Bücher mit dem Tag "prozess"
110 Bücher
- Sebastian Fitzek
Das Paket
(2.841)Aktuelle Rezension von: NicoleK1975Emma ist Psychiaterin und hat sich in eine geschlossene Anstalt eingeschlichen, um Versuche an Patienten aufzudecken. Nachdem sie ihren Bericht auf einer Fachtagung präsentiert hatte, begab sie sich in ihr Hotelzimmer. Sie war glücklich mit Philipp verheiratet, der sie unterstützte und hatte vor kurzem erfahren, dass sie endlich schwanger ist. In der Nacht wurde sie geweckt, betäubt, rasiert und vergewaltigt…
Ein halbes Jahr später klingelt der Postbote und brachte Pakete…
Der Schreibstil ist sehr detailliert und ich konnte mir alles bildlich vorstellen. Mir fehlte allerdings nach den ersten paar Seiten ein bisschen die durchgehende Spannung. Irgendwie plätscherte es so vor sich hin, dadurch hat mein Lesefluss etwas gelitten. Das wurde erst kurz vor der Hälfte besser.
Emma war mir sympathisch. Sie litt manchmal immer noch unter den Dämonen ihrer Kindheit. Nach der Vergewaltigung verbarrikadierte sie sich im Haus. Ein halbes Jahr später brachte ihr der Briefträger, der einzige Mensch zu dem sie außer Philipp Kontakt hat, ihre Pakete und bat sie auch um die Annahme für einen Nachbarn. Den sie nicht kannte. Die Panik kam und die Paranoia wurde noch stärker.
Emma wurde nicht wirklich ernst genommen. Ihre Verletzungen waren da, aber es gab Unstimmigkeiten: ihr Hotelzimmer gab es nicht, sie wusste nicht wie sie zur Bushaltestelle kam wo sie gefunden wurde und der Mann, der als Friseur durch die Presse ging hat nach der Vergewaltigung und Rasur keine der Frauen am Leben gelassen. Seit dem Vorfall verbrachte sie die Tage zu Hause, sie igelte sich ein und wollte zu niemanden Kontakt haben. Ab da wurde das Buch ruhiger, mir fehlte die Spannung beim Lesen. Alles dümpelte vor sich hin.
Kurz vor der Hälfte bekamen die Vorkommnisse für mich eine erschreckend gefährliche Bedeutung. Ab da hat es mich etwas gefesselt - aber der Nervenkitzel hat gefehlt, für den der Autor so gefeiert wird. Ich hab schon Bücher gelesen, die mir den Schlaf geraubt haben - dieses hier gehört aber nicht dazu.
Ein interessantes Buch mit Höhen und Tiefen. Am Ende kam dann einiges ans Licht, aber manches blieb für mich auch unklar. Durch eine List wurde der Täter entlarvt. Ich gebe diesem Buch gute 3 Sterne.
- Jilliane Hoffman
Cupido
(2.846)Aktuelle Rezension von: PrettyDarkDer Albtraum jeder Frau: Du kommst abends in dein Apartment in Miami. Du bist allein. Alles scheint wie immer, nur ein paar Kleinigkeiten lassen dich stutzen. Du kümmerst dich nicht darum. Du gehst schlafen. Und auf diesen Moment hat der Mann, der unter deinem Fenster lauert, nur gewartet …
Du kommst nach Hause, alles wirkt normal… bis es das eben nicht mehr ist. Genau so beginnt dieser Thriller und zog mich direkt in einen Albtraum. Zwölf Jahre nach einer brutalen Vergewaltigung ist C.J. Townsend inzwischen erfolgreiche Staatsanwältin in Florida. Als der Serienkiller „Cupido“ sein Unwesen treibt und ein Verdächtiger vor Gericht landet, erkennt C.J., dass es der Mann ist, der ihr eigenes Leben fast zerstört hätte. Und plötzlich geht es nicht mehr nur um Gerechtigkeit, sondern um eine persönliche Abrechnung.
🔪 extrem packender, brutaler Einstieg mit Sogwirkung
🔪 der Täter ist relativ früh klar, der Fokus liegt auf dem Gerichtsdrama
🔪 viele juristische Details statt klassischem Nervenkitzel
🔪 kurze Kapitel sorgen für schnellen Lesefluss
🔪 moralisch fragwürdige Entscheidungen der Protagonistin
Was hier wirklich funktioniert, ist der emotionale Konflikt. Die Frage, wie weit man gehen darf, um Gerechtigkeit zu erzwingen, hat echtes Potenzial und sorgt für einige spannende Momente im Gerichtssaal. Der Einstieg beginnt mit einem ordentlichen Knall und macht klar, dass dies nichts für Zartbesaitete wird. Aber danach zieht sich die Story leider und statt Thrill gibt es Zuständigkeitsgerangel, FBI-Ego-Kämpfe und gefühlt ein halbes Jurastudium. C.J. selbst ist dabei auch schwierig. Zwischen Selbstjustiz-Fantasien und fragwürdigen Entscheidungen fragt man sich öfter, ob sie wirklich auf der richtigen Seite steht. Der Twist am Ende war ziemlich konstruiert und ein Stück weit vorhersehbar. Schade, denn da wäre mehr drin gewesen.
Ein Thriller mit starkem Anfang und spannendem moralischen Kern, der sich aber im Mittelteil verzettelt und am Ende zu bequem löst. Gute Idee, durchwachsene Umsetzung.
- Iny Lorentz
Die Wanderhure
(3.762)Aktuelle Rezension von: Elkes_LiteraturwolkeInhaltsangabe:
Konstanz, 1410: Marie Schärer wächst behütet als Kaufmanns-Tochter auf. Ihr Vater möchte sie gerne verheiraten und ist überglücklich, als Graf Ruppert um ihre Hand anhält. Niemand ahnt etwas Böses, nur Maries Jugendfreund Michel hat nichts Gutes über den Grafen gehört.
Kaum ist die Unterschrift unter den Vertrag gesetzt, erhebt Graf Ruppert Vorwürfe gegen Matthis Schärer: Marie sei keine Jungfrau mehr und hätte mehrfach rumgehurt. Vermeintliche Zeugen bestätigen es. Für Vater und Tochter bricht unvermittelt die Welt zusammen.
Nach einem kurzen Prozess und Vollstreckung des Urteils wird Marie der Stadt verwiesen. Geschunden und geschändet landet sie im Graben neben des Weges, sich selbst zum Sterben überlassen. Ihr Freund Michel glaubt nicht an die Vorwürfe und verlässt Konstanz ebenfalls, um sie zu suchen. Allerdings findet er sie nicht.
Marie überlebt nur Dank der Freundlichkeit der Hübschlerin Hiltrud. Doch Hiltrud kann und will sie nicht mit durchziehen. Marie wird sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen müssen und als Verstoßene bleibt ihr nur eines: sich den Männern anbieten!
Allerdings vergisst sie nie, wer ihr das angetan hat, und schmiedet Pläne, um sich an Graf Ruppert zu rächen.
Mein Fazit:
Es ist nicht mein erster Roman vom Autorenpaar Iny Lorentz. Aber dieser Roman war der erste, der bestimmt vor über 20 Jahren in mein SuB zog. Den Film dazu habe ich auch schon vor einer Ewigkeit gesehen und so wurde es einfach Zeit, sich der Geschichte um Marie, Michael und dem Schurken Graf Ruppert zu widmen.
Trotz der Brutalität wurde auf detailreiche Beschreibungen der Geschehnisse um Marie und ihren Vater verzichtet. Es war auch so schon schlimm genug. Ich hatte auch gewisse Anlauf-Schwierigkeiten, in die Geschichte reinzukommen, was jedoch nicht nur am Buch lag. Ich befand mich in der Reha und meine Tagesform wechselte häufig in verschiedene Richtungen.
Die Atmosphäre der damaligen Zeit wurde sehr gut wiedergegeben. Es gab wenige Rechte für Menschen der unteren Klassen. Das bezieht sich nicht nur auf Marie nach der bösen Intrige. Michel als dritter oder vierter Sohn des Schankwirts hatte keine Aussicht auf das Erbe und war eigentlich zum Frondienst bei seinem Bruder, dem Erben, verdammt. Als Marie der Stadt verwiesen wurde, nahm er all seinen Mut zusammen und verschwand ebenso. Sein weiterer Lebensweg ist allerdings lange unklar! Gewalt gegenüber Untertanen war an der Tagesordnung.
Marie macht verschiedene Erfahrungen mit der „Kundschaft“, gute wie schlechte. Sie wird sich ihrer Liebreiz bewusst und setzt es geschickt ein, um ein bisschen Geld zu verdienen, auch wenn sie sonst schon nichts ausrichten kann. Allerdings vergisst sie nie, wer ihr einst geholfen hat. Dennoch ist es schockierend, was sie alles durchmachen muss.
Ab der Hälfte des Buches war ich in der Geschichte drin und wollte unbedingt wissen, wie Marie die Situation meistert und ihre Rache ausführen kann (mir dünkt, den Inhalt des Films habe ich inzwischen auch schon vergessen). Es wurde sehr spannend und mitreißend. Ich habe mit ihr gelitten und gekämpft.
In jedem Falle möchte ich die Fortsetzung lesen und gebe diesem ersten Band vier Sterne und eine klare Lese-Empfehlung.
- Bernhard Schlink
Der Vorleser
(5.820)Aktuelle Rezension von: Liden28 / 2026
Ich verstehe schon, warum das Buch ein Klassiker geworden ist, da es wichtige Themen rund um die NS-Zeit aufgreift (und man es sicherlich gut analysieren kann) Die toxische Liebesbeziehung zwischen den Protagonisten war super unangenehm zu lesen und stand für mich in keiner Relation…
Der Schreibstil war kalt, aber glücklicherweise kurz.
- Marah Woolf
MondSilberLicht
(1.323)Aktuelle Rezension von: AuroraNielsenNach dem Tod ihrer Mutter zieht Emma auf die schottische Isle of Skye zu Verwandten, die sie kaum kennt und trifft dort auf den geheimnisvollen Calum, der sie ebenso anzieht, wie er sie auf Abstand hält. Was ihn umgibt, hat mehr mit alten schottischen Sagen zu tun, als Emma zunächst ahnt.
Der Einstieg ist ruhig und wirkt anfangs vertraut, doch genau darin liegt der Reiz: Marah Woolf nimmt sich Zeit für Stimmung, Sehnsucht und eine Liebe, die nicht sein soll. Die neblige Kulisse und der keltische Mythos heben das Buch angenehm von üblicher Fantasy ab, und je weiter man liest, desto stärker zieht die Geschichte an, bis zu einem Ende, das sofort nach dem nächsten Band verlangen lässt.
Ein warmer, verschlingbarer Slow-Burn-Auftakt für alle, die atmosphärische Romantasy mögen. Man merkt dem Debüt seine kleinen Ecken an, aber das Herz stimmt.
- Stieg Larsson
Vergebung
(2.351)Aktuelle Rezension von: WelpemaxDer letzte Teil der Millenium Trilogie unter Stieg Larsson. Im Vergleich zu den anderen beiden Teilen fand ich den letzten Teil noch etwas besser als Teil I, aber letztlich war es für mich wieder eine Wiederkehr zu alten Fehlern. Um überhaupt zu dem Punkt zu kommen wo es interessant wird, muss man mehrere 100 Seiten lesen. Wenn man Passagen oder Kapitel hat, die man mag und die man spannend findet, dann ist der Stil von Herr Larsson wirklich lesefördernd, aber wenn Herr Larsson mal wieder ein Nebenstrang der äußersten Unwichtigkeit ausführt, dann liest sich das Buch sehr zäh (zum Beispiel Erikas Ausflug zur SMP). Die einen mögen es lieben, aber wirklich nervig sind die Intermezzi von Mikael und den Frauen. Nix gegen romantisches und auch nix gegen was sexuelles, aber der hopst von einem Bett ins nächste und jede Frau hat Verständnis und duldet natürlich auch alle Seitensprünge, ja es ist den Frauen sogar bekannt und trotzdem wollen sie auch auf der Liste „Ich-hatte-Mikael-im-Bett“ stehen. Zu guter letzt, geht alles viel zu glatt über die Bühne und der Komplott wird aufgedeckt ohne das einer der „Guten“ zu Schaden kommt, was in Anbetracht der Machtfülle äußerst unwahrscheinlich ist, aber Dank der immerwährenden Fehlentscheidungen der „Bösen“ natürlich durchaus im Rahmen des Möglichen liegt.
- Jodi Picoult
Beim Leben meiner Schwester
(1.897)Aktuelle Rezension von: Neytiri888Beim Leben meiner Schwester von Jodi Picoult ist ein Buch, das man nicht so schnell vergisst. Durch den sehr flüssigen und gut leserlichen Schreibstil wird man förmlich in die Geschichte hineingezogen, wobei die Spannung bis zur letzten Seite konstant hochgehalten wird.
Die größte Stärke des Romans liegt in seinen Charakteren. Picoult schafft es, jede Figur so vielschichtig auszuarbeiten, dass man sich in alle Beteiligten einfühlen kann – jeder besitzt eine authentische Mischung aus Stärken und menschlichen Schwächen. Diese Tiefe sorgt dafür, dass das Drama, das sich entfaltet, einen direkt trifft. Das Buch ist an vielen Stellen äußerst dramatisch und hat mich mehr als einmal zu Tränen gerührt.
Ein kleiner Kritikpunkt bleibt jedoch bei der Erzählweise: Die Kapitel aus Annas Sicht wirkten auf mich nicht wie die einer 13-Jährigen, sondern eher wie die einer Erwachsenen. Das nimmt der Figur ein wenig ihre jugendliche Identität.
Das Ende des Buches schließlich ist absolut schockierend und wirft die gesamte Geschichte in ein neues Licht. Insgesamt ist es ein aufwühlendes Werk über Familie, Moral und den Wert des Lebens, das noch lange nachwirkt.
- Jojo Moyes
Ein Bild von dir
(841)Aktuelle Rezension von: AlinchenWährend der 1. Weltkrieg tobt, versucht Sophie im besetzten Frankreich stark zu sein. Für ihre Schwester Hélène und deren Kinder, ihren Bruder Aurélien und für Édouard, ihren Mann und ihre große Liebe, der als Maler arbeitet, aber von der französischen Armee eingezogen wurde und nun für das Land kämpft. Zusammen mit ihrer Schwester betreibt sie ein Café, das dazugehörige Hotel musste mangels Gäste geschlossen werden. Als die Deutschen regelmäßig zum Essen kommen und die Schwestern zum Kochen genötigt werden, entwickelt sich eine Art Freundschaft zwischen Sophie und dem neuen Kommandanten. Dieser ist beeindruckt von dem Gemälde, das einst Édouard von seiner Frau malte. Sophie hofft auf einen Deal.
Neunzig Jahre später ist eben dieses Gemälde Livs kostbarster Besitz. Ihr Mann David schenkte es ihr einst auf ihrer Hochzeitsreise. Vier Jahre zuvor starb ihr Mann und Liv trauert noch immer. Doch langsam scheint ihr Leben wieder bergauf zu gehen. Durch Zufall trifft sie eine ehemalige Kommilitonin wieder, die spontan bei ihr einzieht. Außerdem lernt sie mit Paul einen neuen Mann kennen und sie fühlt sich zu ihm hingezogen.
Auch Paul mag Liv. Es scheint alles recht einfach zu sein, bis er in ihrem Schlafzimmer das Gemälde sieht. Denn Paul arbeitet für eine Firma, die sich darauf spezialisiert hat, Kunstwerke an diejenigen rückzuerstatten, die zu Kriegszeiten Opfer von Kunstraub oder erzwungenen Verkäufen wurden. Die Erben von Édouard fordern das Bild ein! Es scheint auf den ersten Blick ein klarer Fall zu sein, doch Liv weigert sich! David hat das Bild nicht geklaut! Und sie will es auf gar keinen Fall wieder hergeben! Ein Streit beginnt...
Ich liebe Bücher, die auf zwei Zeitebenen spielen! Und ich liebe die (meisten) Bücher von Jojo Moyes! Und hier kommt beides zusammen. Wie wunderbar! Ich bin nur so durch das Buch gerauscht. Wobei mir die Geschichte in der Vergangenheit (wie meistens) noch mehr gegeben hat. In solchen Episoden lernt man immer so viel. Aber auch die Gegenwart wurde im Laufe des Buchs immer spannender! Ich möchte das Buch ohne Einschränkungen jedem empfehlen!
Ich habe erst mitten im Lesen erfahren, dass dies ein 2. Band ist. Das hat dem ganzen aber keinen Abbruch getan, sondern das Buch kann auch sehr gut alleine gelesen werden!
- Jennifer Estep
Frostglut
(1.282)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerDer Teil hat mir sehr gut gefallen, auch wenn er mich sehr aufgeregt hat. Es stellen sich so viele gegen Gwen und dies lässt einen wirklich enorm mitfiebern und mitleiden. Es war sehr gut geschrieben und auch sehr spannend und hat mir wirklich unfassbar gut gefallen. Doch Gwen tat mir so leid, dass sie so alleine dastand und ihre Freunde es so schwer hatten ihr zu helfen. Ich habe mit Gwen sehr mitgefühlt und gehofft, dass das Missverständnis bzw. die falschen Beweise der Schnitter endlich herauskommen und ihr geglaubt wird, damit man zusammen gegen die Schnitter kämpfen kann.
Das einzige, was mir nicht so gefallen hat, waren wieder die Wiederholungen der bisherigen Geschichte und auch die ständigen Erklärungen. Ich finde dies immer schade, da man dies mittlerweile vier mal gelesen hat.
Ich kann dieses Buch aber auf jeden Fall jedem Fan der Mythologie in der heutigen Zeit empfehlen und auch jedem Leser, der Gwen beistehen möchte.
- Steve Cavanagh
Thirteen
(455)Aktuelle Rezension von: LidenDNF bei 52%
Um nicht in eine Leseflaute zu gelangen, habe ich das Buch schlussendlich nach 283 Seiten abgebrochen (davor bin ich 2x beim Lesen eingeschlafen).. trotz kurzer Kapitel und zwei verschiedener POV ist es langatmig, unnötig detailreich und viel Gelaber um nichts. In diesem Leben werden (amerikanische) Ermittlerthriller und ich keine Freunde mehr.
- JP Delaney
The Girl Before - Sie war wie du. Und jetzt ist sie tot.
(387)Aktuelle Rezension von: Gin_ahab das buch im urlaub gelesen und es war schon fesselnd und eine interessante idee. auch die abwechslung zwischen der vorherigen und der jetzigen frau und auch, dass beide charaktere eine gewisse tiefe besitzen. jedoch war es teilweise ein wenig zu lang, und ohne die gänsefüßchen bei den rückblicken war mein lesefluss ein wenig unterbrochen.
die idee, eines hauses mit system, minimalismus und alles war jedoch interessant und ich denk auch nach dem beenden das buches teilweise darüber nach- natürlichen nur bis zu einem gewissen grad, aber was brauchen wir eigentlich wirklich? was ist unverzichtbar?
naja, ob ich das buch empfehlen würde, weiß ich dennoch nicht. Da gibt es doch spannendere Bücher, mit einem angenehmeren Lesefluss und Schreibstil. Schlecht war es jedoch auch nicht, deshalb 3 Sterne.
- Jodi Picoult
Kleine große Schritte
(275)Aktuelle Rezension von: Elkes_LiteraturwolkeInhaltsangabe:
Witwe Ruth Jefferson arbeitet seit über 20 Jahren im Mercy-West Haven Hospitals als Hebamme und Säuglingsschwester. Sie hat eine fundierte Ausbildung absolviert und hat bislang ohne Fehl und Tadel ihre Dienste verrichtet. Ihr Sohn Edison steht kurz vor seinem Abschluss und bewirbt sich an Colleges.
Turk und Brit Bauer sind gerade Eltern des kleinen Davis geworden. Ruth möchte sich um den kleinen Jungen kümmern, aber das Ehepaar Bauer möchte nicht, dass sie den Kleinen anfasst. Es wird Ruth untersagt, das Kind anzufassen, weil sie dunkelhäutig ist!
Doch kurze Zeit später ist sie mit Davis allein, weil ihre Kolleginnen zu Notfällen geeilt sind. Ruth sollte nur ein paar Minuten mit Davis allein sein und ihn nach der Beschneidung überwachen, als plötzlich seine Atmung aussetzt. Sie ringt mit sich, ob sie sich der Anordnung widersetzen sollte.
Als sie schließlich das Notfall-Team ruft, kommt jede Hilfe zu spät. Davis ist verstorben und Turk Bauer erhebt schwere Vorwürfe gegen Ruth. Sie soll ihn vorsätzlich sterben gelassen haben. Er erstattet Anzeige und stellt damit das Leben der Familie Jefferson grundlegend auf den Kopf.
Mein Fazit:
Jodi Picoult scheut kein kritisches Thema in ihrer schriftstellerischen Laufbahn und hat sich mit dem Thema Rassismus auseinandergesetzt. Beim Schreiben entsteht der Eindruck, als würde sie dunkelhäutig sein. Nein, sie ist privilegiert als Hellhäutige aufgewachsen und musste die Empathie aufbringen, sich in Ruth reinzuversetzen.
Ruth ist nicht nur eine Dunkelhäutige! Sie blendet die Tatsache aus, dass sie trotz der „helleren Farbe“ täglich rassistischen Anfeindungen ausgesetzt ist. Ob im Supermarkt, im Freundeskreis oder auf der Arbeit. Sie hat sich lange Zeit etwas eingeredet und gedacht, sie würde zur „normalen weißen Schicht gehören“. Nun muss sie im wahrsten Sinne des Wortes Farbe bekennen. Ein kleiner Junge ist gestorben und sie muss sich vor Gericht dafür verantworten. Sie erkennt, dass das Krankenhaus sie einfach fallen ließ, gar als Bauernopfer betrachtet. Ruth war das kleinere Übel! Ihr Alltag verändert sich dramatisch, da sie nicht mehr als Hebamme arbeiten darf. Ihr sozialer Abstieg macht der gesamten Familie zu schaffen – auch Edison!
Das Ehepaar Bauer ist ein durch und durch rassistisches Paar. Turk lernte seine Frau bei ihrem Vater kennen, als er durch die Lande zog und seine krude Ideologie verbreitete. Die Weißen sind schon bald in der Minderheit und „die Schwarzen“ würden ein Systemwechsel planen oder so etwas in der Art. Mir wurde schlecht, als Turk beschrieb, das sein Hass auf Homosexuelle so weit ging, das er sogar seinen Vater verprügelte. Während seine Frau um den verlorenen Sohn trauerte, kämpfte er für vermeintliche Gerechtigkeit! Ich fürchte, dass die Ideologie allgemein sehr weit verbreitet ist, wahrscheinlich mehr, als offensichtlich ist! Die rechten Parteien erhalten immer mehr Zulauf und sind dabei, die Welt in den Abgrund zu stürzen (der Klimawandel macht dann den Rest *Sarkasmusoff*).
Jodi Picoult ist mit dem Thema sehr sensibel umgegangen und hat bei allen Figuren eine nachvollziehbare Veränderung angestoßen. Die Geschichte wird von Ruth, Turk oder der Anwältin Kennedy aus ihrer jeweiligen Perspektive erzählt. Damit bekommt die Geschichte noch mehr Tiefe, als sie ohnehin schon hat. Es gibt kleine überraschende Wendungen und ein packendes Gerichtsverfahren – ebenfalls mit kleinen Überraschungen, wie es bei Justiz-Dramen üblich ist.
Mich hat das Buch lange nicht losgelassen und auch jetzt, während des Verfassens des Artikels, blättere ich noch mal im Buch und lese die eine oder andere Stelle. Für mich ist es ein weiteres Highlight in diesem Jahr und ich freue mich auf ihre nächste Geschichte! Begeisterte fünf Sterne und eine klare Lese-Empfehlung von mir!
- Emilia Hart
Die Unbändigen
(268)Aktuelle Rezension von: YoncaDieses Buch handelt von drei Frauen, die in einer Welt zurechtkommen müssen, in der sie sich fremd fühlen und mit ähnlichen Schicksalen zurück zu ihrer eigenen Stärke finden. Ihr Zuhause und Ihre Bestimmung finden sie in der Verbundenheit mit der Natur und den Tieren.
Besonders gefallen hat mir der Aufbau des Buches. In jedem kurzen Kapitel wird das Schicksal einer Protagonistin in ihrer jeweiligen Epoche erzählt. Man bekommt ausreichend Informationen, um sie während des Lesens zu verknüpfen und so nach und nach zu erkennen, wie eng Kate, Violet und Altha miteinander verbunden sind. Am Ende sind alle Fragen geklärt, was ich immer sehr schätze.
Ich mochte die Charaktere sehr und man kann sich gut in sie hineinversetzen. Das Leid, das sie ertragen müssen ist leider für viele Frauen nicht gänzlich unbekannt es wurde schön beschrieben, wie aus Leid und Leere wieder Leben und Stärke entsteht. Eine Triggerwarnung (Vergewaltigung, häusliche Gewalt) am Anfang des Buches würde ich jedoch sehr schätzen.
Empfehlen möchte ich das Buch an alle Menschen, die Kraft in der Natur schöpfen und sich in unserer Welt manchmal fremd und unpassend fühlen. Dieses Buch ist ein Geschenk speziell an uns Frauen, mit all unserer Sensibilität und auch Stärke.
- Jodi Picoult
Neunzehn Minuten
(956)Aktuelle Rezension von: Katrin1Als ich das Buch beendet hatte, musste ich googeln nach der wahren Geschichte, die hinter diesem Buch steckt. Mit Erstaunen stellte ich fest - es gibt keine. Es ist tatsächlich nur eine Geschichte in einem Buch. Tatsächlich hat es sich so gelesen, als wenn es diese Menschen gegeben hätte und ein Überlebender dieses Buch geschrieben hätte. So autentisch geschrieben, dass man absolut mitfühlen kann.
- John Grisham
Die Erbin
(142)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderSeth Hubbard ist tot. Seine Angestellten finden ihn erhängt an einem Baum. Seine Familie sieht den Freitod mit gespielter Traurigkeit, aber sie warten alle nur auf die Eröffnung des Testaments, denn Seth Hubbard hat spät viel Geld gemacht. Durch mehrere Firmenübernahmen und Wiederverkäufen ist er so sehr reich geworden. Jack Brigance wurde von Seth Hubbard als Testamentsverwalter aufgestellt. Es ist ein handschriftliches Testament und es unterscheidet sich enorm von dem alten, von einem Anwalt aufgesetzten Schriftstück. Sein Vermögen beträgt über 24 Millionen Dollar und seine Kinder und Familie bekommt nichts. Er möchte, dass man seinen verschwundenen Bruder findet und ihm einen Teil gibt, ein Teil geht an die Kirche und Organisationen, aber das Meiste geht an Lettie Lang. Sie ist seine farbige Haushälterin. Dieses Testament würde sie zur reichsten farbigen weit und breit machen und es ist klar, dass es große Wellen schlagen wird. Ein Weißer vermacht einer Farbigen fast alles! Schnell geht die Familie auf die Barrikaden und es schalten sich immer mehr Anwälte ein, um bei der Anfechtung des Testaments mitzumischen. Lettie lässt sich von ihrem Mann überreden, einen anderen Anwalt wie Jack Brigance zu nehmen, aber dieser führt nichts gutes im Schilde. Dann taucht eine toughe junge Frau auf, die militärisch lange im Ausland war und bietet Jack Brigance ihre Hilfe an. Es ist Lettis Tochter und ihr Ziel ist es, Anwältin zu werden. Gemeinsam mit Jack Brigance überredet sie ihre Mutter, doch mit ihnen zu kämpfen und dann beginnt ein Wettstreit um die Geschworenen und um das Vermögen und das ganze Land schaut zu und erfährt im Laufe des Prozesses ungeahnte Familienfehden, Geheimnisse und pikante Details. John Grisham ist wie ein tolles Uhrwerk. Immer spannend, brisant, menschlich und mit vielen tollen Figuren. Die Erbin ist der dickste Grisham seit langem und man verschlingt den Wälzer nur so.
- Delia Owens
Der Gesang der Flusskrebse
(196)Aktuelle Rezension von: Anna_WehmeierÜber das Buch
In Der Gesang der Flusskrebse von Delia Owens geht es um Kya, das sogenannte „Marschmädchen“, das isoliert in den Sümpfen von North Carolina aufwächst.
Von der Gesellschaft ausgeschlossen und auf sich allein gestellt, lernt sie, in der Natur zu überleben und findet dort ihre eigene Welt voller Schönheit und Ruhe.
Doch als ein junger Mann aus der nahegelegenen Stadt tot aufgefunden wird, gerät ausgerechnet Kya unter Verdacht und ihre Vergangenheit rückt in ein völlig neues Licht.
Meine Meinung
Dieses Buch hat mich von der ersten Minute an komplett in seinen Bann gezogen und nicht mehr losgelassen. Ich habe die Geschichte als Hörbuch gehört und war absolut gefesselt.
Die Sprecherin Luise Helm hat einen unglaublich tollen Job gemacht. Ihre Stimme ist ruhig, einfühlsam und einfach perfekt für diese Geschichte. Ich hätte ihr stundenlang zuhören können und bin komplett in Kyas Welt versunken.
Die Geschichte selbst ist eher leise erzählt, aber genau das macht sie so besonders. Es passiert nicht ständig etwas Dramatisches, und trotzdem wollte ich keine Sekunde verpassen. Man lebt förmlich mit Kya, fühlt mit ihr, leidet mit ihr und freut sich über die kleinen Lichtblicke in ihrem Leben.
Besonders beeindruckt haben mich die Naturbeschreibungen. Die Autorin schafft es, Bilder entstehen zu lassen, die sich anfühlen wie ein Film im Kopf. Ich konnte die Marschlandschaft förmlich sehen, hören und spüren.
Kya ist eine Protagonistin, die man einfach ins Herz schließen muss. Ihre Stärke, ihre Verletzlichkeit und ihr Weg haben mich tief berührt. Dieses Buch ist nicht nur spannend, sondern vor allem emotional und unglaublich atmosphärisch.
Für mich zählt es definitiv zu den besten Büchern, die ich je gelesen beziehungsweise gehört habe.
Fazit
Ein ruhiges, intensives und wunderschön erzähltes Buch, das lange nachhallt.
Ein absolutes Jahreshighlight und eine klare Empfehlung für alle, die Geschichten mit Tiefe lieben.
⭐ 5 von 5 Sternen
- Annette Hess
Deutsches Haus
(240)Aktuelle Rezension von: PepaleFrankfurt 1963: Eva ist Dolmetscherin. Durch einen Zufall kommt sie an eine Job als Übersetzerin für Polnisch beim Auschwitz Prozess. Unbedarft und naiv stürzt sie sich in ihre Arbeit, ohne zu ahnen was sie dort erwartet. Die Berichte der Zeugen wie Juden ermordet, gedemütigt, gefoltert wurden, setzen Eva schwer zu. Evas Eltern hatten ihr abgeraten diesen Job zu übernehmen. Am Ende sind ihre Eltern in das ganze Geschehen verknüpft und die Familie zerstört.
Mit ihrem Verlobten führt sie eine typische Beziehung, wie es in den 1960er Jahren verbreitet war, sie ordnet sich ihm unter. Das Gesellschaftliche Rollenbild sah es so vor, sonst galten Frauen als „unweiblich“.
Annegret, die ältere Schwester von Eva, leidet unter dem Helden-Syndrom (Profilneurose). Als Säuglingsschwester infiziert sie Babys mit Bakterien um sie hinterher wieder gesund zu pflegen und dafür Lob und Geschenke zu bekommen.
Die Autorin hat gut recherchiert.
Der Schreibstil ist leicht und flüssig. Die Geschichte ist fesselnd und bewegend. Die Protagonisten sind gut beschrieben und entwickeln sich weiter.
Es handelt sich um eine gelungene Geschichte.
- Laura Kneidl
The Darlington - Ethan & Grace
(181)Aktuelle Rezension von: Jessi1989Meine Meinung:
Das Lesen hat sich für mich direkt wie Nach-Hause-Kommen angefühlt! 🥹 Ich war sofort wieder mitten in der Story und habe von der ersten Minute an unglaublich doll mit Grace und Ethan mitgefiebert. Die Chemie und diese Knisterenergie zwischen den beiden waren einfach richtig stark! ❤️🔥
Der erste Band hatte die Messlatte für mich damals allerdings extrem hoch gelegt und mich emotional noch einen Ticken mehr umgehauen.
Mein Fazit:
Der zweite Teil hat mich auch wieder überzeugt aber nicht ganz so krass gecatcht wie der erste. Ich habe die Geschichte über Grace und Ethan trotzdem von Herzen gerne gelesen. Für mich ist es eine wunderschöne Fortsetzung mit viel Bauchkribbeln! 📖
⭐️⭐️⭐️⭐️✨(4,5/5 Sterne)
- Malin Persson Giolito
Quicksand: Im Traum kannst du nicht lügen
(96)Aktuelle Rezension von: Nika488Packend, erschütternd und absolut fesselnd!
„Quicksand: Im Traum kannst du nicht lügen“ ist ein intensiver, tiefgründiger und psychologisch raffinierter Roman , der den Leser von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann zieht.
Die Geschichte wird aus der Sicht von Maja , der vermeintlichen Täterin, erzählt. Durch Rückblenden und tiefgehende Einblicke in ihre Gedankenwelt enthüllt sich nach und nach die Wahrheit hinter der Tragödie. Die Autorin schafft es meisterhaft, die Leser zwischen Mitgefühl und Zweifel schwanken zu lassen – ist Maja eine eiskalte Mörderin oder ein Opfer der Gelegenheit?
Besonders beeindruckend ist die feinfühlige Charakterzeichnung . Maja ist vielschichtig, intelligent und doch gebrochen , was sie unglaublich realistisch macht. Die Spannung entsteht nicht nur durch den Gerichtsprozess, sondern auch durch die sozialkritischen Themen , die das Buch aufgreift – Druck, Privilegien, toxische Beziehungen und gesellschaftliche Erwartungen .
Fazit: Ein erschütternder und brillanter Roman , der sich nicht nur wie ein Thriller liest, sondern auch zum Nachdenken anregt . Psychologisch tiefgehend, emotional intensiv und mit einer unvergesslichen Protagonistin – absolut empfehlenswert!
- Jodi Picoult
Die Wahrheit meines Vaters
(393)Aktuelle Rezension von: zickzackDelia Hopkins verbrachte eine glückliche Kindheit. Nur manchmal hat sie Erinnerungen, die sie nicht zu ordnen kann, wie die an einen Zitronenbaum.
Eines Tages taucht die Polizei auf und verhaftet ihren Vater. Es ist ein dunkles Geheimnis, dass Delia an ihrer Identität zweifeln lässt und sie immer wieder vor die Frage stellt, was überhaupt die Wahrheit ist.
Wie schon bei „19 Minuten“, was ich als erstes Buch von der Autorin gelesen habe, komme ich ins Nachdenken. Denn die Wahrheit ist nicht so einfach, wie sie sich zunächst darstellt, sondern hat ganz viele Facetten.
Diese werden durch die verschiedenen Perspektiven aufgestellt. Delia, die davon ja am meisten Betroffen ist. Ihr Vater Andrew Hopkins, der im Gefängnis eine schwere Zeit durchlebt. Delias Verlobter Erik, welcher gleichzeitig der Anwalt von Andrew wird und damit kein leichtes Los gezogen hat. Und Delias bester Freund Fitz, welcher nicht nur Reporter ist und damit in einen moralischen Konflikt kommt. Denn er möchte nicht über den Prozess schreiben, indem seine beste Freundin gefangen ist und gleichzeitig hat er durch seine Recherchen dies überhaupt ins Rollen gebracht.
Das Buch war mit seiner Thematik interessant, auch weil man hier die verschiedenen Perspektiven und Hintergründe erfahren hat. Bei Jodi Picoult gibt es kein Schwarz und Weiß, sondern sehr viele Graustufen. Dennoch hat es mir das Buch nicht leicht gemacht.
Ich fand, dass das ganze Buch unglaublich aufgeblasen war. Da hätte man mindestens 100 Seiten kürzen können, denn hier wurden so viele Themen nebenbei mit aufgemacht.
Zum Beispiel lernt Delia eine Frau namens Ruthann kennen und da wird dann ein großer Teil in der Geschichte über Indianerrituale gesprochen.
Oder auch hatten die verschiedenen Perspektivfiguren noch einmal ihre eigenen Päckchen mit zu tragen und da ist man von einem Thema in noch ein kleineres Thema gekommen. Ich fand, dass war wieder einmal ein Buch, dass daran krankt, dass es zu viel wollte.
Auch hat mich gestört, dass die Figuren nicht miteinander gesprochen haben, sondern immer, wenn eine Problematik aufgetaucht ist, dann geflüchtet sind. Das wirkte sehr albern von erwachsenen Personen und hat nur bedingt die Spannung nach oben getrieben, weil ich mich ja im gleichen Atemzug über die Figuren geärgert habe. Zudem sind am Schluss ständig neue Bomben geplatzt. Da kamen plötzlich Dinge an die Oberfläche, wo vorher nicht darüber im Ansatz gesprochen wurde. Und ich dachte mir nur so: Klar, das auch noch, damit es auch zu keinem anderen Ausgang mehr kommen kann. Wie offensichtlich denn noch?
Bis über die Hälfte fiel es mir schwer überhaupt am Buch zu bleiben. Ich habe dieses jetzt über mehrere Monate gelesen, weil ich es sehr lange auch zur Seite gelegt habe, was eigentlich sonst nicht meine Art ist. Es wurde auch viel über die Vergangenheit von Delia, Fitz und Erik erzählt, was aber teils keine Relevanz zum eigentlichen Thema hatte und ich auch nicht sonderlich spannend fand. Stellenweise war ich mir auch nicht sicher, ob ich das Buch überhaupt beenden möchte. Mich hat letzten Endes nur am Ball gehalten, weil ich die verschiedenen Sichten auf die Thematik und es nicht nur eine Seite gab, interessant fand.
Fazit: Leider war „Die Wahrheit meines Vaters“ kein Highlight. Dafür hat es zu oft von Nebensächlichkeiten erzählt und dass die Figuren nicht miteinander geredet haben, sondern eigentlich wichtige Punkte plötzlich aus dem Nichts aufgetaucht sind. 3 Sterne.
- Sarina Bowen
The Ivy Years – Was wir verbergen
(397)Aktuelle Rezension von: ArgentumverdeSharon ist heilfroh endlich weg von ihrer Familie aufs Harkness College gehen zu können. Unter dem neuen Namen Scarlet hofft sie ein neues anonymes Leben führen zu können, denn Ihr Vater, ein berühmter Eishockeyspieler und dann -trainer, ist wegen sexuellen Missbrauches an Jungen angeklagt und ihr Haus seit Monaten von Journalisten umlagert. Auch Bridger hat Geheimnisse. Er versteckt seit einiger Zeit seine 8-jährige Schwester Lucy im Studentenwohnheim, weil die Mutter drogensüchtig ist. Mit mehreren Jobs versucht er sich um seine kleine Schwester zu kümmern, gleichzeitig sein Studium voranzutreiben und nicht aus dem College zu fliegen, was unweigerlich passiert, wenn auffliegt, dass sie bei ihm wohnt, denn das ist verboten. Bridger und Scarlet verlieben sich ineinander, aber ihre Probleme werden deshalb nicht weniger.
Die Autorin schreibt einfach, aber flüssig, für den Leser angenehm und schnell zu lesen.Im unregelmäßigen Wechsel wird die Handlung aus Sicht beider Protagonisten geschrieben. Dadurch erhält der Leser von Beginn an Zugang zu den Gedanken und Gefühlen von Beiden. Die Stärke der Autorin liegt aber wie im ersten Teil in der Tiefe ihrer Protagonisten und der unaufgeregten, aber berührenden Erzählweise. Sie setzt sich mit Themen auseinander, die wohl Viele in irgendeiner Weise kennen: Verlust, Verantwortung und die Schwierigkeit, sich jemandem wirklich zu öffnen, das Richtige zu tun..... Dabei gelingt es ihr nicht ins klischeehafte abzudriften, trotz der beiden extremen Szenarien. Sie thematisiert Vernachlässigung, genauso wie auch häusliche Gewalt ohne zu dramatisieren und lässt so ganz nebenbei eine emotionale Liebesgeschichte erblühen. Ein wenig schade ist, dass ähnlich wie beim Vorgänger die Nebencharaktere sehr blass und oberflächlich bleiben. Der Schauplatz, das Harkness College, ist im Übrigen bei allen Büchern gleich, aber die einzelnen Bände sind in sich abgeschlossen und bauen nicht aufeinander auf. Allerdings trifft der Leser die Protagonisten des ersten Buches hier in einer Nebenrolle wieder und Bridger selbst ist für den, der Band 1 gelesen hat, kein völlig Unbekannter mehr.
Mein Fazit: Obwohl dies eher nicht mein Genre ist, gelingt es der Autorin mich auch beim zweiten Mal abzuholen. Ich habe das Buch sehr gerne gelesenen und werde diese Reihe tatsächlich weiter verfolgen.
- Tore Renberg
Die Lungenschwimmprobe
(116)Aktuelle Rezension von: GwhynwhyfarLeipzig im Jahre 1681: die fünfzehnjährige Anna Voigt steht vor Gericht, weil sie ihr neugeborenes Baby getötet haben soll; und die Mutter gleich mit ihr, die das versucht haben soll zu vertuschen. Die Obrigkeit will sie verurteilt sehen, es droht Anna der Tod - wie vielen anderen Mädchen und Frauen in dieser Zeit, die des gleichen Verbrechens bezichtigt werden. Aber dieser Fall ist anders: Sie hat nicht nur einen mächtigen Vater, der sich für sie einsetzt, sondern auch einen Anwalt, der wissenschaftlich argumentiert. Mit dabei ein Arzt, der etwas spektakulär Neues wagt und die «Lungenschwimmprobe» einsetzt. Durch dieses soll nachgewiesen werden, dass es tatsächlich eine Totgeburt war, wie Anna hartnäckig versichert. Kann sie gerettet werden?
«Wir werden ja sehen, was das Gericht dazu meint. Das junge Ding hat sein Kind getötet, mehr habe ich zu der Sache nicht zu sagen, und Ihr seid ein Zauberer, Herr Schreyer, das kann Euch teuer zu stehen kommen, Anna Voigt muss ertränkt werden, sie muss bestraft werden!»
Tore Renberg hat sich einen wahren Fall vorgenommen, bei dem die fünfzehnjährige Anna Voigt, die Tochter von Hans Heinrich Voigt, dem Besitzer des Rittergutes Greitschütz, angeklagt wurde wegen Unzucht, Geburt im Geheimen und Tötung ihres Kindes. Die Köchin, der Knecht und der Lehrer gruben das tote Kind im Garten wieder aus, beschuldigen die Mutter beim Pfarrer, es umgebracht zu haben. Der junge Rechtsgelehrte Christian Thomasius übernimmt den Fall. Ein Mann der Wissenschaft, in einer Zeit des Umbruchs. Ein unbequemer Mensch für die Obrigkeit, der so vieles in Frage stellte, seine Vorlesungen auf Deutsch hielt, was ihm Ärger brachte, der großen Wert auf eine strikte Trennung von Recht und Moral legte, Wert auf eine scholastische Denkstruktur und Beweisführung legte, viel mit dem usus modernus zur Modernisierung der Rechtsordnung beigetragen hat, die Trennung zwischen Staat und Kirche.
Der Stadtphysikus Dr. Johannes Schreyer war wissenschaftlich auf der Höhe seiner Zeit. Anna behauptete, das Kind sei tot geboren. Er führte die Obduktion des Babys durch und er hatte gelesen, dass die Lungen einer Totgeburt in Wasser versänken, da diese noch nicht entfaltet seien, diejenigen eines lebendgeborenen Kindes aber schwämmen, weil das Kind Luft eingeatmet hat. Die Lungen des Babys von Anna gehen unter. Schreyer und Thomasius gingen mit diesem Fall in die Historien der Gerichtsmedizin ein – letztendlich schufen sie eine neue Wissenschaft. Das damals geltende Gesetzbuch Constitutio Criminalis Carolina (Carolina) war überholungsbedürftig. Doch die Kirche stellte sich hartnäckig gegen die Naturwissenschaft. Und in diesem Fall ging es letztendlich nicht nur um Tochter und Mutter; Heinrich Voigt war kein Adliger, hatte das Gut nach der letzten Pest günstig erworben. Das war den Adligen ein Dorn im Auge, die keinen Emporkömmling in ihren Reihen dulden wollten – gern würden sie ihm das Gut wieder nehmen.
«Jene Frauen, die ein lebendiges oder wohlgebildetes Kind geboren haben und es heimlich, böswillig, vorsätzlich töten, werden gewöhnlich lebendig begraben und gepfählt. Um die damit verbundene Verzweiflung zu verhindern, kann die besagte Übeltäterin indes auch ertränkt werden, sollte das Gericht Zugang zu einer geeigneten Wasserstelle haben.» (Strafgesetzbuch 1532; Artikel 131)
Hier erzählt uns ein auktorialer Erzähler distanziert die Geschichte, der eingreift, erklärt, bewertet und erläutert, was in der weiten Zukunft geschehen wird, der Zeitsprünge füllt. Mal erzählend, mal beobachtend führt er uns durch den ziemlich langwierigen Prozess, der im Vergleich zu anderen Prozessen sich ewig in die Länge zieht – man will ja dem Vater an den Kragen. Amtmann Walther, ein Stiefellecker des Adels, lässt Anna und ihre Mutter, die erst mal untergetaucht sind, steckbrieflich suchen, als wären sie Mörderinnen, und Pastor Johann Benedict Carpzov schießt aus dem Hinterhalt mit seinen Kontakten. Der Erzähler wechselt oft die Perspektive, schlüpft in die verschiedenen Charaktere hinein, in ihre Gedanken. So erfahren wir auch etwas über den Henker der Stadt, über die gesellschaftliche Ächtung seiner Familie. Der Roman gibt ein gutes Gesellschaftsbild der Zeit wieder – der auslaufende Barock tritt ein in den Klassizismus und die Zeit der Aufklärung. Ein interessanter Fall, der von vielen Seiten befeuert wird und der Autor geht tief in seine Charaktere hinein, in Nebenstränge. Briefe und Sonette runden die Vielfältigkeit ab. Ich habe das ein oder andere Mal geblättert, für mich war es ein wenig zu zäh geschrieben, aber gekonnt. Wer nicht davor zurückschreckt eine ausgebreitete gut recherchierte Geschichte zu lesen, dem wird der Roman gefallen – denn der Fall der Anna Voigt und ihrer Familie berührt.
Tore Renberg, geboren am 3. August 1972 in Stavanger, ist ein norwegischer Schriftsteller und Musiker. Er studierte Literaturwissenschaft und Philosophie an der Universität Bergen. Er arbeitet als Literaturkritiker und Journalist und moderierte darüber hinaus von 1998 bis 1999 eine eigene Sendung im norwegischen Fernsehen (NRK). Renberg hat in verschiedenen Genres veröffentlicht: Romane, Kinderbücher, Novellen, Theaterstücke und Filmdrehbücher.
- Jennifer Ryan
Montana Dreams - So ungezähmt wie das Land
(62)Aktuelle Rezension von: MuminluiseEine schöne Geschichte, die trotz der Spannung (diese zieht sich quasi durch den ganzen Roman) sehr liebevoll und romantisch geschrieben ist.
Ella ist, obwohl erst 25 Jahre ein bodenständiger sympatischer Charakter, mit dem man gleich empathisch ist. Gabe ist der geborene Cowboy mit allen guten Eigenschaften, so wird er Ella´s Anker. Für mich war dieses Buch sehr emotinal, stellenweise hatte ich Tränen in den Augen und war total gefesselt.
Für mich absolut empfehlenswert. - Erin Kelly
Vier.Zwei.Eins.
(196)Aktuelle Rezension von: mariposa27Das Buch braucht etwas, um wirklich beim Leser anzulaufen. Das liegt nicht zuletzt an der Erzählweise, denn "Vier.Zwei.Eins." wird aus zwei Sichten und zusätzlich noch auf zwei Zeitebenen erzählt. Zum einen ist da Lauras und zum anderen Kits Erzählsicht. Laura erzählt sowohl aus der Gegenwart als auch aus der Vergangenheit.
Sobald die Erzählstränge zusammen laufen, steigt auch die Spannung der Geschehnisse. Er geht um eine unaufgeklärte Vergewaltigung, um Misstrauen, neue Freundschaften, Angstzustände, Unsicherheiten und doch aber auch um eine ganz eigene Interpreation von Liebe und Zuneigung.
Es sind vier Menschen, deren Charakterzüge recht gut eingefangen wurden, die sich im Leben durchkämpfen und individuell ganz liebenswert sind. Hin und wieder fragt man sich als Leser warum bestimmte Taten nötig sind. Doch es entblättert sich nach und nach und zur Mitte des Buchs befindet man sich auf der Geraden und wird das Buch nicht mehr zur Seite legen können. Am Ende wird man sich mit dem Begriff "Egoismus" näher beschäftigen müssen. Eine in den kindlichen Tagen wichtige Eigenschaft und deren Auswirkungen, wenn man zu lange daran festhält...























