Bücher mit dem Tag "protest"
41 Bücher
- Angie Thomas
The Hate U Give
(750)Aktuelle Rezension von: Isabelle_Kocher"The Hate U Give" behandelt das Themen wie Rassismus, Polizeigewalt und Black Lives Matter, jedoch erzählt aus der Perspektive eines 16-jährigen Mädchens. Dadurch wirkt die Geschichte nahbarer und berührt auf eine viel intensivere Weise. Statt den Fokus auf die harten Fakten der zu richten, wirkt dieser Roman fast philosophisch, wenn die Hauptfigur, Starr, sich fragt, was falsch und was richtig ist, was es wert ist, dafür zu kämpfen und wie sie die zwei Welten, in denen sie lebt, miteinander vereinen kann. Besonders gut hat mir an diesem Buch gefallen, dass es der objektiven Berichterstattung unserer Nachrichten nun ein persönliches Gesicht verleiht. Wir sehen nicht mehr einen Afro-Amerikaner, der erschossen wird - wir sehen ein Mädchen, dass sich an die vielen Momente der Freundschaft mit einem Jungen erinnert, dessen Leben nun viel zu früh endet, während sie ohne ihn weiterleben muss. Ein Buch, das bewegt und einem die Augen öffnet.
MEIN TIPP: Als englisches Audiobook kommt die besonderes Sprache des Buchs am besten zur Geltung! - Marc-Uwe Kling
QualityLand (QualityLand 1)
(890)Aktuelle Rezension von: Sanne54Eingangs war ich fast ein wenig überfordert mit der Geschichte um Peter Arbeitsloser, der in QualityLand dem Job des Maschinenverschrotters nachgeht und in der Level-Einordnung als „Nutzloser“ eingestuft ist. Grund dafür war, dass quasi in jedem Satz irgendeine satirische Anspielung steckt. Kling arbeitet insgesamt eine beachtliche inhaltliche Breite in seinem Roman ab, so dass sie erst nach und nach ein Kernthema herauskristallisiert. Peter bekommt - wie in QualityLand üblich - ungefragt Lieferungen von TheShop. Mit der Lieferung eines rosafarbenen Vibrators in Delfinform beginnt er sich zu fragen, ob etwas mit dem Algorithmus nicht stimmt und zum Rebellen wird er, weil es ihm nicht gelingt, das Teil wieder zurückzugeben - warum auch: Der Algorithmus irrt nie.
Parallel dazu bekommt man als Leser eine Einführung in die skurrile Welt des in allen Bereichen optimierten QualityLands und seiner nicht ganz so optimierten Bewohner, in dem aktuell Wahlkampf zwischen einem Androiden und einem rechtspopulistischen Politiker läuft.Faszinierend ist für mich die schier grenzenlose Flut an Ideen, die in diesem Buch verarbeitet wurden - und wie dabei ein sehr treffendes Bild einer Welt entsteht, die vielleicht doch gar nicht so absurd ist, wenn man die Anlagen in unserer aktuellen Gesellschaft betrachtet. Am Ende ist es aber ein Plädoyer für das menschliche Denken und die Freunde an der Unberechenbarkeit. Auf jeden Fall ist es auf den ersten Blick auch ein witziges Buch, wobei ich dann irgendwann eigentlich gar nicht mehr darüber Lachen konnte, weil es doch eigentlich sehr ernst ist.
Ein klug und gut beobachtetes Zukunftsszenario.
- Cecelia Ahern
Perfect – Willst du die perfekte Welt?
(858)Aktuelle Rezension von: BuchspinatZum Inhalt:
Celestine hat sich bei ihrem Großvater versteckt. Doch der oberste Richter Crevan gibt keine Ruhe. Er will Celestine unbedingt aufspüren, denn sie ist im Besitz von etwas, dass ihm sehr gefährlich werden und sogar das ganze Regime stürzen könnte. Das muss er unbedingt vereiteln.
Eigentlich will Celestine nur, dass alles so wird wie früher, doch das wird nicht geschehen. Dessen ist sie sich sehr bewusst. Was bleibt, außer zu kämpfen? Und sie ist nicht allein. Carrick taucht wieder auf und überredet sie, nicht mehr zu fliehen, sondern für die Freiheit zu kämpfen…
Meine Meinung:
Ich kann Euch nicht zu viel verraten. Das würde die Spannung zerstören. Band Zwei der Dilogie geht genauso spannend und temporeich weiter, wie Band Eins angefangen hat. Von daher kann ich den zweiten Band genauso empfehlen, wie den ersten Teil dieser großartigen Geschichte.
Celestine beginnt, über sich hinauszuwachsen. Immer mehr Menschen stehen plötzlich hinter ihr und dem Wunsch nach Freiheit. Auch nicht fehlerhafte Menschen. Sie findet Verbündete, muss aber auch lernen, dass manche Verbündete nur ihren eigenen Vorteil suchen und bereit sind, Celestine danach über die Klinge springen zu lassen. Das macht Vertrauen schwer. Doch ohne Vertrauen geht es nicht.
Celestine lernt schnell und steckt irgendwann mittendrin in einer Revolution, die sich sich Wochen zuvor niemals hätte vorstellen können. Als ihre Anführerin. Mit einer Courage, die mich stark beeindruckt hat.
Und sie ist nicht allein. In Carrick hat sie einen Mitstreiter gefunden, der ebenso mutig ist wie sie. Der ähnliche Werte hat. Der Menschen überzeugen kann, ihr Vorhaben zu unterstützen. Und der ihr etwas bedeutet. Und sie ihm. Trotz aller Schwierigkeiten bahnt sich zwischen den Beiden etwas an, dass größer ist als das, was Celestine einst mit Art (Richter Crevans Sohn) geteilt hat…
Manchmal hat man einfach keine andere Wahl. Dann muss man für das kämpfen, was einem wichtig ist. Für Freiheit. Für Demokratie. Für gleiche Rechte. Egal ob man „fehlerhaft“ ist oder nicht. Gemeinsam.
Das gilt für uns alle. Gerade in Zeiten, wo die Rechte von Minderheiten beschränkt werden sollen. Wo finanziell schwache Menschen ausgegrenzt werden sollen. Wo die Reichen und Mächtigen für eine immer größere Schere zwischen Arm und Reich sorgen. Wo jeden Tag von Rassismus und Gewalt zu lesen ist. Von Femiziden. Von Rechtsextremismus. Von Kriegen. Von Menschen, die ihr Hab und Gut verlieren und aus Angst vor Ermordung ihr Heimatland verlassen müssen.
Lasst uns füreinander einstehen. Für Demokratie. Für Freiheit. Für Rechtsstaatlichkeit.
Solidarisch. Mit einem offenen Herzen. Füreinander. Denn wir sind alle gleich. Wir sind Menschen.
Meine Rezension findet Ihr auch unter www.buchspinat.de
- Hans Fallada
Jeder stirbt für sich allein
(318)Aktuelle Rezension von: Sonja_Schmitz1Durch Zufall bin ich auf Fallada und dieses Buch gestoßen.
Es ist eine sehr gut erzählte, tragische Geschichte über den Krieg, Hitler, den Widerstand und die Menschen.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen und ich werde mit Sicherheit weitere Fallada Bücher lesen. - Gudrun Pausewang
Die Wolke
(955)Aktuelle Rezension von: Perse- Details:
Ausgabe: Taschenbuch
Erscheinungsjahr: 1987
Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Verlag: Ravensburger
Genre: Jugendliteratur
Seitenanzahl: 223
- Inhalt:
Was niemand wahrhaben wollte, passiert: Deutschland erlebt einen atomaren Unfall. Die 14-Jährige Janna-Berta verliert ihre Familie und ist auf sich allein gestellt.
- Wie das Buch zu mir gefunden hat:
Das Buch hat mich über ein Verschenkeregal gefunden. Ich habe damals den Film im Schulunterricht gesehen und wollte schon immer das Buch dazu gelesen haben, jetzt habe ich es endlich getan...
- Meinung:
Das Thema dieses Buches ist unheimlich intensiv. Gudrun Pausewang erzählt die Geschichte klar, hart und absolut authentisch. Beim Lesen trifft einen der ungeschönte Realismus dieser Welt mit voller Wucht. Das Buch zeigt schmerzhaft, dass in unserer Gesellschaft und Politik eben nicht immer alles "Friede, Freude, Eierkuchen" ist.
- Fazit:
Zu Recht den Jugendliteraturpreis 1988 gewonnen. Dieses Werk gehört für mich zur Pflichtlektüre!
- Empfehlung:
Für alle, die qualitativ hochwertige Jugendliteratur suchen und/oder Fans von Gudrun Pausewang sind.
Eine Kauf- und Leseempfehlung von mir!
- Tipp:
Schaut euch den gleichnamigen Film von 2006 an.
- Lieblingszitate:
"Kein Ton von den Herren, die so gerne reden."
Prolog - Seite 7
"Versagen ist menschlich. Mit Versagen nicht zu rechnen, ist verantwortungslos und unmenschlich.''
Prolog - Seite 9
"»Ruhe ist die erste Bürgerpflicht.«"
Kapitel 1 - Seite 23
"»Handeln Sie mit Verantwortungssinn!«"
Kapitel 2 - Seite 33
"Das also würde der neue Unterschied zwischen Arm und Reich sein."
Kapitel 8 - Seite 127
"»Die Leute fangen schon wieder an zu vergessen«,..."
Kapitel 10 - Seite 153
"»Menschen sind zu allem fähig«,..."
Kapitel 10 - Seite 154
- Lauren Oliver
Requiem
(837)Aktuelle Rezension von: bibliophilara„Missa pro defunctis“ ist Latein und bedeutet in etwa „Totenmesse“. Das Synonym dafür ist „Requiem“, das sowohl die Heilige Messe, als auch das dazugehörige Musikstück bezeichnet. „Requiem“ ist aber auch der dritte und letzte Band der Amor-Trilogie von Lauren Oliver aus dem Jahr 2016. Mit dem Abschluss der dystopischen Jugendbuch-Trilogie entscheidet sich, ob die Bemühungen der Rebellengruppe, der die Protagonistin angehört, erfolgreich sind oder ob sie gegen den amerikanischen Staat letztendlich doch scheitert.
Kaum hat Lena sich einigermaßen mit Alex‘ vermeintlichen Tod abgefunden und Gefühle für Julian Fineman entwickelt, dem Sohn des kürzlich ermordeten Vorsitzenden der VDFA, der Vereinigung für ein deliriafreies Amerika, taucht Alex plötzlich wieder auf. Doch er will nichts mehr mit Lena zu tun haben, da sie ihn offensichtlich bereits ausgetauscht hat. Schlimmer noch, als zu der Gruppe Invalider ein neues Mädchen namens Coral stößt, scheint diese sich blendend mit Alex zu verstehen und Lena begreift nicht nur zum ersten Mal in ihrem Leben, was Eifersucht bedeutet, sondern auch, dass sie Alex mehr geliebt hat, als sie Julian jemals lieben wird. Zwischen all dem Gefühlschaos verfolgen die Invaliden, die von Raven angeführt werden, aber immer noch ein gemeinsames Ziel: Sie wollen sich der größten Rebellengruppe der Umgebung anschließen, um die zivilisierte Welt von ihrem krankhaften Regime zu befreien.
„Ich habe wieder angefangen, von Portland zu träumen.“, ist der erste Satz des ersten Kapitels. Wo im ersten Moment der Satz, verglichen mit den beiden vorherigen, recht nichtssagend wirkt, nachdem Alex förmlich wieder in die Geschichte hineingeplatzt ist, sagt er doch einiges über Lenas Gemütszustand aus, die aus der Ich-Perspektive im Präsens berichtet. Portland ist ihre Heimatstadt, in der sie Alex kennengelernt hat und keinen Ort verbindet sie mehr mit ihm als dieser. Wenn sie nicht mehr von Portland geträumt hat, hat sie gewissermaßen auch nicht mehr von Alex geträumt. Dass sie jetzt wieder damit angefangen hat, beweist nur, dass Alex sie jetzt wieder beschäftigt, sei es, weil er auch physisch wieder zurück ist, oder weil sie nun neue Hoffnung schöpft.
Auf exakt 400 Seiten, die am Ende auch eine exklusive Kurzgeschichte über Alex mit einschließt, ist Lena jedoch zum ersten Mal in der Trilogie nicht die einzige Erzählerin. Ihre beste Freundin Hana erzählt abwechselnd mit Lena aus der Ich-Perspektive. Hana ist bereits geheilt und mit Fred Hargrove, dem Sohn des von den sogenannten Schmarotzern ermordeten Bürgermeisters, verlobt. Auch wenn sie zu den reichsten Menschen Portlands gehört, große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit genießt, sich selbst als hübsch betrachtet und ihr Zukünftiger der neue Bürgermeister von Portland werden soll, hat sie doch das Gefühl, anders als andere Menschen zu sein. Sie träumt sogar noch, was für Geheilte selten ist. Immer mehr beschleicht sie der Verdacht, dass bei ihrem Eingriff ein Fehler unterlaufen sein muss und ihre Gefühle nur leicht gedämpft wurden, anstatt vollkommen unterdrückt. Ich habe mich riesig gefreut, dass Hana in diesem Band einen Erzählstrang bekommt und somit fast so eine große Rolle spielt wie Lena.
Während Lena stark aus dem Blickwinkel der Regierungsgegner und Rebellen berichtet, erfährt man durch Hana, was sich seit Lenas Abwesenheit aus Portland alles geändert hat und wie sie durch ihren Verlobten, der eine hohe politische Position bekleiden soll, zu einer Unterstützerin der Regierung wird. Damit stehen zwei ehemals beste Freundinnen an unterschiedlichen Fronten, sodass das Finale noch spannender wirkt. Außerdem mag ich Hana als Charakter unheimlich gerne, vielleicht sogar mehr als Lena, die wohl ewig eine kleine Drama-Queen bleiben wird, auch wenn es hier erträglicher ist als in „Pandemonium“.
In Hanas Erzählstrang ist mir jedoch zum ersten Mal in meinem Bloggerleben ein Kontinuitätsfehler aufgefallen. Auf Seite 71 beschreibt Hana sie stecke ihre „Haare zu einem lockeren Dutt hoch“, um dann fünf Seiten später „das Basecap wieder über den Pferdeschwanz“ zu ziehen. Dazwischen gibt es keinerlei Andeutungen, dass sie ihre Frisur noch einmal verändert habe. Wie konnte aus dem Dutt also plötzlich ein Pferdeschwanz werden? Bisher dachte ich solche Fehler gäbe es nur in Filmen.
Zu einem dystopischen Jugendbuch mit einer weiblichen Protagonistin gehört etwas, was ich schon fast vermisst hätte, wäre es dann nicht doch noch im letzten Band aufgetaucht: Die Dreiecksbeziehung. Von diesem klischeebelasteten Plot war ich anfangs recht enttäuscht, die Umsetzung konnte mich dann aber tatsächlich noch positiv überraschen. Die erste Figur wäre Lena, deren erste große Liebe Alex ist, sie ihn aber für tot hielt und deswegen auf die Annäherungsversuche von Julian einging. Nun merkt sie, dass sie mehr für Alex empfindet als für Julian. Alex gibt ihr aber einen klaren Korb. Diese Zurückweisung verletzt sie so sehr, dass sie Trost bei Julian sucht, was Alex wiederum noch abweisender macht und so steckt Lena tief in einem inneren Konflikt. Auch Alex‘ Sicht ist verständlich, der Lena am Ende von „Delirium“ gerettet hat, verhaftet und gefoltert wurde und laut eigener Aussage durch die Hoffnung Lena wiederzusehen nicht aufgegeben hat, um sie letztendlich in den Armen eines anderen Typen wiederzufinden. Lena hat aber auch Mitleid mit Julian, der sich in sie verliebt hat und die einzige Bezugsperson für ihn ist, da er als Überläufer bei den Invaliden einen schlechten Stand hat. Ich selbst hatte gehofft, dass am Ende Lena und Alex wieder ein Paar werden.
Apropos Ende, der Schluss war leider so abrupt, wie schon in den vorherigen Bänden. Es war spannend, wenn auch verhältnismäßig unspektakulär, aber nach dem großen Finale kommt kein Ausklang. Viele Fragen bleiben offen. Was ist mit Lenas Tante und ihrer Familie geschehen? Wie sieht die Zukunft aus, sowohl politisch, als auch persönlich? Viele Dialoge oder Verhältnisse, bei denen noch Klärungsbedarf existiert, bleiben ungeschrieben. Der Leser kann nur vermuten, was mich sehr enttäuscht hat. Dabei sind offene Enden bis zu einem bestimmten Grad wirklich schön, aber die essenziellen Fragen sollten zumindest beantwortet sein, was hier leider nicht der Fall ist.
Im Anschluss folgt noch die Kurzgeschichte von Alex, in der er unter anderem von seiner Kindheit und seiner Zeit in Gefangenschaft berichtet. Auch hier fehlt mir die Szene, in der er Lena nach dem Ende von „Delirium“ wiedersieht. Außerdem wird deutlich, dass Alex nicht der unschuldige Charakter ist, für den man ihn vielleicht gehalten hat. Die Kurzgeschichte ist ein netter Bonus, der aber die Gesamtwertung nicht beeinflusst hat.
Insgesamt ist „Requiem“ der beste Band der Trilogie. Ich mochte die Handlungsstränge von Lena und Hana, die trotz ihrer Freundschaft ein Kontrastprogramm und somit Abwechslung bieten konnten. Gerade Hanas Geschichte konnte mich positiv überraschen und machte den letzten Band facettenreicher. Aber leider konnte mich das Ende wenig begeistern, weil es gefühlt in die letzten Seiten gequetscht wurde. „Requiem“ hört genau da auf, wo es noch einmal hätte aufregend werden können. Da das Ende einer Trilogie ausschlaggebend ist, fällt es hier noch mehr ins Gewicht. Deswegen gebe ich dem dritten Band der Amor-Trilogie drei von fünf Federn.
- Dagmar Hoßfeld
Jella hat genug!
(52)Aktuelle Rezension von: Magic_vanillaDas Buchcover hat mir sehr gut gefallen, der Klappentext hat mich auch sehr angesprochen.
Ich bin ein grosser Fan von Dagmar Hoßfeld und war deshalb auch so gespannt auf ihr neues Buch. Leider hat mich das nicht gerade vom Hocker geworfen!
Es geht um Jella, ein 11 Jähriges Mädchen, dem die Umwelt sehr am Herzen liegt. Als sie mit ihrer Freundin von der Schule nach Hause lief konnte sie es aber kaum fassen, sie liefen an einer Müllhalde vorbei, aber der Müll war nicht in den dafür vorgesehenen Kübeln sondern lag einfach am Boden herum. Jella konnte es nicht fassen und schrieb deshalb den dafür zu stelligen Umweltbehörden.
Leider konnte die Autorin den witzigen und fröhlichen Schreibstyle nicht im ganzen Buch beibehalten, was ich sehr schade finde.
Die vielen kleineren Zeichnungen während dem Text haben mir sehr gut gefallen.
Ich glaube man muss einfach das richtige lese Alter finden. Trotz allem empfehle ich das Buch sehr gerne weiter. - Claire Winter
Kinder des Aufbruchs
(81)Aktuelle Rezension von: zauberblumeAuf die Fortsetzung von „Kinder ihrer Zeit“ habe ich mich schon riesig gefreut. War dieses Buch ja schon ein richtiger Pageturnen. In „Kinder des Aufbruchs“ begegnen wir wieder diesen vier jungen Menschen, die zwischen Verrat, Spionage und dem Kampf um Demokratie stehen.
Der Inhalt: Sechs Jahre nach dem Mauerbau lernt die erfolgreiche Dolmetscherin Emma in West-Berlin die aus dem Ostteil der Stadt geflohene Sängerin Irma Assmann kennen. Als sie ihrer Zwillingsschwester Alice davon erzählt, reagiert diese beunruhigt. Alice schreibt als Journalistin über die Studentenbewegung und steht in Kontakt mit verschiedenen Fluchthilfe-Organisationen. Ist Irma mit ihren ehemaligen Beziehungen zum KGB als Informantin im Westen? Oder sind die Schwestern und deren Männer Julius und Max durch ihre Verbindungen zur DDR zu Zielscheiben geworden? Kurz darauf wird die Sängerin ermordet, und die vier geraten inmitten der Studentenunruhen zwischen die Fronten der Geheimdienste.
Wow! Noch jetzt nach Beendigung dieser spannenden und beeindruckenden Lektüre habe ich Gänsehautfeeling und bin total beeindruckt und berührt. Der Schreibstil der Autorin ist einfach herausragend und sie bringt uns in diesem Roman vergangene Geschichte (bestens recherchiert) wieder nahe. Und ich bin wirklich sehr beeindruckt. Wir begegnen wieder den vier jungen Leuten, den Zwillingen Emma und Alice, Max und Julius und dürfen sie ein ganzes Stück auf ihrem Lebensweg begleiten. Sie habe eine schwierige Zeit hinter sich und haben endlich ihren Platz gefunden. Doch sie werden von der Vergangenheit eingeholt und plötzlich stehen die Flucht und alle schrecklichen Erlebnisse mit aller Deutlichkeit vor ihren Augen. Und kaum zu glauben, welche große Rolle die Geheimdienste im Berlin von 1967 gespielt haben und welchen Einfluss sie auf die Menschen hatten. Ich werde beim Lesen von zahlreichen Emotionen übermannt und die Geschichte geht mir wirklich unter die Haut. Der Spannungsbogen ist einfach fantastisch und ich konnte diese sensationelle Lektüre nicht mehr aus der Hand legen. Mein Puls ist von Seite zu Seite gestiegen und am Ende des Buches ist eine große Last von mir abgefallen.
In meinen Augen ein absolutes Meisterwerk. Ein Lesehighlight, das ich von der ersten bis zur letzten Seite regelrecht verschlungen habe. Auch das Cover ist wieder ein echter Hingucker- beeindruckend. Selbstverständlich vergebe ich für diese Traumlektüre 5 Sterne.
- Freya Sampson
Die letzte Bibliothek der Welt
(117)Aktuelle Rezension von: kisacaeinsteinFreya Sampson lese ich mittlerweile sehr gerne.
Die Geschichten sind einfach zum Wohlfühlen und Mitfühlen.
June, Stanley, Mrs B und Alex sowie die anderen Charaktere sind sehr sympathisch und liebenswürdig.
Für mich persönlich kam die Liebesgeschichte viel zu kurz und wurde am Ende für mein Empfinden sehr schnell abgehandelt. Die ebook Version hatte nur rund 320 Seiten. Mindestens 50 Seiten mehr, in denen es beispielsweise ein bisschen mehr um June und Alex geht, wären schön gewesen. Am Ende gab es einen relativ großen Zeitsprung, der ausbaufähig gewesen wäre. Das Ende ist generell mein einziger Kritikpunkt an diesem Buch.
Es war einfach schön zu lesen.
- Kira Vinke
Zivilcourage 2.0: Vorkämpfer für eine gerechte Zukunft
(23)Aktuelle Rezension von: WeltensucherHermann und Kira Vinke stellen in ihrem gemeinsamen Buch "Zivilcourage 2.0 - Vorkämpfer für eine gerechte Zukunft" eine Vielzahl von Menschen aus aller Welt vor, die allesamt eines verbindet: der friedliche Kampf, der Wille zur Veränderung und das Sähen der Hoffnung. Von Menschenrechtsaktivisten über Tier- und Umweltschützern bis hin zu Regimekritikern und Künstlern sind alle dabei, darunter sowohl weltweit berühmte als auch weniger bekannte, aber nicht unbedeutendere Persönlichkeiten aus allen Teilen der Erde. Gerade ihren Mut, ihr Durchhaltevermögen und ihre Unnachgiebigkeit beleuchten Hermann und Kira Vinke vor dem Hintergrund der globalen, stetig zunehmenderen Probleme. "Zivilcourage 2.0" berichtet somit von Weltverbesserern, die auch nur Menschen sind, und doch einen unglaublichen Kapmf mit großer Wirkung und Bedeutsamkeit führen.
Ich habe mir für dieses Jahr, quasi als Lese-Neujahresvorsatz, vorgenommen, insgesamt mehr Sachbücher über politische, globale und gesellschaftliche Themen zu lesen. Mein erster Griff dieses Jahr, "Zivilcourage 2.0" war hierfür der perfekte Einstieg in ein Genre, das mich jetzt umso mehr anzieht. Hermann und Kira Vinke stellen in ihrem Buch ein breites Spektrum an Theman dar, darunter Armut, Hunger, Krieg, Klimawandel, aber auch Big Data und Korruption im Finanzgeschäft. Es sind keine neuen Themen, sondern Probleme, die im Allgemeinen bekannt und doch immer wieder bei der Rückkehr in den Alltag vergessen werden. Deshalb lohnt sich auch die Erinnerung, wie sie Hermann und Kira Vinke betreiben, allemal - vor allem, wenn sie von den Portraits von Menschen begleitet werden, die tatsächlich gegen diese Probleme vorgehen und kämpfen.
Mir hat besonders der Aufbau des Buches gefallen. Jedem der sieben Kapitel ist ein umfassender Informationstext und Situationsüberblick zum jeweiligen Thema vorangestellt. Anschließend folgen Darstellungen zu bestimmten Persönlichkeiten, die in diesem Feld aktiv handeln. Dabei werden bekannte Namen wie Edward Snowden oder Malala Yousafzai ebenso wie - zumindest mir - vorher eher unbekannte Persönlichkeiten vorgestellt. Zahlreiche Bilder, kurze Lebensläufe, berühmte Zitate, Interviews, Fakten oder Zusatzinformationen am Rand ziehen sich durch das gesamte Buch und bereichern die behandelten Themen. Ingesamt eine äußerst gelungene Aufmachung!
Auch der Inhalt konnte mich überzeugen. Manches war natürlich schon bekannt, und doch der Wiederholung wert, vieles war mir aber auch neu oder nur öberflächlich bewusst, sodass ich auch einiges dazulernen konnte. Dabei ist der Text nicht allzu schwierig formuliert und eignet sich für Jugendliche (ab ca. 13 Jahren) und Erwachsene gleichermaßen. Und natürlich sind auch die unterschiedlichen Lebensläufe und Tätigkeiten der vorgestellten "Vorkämpfer für eine gerechte Zukunft" äußerst interessant, inspirierend und aussagekräftig. Ich bin ständig zwischen Erschütterung und Zuversicht, zwischen Pessimismus und Optimismus, zwischen Skepsis und Tatendrang geschwankt - auf der einen Seite das riesige Ausmaß der Probleme, auf der anderen Seite all die tatkräftigen und erfolgreichen Weltverbesserer vor Augen.
Zweifellos regt das Buch zu einem intensiven Nachdenken an. Es bietet Zugang zu vielen hochaktuellen Themen und eignet sich in dieser Funktion auch wunderbar für Jugendliche. Das sehr breit gefasste Spektrum regt dazu an, sich mit dieser oder jener Frage näher auseinanderzusetzen und möglicherweise selbst aktiv zu werden. Ein Buch mit vielen, bedeutsamen und nicht zu vernachlässigenden Botschaften!
- Dietrich Garstka
Das schweigende Klassenzimmer
(18)Aktuelle Rezension von: MeischenAls ich in der Presse über dieses Buch gelesen habe, bin ich direkt sehr neugierig geworden, denn der Autor war Anfang der 90er mein Lehrer an der Alfred-Krupp-Schule in Essen. Ich wusste bis dato gar nicht, dass er in seiner Jugend so einschneidende Erlebnisse hatte. Er schildert in seinem Buch die Ereignisse um seine Schulklasse, ein Jahr vor dem Abitur, im November 1956 in der DDR. Nachdem die Klasse eine spontane Schweigeminute für die Opfer der Niederschlagung des Ungarn-Aufstandes abgehalten hat, kommt ein politischer Apparat in Gange, der am Ende dazu führt, dass die gesamte Klasse vom Abitur ausgeschlossen wird und viele der Schüler nach West-Berlin fliehen. Das ganze ist packend und interessant geschrieben und macht nachdenklich. Empfehlenswert! - Jenny Erpenbeck
Gehen, ging, gegangen
(129)Aktuelle Rezension von: JorokaEin emeritierter und verwitweter Professor schließt Bekanntschaft mit einer Gruppe junger, männlicher Flüchtlinge aus Afrika, die durch eine Protestaktion die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf sich gezogen hatten. Er zeigt keine Berühungsängste und interessiert sich für die Geschichten der Männer, die auf ihrem Weg nach Europa Traumatisches erleben mussten.
Richard öffnet auch seine Tür, gibt einem der Männer Unterricht am Klavier und besorgt Gelegenheitsjobs. Er nimmt Teil an ihren Schicksalen und dem quälenden Warten auf eine Zukunft....
Frau Erpendeck durchleuchtet verschiedene Aspekte der aktuellen 'Flüchtlings-Krise' an Einzelschicksalen. Die AfD wird dieses Buch sicherlich nicht als Lieblingslektüre empfehlen. Doch für mich war vor allem das Zwischenspiel mit dem alten Mann und den jungen Männern aus einem anderen Kulturkreis interessant. Man kann es so sehen, dass er in seinem Ruhestand eine neue Aufgabe gefunden hat und darin aufgeht.
Überraschenderweise wirken die meisten der Begegnungen zwar höflich, aber überraschend distanziert. Vielleicht kann das auch gar nicht anders sein. Diesbezüglich sicherlich nicht sonderlich förderlich ist, dass Richard einem Großteil der Männer Phantasie-Namen verpasst. Doch es von Richards Seite auch keine überstülpende Annäherungen. Einen wenig erschleicht er sich schon den Zugang, doch im weiteren Verlauf möchte er vor allem helfen.
Und die jungen Afrikaner? Sie bleiben trotz oder gerade wegen ihrer großen Zahl im Roman wenig greifbar. Vor allem ahnt man das verschwendete Potential ihrer Leben.
Fazit: Ihr Stil wirkt zum Teil ungewöhnlich, aber auf mich nicht schwerfällig oder gar mühsam. Ich habe das Buch mit zunehmendem Interesse gelesen. Sehr aktuelles Thema, anders als erwartet umgesetzt.
- Paolo Giordano
Den Himmel stürmen
(26)Aktuelle Rezension von: leseleaEs ist dieser eine Sommer, der das ganze Leben verändern wird, den Paolo Giordano in seinem Roman Den Himmel stürmen an den Anfang stellt: Teresa verbringt wie jedes Jahr die Sommerferien bei ihrer Großmutter in Apulien, als sie eines Tages die Nachbarsjungen Bern, Tommaso und Nicola kennenlernt. Die drei bezeichnen sich als Brüder, obwohl die verwandtschaftlichen Beziehungen etwas komplizierter sind, und leben gemeinsam auf dem Hof nebenan, der Cesare und Floriana gehört. Ihre Tage sind geprägt von landwirtschaftlicher Arbeit und religiösen Unterrichtungen, etwas, was Teresa fremd ist und sie deswegen umso mehr fasziniert. Jeden Sommer verbringen die vier fortan miteinander und zwischen Teresa und Bern entsteht die erste große Liebe. Doch in einem Jahr ist Bern verschwunden – er soll ein anderes Mädchen geschwängert haben – und Teresa kehrt mit zerbrochenem Herzen in den Norden zurück. Als sie einige Jahre später das Haus ihr Großmutter erbt und nach Apulien zurückkehrt ist Bern wieder da – und damit auch Teresas Gefühle. Sie zieht zu ihm auf dem Hof, wo er gemeinsam mit Tommaso und anderen Freunden lebt und sich einem Leben im Takt der Natur und im Kampf gegen die kommerzialisierte Landwirtschaft gewidmet hat. Sie nehmen ihre Beziehung wieder auf und sind scheinbar glücklich – bis Teresa Jahre später erkennt, dass Berns Verschwinden in dem einen Sommer immer zwischen ihnen stand und dunkle Geheimnisse ihre Liebe stärker belastet haben, als sie je geahnt hat.
Den Himmel stürmen ist Paolo Giordanos vierter Roman und der erste, der mich genauso begeistert und überzeugt hat wie sein Debüt Die Einsamkeit der Primzahlen. Atmosphärisch, mit latenter Spannung und leichter Melancholie erzählt Giordano eine Liebes- und Freundschaftsgeschichte, die bisweilen auch Züge eines Ökothrillers oder eines Drama aufweist. Es ist dieser Genre-Mix, der den Roman besonders macht und ihm etwas Unvorhersehbares verleiht, sodass es einen immer wieder zur Geschichte drängt. Deren Inhalt selber gestaltet sich nämlich weniger reizvoll: Den Himmel stürmen ist voller Unglück, in jeder Szene steckt immer eine Bedrohung, etwas Dunkles, oder die Andeutung von Vergänglichkeit. Keiner der Protagonisten ist einem sympathisch, auch weil keiner wirklich sein Leben anpackt, sondern sich mehr im Sinnieren übers Leben oder in banaler Geschwätzigkeit verliert. Alle Beziehungen sind toxisch und so belastet, dass selbst die Liebe hier keine Chance zu haben scheint.
Über den Großteil der Lektüre bleibt unklar, was genau erzählt werden soll. Der Roman führt seine Leserschaft immer wieder auf falsche Fährten, bis er unverblümt einen Haken schlägt und sich scheinbare Gewissheiten als falsche Schlussfolgerungen entpuppen. Gleichzeitig ist Den Himmel stürmen erzähltechnisch durchaus komplex angelegt: In drei großen Erzählblöcken springt Ich-Erzählerin Teresa munter zwischen jüngerer und älterer Vergangenheit hin und her und hält sich nur kurz in der Gegenwart auf, in der von dem einstigen Vierblatt scheinbar nur sie und Tommaso übrig geblieben sind. Doch Giordano schafft es den Kreis zu schließen und zu offenbaren, um was – und um wen – sich der Roman über 520 Seiten eigentlich gedreht hat. Das Ende ist zugleich traurig und versöhnlich und passt damit wunderbar zur Grundstimmung des Romans.
Den Himmel stürmen ist ein eindringlicher Schmöker, der einen packt und zugleich wegstößt. Wer mysteriöse Geschichten mag, die sich nur langsam enthüllen und nichts gegen eine düstere, bisweilen fatalistische Atmosphäre haben, ist hier genau richtig. 5 Sterne für eines meiner Lesehighlights in diesem Jahr.
- Felix A. Münter
Vita
(28)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerEs ist schrecklich wenn man eine gute Arbeit macht, von der Aufgabe die man erfüllt überzeugt ist und dann festellen muss den falschen Karren gezogen zu haben. Ausgerechnet als Vertreter des Gesetzes in einem Dilemma wie diesem zu stecken potenziert noch das Grauen vor sich selbst. Der Protagonist musste erst einmal mit der Nase in die richtige Perspektive gestubst werden bevor er die unmenschliche Wahrheit, die Gier und den lebensverachtenden Pragmatismus erkennt, dessen Erfüllungsgehilfe er war. Das Thema ist bekannt und bücherfüllend, Vita ist eines der lesenswerten davon. - Yann Martel
Die Hohen Berge Portugals
(14)Aktuelle Rezension von: SikalNachdem Yann Martel den meisten durch seinen Roman Schiffbruch mit Tiger bekannt ist, wird er wohl auch daran gemessen und die Erwartungen dementsprechend hoch geschraubt. Doch dieser Roman ist anders, nicht schlecht, aber ungewöhnlich und skurril.
Der Roman ist in drei große Teile gegliedert – Heimatlos, Heimwärts, Heimat. Der erste Teil beginnt in Lissabon, 1904 und erzählt die Geschichte von Tomás, der nach einem schweren Verlust nur mehr rückwärts geht, um seinen Protest an die Welt oder das Schicksal auszudrücken. Als er während seiner Arbeit in einem Museum auf ein geheimnisvolles Relikt längst vergangener Zeit stößt, setzt er alles daran um in den Hohen Bergen Portugals nach diesem zu suchen. Sein wohlhabender Onkel leiht ihm eines seiner wundersamen Automobile, gibt ihm einen Crashkurs in Sachen Fahrtechnik und Handhabung. Als sich Tomás auf seine Reise macht, ahnt er noch nicht mal ansatzweise, welch beschwerlichen Weg er zu bewältigen hat. Bereits in diesem ersten Teil erfahren wir viel tiefgründige Abschnitte und Andeutungen. Als kleiner Einblick eine Erklärung des Onkels über das Zeitalter des Automobils:
„Hier hast du es vor Augen. Die dreißig Pferde stecken alle zusammen in diesem Metallkasten hier zwischen den Vorderrädern. Die Leistung! Die Sparsamkeit! Nie zuvor hat das Feuer der Vorzeit einen so großartig modernen Nutzen bekommen. Und wo ist beim Automobil der Abfall, der beim Pferd so sehr unser Missfallen erregt? Es gibt keinen, nur eine Rauchwolke, die in der Luft verpufft. Ein Automobil richtet genauso wenig Schaden an wie eine Zigarette. Lass es dir gesagt sein, Tomás: Dieses Jahrhundert wird als das Jahrhundert der Rauchwolke in die Geschichte eingehen!“
Im zweiten Teil begegnen wir dem Pathologen Eusebio am Silvestertag 1938 an seinem Arbeitsplatz. Als ihn seine Frau besucht und sich in religiösen Ergüssen seitenlang offenbart, braucht man als Leser viel Geduld. Doch auch diese Sequenz geht vorüber und Eusebio bekommt noch Besuch von einer Witwe, die einen ungewöhnlichen Wunsch hat. Auch hier fordert Martel dem Leser einiges ab, die Obduktion eines Leichnams mit allen ekelerregenden Details ist ebenso Teil dieser zweiten Episode.
Im Teil „Heimat“ begleiten wir den Politiker Peter im Jahr 1981 bei einem Umbruch in seinem Leben. Als er nach dem Tod seiner Frau mit dem Leben in Kanada nicht mehr zurechtkommt, begibt er sich auf Spurensuche und reist mit dem Primaten Odo zu seinen Wurzeln in die hohen Berge Portugals. Auch hier findet man wieder viele tiefgründige, philosophische und auch melancholische Ansätze. Martels ruhige, bildhafte Schreibweise tut das Übrige, um die drei Protagonisten zu verstehen und ihre Entscheidungen zu respektieren. Erst gegen Ende findet man den Faden wieder, der die drei Geschichten miteinander verbindet.
Martel kann mich hier nur bedingt überzeugen, zu skurril waren für meine Begriffe diverse Szenen. Dafür hat mich das Ende wieder entschädigt und sehr berührt.
- Kimberly Jones
Als die Stadt in Flammen stand
(62)Aktuelle Rezension von: he20nniLena und Campbell, zwei Mädchen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Mir haveb beide Charaktere sehr gefallen, obwohl ich zwischendurch von Lenas Leichtgläubigkeit im Bezug auf Black genervt war🤯
Ich habe bisher eher weniger Bücher gelesen, in denen Black Lifes Matter thematisiert wird, deshalb war das Neuland für mich. Ich muss aber sagen, ich bin positiv überrascht und habe auch einiges gelernt.
Die Storyline ist sehr spannend und ich bin nur so durch die Seiten geflogen, es ging wirklich Schlag auf Schlag weiter und ich konnte das Buch wirklich kaum aus der Hand legen.
Toll fand ich auch, dass wir hier beide Perspektiven, also von Lena und Campbell, bekommen.
Das einzige, was ich hier zu kritisieren habe, ist, dass ich von dem Schreibstil genervt war, weil viel zu viel Jugendsprache verwendet wurde. Außerdem wurden so so viele Wörter durch einen Apostroph abgekürzt, das hat mich beim Lesen total gestört. (Bspw. 'nen Nebenjob, 'ne Nachricht, etc.) Das ist mir tatsächlich gleich in den ersten Seiten aufgefallen. Außerdem ist die Handlung teilweise etwas überspitzt und klischeehaft.
Insgesamt ein tolles Buch, sehr empfehlenswert!👍
- Emma C. Moore
Say something
(164)Aktuelle Rezension von: theresa_stIch habe mir das Buch vor Ewigkeiten schon in einer Aktion als eBook gekauft, kam aber irgendwie nie dazu es zu lesen. Ich hatte damals aber schon mitbekommen, dass das Ende ziemlich fies sein soll, was mich irgendwie vom Lesen abgeschreckt hat. Jetzt im Nachhinein bin ich trotz dem Ende aber froh es gelesen zu haben.
Das Cover finde ich ansprechend und wenn man die Geschichte kennt auch sehr passend. Auch die dargestellten Gegenstände passen perfekt. Ich habe schon so einige Bücher von Marah im Regal stehen. Ich mag ihren Schreibstil und lese ihre Werke gerne - somit gab es auch hier nichts auszusetzen.
Da ich einfach drauflos gelesen habe ohne den Klappentext nochmal anzuschauen, war ich nicht ganz sicher was mich erwartet. Somit wurde ich mitten in die Geschichte geworfen, die aus Raynes und Finians Sicht geschrieben ist. Beim Kapitelanfang gibt es immer so kleine Gegenstände, die eine sehr nette Ergänzung waren und zum Coverstil passten.
Ich fand Rayne von Anfang an eine spannende Person. Manches kann man als "normal" aufwachsender Mensch vielleicht gar nicht so leicht nachvollziehen, bekommt aber im Laufe der Geschichte dafür meiner Meinung nach schlüssige Erklärungen. Finian war ebenfalls ein spannender Charakter. Er kümmert sich mit seinem großen Herzen um seine Familie und auch Rayne kann er bald nicht mehr vergessen. Die Wünsche in dem Wunschglas haben auch sehr viel Spaß gemacht. Man hat gemerkt wie sehr Rayne im Laufe der Zeit aufgeblüht und erwachsen geworden ist.
Das Setting in Oak Hill mit all seinen kleinen Nebenfiguren - die irgendwie aber alle eine große Familie sind - fand ich sehr schön und liebevoll.
Im Buch gibt es dann eine tolle Wendung, welche ich nicht kommen sah. Diese hat mich Finians Sicht der Dinge nochmal neu betrachten lassen.
Dann auf den letzten 10 Seiten passiert etwas trauriges. Marah wollte laut Nachwort mal ein Buch ohne Happy End schreiben. Ich fand das Ende auch wirklich traurig, aber es nimmt dem Buch irgendwie nicht die Leichtigkeit und Lebensfreude die es die restlichen 190 Seiten hatte. Das Leben ist nun mal nicht immer mit einem Happy End verbunden. Aber deswegen ist es trotzdem immer Wert etwas zu wagen und zu leben.
Also alle, die wie ich etwas abgeschreckt von der Info über das Ende waren: Lasst euch davon nicht aufhalten das Buch zu lesen. Es war trotzdem sehr schön Finian und Rayne zu begleiten.
Mein Fazit:
Schöne Geschichte mit liebevollen Charakteren und einem stimmigen Setting - ich gebe dem Buch 4,5 von 5 Sternen. - Jutta Bauer
Oh weia!
(1)Aktuelle Rezension von: Fernweh_nach_ZamonienInhalt:
Das idyllische Leben auf der Wiese ist passé!
Pflanzen vertrocknen in der Hitze, das Futter wird knapper, der Froschtümpel ist kaum mehr als eine Pfütze und der Eingang zum Biberbau liegt schon lange nicht mehr geschützt unter Wasser.
Und nun wurde auch noch Fiete Fuchs verletzt! Die vielen Autos, der Lärm ... so kann es nicht weitergehen.
Wissen die Menschen denn nicht, wie sich ihr Verhalten auf kleine Tiere auswirkt?
Die Wiesenbewohner machen sich auf den Weg zu den "Bestimmern", um mit ihnen Tacheles zu reden...
Altersempfehlung:
ab 5 Jahre
Illustrationen:
Bereits der Buchvorsatz empfängt Lesende mit einem Blick auf regenbogenbunte Blumen, saftiges Grün der Wiese und große bis winzig kleine Bewohner aller Art. Letztgenannte werden auf einer Doppelseite zunächst vorgestellt.
Es gibt in den farbenprächtigen Zeichnungen viel zu entdecken und dennoch wirken die lebendigen Bilder im Comic-Stil nie überladen.
Die Tiere werden menschlich gezeigt. Nicht nur mit Kleidung (was ich zum Zwecke der Identifizierung mit Lesenden noch nachvollziehen kann), sondern auch mit menschenähnlicher Lebensart: Der Fuchs liegt im Bett und schaut fern, der Dachs putzt die Toilette usw. Es hat somit den Anschein, dass die Tiere so ebenfalls zum Klimawandel beitragen.
Mein Eindruck:
Die Veränderungen im Leben der Wiesenbewohner vom Fuchs und Waschbär bis hin zum Borkenkäfer werden mit wenigen Worten erzählt. Sämtliche Dialoge der Tiere finden sich in Sprechblasen in einem typischen Lettering.
Zunächst ist die Stimmung mehr als düster und man ist direkt mittendrin im Schlamassel: der Fuchs wird beim Überqueren der Straße von einem Auto gefährlich verletzt, Verkehrslärm verhindert erholsamen Schlaf, das Futter wird knapper und die Trockenheit hat auch üble Auswirkungen auf Lebensraum und Nistverhalten der Moorbewohner.
Entschlossen und gemeinsam gehen die Tiere auf eine außergewöhnliche Reise, die leider nicht ganz das gewünschte Ende nimmt.
Bei den Erwachsenen stoßen sie auf taube Ohren, werden direkt wieder an die Luft gesetzt und letztendlich hören nur die Kinder aufmerksam zu und wollen etwas verändern. Traurig, aber wahr!
Das Bilderbuch zeigt Kindern, dass wir nicht alleine auf diesem Planeten leben, auch die kleinsten Geschöpfe wertzuschätzen sind und jeder etwas zum Wohl der Tiere unternehmen kann. Zusätzlich zur abschließenden, detaillierten Zusammenfassung, welche Sorgen jeden einzelnen Wiesenbewohner umtreibt, findet dich eine Aktivseite, auf der Lesende eigene Lösungsvorschläge zeichnen können.
Eine Lektüre, die nicht einfach nebenbei gelesen werden sollte, sondern als Türöffner für weitergehende Gespräche zu verstehen ist. Es ist kein unterhaltsames Bilderbuch zur guten Nacht und sollte eher genutzt werden, um Kinder (etwa ab 5 Jahre bis Grundschulalter) für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren.
Ergänzend werden von der Umweltbildung der Klimastiftung von Mecklenburg-Vorpommern Begrifflichkeiten ("Klima" nicht gleich "Wetter") erläutert und Möglichkeiten dargelegt.
Fazit:
Vom Klimawandel geplagte Wiesenbewohner melden sich zu Wort und suchen nach Lösungswegen.
Farbenfroh illustriert und neben der eigentlichen Geschichte mit zusätzlichen Informationen ausgestattet, um mit Kindern das Thema gemeinsam weiter zu besprechen.
...
Rezensiertes Buch: "Oh weia! Krise auf der Wiese" aus dem Jahr 2023
- Maya Banks
Just One Touch: A Slow Burn Novel (Slow Burn Novels)
(1)Aktuelle Rezension von: MimabanoACHTUNG ❗️ 5. Teil der SLOW - BURN Reihe Dieser Teil war eigentlich wieder sehr gut.Einen Stern abgezogen habe ich, weil es häufig wirklich extrem kitschig/übetrieben war.In der Geschichte wurde das Thema Sekte eingebunden.Das fand ich abwechslungsreich (verglichen mit den vorherigen Teilen) .Sonst hat mir das meiste eigentlich gefallen, und man "hört" wieder etwas von Tori, die im ersten Teil der Reihe verschleppt und misshandelt wurde.Man merkt , und ich habe gehofft,dass es im nächsten Teil um sie und Dane geht.Wer Maya Bank's Bücher mag und kennt,wird auch hier wieder voll auf seine Kosten kommen.Zum Schluss wird es so richtig spannend und man freut sich auf den nächsten Teil.Eine klare Leseempfehlung also von mir, mit ⭐️⭐️⭐️⭐️ Sternen bewertet.Für inhaltliche Informationen bitte weiterlesen.KLAPPENTEXT : 📖 Raised in a strict religious cult since she was a young girl,Jenna has no connection to the outside world beyond vague flashes of memory that seem to be from another life.Memories she clings to when the cult leaders discover her extraordinary ability to heal - and punish her.Years held captive and forced to do the cult's bidding have turned Jenna into a meck, timid woman ... or so they think.in truth , she is merely biding her time , waiting for the perfect moment to escape. When a terrified young woman tries to steal the SUV of Deveraux Security's toughest recruit,Isaac's anger quickly turns into a strange sort of protectivness for the beautiful , bruised stranger.But when they are caught in a firestorm of bullets and Isaac is hit,he's sure the end is near,until Jenna touches him and closes his wounds.As he tries to bring Jenna to safety,she refuses to tell him what danger haunts her or how she healed him, but Isaac vows to do whatever it takes to gain her trust ... and her heart.Because with just one touch,Isaac knows he wants Jenna to be his - forever. - Fleur Beale
Am Ende des Alphabets
(8)Aktuelle Rezension von: WinfriedStanzick
Ruby ist die gute Seele der Familie, sie hilft, wo sie kann. Dabei hat sie gelernt und geradezu verinnerlicht, ihre eigenen Bedürfnisse zurückzustellen und den »Fußabtreter zu spielen« wie ihre Freundin Tia das manchmal nennt.
Ruby leidet unter einer Lese-und Rechtschreibschwäche und hat deshalb auch in der Schule wenig bis gar keine Gelegenheit ihr familiäres Schattendasein etwas aufzuhellen. Eigentlich keine guten Voraussetzung dafür, sich für den großen Schüleraustausch mit einer Schule in Brasilien zu qualifizieren.
Doch Ruby ist ehrgeizig. Sie nimmt all ihre Kraft und Energie zusammen und zeigt mutig Rückgrat. Es stellt sich heraus, auch für sie selbst überraschend, dass sie mehr Talente hat, als sie dachte. Und sie schafft es, bewältigt alle Widerstände und überrascht damit nicht nur ihre Familie, in der danach nichts mehr so ist wie vorher.
Ein einfühlsames und glaubhaft geschriebenes Buch (nicht nur) für Jugendliche. Ein Buch, das voller Optimismus dazu ermutigt, sich von Widerständen oder eigenen Schwächen niemals entmutigen zu lassen, sondern tapfer und aufrecht auch über große Hürden an seinem Ziel festzuhalten und es nicht aus den Augen zu verlieren.
Die junge Mutter Maria wird Ruby im Laufe der Geschichte zu einer Freundin, die ihr vermittelt, dass sie wegen ihrer Schwäche beim Lesen und Schreiben noch lange keine dumme Schülerin ist. Das, was sie an einer Stelle zu ihr sagt, zieht sich als Ermutigung durch das ganze Buch:
„Und jetzt gehst du vor die Tür, kommst wieder rein und sagst: Maria, es gibt da etwas, das Sie wissen sollten. Und dann erzählst du es mir. Ich möchte, dass dir bewusst wird, wie unwichtig das ist. Dass du trotzdem ein kluges, kompetentes Mädchen bist."
- Artisan
Why We March: Signs of Protest and Hope--Voices from the Women's March
(1)Noch keine Rezension vorhanden - Eliza Knight
Bernadette Swifts Gespür für Bücher
(31)Aktuelle Rezension von: AnneMayaJannikaAlso machte sie sich daran, mit dem Rotstift zu ändern, was sie ändern konnte – Worte in einem Text, nicht die Welt, die nicht für Veränderungen bereit zu sein schien.
Dies ist die Geschichte von Bernadette Swift, einem Mädchen vom Land, welches immer den Buchstabierwettbewerb gewonnen hat und die erste Cheflektorin in New York wird.
Leider befinden wir uns im Jahre 1963 und zu dieser Zeit ist es recht schwer für eine intelligente Frau, Arbeit zu finden und für diese auch adäquat bezahlt zu werden.Ihre männlichen Kollegen mussten nie so niedere Tätigkeiten für ihren Chef verrichten. Tätigkeiten, die nicht zum Aufgabenbereich eines Lektors gehörten. (Kapitel 1)
Aber Bernadette hat gute Freundinnen, die Ähnliches durchmachen oder in ähnlichen Positionen sind, und so zetteln die Damen mal eben die Frauenbewegung an.
Außerdem findet Bernadette (natürlich) einen Mann, der nicht ist wie der Durchschnitt.
Der Roman von Eliza Knight ist heroisch erfrischend und das dank Frank. Ja, Bernadette hat einen Schäferhund namens Frank, der beim Militär ausgebildet wurde. Als die Kapitel mit Frank anfingen, dachte ich nur: „Oh nein, was soll das denn jetzt?“, aber es passte super in die Geschichte hinein und als Sidekick ist Frank echt unschlagbar.
Auch heute kämpfen wir (Frauen) noch mit Ungerechtigkeiten im Beruf oder stehen vor der Wahl zwischen Kind oder Karriere. Beides gibt es nur ganz selten.
Fazit: schöne Geschichte über die Tapferkeit von Frauen. - Rüdiger Opelt
Protest der Jungen: Zukunft in Gefahr
(1)Aktuelle Rezension von: R_OPELTWir hinterlassen den Jungen so viele Probleme, als gäbe es kein Morgen. Wir heizen das Klima auf, zerstören die Natur, der Staat verschuldet sich immer stärker, die Pensionen werden unfinanzierbar, Zinsen gibt es nicht mehr, Wohnungen werden unerschwinglich und alle finden das in Ordnung. So kann es doch nicht weitergehen!
Beispiel Wohnungsnot:
Soll ein junges Paar auf Kinder verzichten, damit es sich das Leben in einer 2-Zimmer-Wohnungleisten kann? Die Reichen haben ihre Millionen in Immobilien angelegt, hohen Gewinn gemacht und damit die Immobilienpreise in astronomische Höhen gejagt. Die Gewinne der gewissenlosen Spekulanten werden nachträglich von den Jungen finanziert, die ein Leben lang für ihre Wohnungen schuften müssen.
Ein aufrüttelndes Buch























