Bücher mit dem Tag "psyche"
211 Bücher
- Stefanie Stahl
Das Kind in dir muss Heimat finden
(278)Aktuelle Rezension von: julia-elysiaVor über einem Jahr habe ich das Buch "Jein! Bindungsängste erkennen und bewältigen" von Stephanie Stahl gelesen und fand es sehr, sehr gut und hilfreich. "Das Kind in dir muss Heimat finden" ist eines von ihren bekanntesten Büchern, weswegen ich es ebenfalls lesen wollte, allerdings konnte es mich überhaupt nicht überzeugen. Zwischenzeitlich lag es auch mehrere Monate unberührt herum, weil ich mich kaum dazu durchringen konnte, weiterzulesen, und jetzt, wo ich es weitergelesen habe, hatte ich ebenfalls starke Probleme, dranzubleiben.
Ich denke, dass das Buch kaum denjenigen hilft, die sich bereits viel mit mentaler Gesundheit und ihren Traumata auseinandergesetzt haben. Daher konnten mich auch die vielen Übungen nicht wirklich abholen.
Die Aufteilung zwischen dem Sonnen- und dem Schattenkind war mir auch irgendwie viel zu einfach gedacht. Meiner Meinung nach sind Menschen komplex und viele Eigenschaften und Erfahrungen verschwimmen ineinander und sind nicht klar zu trennen. In dem Buch wurde aber jegliches Verhalten entweder als Selbstschutz oder als Folge von irgendetwas bezeichnet, womit ich nicht ganz klar kam.
Ich denke, dass das Buch durchaus hilfreich sein kann, aber insbesondere für diejenigen, die sich nicht allzu viel mit sich selbst und ihrer Vergangenheit auseinandergesetzt haben. Daher gibt es 1,5 Sterne von mir.
- Hanya Yanagihara
Ein wenig Leben
(657)Aktuelle Rezension von: AnnaLovesBooksIch habe Ein wenig Leben gelesen und ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich darüber sprechen soll.
Mir wurde es empfohlen. Und ich weiß bis jetzt nicht, ob man das überhaupt darf. 😅 Dieses Buch ist so gut geschrieben. Und gleichzeitig so schlimm 🥺🫣
Es gibt einem so viel. Und nimmt einem mindestens genauso viel wieder.
Es lässt einen fühlen. Es lässt einen lieben. Es lässt einen an ganz vielen Stellen komplett zerbrechen.
Und dann gibt es diese kleinen Momente, in denen man kurz aufatmet oder sogar schmunzeln muss. Und genau das macht es so besonders. 😊
Im Mittelpunkt stehen vier Freunde, aber eigentlich geht es um Jude. Und Jude… tut einfach nur weh.
Schon früh merkt man, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Und trotzdem wächst er einem sofort ans Herz.
Der Schreibstil ist unglaublich nah. Teilweise so nah, dass man es kaum aushält weiterzulesen. Man fühlt jeden Gedanken, jede Angst, jeden Schmerz.
Es gibt so viele Szenen, die einfach nur grausam sind. Gewalt, Missbrauch, Selbsthass. Ich würde empfehlen, die Triggerwarnungen zu lesen.
Das sind Dinge, die man eigentlich nicht lesen will. Und trotzdem liest man weiter.
Weil da immer wieder diese kleinen Momente sind 🥰 Mit Willem. Mit Harold. Mit Andy.
Momente, die zeigen, dass da noch Leben ist. Ein wenig Leben!
Aber dieses Buch ist hart. Es ist gewaltsam. Es ist an vielen Stellen kaum auszuhalten.
Es triggert. Es geht unter die Haut. Und es bleibt da! Ich habe oft geweint 🥺Ich wusste eigentlich, wie es enden wird und wollte es nicht wahrhaben. Und trotzdem fühlt sich das Ende richtig an.
Dieses Buch ist kein „schönes“ Buch. Aber es ist ein unglaublich starkes.
Für mich war das kein Lesen. Es war ein Durchleben!
- Sebastian Fitzek
Das Paket
(2.835)Aktuelle Rezension von: EllenKnorrDas war mein erster Fitzek, der mir nicht ganz so gut gefallen hat. Die Handlung ist etwas verworren und die Hauptprotagonistin Emma ging mir mit ihrer Paranoia und den ständigen haltlosen Anschuldigungen irgendwann mächtig auf die Nerven. Der Plot (und der Mörder) waren wieder mal nicht voraussehbar, was ich gut fand. Das Ende war für mich ein einziges hin und her. Fazit: Nicht das beste Buch von Fitzek, aber ein solider Thriller.
- Sebastian Fitzek
Die Therapie
(3.977)Aktuelle Rezension von: Chiara_Maria_BeermannDas Buch war tatsächlich das erste Buch dass ich nach Jahren wieder gelesen habe. Ich kannte Fitzek vorher nicht und wusste daher auch nicht was mich erwartet. Seine Bücher schaffen es mich noch genau daran zu erinnern was da überhaupt passiert und wie meine Gefühle dazu waren. Ich habe mit dem Protagonisten mitgefiebert, hatte sogar zwischenzeitlich selber vor seiner Patientin Angst. Mein Blutdruck schoss mehrmals in die Höhe und immer wieder dachte ich mir "Das kann doch nicht sein".
Das muss man auf jeden Fall gelesen haben. Eines seiner besten Bücher mit seinen Typischen Plot Twists und verwirrung stiftenden Handlungen.
Alles Fehlerfrei, flüssig zu lesen und man hatte vor allem Spaß daran.
- Sebastian Fitzek
Flugangst 7A
(1.419)Aktuelle Rezension von: Simply_Another_BookaholicDer Psychiater Mats Krüger leidet unter extremer Flugangst. Trotzdem muss er von Buenos Aires nach Berlin fliegen, um seine hochschwangere Tochter Nele zu Unterstützen.
Noch bevor der Flug überhaupt richtig begonnen hat, erhält er eine grausame Nachricht: Nele wurde entführt. Um sie zu befreien muss er jedoch das in die Wege leiten, wovor er am meisten Panik hat.
Gefangen in einem Flugzeug über den Wolken beginnt für Mats ein psychologischer Albtraum. Er weiß nicht, wem er vertrauen kann, wer die Wahrheit sagt oder ob er selbst gerade manipuliert wird.
Typisch Fitzek: schnell, intensiv und voller Wendungen. "Flugangst 7A" lebt vor allem von seinem hohen Tempo und der beklemmenden Atmosphäre im Flugzeug. Man fühlt sich als Leser:in fast selbst eingeengt zwischen den Sitzen und dem steigenden Druck an Bord.
Die Geschichte ist ein echter Pageturner, auch wenn man bei einigen Entwicklungen bereit sein muss, nicht jede Logikfrage zu hinterfragen. Dafür bekommt man eine Achterbahnfahrt voller Überraschungen, Cliffhanger und Nervenkitzel.
Ein psychologischer Thriller mit enormem Tempo, engem Setting und vielen Twists, also perfekt für alle, die Spannung am Stück lesen wollen.
- Sebastian Fitzek
Die Einladung
(721)Aktuelle Rezension von: Chiara_Maria_BeermannDie Idee war gut nur die Umsetzung ist nicht so gut gelungen. Aber Fitzek hat es geschafft dass ich beim lesen mitgerätselt habe wer der Täter sein könnte. Es gab Spannung zum Ende hin, der Anfang war eher Träge. Bei den ganzen Namen bin ich irgendwann durcheinander gekommen da hätte ich mir gewünscht eventuell eine Seite mit einer Kurzvorstellung der Personen zu bekommen damit man nachschlagen kann wer diese Person nochmal war.
Das Ende war verzweifelnd weil man Typischerweise bei seinen Büchern immer mit etwas komplett anderem rechnet aber trotzdem hatte mich das Buch nicht total gecatched. Es war ein Katz und Maus Spiel.
Der Schreibstil war wie immer Herausragend und flüssig zu lesen. Da habe ich nie etwas dran auszusetzen.
- Paulo Coelho
Veronika beschließt zu sterben
(3.169)Aktuelle Rezension von: AnnaLovesBooksMögliche Mini-Spoiler enthalten!
Nach Der Alchimist wollte ich mehr von Paulo Coelho lesen. Als ich erfahren habe, dass er hier eigene Erfahrungen aus psychiatrischen Einrichtungen verarbeitet, musste ich das Buch einfach lesen.
Ich habe das Buch innerhalb kürzester Zeit gelesen und trotzdem immer wieder Pausen gebraucht. Nicht, weil es mir nicht gefallen hat. Eher weil es mich an manchen Stellen so direkt getroffen hat, dass ich erst einmal durchatmen musste. Schon früh hatte ich das Gefühl, dass es hier nicht ums Sterben geht. Für mich ging es die ganze Zeit um das Leben. Um die Frage, warum wir leben, wann wir aufgehört haben, auf uns selbst zu hören, und warum so viele Menschen irgendwann anfangen, nur noch zu funktionieren.
Besonders die Gedanken über die Gleichförmigkeit des Lebens haben mich beschäftigt. Arbeiten, Erwartungen erfüllen, vernünftig sein, weitermachen. Das Buch stellt immer wieder die Frage, ob das wirklich alles sein kann. Und genau diese Gedanken haben mich oft nicht losgelassen.
Was ich sehr mochte! Die Geschichte gehört nicht nur Veronika. Auch Eduard, Mari und Dr. Igor bekommen ihren Platz. Dadurch entsteht das Gefühl, dass jeder Mensch seine eigene Geschichte mit sich herumträgt. Seine eigenen Verletzungen, Ängste, Wünsche und verpassten Chancen.
Eduard ist mir besonders ans Herz gewachsen. Seine Geschichte hat mich von allen am meisten berührt. Vielleicht, weil ich vieles nachvollziehen konnte. Das Gefühl, sich selbst irgendwo auf dem Weg verloren zu haben. Gegen Ende tat es stellenweise richtig weh weiterzulesen, weil ich so sehr mit ihm mitgefühlt habe. Auch Mari ging mir unglaublich nahe. Vor allem ihr Brief an die Bruderschaft. Dieser Wunsch, endlich das eigene Leben zu leben und nicht nur das Leben, das andere für richtig halten, hat mich tief getroffen.
Überhaupt stecken in diesem Buch so viele Gedanken, die noch lange nachhallen. Die Frage nach Normalität. Die Idee, dass Bitterkeit entsteht, wenn Menschen gegen ihre eigene Natur leben. Der Mut, anders zu sein, obwohl man weiß, dass man dafür nicht immer verstanden wird. Dazu kommt die Musik, die sich durch die ganze Geschichte zieht. Veronikas Klavier war für mich wie ein Lichtblick zwischen all den schweren Gedanken. Etwas Tröstliches. Etwas Heilendes.
Je weiter ich gelesen habe, desto stärker hat mich das Buch mitgenommen. Die zweite Hälfte hat mich emotional deutlich mehr getroffen als der Anfang. Es gab Stellen, die wehgetan haben. Stellen, bei denen ich schlucken musste. Und gleichzeitig hatte ich immer wieder das Gefühl, dass zwischen all dem Schmerz auch etwas Hoffnungsvolles steckt.
Für mich ist dieses Buch eine Erinnerung daran, dass wir nur dieses eine Leben haben. Dass wir nicht darauf warten sollten, irgendwann anzufangen zu leben. Und dass es Mut braucht, den eigenen Weg zu gehen, wenn er nicht dem entspricht, was andere von uns erwarten.
Veronika beschließt zu sterben war für mich kein Wohlfühlbuch. Es war schwer, manchmal unbequem und an einigen Stellen sogar schmerzhaft. Aber genau deshalb wird es mir so lange im Gedächtnis bleiben. Es hat mich getroffen. Es hat mich aufgewühlt. Und irgendwie hat es am Ende auch ein kleines Stück geheilt.
- Freida McFadden
Wenn sie wüsste
(1.204)Aktuelle Rezension von: Monkey_Meine Bewertung:
Idee & Plot: ⭐⭐☆☆☆ (Gute Prämisse, aber völlig stumpf konstruiert)
Spannung & Pacing: ⭐⭐☆☆☆ (Man liest es schnell, aber die "Spannung" ist eher Fassungslosigkeit)
Charaktere & Tiefe: ⭐☆☆☆☆ (Einseitig, dumm und erzähltechnisch unlogisch)
Schreibstil & Atmosphäre: ⭐⭐☆☆☆ (Flüssig zu lesen, aber extrem einfältig geschrieben)
Auflösung & Ende: ⭐☆☆☆☆ (Absolut lächerlich und an den Haaren herbeigezogen)
Gesamtnote: ⭐1,5 von 5 Sternen
Ich bin ehrlich gesagt fassungslos, wie dieses Buch so extrem gehyped werden kann. Ich hatte mich auf einen richtig guten, packenden Psychothriller mit einer starken Story gefreut. Was ich bekommen habe, ist ein handwerklich schwaches Buch, das vor Logikfehlern nur so strotzt und mich beim Lesen einfach zutiefst unzufrieden zurückgelassen hat.
Ein massiver handwerklicher Fehler liegt in der Erzählperspektive. Ohne zu viel zu verraten: Das Buch arbeitet mit einem Wechsel der Sichtweisen. Wenn ich als Leser aber im ersten Teil die intimsten Gedanken einer Figur ungefiltert miterlebe, müssen spätere Entwicklungen und Enthüllungen einfach dazu passen. Hier tun sie das überhaupt nicht. Das ist nicht clever oder „unzuverlässig“ erzählt, sondern schlichtweg unlogisch konstruiert, um einen künstlichen Schockeffekt zu erzeugen.
Dazu kommen eklatante Logikfehler im Bereich Anatomie und Physik. Es werden körperliche Schäden und Auswirkungen von Verletzungen beschrieben, die biologisch absoluter Quatsch sind. Wenn man bedenkt, dass die Autorin im echten Leben Ärztin ist, ist das doppelt peinlich. Sagen wir es mal so: Als Patientin würde ich nach diesem Buch definitiv nicht zu ihr in die Praxis gehen.
Die Charaktere sind durch die Bank weg einseitig, klischeehaft und verhalten sich oft unfassbar dumm. Es wird versucht, einen Plottwist an den nächsten zu reihen, aber das meiste davon ist total vorhersehbar. Es gibt überhaupt keinen echten Tiefgang. Das Finale setzt dem Ganzen dann die Krone der Lächerlichkeit auf: Die Auflösung ist so absurd an den Haaren herbeigezogen, dass man nur noch den Kopf schütteln kann.
Ja, das Buch schreibt sich flüssig und man kann es schnell wegatmen. Aber nicht, weil es so genial oder fordernd ist, sondern weil es absolut einfach und simpel gestrickt ist. Man braucht keinerlei intellektuellen Anspruch zu erwarten. Die einzige "Spannung", die ich beim Lesen gespürt habe, war die Frage: „Kommt jetzt echt der nächste plumpe Twist, den ich ohnehin schon vermute?“ Und ja, er kam. Jedes einzelne Mal.
Ich habe die letzten Seiten nur noch aus purem Prinzip zu Ende gelesen. Wer einen intelligenten, logischen Thriller sucht, sollte um diesen Hype-Zug einen riesigen Bogen machen.
- Jennifer Niven
All the Bright Places
(770)Aktuelle Rezension von: MoidlvomberchIch fand das Cover sehr interessant gestaltet und der Klappentext machten mich neugierig auf den Inhalt des Buches.
Nun ich wurde absolut nicht enttäuscht, die Geschichte fängt schon sehr gut an und so wurde ich immer weiter in den Bann gezogen,
zwischen all der Dramatik musste ich immer mal wieder schmunzeln, das Buch was für mich hoch emotional und ich habe mitgefiebert.
Ein Buch dass ich dank des sehr guten Schreib- und erzählstils nicht mehr so einfach aus der Hand gelegt habe, ich habe das Buch zimmerhalb weniger Stunden komplett ausgelesen, fand ich aber auch das Thema sehr interessant.
Ein tolles Buch das bei mir immer noch nachhallt und mir noch lange im Kopf bleibt!
ganz klare Leseempfehlung!!
- Romy Hausmann
Liebes Kind
(1.132)Aktuelle Rezension von: Nicole_Neubert„Liebes Kind“ ist ein Psychothriller, der von der ersten Seite an fesselt. Romy Hausmann schafft eine beklemmende Atmosphäre und erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven, wodurch die Spannung bis zum Schluss erhalten bleibt. Mit jeder neuen Enthüllung entstehen weitere Fragen, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.
Besonders beeindruckend sind die glaubwürdig gezeichneten Figuren und die emotionale Tiefe der Geschichte. Der flüssige Schreibstil macht das Lesen leicht, obwohl das Thema teilweise sehr belastend und düster ist. Die unerwarteten Wendungen sorgen dafür, dass die Handlung nie vorhersehbar wirkt.
Wer psychologische Thriller mit viel Spannung, überraschenden Entwicklungen und einer intensiven Atmosphäre mag, sollte „Liebes Kind“ unbedingt lesen. Für mich ist dieses Buch ein echtes Highlight und verdient 5 von 5 Sternen.
- Stephen King
In einer kleinen Stadt (Needful Things)
(642)Aktuelle Rezension von: LuliaIn der Kleinstadt Castle Rock eröffnet der charmante und mysteriöse Leland Gaunt einen Antiquitätenladen namens „Needful Things“ in dem jeder sein Lieblingsstück zu einem niedrigen Preis inklusive kleinen Streich erstehen kann, wodurch sich Castle Rock langsam in ein Pulverfass verwandelt, was nur noch von Sheriff Alan Pangborn aufgehalten werden kann. Die sehr stille Handlung weist vor allem in ersten Viertel einige Längen auf, die zäh wirken und das Erzähltempo stark abbremsen.
Bei den Protagonisten steht sowohl der manipulative Gaunt als auch der vom Leben gezeichnete Alan im Zentrum der Handlung, die sehr gegensätzlich dargestellt werden, was zu einer interessanten Handlungsdynamik führt. Nebenprotagonisten sind zahlreich vorhanden und tragen gekonnt zum Facettenreichtum der Handlung bei.
Wer stille Gruselgeschichten mit psychologischer Tiefe und markanten Charakteren mag, wird hier fündig.
Der Schreibstil ist bildhaft, detailreich und von einem feinen Humor durchzogen.
Einziger Minuspunkt: Die zähen Passagen, vor allem im ersten Viertel, mindern den Lesespaß ein wenig.
Insgesamt kann ich das Buch empfehlen. - Walter Moers
Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr
(331)Aktuelle Rezension von: shrimpdumplingIch glaube, ich habe mit Walter Moers einen neuen Lieblingsautor gefunden. Ich wollte endlich mal etwas von ihm lesen und habe mir Prinzessin Insomnia trotz eher gemischter Bewertungen gekauft; Vor allem wegen der wunderschönen Illustrationen, die mich sofort angesprochen haben.
Während des Lesens habe ich mich oft gefragt, wie man so kreativ sein kann und auf solche Ideen kommt. Die Welt und die Darstellung wirken unglaublich fantasievoll und einzigartig.
Besonders schön fand ich auch die Hintergrundgeschichte, wie dieses Werk entstanden ist. Das hat dem Buch noch einmal eine ganz andere Tiefe gegeben.
Insgesamt bin ich wirklich froh, dem Buch eine Chance gegeben zu haben. Für mich ist es ein wunderschönes und besonderes Werk, das vor allem durch seine Atmosphäre und die Illustrationen überzeugt.
- Anya Omah
Regenglanz
(714)Aktuelle Rezension von: Vivien_tsSimon möchte das Tattoo, das er sich für seine Exfreundin gestochen hat, überdecken und geht dann in das Tattoostudio, in dem Alissa, die ihm direkt auffällt.
Ich bin eigentlich kein großer Fan von Tattoos und hatte deswegen auch nicht allzu große Erwartungen an dieses Buch. Außerdem habe ich oft Angst, dass Romane mit mehr als 400 Seiten langweilig sein könnten, weil sie sich zu sehr ziehen, doch dieses Buch hat mich in dieser Hinsicht positiv überrascht.
Der Schreibstil war gut und es gab viele Chatverläufe, was ich ja liebe.
Zur Handlung kann ich sagen, dass ich mit den Wendungen echt gar nicht gerechnet hätte, was das Leseerlebnis natürlich nochmal viel besser gemacht hat. Deswegen haben sich die 500 Seiten auch gar nicht zu lang angefühlt, sondern waren für diesen Inhalt perfekt.
In diesem Buch geht es um so viel mehr als nur Tattoos. Im Vordergrund steht die absolut gesunde Beziehung zwischen Alissa und Simon. Ich war nur an einer kleinen Stelle mal kurz genervt von deren Verhalten, aber ansonsten empfand ich es als sehr positiv, dass die beiden eine so offene Kommunikation miteinander geführt haben ohne Geheimnisse und ohne miscommunication tropes wie man sie oft in anderen Büchern findet.
Das Buch ist auf jeden Fall eine Empfehlung von mir und zeigt mal wieder, dass sich Vorurteile oft nicht als wahr herausstellen. - Stefan Zweig
Schachnovelle
(1.512)Aktuelle Rezension von: AirdemDie „Schachnovelle“ ist ein Werk, an das man aufgrund seines Rufes mit einer enormen Erwartungshaltung herangeht. Stefan Zweig schreibt handwerklich natürlich auf einem extrem hohen Niveau; die Sprache ist präzise, elegant und schafft es, die beklemmende Atmosphäre der Isolation und den darauffolgenden geistigen Verfall greifbar zu machen.
Dennoch muss ich sagen: Das Buch war für mich eher „nett“ als ein absolutes Highlight. Die psychologische Tiefe des Protagonisten und sein Kampf gegen die „Schachvergiftung“ sind zwar faszinierend, aber die Geschichte blieb für mich hinter den hohen Erwartungen zurück. Es fehlte mir der letzte Funke, der die Erzählung von einer soliden Novelle zu einem packenden Erlebnis gemacht hätte. Vielleicht liegt es an der Kürze des Textes, dass manche Entwicklungen für mich zu schnell abgehandelt wirkten.
Insgesamt ein lesenswerter Klassiker, der handwerklich überzeugt, mich emotional aber nicht so tief greifen konnte, wie ich es erhofft hatte.
- Lars Kepler
Der Hypnotiseur
(493)Aktuelle Rezension von: zickzackEin Mann wird bei einem Fußballplatz ermordet aufgefunden. Als man die Familie informieren möchte, findet man auch diese ermordet auf. Anscheinend wollte der Täter die gesamte Familie auslöschen. Nur der Sohn überlebt mit schweren Verletzungen. Landeskripokommissar Jonna Linna erfährt, dass es noch eine ältere Schwester gibt, aber niemand weiß, wo diese sich befindet. Um diese vor den Täter zu schützen, muss er mit dem Jungen Josef reden. Um diesen nicht weiter zu traumatisieren, setzt er sich mit Erik Maria Bark in Verbindung, der früher als Hypnotiseur gearbeitet hat. Allerdings hatte er versprochen, dass er keine Hypnosen mehr durchführt. Doch Joona überzeugt Erik, dass eine Hypnose hier unbedingt nötig ist.
Ich hätte am Anfang nicht gedacht, dass das Buch so gut wird. Nach ca. 100 Seiten habe ich gedacht, dass der Fall ja geklärt ist. Aber durch die Hypnose wurde noch etwas anderes in Gang gesetzt und das Buch hat plötzlich eine Wendung genommen, mit der ich gar nicht gerechnet habe.
Nach den 100 Seiten hat es auch etwas gedauert, bis ich den Sinn hinter der Länge des Buches verstanden habe. Ein Krimi mit über 600 Seiten ist eine Ansage und diesen muss man auch mit Inhalt füllen. Ich denke, dass man diesen durchaus etwas kürzen können, besonders am Anfang. Aber als es dann zur Sprache von Eriks Vergangenheit ging und geklärt wurde, warum er nicht mehr hypnotisierte, wurde es richtig spannend. Da gab es auch einen Bruch bei der Erzählung. Vorher gab es den wechselnden personellen Erzähler. Man hat zwischen den Sichten von Erik, seiner Frau und Joona gewechselt. Als Eriks Vergangenheit erzählt wurde, bekam man die Ich-Perspektive. Ich fand diese zu dem Zeitpunkt auch passend, weil es eben seine persönliche Sicht der Dinge war. Diesen Teil, der auch recht lang war, fand ich auch am spannendsten, weil es da um die Hypnose selbst ging und was Erik mit dieser Methode der Therapie erforscht hat.
Der Schluss war dann besonders spannungsgeladen und dramatisch. Davor gab es falsche Spuren und ein paar Strohmänner wurden aufgebaut. Mir kam irgendwann ein Gedanke, was dahinterstecken könnte und dieser hat sich auch am Ende bestätigt. Dennoch war die Auflösung komplexer, als ich es gedacht habe. Das Buch hat mich bei der Stange gehalten und gut unterhalten. Ich wollte ab einem gewissen Punkt dieses nicht mehr aus der Hand legen und war voll im Geschehen.
Noch zwei sonstige Anmerkungen zum Buch:
Offensichtlich fand ich das Buch gutgeschrieben. Man war nah an den Figuren dran und konnte ihre Handlungen nachvollziehen. Ich fand es nur etwas witzig, dass das Autorenpaar (der Autorenname ist ein Pseudonym für ein Autorenpaar) ein Lieblingswort hatte: gestresst. Ständig hat jemand gestresst ausgesehen, einen gestressten Blick zugeworfen oder zeigte in seinen Handlungen, dass er gestresst war. Das Wort bzw. der Ausdruck wurde schon etwas inflationär verwendet. Zudem wurde es meist nicht gesagt (Show don’t tell wurde hier nur selten eingehalten), sondern es ständig als Tatsache hingestellt.
Bei den Ermittlungen waren die Betroffenen, also das Ehepaar Bark, mehr in den Ermittlungen involviert, als Joona Linna selbst. Er hatte für mich, als Ermittler des Buches, etwas zu wenig Screentime, obwohl ich auch sagen muss, dass ich die Sichten der anderen Figuren auch interessanter als seine fand. Über ihn hat man recht wenig erfahren, außer dass er eine Freundin namens Disa hat und anscheinend immer Recht hat. Und wenn man ihn nicht glaubt, sich aber am Ende herausstellt, dass er richtig gehandelt hat, reibt er es gern den Leuten mit „Ich hatte Recht“ unter die Nase. Zudem scheinen seine blonden Haare immer verstrubbelt zu sein. Aber ansonsten weiß man recht wenig über ihn, außer dass er nicht ein ganz grimmiger Ermittler ist, aber der weiß, wie man sich durchsetzt und wohl gern auch etwas allein arbeitet.
Fazit: Mir hat der Schwedenkrimi sehr gut gefallen. Man sagt diesen ja nach, dass diese düster und teilweise langatmig sind. Ja, am Anfang war er beides bzw. war mir zunächst überhaupt nicht klar, wie man die vielen Seiten füllen möchte. Aber da steckte sehr viel Inhalt drin und vielleicht war die ein oder andere Fährte unnötig, aber langweilig war es nicht. Ich habe mich auch an der einen Stelle gefragt, warum Erik nicht selbst auf die Erkenntnis kommt, aber vielleicht kann man das auch nicht so sagen. Wenn man in der Situation ist, kann man das nicht so neutral und nüchtern betrachten, weil ja doch viele Emotionen mitgeschwungen sind. Joona Linna wurden ja nicht alle Details erzählt, ansonsten hätte er vielleicht eher darauf kommen können. Was man zum Ermittler zumindest sagen kann, dass er sehr pfiffig wirkt (und chronisch überarbeitet, aber das ist ja meistens bei Krimis/Thrillern so). 4,5 Sterne.
- Katie Kento
Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht.
(324)Aktuelle Rezension von: Amelie_EngelSpoilerfreie Meinung💕
Das Buch lädt zum Miträseln ein. Außerdem werden wichtige Themen angesprochen. Trotzdem gab es für mich langatmige Passagen, die nicht zum Handlungsaufbau beitrugen. Auch die Protagonistin war mir nicht sehr sympathisch. Deshalb blieb für mich eine emotionale Distanz bestehen. Mit anfangs verwirrenden Namen kam ich aber dann doch gut ins Buch rein und kannte mich im Hotel Ambrosia aus. Insgesamt war es für mich eine interessante Geschichte, die mich aber emotional nicht erreichen konnte.
Achtung, ab hier folgen Spoiler❗
Setting ⭐⭐⭐⭐
Das Setting trägt auf jeden Fall zur Krimistimmung bei. Es gibt nicht viele Settingswechsel. Nur das Hotel und Robyns Wohnung. Dadurch kennt man sich aber in beiden Gebäuden gut aus und hat einen guten Überblick.
Charaktere ⭐⭐⭐
- Robyn
Sie stalkt / "untersucht" schon sehr viel. Bei ihrem Alltag ist das natürlich verständlich, dass sie eine intensive Aufgabe braucht. Trotzdem war es mir suspekt, z.B. auch als sie von AJ einfach Fotos macht und verschickt.
Mir war zu Beginn sehr unangenehm, dass Robyn Ivy zugesagt hat, ins Hotel zu gehen. Ich verstehe, dass sie nicht die Wahrheit sagen wollte. Aber hätte es nicht eine bessere Ausrede statt einer Zusage gegeben?
Und nun zu einem kontroversen Thema: Einmal schreibt ihr Liza, dass ihre Eltern sich gestritten haben und dass sie morgen von Robyn Ablenkung braucht. Robyn verspricht es sich selbst, ihr morgen zu schreiben, vergisst es aber dann dennoch. Liza schreibt sie daraufhin wieder an und macht sogar Alternativvorschläge. Robyn antwortet nicht. Liza schreibt erneut. Robyn sagt sich : "Nicht jetzt, dachte sie und wischte die Push Benachrichtigung weg."
Ich fand ihren Umgang mit ihren vermeintlichen Freunden nicht gut. Freundschaft basiert auf Austausch. Damit meine ich nicht, dass man nicht auch mal eine Zeit warten kann, bis eine Antwort kommt. Aber dass man füreinander da ist. Gleichzeitig beschäftigt sie sich enorm viel mit den Ermittlungen. Aus meiner jetzigen Perspektive wirkt es so, als wären die Ermittlungen für sie wichtiger als ihre Freunde (auch wenn das am Ende alles hinfällig ist.)
Auch ihren Umgang mit AJ fand ich teils respektlos:
Schwebte A.J. in Gefahr? Wenn ihm etwas zustieß, war Robyn mit ihren Ermittlungen wieder komplett auf sich gestellt und konnte ihm nicht einmal helfen!
Es wirkt für mich so, als würde für sie die Ermittlungen das allerwichtigste sein. Über ihn macht sie sich kaum Gedanken, was das in ihm auslöst und dass er einfach in Gefahr ist. Auch als er die Situation dann überstanden hat, beharrt sie auf einen schriftlichen Bericht mit allen Infos. Von ihrer Psychologin kennt sie es vielleicht nicht anders. Aber er lässt sich schon darauf ein, überlebt und sie erwartet trotzdem soviel von ihm. Ich verstehe, dass diese Ermittlungen ihr Weg zu ihrem Traum sind. Aber sympathisch macht es sie nicht. Oder auch, als er ein Spaß an den Ermittlungen findet und sie dann fragt, ob das ein schwaches Indizio ist. Darauf denkt sie: "Seit wann sind das hier seine Ermittlungen?" Auf mich wirkt es so, als wolle sie unbedingt die Oberhand behalten. Ein bisschen Dankbarkeit oder Wohlwollen wäre vielleicht nicht schlecht gewesen. Für mich gibt es hier noch einige andere Beispiele, z.B. als AJ sich aufregt, dass Robyn nicht auf sein Zimmer aufpasste. Für Robyn ist das wieder unverständlich: "So? Jetzt ist er also derjenige, der hier Jobs verteilt?" Sie setzt ihn jedes Mal so großer Gefahr aus und beschwert sich auch noch darüber, auch als er Lilly begegnet. Sich sehr erschreckt und Robyn danach ihm vorwirft, er hätte länger mit ihr reden sollen. Eieiei.
Da man soviel Zeit mir ihr im Verlauf verbringt, gewöhnte ich mich an sie. Sympathisch wurde sie mir nicht, aber aufgrund ihrer Geschichte konnte ich sie verstehen lernen.
- A.J
AJ bricht bei Robyn ein und daraufhin erpresst sie ihn. Für sie ist es die optimale Lösung und für ihn ein Dach über dem Kopf. Eine Win-Win Situation. Trotzdem fand ich es komisch, dass er all ihre Ermittlungen einfach und unkompliziert mitmacht. Er hätte sich auch einfach nicht mehr melden müssen. Robyn hat fast keine Informationen über ihn. Anders als er, denn Robyn vertraut ihm "gefühlt" alles gleich an. Eigentlich war Robyn doch sehr vorsichtig, mit wem sie etwas teilt. Zwischenzeitlich dachte ich, er wäre der Täter.
Die Beziehungsentwicklung zwischen ihm und Robyn war für mich auch viel zu schnell und ohne Basis. Ich konnte nicht ganz nachempfinden, was beide aneinander gut finden. Aber trotzdem war ich froh, dass sie sich gefunden haben.
- Nelly
Nelly tritt zunächst als kontrollierende Großtante auf. Sie war mir relativ schnell suspekt. Aber ich dachte eher, dass sie in einem Netz von Kriminellen ihre Taten vollzieht. Die eigentliche Lösung war für mich dann doch überraschend. Trotzdem blieb sie für mich blass, da ich ihre Vergangenheit kaum kannte. Dadurch prasselte am Ende alles auf mich ein.
- Ivy
Ivy wirkt sympathisch und ich fand es sehr schade, dass Robyn ihr nicht ihre Bedenken schrieb. Aber vielleicht war die Sorge zu groß, dass auch Ivy nicht echt sein könnte. Robyn hat Ivy angelogen. Sie war nie im Hotel. Warum wurde Robyn darauf nicht angesprochen? Falls es "off-script" passierte, wie hat Ivy reagiert?
- Psychologin
Sie hat mich ein bisschen aufgeregt, auch weil sie am Ende nicht mehr benannt wurde. Aber ihre Vorgehensweise, Robyn teilweise unter Druck zu setzen (das Tagebuch zu füllen), bewertende Aussagen über ihr Sozialverhalten , sie nach Chats zu fragen & einfach aufzulegen, ohne sicherzustellen, dass es der Patientin gut geht, ist keine professionelle Therapeutenstrategie. Man würde den Zweck erklären, aber immer die Ressourcen beachten. Am Ende habe ich gehofft, dass sie von Nelly engagiert wurde, aber das wurde nicht mehr thematisiert.
- Hotelbewohner
Unter ihnen gab es einige, die ich sympathisch fand, wie Lilly oder Maddie. Während Lilly am Ende einen großen Teil einnimmt, erfahren wir zu Beginn sehr wenig über sie. Dadurch kam bei mir am Ende keine emotionale Reaktion auf. Bei Maddie frage ich mich, warum sie ausgerechnet in diesem Hotel wohnt. Aber auch über all die anderen weiß ich wenige Fakten, aber nie die ganze Geschichte. Schade fand ich, dass am Ende sie alle nicht mehr thematisiert wurden. Gab es da Verbindungen zu Nelly? Wussten sie davon?
Handlung ⭐⭐⭐,5
Zwischenzeitlich war es immer dieselbe Struktur: 1. Robyn hat einen Einfall, 2. AJ führt diesen aus / sucht etwas 3. AJ wird fast umgebracht. Geprägt von eingeschobenen Träumen. Diese Träume, fand ich sehr verwirrend zu lesen. Sie bringen die Handlung nicht voran und wirken wie Lückenfüller.
Allgemein wurde der True-Crime-Fall ruhig und analytisch angegangen. Ich fand aber sehr gut, dass benannt wurde, dass jedes Opfer von Verbrechen anders damit umgeht. Ich konnte der Handlung gut folgen und hatte Spaß dabei herauszufinden, wer denn nun schuldig ist.
Bei mir kam nach Beenden des Buches die Frage auf, ob ME/CFS hier verantwortungsvoll dargestellt wurde. Medizinisch wurde auf jeden Fall Aufklärung geleistet. Es wird auch erwähnt, dass Täter wie Nelly meist schwer zu diagnostizierende Krankheitsbilder vortäuschen. Trotzdem geht das auf das Stereotyp, dass die Erkrankung "leicht zu faken" ist, zurück. Das könnte für noch mehr Stigmatisierung sorgen. Ich bin im Zwiespalt.
Schreibstil-Gefühl ⭐⭐⭐
Zu Beginn war es mit den Namen verwirrend und ich kam durcheinander.. Ich bin eigentlich keine Krimileserin. Deshalb gab es hier auch Stellen, die mich gegruselt haben. Aber mehr Emotionen konnten bei mir nicht ausgelöst werden, weder Trauer, auch kein "Aww".
Ich finde den Stil des Buches toll. True Crime in Buchform. Aber mir fehlt die vollständige Aufklärung dann doch,
Unterhaltung ⭐⭐⭐
Teilweise hat sich das Buch für mich gezogen. Das machte es für mich ein bisschen schwieriger, weiterzulesen. Trotzdem wollte ich wissen, wer nun der Mörder ist.
- Stephen King
Das Mädchen
(1.348)Aktuelle Rezension von: JapanophilieEin junges Mädchen gerät bei einem Ausflug in die Wildnis plötzlich in eine ausweglose Situation und muss sich ganz allein durch eine fremde, bedrohliche Umgebung kämpfen. Mit wachsender Erschöpfung und Angst verschwimmen für sie Realität und Einbildung immer mehr. Während sie ums Überleben kämpft, klammert sie sich an ihre inneren Kräfte – und an die Hoffnung, nicht völlig allein zu sein. Stephen King erzählt eine packende, psychologisch dichte Geschichte über Mut, Angst und … Baseball.
Ich lese die Bücher von Stephen King schon seit meinem zehnten Lebensjahr und liebe seine Werke wie „The Stand – Das letzte Gefecht“, „Es“ und „Der dunkle Turm“. In den letzten Jahren habe ich kaum noch etwas von ihm gelesen, doch als mir „Das Mädchen“ in die Hände fiel, habe ich direkt mit dem Lesen begonnen.
„Das Mädchen“ ist an sich kein schlechtes Buch, allerdings ist der Horroranteil für meinen Geschmack zu gering. Während Trisha sich durch den Wald kämpft, unzählige Insektenstiche erträgt (dabei wäre ich vermutlich schon längst ausgestiegen, da ich sehr stark darauf reagiere), die Nächte mutterseelenallein verbringt und nach Nahrung suchen muss, wird diese spannende und dramatische Erzählung immer wieder durch Baseballpassagen unterbrochen.
Tatsächlich ist der Sport ein wesentlicher Bestandteil der Geschichte, da Trishas fiktiver Beschützer ein Baseballspieler ist und sie diese Vorstellung braucht, um die Tage zu überstehen. Ich persönlich kann jedoch wenig mit dieser Sportart anfangen und bin generell kein großer Sportfan, weshalb mich solche Elemente – vor allem, wenn sie zentral für die Handlung sind – eher stören.
Daher würde ich diesen Roman nur Leserinnen und Lesern empfehlen, die sich für das Thema Baseball interessieren und auf die typischen Horrorelemente von Stephen King verzichten können.
Am liebsten hätte ich 2,5 Sterne vergeben.
- Sally Rooney
Normale Menschen
(281)Aktuelle Rezension von: LeseschneckeConnell und Marianne wachsen in derselben Kleinstadt auf. Connell ist in der Schule sehr beliebt und Marianne hingegen ein Außenseiter. Marianne kommt aus sehr gehobenen Verhältnissen und Connell hingegen aus sehr armen Verhältnissen. Connells Mutter arbeitet bei Mariannes Eltern als Haushaltshilfe. Connell holt sie öfters von dort ab und lernt Marianne dadurch kennen, denn in der Schule gehen sie sich aus dem Weg. es entsteht eine Liebesbeziehung, die aber geheim bleiben muss, da Connel Angst vor den Reaktionen in der Schule hat. Diese Liebesbeziehung ist eine On/ Off Beziehung und zieht sich auch durch die College Zeit.
Ich konnte leider beide nicht ganz verstehen. Sie reden nicht offen miteinander und verletzen sich gegenseitig immer wieder. Es war zwar interessant zu lesen und beide zu begleiten, aber es gab immer wieder Situationen, wo ich mit dem Kopf geschüttelt habe. Marianne lässt einiges mit sich machen, da sie kein Selbstwertgefühl hat.
Ich fand, dass gerade das Gefälle zwischen den sozialen Hintergründen der Beiden, noch besser hervorgehoben hätte werden können.
Der Schreibstil war flüssig. Es wurde abwechselt aus Mariannes und Connels Sicht erzählt. Man hat gut ein Einblick in die Gedanken und Gefühle der Beiden bekommen.
Ganz überzeugt hat mich die Geschichte aber nicht.
- Lena Kupke
Pause
(190)Aktuelle Rezension von: BellchenIch habe das Buch schon vor ein paar Tagen beendet, aber mir fällt es leider nicht so leicht, das Buch zu bewerten.
Die erste Hälfte hat mir wirklich gut gefallen. Ich schaue öfters „falsch, aber lustig“ und kenne die Autorin daher aus diesem Format. Die Geschichte trägt auf jeden Fall ihre Handschrift und wird mit derselben Beobachtungsgabe und feinfühligem Witz erzählt.
Hanna erleidet einen Zusammenbruch und zieht ungewollt bei ihren eigenen Eltern ein. Dabei fällt auf, dass jeder Charakter ungewollt wieder in seine eigene Familienrolle hineinschlüpft. Dadurch kommt es natürlich immer wieder zu Konflikten und kleinen Streitereien. Die Autorin stellt dabei sehr menschlich und ehrlich da, wie verschiedene Menschen mit Konfliktsituationen umgehen.
Hanna zieht dabei leider immer den kürzeren. Sie schafft es einfach nicht, ihre eigenen Bedürfnisse und Gefühle zu kommunizieren. Sie möchte gerne gesehen werden, versteckt sich aber immer wieder vor echter Nähe und möchte nicht zur Last fallen.
Ab der zweiten Hälfte des Buches hat mich die Geschichte dann leider ein bisschen verloren. Hanna entwickelt sich nicht wirklich weiter, Konflikte bleiben weiterhin unausgesprochen und ihre Freundschaften treten auch auf der Stelle. Die Autorin hat für Hanna ein passendes Ende gefunden, aber für mich ist es leider nicht stimmig. Mir fehlte es einfach, die Entwicklung von Hanna zu sehen, um das Gefühl zu haben, dass das Buch zu Ende sein kann.
Das Buch ist eine schöne Sommerlektüre für Zwischendurch mit sehr feinfühligen und ehrlichen zwischenmenschlichen Konflikten, aber mir fehlt der rote Faden, der nicht zu Ende gesponnen wurde.
- Jussi Adler-Olsen
Selfies
(403)Aktuelle Rezension von: Daniela_Beilner"Selfies" ist der 7. Teil der Reihe rund um das Sonderdezernat Q - dieses Mal erfahren wir endlich mehr über den Hintergrund zu Rose - dazu warum sie ist wie sie ist und was sie alles erlebt hat und erdulden musste und warum sie immer wieder wie eine durchgeknallte wandelnde Zeitbombe wirkt. Nach diesem Buch habe ich Verständnis für Rose, ich hatte Mitleid mit ihr, war wütend und geschockt und jetzt hoffe ich für sie dass alles wieder gut wird - soweit das überhaupt möglich ist ... aber das erfahren wir wohl erst im nächsten Teil
Der Fall um den es in diesem Buch geht ist wie gewohnt verzwickt und es gibt mehrere Handlungsstränge die am Ende zusammenfinden und ein großes Gesamtbild ergeben. Normalerweise beginnt das Sonderdezernat Q in einem Cold Case zu ermitteln und dann ergibt sich die Verknüpfung zu einem aktuellen Fall - dieses Mal ist es umgekehrt ... durch einen aktuellen Fall ergibt sich eine vage Verbindung zu einem Cold Case und Carl, Assad und co beginnen zu ermitteln
Parallel dazu erschüttern mehrere Fälle von Unfällen mit Fahrerflucht Kopenhagen und als Leser bekommt man hier die Sicht aus Tätersicht zu lesen
Das Ende was die Fälle angeht fand ich sehr gelungen und ich musste sogar schmunzeln - wie sagt man so schön "Karma schlägt zurück"
was Rose angeht ist das Ende relativ offen und ich hoffe sehr dass man im nächsten Teil noch einiges erfährt - und wenn es vielleicht nur in Form von einem "Rückblick" ist
- Han Kang
Die Vegetarierin
(645)Aktuelle Rezension von: Frau_Stern_liestZusammenfassung:
Aufgrund dunkler Träume beschließt Yong-Hye, keine tierischen Produkte mehr zu essen. Auf Verständnis stößt sie damit in ihrer Familie jedoch nicht. Dabei geht es in diesem Roman weniger um Veganismus. Es geht um den Ausbruch aus gesellschaftlichen Erwartungen.
Persönliche Meinung:
Bis 2008 gab es in Südkorea noch das streng patriarchalische Hoju-System, welches Frauen in ihren Rechten drastisch einschränkte. Wem die Übergriffigkeit der Männer in diesem Buch absurd und überzeichnet vorkommen, mag also irren.
Yong-Hye hat jahrelang funktioniert. Gehorsam und freundlich hat sie ihren Mann umsorgt. Dem gefällt das nicht, dass von einem Tag auf den anderen kein Fleisch mehr auf dem Tisch steht. Er wendet sich an seine Schwiegereltern. Bei einem Aufeinandertreffen eskaliert die Situation und es folgen Übergriffigkeiten, die kaum auszuhalten sind.
Das Buch ist in drei Abschnitte geteilt. Teil 1 aus der Perspektive des Ehemannes, Teil 2 aus Sicht des lüsternden Schwagers und Teil 3 aus Sicht der Schwester. Yong-Hyes Gedanken können wir nur aus ihren Träumen (die in Kursivschrift zu lesen sind) und der Beobachtung anderer erahnen.
Han Kang hat einen sozialkritischen Roman geschaffen, der sich stilistisch von anderen abhebt und verstört zurück lässt.
Es tat mir in der Seele weh, der zerbrechlichen Yong-Hye dabei zuzusehen, wie sich verschiedene Männer an ihr bedienen. Emotional, körperlich, sexuell.
Die Mischung aus Zartheit und Brutalität macht dieses Buch aber zu etwas ganz besonderem, welches allerdings nicht für jeden geeignet ist.
- Peter Attia
OUTLIVE
(74)Aktuelle Rezension von: Das_LesedingInhalt:
Das Buch beschäftigt sich intensiv mit der Frage, wie wir nicht nur länger, sondern vor allem gesünder leben können. Im Zentrum steht die Kritik an der heutigen Medizin, die Attia als „Medizin 2.0“ bezeichnet: ein System, das Krankheiten meist erst behandelt, wenn sie bereits ausgebrochen sind. Dem stellt er sein Konzept der „Medizin 3.0“ gegenüber, die präventiv ausgerichtet ist und Krankheiten möglichst schon vor ihrer Entstehung verhindern soll.
Ein großer Teil des Buches widmet sich der Entstehung typischer altersbedingter Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden, Krebs oder Stoffwechselstörungen. Attia beschreibt detailliert, welche Faktoren diese begünstigen, und leitet daraus Strategien ab, um Risiken zu minimieren. Dazu gehören unter anderem eine starke Senkung des Cholesterinspiegels, eine konsequente Überwachung von Blutzuckerwerten sowie ein gezielter Muskelaufbau, um im Alter leistungsfähig zu bleiben und Stürzen vorzubeugen.
Neben medizinischen und wissenschaftlichen Inhalten gibt Attia auch sehr persönliche Einblicke in sein Leben. Er berichtet offen über psychische Probleme, darunter Depressionen und Klinikaufenthalte, sowie über familiäre Krisen. Diese Passagen verleihen dem Buch eine emotionale Ebene und verdeutlichen, dass Gesundheit für ihn nicht nur körperlich, sondern auch mental zu verstehen ist.
Darüber hinaus behandelt das Buch Themen wie Ernährung, Kalorienreduktion, verschiedene Diätformen sowie moderne Krebstherapien wie Chemotherapie und Immuntherapie. Attia spricht sich zudem für den Einsatz von Medikamenten, Nahrungsergänzungsmitteln und regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen aus, um Gesundheitsrisiken frühzeitig zu erkennen und zu kontrollieren.Meinung:
Outlive ist ein sehr informatives und in vielen Teilen faszinierendes Buch, das komplexe medizinische Zusammenhänge verständlich erklärt. Besonders gelungen ist die Darstellung der Krankheitsentstehung sowie die kritische Auseinandersetzung mit der reaktiven Ausrichtung unseres Gesundheitssystems. Der Ansatz, Gesundheit aktiv zu gestalten, statt nur Krankheiten zu behandeln, wirkt überzeugend und motivierend.
Allerdings wirft das Buch auch einige kritische Fragen auf. Attias Empfehlungen setzen häufig einen hohen finanziellen und zeitlichen Einsatz voraus. Viele der vorgeschlagenen Untersuchungen und Maßnahmen werden nicht von Krankenkassen übernommen, sodass sie für viele Menschen schwer zugänglich sind.
Zudem erscheint der Umgang mit Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln stellenweise zu undifferenziert. Zwar werden Risiken teilweise erwähnt, doch werden sie oft schnell relativiert oder durch alternative Präparate ersetzt. Gerade bei Medikamenten wie Statinen bleibt der Eindruck, dass mögliche Nebenwirkungen nicht ausreichend kritisch eingeordnet werden. Ähnliches gilt für Nahrungsergänzungsmittel, bei denen eine Überversorgung oder falsche Anwendung durchaus problematisch sein kann.
Auch der sehr leistungsorientierte Ansatz – etwa beim Muskelaufbau oder der Optimierung körperlicher Werte – könnte für manche Leser eher abschreckend wirken. Nicht jeder möchte oder kann ein derart intensives Gesundheitsprogramm verfolgen.Cover:
Das Cover wirkt sehr spirituell, nun steht im Buch, dass Attia das Cover so wollte und sein Weg ist nun auch spirituell bzw. hat es diese Einflüsse. Es passt zum Inhalt allerdings hätte es den Menschen noch mehr in den Fokus rücken können oder zumindest die eigene Kraft.Fazit:
Outlive bietet einen spannenden und tiefgehenden Einblick in moderne Ansätze der Präventivmedizin und regt dazu an, das eigene Gesundheitsverhalten zu überdenken. Das Buch eignet sich besonders für Leser, die bereit sind, sich intensiv mit ihrem Körper auseinanderzusetzen und aktiv in ihre Gesundheit zu investieren (Zeit und Geld). Gleichzeitig sollte man die Empfehlungen kritisch hinterfragen und nicht unreflektiert übernehmen. Viele Ansätze sind ambitioniert, kostenintensiv oder wissenschaftlich nicht eindeutig abgesichert. Als Denkanstoß und Informationsquelle ist das Buch jedoch sehr wertvoll – insbesondere, wenn man sich fragt, wie man nicht nur länger, sondern auch besser leben kann. Daher vergebe ich 4 Sterne. - Andreas Gruber
Rachesommer
(515)Aktuelle Rezension von: Milena1998Das Buch hat mir gut gefallen, wenn auch für die 5 Sterne noch ein Fünkchen mehr Spannung und Twist fehlt. Der Titel ist sehr stimmig, ein Rachefeldzug im Rahmen dramatischer vergangener Erlebnisse. Die Geschichte ist inhaltlich und dramaturgisch gut geschrieben, mir gefielen die beiden Perspektiven von Polizist und Anwältin, die mit fortlaufender Geschichte mehr und mehr zusammenführten. Absolut solider Thriller, den ich als Urlaubslektüre entspannt weggelesen habe. Gerne würde ich auch bald wieder ein Buch vom Autor Andreas Gruber lesen, da mir der Schreibstil gut gefallen hat. Alles in allem also überzeugend und weiterzuempfehlen.
- Lisa Taddeo
Three Women – Drei Frauen
(145)Aktuelle Rezension von: Beasonders… sogar ziemlich schlimm. Ich hatte damit gerechnet, dass das Buch sicher keine angenehme Geschichte sein wird, aber am Ende kann man es wirklich nur so zusammenfassen: schlimm.
Sprachlich fand ich es ab und an etwas holprig, was den Lesefluss minimal gestört hat. Oft konnte ich aber auch aufgrund der Geschichte nur ein Kapitel lesen und musste es dann erst einmal beiseite legen.
Dennoch könnte man sich fragen, ob das eine Pflichtlektüre sein sollte.























