Bücher mit dem Tag "portugal"
146 Bücher
- Pascal Mercier
Nachtzug nach Lissabon
(1.390)Aktuelle Rezension von: LuliaIm Zentrum der Handlung steht der introvertierte Altphilologe Raimund Gregorius dessen Alltag aus Ritualen, Büchern und seiner Tätigkeit als Lehrer besteht. Ein zufälliges Treffen mit einer geheimnisvollen Frau auf dem Weg zur Schule und ein portugiesisches Buch voller existenzieller Gedanken, die er zufällig in einer Buchhandlung entdeckt, reißen ihn aus dieser Ordnung heraus und er begibt sich auf die Spuren des Autors ebendieses Buches, was ihn nach Lissabon führt. Die Handlung liest sich wie eine Reise durch Lissabon mit seinen Stationen, die einzeln für sich eine weitere neue Facette sowohl des Autos Prado als auch Gregorius‘ freilegen. Hierbei wechseln sich Passagen mit Schilderungen Nahestehender Prados über ebendiesen, Passagen seines Buches und innerer Empfindungen und Gedanken Gregorius‘ ab. Die stille und langsame Handlung lebt vor allem von der Atmosphäre, den inneren Bewegungen und den Begegnungen.
Bei den Protagonisten stehen sowohl Gregorius als auch Prado klar im Mittelpunkt. Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung, die die beiden im Verlauf des Buches vollziehen. Aber auch relevante Nebenprotagonisten erleben eine nachvollziehbare und schöne Entwicklung, die der Geschichte eine zusätzliche Facette und Tiefe verleiht. Wer stille und tiefgründige Romane mit philosophischem Tiefgang und existenziellen Fragestellungen mag, wird hier fündig.
Der Schreibstil ist philosophisch, klar und teils anspruchsvoll, was gut zur Handlung passt.
Minuspunkte: Das bereits erwähnte langsame Handlungstempo war an einigen Stellen sehr zäh und der philosophische Einschlag war mancherorts ein wenig zu anspruchsvoll.
Insgesamt kann ich das Buch empfehlen. - Fernando Pessoa
Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares
(88)Aktuelle Rezension von: Edith_HornauerPessoa, ein Verwandlungskünstler. Drei gleich er! Doch seine Sprache ist immer atemberaubend - fünf Sterne unbedingt auch für dieses Buch! - José Saramago
Die Stadt der Blinden
(564)Aktuelle Rezension von: Spoky313Die Stadt der Blinden bietet grundsätzlich ein sehr interessantes und ungewöhnliches Setting. Die Idee eines plötzlichen kollektiven Erblindens und der daraus resultierenden gesellschaftlichen Umbrüche ist auf den ersten Blick sehr spannend und hat ein hohes erzählerisches Potenzial.
Im Verlauf des Buches hat mich jedoch insbesondere der extrem abrupte und drastische gesellschaftliche Wandel irritiert. Dass nahezu alle Menschen plötzlich blind werden und die Gesellschaft so schnell in sich zusammenfällt, wirkte für mich stellenweise schwer nachvollziehbar.
Auch das Verhalten der Frau, die als einzige weiterhin sehen kann, hat bei mir Fragen offen gelassen. Insbesondere war für mich nicht ganz nachvollziehbar, warum sie sich nicht deutlicher sichtbar gemacht oder ihre Fähigkeit konsequenter eingesetzt hat, um die anderen zu unterstützen.
Während des gesamten Lesens habe ich mich zudem immer wieder gefragt, welche Intention der Autor mit dieser Geschichte verfolgt und was genau man als Leser am Ende mitnehmen soll. Diese Frage hat sich für mich bis zum Schluss nicht wirklich zufriedenstellend beantwortet.
Erschwerend kam hinzu, dass der Schreibstil mit sehr langen, verschachtelten Sätzen arbeitet, was den Lesefluss teilweise deutlich verlangsamt hat. Eine klarere Struktur mit kürzeren Sätzen hätte das Verständnis für mich erleichtert.
Das Ende wirkt zudem sehr abrupt und hinterlässt eher ein Gefühl der Unvollständigkeit als eine in sich runde Auflösung.
Insgesamt bleibt für mich eine eher enttäuschende Leseerfahrung, weshalb ich 2 von 5 Sternen vergebe.
- Thomas Mann
Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull
(322)Aktuelle Rezension von: MelB2508Thomas Mann ist natürlich ein Autor, den man direkt mit Deutschunterricht in der Schule in Verbindung bringt. Auch ich habe ihn seit meiner Schulzeit nicht mehr gelesen. Meine mittlere Tochter macht jetzt gerade Abitur und als ich ihr den Felix Krull besorgt habe, habe ich sie gebeten, ihn nach ihr lesen zu dürfen. Okay, es braucht ein bisschen, um in die Sprache einzutauchen - die berüchtigten Kettensätze, die sich über halbe Seiten ziehen, sind wie ich es noch erinnere definitiv kein Vergnügen beim Lesen. Mir persönlich gefällt es gut, wenn die Sprache nicht allzu modern ist und ich genieße es, wenn die Wortwahl ein bisschen altmodisch ist und Wörter einschließt, die definitiv nicht in meinem aktiven Wortschatz vorkommen. Wenn man diese stilistischen Dinge bedenkt und "reingekommen" ist, wird man mit einer Geschichte belohnt, die wirklich teilweise abstrus und haarsträubend ist und auch durchaus voller Komik. Einiges ist mir sogar ein bisschen zu abgedreht gewesen - wie die ältere Dame, die sich auf einen ONS mit Felix, dem Liftboy, einlässt und sich davon erregen lässt, dass er sie bestiehlt, oder natürlich auch die ganze "Sache" zwischen Felix und Mutter und Tochter Kuckuck in Lissabon.
Auch ist zu bedenken, dass die Geschichte recht abrupt endet, da das Buch nicht fertig gestellt wurde.
Alles in allem aber auf jeden Fall ein Roman von Thomas Mann, den man durchaus zum Vergnügen lesen kann und den ich daher auch weiter empfehlen kann!
- D.C. Odesza
DARK gleam CASTLE
(206)Aktuelle Rezension von: beccyMadison fährt auf eine Insel um die Schulden ihres Bruders bei den sogenannten Lords abzuzahlen. Dummerweise hat sie nicht an die Zinsen gedacht und muss die Zinsen anderweitig wieder gut machen 🌝... Nun ja das Ende vom Lied ist das sie innerhalb weniger Seiten durch das halbe Sonnensystem geb*mst wird, den die Lords heißen alle wie Planeten Jupiter, Saturno, Nepurno, Plutao, Joaquin.
Die Story ist mega weird und gleichzeitig extrem unterhaltsam. Bitte nur lesen wenn ihr das alles nicht so ernst nehmt 😂... Es ist pure Unterhaltungslektüre für zwischendurch.
- Kyra Groh
Alles, was ich in dir sehe (Alles-Trilogie, Band 1)
(257)Aktuelle Rezension von: GingerteabooksAnna fliegt nach ihrem Abi nach Portugal, um Urlaub zu machen. Leider kann sie auch dort ihrem Bruder und dem Marketingteam ihrer Familie nicht entfliehen. Durch Zufall trifft sie Helena und fängt an bei einer Hunderettungsstation zu helfen. Dort kommt sie Fynn näher. Ich mochte die Charaktere ganz gerne, aber manchmal war mir das Pacing ein bisschen zu langsam. Hundebabys waren natürlich ein Highlight.
- Gil Ribeiro
Lost in Fuseta
(235)Aktuelle Rezension von: Kathy25Leander Lost leidet am Asperger-Syndrom ... so würden es sog. neurotypische Menschen wohl formulieren. Aber so ist es eigentlich nicht - wenn Leander leidet, dann daran, wie mit Menschen umgegangen wird, die - wie er - anders sind. Ein Problem, das wir alle in irgendeiner Form kennen ...
Schon in Band 1 nimmt Leander uns Leser auf faszinierende Weise mit in seine Welt und seine Sicht der Dinge.
Es sind Vernunft, Verstand und Logik, an denen er alles bemisst und beurteilt - dennoch legt er eine erstaunliche Toleranz und sympathische Empathie an den Tag.
Ein wunderbares Buch - zum einen ein gut erzählter, spannender Krimi, zum anderen die Begegnung mit starken Charakteren, die sich im Laufe der Zeit sehr zu schätzen lernen, sich ergänzen und gemeinsam einfach mehr sind als die Summe der Individuen.
Leander ist faszinierend - ein Freund wie er fehlt mir sehr in meinem Leben. - Kristina Moninger
The First to Fall
(179)Aktuelle Rezension von: mymagicalbookwonderlandRezension
Buchname: The First to Fall // In Love at Last: Die Red-Summer-Serie in einem Bundle | Die berührende New-Adult-Suspense-Serie von #1-SPIEGEL-Bestsellerautorin Kristina Moninger
Autor: Kristina Moninger
Seiten: 898 (Print)
Fromat: als Ebook erhältlich
Verlag: Forever
Sterne: 4
Cover:
Das Cover ist richtig schön gestaltet worden. Der Buchtitel stehen in dunklen und hellen Buchstaben im mittleren/unteren Bereich. Man kann Berge und Wolken auf dem Cover erkennen. Der Farbverlauf passt perfekt auf beide Cover. . .. Auf dem ersten Blick ist das schon mal sehr ansprechend.
Klappentext: (aus Amazon übernommen)
»Fesselnd, authentisch, romantisch. Kristina Moninger schreibt wahrhaftig meisterhaft.« SPIEGEL-Bestsellerautorin Kathinka Engel
THE FIRST TO FALL
Manchmal fügen dir gerade die, die du am meisten liebst, den tiefsten Schmerz zu.
Jakobs Träume zerplatzen, als es bei einer Bergtour mit Freunden zu einem tragischen Vorfall kommt. Von der Polizei verdächtigt, darf er das Land nicht verlassen. Zugleich ist er gezwungen, das Alpenchalet seiner Mutter vor dem Ruin zu bewahren. Besessen widmet er sich dieser Aufgabe, bis Aurora mit ihrem Van auftaucht und Nachforschungen zum Tod ihrer Schwester anstellt. Ohne zu ahnen, welches erschütternde Geheimnis zwischen ihnen steht, fühlen sie sich magnetisch voneinander angezogen. Doch Jakob kämpft verbissen gegen die Gefühle an, denn er glaubt, ihre Liebe nicht zu verdienen. Nicht nach dem, was er getan hat …
IN LOVE AT LAST
Ein Cold Case in schwindelerregender Höhe. Zwei Liebende zwischen dunklen Geheimnissen. Können sie die Wahrheit ertragen?
Verena wollte nie mehr zurück in ihre Heimat an den Felsenhimmel. Zu sehr haben sie die fatalen Ereignisse des vergangenen Sommers geprägt. Doch dann führt sie ein Modeljob ausgerechnet wieder dorthin, wo sich ihr Leben für immer verändert hat. Zu allem Überfluss muss sie sich auch noch mit dem attraktiven, aber viel zu direkten Mattia ein Chalet teilen. Verena ahnt nicht, dass der ehemalige Polizist den Auftrag hat, die Wahrheit über den Sommer ans Licht zu bringen, der alles verändert hat ...
Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist total flüssig, liest sich super und ist sehr leicht verständlich.
Charaktere:
Die Hauptprotagonistin ist Aurora und Verena
Der Hauptprotagonist ist Jakob und Mattia
Ich fande alle Charaktere von Anfang an total sympathisch und liebenswert. Des weiteren gibt es noch ein paar andere Charaktere. . Meiner Meinung nach sind alle Charakter sehr gelungen und haben einen sehr guten Platz im Buch bekommen.
Meinung:
!!!! Achtung !!! Könnte Spoiler erhalten!!!
Mir hat „Red-Summer-Bundle“ von Kristina Moninger echt gut gefallen. In diesem Bundle sind folgende Bücher enthalten: The First to Fall // In Love at Last.
In „The First to Fall“ geht es um Jakob, der nach einem tragischen Unfall von der Polizei verdächtigt wird und deshalb nicht das Land verlassen darf. Außerdem muss er das Alpenchalet von seiner Mutter vor dem Ruin retten. Als dann aber noch Aurora auftaucht, ist sein Chaos perfekt. Den Aurora hat ein Geheimnis. Mehr möchte ich nicht über den Inhalt verraten ;)
In „In Love at Last“ geht es um Verena, die nie wieder zurück wollte. Aber das ändert sich, als sie einen Modeljob bekommt und nach Hause kommt. Zusätzlich muss sie sich noch ein Chalet mit Mattia teilen. Doch Mattia hat ein Geheimnis. Auch hier möchte ich nicht mehr verraten ;)
Mir persönlich haben beide Bücher im Bundle echt gut gefallen. Ich mochte einfach die ganze Art und Weise von Kristina unheimlich gerne. Ihren locker leichten Schreibstil, der sehr berührend aber auch „spannend“ war. Die Charaktere haben meiner Meinung nach alle eine tolle Entwicklung durchgemacht. Deshalb fande ich sie auch sehr authentisch und sympathisch. Die Story war für mich auch gut ausgearbeitet. Das Setting in den Alpen war für mich persönlich einfach ein totales Träumchen. Mir hat es auch gut gefallen, das die Bücher einen gewissen Tiefgang hatten. Das hat mich schon sehr berührt. Ja mir hat das Bundle echt gut gefallen. Deshalb bekommt „Red-Summer-Bundle“ von mir auch sehr verdiente 4 Sterne und eine klare Leseempfehlung.
Fazit:
Tolles Ebook Bundle, mit zwei sehr berührenden und authentischen Büchern.
- Lilly Lucas
This could be forever
(210)Aktuelle Rezension von: Schnuckelinchen2712Ein gelungener Abschluss der Reihe und wie alle Bücher bisher ein richtigs Wohlfühl-Buch ☺️
Die Protagonisten sind liebevoll geschrieben und man schließt sie schnell ins Herz. Die Geschichte ist romantisch, emotional und sorgt für viele schöne Lesemomente. Es war auch schön, von den Protagonisten der anderen beiden Bücher zu hören ☺️ ich werde Hawaii auf jeden Fall vermissen ☺️
Für mich ein perfektes Ende der Reihe 📚✨🌺🌊🏄🏼
- Adriana Popescu
Morgen irgendwo am Meer - Der Roman zum Film
(184)Aktuelle Rezension von: SinaAnisNachdem ich das Buch "Mein Sommer auf dem Mond" total gut fand, musste ich mir mehr von der Autorin holen.
Morgen irgendwo am Meer darf man definitiv nicht als leichte Sommerlektüre abstempeln. So wie man Adriana Popescu kennt, schreibt sie keine Bücher, die nicht auch irgendwie einen tieferen Sinn haben- so auch dieses.
Auch dieser Jugendroman hat mir also total gefallen, auch wennn ich am Anfang ziemlich Mühe hatte, in die Geschichte rein zu finden, da es gerade am Anfang viel Drama und Unzufriedenheit gab.
Beide meine bisher gelesenen Bücher, konnten mich aufgrund des Schreibstils aber auch wegen den diversen Charakteren und deren Geheimnisse fesseln.
Ich kann also ihre Bücher total empfehlen, einfach nicht unterschätzen
- Franziska Jebens
Immer am Meer entlang
(134)Aktuelle Rezension von: Renee_KrillEin wundervolles Buch, das mich durch Europa am Meer entlang hat reisen und meinen eigenen Roadtrip herbeisehnen hat lassen! Die Charaktere waren für mich unglaublich nahbar und vielschichtig und vor allem Papadolous habe ich ins Herz geschlossen! Auch ein paar Reisetipps, die man so vielleicht noch nicht kannte, kann man hier finden😉
- Gloria Goldreich
Die Tochter des Malers
(68)Aktuelle Rezension von: SchimmerEs ist in dieser umfangreichen Lebensgeschichte, erzählt von der Tochter des Ehepaares Marc und Bella, vielleicht nicht alles authentisch, aber die Grundzüge der Charaktere werden deutlich gezeichnet, die Fakten stimmen sowieso. Schade, dass das Buch keine Abbildungen der Gemälde enthält, die und deren Entstehung beschrieben wird. Kann man ja aber anderweitig nachschlagen.
Mir hat das Lesen des Romans Freude gemacht, auch wenn er etwas kürzer hätte sein können, war es doch eine interessante und kurzweilige Lektüre.
Befremdlich fand ich nur Idas Geduld mit ihrem Vater, und dieses oft wiederkehrende Traum-Thema.
- Robert Wilson
Tod in Lissabon
(34)Aktuelle Rezension von: LisaCouToller atmosphärischer und komplexer Krimi, den ich gelesen habe, weil ich letztes Jahr in Lissabon eine schöne Zeit hatte. Die Geschehnisse reichen zurück ins Dritte Reich und der Autor verknüpft die labyrinthischen Erzählsprünge zu einem spannenden Gesamtwerk, das mich am Ende sehr nachdenklich gemacht hat. Darüber, welche unheimliche, weitreichende Macht eine einzige falsche Entscheidung im Leben vieler Menschen haben kann.
Nachtzug nach Lissabon: Roman von Pascal Mercier (20. August 2004) Gebundene Ausgabe
(28)Aktuelle Rezension von: PinaColadaDas Langatmige, das Nachdenken und Begreifen im Denken, das Auseinandernehmen, Ausbreiten, Analysieren und wieder neu Zusammensetzen um ganz genau zu verstehen, was vor sich geht. Genau das sagt mir an diesem Schreibstil so zu. Und immer wieder begegnen einem philosophische Denkweisen, die nur von einem Studium der Philosophie herrühren können.
- D.C. Odesza
Sehnsüchtig Vergangen
(73)Aktuelle Rezension von: AnnaLovesBooksEinleitung
Im fünften Band der „Sehnsüchtig“-Reihe von D.C. Odesza wird Maron vor die schwerste Herausforderung gestellt. Nach ihrer Trennung und einem Wiedersehen mit den Chevalier-Brüdern erwartet sie eine schwierige Prüfung, die nicht nur ihre Beziehung zu Gideon, sondern auch ihre Stärke auf die Probe stellt.
Handlung ohne Spoiler
Nach ihrem vorübergehenden Rückzug trifft Maron erneut auf die Chevalier-Brüder – doch statt Klarheit erwarten sie neue Herausforderungen. Gideon konfrontiert sie mit einer emotionalen Prüfung, die nicht nur ihr Vertrauen testet, sondern auch Marons Vergangenheit ans Licht bringt. Während sie sich bemüht, den Anforderungen gerecht zu werden, muss sie entscheiden, ob sie bereit ist, sich den Brüdern wieder zu öffnen und den Geistern ihrer Vergangenheit zu begegnen.
Schreibstil und Atmosphäre
D.C. Odesza gelingt es, eine eindringliche und intensive Atmosphäre zu schaffen, die die Leserschaft mitreißt. Der Schreibstil bleibt bildhaft und fesselnd, was die Spannung und Emotionalität verstärkt und die Vielschichtigkeit der Charaktere sowie die drängenden Konflikte spürbar macht.
Spannungsbogen und Wendungen
Der Spannungsbogen ist in „Sehnsüchtig Vergangen“ besonders straff. Unerwartete Wendungen und die Offenbarungen aus Marons Vergangenheit sorgen dafür, dass die Geschichte bis zur letzten Seite spannend bleibt. Die immer wieder neu aufkommenden Prüfungen und Herausforderungen lassen die Charaktere wachsen und führen zu überraschenden Entwicklungen.
Charaktere
Maron zeigt sich in diesem Teil von ihrer verletzlichsten, aber auch stärksten Seite. Ihre Begegnung mit den Chevalier-Brüdern, insbesondere Gideon, beleuchtet die Tiefe ihrer Gefühle und ihren Mut, sich den Schatten ihrer Vergangenheit zu stellen. Die Brüder entwickeln sich weiter, und neue Facetten ihrer Persönlichkeiten werden enthüllt, die ihre Verbindung zu Maron noch spannender machen.
Fazit
„Sehnsüchtig Vergangen“ ist ein intensiver fünfter Band, der nicht nur durch neue emotionale Herausforderungen fesselt, sondern auch durch die faszinierende Entwicklung der Charaktere überzeugt. Die Mischung aus Romantik, Spannung und Tiefe macht diesen Teil zu einem weiteren Highlight der Reihe.
- Gil Ribeiro
Spur der Schatten
(122)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannGäbe es nur mehr von dieser Sorte Krimi: exzellente Unterhaltung, vielseitige Informationen und als i-Tüpfelchen einen Ermittler der besonderen „Sorte“.
In seinem zweiten Auftritt an der portugiesischen Süd-Atlantikküste sorgt auch dieses Mal der deutsche „Austausch-Kommissar“ Leander Lost mit seinem besonderen Verhalten für mancherlei Irritationen. Allerdings hat er durch seine messerscharfen Analysen („Seine Kausalketten waren zwingend wie ein fugenloser Korridor ohne Abzweigung.“) und liebenswerten Marotten schnell die Herzen seiner portugiesischen Mitstreiter erobert.
Als Autist (Asperger) und Eidetiker (fotografisches Gedächtnis) ist er ständig auf der Suche, in seinem Gegenüber die Merkmale zu erfassen, um im menschlichen Kontakt mit „Neurotypischen“ zu bestehen („[…], war ihm das Ungesagte meist ein Rätsel. Denn es verkroch und verbarg sich ziemlich erfolgreich zwischen den Zeilen und Silben. Es schwang mit, ohne je Gestalt anzunehmen, ja, es war unsichtbar für ihn und entwand sich seinem Griff bereits, bevor er seine Hand danach ausgestreckt hatte.“). Hierzu bedient er sich der nur für sekundenbruchteile flüchtigen Gesichtsausdrücke (Mikroexpressionen) und zur Entschlüsselung des „guten Tons“ eines (fiktiven) Werks von Daniel B. Tucker: Das Kompendium sinnloser Sätze. Diese führt zu mach witzigen Dialogen und entspannt auch die kriminalistische Arbeit in einem Fall, der auch die koloniale Vergangenheit Portugals und die sich daraus immer noch ergebenden Verbindungen und den darüberliegenden Schatten (As Sombras) zum Thema hat.
Subtil werden die Fährten gelegt und Parallelschauplätze eingeflochten. Während sich die Ermittler an der Aufklärung eines Mordes an einer Kollegin abarbeiten, werden im Hintergrund bereits die Fäden für den „großen Fall“ gesponnen. Auch wenn erst im letzten Drittel die Spannungsbreme gelockert wird, heißt das nicht, dass bis dahin die Geschichte nur so dahindriftet. Nein, denn es gibt, sozusagen als Zugabe auch noch eine Liebesgeschichte – und zwar eine ganz (Sorry) entzückende, die sogar für Tränen sorgen könnte … Aber was hier rundum das Asperger-Syndrom vermittelt wird ist erstklassig – und kann helfen, diesen Menschen mit einem anderen Blick zu begegnen.
Kurz: ein erstklassiger Krimi mit vielen zusätzlichen wissenswerten Informationen.
(5.7.2020)
- Jakob Wegelius
Sally Jones - Mord ohne Leiche
(39)Aktuelle Rezension von: Sanne54Anders als der Titel vielleicht vermuten lässt, handelt es sich bei "Mord ohne Leiche" nicht primär um einen Kriminalroman; der Kriminalfall ist die Einleitung zu einem Abenteuerroman der alten Schule, erzählt mit viel Liebe zu Details, Weitschweifigkeit und Abenteuerlust, der es aber mit über 600 Seiten auch in sich hat- alleine das Gewicht. Die Empfehlung lautet für Kinder ab 10 Jahre, ich würde sagen ein wenig Geduld und Übung müssen die Kinder aber auch mitbringen, denn hier wird die lange Reise der ungewöhnlichen Gorialladame Sally Jones erzählt, um ihren besten Freund zu retten. Dafür werden sie mit einer mit viel Liebe zu den alten, großen Abenteuerromanen erzählten Geschichte belohnt. Geeignet ist das für Kinder, denen Geschichten im Stil von Jules Verne gefallen. Die detailreichen Bilder zu Beginn der Kapitel erinnern an Stiche. So bekommen auch die zentralen Figuren ein Gesicht, da sie bildlich zu Beginn des Buchs vorgestellt werden. Auch das Titelbild passt sehr gut zum Stil des Romans.
Zum Inhalt: Die sehr intelligente und handwerkliche begabte Gorilladamen Sally Jones erzählt uns ihre Geschichte. Sie kann die Menschensprache verstehen und durchschaut so einiges, kann sich aber nicht in unserer Sprache artikulieren. Sie arbeitet als Maschinistin und einziges Besatzungsmitglied mit ihrem Chief Koskela, mit dem sie auch eine tiefe Freundschaft verbindet. In wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, nehmen die beiden einen etwas dubiosen Auftrag an, an dessen Ende der Kapitän im Gefängnis landet: Er soll im Streit einen anderen Mann getötet haben, die Leiche ist im Hafen ins Wasser gefallen und verschwunden. Sally Jones ist untröstlich, kommt schließlich bei der begabten, aber unbekannten Fado-Sängerin Ana unter und arbeitet für einen Instrumentenbauer. Dann stellt sich aber heraus, dass der mutmaßlich Getötete nur untergetaucht ist. Sally Jones schifft sich nach Indien ein, um mit dem lebenden Mann auch den Beweis für die Unschuld des Chiefs zu erbringen. Der erste Teil spielt in Portugal, das Ende auch, dazwischen spielen erhebliche Teile in Indien.
Schade ist lediglich, dass sowohl die Rückkehr nach Portugal als auch die Aufklärung des Verbrechens am Ende eher Produkte des Zufalls sind. Hier hätte ich mir, passend zum Buch doch etwas mehr Raffinesse gewünscht, daher der Punktabzug.
Sally Jones ist sehr vermenschlicht, liefert aber dennoch eine ganz eigene Sicht auf die Dinge. Die Kernbotschaft, also die Bedeutung von Freundschaft, ist eine sehr wichtige. Ich konnte mich schnell auf die ungewöhnliche Protagonistin einlassen.
- Stefan Kuhlmann
Umweg zum Sommer
(55)Aktuelle Rezension von: Eva_GMartins Leben ist gerade geprägt von Geldproblemen und fehlender Inspiration für neue Songs. Denn der Chartstürmer hatte in den Nullerjahren einen Hit, der ihm zu großem Ruhm verholfen hat, konnte aber keinen zweiten nachlegen und ist so wieder in Vergessenheit geraten. Dennoch hat Martin sein Leben der Musik verschrieben und muss deshalb auch den Gig als Aushilfsbassist einer anderen Band annehmen. Obwohl er bereits 49 Jahre alt ist, hat er kaum Geld und lebt immer noch in seiner Studentenbude. Als seine Freundin Sophie auch noch Schluss macht, hat er das Gefühl, wieder bei Null starten zu müssen. Als aber nun seine Schwester Nicole aufgrund eines Burnouts eine Therapie in Bayern antreten muss, hat er automatisch die Verantwortung für ihren Sohn Karl. Für Martin droht der Gig in Portugal ins Wasser zu fallen - höchstens er fährt einfach und erzählt seiner Schwester nichts davon. Das ist der Beginn eines ganz besonderen Roadtrips, der für so manchen unvergesslichen Moment für Martin und Karl sorgt.
Stefan Kulmann hat hier einen unterhaltsamen, kurzweiligen Sommerroman geschaffen, der teilweise nachdenklich stimmt, aber auch mit so mancher Situation zum Schmunzeln aufwartet. Die Reise führt Onkel und Neffe durch die Schweiz, Italien, Frankreich, Spanien und Portugal und schon allein durch die wechselnde Kulisse dieser südeuropäischen Länder kommt Urlaubsstimmung auf. Da sich der Erzählstil des Autors flüssig liest, fliegen die Seiten nur so dahin.
Obwohl ich anfangs ein paar Schwierigkeiten mit dem Einstieg in die Handlung hatte und erst im zweiten Drittel in einen stetigen Lesefluss gefunden habe, konnte ich letztlich den Roman sehr genießen und in die besondere Atmosphäre eintauchen. Da mir beide Protagonisten im Lauf der Geschichte immer mehr ans Herz gewachsen sind, war ich mit dem Ende sehr zufrieden und fand es perfekt gelungen.
- Peggy Hohmann
Der grüne Palast
(75)Aktuelle Rezension von: Hellena92Wien, 1816: Gräfin Lazansky wird beauftragt, Erzherzogin Leopoldine nach Brasilien zu begleiten. Vor ihnen liegt eine aufregende und zugleich beschwerliche Reise ans andere Ende der Welt. Die junge Gräfin ist wenig erfreut, dass auch Fürst Metternich mit von der Partie ist. Der kluge politische Kopf gilt am Hof als skrupelloser Schürzenjäger. Er war es auch, der die Hochzeit mit dem portugiesischen Thronfolger für Leopoldine eingefädelt hat. Was die Frauen nicht ahnen: Seine Beschreibungen des fernen Paradieses erweisen sich als eine große Lüge.
Mein Fazit:
So ein schönes Cover. Das ganze in briefformat zu schrieben war eine schöne Idee. Aber ich hab mich nicht abgeholt gefühlt. Alles wirkte abgehackt und lieblos. Ich war irgendwann so gelangweilt, dass ich abgebrochen habe
- Gil Ribeiro
Dunkle Verbindungen
(72)Aktuelle Rezension von: GiseLeander Lost und seine Freundin Soraia sind zusammengezogen und freuen sich auf ihre Hochzeit. Doch als in einem Golfteich eine weibliche Leiche gefunden wird und kurz darauf ein brutaler Überfall auf einen Geldtransporter stattfindet, ist es erst mal vorbei mit der Ruhe. Vor allem weil dieser Überfall an den Tod von Elias erinnert, Graciana Rosados Bruder, der bei einem ähnlichen Überfall ermordet wurde. Während Kollege Duarte bei einem Schusswechsel sein Gedächtnis verloren hat, müssen Graciana und ihre Familie sich mit den Geistern ihrer Familiengeschichte auseinandersetzen. Der Fall wartet mit einigen Überraschungen auf...
Das Buch ist der sechste Band der Reihe um den autistischen deutschen Ermittler Leander Lost, der an der Algarve einen neuen Platz für sich gefunden hat. Die Fälle sind in sich abgeschlossen und können unabhängig voneinander gelesen werden, wobei ich finde, dass dann sehr viel verloren geht, weil man die Entwicklung der Charaktere nicht ganz nachvollziehen kann. Mir gefällt die Figur des autistischen Ermittlers, weil er mit seinen Besonderheiten gerade in diesem Ermittlerteam seine ganz besondere Rolle gefunden hat. Zudem gibt es immer wieder humorvolle Situationen, wenn der Leser sich die Welt mit Losts Augen betrachtet. Das bleibt aber, wie auch in den bisherigen Bänden, immer sehr achtsam für Losts Besonderheiten, so dass der Schwerpunkt nach wie vor darauf bleibt, wie er mit seinen Eigenheiten zur Aufklärung des Falles beitragen kann. Und der hat es diesmal wirklich in sich, er gerät zu einem sehr persönlichen Fall für Graciana.
Auch der sechste Band der Reihe hat mich von der ersten Seite an fesseln können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und bin schon ganz gespannt auf den nächsten Fall mit diesem besonderen Ermittlerteam von der Algarve. Ich vergebe alle 5 möglichen Sterne.
- Gil Ribeiro
Lautlose Feinde
(55)Aktuelle Rezension von: sunny-girlDieses Buch fand ich nicht so gelungen. Für mich war die Geschichte um die Hochzeit zu ausführlich. Auch brauch eigentlich nicht in jeden Buch Losts Macken beschrieben werden. Es langweilt langsam. Die Spionagegeschichte fand ich verworren. Die Zeitsprünge haben mich gestört. Für mich hat sich die Reihe langsam totgelaufen.
- Gil Ribeiro
Schwarzer August
(155)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannNein, auch dieser vierte Fall aus der Reihe „Lost in Fuseta“ hat mehr zu bieten als krimitypische Spannung, vermischt mit ein wenig Liebelei. Hier kommen ziemlich viele Facetten zusammen, ohne dass man um den Überblick ringen müsste. Insofern ein großes Kompliment an den Autor, der es erneut schafft, dem Leser die so fragile Gestalt eines Autisten mit Asperger-Syndrom mit dem notwendigen Feingefühl näherzubringen. Dieser Roman ist gleichzeitig eine Hommage an das Land, speziell die Südküste Portugals, die Algarve, mit ihren sympathischen Bewohnern. So stellt sich beim Lesen eigenständig, quasi unbewusst, ein gewisses Fernweh ein.
Menschlichkeit und Mitgefühl tragen diesen Roman bis zum Schluss. Und wer nah am Wasser gebaut ist, wird nicht umhinkommen, ein paar Tränen zu vergießen. Und das will schon etwas heißen – es sind doch nur ein paar Worte auf hellem Papier. Aber die haben es in sich …
Dieser Roman hat aber auch eine Botschaft im Gepäck, ohne diese allerdings mit erhobenem Zeigefinger zu vertreten. Es geht daher nicht nur um Geldwäsche im Zusammenhang mit Immobilien oder Waffengeschäfte und Rohdiamanten (die Bezahlweise für Warlords, die die notwendigen Geldmittel nicht bar zur Verfügung haben), nicht nur um Überfischung durch industriell betriebene Fischerei und nicht nur um blutige Stierkämpfe. Nein, bei und in Verbindung mit all diesen Dingen geht es auch darum, dass sich jemand in den Kopf gesetzt hat, die Erde ein bisschen besser zu verlassen, „als er sie vorgefunden hat.“
Und wäre dies alles nicht schon genug, so erfahren wir hier was es bedeutet, einer Liebe den Raum zu geben, den sie braucht, um überleben zu können. Fürwahr ein Meisterwerk …
(23.8.2020)
- Johannes Klaus
The Travel Episodes
(5)Aktuelle Rezension von: sabatayn76‚Mögen sie euch an ferne Orte entführen. Mögen sie euch Lebensweisen näherbringen, die ihr so nie für möglich gehalten hättet. Mögen sie euch inspirieren und zum Staunen bringen. Und Mut machen, euch selbst und die Welt kennenzulernen.‘ (Seite 15)
Bei ‚The Travel Episodes. Neue Reisegeschichten von allen Enden der Welt‘ handelt es sich um den dritten Teil der von Johannes Klaus herausgegebenen Reisegeschichten.
Der Leser wird auch diesmal an exotische sowie an ganz gewöhnliche Orte mitgenommen, an denen die Autoren ganz besondere Geschichten erlebt haben.
Gegliedert ist der dritte Band in ‚Das Glück des Fremdseins‘, wo der Leser unter anderem die Südsee, Russland und Syrien virtuell bereist, ‚Aus Angst wird Mut‘, wo einen die Autoren mit nach Wales, Kroatien, die Mecklenburgische Seenplatte, an die Elfenbeinküste etc. mitnehmen, sowie ‚Allein ist nicht einsam‘, wo man Geschichten aus und über Peru, Myanmar, Finnland u.v.a. folgen kann.
Ich kenne Band 1 und Band 2 der Travel Episodes und finde den dritten Band im Vergleich etwas schwächer. Einige der Autoren kannte ich zudem schon, so dass die Geschichten nicht wirklich neu für mich waren.
Viele der Geschichten schaffen es jedoch, den Leser vor Ort zu versetzen, lassen ihn beim Lesen träumen, Abenteuer vom heimischen Sofa aus erleben, besondere Fleckchen der Erde entdecken, exotische Speisen kosten und/oder aufatmen, weil der Autor seine aufregende Tour unbeschadet überstanden hat.
Manche der Geschichten sind einfach von Grund auf spannend (z.B. die Reise von Dominik Mohr nach Syrien vor dem Krieg), andere sind hervorragend, mit großer Spannung oder viel Witz erzählt (z.B. die Kreuzfahrt von Philipp Laage oder die Indien-Reise von Oleander Auffahrt), wieder andere fand ich persönlich kaum interessant (z.B. die Ruhrpott-Geschichte von Karin Lochner). Alles in allem ist aber für jeden etwas dabei, weil die Geschichten so heterogen geschrieben sind und vollkommen unterschiedliche Orte und Reisearten behandeln. - Luis Sellano
Portugiesische Tränen
(25)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerEin Whiskey, ein Lieferschein und eine Fahne, drei Dinge, die auf den ersten Blick nichts gemein haben, und doch führen sie Henrik Falkner auf die Spur eines weiteren ungeklärten Falls, den sein verstorbener Onkel ihm gemeinsam mit dem Antiquariat vererbt hat. Die Hinweise führen Falkner zur japanischen Botschaft und mitten hinein in einen Kampf um einen seltenen Koi. Die Beteiligten würden töten für den wertvollen Fisch. Aber wer von ihnen geht tatsächlich bis zum äußersten?
Obwohl der dritte Band einer Reihe, so kann er doch vollständig für sich alleine stehen und ist auch ohne Vorkenntnisse verständlich. Im Verlauf wird über vergangene Ereignisse, die zumindest einen geringen Einfluss auf die aktuellen Geschehnisse haben, ausreichend informiert. Selbst wenn man erst nach der Lektüre später erschienener Bände auf diesen Fall zurückgreift, merkt man sofort, dass nichts relevantes vorweggenommen wurde, das Rätsel absolut ungelöst vor einem liegt.
Nicht immer sind die Gedankengänge Falkners für den Leser sofort nachvollziehbar, dennoch folgt man ihm bereitwillig in jede noch so brenzlige Situation. Vermutlich könnte er selbst nicht beantworten, ob er sich der bevorstehenden Gefahren nicht bewusst oder einfach nur lebensmüde ist. Allerdings muss man trotz allem unumwunden zugeben, dass durch seinen Leichtsinn immer mehr Gegenspieler ihre Maske fallen lassen, wodurch die Handlung merklich angetrieben wird.
Zunächst noch ein bisschen verhalten, schließlich müssen die gefundenen Artefakte erst einmal einen Sinn ergeben, wird der Spannungsaufbau stetig vorangetrieben. Konzentration ist ebenso geboten, um nicht die Orientierung zu verlieren oder gar in eine geschickt platzierte Falle zu tappen. Einmal gefangen im Kosmos rund um den angebeteten Fisch, scheint ein geordneter, gewaltfreier Rückzug unmöglich. Die Frage ist nun, wie stark die Blessuren sein werden, die man davonträgt.
Luis Sellano gelingt es regelmäßig aus eher unscheinbaren, fast schon trivial anmutenden Hinweisen eine komplexe Geschichte zu formen, deren Ausmaß womöglich selbst für den Autor im Vorfeld nicht unbedingt zu erfassen ist. Über unbedachte Aktionen der Hauptfigur lässt sich mitunter streiten, aber gerade die Unberechenbarkeit des Charakters zieht den Leser in den Bann. Ab und an wird das Tempo ein bisschen zu sehr heruntergefahren, hier wünscht man sich ein wenig mehr Kontinuität. Ansonsten ist man schlichtweg gespannt welche Geheimnisse das Antiquariat noch preisgeben wird.























