Bücher mit dem Tag "provinz"
95 Bücher
- Stephen King
Friedhof der Kuscheltiere
(2.009)Aktuelle Rezension von: KeyofbooksHabe das Buch schon Mal als Jugendliche gelesen, das war also ein schöner ReRead. Hat mich daran erinnert, warum ich Stephen King's Werke schon immer faszinierend fand. Die Story zieht sich langsam, man bekommt sehr viel von dem gewöhnlichen amerikanischen Leben der '80- er Jahren mit. Lediglich gegen das Ende fängt das gruselige erst an und steigert sich rasant in die Höhe. Zwar weiß man schon worauf es hinausläuft, trotzdem ist die Spannung gut gehalten. Passt am besten in die Zeit vor Haloween.
- Wolfgang Herrndorf
Tschick
(2.979)Aktuelle Rezension von: Trishen77Es gibt Romane und Geschichten, die, während man sie liest, unter einem hinwegzugleiten beginnen; als würde man nicht mehr lesen, sondern einen Film sehen oder sich selbst eine Geschichte erzählen. Die Handlung ist nah, echt und lebendig, die Gespräche sind nicht nur Worte, die gewechselt werden, sondern enthalten menschliche Dimensionen. Und von den Entdeckungen, die die Figuren machen und erleben, kann man sich selbst nicht ausschließen.
Wolfgang Herrndorfs unspektakuläres und dennoch unnachahmlich schönes Roadmovie um zwei junge Teenager ist so ein Roman; eine Geschichte voller kleiner Erlebnisse, Ideen und Pannen, in dessen Verlauf es um nicht mehr und nicht weniger als das Spiel von Freiheit und menschlicher Sehnsucht geht. Doch tut es das weder metaphysisch oder dreist, noch in dem es sexuelle oder emanzipatorische Reizthemen in den Mittelpunkt stellt - nein, es hat eine lebensklare und undefinierte und oft auch heiter bis witzige Art dies zu tun, die sich ganz allein aus der Geschichte entwickelt, die der Geschichte beigegeben ist. Eine Art, dass wir uns ebenso wie die Protagonisten wünschen, dass die Reise noch eine Weile weitergeht, dass man noch etwas weiterkommt. - Wohin?
Ist das überhaupt eine Frage?
Manche Bücher passen einfach - und deswegen ist es schwer über sie zu schreiben. Sie sind uns in keinem Teil fern und eine Analyse würde sie mehr reduzieren als ihre Wirkung erhellen. Sie sind lesenswert, weil sie unverstellt und ehrlich daherkommen. Sie sind schön, auch weil sie es riskieren, in manchen Momenten und Gesprächen Stellen zu berühren, die sowohl schön als auch schmerzlich sind. Das dies die wesentlichen Stellen menschlichen Lebens, vor allem jedoch der Jugend sind, dürfte klar sein. Und ich habe lange davon nicht mehr so unkompliziert und unaufdringlich gelesen, wie bei Wolfgang Herrndorf in "tschick". - Juli Zeh
Unterleuten
(675)Aktuelle Rezension von: LidenDatum : 07.11.2025
✨Handlung✨
Unterleuten ist ein kleines 200 Einwohner Dorf in der alten DDR. Nun sollen Windräder in dem Dorf errichtet werden - Konflikte entstehen und alte Reibereien werden hochgeholt. Ein Gesellschaftsroman über Moral und Egoismus.
✨Protagonisten✨
Es wird aus vielen, unterschiedlichen Sichten geschrieben - und jeder davon war kein riesengroßer Sympathieträger, dafür waren die Charaktere vielschichtig, verletzbar und vor allem eins: menschlich. Sie haben Fehler gemacht, haben sich mal mehr, mal weniger reflektiert und auch wenn man bei manchen Dingen dachte: Was stimmt nicht mit dir ?, so war es nie artifiziell sondern immer passend oder glaubwürdig. Ich musste so oft an Menschen aus meinem Umfeld denken und welche Gemeinsamkeiten sie mit den jeweiligen Protagonisten haben (mich selber eingeschlossen). Am meisten Mitleid hatte ich wohl mit Frederik Wachs und Elena Gombrowksi.
PS: Manfred Gortz (Linda Franzen ihre „Bibel“) ist ein rein fiktiver, satirischer Charakter genauso wie sein Buch „Dein Erfolg“. Keine Nachahmung bitte xD
✨Setting✨
Die Geschichte spielt sich in Brandenburg ab, Unterleuten, ein fiktives kleines Dorf mit alteingesessenen Einwohnern und frisch zugezogenen Personen. Meinungsverschiedenheiten sind vorprogrammiert und auch die Manier, wie diese geklärt werden.
✨Schreibstil✨
Die kurzen Kapitel der jeweiligen Protagonisten lässt einen durch das Buch fliegen. Jeder hatte auf seine Art und Weise irgendwie Recht gehabt und auch die Motive waren nachvollziehbar, wenn auch nicht moralisch korrekt. Die Sympathie zu den einzelnen Personen hat geschwankt und auch die Spannung um die jeweilige Geschichte.
✨Fazit✨
Das Soziogramm eines Dorfes. Hier ist nicht die Polizei die Judikative. Juli Zeh hat ein Werk geschrieben, welches mich nachdenklich zurücklässt, wie alle ihre Bücher. Ich freue mich, noch mehr Bücher von ihr zu lesen !
- Kelly Moran
Redwood Love – Es beginnt mit einem Blick
(1.243)Aktuelle Rezension von: Ilona67Klappentext
Kleine Stadt, große Gefühle
Redwood, ein malerisches kleines Städtchen in Oregon. Genau der richtige Ort für einen Neuanfang. Und den braucht Avery Stowe nach einer desaströsen Ehe dringend, ebenso für sich wie für ihre autistische Tochter Hailey. Da gibt es nur ein Problem: den attraktiven Tierarzt Cade O‘Grady. Eine neue Beziehung ist das Letzte, was Avery will. Sie ist sich nur nicht sicher, wie lange sie Cade widerstehen kann. Vor allem, da sich anscheinend der ganz Ort gegen sie verschworen hat und Amor spielt …Eine Geschichte in der man bekommt was man erwartet. Gefühle, etwas Spice und ein netter kleiner Ort mit Protas die so ihre Probleme haben. Daher nette Lektüre für zwischendurch. Mehr aber auch nicht.
- Gustave Flaubert
Gustave Flaubert, Madame Bovary
(632)Aktuelle Rezension von: JohnSmithEs gibt zu diesem Buch bereits unzählige Rezensionen, bei denen Emma Bovary sämtlichst nicht gut wegkommt, sogar eine Verhaltensstörung ist nach ihr benannt. Derart voreingestellt habe ich mich auf den Roman eingelassen, doch ich wurde überrascht, denn: ich mochte Emma sehr!
Doch im Einzelnen: dank der vielberühmten Sprache Flauberts ist es leicht, in die Geschichte einzutauchen. Man sieht die Landschaften, man erlebt die gesellschaftlichen Zwänge, und dies durch die Augen der jeweiligen Protagonisten. Besonders diese Perspektivwechsel, die ich beim Lesen kaum bemerkt habe, finde ich beeindruckend!
In drei Abschnitte unterteilt, die sich an dem Leben von Charles, dem Ehemann orientieren, wird die Geschichte von Emma Bovary erzählt, eine Figur, mit der Flaubert das Leben und Sterben einer realen Frau nacherzählt- "True-Crime" sozusagen.
Diese Geschichte (für genaue Inhaltsangaben bitte in andere Rezensionen schauen ;) ) lässt sich problemlos in die heutige Zeit übertragen: Emma wächst behütet auf und heiratet, voll romantischer Träumereien, besagten Charles, der Emma, oder besser gesagt, das Leben mit Emma, wirklich liebt - allerdings sind seine Ansprüche auch nicht sonderlich hoch, er ist glücklich, wenn seine hübsche Frau ruhig neben ihm sitzt, während er gemütlich vor dem Kamin wegschlummert. Besagte hübsche Frau gibt sich auch wirklich Mühe, glücklich zu sein und den gesellschaftlichen Konventionen zu entsprechen und gibt sich mit harmlosen Flirts und Träumereien zufrieden.
Naja, zumindest bis Leon, das Ziel der Schwärmerei - bevor etwas nennenswertes passiert - wegzieht.
Denn kaum hat Emma sich von ihrem Liebeskummer etwas erholt, wird sie selbst zum Objekt der Begierde, und der professionelle Schürzenjäger Rodolpho beginnt mit der Jagd auf sie. Und der Mann konnte jagen, mannomann.... Schnell begann also eine Liebesbeziehung, er gaukelt ihr vor, mit ihr abzuhauen, kneift aber und trennt sich im letzten Moment von ihr - durch ein weinendes Smiley! (frei in die heutige Zeit übersetzt...) Emma verkraftet das kaum.
Und wieder - kaum hat sich Emma erholt, trifft sie Leon wieder, der mittlerweile auch so seine Erfahrungen gemacht und daher weniger Hemmungen hat, die Ebene der Träumereinen in Richtung Fleischeslust zu verlassen - direkt in einer durch die Stadt rasenden Kutsche!
Da Emma parallel zu diesen (sehr eindrücklich geschilderten) Affären auch noch etwas zuviel Gefallen an "schönen Dingen" findet, fällt sie auf die Betrügereien ihres Nachbarn herein, bis die Schulden sie erdrücken und sie nur einen Ausweg sieht- Suizid durch Selbstvergiftung.
Als bekennende "Krimi-Mimi" sage ich: selten so eine gruselige Sterbeszene gelesen!
Und damit noch nicht genug, die Geschichte geht weiter, bis Charles, der mittlerweile von Allem erfahren hat, kurz darauf als runinierter und gebrochener Mann stirbt. Dadurch wird das gesamte Lieben und Leiden von Emma auf eine reine Episode in Charles´ Leben reduziert. Wer also ein Happy End oder ein Mutmach-Buch zur Erbauung sucht - der ist hier falsch.
In der Gesamtbetrachtung erscheint mir das gesamte Buch wie eine einzige Warnung, aber gleichzeitig eine Aufforderung an alle Frauen:
lasst Euch nicht einlullen durch schöne Worte, sondern fangt an zu denken!
- Juli Zeh
Über Menschen
(436)Aktuelle Rezension von: evita-dbDora flüchtet inmitten der Coronapandemie aus Berlin in die tiefste brandenburgische Provinz. Sie hofft die Probleme der durcheinandergeraten Welt und auch ihre persönlichen mit einem immer mehr in Extreme abdriftenden Freund, einem immer stressiger werdenden Job und familiären Verbindungen, die auch nicht einfach sind, hinter sich zu lassen. Sie landet unsanft in einem stark renovierungsbedürftigen Haus mit total verwildertem Garten, einem Nazi-Nachbarn und allen Widrigkeiten, die das Dorfleben sonst noch so mit sich bringt und muss sich immer wieder die Frage stellen, ob diese Entscheidung richtig war und wie ihr Leben weiter gehen soll.
Eine großartige, präzise und tiefgründige Betrachtung der bundesdeutschen Gesellschaft, deren Spaltung in vielerlei Hinsicht klar, empathisch und auch mit einer Prise Humor geschildert wird. Aber auch mit dem Ausblick, das so etwas wie Versöhnung durchaus möglich ist, wenn man bereit ist ein Stück weit sein Schubladendenken aufzugeben, auf Menschen zu zugehen, in Betracht zu ziehen, das nicht nur die eigene Meinung zwingend die richtige ist, zu zuhören und bereit zu sein auch mal jenseits aller Vorurteile zu handeln.
Ein sehr lesenswertes Buch, das in mir noch lange nachhallt und sehr viele versöhnliche Denkanstöße liefert.
- Rita Falk
Winterkartoffelknödel
(1.083)Aktuelle Rezension von: Aischa"Winterkartoffelknödel“ von Rita Falk habe ich mit einer gewissen Erwartung gelesen, denn die Verfilmungen der Eberhofer-Krimis kenne und liebe ich. Sebastian Bezzel als Franz Eberhofer und Simon Schwarz als Rudi Birkenberger sind für mich ein kongeniales Team, dessen Schlagabtausch, Timing und Charme auf der Leinwand einfach perfekt funktionieren.
Umso schwerer fiel mir zunächst der Einstieg in die Romanvorlage. Die teils sehr abgehackte, knappe Sprache aus Franz Eberhofers Ich-Perspektive ist gewöhnungsbedürftig. Auch wirkt der literarische Eberhofer deutlich kantiger und weniger sympathisch als sein filmisches Alter Ego. Was im Film durch Mimik, Humor und Schauspiel aufgefangen wird, steht im Buch oft nüchterner und sperriger im Raum.
Mit zunehmender Lektüre habe ich jedoch die Eigenständigkeit des Romans schätzen gelernt. Falk erzählt ruhiger und ausführlicher, gibt mehr Einblick in Eberhofers Gedankenwelt und zeichnet das Dorfleben und seine Abgründe detaillierter, als es der Film kann. Manche Figuren und Konflikte wirken im Buch weniger klamaukig, dafür bodenständiger – was gut zum Genre des Provinzkrimis passt. Auch wenn mir persönlich der Franz Eberhofer auf der Leinwand näher ist, bietet „Winterkartoffelknödel“ solide, kurzweilige Unterhaltung mit viel bayerischem Lokalkolorit, schrägen Figuren und einem kriminalistischen Plot, der nicht von Spannung, sondern vom Milieu lebt.
Unterm Strich ist der Roman vielleicht nicht ganz so leichtfüßig und charmant wie seine Verfilmung, aber er ist ein gelungener Auftakt zu einer Reihe, die völlig zu Recht viele Fans hat. Für alle, die bayerische Regionalkrimis mögen, ist „Winterkartoffelknödel“ auf jeden Fall eine lohnende Lektüre – besonders dann, wenn man bereit ist, Buch und Film als zwei unterschiedliche, jeweils eigene Erzählformen zu genießen.
- Bov Bjerg
Auerhaus
(362)Aktuelle Rezension von: rkuehneEine schöne und wirklich ganz klassische Coming-of-Age Geschichte. Frieder versucht sich das Leben zu nehmen, scheitert und soll oder will nach dem Klinikaufenthalt nicht mehr alleine wohnen und zieht mit einigen seiner Schulfreunde in ein altes Bauernhaus seines Opas. Das Auerhaus. Grundsätzlich solide Geschichte, auch gut geschrieben, aber der Funke ist zu mir nicht übergesprungen, ich hab kaum Bindung zu den Figuren gewonnen und daher verbleibt es im Mittelmaß.
- Rita Falk
Dampfnudelblues
(702)Aktuelle Rezension von: ZamsWie auch beim ersten Teil bin ich froh, die Filme gesehen zu haben, sonst hätte ich mir wegen so mancher fehlenden Beschreibung wahrscheinlich einiges weniger vorstellen können.
Ich dachte schon, es geht bergauf mit diesem Teil, der Schreibstil ist etwas detailierter geworden im Vergleich zum ersten, und die Szene hatten generell etwas mehr Tiefe finde ich (nicht zu verwechseln mit Tiefgang). Eberhofer leistete meiner Meinung nach auch weniger schlechte Polizeiarbeit im Vergleich, dafür ist der Rassismuss sehr dick aufgetragen, noch mehr als zuvor. Und ja, das ist zwar eventuell realitätsgetreu, gefällt mir aber trotzdem nicht. - Ben Aaronovitch
Fingerhut-Sommer
(379)Aktuelle Rezension von: juniaWie kam ich zu diesem Buch?
Durch Zufall wurde ich bereits vor langer Zeit auf die Reihe bzw. den Autor aufmerksam. Ich hatte damals auch einige Bücher der Reihe gelesen. Nachdem der Rest dann einige Zeit im Bücherregal vor sich hin schlummerte, startet nun der Re-Read und das Schmökern der ganzen Reihe.
Wie finde ich Cover und Titel?
Die Cover waren es, die mich vor zehn Jahren angesprochen haben und das tun sie immer noch. Das Taschenbuch hat eine Art Prägung, man kann die Schrift fühlen. Der Fingerhut aus dem Titel wird zwar hin und wieder erwähnt, aber so wirklich entscheidend ist er für die Story nicht. In der Widmung wird unser aller Held Terry Pratchett erwähnt, und ja klar, da fiel mir ein, warum mir der Schreibstil so übermäßig gut gefällt.
Um was geht’s?
Auf den Inhalt gehe ich an dieser Stelle nicht allzu detailliert ein, den Klappentext könnt ihr ja selbst lesen, und eine Zusammenfassung des Buches muss ja nun nicht in die Rezension. Lasst euch aber gesagt sein, dass so einiges passiert in der Welt von Peter Grant, seines Zeichens Magielehrling, offiziell in der Abteilung für Spezialermittlungen bei Inspector Thomas Nightingale. Mittlerweile haben Charaktere und Leser sich in das Setting eingefunden, das echt süchtig macht, und schon gibt es einen neuen, selbstverständlich übernatürlichen Fall. Auch hier wurde das Hörbuch extrem gekürzt. Wer es hat, sollte lieber das Buch lesen. Es fehlen natürlich keine kriegsentscheidenden Fakten, aber die Kürzung nimmt schon viel Flair der Geschichte und vor allem den Humor.
Wie ist es geschrieben?
Es handelt sich um den 5. Teil einer Serie, und ich hatte keine Probleme, wieder in die Rahmenhandlung einzutauchen. Ich war ja auch gleich angefixt und wollte wissen, wie es weitergeht. Es wird zwar immer wieder Bezug auf die vorherigen Bände genommen, Quereinsteiger dürften es aber schwer haben, die Zusammenhänge zu erfassen. Der Schreibstil ist locker-flockig und zügig zu lesen, der Ausdruck ist gut und leicht zu verstehen. Sehr gut gefällt mir, dass der Roman in der Ich-Form (von Peter) geschrieben ist, man versucht sich gleich mit dem Protagonisten zu identifizieren und ist irgendwie näher dran am Geschehen. Die Beschreibungen sind nicht zu ausschweifend, aber detailliert und bildhaft genug, um gleich in der Story zu sein. Die Gegebenheiten konnte ich mir sehr gut vorstellen. Ein fast beiläufig eingestreuter schwarzer und trockener Humor rundet das Ganze ein wenig ab und trifft genau meinen Geschmack. Ich liebe die köstliche Ausdrucksweise des Autors. Ja, man muss schon ziemlich schmunzeln beim Lesen.
Wer spielt mit?
Die Charaktere und deren Entwicklung sind gut gezeichnet. Ich habe sie kennengelernt, ich habe mitgefiebert und mitgelitten. Peter verarbeitet immer noch Lesleys Verrat. Verständlich. Die Stimme des Sprechers finde ich echt gut. Er liest recht zügig, was ich sehr mag, dennoch sind die Hörbücher – wie erwähnt – extrem gekürzt.
Mein Fazit?
Das Buch hat mir mit seinen aberwitzigen Dialogen, die zwischen den Zeilen aber höchst aktuell sind, sehr gut gefallen, somit erhält es von mir 5 von 5 Sternchen und kann guten Gewissens weiterempfohlen werden. Es wird nicht das letzte Buch des Autors sein, das ich lese. Die Reihe steht zum Glück fast lückenlos und lesebereit im Regal.
- Rita Falk
Sauerkrautkoma
(426)Aktuelle Rezension von: Claudia_BremIch erinnere mich, dass ich mich manchmal gefragt habe, was bestimmte Ausdrücke oder Redewendungen bedeuten sollten. Es war ein bisschen wie ein Kulturschock, aber ich denke, das ist auch ein Teil des Charmes von Rita Falks Büchern.
Trotzdem denke ich, dass "Sauerkrautkoma" nicht mein Lieblingsbuch ist. Vielleicht liegt es daran, dass ich einfach nicht genug mit der bayerischen Kultur vertraut bin, oder vielleicht gibt es einfach bessere Bücher von Rita Falk, die ich noch nicht gelesen habe.
- Rita Falk
Grießnockerlaffäre
(484)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerEin Polizistenmord erschüttert Landshut. Hauptverdächtiger, kein anderer als unser Franz Eberhofer. Da kommt er bestimmt irgendwie raus. Mal schauen, Mordwaffe war sein Hirschfänger. Nicht so gut und dann ist das Opfer auch noch der Barschl, Franz' direkter Vorgesetzter und Erzfeind, mit dem er in der Tatnacht noch ordentlich Streit hatte. Das sieht für unseren Eberhofer nicht gut aus.
Aber Richter Moratschek, Busenfreund seines Vaters, hält schützend die Hand über ihn und so fängt Franz mal wieder ohne die Landshuter Kollegen an im Fall zu ermitteln. Aber auf den Rudi, ja, auf den kann er sich verlassen.
Zu Hause steht es auch nicht besser, die Susi redet andauernd davon, Kinder kriegen zu wollen und vom heiraten und auf dem Hof steht plötzlich die Jugendliebe von der Oma.
Alle Hände voll zu tun, unser Franz. Und dann noch dieses ganze ermitteln. Da kann Mann auch mal schwach werden, bei der knackigen Barschl Witwe.
Als Franz zufällig von einem Komplott erfährt, will er unbedingt den Mörder dingfest machen. Aber hier liegen wasserfeste Alibis vor, denn aus einem Mord wittert Franz schnell zwei und ist somit nicht mehr zu stoppen.
Bis ins kleinste Detail sind beide geplant.
Das ist nun mittlerweile mein vierter Band der Reihe und auch wenn ich am Anfang etwas enttäuscht war, so ist sie mir doch mittlerweile sehr ans Herz gewachsen. Rita Flak hat einen tollen, subtilen Humor in die Reihe eingepflegt, der beim lesen zum Schmunzeln animiert.
Die Personen sind durchweg Unikate. - C.J. Tudor
Das Gotteshaus
(127)Aktuelle Rezension von: NicolePDas Dorf Chapel Crofts hat eine interessante Geschichte. Vor 500 Jahren wurden acht Märtyrer lebendig verbrannt, und vor 30 Jahren sind zwei Mädchen spurlos verschwunden. Aktuell hat sich vor zwei Monaten der Pfarrer erhängt. Die Pfarrerin Jack Brooks wurde nach einem Zwischenfall nach Chapel Crofts versetzt. Schon bald erhält sie Drohbotschaften, und ihre Tochter hat Visionen von brennenden Mädchen.
Ein Thriller mit vielen Wendungen erwartet bei „Das Gotteshaus“ den Leser. Düster und voller Geheimnisse ist diese Geschichte. Man begleitet Jack auf ihren Nachforschungen und ihre Teenager-Tochter bei ihrem Neustart in diesem langweiligen Kaff.
Während des Lesens stellt sich immer wieder die Frage, was Chapel Crofts für ein seltsamer Ort ist. Gut ausgearbeitete Figuren lassen den Leser bis zum Ende mitfiebern. Es stellt sich auch am Schluss weiterhin die Frage, ob ein Mensch von Grund auf böse sein kann.
Ich danke der Plattform „Bookbot“, dass ich mir dieses Buch aussuchen dürfte.
- Andreas Föhr
Karwoche
(164)Aktuelle Rezension von: Bellis-PerennisAm Gründonnerstag liefern sich Polizeiobermeister Kreuthner in seinem roten Passat und sein Freund Kilian Raubert in einem auffrisierten Kastenwagen, auf der Achenpassstraße ein Straßenrennen, ein Hatzerl, wie wir in Wien sagen. Blöderweise kommt ihnen ausgerechnet jetzt Kreuthners Vorgesetzter Clemens Wallner mit seiner Freundin Vera auf dem Weg in den Osterurlaub zum Gardasee entgegen, Wallner kann gerade noch ausweichen. Um die Hetzjagd als dienstliche Notwendigkeit zu kaschieren, will Kreuthner eine Fahrzeugkontrolle bei Raubert durchführen, bei der er ein Messer zückt und sich widersetzt. Der Grund offenbart sich sogleich: Raubert transportiert eine weibliche Leiche. Die Tote heißt Hanna, war früher Schauspielerin bis sie bei einem Autounfall vor rund 15 Jahren schwerste Brandverletzungen davongetragen hat.
Wallner schaltete sofort auf Dienstmodus und so wird es mit dem Osterurlaub einmal nichts. In Hannas Wohnung entdecken Kreuthner und Wallner Fotos, die zu einem anderen Tatort hinweisen. Vor wenigen Monaten, zu Weihnachten, ist Leni Millruth erschossen worden.
Der Zusammenhang zwischen den beiden toten Frauen erschließt sich den Ermittlern und den Lesern bald, doch was ist das Motiv und wer ist der Täter?
Meine Meinung:
Dieser Krimi ist der dritte aus der Reihe rund um das Ermittler-Duo Wallner & Kreuthner. Eigentlich hatte ich mich ja zu entschlossen, diese Krimis in die Bücherzelle zu bringen. Doch, einen allerletzten Versuch wollte ich wagen ...
Nun ja, was soll ich sagen? Der Prolog beginnt ja noch halbwegs spannend. Doch mit der albernen, aber höchst gefährlichen Wettfahrt zwischen Kreuthner und Raubert hört sich doch alles auf. Eigentlich müssten beiden die Fahrerlaubnis sofort entzogen werden. Flensburg lässt herzlich grüßen! Ich kenne mich ja im Deutschen Kraftfahrrecht nicht aus, aber Straßenrennen, erhebliches Überschreiten der höchst zulässigen Geschwindigkeit und Gefährdung im Straßenverkehr sollten für die Abnahme der Fahrerlaubnis reichen. In Österreich ist man seinen Schein und in besonderen Fällen auch gleich das Fahrzeug los. Jedenfalls, Vorbild ist Kreuthner keines, sondern eher ein Fall für ein Disziplinarverfahren. Es sind solche Kreuthners, die mit ihrem Macho-Gehabe und Angebertum die Polizisten landauf landab in Verruf bringen. Ich wünschte, Clemens Wallner würde hier durchgreifen, Personalnot hin oder her.
Des weiteren komme ich mit den Charakteren ebenso wenig zurecht, wie mit dem (angeblich) bayrischen Humor. Dass dann noch ein eingewanderter Berliner seinen Dialekt zum besten geben darf, gleitet manchmal in Slapstick-artige Szenen ab, die auf mich leider sehr konstruiert und bemüht wirken. Es tut sich sehr viel, ja, eigentlich zu viel. In der Familie Millruth scheint beinahe jeder ein Geheimnis zu haben.
Nein, auch der nochmalige Versuch, einen Krimi dieser Reihe zu lesen, bringt nichts. Ich denke, ich werde die Krimis nun wirklich in die nächsten Bücherzelle bringen. Vielleicht finden die Krimis ein neues Zuhause.
Fazit:
Leider kann ich diesem Krimi nicht viel abgewinnen, daher nur 2 Sterne.
- Alina Bronsky
Der Zopf meiner Großmutter
(188)Aktuelle Rezension von: mariameerhabaEs ist lustig, es ist tragisch, es ist gemein und es ist lieb. So würde ich das Buch beschreiben.
Ich habe mich köstlich amüsiert, obwohl vieles unbeantwortet blieb und das Ende mich aus dem Nichts überrascht hat. Ganz ehrlich: Das Ende ist richtig Kacke! Da hat es sich die Autorin einfach gemacht und das liegt vermutlich daran, dass das Buch wahrscheinlich sonst nie geendet hätte.
Die Oma ist dabei die zentrale Figur, die völlig verrückt ist und ich immer noch nicht begreifen kann, wie ein Mensch so sein könnte. Fast schon wie meine eigene Oma. Aus irgendeinem Grund zieht der Enkel bei seinen Großeltern ein und die Oma erklärt ihn gleich für unheilbar krank, um ihn auf eine Diät zu setzen mit der Begründung, alles ändere könnte ihn töten.
Natürlich glaubt das der Enkel und der Großvater ist zu feige, um ihn aufzuklären. Dabei hat der Opa andere Probleme: Er verliebt sich in seine Nachbarin und der Enkel kriegt es mit. Als es zu einem Seitensprung kommt, deckt ihn der Enkel mit aller Macht, wobei die Tochter des Seitensprungs fies zu dem Enkel ist. Das war echt gelungen.
Mit viel Witz erzählt die Autorin die ganze Geschichte und ich habe gemerkt, wie ich beim Lesen mich kaum zurückhalten konnte. Auch wenn mir vor Müdigkeit die Augen zufielen, wollte ich nicht aufhören, und das sagt was aus.
Trotz des schlechten Endes habe ich das Buch gern gelesen. Ich bin den Figuren gerne gefolgt, ich habe mitgefiebert, ich habe gehofft, gelitten, war traurig und glücklich! Das schaffen nicht viele Bücher.
- Rita Falk
Zwetschgendatschikomplott
(383)Aktuelle Rezension von: RoRezepte“Nur zwei, drei Handgriffe, dann wäre dieses Problem für immer gelöst. Ganz langsam zieh ich sie aus meinem Holster. »Du willst mich aber jetzt nicht abknallen, oder was?«, sagt der Rudi, kaum dass er sich umgedreht hat, und stemmt die Hände in die Hüften. »Doch, Rudi, das würde ich gerne. Wenn du dich schön still hältst, dann treff ich auch garantiert schmerzfrei und absolut tödlich.« »Herrjemine, also, kommst du jetzt endlich – oder was?«, […].”
Der Einstieg in Rita Falks 6. Eberhofer-Fall Zwetschgendatschikomplott beginnt mit einem verkaterten Franz Eberhofer, der den Anruf von seinem besten Freund ignoriert. Rudi Birkenberger, Privatdetektiv, bekommt von einer Krähe einen abgetrennten Finger auf seinen Balkon geliefert und begibt sich dann eben allein auf die Suche nach der Leiche. Gerade jetzt zur Wiesn-Zeit ein denkbar unpassender Zeitpunkt für einen Wiesnmörder, der sich zudem auch noch im Rotlichtmilieu herumzutreiben scheint. Rudi und Franz ermitteln gemeinsam, wie ein altes Ehepaar – sehr unterhaltsam.
Franz Eberhofer, der sich mittlerweile an sein Arbeitsleben in München und an das tägliche Pendeln zwischen München und Niederkaltenkirchen gewöhnt ist, kommt noch immer nicht damit klar, dass seine Susi abgehauen ist, als er zu spät zur Hochzeit erschienen war. Dazu soll in Niederkaltenkirchen ein Hotel gebaut werden – das spaltet das Dorf in zwei Lager und hält Eberhofer nach Feierabend noch zusätzlich auf Trapp. Neben der Sorge um Susi.
“Himmelhergott noch mal, wie soll man sich denn da auf seinen Job konzentrieren und diese Wiesnmorde aufklären, wenn’s privat grade Kuhfladen schneit?”
Der Schreibstil bleibt unverändert locker und humorvoll mit einem Provinztouch. Der 6. Fall liest sich super schnell weg und unterhält uns Fans auf ganzer Linie. Für LeserInnen der Eberhofer-Reihe ist der Zwetschgendatschikomplott besonders lesenswert, da wir Franz in seinen privaten Belangen intensiver begleiten können und erleben einen Mann, der seine Sehnsucht nach seiner Frau nun intensiv bemerkt. Dagegen rückt die Fallermittlung ein wenig in den Hintergrund, wobei die Verwicklungen um den Wiesenmörder wieder schön ausgeklügelt war. Für Fans von Provinzkrimis kann ich die Eberhofer-Reihe sehr empfehlen – Zwetschgendatschikomplott sollte allerdings nicht der Einstiegsroman in der Reihe werden.
Die Rezepte aus "Zwetschgendatschikomplott" findet ihr unter www.RoRezepte.com & https://rorezepte.com/zwetschgendatschikomplott-rita-falk/.
- Bernhard Aichner
Interview mit einem Mörder
(134)Aktuelle Rezension von: CalipsoKurze prägnante Sätze in einer eigenwilligen, jedoch witzigen Lyrik. Ein Glücksfall für alle Krimi Liebhaber. Ein Buch was man bis zum Ende durchlesen möchte. Ich mag die Serie um Max Broll dem Totengräber.
- Rita Falk
Leberkäsjunkie
(324)Aktuelle Rezension von: RoRezepte"Es ist beinahe unglaublich. Ich hab einen neuen Fall! Und zwar ausgerechnet in Niederkaltenkirchen! Das schreit ja förmlich nach einer Leberkässemmel. Oder zwei. »Zwei Warme wie immer«, sag ich deswegen, gleich wie ich beim Simmerl eintreff. [...] »Und wieso zwei wie immer? Wenn ich mich richtig entsinne, dann sind es doch sonst jedes Mal drei, oder?«"
Mit Vorfreude habe ich mich auf den 7. Franz Eberhofer Band Leberkäsjunkie gestürzt und bleibe leider etwas unglücklich zurück. Autorin Rita Falk hätte aus diesem Band einfach mehr machen können, schade. Es beginnt damit, dass wir im Vorgängerroman schlussendlich erfahren haben, dass der Franz doch der Erzeuger von Susis Baby ist. Doch entgegen meiner Erwartung, hat Franz als frischgebackener Papa nur wenige verantwortungsvolle, väterliche Gedankengänge gezeigt - ob das im nächsten Band mehr wird? Stattdessen geht es vielerlei darum, dass er sich einfach nur ungesund ernährt und seine Symptome ignoriert. Klar mag sein Verhalten alles typisch Eberhofer sein, aber das ist einfach zu viel, zu langatmig und auch die Spürnase bleibt in diesem Fall zeitweise auf der Strecke. Der Brand im Hause Mooshammerin und die gefundene Leiche rutschen stets in Vergessenheit, obwohl sich Franz zu Beginn des Krimis noch sehr über einen Mord "daheim" und nicht in München freut.
Sehr positiv fand ich die Einarbeitung der Mooshammerin in diesem Band, welche wir nochmal von verschiedenen Seiten kennenlernen durften und uns oftmals zum Schmunzeln brachte. Auch das wachsende Theater über den Hotelbau, oder eben nicht Hotelbau, hat Unterhaltungswert geboten. Und wer hat nun den Streifenwagen demoliert?
"Wie zum Teufel soll man sich da auf einen Mord konzentrieren, von einem Privatleben mag ich gar nicht erst reden, wenn die werte Mitbürgerschaft langsam, aber sicher dem Wahnsinn verfällt. Also wie handeln? Alle miteinander einfach abknallen und es wird endlich wieder Ruhe einkehren? Ja."
Alles im Allen ist Leberkäsjunkie ein typischer Franz-Eberhofer-Krimi, der eingeschweißte Fans nicht umhaut. Auch den Mörder und entsprechenden Plot habe ich nicht vorher erahnt. Ein wenig mehr Spannung und Kriminalarbeit wünsche ich mir für den nächsten Band dennoch.
Die Rezepte aus "Leberkäsjunkie" findet ihr unter www.RoRezepte.com & https://rorezepte.com/leberkaesjunkie-rita-falk/.
- Alena Schröder
Bei euch ist es immer so unheimlich still
(190)Aktuelle Rezension von: YukBookEs ist eine Weile her, dass ich in „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ die Protagonistin Hannah bei ihrer Ahnenforschung begleitet habe. Diesmal stehen ihre Mutter Silvia und die Großmutter Evelyn im Mittelpunkt. Nach langer Funkstille besucht Silvia 1989, kurz vor der Wende, mit der wenige Wochen alten Hannah ihre Mutter in ihrer schwäbischen Heimat. Die Kluft zwischen den beiden ist jedoch so tief wie eh und je – warum, das erfahren wir in einer zweiten Zeitebene, die in den 1950er Jahren spielt.
Dass Evelyn nach Silvias Geburt ihren Beruf als erfolgreiche Ärztin aufgeben musste, hat sie nie verwunden. Wie verzweifelt und überfordert sie sich in der Mutterrolle fühlt und wieviel Kraft es sie kostet, die Erwartungen an Frauen in der Nachkriegszeit zu erfüllen, erzählt Alena Schröder stark und bewegend. Und da wäre noch Evelyns Schwägerin Betti mit ihrem losen Mundwerk und unkonventionellen Lebensstil, die eine besondere Beziehung zu Silvia aufbaut.
In diesem Roman stimmt einfach alles: die präzise Figurenzeichnung, die lakonische, kraftvolle Sprache und viel Zeit- und Lokalkolorit. Diese Geschichte über eine komplizierte Mutter-Tochter-Beziehung, unausgesprochene Verletzungen, Enttäuschungen und verstörende Familiengeheimnisse hat mich bis zur letzten Seite gefesselt.
- Volker Klüpfel
Kluftinger (Kluftinger-Krimis 10)
(264)Aktuelle Rezension von: jaspermoDer zehnte Fall für Kommissar Kluftinger. Die Leichtigkeit und Originalität der ersten Bände sind kaum noch zu spüren. Schon beim letzten Teil schlichen sich erste Ermüdungserscheinungen ein, und diesmal wird das Gefühl noch deutlicher.
Die Spannung bleibt eher im Mittelfeld. Richtige Höhepunkte sucht man vergeblich, dafür gibt es nette Rückblicke in Kluftingers Jugend, für mich das stärkste Element des Buches. Hier blitzt noch etwas von dem Charme auf, den ich an der Reihe immer geschätzt habe.
Der Stil ist sprachlich wie gewohnt. Der Humor funktioniert stellenweise immer noch gut und hilft, über einige Längen hinwegzusehen. Aber insgesamt fehlt einfach der Biss, die erzählerische Frische.
Was mir gar nicht gefallen hat war das abrupte Ende mit Cliffhanger. Natürlich wird damit der elfte Band vorbereitet, aber das wirkt etwas zu kalkuliert und reißt einen unbefriedigt aus der Geschichte.
Kein schlechtes Buch, aber eben auch kein starker Kluftinger mehr. Hoffen wir, dass das Autorenduo beim nächsten Teil wieder etwas mutiger und frischer zu Werke geht.
- Ivy Paul
Mörderische Teatime
(29)Aktuelle Rezension von: BibiBuecherbiber„Eine kleine Stadt, ein charmantes Café und ein Mord, der die Teatime abrupt beendet – das klingt nach meinem perfekten Nachmittagskrimi!
Ivy A. Paul entführt uns in eine gemütliche Welt voller Tee, Gebäck und Geheimnisse. Die Charaktere sind lebendig und liebenswert, und die Protagonistin hat eine charmante, schlagfertige Art, die mich oft zum Schmunzeln gebracht hat. Der Kriminalfall selbst ist clever aufgebaut und hält einige überraschende Wendungen bereit.
Die Atmosphäre, die Paul so wunderbar einfängt, macht das Buch zu einem echten Wohlfühlkrimi. Es ist ein Buch, das sich wie eine kuschelige Decke anfühlt – trotz des Mordes im Zentrum der Geschichte.
Mein Fazit: Ein Wohlfühlkrimi mit Charme und Spannung – perfekt für alle, die gerne mit einer Tasse Tee in der Hand miträtseln.
- Nicolas Mathieu
Wie später ihre Kinder
(33)Aktuelle Rezension von: Nicolai_LevinDie 1990-er. Ein Kaff irgendwo in Lothringen. Seit das Stahlwerk zugemacht hat, gibt es gutbezahlte Arbeit nur für Leute, die hinüber nach Luxemburg pendeln. Sonst bleiben schlechtbezahlte Jobs über die Zeitarbeitsfirma. Viel zu tun gibt es auch sonst nicht außer saufen, kiffen, Motorrad fahren und ficken.
In Momentaufnahmen im Abstand von je zwei Jahren, jeweils in der Hitze des Hochsommers um den Nationalfeiertag am 14. Juli herum, beobachten wir eine Gruppe Jugendlicher und ihr Umfeld. Anthony hat ein hängendes Lid und ist nicht der Hellste. Er lebt im Hier und Jetzt und will ein bisschen Spaß im Leben; er steht auf Steph, die aus etwas besseren Kreisen kommt. Ihr Vater ist Kulturamtsleiter, und sie erkennt, dass sie weg muss aus der Enge der Provinz. Hacine hingegen will es vor Ort schaffen, anerkannt und reich zu werden. Er will nicht wie sein Vater enden, der nach Jahren der Maloche mit seiner knappen Rente in einer Sozialwohnung wohnt und immer ein Fremder bleiben wird. Als Hacine zur Besserung in die alte Heimat nach Marokko geschickt wird, baut er sich erstmal die Verbindungen auf, um in großem Stil Shit nach Frankreich zu verticken.
Mit feinem Blick und unsentimentaler Haltung schildert Nicolas Mathieu die Tristesse der Provinz, die Träume und Sehnsüchte der jungen Leute, die Knüppel, die jedem immer wieder zwischen die Beine fliegen. Es ist lebendig und mitreißend, so dass es bei allem Scheitern dennoch nicht deprimierend wirkt. Mathieu hat für dieses Buch 2018 den Prix Goncourt gewonnen, und den hat er sich für meine Begriffe verdient.
- Angela Lehner
2001
(50)Aktuelle Rezension von: Julia92Inhalt: Es ist das Jahr 2001 und im Tal ist alles wie immer. Die Berge sind schroff, die Touristen unersättlich, die Jugendlichen auf der Suche nach Alkohol und Abenteuern und die Eltern abwesend. Eine Zukunft hat hier keiner, am allerwenigsten Julia, die in der Hauptschule zum sogenannten Restmüll gehört, was ihr egal ist -, denn für sie zählt nur eins: Hip-Hop und der Zusammenhalt ihrer Crew. Bis ihr Geschichtslehrer eines Tages die ganze Klasse zwingt, an einem politischen Experiment teilzunehmen, und damit eine Lawine an folgenschweren Ereignissen lostritt.
Meinung: Ich kam gut in die Geschichte rein, da mich Lehners Schreibstils von Beginn an sehr unterhalten hat. Man lernt Julia und ihre Crew kennen, sowie ihren Bruder und Klassenkameraden. Der österreichische Schmäh und die Ansicht der Jugendlichen auf Touristen sind besonders gelungen und haben mich mehrere Male zum Schmunzeln gebracht. Leider konnte ich zu keinem der Charaktere einen Bezug aufbauen, was vermutlich von der Autorin beabsichtigt ist, aber für mich ist es etwas zu viel von dieser Hoffnungslosigkeit, die sich durch das ganze Buch zieht. Die Jugendlichen haben (zumindest der Großteil) keine Perspektive, keinen Antrieb, keinen Ansporn, der sie dazu bewegt, etwas aus ihrem Leben zu machen. Anfangs taten mir Julia & Co leid, mit der Zeit machte sich Fassungslosigkeit breit. Auf die Rolle der Eltern gehe ich hier nicht näher ein (eventuell Spoilergefahr). Gegen Ende bekommt man Brocken vorgeworfen, die auf eine Veränderung, auf eine Lösung hindeuten, doch ich wurde schließlich enttäuscht. Viele Fragen sind offen geblieben. Vermutlich will die Autorin die Leserschaft dazu animieren, sich alternative Möglichkeiten der weiteren Entwicklung auszudenken, doch mich konnte der Schluss nicht überzeugen. Im Gegenteil. Ich hatte gehofft, dass gewisse angeschnittene Themen noch aufgelöst werden. Ich kann das Buch weder empfehlen noch davon abraten. Man muss sich auf die Message einlassen, um sich eine Meinung bilden zu können.
Aufgrund des tollen Schreibstils und der interessanten Grundidee vergebe ich 3 von 5 Sternen.
- Thomas Willmann
Das finstere Tal
(178)Aktuelle Rezension von: FranGoldsmithDie Alpen, Ende des 19. Jahrhunderts, kurz vor Winterbeginn. Ein Fremder kommt in ein einsam gelegenes Hochtal. Er sei Maler und suche Quartier. Die Bewohner sind misstrauisch, lassen sich aber von seinem Gold überzeugen. Der erste Schnee schneidet das Tal von der Außenwelt ab. Das Leben im Dorf kommt zur Ruhe, man hat sich an den Fremden gewöhnt. Doch dann gibt es den ersten Toten, bald darauf einen zweiten. Eine dramatische Geschichte von Liebe und Hass, Schuld und Vergeltung nimmt ihren Lauf.
Ich liebe den Film dazu, und habe mich nun an das Buch gewagt. Der Schreibstil ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber wenn man sich darauf einlässt wird man mit einem spannenden düsteren Western belohnt. Natürlich bleiben die Personen etwas blass, Hintergründe verborgen und das Ende ist auch nicht wirklich befriedigend aber ich habe das Buch trotzdem verschlungen und geliebt.
Vielleicht eher etwas für Liebhaber, aber von mir 5/5 Sterne.























