Bücher mit dem Tag "prosa"
32 Bücher
- Daniel Kehlmann
Tyll
(315)Aktuelle Rezension von: Trishen77Romane können unseren Horizont sprengen und im besten Fall setzen sie ihn dann auch wieder neu zusammen, bis wir gebannt sind von der “anderen” Wirklichkeit. Die letzten beiden Romane von Daniel Kehlmann, “Ruhm” und “F”, schienen sich bedenklich weit ins Postmoderne und in die Eigenreflexion zu neigen und sich gleichzeitig mit Zeitgeist schmücken zu wollen. In “Tyll” hat er meiner Meinung nach wieder zu dem Modus zurückgefunden, der seine stärksten Romane (für mich “Beerholms Vorstellung”, “Mahlers Zeit” und “Die Vermessung der Welt”) auszeichnet: die nahtlose Verknüpfung von Wirklichkeit und Phantastik, in deren Grauzone die ganze Palette von menschlichem Fehl und Fatum anzutreffen ist.
“Tyll” ist ein Eulenspiegelroman, ein Schelmenstück, formal wie inhaltlich, aber zugleich ist das Buch auch ein Zeitdokument. Und doch wieder nicht. Das lässt sich schwer verifizieren und auseinander differenzieren. Zu gekonnt spielt Kehlmann mit Sein und Schein, mit Fakten und Phantasmen, mit brutaler Realität und irrealem doppeltem Boden.
Den Rahmen für das Buch bildet im Wesentlichen die Zeit des dreißigjährigen Krieges von 1618-1648, allgemein eine Zeit der Unruhen und Umwälzungen, des Übergangs, auch vom Spätmittelalter in die Moderne (großartig beleuchtet wird diese Umbruchszeit in Philipp Bloms [[ASIN:3446254587 Die Welt aus den Angeln: Eine Geschichte der Kleinen Eiszeit von 1570 bis 1700]]).
Protagonist ist nicht nur Tyll, wichtige Figur ist auch Friedrich der V., Winterkönig von Böhmen und eine der unglücklichsten Gestalten der deutschen Geschichte, und seine Frau Elisabeth aus dem englisch-schottischen Hause Stuart, sowie Athanasius Kircher, eine schillernde Gelehrtenexistenz. Kehlmann schlüpft im Verlauf des Buches nicht nur in ihre Haut, sondern auch in die einiger Nebencharaktere, die den Krieg und die Zeit auf ihre Art erleben, wahrnehmen. “In die Haut” ist hier nicht nur eine rhetorische Floskel: Kehlmann entfaltet hier wieder einmal eines seiner bestechenden Talente, nämlich die authentische Intonierung der Geisteswelten, in denen sich seine Charaktere bewegen, in all ihrer Profanität und Eigenständigkeit. Ich habe schon oft gehört, dass diese Art des inneren Monologs, der detaillierten Sezierung, Leuten auf die Nerven geht, was ich wirklich nicht verstehen kann. Ich bin immer wieder fasziniert wie kompromisslos Kehlmann seine Figuren nicht nur typisiert, sondern ganz tief in ihren jeweiligen Horizonten verankert, ja, einkerkert, auch in Relation mit den Gegebenheiten, die sie umgeben, in denen sie leben müssen. Er unterwirft sie quasi vollends den Realien.
Und doch wieder nicht. Denn da ist natürlich immer mehr zwischen Himmel und Erde, als die Geschichtsbuchweisheit aufzeichnen kann; hinter der Geschichte liegen die Geschichten von unzähligen Individuen und durch sie lebt die Geschichte, aber an ihnen bricht sie auch auseinander. Das “mehr” ist nicht nur die artistische und teilweise magische Kunst des Tyll Eulenspiegel, sondern die allgemeine Unschärfe der Wirklichkeit, die Kehlmann immer wieder herausstreicht, dann wieder zerstreut, die aber nie ganz verschwindet. In dieser Unschärfe tritt nicht nur der Aberglaube, das Mystische und Mythische zutage, sondern auch die Ungeheuerlichkeit des menschlichen Geistes, der menschlichen Vorstellung: Was kann der Verstand ertragen, was kann er erdenken, wie sind Erinnerungen gebaut und erzählen wir uns nicht selbst immer Geschichten, wenn wir erinnern, gibt es Erinnerung denn überhaupt, gibt es nicht nur Narrative, die wir erdenken und über unser Leben legen? Und ist nicht Geschichte oder sogar Wirklichkeit ein Narrativ, das, ebenso erfunden, nur im größeren Stil, unser aller Erinnerung und Wahrnehmung bestimmt?
Diese Fragen tun sich auf, mitten in einem scheinbar historisch akkuraten Szenario, das auf der Mikro- und Makroebene ausgelotet wird. Und in all dem offenbart sich das Übergreifende, Unfassbare und entzieht sich gleichsam. Die Kunst der Fiktion: ein Spiel mit Möglichkeiten, die so schmerzlich nah an der Gewissheit, am Ausweg, an der Sehnsuchtserfüllung und -verdrängung liegen, dass daraus ein tiefer Spiegel wird, so tief, dass man das, was gespiegelt wird, fast nicht mehr erkennen kann.
Es gibt allerhand Gründe, Tyll zu lesen. Es ist, alle Metaphysik und Meta-Textualität beiseite lassend, auch ein recht unterhaltsames Buch, finde ich. Man muss an Kehlmanns profan-phantastischer Art der Darstellung und seiner schnörkelosen Erzählhaltung gefallen finden, sonst wird einem das Ganze ungenießbar und wenig reizvoll erscheinen. Ich plädiere aber dafür, sich genau auf dieses Ungenießbare einzulassen: denn obwohl sein Schreiben Fiktion durch und durch ist und sich nur in den entscheidenden Momenten vollkommen ernst nimmt (was dann umso deutlicher wird) – Kehlmann gelangt darin zu einer Erscheinung der Wirklichkeit, die die Profanität unseres Daseins eben nicht nur darstellt, sondern verkörpert. Das ist mitunter unbequem und unschön. Aber der Mantel der Seriosität, den die Menschen um die Historie, die Wissenschaft, die Vernunft, das Ideal, die Kunst und den guten Willen geworfen haben, er erweist sich oft als Verschleierung der darin liegenden Unseriosität. Das stellt Kehlmann immer wieder, augenzwinkernd, aber auch bezwingend, dar. Für mich: große Erzählkunst.
- Judith Hermann
Nichts als Gespenster
(200)Aktuelle Rezension von: rose7474Diese Kurzgeschichtensammlung hat mir gut gefallen. Diese Geschichten machten nachdenklich und waren meist etwas melancholisch. Der Schreibstil der Autorin gefiel mir wieder sehr gut und möchte auf jeden Fall noch mehr von ihr lesen. Doch ich konnte die Geschichten nicht am Stück lesen und machte immer mal Pausen dazwischen. Manche Geschichten gefielen mir sehr manche fand ich etwas schwächer. Daher 4 Sterne von mir und eine Leseempfehlung.
- Anna Burns
Milchmann
(188)Aktuelle Rezension von: ReadingWitchRezension "Milchmann"
Die Welt, in die uns Anna Burns in ihrem Roman „Milchmann“ führt, ist schwarz und weiß. Es gibt genaue Regeln, die jeder kennt, aber über die keiner spricht. Das Regelwerk deckt alle Bereiche ab. Es erstreckt sich von der richtigen Wohngegend über die richtige Religion bis hin zu den richtigen Namen. Es wird zwar an keiner Stelle erwähnt, aber aus dem Kontext lässt sich entnehmen, dass die Geschichte mitten in dem Konflikt zwischen den Protestanten und Katholiken in Nordirland spielt. Der Alltag ist geprägt von Attentaten und Gewalt. Es gibt die Bewegung der Verweigerer, welche sich dem Staat widersetzt und ihren Bezirk kontrolliert. Die Menschen teilen ihre Stadt in “die richtige und die falsche Seite der Hauptstraße ein“ und definieren sich über ihre Gruppenzugehörigkeit. Es ist wichtig das richtige zu sagen, damit die Nachbarn nicht das Falsche denken. Daraus entsteht eine psychopolitische Atmosphäre der Angst und Unterdrückung.
„Der Schneeball und das böse Wort,
sie wachsen, wie sie rollen fort.
Ein Schneeball wirft zum Tor hinaus,
ein Berg wird`s vor Nachbars Haus.“
(Wilhelm Müller 1794 – 1827)
So ein Schneeball wird unserer Protagonistin zum Verhängnis. Die Ich-Erzählerin, auch Mittelschwester genannt, lebt in Belfast in den 70er Jahren. Mit ihren jungen 18 Jahren wird sie von dem deutlich älteren und verheirateten Anführer der „Verweigerer“ als nächste Affäre auserkoren. Er, im Roman Milchmann genannt, beginnt ihr nachzustellen. Und obwohl zwischen den beiden keine Beziehung besteht, brodelt die Gerüchteküche aufgrund einiger kurzer und für die Hauptfigur bedrohlicher Treffen. Der Milchmann erwartet von ihr, dass sie sich fügt und weicht nicht vor Drohungen zurück, um sich durchzusetzen. Die Erzählerin kann sich in ihrer Verzweiflung an niemanden wenden. Sie kann sich niemandem anvertrauen, nicht einmal ihrer Mutter, die aufgrund der Gerüchte bereits ihr eigenes Urteil gefällt hat.
Das Leben der Erzählerin besteht aus Anpassungsdruck, sozialen Kontrollen und Ungleichheit. Doch sie ist nicht bereit sich komplett anzupassen. Sie möchte nicht sofort heiraten und Kinder kriegen. Doch in ihrer Welt haben Frauen eine untergeordnete Rolle und müssen die männliche Überlegenheit anerkennen. Frauen, die widersprechen, gelten als missraten und werden geächtet.
Das alles wird in einen sehr ungewöhnlichen Schreibstil verpackt. Die langen Bandwurmsätze, die vom hundertsten ins tausendste springen, wirken wie ein nicht enden wollender Gedankenstrom. Die Hoffnungslosigkeit und die Verzweiflung der Hauptfigur wird dadurch greifbar. Ihre Gedanken drehen sich wie ein Karussell.
Ungewöhnlich sind auch die fehlenden Namen und Ortsbezeichnungen im ganzen Roman. Die Figuren werden mit ihrer Funktion angesprochen. Da gibt es dann "Schwester eins" und "Schwager eins, "Vielleicht-Freund und Chefkoch" und den "Ort auf der anderen Seite der See". Ich persönlich kann mir Namen nur sehr schwer merken und fand es daher erfrischend, dass die Figuren anders benannt wurden. Die fehlenden Namen machen die handelnden Personen anonym, aber auch allgemein gültig. Anna Burns schafft damit die Übertragbarkeit des Romans auf andere Orte und Zeiten.
Ob dieses Buch ein literarisches Meisterwerk ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen, aber es ist auf jeden Fall etwas Besonderes. Beim Lesen habe ich mehrfach meine Meinung zu diesem Roman gewechselt. Ich schwankte immer wieder zwischen langweilig und unglaublich. Zum Schluss tendiere ich doch zur Leseempfehlung.
https://www.readingwitch.com/post/milchmann - Stephen King
Erhebung
(213)Aktuelle Rezension von: Neytiri888Habe das Buch heute schnell zwischendurch gelesen, war sehr gut unterhalten und konnte es kaum weg legen.
Die Geschichte enthält eine gesellschaftskritische Botschaft, was auch spannend und gut zu lesen war, aber ich hätte mir mehr den Fokus auf die rätselhafte Gewichtsabnahme gewünscht, da das ja an und für sich eine gute und spannende Idee war.
Es hätte ja keine komplette Erklärung des Phänomens gebraucht, aber ein bisschen mehr dahinter, als dass er einfach immer leichter wird, bis er irgendwann davon schwebt, hätte ich mir schon gewünscht. Habe auch keinen Zusammenhang zwischen der Gewichtsabnahme und seiner Persönlichkeitsentwicklung gesehen (sein Engagement und liebes Verhalten gegenüber seinen Nachbarn), deswegen hatte ich am Ende leider so ein "Hä?-Gefühl".
Also an und für sich, tolle und kurzweilige Geschichte, aber irgendwie hat mir etwas Sinn und Zusammenhang gefehlt.
- Andrew Michael Hurley
Loney
(91)Aktuelle Rezension von: SarahBIch muss vorweg sagen: Komplett habe ich die Geschichte wohl nicht verstanden. Das macht aber nichts, da ich glaube, dass das in Teilen auch so gewollt ist. Nicht auf alles wird in diesem Roman geantwortet, viel bleibt im Dunklen, vage angedeutet, der Phantasie überlassen.
Das Buch ist kein Horrorbuch, aber dennoch lassen einen die mystischen, teils mysteriösen Vorkommnisse schaudern. Die außergewöhnliche Sprache tut ihr Übriges, damit man denkt: nein danke, bei dieser Pilgerreise möchte ich nicht gerne dabei sein.
Das Buch ist ganz sicher kein Urlaubs-oder Wohlfühlbuch. Es regt zum Nachdenken an, ich denke jetzt manchmal noch an dieses Buch zurück und habe es auch schon zweimal gelesen. Es hinterlässt etwas beim Leser, was bei mir nicht viele Bücher schaffen. Außergewöhnlich geschrieben, ich habe bisher nichts vergleichbares gelesen. Der Auto erschafft eine unheimliche Atmosphäre und man weiß nie so ganz genau, was Einbildung ist, was Realität und was dazwischen liegt. Eine eindrucksvolle Geschichte, die unter die Haut geht. Klare Empfehlung ( nur nicht für den Strand :) ).
- Judith Hermann
Lettipark
(33)Aktuelle Rezension von: simone_richterJudith Hermann hat hier nun einen Erzählband geschrieben. Dieser handelt mehr von Gefühlen als um richtige Befindlichkeiten. Somit enden sie mit dem Nachgrübeln über diese Gefühle. Die Personen dieses Bandes stehen in der Mitte des Lebens und haben ihre Erinnerungen und Wendepunkte. So geht es um Abschied, Alter, Tod und Enttäuschung. Einfach und auf den Punkt gebracht ist das für die Personen und ihren Empfindungen. Es sind kurze Augenblicke, in denen sich die Komplexität des Alltags widerspiegeln. Man muss es mögen und wohl auch die richtige Haltung dazu haben. Das schließt auch ein, diese Prosa als poetisch stehen zu lassen und nicht groß darüber nachzudenken. Eben den Augenblick der Zeilen genießen - die Stimmungen der Erzählungen von der Zufälligkeit und der Sprödigkeit der Welt. Das ist minimal, d. h., manchmal nur auf 6 Seiten beschrieben. Sind wir nicht alle Personen, die davon träumen auszubrechen, dabei aber vielleicht schon angekommen sind? So bin ich zum Schluss angekommen bei dem Ende, aber eigentlich auch nicht. Wer also einfach den Moment erlesen will und nicht nach einem roten Faden sucht, der wird hier kurz und lyrisch unterhalten.
- Jochen Vogt
Einladung zur Literaturwissenschaft
(14)Aktuelle Rezension von: NelebooksKlappentext (LB): "Dieses UTB hat Studienbuchgeschichte geschrieben! Es war die erste Einführung, die in ebenso unterhaltendem wie wissenschaftlich präzisem Stil die Grundlagen der Literaturwissenschaft vorstellte. Das Themenspektrum reicht von der antiken Rhetorik und Poetik über Begründungsfragen der heutigen Literaturwissenschaft und beispielhafte Textanalysen bis hin zum Verhältnis zwischen Literatur und Neuen Medien. Zahlreiche Abbildungen, Schemata, Randerläuterungen und eine begleitende Internet-Präsenz regen zum selbstständigen Weiterlesen, Weiterdenken und Weiterforschen an. Die überarbeitete, aktualisierte und erweiterte 6. Auflage berücksichtigt insbesondere die Arbeitsbedingungen und Anforderungen der neuen Bachelor-Studiengänge."
Meinung: Der Autor hat einen hier toll über das Allgemeine zum Speziellen mitgenommen. Er schreibt nicht so trocken für ein Fachbuch, so dass ich es tatsächlich interessiert gelesen habe und es nicht langatmig oder trocken wurde. Der Autor spricht einen teilweise auch direkt an und hat einen etwas lockeren Schreibstil, so dass es einen teilweise zum Schmunzeln bringt und das Lesen aber natürlich gleichzeitig auch noch angenehmer macht. Fachbegriffe werden kurz erklärt, so dass man diese nicht zusätzlich googeln muss. Auch gibt es am Rand immer noch Hinweise, Erklärungen oder Bilder von Autoren, so dass das Ganze vollständiger und umfassender wird. Das Buch war jetzt eine tolle Ergänzung und Wiederholung zu meinem Modul "Einführung in die Literaturwissenschaft" und ich kann es Studierenden auf alle Fälle weiterempfehlen.
- Renate Silberer
Das Wetter hat viele Haare
(16)Aktuelle Rezension von: frauvormittagDiese Buch wurde mir von einer Freundin empfohlen, die bei der lovelybooks leserunde mitgemacht hat. Ich lese sehr gerne Kurzgeschichten und diese Erzählungen folgen in den einzelnen Geschichten wiederkehrenden Figuren, sie schreiben sich fort. Erzählt wird nie zu viel, was mir sehr gefällt, denn ich mag es nicht, wenn auch das offensichtliche noch nachzulesen ist. Einige Geschichten spielen mit dem Absurden, verzichten auf eine nachvollziehbare Handlung und gerade dieser Zugang zu Sprache und Literatur ist für mich sehr fesselnd. Bilder, die in meinem Kopf auftauchen und in mir etwas ansprechen oder mich anregen, sind genau das, was ich an Literatur mag. In diesem Buch geschieht dies auf sehr vielfältige Weise. Die Autorin mischt Alltagsgeschehen mit Traummomenten und stellt dadurch spannende Bezüge her, die Situationen in neuem Licht erscheinen lassen. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und werde es demnächst wieder lesen. - Synke Köhler
Kameraübung
(12)Aktuelle Rezension von: lesebiene27Klappentext:
"Erzählungen über die Besonderheiten des Alltags, über kritische Momente zwischen zwei Menschen, die so leise sind, dass sie beinahe unbemerkt bleiben."
Meine Meinung:
Die neun kurzen Erzählungen in diesem Buch berichten von unterschiedlichen Situationen und Momenten im Alltag. Da ist ein Mann, der plötzlich in einem Garten sitzt und weder spricht, noch weggehen will. Oder eine Frau, die mit ihrer Familie wandern ist und die plötzlich unterschiedliche Wege mit unterschiedlichen Ergebnissen gehen. Auch die Suche zweier jungen Frauen nach einem besonderen Moment im Alltag wird beschrieben.
Das besondere an diesen Kurzgeschichten ist, dass sie trotz weniger Seiten klar geschrieben sind, sodass man als Leser die Situation schnell erfassen kann. Auch gelingt es der Autorin Synke Köhler mit ihrem Debüt Emotionen wie Verblüffung, Bedrückung und Mitgefühl auszulösen, obwohl man beim Lesen nur einen kurzen Einblick in das Leben der Personen erhaschen kann.
Darüberhinaus finde ich es bemerkenswert, dass die Handlung in diesem kleinen Büchlein keine Rolle spielt, sondern der Gedanke, den die Personen haben, und die Beschreibung des Momentes.
Der Sprachstil hat mir überwiegend gefallen, weil er sehr ruhig und beschreibend ist - fast so, als ob die Autorin selbst den Moment beobachten würde. Auch die meisten Geschichten haben mich angesprochen. Lediglich drei der neun Geschichten waren nicht mein Fall.
Fazit:
"Kamerübung" enthält sanfte Erzählungen, die mit einer ruhigen Sprache geschrieben werden. Nichtsdestotrotz hallen sie nach und lassen den Leser über die Begebenheiten nachdenken. Von mir gibt es für das Buch 4 von 5 Lesesternen. - Max Osswald
Quarterlife Crisis
(9)Aktuelle Rezension von: FoxypandaTeilweise sehr seicht, literarisch sehr stümperhaft umgesetzt. Nicht sonderlich bereichernd. Wurde beim Schrottwichteln weiter gegeben und war für einen guten Lacher und gemeinsames Auseinandernehmen der Wortaneinanderreihungen gut, immerhin. Jetzt verstaubt es und wird höchstwahrscheinlich als erstes verfeuert, wenn mal das Zeitungspapier knapp wird
- Johannes Thiele
Das Buch der Deutschen
(3)Aktuelle Rezension von: LeseLieseAbolut empfehlenswert! Alles drin was man über Deutschland und seinen Ursprung wissen sollte. - Yiftach Ashkenazy
Die Geschichte vom Tod meiner Stadt
(1)Aktuelle Rezension von: yingceWer sich für den Nahen Osten interessiert kann Freude daran haben. - Jutta v. Ochsenstein
Von der Unschärfe der Wälder
(3)Aktuelle Rezension von: gaby2707Nun bin ich endlich dazu gekommen, den Gedichtband „Von der Unschärfe der Wälder“ von Jutta von Ochsenstein und Wolfgang Haenle durchzulesen. Und ich bin absolut begeistert.
Auf 90 Seiten bekomme ich zum einen wundervolle Gedichte, auf die ich mich erst mal einlassen musste. Die kleine Geschichten erzählen, mich damit zum Nachdenken, aber auch zum Schmunzeln gebracht haben. Mal aus nur wenigen Zeilen bestehend, mal fast eine ganze Seite lang. Dazu immer wieder eingestreute Fotografien von Wolfgang Haenle, die den Wald oder einzelne Bäume aus den verschiedensten Blickwinkeln zeigen. Wunderschön gemacht.
Auf den letzten Seiten bekomme ich ein Inhaltsverzeichnis mit allen Gedichten mit Seitenzahl. Dazu noch eine kurze Vorstellung von Jutta v. Ochsenstein und Wolfgang Haenle.
Ein kleines Buch, bei dem man sich Zeit lassen und die Zeilen auf sich wirken lassen muss. Dann hat man, so wie ich, den allergrößten Lesegenuss.
- Fjodor M. Dostojewski
Aufzeichnungen aus einem Totenhaus: In der Übersetzung von Alexander Eliasberg
(35)Aktuelle Rezension von: MolksAlexánder Petrówitsch Gorjántschikow wird nach dem Mord an seiner Ehefrau in ein Gefängnislager nach Sibirien deportiert. Als Mann adliger Herkunft hat er von Beginn an einen schweren Stand unter den Insassen. Dostojewski schildert das Leben im Lager streckenweise autobiographisch anhand seiner eigenen Erfahrungen. Eine tolle Erzählung in der die verschiedenen Charaktere und Schwierigkeiten im Gefängnis großartig beschrieben werden. - Monika Maron
Krähengekrächz
(6)Aktuelle Rezension von: sophiebooksWie schon in der Kurzmeinung geschrieben, nach kurzer Zeit wurde es meiner Meinung nach einfach nur noch langweilig, da es sozusagen nur noch um ihre Beziehung mit den Krähen ging.
- Wirtschaft und Tourismus ProMÖLLTAL – Initiative für Bildung, Kultur
Mölltaler Geschichten Festival: Begegnungen
(1)Aktuelle Rezension von: Bellis-PerennisIn dieser Anthologie ist das Ergebnis aus dem Mölltaler Geschichten-Festival, das 2018 zum dritten Mal stattgefunden hat, zusammengefasst. Zum Motto „Begegnungen“ sind eine Vielzahl von Beiträgen eingesendet worden.
In diesen vier Kategorien sind Preise vergeben worden :
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Fachjury-Preis
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Publikums-Jury-Preis
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Mölltaler Preis
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NachwuchsautorInnen Preis
Interessant, wie die Meinungen hier auseinanderklaffen. Zwei Teilnehmer können in zwei (von drei) Kategorien punkten. Zum einen Wolfgang Machreich mit seinem Beitrag „Herr Krickerl trimmt“ und zum anderen Elfriede Rojacher mit „Gefährliche Begegnungen“.
So unterschiedlich die Menschen, so unterschiedlich die Qualität der Beiträge.
Meine Meinung:
Das Spektrum der Einsendungen ist breit gefächert: Vom Schreibanfänger bis hin zum Journalisten.
Ich habe mich mit nur wenigen Beiträgen so richtig anfreunden können. Kurzgeschichten sind irgendwie nicht meins.
Am witzigsten finde ich „Scharmützel in da Mölltalleitn“ von Helmut-Michael Kemmer. Hier wird die Mentalität der Mölltaler beschrieben, die gerne auf fremde Hilfe verzichten und alles selbst regeln möchten. Auch, wenn es beinahe ins eigene oder fremde Auge geht.
Trotzdem halte ich diesen Wettbewerb für eine großartige Idee. Vielleicht entwickelt sich ja doch ein neuer Bestsellerautor aus der Gruppe.
Fazit:
Gut, dass es solche Schreibwettbewerbe gibt. Gerne gebe ich hier 3 Sterne.
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- Andrea Kerstinger
Fingerübungen
(3)Aktuelle Rezension von: katrinwebergedichteIn ihrem interessanten und abwechslungsreich geschriebenen Buch "Fingerübungen" entführt die Autorin Andrea Kerstinger ihre Leser ins schöne Burgenland. Dort entfaltet sie in Gedichten und Kurzgeschichten die für die Region so typische Atmosphäre wortgewandt und mit jeder Menge Witz.
Ihr Blick für die kleinen Details im Alltag und bei Zwischenmenschlichem, sowie ihre realistische Einschätzung der Dinge fließen dabei mühelos in die wirklich sehr schön geschriebenen Texte mit ein.
Burgenlandkroatische Zeilen überraschen den Leser zwischendurch und vermitteln ein stimmiges, lebensnahes Gefühl. Empfehlenswert!
P.S. Auf ihrer Instagramseite, die ich ebenfalls empfehlen kann, verfolge ich sie schon länger. Was mir dort besonders gut gefällt ist auch hier das abwechslungsreiche Programm: ob es Texte, Rezensionen oder Fotos sind, die die Autorin mit uns teilt, immer wird ihr scharfsinniger und humorvoller Blick auf die Dinge deutlich, der bei mir oft ganz beiläufig auch eine Begeisterung dem Leben gegenüber entfacht. - Otto Jägersberg
Pianobar
(2)Aktuelle Rezension von: Literaturwerkstatt-kreativ„Literaturwerkstatt- kreativ / Blog“ stellt vor:
„Pianobar“ von Otto Jägersberg
„In der Pianobar kann alles passieren: Seltsame Gestalten kommen durch die Tür, Geschichten und Anekdoten werden erzählt, Bonmots und philosophische Einsichten zum Besten gegeben, der Barkeeper mischt abenteuerliche Drinks und der Pianist schräge Töne zwischen die bekannten Melodien. Der Sessel ganz hinten in der Bar ist für Otto Jägersberg ein wunderbarer Platz, um die Welt auf seine unvergleichlich präzise Art zu beobachten.“
Fazit:
Mit seinem Debütroman „Weihrauch und Pumpernickel“, der 1964 erschien, war Otto Jägersberg (geboren 1942 in Hiltrup) der erste neuentdeckte deutsche Autor im noch jungen Diogenes Verlag. Nun hat der Verlag sein neustes Prosawerk veröffentlicht.
Mit zahlreichen, genauer gesagt 232, meist sehr kurzen Geschichten, Gedankengängen, Anekdoten, Erinnerungen, Bonmots, Gedankenblitzen und einfachen Alltagsbeobachtungen, gewährt der Autor uns einen Einblick in sein Leben und seine inspirierende Gedankenwelt. Dabei spielt seine Wahlheimat Baden-Baden immer wieder eine entscheidende Rolle, und so erhält man auf sehr vielfältige und unterhaltsame Weise Einblicke in die Besonderheiten der Kur- und Bäderstadt, sowie die Phänomene des umliegenden Schwarzwaldes.
Dabei sind seine Texte, Fragmente, einzelne Sätze, allemal sehr unterschiedlich zu bewerten. Mit einer guten Wahrnehmung und viel Fantasie präsentiert er seine Geschichten, in denen sich auch oftmals philosophische Gedanken verlieren. Was `Jägersberg` jedoch gekonnt aufs Papier bringt, ist sein besonderer Humor. So wird man auf sehr vielfältige Weise unterhalten; entweder zum Lachen gebracht oder von seinen Gedankenblitzen zum Nachdenken angeregt.
227: „Mit dem Tod kommt der Traum, der anhält. Die Träume zu Lebzeiten greifen dem Tod voraus, sie sind Gestaltungen des Danach.“
Und manchmal hat der Autor es auch geschafft, einfach nur ein Fragezeichen in meinem Kopf zu hinterlassen.
Eine Sammlung von interessanten, geistreichen und auch unterhaltsamen Texten, Anekdoten, Gedankenblitzen sowie philosophischen Ansichten!
Besten Dank an den „Diogenes Verlag“ für das Rezensionsexemplar.
Ein geschenkter Tag - 2016
(7)Aktuelle Rezension von: gaby2707„Ein geschenkter Tag“ aus dem 3.0 Verlag ist dem 29. Februar 2016 gewidmet. Brina Stein hat hier 23 Autorinnen und Autoren mit ihren Geschichten und Gedanken zu diesem Tag gesammelt und in dieser Anthologie herausgegeben.
Ich lese von der kleine Lena, die noch mal einen wunderschönen Tag im Tierpark erlebt, bevor sie der Engel, wie angekündigt, holt; wie sich die Autorin Fragen über die Zeit stellt; über Thomas, der in den Mauern eine Theaters verschwindet; Mina, an dem geschenkten Tag um ihr Leben kämpft; für den einen die Welt still steht, für den anderen sich die Gelassenheit breit macht und es geht um Horsti, der nur alle 4 Jahre Geburtstag feiert. Einige Gedichte runden die Gedankensammlung ab.
Die Geschichte „Der Grund zum Feiern“ von Dörte Müller gefällt mir hier ganz besonders gut.
Ich hatte keine Ahnung, was mir dieses Buch bringen würde. Ich wurde positiv überrascht.
Ich habe geschmunzelt, war nachdenklich. Das Buch schafft es, eine ganze Palette von Gefühlen in mir wachzurufen.
Es ist kein Buch, das man mal schnell nebenher liest. Aber wenn man sich Zeit nimmt, kann es seine ganze Vielfalt ausbreiten.
- Oscar Wilde
Der glückliche Prinz
(39)Aktuelle Rezension von: Claudia92Oscar Wilde hatte eine wunderbare Art Geschichten zu erzählen. Ich liebe die Märchen, die sich leicht und schnell lesen lassen und immer etwas besonderes sind. Geschichten über den "glücklichen Prinzen" oder " Der Fischer und seine Seele".
Diese Ausgabe ist unterbrochen von Bildern im Stile der 20er Jahre.
- John Garth
Tolkien und der Erste Weltkrieg
(10)Aktuelle Rezension von: ArkronOne key to understand The Lord of the Rings and all the other great works by Tolkien is his involvement in the First World War. Elements like a last minute rescue of the Rohirrim, or the role of Samwise Gamgee, or the mechanical beasts entering the battle of Gondolin clearly refer to his experience in the Battle of the Somme.
Tolkien was there in the horrors of the trenches, as a Second Lieutenant of the 11th Lancashire Fusiliers, from June to October 1916. He survived because he caught trench fever, returned to England reporting sick and never returned to action.
Why doesn't the cover illustrate those trenches, then, why isn't there a tank, or soldiers in battle gear running through trenches? The photo is well-chosen, because it shows Tolkien as part of his beloved community at Exeter College. Consider, that Tolkien wasn't one of the first to be deployed as soldier, but decided to finish his degree in university first.
The core of this biography focuses on Tolkien's ways through the war. John Garth gives a fascinating portray, disentangles the complicated movements of WWI campaigns, and fleshes out how his schoolfriends of the T.C.B.S. club fared during the war. It is a highly involved and intense research into not easily accessible sources, and the author mastered them in a way which is accessible to a broader public.
One can literally watch the ideas leading to the Silmarillion coming to life. The author embeds and explains several poems from Tolkien and his friends through these early years. Tolkien started his mythology reluctantly before the Battle of the Somme. But only after he returned home, his ideas came to fruition in a kind of narrative explosion. His prose work started during his rehabilitation from trench fever back home in England, beginning with The Fall of Gondolin, continued with Beren and Luthien, and finished his Great Tales with The Children of Hurin. There was no idea of the Hobbit or the Lord of the Rings, and there was no Second or Third Age.
John Garth brings all this to life in a thorough amount of details. He contextualizes Tolkien as a war author. Where other authors of his generation like Graves, Sassoon, or Owen created a far more pessimistic, modern poetry, Tolkien reflected the fighting differently, staying with the naturalistic romances, taking a stance against the disenchantment of his time.
The last part of the book concentrates on the effects on Tolkien's later Middle Earth writings, how formative they were, and how his experiences influenced the world he created. Although Tolkien himself hated such interpretation, Garth's analysis makes sense to me.
A huge mass of literary references and notes are given at the end of the book. Garth's choice to not add footnote numbers in the text was a good one. The book finishes with twelve pages of bibliography and a handy index. More interesting to the casual reader will be the middle part with several photos of Tolkien, and his Exeter friends of the T.C.B.S, and the maps illustrating the movements of the Battle of the Somme.
You can see that this is not "yet another" Tolkien biography. It is a necessary one, adding much to the essential biography from Carpenter. The Mythopoeic Society honored the work with an Award for Inklings Study.
For further reading of the author, consider his Tolkien at Exeter College (review), and his newer Worlds of J.R.R. Tolkien: The Places that Inspired Middle-Earth (which I haven't read, yet).
- Lucia Lucia
Texte, die auf Liebe enden
(18)Aktuelle Rezension von: Nati_BuecherfreundinGedichtebücher sind etwas Tolles. Bei jedem neuen, das ich kaufe, bin ich immer wieder gespannt, was mich erwartet. Dieses hier habe ich durch den Suchbegriff Gedichtebücher auf Medimops gefunden. Das Cover und der Titel haben mich sofort neugierig gemacht.
Die Autorin Lucia Lucia ist Poetry Slamerin und gibt Workshops. Sie hat eine eigene Homepage, wenn ihr mehr über sie wissen möchtet. https://lucialucia.de/
Dort hat sie auch Youtube Videos verlinkt. Aber man findet auch so Videos, wenn man den Suchbegriff dort eingibt.
Meine Meinung zum Buch:
Die Gedichte von LuciaLucia handeln in diesem Buch größtenteils über die Liebe. So wie es der Buchtitel auch spiegelt. Die Gedichte sind gegliedert in verschiedene Abschnitte wie: Wo die Liebe anfängt, wo es bereits endet, bevor es vorbei ist, oder zurück auf dem Markt, der zu wünschen übrig lässt.
Serena Violas Illustrationen zu den Gedichten runden alles ab.
Des Weiteren gibt es ein zutiefst berührendes Gedicht mit dem Namen Mathilda .
Mir persönlich hat das Gedicht ein ">>Jext>> über die Modeindustrie" besonders gefallen.
Die Autorin schreibt manchmal rasant, manchmal leicht und sanft.
Ihr Schreibstil ist wirklich schön. Aber auch ihre Gedichte zu hören ;)
Eine klare Lese und Hörempfehlung für jeden, der unter anderem Liebesgedichte gerne mag.























