicht sei es, mit seinen „Charakterköpfen“ zu vermitteln, welche erstaunliche Vielfalt die Vogelwelt — die artenreichste Klasse der Landwirbeltiere — aufweise. Viele der abgebildeten Vögel sind als eigene Art vom Aussterben bedroht. Im Buch wird in den Informationen zu jedem Vogel angegeben, welchen Status die IUCN (International Union for Conservation of Nature) der jeweiligen Vogelart zuordnet. Darüber hinaus unterliegen viele Arten Gefährdungen, die oft nur in regionalen „Roten Listen“ verzeichnet sind.
„Grauwerte von Farben“
Dietmar Schmidt geht in seinem Kurzessay „Der erste und der letzte Blick“ auf Begriff und Geschichte der Physiognomik ein und stellt die Frage, inwiefern ein physiognomischer Blick noch zeitgemäß, ob eine Wahrnehmung, die von einem reduzierten, aus Zusammenhängen herausgelösten Bild ausgehe, dem heute geforderten (ganzheitlichen) ökologischen Denken angemessen sei. Die Fotografien von Tom Krausz würden von einer eindrucksvollen ästhetischen Entscheidung geprägt: „Sie sind in Schwarz-Weiß. Sie zeigen die Grauwerte von Farben, nicht ihre Buntheit“. Zusätzlich zur besonderen Fokussierung der Porträtfotografie (ihrer Ausblendung von Umgebungen, ja, von Teilen des Körpers) führe dies zu einer weiteren spürbaren Konzentration: „Wenn wir ehrlich sind, bleibt uns nichts als die Physiognomie. Unsere Tierliebe gilt heute den Individuen“.
Die porträtierten Vögel werden nach Luft-, Wasser-, Lauf- sowie Ansitz- und Lauerjägern kategorisiert, des Weiteren nach Aasfressern, Wassersuchern, Baumsammlern und/oder Bodensammlern.
Fakten mit Humor
Die Texte von Heidenreich und Aerni — des Schweizer Journalisten, Autors und Kulturvermittlers, der zudem bei „BirdLife“ ausgebildeter Feldornithologe ist und über sich sagt: „Immer schon spürte ich in mir eine ornithologische Affinität, keinen blassen Schimmer, woher. Als Bub schlich ich fernglasbewehrt über Wiesen und durch Felder, während meine Kumpels die Mopeds frisierten“ — treten in Dialog mit den jeweiligen Vogelgesichtern, greifen auf literarische Bezüge bis hin zu Mittelalter und Minnesang zurück und zeigen die durchgängige und vielgestaltige Präsenz der Vögel im Leben der Menschen auf. Viel Wissenswertes ist zu erfahren, beispielsweise, warum der Tukan es schafft, mit seinem Riesenschnabel, der doch immerhin mehr als ein Drittel seiner gesamten Körperlänge beträgt, nicht nach vorne zu kippen: Der Grund hierfür ist, dass der Schnabel fast nichts wiegt, er ist „federleicht, leichter als Kork, äußerst stabil, und Flugzeugbauer denken über so ein Wundermaterial bereits nach für ihre Konstruktionen“. Die Texte verbinden Fakten mit Humor und nachdenklicheren Tönen, sind getragen von Sympathie, ja Liebe zu ihrem Gegenstand, nähern sich ihm mal strategisch, mal assoziativ ihrem Thema an.
„Die stille Größe der Schleiereule“
In der Betrachtung der Tierporträts kann man sich verlieren: Man taucht tief ein in diese Gesichter und in das, was sie erzählen mögen, schlüpft imaginär in das gefiederte Gegenüber, führt ein Zwiegespräch mit diesem: Was gibt es zu berichten? Was wurde erlebt? Wovon erzählen diese Augen, dieser Kopf, dieser Schnabel? Tom Krausz lässt uns ganz nah herankommen an diese Tiere, die doch so flüchtig sind und sich einfach in die Lüfte erheben können. Zu jedem Vogel findet sich ein ganzseitiges Porträt in Form eines großformatigen Fotos, immer auf der rechten Buchseite. Links die Fakten: Spezifische Merkmale, Vorkommen, Lebensweise, Rote-Liste-Status (IUCN). Herrlich der wache und klare, aufmerksame Kopf des Turmfalken; der schräggelegte Kopf und das clowneske Gebaren des Krauskopfarassari; die Erhabenheit des Lannerfalken sowie seine unfassbar schöne Gefiederzeichnung; der kritisch-eindringliche, so weise wie fesselnde Blick des Weißkopfseeadlers; die stille Größe der Schleiereule und ihr herzförmiges, helles Gesicht. Imposant das gestrenge Antlitz des Sunda-Fischuhus; die Gefieder-Fülle des Rosaflamingos, aus der ein Auge aufblitzt und uns direkt ansieht; der nonchalante Gesichtsausdruck des Schuhschnabels. Fantastisch der entzückende Federkragen des gefährdeten Kea, um dessen Muster, wie Heidenreich bemerkt, „ihn selbst Coco Chanel beneiden würde“; äußerst attraktiv der Kopfschmuck von Blauem Pfau (nur seine Federn, nur die Pfauenfedern, erfahren wir im Begleittext, dürfen als Lesezeichen in den Koran gelegt werden), Fächertaube (potenziell gefährdet) und Kronenkranich (gefährdet).
„Balanceakt zwischen Information und Genuss“
„Aves Vögel Charakterköpfe“ ist ein so schönes wie beeindruckendes, so unterhaltsames wie informatives, so kurzweiliges wie nachdenklich stimmendes Buch. Es wurde nominiert für den „Black & White Spider Award 2020“, stand auf der Shortlist beim „Deutschen Fotobuchpreis 2021“ sowie auf der Hotlist von Bayerns „Beste Independent Bücher“ (2020). In sich ausgewogen, meistert es bravourös den schwierigen Balanceakt von Information-Genießen-Schauen-Verweilen-Aufmerksamkeit und Bewusstsein schaffen. Nie kommt es belehrend daher, immer aber persönlich und nahbar.
Wer nun auf den Geschmack gekommen ist, den Spuren jener so faszinierenden wie flatterhaften gefiederten Wesen weiter zu folgen, dem sei die aktuelle Ausstellung „Für die Vögel“ des MGKSiegen ans Herz gelegt, die sich — noch bis zum 9.11.2025 — der kulturellen Relevanz von Vögeln in künstlerischen Erzählräumen der Gegenwart widmet und die Bedeutung der Vögel in verschiedenen Kontexten thematisiert; zudem der Bildband „Vögel“ des Londoner Fotografen Tim Flach, erschienen im Knesebeck Verlag; schließlich ein Vogelspaziergang „mit Geschichten drum herum“ in Begleitung von Urs Heinz Aerni.
Katja Hachenberg wurde in Rheinland-Pfalz geboren, studierte Germanistik, Philosophie und Sozialwissenschaften an der Universität Siegen, wirkte u. a. als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Kassel und promovierte im Fachgebiet „Literatur und Medien“. Nach beruflichen Stationen in Kassel und Karlsruhe, lebt sie heute in der Region Westerwald-Siegen in Rheinland-Pfalz. Sie veröffentlichte mehrere Bücher u. a. „Welt ohne Inventar“ zusammen mit Reinhard Voss (2017), „Yellow room“ (2014), „Der Berg der Vergessenheit“ (2013).
- Anne Siegel
Wo die wilden Frauen wohnen
(25)Aktuelle Rezension von: RitjaZehn starke Frauen, die aus ihrem Leben erzählen und dabei den Lesenden mitnehmen und faszinieren. Mir haben die kurzen Einblicke in das Leben anderer Frauen gut gefallen. Die vielfältigen Berufe fand ich spannend und interessant. Die Autorin hat wohl bewusst keine "klassischen" Frauenberufe, sondern eher die speziellen und eher seltenen Berufe ausgewählt. Ich war fasziniert von ihrem Willen, ihrem Durchsetzungsvermögen und ihrer Kraft. Sie sind beharrlich, nehmen Niederlagen als Wissenszuwachs an und stehen wieder auf. Sie gehen Umwege und arbeiten in verschiedenen Berufen bis sie dort ankommen, wo sie sich wohlfühlen und für sich und für die Gesellschaft etwas Gutes beitragen können.
Aber auch die Beschreibungen der isländischen Natur sorgten für ein leichtes Urlaubsgefühl (wenn man Kälte, Winter & Co. mag) und waren interessant.
Ganz nebenbei erfährt man einiges von Island. Die Geschichte, die Politik und die Kultur tauchen in fast jeder Geschichte auf. Beim Lesen fällt auf, dass Island in der Gleichberechtigung viel weiter ist als Deutschland. Auch gibt es in diesem Land eine gelebte Fehlerkultur, d.h. man darf Fehler machen, neu starten und auch etwas ausprobieren. Die Menschen bzw. Unternehmen achten weniger auf Zertifikate, Abschlüsse und Wissensnachweise, sondern gehen bei ihrer Mitarbeiter:innenwahl nach der Teamfähigkeit und wie passt die Person in das bestehende Team.
Für mich war es interessantes, informatives und anregendes Buch über starke Frauen in Island.
- 8
- 12
- 24






![Surf Like a Girl [German] Cover des Buches Surf Like a Girl [German] (ISBN: 9783791385945)](https://images.lovelybooks.de/img/90x/lb-cover/9783791385945_1560915628000.jpg)












