Bücher mit dem Tag "promiskuität"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "promiskuität" gekennzeichnet haben.

66 Bücher

  1. Cover des Buches Das Licht (ISBN: 9783446261648)
    T. C. Boyle

    Das Licht

     (96)
    Aktuelle Rezension von: mariameerhaba

    Es ist der Stil, der dieses Buch so besonders gut macht. Ich liebe es, wie er mit der Sprache umgeht mit kurzen Sätzen, mit einer gewissen Hektik darin, die einen nicht stört, weil der Stil den Leser mitzieht und dafür sorgt, dass man nicht nur die Figuren kennt, sondern zu den Figuren wird.

    Das Buch ist nicht eines dieser Drogengeschichten, die mit Farben zu punkten versuchen oder ein miserables Leben zur Schau stellen, sondern es beginnt langsam, zeigt uns den Effekt von LSD, nicht alles, zumindest eine Ahnung davon, und sorgt dann Schritt für Schritt dafür, dass die Figur von einem Wissenschaftler zu einem Junkie mit Diplom mutiert.

    Ich bin von der Sprache begeistert, der Wortgewandtheit des Autoren, der gerade aus einer langweiligen Geschichten etwas so Großartiges kreiert hat. Im Laufe der Handlung tauchen viele Fragen, bei denen ich mich gefragt habe, wie der Autor gedenkt, diese zu beantwortet. Er tut es nicht, was nicht raffiniert ist, sondern einfach nur blöd. Vor allem das Ende ist weit offen für jegliche Interpretation, was ich nicht ausstehen kann. Wieso schließt der Autor nicht einfach die Geschichte ab? Es wirkte für mich so, als wäre Boyle am Schluss die Puste ausgegangen und er hätte einfach beschlossen, die Geschichte so zu beenden.

    Trotzdem habe ich es gern gelesen. T.C. Boyle ist definitiv einer meiner Lieblingsautoren.

  2. Cover des Buches So bin ich nicht (ISBN: 9783351036287)
    Anneliese Mackintosh

    So bin ich nicht

     (48)
    Aktuelle Rezension von: JohannesGroschupf
    In Macintoshs Stories hört man die Stimme einer neuen Generation: rau, patzig, unbestechlich und verletzt. Die Stimme einer Generation, die in ihrem Leben zu viele To-do-Listen angefertigt hat, die sich im Hamsterrad der Selbstoptimierung totläuft, die nach einem Internet-Artikel die Selbstdiagnose Borderline stellt, die sich im Sportstudio neben anderen Selbstoptimierern perfektioniert, die Motivationssprüche („SEI ALLES WAS DU SEIN KANNST“) auf ihren T-Shirts trägt, die über prekäre Jobs nicht klagt, weil sie nichts anderes mehr kennt, aber im Grunde das Gefühl nicht los wird, von Anfang an verraten und verkauft zu sein.

    Sex gibt es ohne große Umschweife, dafür ist er gleich wieder vorbei. Alkohol gibt es überall, und den Kater danach als Bonus-Track. Jobs gibt es auch, aber sie machen einen so fertig, dass man abends nur noch trinken will. Und nicht zu vergessen die Liebe, die wirkliche und wahrhaftige, doch man nehme sich vor ihr in Acht, denn sie kann schrecklich wehtun.

    Die Texte zeichnen sich durch ihre Kürze aus; Macintosh kommt schnell zum Eigentlichen. In „Wenn ich einmal tot bin“ entwirft sie kurzerhand ihre eigene Beerdigung, anspruchslos, doch überaus detailliert: „Ich meine, machen wir uns nichts vor – ich bin tot, und ich soll eingeäschert werden. Da brauche ich keine Schuhe. Und Mascara könnt ihr weglassen, weil meine Augen geschlossen sind. Aber ein bisschen Aufwand darf trotzdem sein. Schönes Kleid, neue Strumpfhose. Etwas Lipgloss.“
    Dieser leicht zynische Narzissmus endet zwanglos im bescheidenen Wunsch: „Ganz schön fände ich auch, wenn fünf Minuten nach dem Ende der Feier die Welt untergehen könnte. Nichts Luxuriöses. Nur eine kleine Apokalypse.“ Sie wünscht sich nichts Protziges: „Nur eine kurze, diskrete Implosion. Einen ruhigen Ausklang.“

    Nicht leicht zu verdauen, aber wirklich ein tolles Debüt.
  3. Cover des Buches Elementarteilchen (ISBN: 9783832162788)
    Michel Houellebecq

    Elementarteilchen

     (425)
    Aktuelle Rezension von: Stephan_Belka

    Michel Houellebecq: das "Enfant terrible" der französischen Literatur mit seinem besten Buch. Egal, wie man zu ihm steht: Schreiben kann der Mann!!!

    Ich war etwa 25, als ich dieses Buch las: Es war ein Schlag ins Gesicht! Das Buch hatte mich total umgehauen. Wie brutal in "Elementarteilchen" die Abschaffung der Spezies "Mensch" gefeiert wird. Schrecklich und grandios zugleich.

    Ich teile nicht die Ansichten des Autors, aber dieses Buch ist schlicht und einfach eine Meisterleistung!

  4. Cover des Buches Das Böse unter der Sonne (ISBN: 9783455650273)
    Agatha Christie

    Das Böse unter der Sonne

     (139)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Einer der bekanntesten Krimis mit Hercule Poirot, die Verfilmung läuft ja des öfteren im TV. Auch wenn man die Auflösung schon kennt (die hier natürlich nicht verraten wird), ist es doch atemberaubend, wie am Ende das Image des bildschönen Mordopfers um 180 Grad gewendet wird und man fetsstellt, daß so ziemlich nur Unwahrheiten und Gehässigkeiten über sie kursierten. Ehepaar Gardener ist zum Schießen, und Monsieur Poirot erwacht nur ganz langsam aus seiner Sommerlethargie, wenn er den "Sherlock Holmes spielt". Auch ein sehr schönes Zeit- und Gesellschaftsporträt!

  5. Cover des Buches 9 Tage wach (ISBN: 9783841906298)
    Eric Stehfest

    9 Tage wach

     (67)
    Aktuelle Rezension von: Lela0410

    Eric Stehfest, ein bekannter deutscher Soap-Darsteller, war in seiner Jugend jahrelang von der Partydroge Crystal Meth abhängig. Durch eine einjährige Entziehungskur – Auslöser war ein neun Tage langer Rausch, den er fast nicht überlebte – schaffte er den Absprung. Heute ist er clean, verheiratet und Familienvater und hat es sich zur Aufgabe gemacht, über die Gefahren dieser Modedroge aufzuklären. In »9 Tage wach« berichtet Eric Stehfest schonungslos über seine Zeit in der Drogenszene, den schmerzhaften Entzug und ein jahrelanges Doppelleben. 


    Ich kaufte mir das Buch, weil ich Eric Stehfest als Schauspieler schätze und großes Interesse hatte, die Sichtweise eines Abhängigen kennenzulernen. Er stellt dies auch gut dar, all seine verwirrenden Gedankengänge, die sich überlagernden Inhalte, schnelle Wechsel etc. Genau so habe ich mir die Gedankenwelt eines Junkies vorgestellt. Auch wenn ich mit Drogen bisher keinerlei Berührung hatte, für mich klar getroffen. Dennoch - oder gerade deshalb - ist es wirklich sehr schwer zu lesen. Leider kein konstanter Lesefluss , man benötigt viel Konzentration bei jeder einzelnen Seite. Viele Begriffe aus der Drogenszene, mit denen ich teilweise nichts anfangen konnte. Das Buch ist für Genussleser oder als Bettlektüre absolut ungeeignet. Ich habe ziemlich lange zum Auslesen gebraucht, weil ich ständig Pausen machen musste.
    Interessant, aber definitiv nicht weiterzuempfehlen.

  6. Cover des Buches How to Be Gay (ISBN: 9783733500924)
    Juno Dawson

    How to Be Gay

     (30)
    Aktuelle Rezension von: leabeschorner

    Nicht nur für Mitglieder der LGBT-Community spannend, sondern für jede*n sehr informativ.

    Ein Sachbuch für vor allem Jugendliche, die sich in der Findungsphase befinden, aber auch für deren Bekannte, Freunde, Familie. 

    Der Schreibstil ist schon sachlich, aber auch humorvoll - es liest sich super schnell. 

    5/5 ganz klare Empfehlung. Hätte dieses Buch gerne gelesen als ich selbst 12 oder 13 Jahre alt war.

  7. Cover des Buches Die Herren der Unterwelt - Schwarze Verführung (ISBN: 9783862787128)
    Gena Showalter

    Die Herren der Unterwelt - Schwarze Verführung

     (60)
    Aktuelle Rezension von: ZiSkA12
    Zu diesem Buch hätte ich eigentlich eine Menge zu sagen. Da ich es aber selbst nicht leiden kann, wenn man in Rezensionen zu viel verrät, halte ich mich wie immer zurück und bleibe bei dem wesentlichen. 
    Das Geschichte von Sienna und Paris an sich, war eigentlich nicht ganz so spektakulär, wie ich es mir vorgestellt hatte. Aber natürlich war sie doch schön und herrlich zum träumen. Was dem Buch diesmal aber eine extreme Würze  verliehen hat, waren die ganzen Ereignisse drum herum. Das hat mich richtig in den Bann gezogen, und ich konnte einfach nicht aufhören zu lesen. Mittlerweile bin ich sogar soweit, das ich Galen gern besser kennenlernen möchte. Und ich bin mir ziemlich sicher, daß er, so wenig ich ihn anfangs mochte, doch der Richtige für Legion wäre. Deswegen hoffe ich, das ihm in den nächsten Bänden nichts weiter schlimmes passiert...

    Was mich aber mit am meisten begeistert hat, und das hat eher nichts mit dem Buch zutun, war die Tatsache, daß ich erfahren habe, das Zacharel schon ein Buch hat, und ich natürlich gleich in Jubelrufe ausgebrochen bin. Ich liebe diesen Engel einfach
  8. Cover des Buches All das zu verlieren (ISBN: 9783442719693)
    Leïla Slimani

    All das zu verlieren

     (159)
    Aktuelle Rezension von: marilovesbooks2020

    Adèle lebt in der sensationellen Stadt der Liebe mit ihrer perfekten Familie, ihrem Mann Richard und ihrem Sohn; finanziell abgesichert mit einem guten Job. Auf den ersten Blick vielleicht beneidenswert? Doch was sich für uns vielleicht perfekt darstellt, ist für Adèle ein Käfig, ein wahrliches Gefängnis. Ständig bricht sie daraus aus, überschreitet Grenzen, geht immer wieder zu weit, wenn sie sich auf die Reise zu ihren sexuellen Abenteuern begibt. Sie scheut vor keinem Risiko zurück, nimmt wen und was sie kriegen kann, trinkt und raucht. Regelmäßig, immer wieder alles von vorne. Und so zerstört sie Stück für Stück ihr eigenes Leben.


    Fazit:

    Wir erleben eine Frau, die sich in der Struktur dieser „perfekten Familie“ nicht zurechtfindet, trotzdem sie sich bewusst dafür entschieden hat. Immer wieder hadert sie zwischen dem „vermeintlich Richtigen“ und ihrem Verlangen.

    Ich hatte beim Lesen so eine Ambivalenz der Person Adèle gegenüber: einerseits dachte ich mir, wie kann sie nur und anderseits, war sie mir nie unsympathisch, sie tat mir sogar leid und ihr Tun und Handeln kam mir irgendwie plausibel vor. Was Slimani perfekt inszeniert hat ist dieses Aushalten dieses Doppellebens und dieser grausamen, krankhaften Art, wie sie sich Männern anbiedert. Diese Zerrissenheit, die diese Frau in sich fühlt ist sehr gut beschrieben. Slimani schafft es, den Schmerz, den Adèle fühlt, den ihr Mann Richard fühlt einzufangen und zu beschreiben.


    Kurz nach Beendigung des Buches dachte ich mir: was für ein Mist. Jetzt, nach einiger Zeit, wo es gesackt ist und ich mir meine Markierungen nochmal angesehen habe, komme ich zu dem Entschluss, dass es ein wirklich guter Roman ist. Ein Roman, der sicherlich sauer aufstößt. Der aber für mich (k)ein Klischee bedient. 


    Ich wette, dass es genau das SEHR OFT gibt. Diese gefühlte Ambivalenz, ob man ausbrechen soll/darf oder nicht … dieses Gefühl der Scham, des Verrats, des Nervenkitzels … und doch frage ich mich: vielleicht ist sie auch mutig (jeder lebt ja nur 1 x), obwohl sie weiß, dass sie vermutlich wie „die Sau durchs Dorf gejagt wird“. 


    Passt diese Lebensversion für jeden, auch wenn die Entscheidung dafür irgendwann mal gefallen ist? Muss man diese dann auch durchziehen? Muss man sein eigenes Leben immer hintenanstellen, auch wenn das selbst gebastelte Gerüst nicht (mehr) passt? Was ist damit, dass man doch selbst nur ein Mensch ist? Was meint ihr dazu – wie seht ihr das?

  9. Cover des Buches Höllenritt (ISBN: 9783548374055)
    Ulrich Detrois

    Höllenritt

     (75)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Uli ist Aussteiger bei den Hells Angels, dem größten und weltweit gefürchtesten Rockerclub der Welt. Er schildert, wie er auf die schiefe Bahn geraten ist, was für einen Spaß die Partys mit Suff, Koks und Stripperinnen gemacht haben und wie er innerhalb der Organisation kaltgestellt wurde. Inhaltlich ist das Ganze also ganz interessant, auch wenn man vieles schon aus diversen Büchern und Dokumentationen im Fernsehen kennt, aber sprachlich und von der Schreibe her ist das alles so schlecht gemacht, daß ich nicht mehr Punkte vergeben konnte.
  10. Cover des Buches Dr. Sex (ISBN: 9783446243880)
    T. C. Boyle

    Dr. Sex

     (149)
    Aktuelle Rezension von: GreenTea
    Sex sells, daran hat sich auch in unserer heutigen, aufgeklärt wirkenden Zeit nichts geändert. Welche Revolution und welches Aufsehen Dr. Alfred Kinsey mit seinen Forschungen über das sexuelle Verhalten von Mann und Frau im prüden Amerika der vierziger und fünfziger Jahre ausgelöst haben mag, das kann man sich heute wohl kaum mehr vorstellen. Boyles Erzählung ist frei erfunden, dennoch basiert sie auf einer wahren Begebenheit.


    T. C. Boyle erzählt in "Dr. Sex" (der amerikanische Titel lautet "The Inner Circle") von Professor Alfred Kinsey, genannt Prok, einem Zoologen, der sich der Erforschung des sexuellen Verhaltens des Menschen verschrieben hat. Die Geschichte wird im Rückblick von John Milk, Proks Mitarbeiter der ersten Stunde und engem Vertrauten, erzählt und entwickelt einen Sog, dem man sich nur mehr schwer entziehen kann. 

    Zum Inhalt: Professor Kinsey, erfahrener Zoologe, und seine wenigen Mitarbeiter, die er den Inneren Kreis (seiner Vertrauten) nennt, reisen durch ganz Amerika auf der Jagd nach empirischen Daten zum Sexualverhalten der Amerikaner. Durch persönliche, schematisch ablaufende Interviews mit den unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen will Prok größtmögliche Empirie erreichen, um Forschungsbände zum Sexualverhalten des Menschen zu veröffentlichen - ein bisher einzigartiges Unterfangen! Was im Stillen beginnt und sich relativ unbemerkt von der Öffentlichkeit abspielt, erregt mit dem Fortgang der Erzählung immer weiter das öffentliche Interesse und auch einige Empörung. 
    Kinseys verbissener Arbeitseifer, seine für die Zeit untypische sexuell liberale Einstellung, seine Überzeugungskraft und patriarchalische Art bieten viel Konfliktpotenzial in der Erzählung. Denn Proks Einstellung, alles vom Privatleben bis hin zur eigenen Gefühlswelt der Arbeit und dem Forschungsprojekt unterzuordnen sowie eine "unprüde" Einstellung zur eigenen Sexualität, verlangt er auch von seinen Mitarbeitern. Nicht zuletzt Iris, John Milks Frau, leidet sehr unter diesem Umstand und die Familienidylle wird mehr als einmal hart auf die Probe gestellt. Die Erzählung spitzt sich immer weiter zu und der Leser ahnt schon nach kurzer Zeit, dass sie nicht gut ausgehen kann ...

    Fazit: Eine sehr kluge Erzählung, die der Frage nachgeht, ob wir Menschen wirklich nur rein triebgesteuerte Lebewesen sind oder ob wir uns nicht doch durch mehr auszeichnen: durch unsere Gefühle und Empfindungen, wie Liebe, Eifersucht und Schmerz! Kann man Sex und Liebe voneinander trennen? Wie weit kann und darf man gehen? 
    Boyle versteht es sehr gut, einzigartige Figuren zu erschaffen, die er mit viel Liebe zum Detail, geschmackvoll und sehr scharfsinnig zeichnet. Ich habe "Dr. Sex" sehr gern gelesen, denn die Erzählung nimmt schnell Fahrt auf und bleibt bis zum Schluss spannend! Leseempfehlung!        
  11. Cover des Buches Schall und Wahn (ISBN: 9783499271335)
    William Faulkner

    Schall und Wahn

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Jari
    William Faulkner steht gleich auf mehreren meiner Listen, also wurde es höchste Zeit, endlich mal sein berühmtestes Werk zu lesen. Und wenn es nach mir geht, dürfen es ruhig noch mehr werden. Denn zumindest "Schall und Wahn" hat mich tief beeindruckt.

    Eindrücke hinterlässt vor allem der erste Teil, der auch definitiv der schwerste zu lesen ist. Aber dieser dauert auch "nur" ca. 70 Seiten. Verrät aber in seiner speziellen Art bereits die gesamte Geschichte. Nur dass hier die Sichtweise derart spektakulär ist, dass man kaum versteht, was passiert. Genau deshalb hat mir dieser Part aber auch so gut gefallen; die Perspektive ist sehr gut gewählt und passt auch als Einführung in die Handlung.

    Danach erleben wir den Untergang der Familie noch aus zwei weiteren Perspektiven. Alle drei Figuren sind sehr unterschiedlich und deshalb auch die verschiedene Reaktion auf die Vorkommnisse. Dabei sticht heraus, dass eigentlich kein Charakter wirklich sympathisch scheint (Benjy ausgenommen). Nur Dilsey bringt Herz und Wärme in diese dem Untergang geweihte Familie. Doch das Schicksal kann auch sie nicht aufhalten.

    "Schall und Wahn" ist kein Wohlfühlbuch und keine Familiengeschichte mit Blümchen auf dem Cover. Es ist ein wütendes Buch, ein trauriges und verzweifeltes. Der Schimmel sitzt so tief, dass man zu diesem Zeitpunkt gar nichts mehr dagegen unternehmen kann. Das Verhalten der Figuren kann man analysieren, aber es wird schwer, wenn man sich mit Schuldzuweisungen versuchen will.

    Es ist auf einer tieferen Ebene eher verstörend, wahrscheinlich auf der Ebene des "Wahns". Persönlich finde ich jedoch genau das spannend und packend. Die Untiefen der Psychologie, die Dinge, die man im hintersten Eckchen des Schrankes versteckt. Faulkner lotet genau diese dunklen Ecken aus und zerrt sie so gut es geht ans Licht.
  12. Cover des Buches Tod eines Handlungsreisenden (ISBN: 9783596270958)
    Arthur Miller

    Tod eines Handlungsreisenden

     (54)
    Aktuelle Rezension von: Matalina85
    Viel und nichts hat sich geändert in der amerikanischen Wirklichkeit, seit der 'Handlungsreisende' zum ersten Mal seine Musterkoffer auf die Bühne schleppte. Entlassen würde er heute wohl früher als mit 63, Biff wäre auch mit 32 noch arbeitslos, wenn er den Wettkampf mit seinem Nächsten ablehnt, ein Haus abzuzahlen dauert länger als 25 Jahre, und mit 40 Dollar die Woche käme keiner mehr über die Runde. Und doch gibt es den amerikanischen Traum noch, den Traum, dass jeder es zur Nummer Eins bringen kann. Obwohl wir ihn durchschauen, verhalten wir uns noch danach. Ich habe dieses Buch damals in der Schule lesen müssen, aber im Gegensatz zu den bisherigen Schullektüren fand ich dieses Buch sehr interessant. Erzählungen gibt es keine. Das gesamte Buch ist wie ein einziges Gespräch aufgebaut und sehr tragisch wie die Inhaltsangabe schon unter Beweis stellt. Fazit: Wenn es in der Schule auseinander gepflückt wird, macht es weniger Spaß dieses Buch zu lesen, aber wenn man es sich nach ein paar Jahren mal wieder hervorholt, ist es ein kurzes Lesevergnügen wert.
  13. Cover des Buches Shadows (ISBN: 9783950443073)
    Olivia Mae

    Shadows

     (43)
    Aktuelle Rezension von: Scholu
    Oh man, diese Sprache / dieses Stilmittel ist einfach nur grauenhaft! Ich habe zwischendurch überlegt, das Buch abzubrechen, aber vom Thema her war es spannend. Ok, teilweise etwas arg an den Haaren herbeigezogen, aber insgesamt kurzweilige, spannende Unterhaltung ...
    Wenn da nicht dauernd dieses -END wäre ...
    sie anblickend ... sich umdrehend ... ihm nachblickend ... (S. 62)
    Und dann geht das ganze so weiter ... Teilweise sind diese Sätze auch einfach nur dumm: Losrennend blieb sie einen Meter hinter im stehen (S. 186) - Wie soll das gehen?!?! Man ist schon fast verwundert, wenn es mal normale Sätze gibt.

    Zusätzlich gibt es noch einige Komma- und Wortfehler, aber neben diesen ganzen ENDs fallen die kaum auf^^

    Die Autorin ist übrigens Lehrerin in Österreich, man möchte hoffen, nicht für deutsch!

    Für zusätzliche Verwirrung sorgte bei mir auch das Alter der 8. Klasse. Scheinbar wird in Österreich nach der Grundschule nochmal von vorn angefangen mit dem Zählen, denn die Schüler in dem Buch sind schon 17 bzw. 18 ...

    Für die Story vergebe ich 4 Sterne, der ganze sprachliche Aufbau ist einfach nur einen gruseligen Stern wert, daher vergebe ich insgesamt 2,5 **

    P.S. Wo ist eigentlich Natashas Oma abgeblieben?...
  14. Cover des Buches Das Spiel des Patriarchen (ISBN: 9783838712550)
    Andrea Camilleri

    Das Spiel des Patriarchen

     (76)
    Aktuelle Rezension von: haberlei

    Zwei scheinbar unzusammenhängende Fälle in ein und demselben Haus rufen die Polizei auf den Plan. Ein junger Mann wird vor der Haustür erschossen und ein altes Ehepaar ist verschwunden.

    Commissario Montalbano und sein Team verfolgen beide Fälle und die verschiedensten Spuren und stoßen auf seltsame Ungereimtheiten: eine heimliche Liebschaft des jungen Mannes, eigenartiges Benehmen des alten Ehepaares bei einem Busausflug, ein unerklärlich hohes Sparkonto der alten Leute, ein Mafiaboss kontaktiert Montalbano mit kryptischen Andeutungen. Aber letztendlich gelingt es Montalbano, die Fäden zusammenzuknüpfen und den Fall einer überraschenden Lösung zuzuführen.

    Abgesehen von der interessant aufgebauten Handlung gefiel mir auch der Schreibstil. Einerseits die teils humorvollen Dialoge zwischen Montalbano und Augello, seinem Vize, auch deren freundschaftlichen Umgang miteinander, andererseits auch die sehr anschaulichen und stimmungsvollen Landschaftsschilderungen, wenn Montalbano z.B. unter dem Olivenbaum oder am Meer sitzt.

    Montalbanos 5. Fall gefiel mir aus dieser Reihe bislang am besten.

  15. Cover des Buches James Bond - Im Geheimdienst Ihrer Majestät (ISBN: 9783864250903)
    Ian Fleming

    James Bond - Im Geheimdienst Ihrer Majestät

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    James Bond auf einer seiner ersten Missionen, immer von ordentlich Alkohol (Wodka, Martini, Enzianschnaps, Steinhäger) angetrieben, im "Franziskaner" in München gibts Würste und 4 Maß mit seinem zukünftigen Schwiegervater (der sich keine Gedanken über den Umgang seines Schwiegersohns mit Alkohol macht), aber das Skiurlaubs-Hauptquartier von Blofeld (ohne weiße Katze) kann er dennoch auskundschaften, allerdings nicht ohne weiblichen Reizen zu erliegen "Galerie der Busen", S. 58). Aber spannend ist es in jedem Fall, man versteht auch das Faszinierdende an der Serie,  das die einzigartige Kinoreihe möglich machte. Schön, daß es die Bücher endlich (zumndest zum teil) wieder in Neuauflage gibt..
  16. Cover des Buches Shanghai Baby (ISBN: 9783548267470)
    Wei Hui

    Shanghai Baby

     (80)
    Aktuelle Rezension von: chloelenne
    Eines meiner Lieblingsbücher. Ich hoffe auf mehr Bücher der Autorin!
  17. Cover des Buches Fragwürdig: Denkanstöße, die dein Leben verändern (ISBN: 9783866991439)
    Tom Short

    Fragwürdig: Denkanstöße, die dein Leben verändern

     (3)
    Aktuelle Rezension von: SoulOfBooks

    Wie schon erwähnt habe ich dieses Buch aus Unwissenheit gekauft, habe mir jedoch gedacht: „Okay, probierst du es doch, mal sehen, vielleicht versucht dieser Autor nicht verzweifelt zu missionieren, wo es geht, sondern kommt sogar mit ein paar gut überlegten Argumenten.“ Natürlich war dieser Gedanke töricht, denn seit wann gibt es schlüssige Bücher, welche von einem religiös überzeugten Menschen geschrieben wurde, der versucht andere Menschen von seinem Glauben zu überzeugen?

    Wenn man also ein weiteres Buch lesen möchte, indem ein überzeugter Christ seine „etwas“ einseitigen Überzeugungen bzw. Argumentationen zum Thema Atheismus, Religion, Moralvorstellung, etc. etc. kundtut – ist dieses Buch perfekt.


    Jedoch muss man sich darauf gefasst machen, dass der Autor gerne mit unpassenden Metaphern arbeitet. Wenn er zum Beispiel Atheisten mit nach Silbermünzen suchenden Menschen zu vergleichen versucht, oder das Vertrauen in die Feuerwehr mit dem Glauben an Gott vergleicht.

    An manchen Stellen musste ich teilweise Lachen, weil seine Argumentation einfach unschlüssig und lachhaft war. Im Kapitel 3 werden die 10 Gebote beschrieben und dort kommt er zu der Aussage, dass nur der christliche Gott, der einzig wahre sein kann, da nur dessen Name zum Fluchen benutzt wird.


    Wörtlich:

    „Könnte es sein, dass es den schlimmsten Feind unserer Seelen, der den Namen des einzig wahren Gottes kennt, freut, wenn wir mit diesen Namen fluchen, ihm andere Namen aber egal sind?"


    Natürlich hat und sollte auch jeder Mensch seine eigene Meinung zum Thema Religion und Glaube haben, aber auch andere Meinungen von anderen Menschen akzeptieren können. Dies vermisse ich aber in diesem Buch, der Autor versuch Atheisten, die Wissenschaft und ihre Vertreter schlecht zu reden, bzw. als einfältig zu bezeichnen. Ich finde einfach nicht in Ordnung groß zu sagen, dass jeder Mensch gleichwertig ist und man alle respektiert, im gleichen Atemzug aber bzw. Satz einem durch die Blume mitteilt, dass Atheisten minderbemittelte Wesen ohne jegliche Moralvorstellung sind.


    Fazit:

    Dieses Buch war eine reine Zeitverschwendung! So etwas kann man beim besten Willen nicht weiterempfehlen ich rate es jedem, der dieses Buch in Erwägung zieht zu lesen, noch einmal zu überlegen, ob er/sie sich so etwas antun möchte.



  18. Cover des Buches Portnoys Beschwerden (ISBN: 9783446249820)
    Philip Roth

    Portnoys Beschwerden

     (62)
    Aktuelle Rezension von: LarissaMaria

    Ich wusste ja worauf ich mich einlasse. Im Prinzip zumindest. Zwangsstörung meets Promiskuität.

    Nicht selten wurde Philip Roth dafür kritisiert, dass seine Charaktere zu getrieben sind, es ginge nur um Sex und Selbstmitleid,
    Die geteilten Meinungen, welche über ihn kursieren, haben mein Interesse geweckt. Ich wollte mir selbst ein Bild machen.

    Ich lernte also Alexander Portnoy kennen; einen jüdischen Amerikaner, der beim Psychiater sitzt und sein Leid klagt.
    Das würde das ganze Buch eigentlich schon in einem Satz zusammenfassen.

    Der Monolog, aus dem das Buch besteht, veranschaulicht seinen Werdegang, schildert eine Existenz ohne besondere Sternstunden, ohne besonderen Glanz.

    Seine Kindheit mit der Glucken-Mama und dem Waschlappen-Vater, seine Jugend, das Erwachen seiner Sexualität welche gleich in zwanghafte Sphären abdriftet, seine Unfähigkeit eine gute Beziehung zu führen… es ist eine endlose Misere.

    Ich war während des Lesens ständig hin und her gerissen; zwischen Abscheu vor dem Protagonisten und Bewunderung für die Fähigkeit von Roth, dessen verrückte Gedankensprünge so anschaulich darzustellen.

    Daher machte das Lesen irgendwie Spaß. Großteils war ich einfach nur genervt von Portnoys Veranschaulichungen, seinen Anschuldigungen, seiner Unfähigkeit zu erkennen, dass man an seinen Fehlern arbeiten kann...  aber genau das hat eine eigene Art von Spannung erzeugt.

    Ich bin nicht restlos begeistert, aber besonders die Pointe am Schluss hat mich nochmals laut auflachen lassen.

    Also der Gesamteindruck war nicht schlecht.

  19. Cover des Buches Glamorama (ISBN: 9783462318951)
    Bret Easton Ellis

    Glamorama

     (76)
    Aktuelle Rezension von: Babscha
    Die story:

    Victor Johnson, der sich selbst Victor Ward nennt, ist Mitte der Neunziger der gekürte „boy of the moment“. Seine äußeren Vorzüge öffnen ihm sämtliche Türen in der amerikanischen Club- und Modelszene, einer Welt aus Drogen und Dekadenz, die er in vollen Zügen genießt. Selbst völlig mittellos, träumt er von einem eigenen Restaurant in Manhattan und einer Filmrolle in Hollywood. Liiert mit einem der weltweit angesagtesten Supermodels hat er keinerlei Probleme, dieses nach Strich und Faden mit sämtlichen Frauen zu betrügen, die er in die Finger kriegen kann. Bis er auf seinem Egotrip dann irgendwann den Bogen überspannt und sich mit einflussreichen Größen der Szene anlegt. Ein dubioser Mann tritt auf den Plan und bietet ihm einen hohen Geldbetrag, wenn er sich nach London begibt und von dort ein Mädchen, das er noch aus seiner Collegezeit kennt, zurück nach New York holt. Mangels Alternativen und ohne jede weitere Information willigt er in den Deal ein. Und damit beginnt der Horror.

    Meinung:

    In der ersten Hälfte dieses äußerst umfangreich geratenen Buches wird der Leser entführt in die fragile Blendwelt und die Exzesse der Reichen und Schönen der Musik-, Film- und Schönheitsindustrie. Mit einer gehörigen Portion Sarkasmus und zeitweise geradezu diebischer Schadenfreude führt der Autor hier eine Gesellschaft durchgeknallter, labiler, lebens- und geldgeiler Individuen vor, denen Genuss und Selbstdarstellung über alles geht. Allen voran seine insofern gut gelungene Figur Victor, ein schwacher, zutiefst verängstigter Charakter, der außer seinem Körper absolut nichts in die Waagschale zu werfen hat und mittels permanenter Drogenzufuhr krampfhaft versucht, in der von ihm vergötterten Schickeria irgendwie Fuß zu fassen. Was ihm anfangs auch ganz gut gelingt.
    Dieser Teil des Buches ist -trotz der vom Autor bewusst und unablässig eingestreuten Namen wirklich sämtlicher Promis der Neunziger- insgesamt gut gemacht und kurzweilig zu lesen.

    Ab dem Zeitpunkt von Victors Abreise nach Europa gerät die Geschichte dann leider aus den Fugen und wirkt auch auf den konzentrierten Leser irgendwie nur noch konfus. Die eigentliche aus der Perspektive des Victor erzählte Handlung wird eingebettet in das endlos wiederholte Szenario eines fiktiven (nur in seinem Kopf agierenden) Filmsets, an dem diese komplett aufgezeichnet wird. Der Sinn dessen hat sich mir nicht erschlossen, für den Lesefluss ist es jedenfalls reichlich störend. Die verschiedenen Handlungsstränge einschließlich diverser neu hinzukommender, jedoch nicht ausreichend erklärter Figuren werden zunehmend unglaubwürdig. Obwohl man natürlich weiß, welchen Autor man liest, erstaunen außerdem die ganzen expliziten Sex- und vor allem grenzwertigen Gewaltdarstellungen. Völlig überzeichnet und im Grunde für die Geschichte selbst ohne Belang. 

    Und wie sich dann nach über 800 Seiten der Kreis schließt, ist für ein Werk dieses Umfangs nach meinem Empfinden auch irgendwie zu dünn und zu konstruiert.

    Ein Buch mit einigen Stärken, aber leider noch mehr Schwächen. Aus meiner Sicht insgesamt knappe 3 Sterne. 
  20. Cover des Buches Schweinerei (ISBN: 9783596137183)
    Marie Darrieussecq

    Schweinerei

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Eigentlich sind hier die Männer die Schweine: Die Ich-Erzählerin ist verzweifelt auf Arbeitssuche in Paris und wird von dem Generaldirektor einer Parfumkette zur Hälfte des Mindestlohns eingestellt, nachdem dieser sie beim Vorstellungsgespräch mißbraucht hat und sie das in ihrer Naivität hingenommen hat. Die Parfumfiliale, in der sie arbeitet, verfügt über einen Massagesalon im hinteren Bereich, wo Kunden beiderlei Geschlechts befriedigt werden, was auch zu den Pflichten der Parfumverkäuferinnen gehört. Nachdem die Protagonistin aufs Schlimmste mißbraucht wurde und gezüchtigt wurde, verwandelt sie sich als Reaktion auf die rücksichtslose und sexuell übersteuerte Gesellschaft zum Schwein, ohne daß sie zunächst beschreiben könnte, was ihr passiert. Das alles ist aber nur Vorbote einer Revolution in Frankreich, wodurch das Land in ein Terrorregime verwandelt wird, der Eiffelturm umfällt usw. Ein hochintelligentes Buch, dabei bitterböse. Für Houllebecq-Fans (aber auch für alle anderen) sehr zu empfehlen!
  21. Cover des Buches Der Wolf der Wall Street. Die Geschichte einer Wall-Street-Ikone (ISBN: 9783442478132)
    Jordan Belfort

    Der Wolf der Wall Street. Die Geschichte einer Wall-Street-Ikone

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Solisanne
    Ich finde dieses Buch furchtbar und würde es keinem empfehlen. Nach einer kurzen Leseprobe vom Anfang des Buches fand ich es recht interessant, wie es weiter geht. Die Geschichte um Jordan Belfort hörte sich für mich spannend an und ich wollte wissen was dahinter steckt. Allerdings war ich recht schnell abgeschreckt und ich konnte und wollte es nicht weiterlesen... der kurze Blick hinter die Kulissen reicht. Mit solch einer Welt mag ich mich nicht beschäftigen. Natürlich ist es jedes Buch wert, erstmal gelesen und dann bewertet zu werden ... für mich hat der weitere Anfang gereicht, ich bin zwar sehr tolerant, war dann aber enttäuscht meine Zeit mit so etwas verschwendet zu haben. Schade.
  22. Cover des Buches Mit aller Macht (ISBN: 9783548268057)
    Anonymus

    Mit aller Macht

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Das Buch beschreibt anonymisiert, aber für alle erkennbar, den Wahlkampf von Bill Clinton und blickt schonungslos hinter die Kulissen. Clinton ist übrigens nur Präsident geworden, weil der Kandidat der Demokraten, der bei den Vorwahlen in Führung lag, gestorben ist. Eine glänzende Satire, bei der kein Auge trocken bleibt. Als Autor mußte sich übrigens Joe Klein vom Newsweek-Magazin zu erkennen geben.
  23. Cover des Buches Unter Null (ISBN: 9783462318937)
    Bret Easton Ellis

    Unter Null

     (140)
    Aktuelle Rezension von: Christian_Mayer
    Manchmal kommt man über eine Buch zu einem Buch.
    Der Kulturphilosoph Björn Vedder analysiert in seinem Essay "Reicher Pöbel", wie unsere Gesellschaft mit den Reichen umgeht, sie dämonisiert und was wir dadurch über jene erfahren die pöbeln. Vedder untersucht dort auch die Darstellung der Reichen in Filmen, Serien und eben auch Büchern. An Ellis Roman "Unter Null" kommt er da nicht vorbei. Vedder untersucht dort eine Stelle, in der ein junges Mädchen von einer Gruppe reicher Jugendlicher misshandelt wird, ihnen aber auch das keinen Kick mehr zu geben scheint, weil sie in ihrem Leben nichts zu verlieren haben. Eine verstörende Darstellung - sowohl die Misshandlung als auch das Alltägliche dieser jungen Menschen. Ellis Roman begann mich zu interessieren.
     
    Beim Lesen wurde dann schnell klar: Ellis Roman ist kein Buch, das lediglich zu Unterhaltungszwecken "konsumiert" werden kann. Hierfür ist die Sprache nicht geeignet. Sie ist simpel gehalten, es gibt keine Feinheiten, keinen Esprit. Vielmehr kommt sie im ewig selben Stil daher. Das mag auf Dauer langweilen und man ist versucht das Buch zur Seite zu legen. Betrachtet man aber Ellis Sprache im Zusammenhang mit dem Inhalt, dann muss es genau diese Sprache sein, die der Autor verwendet und keine andere. Das tägliche Leben der hier im Werk skizzierten Jugendlichen ist exakt das: langweilig, keine Höhepunkte, keinen Sinn. Daher besteht die Handlung der knapp 200 Seiten auch aus fast nichts anderem als Kiffen, Koksen, Sex, Alkohol und Party. Beständig auf der Suche nach dem Besonderen, in einer Welt, in der man sich zwar alles kaufen kann, doch sich niemand wirklich für einen interessiert. Nicht einmal der eigene Freundeskreis.
    Da es an einer Entwicklung der Geschichte und der Figuren fehlt, wird das Buch nach circa 100 Seiten fade. Die Darstellung des alltäglich Sinnlosen und die beständige Suche nach etwas mit Bedeutung, was das anfängliche Leseinteresse schuf und zu Beginn des Buches auch zu fesseln vermochte, arbeitet sich nach und nach ab. Dem Drang, das Buch zur Seite zu legen, widerstand ich. Ich wollte noch wissen, in welche Situation die von Vedder analysierte Szene eingebettet ist. Und diese kommt erst kurz vor Schluss. Also habe ich mich durch über 50 Seiten gezogen, bis zu jener besagten Stelle. Die letzten 30 Seiten in Ellis Werk sind wieder packend, weil hier zumindest der Hauch von Reflexion von Clay, dem Protagonisten des Buchs, stattfindet und sich die Situation zuspitzt. Das Buch endet, es stehen keine Lösungen im Raum, weil den Protagonisten nicht einmal ihre Probleme wirklich bewusst sind.
     
    Als Kulturschau betrachtet ist Ellis Werk durchaus lesenswert. Als Unterhaltungsroman eher weniger. Vermutlich hätten dem Werk 50 Seiten weniger gut getan.
  24. Cover des Buches Windows on the world (ISBN: 9783548262413)
    Frédéric Beigbeder

    Windows on the world

     (50)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Das Buch war das erste von einem bedeutenderen Autor, das nach 9/11 erschienen ist und die Terroranschläge thematisiert (2003 genaugenommen): Ein Immobilienmakler nimmt seine beiden Söhne mit in das Restaurant unter dem Dach des Nordtrums des World Trade Centers, als kurz danach die Hölle ausbricht und Rettung unmöglich ist. Beigbeder erspart keine grausigen Details, er selbst sagt, man kann sich nur vorstellen, was wirklich an diesem Morgen in dem Hochhaus passierte.

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