Bücher mit dem Tag "prosa"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "prosa" gekennzeichnet haben.

251 Bücher

  1. Cover des Buches Erhebung (ISBN: 9783453272026)
    Stephen King

    Erhebung

     (192)
    Aktuelle Rezension von: Blumella

    Inhalt:

    Scott verliert immer mehr an Gewicht, aber sein Aussehen bleibt dennoch gleich. Von außen sieht er aus wie ein übergewichtiger Mann, aber die Waage meldet jeden Tag eine kleinere Zahl. Er akzeptiert dieses unerklärbare Phänomen und bekommt einen neuen Lebenstrieb. Zusammen mit seinem alten Doktor, Doc Ellis, besucht er das Restaurant seiner verheirateten Nachbarinnen, mit denen er auf Kriegsfuß steht und möchte den Streit und die Vorurteile die sich angebahnt haben, aus dem Weg schaffen...


    Meinung:

    Bei diesem Buch tue ich mich richtig schwer, den Inhalt und meine Meinung in Worte zu fassen. „Erhebung“ ist ein Kurzroman mit 143 Seiten, der gut gelungen ist, mich aber nicht vom Hocker haut. Diese Geschichte hat einen Hauch Fantasy und ist schon fast märchenhaft. Leider sind mir die Charaktere zu sporadisch dargestellt. Auch wenn es sich um eine Kurzgeschichte handelt, kann man den Figuren mehr Qualität verleihen. Die Schlüsselfigur Scott mochte ich ganz gerne, er ist mit seinem Gewichtsphänomen gut umgegangen.

    Die Geschichte lässt sich sehr gut lesen und regt zum Nachdenken an. Das Ende war für mich gut gewählt und hat mir sogar Gänsehaut bereitet.

  2. Cover des Buches Auf Erden sind wir kurz grandios (ISBN: 9783446263895)
    Ocean Vuong

    Auf Erden sind wir kurz grandios

     (125)
    Aktuelle Rezension von: katzenminze

    Auf Erden sind wir kurz grandios ist der populäre Debütroman des vietnamesisch-US-amerikanischen Autors Ocean Vuong, in dem er einen jungen Mann über sein schwieriges Leben erzählen lässt.

    Hauptfigur Little Dog ist ebenfalls als Kind mit Mutter und Großmutter von Vietnam nach Amerika ausgewandert. Doch der „american Dream“ ist weit weniger traumhaft, als sie sich das vorgestellt haben. Little Dogs Mutter ist traumatisiert vom Krieg, spricht kein Englisch, arbeitet sich im wahrsten Sinne des Wortes kaputt und neigt zur Gewalt gegenüber ihrem Sohn. Er selbst findet nur schwer Anschluss, ist schüchtern und zurückhaltend, muss aber bald die Aufgabe des Familiendolmetschers übernehmen. Als er als Teenager seine Homosexualität entdeckt steht er vor der Frage wie er sich seiner Mutter erklären kann, in deren Sprache es noch nicht einmal ein Wort dafür gibt.

    Anfangs hat mich der Roman mit seinen treffenden und berührenden Beschreibungen sehr begeistert. Der Versuch einer Mutter zu schreiben, die nicht lesen kann hat eine bittersüße Note, die sehr gut zu Litte Dogs Leben passt. Später hat es mich dann leider ein bisschen verloren, weil es mir für die Kürze thematisch zu sehr ausfranste und hier und da ein bisschen zu verkünstelt war.

    Auf weniger als 300 Seiten geht es um Themen wie Zerrissenheit, Familie, Homosexualität, Verlust, Kriegstrauma über mehrere Generationen, Zugehörigkeit, Comming of Age, Drogen, Gewalt und Liebe. Einiges davon war wunderbar geschildert - mal poetisch, mal plastisch - anderes hätte ich nicht gebraucht.

    Insgesamt also leider keine komplette Begeisterung bei mir aber durchaus eine Empfehlung für Leser die es poetisch mögen und ohne festen Plot auskommen. Und eine kleine Warnung vor ein paar unschönen Szenen mit Tierleid möchte ich noch aussprechen!

  3. Cover des Buches Wir können alles sein, Baby (ISBN: 9783442484089)
    Julia Engelmann

    Wir können alles sein, Baby

     (212)
    Aktuelle Rezension von: Eggi1972

    Gedichte und ich, passt das? Es war mal wieder Zeit, was Neues zu probieren. Eigentlich versuche ich, um Gedichte oder ähnliches einen großen Bogen zu machen.

    Ich hatte zuerst das Hörbuch, welches von der Autorin eingesprochen wurde. Es war zwar gut, aber zu der damaligen Zeit hatte ich einfach zu viel Stress. Es konnte, auch wenn es gut vorgetragen wird (ein Kompliment von mir), nicht die Wirkung bei mir erzielen, die ich mir gewünscht habe. Dies bedeutete dann, dass ich das Buch dann doch noch ein paar Wochen nach hinten gereicht habe. Also zu einem Zeitpunkt, wo ich es einfach genießen konnte. Oder es einfach auf mich wirken konnte. 

    Es gab einige Texte, die dann wo ich endlich ein wenig zur Ruhe gekommen bin, auf mich gewirkt haben. 

    Manchmal habe ich mir auch die Texte zwei oder mehrmals zu Gemüte geführt. Und das komische war, dass ich jedes Mal zu einem anderen Entschluss oder Fazit gekommen bin. Es war dann aber auch egal, ob ich die CD gehört habe, oder ob es das Buch war, das Ergebnis war immer wieder anders. 

    Aber immer wieder war es für mich eine Aufforderung, etwas zu verändern oder sich selbst zu verändern und in Bewegung zu bleiben. 

    Mein eigenes Fazit zu diesem Buch ist einfach, dass es sich gelohnt hat das Buch einfach noch einmal in die Hand zu nehmen, wo der Stress langsam von mir abgefallen ist. 

    Wer Hörbücher mag, ist sicherlich auch mit dem Hörbuch sehr gut beraten, aber ich bleibe lieber bei dem gedruckten Buch, da es auch schön ist, die kleinen Zeichnungen von Frau Engelmann zu sehen, die einfach gehalten sind, aber dennoch ihre Wirkung nicht verfehlen. 

    Dafür ist bei dem Hörbuch die angenehme Stimme von Frau Engelmann sehr präsent. Alles hat wie immer Vor- und Nachteile und jeder sollte das Medium seiner Wahl aussuchen.  Aber es sollte auch so sein, dass man vielleicht, wenn es die Möglichkeit, gibt einfach einmal reinlesen oder reinhören und dann vielleicht seine eigene Entscheidung treffen und vielleicht so wie ich einmal etwas neues ausprobiert. Es kann nie schaden, einfach mal etwas zu probieren und zu wagen.

    Literaturlounge

  4. Cover des Buches Die 13 ½ Leben des Käpt'n Blaubär (ISBN: 9783328107682)
    Walter Moers

    Die 13 ½ Leben des Käpt'n Blaubär

     (2.187)
    Aktuelle Rezension von: Viviliebtlesen

    Man merkt dem Autor an, dass er viel Herzblut in dieses Werk gelegt hat. Die ganze Fantasie ist atemberaubend. Am Anfang hielt ich das Buch noch für ein unvergleichliches Schmuckstück - unvergleichlich ist es auch nach wie vor, ein Schmuckstück nicht mehr ganz. Ich war ab der Mitte teils so sehr gelangweilt von den dauernden Aufzählungen, den Lexikoneinträgen und den Übertreibungen, dass ich Schwierigkeiten hatte, das Buch wieder in die Hand zu nehmen. Ich habe sehr lang für das Buch gebraucht. Dabei ist es nicht das erste Buch von ihm, was ich las. Die Stadt der träumenden Bücher riss mich absolut in den Bann.. Das fehlte mir hier. Es sorgt zwar zwischendurch immer wieder für gute Unterhaltung und frischen Wind, aber ich glaube 200 Seiten weniger hätten dem Buch gut getan. Dabei ist mir Blaubär doch sehr ans Herz gewachsen. Man muss sich definitiv darauf einlassen, damit man der Geschichte etwas abgewinnen kann.

  5. Cover des Buches Die Stadt der Träumenden Bücher (ISBN: 9783328107514)
    Walter Moers

    Die Stadt der Träumenden Bücher

     (3.399)
    Aktuelle Rezension von: lese-monster

    Der Lindwurm Hildegunst von Mythenmetz, beheimatet in der Lindwurmfeste in Zamonien, stößt auf ein geniales Manuskript, das seine gesamte Welt auf den Kopf stellt. So etwas hatte er nie zuvor gelesen! Er macht sich auf den Weg nach Buchhaim, die Stadt der Bücher, Verleger und Antiquare, um den Autor dieses Manuskripts ausfindig zu machen.

    Celine hat mir das Buch mit den Worten "ich habe noch nie so ein außergewöhnliches Buch gelesen. Das ist mal was komplett anderes" empfohlen. Direkt bei den ersten Seiten habe ich gemerkt, dass sie recht hat. Schon allein der Schreibstil ist etwas ganz Besonderes. Man liest die Geschichte des Lindwurms Hildegunst von Mythenmetz, die dieser nach seinen Abenteuern niedergeschrieben und veröffentlicht hat, in der von Walter Moers verfassten und annotierten Übersetzung aus dem Zamonischen. Allein diese Erzählgrundlage hat mich sehr begeistert. Ich habe auch selten ein Buch gelesen, das so einen gewaltigen Wortschatz verwendet. Auch spielt der Autor mir Schriftgröße und Schriftauszeichnung, was ich so selten in Büchern gesehen habe. Hinzu kommen liebevoll gestaltete Illustrationen die einfach nur wundervoll sind.

    Die Geschichte dreht sich pausenlos um das geschriebene Wort und Hildegunst von Mythenmetz verliert sich teilweise auch in vielen Aufzählungen und Zusammenfassungen von Büchern, die ihm begegnen oder durch den Kopf gehen. Lange war mir auch gar nicht wirklich klar, wohin die Geschichte führen wird und was die eigentliche Handlug des Buches ist. Das ist an dieser Stelle gar nicht negativ gemeint. Als Leser taucht man trotz der geringen Spannung am Anfang vollkommen in das Buch ein und ich habe den Handlungsverlauf in keinster Weise vorhergesehen.

    "Die Stadt der Träumenden Bücher" konnte mich einfach nur verzaubern und vor allem die kleinen Buchlinge, denen Hildegunst von Mythenmetz mehrmals begegnet, habe ich sehr ins Herz geschlossen. Ich kann das Buch nur jedem Bücherwurm weiterempfehlen, da es dieses Buch auf eine zauberhafte Weise schafft, den Leser vollkommen zu vereinnahmen und in die Welt der Bücher zu entführen.

  6. Cover des Buches Tyll (ISBN: 9783499268083)
    Daniel Kehlmann

    Tyll

     (278)
    Aktuelle Rezension von: Nora_liest

    Nachdem sein Vater, ein heilkundiger Müller, als angeblicher Hexer hingerichtet wurde, flieht Tyll aus seinem Dorf und zieht als Gaukler durch die Lande. In verschiedenen Episoden lässt Kehlmann ihn an der Seite historischer und fiktionaler Figuren auftreten und die Zeit des Dreißigjährigen Krieges so lebendig werden. Bild- und figurenreich veranschaulicht er auf zugleich schelmische und ernsthafte Weise dessen Ereignisse und Auswirkungen. Ein absolut lesenswerter Roman!

  7. Cover des Buches Drüberleben (ISBN: 9783442157167)
    Kathrin Weßling

    Drüberleben

     (141)
    Aktuelle Rezension von: michellebetweenbooks

    Ida Schaumann lebt ein Leben voller Mauern und Lügen. Nach einigen Ereignissen beschließt sie, in eine Klinik zu gehen, um Heilung zu finden. Ihre Therapien gestalten sich etwas schwer, da sie ihre Mauern viel zu hochgebaut hat. Jede Art von Beziehung, die sie in ihr Leben lässt, macht den Anschein zum Scheitern verurteilt zu sein. Ihre Freunde, Mitpatienten und die Therapeuten sind ihr eine große Hilfe, doch Ida allein ist diejenige, die sich aus dem Teufelskreis retten muss…

    Viele von meinen Leser*innen wissen mittlerweile, dass ich mich viel mit Depressionen auseinandersetze, da ich selbst unter schweren Depressionen leide. Also habe ich beschlossen, mir einige Bücher zu dem Thema zu kaufen und mir somit ein Bild von diesen Geschichten zu machen. Jede Depression hat viele Ähnlichkeiten, doch trotz allem solltet ihr euch immer bewusst machen, dass jede Depression einzigartig ist und sich bei jedem anders zeigen kann.

    ,,Drüberleben‘‘ ist ein Buch, bei dem Kathrin Weßling darüber schreibt, ohne irgendwas ausschmücken zu müssen. Sie schreibt schonungslos ehrlich und beschönigt kein einziges Wort in diesem Buch. Ich bin der Meinung, dass dies für mich ein Buch über Depressionen ist, das ich wirklich jedem empfehlen kann. Denn hierbei kommt die Autorin sehr nah an die Realität und manchmal hatte ich das Gefühl, sie würde in diesem Buch meine Geschichte niederschreiben.

    Da ich bis zu diesem Buch noch gar kein Buch von Kathrin Weßling gelesen habe, bin ich unvoreingenommen auf dieses Buch zugegangen. Der Schreibstil in diesem Buch ist absolut großartig – wie das Leben eben. Manchmal schreibt sie traurig, manchmal schreibt sie mutig, manchmal schreibt sie deprimiert und manchmal schreibt sie voller Hoffnung. All diese Dinge, die sie hier mit einbaut, sind absolut großartig und ich bewundere die Autorin sehr für diese Vielfältigkeit. Die Worte die Kathrin Weßling in diesem Buch verwendet hat, sind stark, nachhaltig und einprägsam. Und ganz so schnell, wird man dieses Buch nicht vergessen.

    Besonders toll finde ich auch, dass das Buch in drei Teile aufgeteilt ist. Wir starten beim ,,Fallen‘‘, dann geht es weiter zum ,,Liegen‘‘ und zum Schluss gelangen wir zum ,,Steigen‘‘. Und all diese Dinge durchlebt Ida auch und wir können sie dabei begleiten. Ida wurde dadurch total authentisch und realistisch dargestellt und von daher handelt sich dieses Buch auch um das Leben. Es handelt davon, dass das Leben eben nicht gerade läuft, sondern Auf und Ab‘s immer dabei hat.

    ,,Drüberleben‘‘ ist eine Geschichte, die ich jedem empfehlen würde, der sich mit dem Thema Depressionen auseinandersetzen möchte. Dabei ist es ganz egal, ob es sich hierbei um Betroffene, Angehörige, Schüler, Lehrkräfte oder Therapeuten handelt. Aus diesem Buch kann man so viel mitnehmen und lernen. Wir lernen die Depression auf eine ganz grausame Art und Weise kennen und merken, dass diese Depression nicht mit einem ,,Mach doch mal mehr Sport!‘‘ geheilt ist. Danke an Kathrin Weßling, dass sie mit diesem Buch ein weiteres Tabuthema bricht und man somit wieder mehr über psychische Erkrankungen sprechen kann, vielen Dank!

  8. Cover des Buches Tanz der seligen Geister (ISBN: 9783596512195)
    Alice Munro

    Tanz der seligen Geister

     (45)
    Aktuelle Rezension von: parden
    VOM ERWACHSENWERDEN...

    Schon lange befindet sich dieser Band von 15 Erzählungen in meinem Regal - zufällig sogar das Debüt der kanadischen Schriftstellerin (Erstveröffentlichung 1968) -, und spätestens seit Alice Munro 2013 den Nobelpreis für Literatur erhielt, war ich neugierig auf dieses Buch. Doch erst jetzt nahm ich mir die Zeit für die Lektüre und kann schon so viel vorweg verraten: es wird für mich nicht das letzte Buch der 1931 geborenen Preisträgerin gewesen sein.

    Das verbindende Glied der 15 Erzählungen ist im weiteren Sinne der Abschied von der Kindheit, das Finden eines eigenen Weges. Angesiedelt sind die Geschichten etwa in den 40er und 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in der kanadischen Provinz, und wie ich gelesen habe, beinhalten sie zahlreiche autobiografische Erlebnisse der Schriftstellerin. Dies lässt die meist zwischen 20 und 30 Seiten langen Erzählungen in einem besonderen Licht erscheinen.


    "Es gibt nichts, was du im Augenblick tun kannst, außer die Hände in die Taschen zu stecken und dir ein unvoreingenommenes Herz zu bewahren." (S. 55)


    Aber auch ohne dieses Wissen konnte mich Alice Munros Schreibstil beeindrucken: präzise, unsentimental und intensiv, dabei oftmals poetisch und melancholisch, zeitweise ironisch, immer aber durchzogen von einer tiefen Ernsthaftigkeit. Die Unausweichlichkeit der geschilderten Situationen wird dem Leser vor Augen geführt, nur gelegentlich begleitet von einem leisen Bedauern, stets aber mit der immensen Bedeutung des Geschilderten für das Schicksal der jeweiligen Hauptperson im Fokus. In wenigen Sätzen skizziert Munro den oftmals eher tristen Ort, die Situation, das Geschehen und schafft so ein scharfes Bild, das ein Wegschauen unmöglich macht.


    "Wie die Kinder im Märchen, die gesehen haben, dass ihre Eltern mit furchterregenden Fremden einen Pakt schlossen, die entdeckt haben, dass unsere Ängste auf nichts als der Wahrheit beruhen, die aber nach wundersamer Rettung aus Gefahr heil nach Hause kehren, artig und wohlerzogen zu Messer und Gabel greifen und vergnügt bis an ihr seliges Ende leben - wie sie, von den Geheimnissen benommen und mit Macht begabt, sagte ich nie auch nur ein Wort." (S.79)


    Die einzelnen Geschichten hier vorzustellen, würde m.E. den Rahmen sprengen, und so schließe ich die Rezension mit der Erwähnung meines anfänglichen Erstaunens und der mit dem Lesen wachsenden Erkenntnis, dass auch und gerade das Schreiben von Kurzgeschichten eine Kunst ist - eine so hohe, dass Alice Munro, die 13 Erzählbände und nur einen einzigen Roman geschrieben hat, den Nobelpreis für Literatur in meinen Augen zu Recht gewonnen hat. Eben als "Meisterin der zeitgenössischen Kurzgeschichte". Chapeau.

    Für mich mit Sicherheit nicht das letzte Buch dieser Schriftstellerin!


    © Parden

  9. Cover des Buches Farm der Tiere (ISBN: 9783257261370)
    George Orwell

    Farm der Tiere

     (763)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Der geschichtlich vorbelastete Mensch entdeckt sehr schnell, das Orwell hier mehr oder weniger 1:1 die russische Revolution beschreibt.

    Die ganze Erzählung ist eine Parabel auf die Entwicklung des Sozialismus in der Sowjetunion, die Tiere stehen entweder für konkrete Personen, wie Stalin oder Trotzki oder für Bevölkerungsgruppen wie die Intelligenzija in der Sowjetunion.  

  10. Cover des Buches Ich fliege mit zerrissenen Flügeln (ISBN: 9783038480082)
    Raphael Müller

    Ich fliege mit zerrissenen Flügeln

     (23)
    Aktuelle Rezension von: Flaventus

    Jeder Mensch ist einzigartig und verfügt über ein individuelles Wesen. Es gibt aber auch Menschen, die deutlich einzigartiger sind als andere Menschen. Wie z.B. Raphael Müller, der als 14-Jähriger eine Autobiografie schrieb. Diese ist deshalb interessant zu lesen, weil er so gar nicht unser gesellschaftliches System passt und so aufzeigt, wie behinderte Kinder vorzugsweise weggesperrt als in die Gesellschaft inkludiert werden.

    Dabei kommen in seinem Fall mehrere Besonderheiten zum Tragen. Durch einen Schlaganfall im Mutterleib hat er Krankheit erworben, deren Namen derart kompliziert ist, dass ich sie gar nicht erst an diese Stelle aufschreibe, weil der Leser diesen aller Wahrscheinlichkeit nach ebenso schnell vergisst wie ich. Das Besondere an Raphael Müller ist dann auch die Form, wie sich seine Behinderung offenbart(e). Er hat schon sehr früh seine Umwelt wahrgenommen und hat sich vieles autodidaktisch beigebracht, ohne aber mit seiner Umwelt kommunizieren zu können. Dadurch dachte sein Umfeld, dass er nur ein Bruchteil dessen mitbekommt, wie es in Wirklichkeit war. Es ist kaum vorstellbar, wie verzweifelt ein Mensch sein muss, der in einer solchen Situation feststeckt und ebenso kaum vorstellbar, welch Freude oder Glück es bedeutet, wenn dies plötzlich möglich ist.

    Raphael Müller beschreibt in seinem Buch sehr sachlich, wie er es empfand in diesen Situationen zu stecken und wie es ihm dabei erging. Die Kraft seiner Sprache liegt dann auch nicht in ausufernden Erklärungen und Schilderungen, sondern er kommt schnell auf den Punkt, was vermutlich auch ein wenig der Art und Weise geschuldet ist, wie er überhaupt kommunizieren kann. Er benötigt dafür eine weitere Person, mit der er mittels gestützter Kommunikation Texte verfassen kann. Sprechen kann er nicht.

    Ihm haben es Gedichte angetan und er verfasst sehr gerne Gedichte über bestimmte Situationen. Je weiter das Buch voranschreitet, umso dominanter wird diese Erzählform. Der Leser sollte also dieser Erzählform nicht abgeneigt sein. Und so erzählt er weiter, mit welcher Freud aber auch Leid er sein Leben bis zu diesem Punkt gelebt hat. Dabei kommt nicht nur immer wieder sein Wunsch zum Vorschein, dass er nicht weggesperrt werden wollte und am liebsten mit Gleichaltrigen umgeben war, sondern auch leider in Deutschland für Behinderte Normalitäten, dass sie teils Monate auf ihre Hilfsmittel wie z.B. einen Rollstuhl warten müssen, auch wenn es damit einhergeht, dass der Behinderte Folgeschäden davonträgt.

    Fazit

    Wer selbst von Ausgrenzung betroffen war, setzt sich für Inklusion ein. Raphael Müller ist zwar kein Aktivist, aber er macht mit seiner Autobiografie nicht minder deutlich, wie wichtig es ist, einen Weg zu finden, Menschen mit Einschränkungen nicht wegzusperren und von anderen Menschen ohne Einschränkungen abzugrenzen. Natürlich ist dies nicht einfach, was auch der Autor weiß. Aber er kann von seinen Glücksmomenten berichten, in denen diese Inklusion tatsächlich funktionierte. Wer gerne Biografien liest, sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren.

  11. Cover des Buches Loney (ISBN: 9783548289878)
    Andrew Michael Hurley

    Loney

     (90)
    Aktuelle Rezension von: Shoko

    Ich bin enttäuscht! Der Klappentext und das Cover haben mich total in die Irre geführt. Ich dachte, es wird Horror und/oder Mystery sein. Gleich am Anfang wird klar, dass es um eine wundersame Heilung eines tauben, stummen Minderbegabten geht. Natürlich wollte ich wissen was "damals" in Loney passiert ist und wie Hanny geheilt wurde. Also quälte ich mich durch das ganze Buch, durch langweilige und unnötige Gespräche. Ich habe tatsächlich irgendwann angefangen Textpassagen zu überspringen... Auf der Vorletzten Seite kam endlich die Lösung und man hätte daraus so ein gutes Buch schreiben können. Grauenvollen Horror mit ein wenig Mystery.  Schade.

  12. Cover des Buches Rumo & die Wunder im Dunkeln (ISBN: 9783328601906)
    Walter Moers

    Rumo & die Wunder im Dunkeln

     (1.122)
    Aktuelle Rezension von: Eva-Marie_Kwade

    Im Buch begleitet man den Wolpertinger Rumo auf seinem Lebensweg. 

    Zuerst entdeckt er das Kämpfen für sich und befreit damit seine Freunde und andere Lebewesen von den Teufelsfelsen. Danach wird er von seinem neuen Freund Smeik ein Stück seines Weges begleitet, bis Rumo den "Silbernen Faden" entdeckt. Dieser führt ihn nach Wolperting, eine Stadt nur für Wolpertinger. Dort geht er zu Schule und lernt Rala, eine wunderschöne Wolpertingerin kennen. Sie ist sein silberner Faden. Um ihr seine Liebe zu beweisen, möchte er ihr eine selbstgemachte Schatulle aus dem gefährlichen Nurnenwald schenken. Nach seinem "Ausflug" dorthin sind jedoch alle Wolpertinger verschwunden. Rumo fackelt nicht lange und will seine neuen Freunde wieder finden und befreien. Auf dem Weg nach Hel, die Hauptstadt von Untenwelt erlebt er wieder eine Menge spannender Dinge und kann letzendlich seine Freunde (auch Smeik, der zufällig auch gekiddnaped wurde) aus den Fängen vom irren König Gaunab befreien. Natürlich befreit er auch seine Rala. In Wolperting zurück kommt es zu einem tollen Happy End.

    Ich fand es so schön Rumo zu begleiten und musste so manches Mal schmunzeln, dass Rumo zum Beispiel nicht wusste, dass es auch weibliche Geschöpfe gibt :) Manchmal ist es jedoch recht schwer die Zamonien-Bücher von Walter Moers zu lesen, da der Schreibstil ein wenig "gewöhnungsbedürftig" ist. 

    Die Handlung war sehr spannend. Manchmal konnte ich lachen und manches mal war es sehr herzzereißend. 

    Die Charaktere fand ich alle genial und vom Autor gut ausgearbeitet und beschrieben. 

    Das Buch würde ich jedem empfehlen, der mal wieder in eine fantastische, außergewöhnliche Welt abtauchen möchte. Jedoch darf man nicht außer Acht lassen, dass dies kein Kinderbuch ist.

  13. Cover des Buches Die Entdeckung der Langsamkeit (ISBN: 9783492957939)
    Sten Nadolny

    Die Entdeckung der Langsamkeit

     (443)
    Aktuelle Rezension von: caro_lin

    Die ersten 50 Seiten habe ich überlegt es wegzulegen. Ich bin froh, dass ich es nicht getan habe! Als ich einmal drin war, habe ich es geliebt. Die Tage und Wochen, die ich die Entdeckung der Langsamkeit gelesen habe war dieses Buch mein Rückzugs- und Wohlfühlort. Und das, obwohl es inhaltlich oft alles andere als schön zugeht, es geht stellenweise um Krieg, Hunger, Tod und menschliche Abgründe. Dann aber wieder um die Schönheit unserer Welt und der Dinge die uns Menschen voneinander unterscheiden. 

    Eigentlich wollte ich 4 Sterne geben, da es phasenweise dann doch auch wieder etwas zäh wird. Aber die Gefühle, die dieses Buch in mir ausgelöst hat, sind besonders und darum vergebe ich 5 Sterne.

  14. Cover des Buches Elf Minuten (ISBN: 9783257261318)
    Paulo Coelho

    Elf Minuten

     (1.094)
    Aktuelle Rezension von: Sebastian_Engel

    Ich war erst skeptisch und wusste nicht, ob ich mich an das Buch heranwagen wollte. Ich mag den Autor, seine Geschichten und seine Denkweise sehr, aber das Thema sagte mir irgendwie nicht zu. Wollte ich wirklich ein Buch über eine Frau in der Prostitution lesen? Ich kaufte das Buch dann doch und legte es nicht mehr aus der Hand. Ein wunderbares Werk, sehr tiefgründig und nun eines meiner Lieblingsbücher. Lest es! Liebt es! Es ist wunderbar!

  15. Cover des Buches Heute wegen Glück geschlossen (ISBN: 9783404169221)
    Patrice Leconte

    Heute wegen Glück geschlossen

     (62)
    Aktuelle Rezension von: Eva_G
    Thomas, 27 Jahre alt, arbeitet als Verkäufer in einer Papeterie in Paris. Da er sich gerne Ziele setzt und auch nicht mehr alleine sein möchte, will er bis er 30 Jahre alt ist seine Frau fürs Leben finden und sie heiraten. Doch die Jahre vergehen und er verliebt sich unglücklich, findet Frauen, die er nur mag, aber nicht liebt und geht sogar zu einer Wahrsagerin.
    Sein Freund André stellt ihm dann die entscheidende Frage: Findet man die große Liebe, wenn man nach ihr sucht oder begegnet sie ihm einfach und er muss sie nur entdecken?

    Der Autor Patrice Leconte hat hier mit seinem Romandebut ein wunderbares Buch geschaffen. Es bezaubert durch seinen einfachen aber nicht langweiligen oder übertriebenen Schreibstil. Er beschreibt die Lage von Thomas so anschaulich und nachvollziehbar, dass sich der Leser ab der ersten Seite in ihn hineinversetzen kann.

    Der Roman hat mir sehr gut gefallen und ich gebe ihm eine klare Leseempfehlung!
  16. Cover des Buches Das Wetter hat viele Haare (ISBN: 9783218010818)
    Renate Silberer

    Das Wetter hat viele Haare

     (16)
    Aktuelle Rezension von: frauvormittag
    Diese Buch wurde mir von einer Freundin empfohlen, die bei der lovelybooks leserunde mitgemacht hat. Ich lese sehr gerne Kurzgeschichten und diese Erzählungen folgen in den einzelnen Geschichten wiederkehrenden Figuren, sie schreiben sich fort. Erzählt wird nie zu viel, was mir sehr gefällt, denn ich mag es nicht, wenn auch das offensichtliche noch nachzulesen ist. Einige Geschichten spielen mit dem Absurden, verzichten auf eine nachvollziehbare Handlung und gerade dieser Zugang zu Sprache und Literatur ist für mich sehr fesselnd. Bilder, die in meinem Kopf auftauchen und in mir etwas ansprechen oder mich anregen, sind genau das, was ich an Literatur mag. In diesem Buch geschieht dies auf sehr vielfältige Weise. Die Autorin mischt Alltagsgeschehen mit Traummomenten und stellt dadurch spannende Bezüge her, die Situationen in neuem Licht erscheinen lassen. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und werde es demnächst wieder lesen. 
  17. Cover des Buches Vom Dazwischen (ISBN: 9783981862133)
    Victoria Hohmann

    Vom Dazwischen

     (15)
    Aktuelle Rezension von: kingofmusic

    Tretet ein, liebe Leserinnen und Leser. Tretet ein, macht´s euch gemütlich, nehmt euch von den kostenlosen Getränken und Knabbereien. Gleich beginnt die Vorstellung.

    (Vorhang geht auf)

    Hallo und Herzlich Willkommen in der Rezension zu „Vom Dazwischen“ von Victoria Hohmann.


    „Dazwischen“ – ein kleines Wort mit so vielen Variations- und (Be-)Deutungsmöglichkeiten, wie es Sand am Meer gibt. Man sitzt „zwischen“ den Stühlen, liest „zwischen“ den Zeilen, steht „zwischen“ zwei Menschen – die Liste ließe sich endlos fortführen.


    Da das auch Victoria Hohmann klar war, hat sie sich auf 12 Geschichten „Vom Dazwischen“ konzentriert und in ihrem eigenen kleinen, aber feinen Verlag veröffentlicht. Das vorliegende Buch ist nach „Von Verwandlungen“ ihr zweites mit Kurzgeschichten, Kurzprosa und Erzählungen und zählt für mich wie bereits der Vorgänger zu den Highlights im jeweiligen Lesejahr.


    Victoria Hohmann gibt der Sprache eine ganz eigene Sprache. In manch einer ihrer Geschichten kümmert sie sich nicht um „gängige“ Sätze, sie setzt Satzzeichen dort, wo die Leserinnen und Leser sie niemals gesetzt hätten, jongliert innerhalb bzw. nach den Einwortsätzen mit den zuvor benutzten Worten, stellt sie um, stellt sie vor, stellt sie nach – mancher Wechsel ist rasant, zu schnell für das langsame Gehirn des Normallesers, um zu registrieren, was da gerade passiert ist. Von daher muss ich an dieser Stelle eine (ernst-, aber nicht zu ernstgemeinte) Warnung aussprechen: lest die (meisten) Texte niemals, hört ihr, niemals, wenn ihr müde, abgespannt, genervt oder krank seid. Sie erfordern eure ganze Aufmerksamkeit und sind beleidigt, wenn sie die nicht kriegen (ja, auch Texte haben eine Seele und reagieren sensibel, wenn man nicht angemessen auf sie eingeht – ich durfte es am eigenen Leib erfahren!). Ein Autor, auf den das ebenfalls zutrifft ist Franz Kafka!


    Apropos Kafka: Victoria Hohmann´s Texte sind an der ein oder anderen Stelle genauso kafkaesk wie die vom Meister selbst und deshalb für mich auch so faszinierend (wenn ich mich denn auf sie einlassen kann *g*). Wie bereits angemerkt, spielt die Autorin gerne mit Worten wie mit Jonglage-Bällen, schenkt den Leserinnen und Lesern (reinen) Wortwein ein („Fado – eine vollmundige Trunkenheit“ sei hier als bestes Beispiel genannt), so dass selbige verwirrt und „besoffen“ zurückbleiben und zunächst den Kopf schütteln ob der Wirren in den Windungen ihres Kopfes.


    Die Geschichten in „Vom Dazwischen“ sind so vielfältig wie das Leben, sie lassen einen lachen, sie lassen einen weinen, man denkt hier einmal nach, liest dort ein zweites (drittes, drölfzigstes Mal), denkt noch mal nach und kommt schlussendlich zu dem Schluss, dass einem die nicht alltäglichen Alltagsgeschichten doch verdammt bekannt vorkommen.


    Wer also nach nicht alltäglicher und vor allem lange nachhallender Literatur sucht, keine Angst vor Wortspielereien hat und eine indirekte „Nachfolgerin“ von Franz Kafka kennenlernen will, sollte sich „Vom Dazwischen“ zulegen.


    Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!


    (Vorhang schließt sich)

  18. Cover des Buches Das Bildnis des Dorian Gray (ISBN: 9783150206690)
    Oscar Wilde

    Das Bildnis des Dorian Gray

     (1.908)
    Aktuelle Rezension von: Aksi

    »Das Bildnis des Dorian Gray« ist der einzige Roman von Oscar Wilde und handelt von einem jungen und attraktiven Mann, der ein Porträt besitzt, das an seiner Stelle altert. Die Erstausgabe erschien im Jahr 1890. Der Roman gehört zu den Klassikern der Literatur, deshalb ist es nicht verwunderlich, dass er oft neu auferlegt und verfilmt wurde. Ich wollte »Das Bildnis des Dorian Gray« unbedingt lesen, weil ich gern Klassiker lese und das Buch schon lange auf meiner Wunschliste stand.

    Oscar Wilde war ein irischer Autor, Lyriker, Novellist und Essayist. Geboren wurde er in Dublin (Irland) am 16. Oktober 1854. Am 30. November 1900 verstarb der Autor im Alter von sechsundvierzig Jahren in Paris. Wie bereits erwähnt, war »Das Bildnis des Dorian Gray« der einzige Roman des Autors. Dennoch schaffte es Wilde, dass der Roman zu seinen Lebzeiten in aller Munde war, denn er sorgte für Furore. Aus diesem und vielen anderen Gründen empfehle ich, sich mit dem Leben von Wilde zu beschäftigen, denn es war ganz anders, als man es sich vielleicht zunächst vorstellt.

    »Das Bildnis des Dorian Gray« lebt von seinen Charakteren, vor allem von der Hauptfigur Dorian Gray, den ich sehr unsympathisch fand. Dies tat dem Buch jedoch keinen Abbruch, denn ich habe jede Seite regelrecht verschlungen und war total fasziniert davon, wie alle anderen Figuren von Dorian fasziniert waren. Klar, ein bisschen kann ich das nachvollziehen, denn oft fällt es uns Menschen schwer daran zu glauben, dass auch schöne Menschen schlimme Dinge tun. Gray ist ein gefährlicher Mann und er kann jede:n um seinen Finger wickeln. Dazu muss er sich oft nicht mal anstrengen. Das entgeht ihm natürlich nicht, weshalb er das auch schamlos ausnutzt. Dieses Verhalten hat Dorian zum großen Teil von Lord Henry „Harry“ Wotton abgeguckt. Lord Henry nimmt in Dorians Leben eine wichtige Rolle ein und meiner Meinung nach, hat er es zu verantworten, dass Dorian auf die schiefe Bahn geriet. Ich vermute, Dorian hätte ganz anders sein können, wenn Lord Henry ihm mit gutem Beispiel vorangegangen wäre.

    Die Atmosphäre und Stimmung sind sehr düster und alles andere als optimistisch. An einigen Stellen vermittelt der Roman sogar Hoffnungslosigkeit darüber, dass sich nie etwas ändern wird. Dorians Porträt ist die mystische Komponente des Romans, die mir sehr zu denken gab. Zunächst hat das Porträt unmittelbar mit Dorian und seiner Person zu tun. Aber es berührt und eröffnet viele weitere Themen wie Kunst, Alter, Schönheit und Unsterblichkeit. Gepaart mit dem mitreißenden Schreibstil von Wilde ist »Das Bildnis des Dorian Gray« ein Roman, über den man noch heute und sehr lange philosophieren kann.

    Fazit: Ich finde, jede:r sollte »Das Bildnis des Dorian Gray« von Oscar Wilde gelesen haben, vor allem heutzutage. Ich finde den Roman einfach genial und freue mich darauf, ihn zu rereaden!

  19. Cover des Buches Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares (ISBN: 9783596903092)
    Fernando Pessoa

    Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares

     (84)
    Aktuelle Rezension von: Edith_Hornauer
    Pessoa, ein Verwandlungskünstler. Drei gleich er! Doch seine Sprache ist immer atemberaubend - fünf Sterne unbedingt auch für dieses Buch!
  20. Cover des Buches Stiller (ISBN: 9783518462348)
    Max Frisch

    Stiller

     (362)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    "Jeder Zeitungsleser scheint hier zu wissen, wer Stiller ist." (S10) Als Mr. White mit dem amerikanischen Pass 1952 in die Schweiz reist, wird er als verschollener Anatol Ludwig Stiller erkannt und festgenommen. Außer seinem Gefängniswärter Knobel will ihm keiner glauben, dass er nicht der Verschollene ist. Schließlich wird er von seiner Ehefrau Julika, die extra aus Paris angereist kam, seinen Freunden und auch seinem Bruder Wilfried wieder erkannt. Sein Verteidiger und auch der Staatsanwalt Rolf geben sich größte Mühe, seine Identität zu beweisen und untermauern die Beweislast in einem kammerspielartigen Show-down in Stillers Atelier in Zürich. 

    Mal ein Abenteuerroman, mal eine Entwicklungsgeschichte, mal die Geschichte einer Ehe und ihrer Facetten und doch immer wieder eine so zerrissene und oft hektische Pose, die uns Leser nur eine misstrauische Haltung aus der Distanz erlaubt. Nähe entwickelt sich nur dort, wo er aus den Erzählungen seiner Mitmenschen schreibt. Die Geschichte Stillers endet so ausweglos wie sie begonnen hat und dazu noch überaus traurig.

  21. Cover des Buches Unterm Rad (ISBN: 9783518463529)
    Hermann Hesse

    Unterm Rad

     (791)
    Aktuelle Rezension von: Raven

    Das Buch "Unterm Rad von Hermann Hesse ist 176 Seiten lang und über unterschiedliche Verlage gedruckt. 

    Das Werk gibt es in einer Hardcoverausgabe, Softcoverausgabe, als Ebook und Hörbuch.

    Hermann Hesse schrieb dieses Werk 1906. Es entstand ua dadurch das sein Bruder sich das Leben nahm, woran auch Schulprobleme ihren Anteil hatten. 

    Diese Geschichte handelt von Hans der an den Anforderungen an sich selbst und des Umfeldes scheitert. 

    Leistungsdruck und Leidensdruck. Heute ist diese Geschichte sicherlich immer noch ganz aktuell, wenn nicht aktueller denn je. Viele kennen die enormen Anforderungen und den Druck des Umfeldes, die eingeredeten Tugenden und das nur Erfolg und eine gute, studiere Arbeit das Leben erleichtert und glücklich macht. So geht es auch dem überbegabten Protagonisten der es sich selbst und seinem Umfeld zeigen möchte, aber dann doch scheitert. Dies ist ein zutiefst melancholisches und tragisches Werk, welches mich sehr berührt hat und zum Nachdenken anregte. Fand ich mich bisweilen selbst in Hans wider. Die Geschichte schmerzt und brennt noch lange in der Seele. Ach hätte ich sie nur schon viel früher entdeckt, so wäre mir sicherlich Einiges erspart geblieben. 

    Hesse in Höchstform in sehr düsterem Ton, wie man ihn kennt und mit bedrückender Atmosphäre. Eine unerwartete Wendung und eine krasse Message.

    Fazit: Ein sehr düsterer Hesse wie man ihn kennt. Melancholisch und tragisch, unheimlich berührend und nachdenklich stimmend. Unbedingt lesen!

  22. Cover des Buches Kameraübung (ISBN: 9783218010245)
    Synke Köhler

    Kameraübung

     (12)
    Aktuelle Rezension von: lesebiene27

    Klappentext:

    "Erzählungen über die Besonderheiten des Alltags, über kritische Momente zwischen zwei Menschen, die so leise sind, dass sie beinahe unbemerkt bleiben."

    Meine Meinung:

    Die neun kurzen Erzählungen in diesem Buch berichten von unterschiedlichen Situationen und Momenten im Alltag. Da ist ein Mann, der plötzlich in einem Garten sitzt und weder spricht, noch weggehen will. Oder eine Frau, die mit ihrer Familie wandern ist und die plötzlich unterschiedliche Wege mit unterschiedlichen Ergebnissen gehen. Auch die Suche zweier jungen Frauen nach einem besonderen Moment im Alltag wird beschrieben.

    Das besondere an diesen Kurzgeschichten ist, dass sie trotz weniger Seiten klar geschrieben sind, sodass man als Leser die Situation schnell erfassen kann. Auch gelingt es der Autorin Synke Köhler mit ihrem Debüt Emotionen wie Verblüffung, Bedrückung und Mitgefühl auszulösen, obwohl man beim Lesen nur einen kurzen Einblick in das Leben der Personen erhaschen kann.

    Darüberhinaus finde ich es bemerkenswert, dass die Handlung in diesem kleinen Büchlein keine Rolle spielt, sondern der Gedanke, den die Personen haben, und die Beschreibung des Momentes.

    Der Sprachstil hat mir überwiegend gefallen, weil er sehr ruhig und beschreibend ist - fast so, als ob die Autorin selbst den Moment beobachten würde. Auch die meisten Geschichten haben mich angesprochen. Lediglich drei der neun Geschichten waren nicht mein Fall.

    Fazit:

    "Kamerübung" enthält sanfte Erzählungen, die mit einer ruhigen Sprache geschrieben werden. Nichtsdestotrotz hallen sie nach und lassen den Leser über die Begebenheiten nachdenken. Von mir gibt es für das Buch 4 von 5 Lesesternen.
  23. Cover des Buches Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß (ISBN: 9783446263697)
    Hiromi Kawakami

    Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß

     (160)
    Aktuelle Rezension von: culejule

    Der Kauf des Buches erfolgte aufgrund des doch für mich ansprechenden Covers und es erwartete mich auf 183 Seiten eine Liebesgeschichte zwischen der Ende 30-Jährigen Tsukiko und ihrem ehemaligem Japanischlehrer Sensei, der über 20 Jahre älter als Tsukiko ist.

    Aus den anfänglischen Begegnungen zwischen den beiden entsteht eine Liebe, deren Verlauf für mich als Leser eingebettet in zarten leisen Tönen und stark sprechenden Bildern ein Lesegenuss war. 

    Und trotzdem gibt es einen Stern Abzug, da mir irgendwie das Gefühl gefehlt hat und dieses Buch für mich letztendlich nur eine entschleunigende poetische Liebesgeschichte war. Ich empfehle dieses Buch jedem, der japanische Literatur mag und jedem, der noch für die anstehende Frühlingssaison ein kleines Lesevergnügen zum Abschalten sucht.

  24. Cover des Buches Lettipark (ISBN: 9783596035755)
    Judith Hermann

    Lettipark

     (32)
    Aktuelle Rezension von: simone_richter

    Judith Hermann hat hier nun einen Erzählband geschrieben. Dieser handelt mehr von Gefühlen als um richtige Befindlichkeiten. Somit enden sie mit dem Nachgrübeln über diese Gefühle. Die Personen dieses Bandes stehen in der Mitte des Lebens und haben ihre Erinnerungen und Wendepunkte. So geht es um Abschied, Alter, Tod und Enttäuschung. Einfach und auf den Punkt gebracht ist das für die Personen und ihren Empfindungen. Es sind kurze Augenblicke, in denen sich die Komplexität des Alltags widerspiegeln. Man muss es mögen und wohl auch die richtige Haltung dazu haben. Das schließt auch ein, diese Prosa als poetisch stehen zu lassen und nicht groß darüber nachzudenken. Eben den Augenblick der Zeilen genießen - die Stimmungen der Erzählungen von der Zufälligkeit und der Sprödigkeit der Welt. Das ist minimal, d. h., manchmal nur auf 6 Seiten beschrieben. Sind wir nicht alle Personen, die davon träumen auszubrechen, dabei aber vielleicht schon angekommen sind? So bin ich zum Schluss angekommen bei dem Ende, aber eigentlich auch nicht. Wer also einfach den Moment erlesen will und nicht nach einem roten Faden sucht, der wird hier kurz und lyrisch unterhalten.

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