Bücher mit dem Tag "psychische gewalt"
22 Bücher
- Chevy Stevens
Kein Entkommen - Still Missing
(830)Aktuelle Rezension von: zickzackMaklerin Annie hat den Tag mit einer Open-House-Besichtigung hinter sich gebracht und möchte gerade Feierabend machen. Da taucht ein Mann auf, der sich das Haus noch anschauen wird. Die pflichtbewusste Karrierefrau zeigt dem Kunden das Haus. Doch dieser nutzt die Chance, um Annie zu entführen und sie muss durch die Hölle gehen…
Das war wieder ein sehr heftiger Thriller der Autorin. Letztes Jahr habe ich „Those Girls – Was dich nicht tötet“ von ihr gelesen und dieser hat mich so begeistert, weil dieser über Grenzen hinausgeht. Chevy Stevens hört nicht auf, selbst wenn es längst schon zu sehr schmerzt. Gnadenlos lässt sie ihre Figuren leiden und was Annie in diesem Buch durchmachen musste, lässt einen Menschen zerbrechen.
Das Buch ist auch interessant erzählt. Annie erzählt ihre Geschichte aus der Ich-Perspektive, aber nicht einfach den Leser, sondern ihrer Therapeutin. Die Kapitel heißen nicht Kapitel, sondern Sitzungen, wie Therapiesitzungen. Das war wirklich sehr spannend, das mal so zu erfahren. Und auch wenn man denkt, dass es ja langweilig ist, weil man ja so weiß, dass Annie die Entführung überlebt, da sie ja mit ihrer Therapeutin reden kann, dann kann ich nur dazu sagen, dass das längst nicht das Schlimmste war.
Ich dachte am Anfang, als ich so die ersten Kapitel gelesen habe und bereits heftige Dinge passiert sind, was denn da noch alles kommen soll. Aber ich hätte daran denken sollen, dass es bei „Those Girls“ auch ständig eine Steigerung gab und wenn man denkt, dass man am Gipfel der Unglaublichkeiten und Grausamkeiten angekommen ist, legt die Autorin noch eine Schippe drauf. Einfach klasse. Und jetzt könnte ich gar nicht sagen, wenn ich am Ende des Buches mehr hasse / verachte – den Täter oder denjenigen, der das Ganze überhaupt ausgelöst hat.
Man muss nur dazu sagen, dass diese Bücher nicht für jeden etwas sind, da hier einiges von dem Leser abverlangt wird. Doch wer das ertragen kann und heftige Themen lesen möchte, der ist bei dieser Autorin an der richtigen Adresse.
Ich fand den Einstieg etwas schwierig, da Annie sehr ruppig/schnippig zu ihrer Therapeutin war. Leser, die schnell abbrechen, könnten bereits da die Geduld verlieren. Wobei ich wirklich sagen muss, dass ich das nur auf den ersten Seiten so empfand und dann habe ich mich schnell an Annies Art gewöhnt. Besonders weil das Buch nicht lange um den Brei redet, sondern es schnell in die Vollen ging. Schonungslos hat Annie ihre Geschichte erzählt.
Ich fand auch gut, dass sie es nicht ganz chronologisch erzählt, sondern wenn ihr die Vergangenheit für den Moment zu viel wurde, dass sie dann in die Gegenwart gewechselt ist und erzählt hat, was aktuell passiert oder was unmittelbar nach ihrer Rettung geschehen ist. Diese Abwechslung hat der Geschichte auf jeden Fall gutgetan.
Annie als Figur wurde sehr gut dargestellt und ich habe so mit ihr mitgelitten. Sie tat mir einfach nur leid. Gleichzeitig konnte ich nicht all ihre Handlungen nachvollziehen, besonders wie sie mit ihrem engeren Umfeld umgegangen ist. Aber das hat mir die Figur nur umso authentischer gemacht, denn ihr Verhalten kann man wohl nur nachvollziehen, wenn man das selbst durchgemacht hat und darauf möchte ich wirklich verzichten.
Ich habe ja bereits geschrieben, dass die Autorin immer eine Schippe draufgesetzt hat und ich habe mich auch die ganze Zeit beim Lesen gefragt, warum Annie entführt wurde. Klar kann es passieren, dass so ein Irrer einen stalkt, dieser sich reinsteigert und es dann zum Unglaublichen kommt. Aber irgendwie muss er doch auf sie aufmerksam geworden sein. Und was da am Ende dahintersteckte… puh. Daher fand ich auch die zweite Hälfte, als es mehr um das Danach ging um eine ganze Ecke heftiger. Weil von dem Typen habe ich nach einer Weile bei den Erzählungen nichts Gutes mehr erwartet, aber wenn man bedenkt, wer sie in die Situation überhaupt gebracht hat…
Selbst der letzte Satz ist auf den Punkt getroffen, dass er mir lange im Gedächtnis bleiben wird, was wirklich eine Besonderheit. Bei welchen Büchern könnte ich schon sagen, wie der letzte Satz lautete? Selbst direkt nach dem Lesen habe ich den selten noch präsent im Kopf.
Als kleiner Fact am Ende: Wie immer gab es noch ein paar Worte zur Autorin und wenn ich das richtig verstanden habe, dann war das Chevy Stevens erster Thriller. Mir ist eine Gänsehaut über den Körper gelaufen, als ich gelesen habe, dass sie selbst Maklerin war und ihr die Idee bei einer Open-House-Besichtigung kam. Wie gruslig, dass ihr solche Gedanken durch den Kopf schwirren und gleichzeitig genial, dass sie das aufs Papier gebracht hat.
Fazit: Das war ein verdammt gutes und intensives Buch. Gerade nach der Hälfte konnte ich es kaum mehr aus der Hand nehmen. Für mich kommt es nicht ganz an „Those Girls“ heran, weil es mich nicht von Anfang an in seinen Bann gezogen haben, aber es ist verdammt nah dran. Chevy Stevens mausert sich neben Rebekah Stoke für mich zu einer Thriller-Queen. 4,5 Sterne.
- Natascha Kampusch
3096 Tage
(777)Aktuelle Rezension von: Perse- Details:
Ausgabe: eBook
Erscheinungsdatum: 08.09.2010
Verlag: Ullstein
Genre: Autobiografie
Seitenanzahl: 221
- Inhalt:
Natascha Kampusch, das entführte Mädchen aus Österreich, erzählt die Geschichte ihrer Entführung und Gefangenschaft.
- Meinung:
Immer wieder erschreckend, wie weit der Menschliche Abgrund doch gehen kann.
- Fazit:
Eine erschreckende und eindrucksvolle Geschichte, die ich nicht mehr vergessen werde.
- Empfehlung:
Für alle, die sich für die Geschichte von Natascha Kampusch interessieren.
Eine Kauf- und Leseempfehlung von mir!
- Tipp:
Der gleichnamige Film "3096 Tage", ist eine visuelle Ergänzung.
Das Hörbuch, gelesen von Elisabeth Schwarz, ist eine gute Alternative zum Buch.
- Jennette McCurdy
I'm Glad My Mom Died
(150)Aktuelle Rezension von: BuchstabenliebhaberinIch habe schon mehrere Bücher zu dieser Thematik gelesen, aber dieses lässt mich nicht mehr los. Warum? Weil die Loyalität der jungen Jennette zu ihrer Mutter von ihr selbst auf eine Art beschrieben wird, die einem die Haare zu Berge stehen lassen. Weil sie nicht urteilt, sondern beschreibt.
Jennette opfert ihre Kindheit und ihre Jugend, um ihre Mutter glücklich zu machen, und niemand sieht, was hier passiert, niemand hilft.
Ich bin tief beeindruckt, wie offen McCurdy über alles schreibt, ihre Essstörung, ihren Alkoholismus, ihre Therapien. Nicht vorzustellen, wo sie heute stünde, wäre die Mutter nicht gestorben. Was für ein passender Titel.
In der Welt der Kinderstars dürfte dieser Missbrauch keine Seltenheit sein, aber dieses krankhafte Muster, diese ungesunde Mutter-Kind-Symbiose ist kein Einzelfall, und wieviele Kinder zerbrechen daran oder werden genauso und geben es an die nächste Generation weiter. Es gehört sehr viel Mut und Stärke dazu, eine solche Lebensgeschichte zu veröffentlichen, aber nur so kann etwas verändert werden.
- Heinrich Böll
Die verlorene Ehre der Katharina Blum
(869)Aktuelle Rezension von: caro_linIch fand die Bericht-Form in der es geschrieben ist irgendwie ziemlich zäh, und die verschiedenen Nebencharaktere zu verwirrend, um bis zum Schluss durchzublicken. Vielleicht hätte ich es zügiger durchlesen müssen, aber wie man sieht hat es mich dafür nicht genug gepackt.
Die Story ist ganz nett, mal was anderes, da man das Ende schon kennt, aber irgendwie auch einfach frustrierend. - Heinz Strunk
Der goldene Handschuh
(308)Aktuelle Rezension von: AtschiBIch habe vor längerer Zeit den Film gesehen und er geht mir nicht aus dem Kopf. Eher angewidert von der Perversion des Frauenmörders in Hamburg, wollte ich nun doch das Buch lesen. Heinz Strunk beschreibt in bisweilen sehr derber Sprache das Leben und die Gedanken des Frauenmörders Fritz Honkas sowie das seines sozialen Umfeldes und gibt Einblicke das Leben der Familie von Dohren. Das perverse Innenleben des Protagonisten wird teilweise in äußerst vulgärer Sprache dargestellt. Das ich im Film schon abartig und ist im Buch nicht anders. Ich hatte bisweilen Probleme zwischen den verschiedenen Handlungslinien unterscheiden obwohl ich den Film kenne. Der Autor nimmt den Leser mit nach St. Pauli der 70er Jahre, in die Kneipe ‚Zum goldenen Handschuh‘, wo sich Alkoholiker, Zuhälter und Prostituierte treffen. Es ist eine beeindruckende und verstörende Darstellung eines Milieus der völligen Verwahrlosung, in dem keinerlei Hemmungen und Anstand mehr existieren. Honkas Wohnung, wo es vergammelt riecht und unsagbar dreckig ist, in eine Welt, die einem buchstäblich den Atem nimmt und einen mit Schrecken erfüllt. Die gesamte Atmosphäre im Buch erdrückend, düster, verstörend und bisweilen einfach nicht auszuhalten.
- Robert Scheer
Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück
(42)Aktuelle Rezension von: pardenEIN PERSÖNLICHES MAHNMAL...
Robert Scheer liebte seine Großmutter. Dies ist an und für sich nichts Besonderes, doch eigentlich ist es ein Wunder, dass es den Autor überhaupt gibt. Denn eigentlich hätte seine Großmutter Pici nicht überleben, nicht heiraten und keine Familie gründen dürfen. Denn dies war der Plan von Hitler und seinen Schergen. Doch als einzige ihrer weitverzweigten jüdischen Familie überlebte Pici ("die Kleine") seinerzeit die Gräuel des Holocaust.
"Die Weisen sagen, das Ziel des Lebens sei das Leben selbst. Dem folgend habe ich das Ziel erreicht. Denn ich lebe noch." (S. 56)
Zum 90. Geburtstag seiner Großmutter beschloss Robert Scheer, diese nach ihren Erlebnissen zu befragen, damit ihr Zeugnis bewahrt bleibt. Und wo Pici jahrzehntelang geschwiegen hat, öffnete sie sich ihrem Enkel gegenüber und gab Auskunft über helle und dunkle Jahre ihrer Vergangenheit.
Die ersten zwei Drittel des Buches erzählen von Picis Familie und ihrer Kindheit in Rumänien. Dort wohnte die Familie ungarischer Juden und lebte vom Holzhandel des Vaters. Arm, kinderreich, aber zufrieden, so wie viele andere Menschen der kleinen rumänischen Stadt auch. Als etwas langatmig habe ich diese Schilderungen zeitweise empfunden, aber andererseits als durchaus legitim - holte sich Pici auf diese Art noch einmal alle Mitglieder iher großen Familie in ihre Erinnerung zurück, alle in den Jahren des Holocaust ums Leben gekommen.
Die schlimmen Erlebnisse Picis nach dem Verlust ihrer Heimat in den 40er Jahren nach der Machtergreifung Hitlers nehmen entsprechend etwa ein Drittel des Buches ein. Die Vertreibung ihrer Familie aus der kleinen rumänischen Stadt, die Erfahrungen im Ghetto, die Deportationen in verschiedene Konzentrationslager, die Kälte, die Hitze, der Hunger, die Unmenschlichkeit, die Angst, die Krankheiten, das Trauma, der Tod - Dinge, über die es sicher auch nach 70 Jahren noch schwerfallen dürfte zu sprechen.
Was mich bei der Lektüre verblüffte, waren die großen Erinnerungslücken Picis, die viele schreckliche Erlebnisse und Details ausgeblendet zu haben scheint.
"Und auch für die folgenden Zeiten gibt es solche kleinen Momente, die völlig in meinem Gedächtnis fehlen, aber nicht so, dass ich sie nach Jahren vergessen hatte, sondern so, als hätten sie nichts mit mir zu tun gehabt. Vielleicht, weil mein Verstand dies alles nicht nachvollziehen konnte und von sich wegschob..." (S. 90)
Entsprechend rudimentär erscheinen denn auch teilweise die Erinnerungen, Spotlights der Schrecken, wobei die Schilderungen selbst nahezu nüchtern erscheinen. Dennoch kommt das Grauen beim Leser an, die Bilder lassen sich ncht verdrängen, die Unfassbarkeit der Erinnerungen bricht sich Bahn. Zahlreiche in den Text integrierte Fotos (viele aus dem Privatbesitz des Autors) unterstreichen das Geschriebene, geben dem Erzählten ein Gesicht und verankern das Grauen in der Realität.
Der Schreibstil ist einfach, erinnert zeitweise an einen ungeübten Schulaufsatz. Doch vieles ist in wörtlicher Rede wiedergegeben und dokumentiert so eher das Gespräch zwischen dem Enkel und seiner Großmutter Pici als dass es literarisch aufgearbeitet ist. Dieses Stilmittel der wörtlichen Rede unterstreicht in meinen Augen die Authentizität der Erzählung.
Neben den bereits erwähnten Fotos gibt es - vor allem in dem vielseitigen Anhang - auch zahlreiche Kopien von alten Briefen, Dokumenten und Listen, die die Erinnerungen Picis in Raum und Zeit des Holocaust verankern. Hier hätte ich mir eine bessere Qualität der Darstellung gewünscht, denn viele der genannten Quellen waren durch eine blasse und verschwommene Kopie für mich tatsächlich kaum leserlich, was ich wirklich bedauerlich fand.
Robert Scheer hat mit diesem Buch nicht nur seiner geliebten Großmutter ein Denkmal gesetzt, sondern mit Picis Erinnerungen auch ein persönliches Mahnmal geschaffen. Ein Buch 'Gegen das Vergessen', das sehr persönliche Einblicke gewährt.
© Parden - Kent Haruf
Das Band, das uns hält
(30)Aktuelle Rezension von: buchjunkieDie Romane von Kent Haruf berühren und gehen ans Herz. So auch dieser , der die tragische Lebensgeschichte von Edith Goodnough erzählt, die mit über 80 des Mordes angeklagt wird.
Erzählt wird sie von Sanders Roscoe, ihrem Nachbar und Freund, dessen Vater sie früher hätte heiraten können.
Wenn da nicht ihr durch einen Unfall von ihr abhängiger und stets wütender Vater gewesen wäre . Sandy kennt ihre Lebenstragödien und die wenigen Lichtblicke von Edith, die trotz einer entbehrungsreichen Kindheit, dem frühen Tod ihrer Mutter und der vielen Arbeit eine freundliche und liebenswerte Frau geworden ist.
Kent Haruf war ein großartiger Autor, der sehr emphatisch schreiben konnte, so dass seine Geschichten nahe gehen.
Es ist sehr schade, dass er nur sechs Romane in seinem Leben schreiben konnte und ich jetzt auch alle von ihm gelesen habe.
Diese Geschichte über Edith ist keine leichte Kost , aber trotzdem ein sehr lesenswerter und hervorragender Roman❤️
- Jessica Potthast
Erloschene Stimmen
(61)Aktuelle Rezension von: Martina1964Das Cover ist sehr mystisch gestaltet und passt perfekt zu dem Thriller. Ich habe mich von Seite eins sehr gut unterhalten gefühlt und die Autorin schreibt sehr flüssig, so dass ich gut mit dem Buch voran kam. Die Geschichte verbirgt sehr viele Geheimnisse, was das ganze Buch sehr spannend macht.
Von mir gibt es für Thrillerfans eine 100%ige Leseempfehlung. - Claudia Giesdorf
Das Licht am Ende
(53)Aktuelle Rezension von: Bitzki...war dieses Buch für mich!! Nicht zuletzt wegen der nervigen Protagonistin.
Ich hab ewig dafür gebraucht, es immer wieder und oft tagelang beiseite gelegt.
Mit Thriller oder Krimi oder auch nur Spannungsroman hat das Buch nix zu tun. Auch nennenswert Mystisches habe ich nicht gefunden. Irgendwie kam für mich überhaupt keine Stimmung rüber.
Die Personen waren mir - trotz schlimmer, teilweise aber nur angerissener Schicksale - einfach egal! Die "Schicksale" empfand ich als "Mittel zum Zweck", um zu teasern und ein paar Thrillerelemente zu konstruieren.
Selten genug aufkommende homöopathisch dosierte, seichte Spannung wird sofort gekillt durch unzählige, nichtssagende Banalitäten und wahnsinnig viel "Füllmaterial" in einem unfassbar verschwurbelten Stil. Es kam mir so vor, als wollte die Autorin einfach zeigen wie viel "literarischer" sie ist als die Konkurrenz.
Ich habe sehr! viele Seiten überblättert (ohne einen wirklichen Inhalt zu verpassen) und zum Schluss nur noch quergelesen.
Überraschendes ist zu keiner Zeit passiert. Den Twist nach dem Twist am Ende fand ich einfach nur langweilig.
Ich geb's auf mit den Self-Publishern. Alles, was ich bisher davon gelesen habe, war nix für mich (z.B. Nadine Teuber, Lena Sander).
Es tut mir immer ein bisschen leid, wenn ich nichts Positives an einem Buch finde. Denn immerhin hat sich jemand auf den Hosenboden gesetzt und was geschrieben (was alle Ehren wert ist).
Aber Lesen soll ja Freude machen und Bewertungen sollen eine ehrliche Meinung wiedergeben. Bestenfalls können andere dadurch wertvolle Lebenszeit stattdessen in ein gutes Buch investieren.
Die positiven Bewertungen kann ich leider nicht nachvollziehen. Von mir gibt's ganz klar keine Leseempfehlung! - Ann Helena Neudek
Kinderseelenallein
(36)Aktuelle Rezension von: Nela77Ann Helena Neudek beschreibt in diesem zutiefst persönlichen Buch ihre Kindheit, in der sie psychische und physische Gewalt erfahren hat, und die Folgen für ihr weiteres Leben. Dabei schafft sie es sehr gut, nicht in Schwarz-Weiß zu denken, sondern die ganze Situation und ihre Erfahrungen sehr reflektiert zu betrachten und einzuschätzen. Ihre Eltern waren nicht nur böse, sondern immer wieder auch fürsorglich. Leider ist solch ein Wechselbad für Kinder nicht verständlich und deshalb nur schwer auszuhalten. Dazu kommt, dass Ann extrem sensibel und hochbegabt ist, was jedoch erst im Erwachsenenalter festgestellt wurde. Zum Inhalt möchte ich an dieser Stelle gar nicht viel mehr sagen, da dieser einerseits sehr komplex ist und ich andererseits nicht zu viel vorwegnehmen möchte.
Ich habe einen Moment gebraucht, um in dieses Buch hineinzukommen, aber dann hat es mich mit jeder Seite mehr berührt und ich bin geradezu durch die Seiten geflogen. Man erfährt nicht Schritt für Schritt, was damals passiert ist, sondern bekommt die Hintergründe nach und nach vermittelt. Dafür erhält man frühzeitig einen Einblick, was es ausgelöst hat.Es ist sicher wichtig zu betonen, dass das Buch kein einfacher chronologischer Bericht ist. Vielmehr hatte ich das Gefühl, dass die Autorin ihre Gedanken und Gefühle relativ ungefiltert und unsortiert, so wie sie plötzlich im Kopf und vor Augen auftauchen, zu Papier gebracht hat. Dadurch entsteht jedoch soviel Tiefe, wie sie anders nie zu erreichen gewesen wäre. Unterbrochen wird der Text immer wieder von kurzen Gedichten, die genauso voller Emotionen und Wahrheiten sind. Die Sprache ist unglaublich und nicht zu beschreiben.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der sich für dieses Thema interessiert, der reflektiert lebt und einfach allen Eltern. Es ist erschreckend, was ein Satz oder eine unbedachte Handlung bei einem Kind anrichten kann und Ann Helena Neudek versteht es, uns diese Wirkung und spätere Auswirkung eindrucksvoll zu schildern. - Beate Sauer
Glücklich sind die Mutigen
(16)Aktuelle Rezension von: LeseraupeDer 3. und (vorerst?) letzte Teil der Romanreihe um die Fernsehschwestern macht einen Riesensatz vorwärts und startet zwei Jahrzehnte nach dem 2. Teil. Beate Sauer nutzt diesen Zeitsprung, um die Geschichte zur Zeit der deutschen Wiedervereinigung spielen zu lassen. Dabei ist es spannend zu lesen, welchen beruflichen und privaten Werdegang die drei liebgewonnenen Schwestern Eva, Franka und Lilly haben. Außerdem bekommt die neue Generation, vor allem Frankas Tochter Joan eine tragende Rolle.
Sehr gut gefallen hat mir, dass ein Handlungsfaden, der seit dem ersten Band umherflattert und die Mutter Annemie umtreibt, nun endlich weitergesponnen wird.
Mehr als ein unschönes Thema, das mit der Welt des Showbusiness einhergeht, wird in den Mittelpunkt dieses Romans gestellt. Beate Sauer findet genau den richtigen Ton, um Spannung, Betroffenheit und Auswege in einen möglichst authentischen Kontext zu bringen.
Für internationales Flair sorgen wieder die eine oder andere große Reise der Frauen.
Alles in allem ist "Glücklich sind die Mutigen" wieder ein Unterhaltungsroman der Spitzenklasse!
- Christina Henry
Der Knochenwald
(92)Aktuelle Rezension von: NiWaMattie lebt mit ihrem brutalen Ehemann abgeschieden in einer Berghütte, stets in Angst vor seinem Zorn. Als sie im Wald eine verstümmelte Tierleiche findet und unheimliche Spuren entdeckt, wird klar, dass etwas Bedrohliches in der Wildnis lauert.
Christina Henry versteht es, intensive Horror-Erlebnisse zu formen. In „Der Knochenwald“ entführt sie in eine abgelegene Hütte tief im Wald. Es ist ein Ort, der auf den ersten Blick Ruhe verspricht, sich aber rasch als Schauplatz tief sitzender Angst entpuppt.
Mattie lebt dort mit ihrem Mann William. Schon früh spürt man, wie sehr sich die bedrückende Atmosphäre in ihr festgesetzt hat. Die Einsamkeit des Winters, das Knacken gefrorener Äste und das Gewicht des Schnees in den Baumkronen erzeugen eine Stimmung, die nicht nur kalt, sondern feindselig wirkt. Der verschneite Wald fühlte sich wie ein stiller Beobachter an, der jeden Schritt registriert und seine eigenen Geheimnisse hütet.
Gleichzeitig brodelt etwas Tieferes im Wald. In Matties Alltag schwingt eine Wut mit. Diese staut sich innerlich auf und ist unter jahrelanger Unterdrückung gefangen. Diese konstante Spannung hat mich doch sehr getroffen. Man versteht sofort, warum sie jeden Laut, jede Geste ihres Mannes einschätzt, als hinge ihr Leben davon ab. Denn das tut es auch.
Die Autorin belässt es nicht beim menschlichen Schrecken. Zwischen den Bäumen lauert etwas, von dem man anfangs nur Spuren sieht. Man hört seltsame Geräusche, verstümmelte Tiere und Abdrücke im Schnee werden gefunden. Die Art, wie Henry diese Bedrohung aufbaut, fand ich brillant. Ich musste dabei an zwei Filme denken, deren Kombination man auf den ersten Blick nicht erwarten würde. Bei einem geht es um höchst körperlichen Nervenkitzel und bei dem anderen steht eine mysteriöse Dorfgemeinschaft im Mittelpunkt. Beide schwingen subtil mit, obwohl Henry etwas Eigenes entstehen lässt. Es ist ein düsterer Hybrid aus psychischem Druck und übernatürlicher Gefahr.
Als drei Fremde plötzlich auftauchen, kommt nicht nur Bewegung in die Handlung, sondern auch das fragile Gleichgewicht in der Hütte wird erschüttert. Jeder Schritt auf dem verschneiten Boden hat Konsequenzen und man spürt, dass ihre Anwesenheit etwas in Gang gesetzt hat. Und für Mattie ergibt sich eine prekäre Situation. Denn draußen lauert eine unsichtbare Bedrohung, während drinnen ein Mann sitzt, dessen Zorn unberechenbarer als jede Kreatur des Waldes ist.
Mir hat die unheimliche Komponente draußen in der Natur richtig gut gefallen. Das gedämpfte Licht, das Schneetreiben vor dem Fenster und die gefühlte Gefahr haben mich fasziniert und mich an den Seiten kleben lassen. Denn man fühlt dauernd, dass in diesem Wald etwas ist, das nicht gesehen werden will.
Als sich Matties Hintergrund Stück für Stück offenbart, wird schnell klar, wie tief die Grausamkeit reicht, die ihr Leben geprägt hat. Obwohl vieles früh angedeutet wird, hat die Autorin die Geschichte gut entfaltet. Das Ende hat mich aufgewühlt zurückgelassen. Es wirkt wie ein kurzer Lichtblick, aber es fehlt tröstliche Klarheit. Vielmehr denkt man über Mattie und das Massaker im Wald nach.
"Er denkt, es muss ein Happy End geben, nur weil er fest genug daran glaubt." (67 %, eBook)
„Der Knochenwald“ hat mich begeistert. Es ist eine nervenzerfetzende Kombination aus psychischer und physischer Bedrohung, in einem wilden, unberechenbaren Rahmen. Hinzu kommt das filmische Gefühl, das sich bei mir immer wieder eingeschlichen hat. Meiner Meinung nach zeigt Christina Henry, wie viele Facetten Horror haben kann, wenn menschliches und übermenschliches Grauen aufeinanderprallen.
Wer Christina Henrys Stil mag, sollte sich auf einen Ausflug in den Knochenwald machen, um Mattie im Kampf ums Überleben beizustehen. Es ist rau, es ist blutig und sehr spannend erzählt.
- Mhairi McFarlane
Fang jetzt bloß nicht an zu lieben
(209)Aktuelle Rezension von: Magdalena1107Wir begleiten Harriet, eine Hochzeitsfotografin, durch ihr Leben. Durch ihre aktuelle Trennung, ihre vergangene toxische Beziehung und ihre mögliche zukünftige Liebesgeschichte.
Ich hab ehrlich gesagt nicht viel erwartet - wurde aber überrascht.
Die gesamte Geschichte ist deutlich tiefgründiger, als ich gedacht hätte. Es geht nicht, wie ich vermutet hätte, hauptsächlich um eine Liebesgedchichte mit Harriets neuem Vermieter, sondern vielmehr auch um Freundschaft, Loyalität und toxische Beziehungen. Die Geschichte nimmt immer wieder neue Fahrt auf, es gibt Wendungen und Erkenntnisse, die es nie langweilig werden lassen.
Harriet ist eine tolle Protagonistin mit einer wunderbaren Freundin und einem tollen Vermieter.
Die Story zeigt, dass man nicht alles glauben sollte, was man hört oder liest. Wie schnell man sich in Menschen, ob Liebesbeziehung oder Freundschaft, täuschen kann und wie wichtig aufrichtige Freundschaften sind.
Ich habe wirklich mitgefühlt und mitgefiebert und dabei alle Charaktere ins Herz geschlossen.
Der Schreibstil war das einzige, an das ich mich irgendwie gewöhnen musste, aber nach den ersten Seiten war ich drin und konnte mich voll auf die Story konzentrieren.
Eine wirklich schöne Story für Zwischendurch, mit einer großen Portion Lebensweisheiten und Tiefgründigkeit. - Jessica Winter
Durch die hellste Nacht
(61)Aktuelle Rezension von: Thalia00*Lest euch vorher unbedingt die Triggerwarnung durch*
Ruby wurde als Kind von ihren Eltern an Menschenhändler verkauft. Sie wurde zur Prostitution gezwungen und schwer misshandelt.
Ein FBI Agent hat sie dort rausgeholt und sie wie seine eigene Tochter aufgezogen.
Seitdem arbeitet sie in einem Frauenhaus und setzt sich für Frauen ein, die ähnliches durchgemacht haben.
Doch als eine Ihrer Schützlinge von Ihrem damaligen "Besitzer" entführt wurde, wird sie wieder mitten rein gezogen.
Jake übernimmt den Fall und versucht alles um die Mädchen zu finden und wieder nach Hause zu bringen.
Er schafft es Rubys Vertrauen zu gewinnen. Mit sehr viel Einfühlungsvermögen zeigt er ihr, dass sie keine Angst vor ihm haben muss.
Die Charaktere in dem Buch sind sehr stark dargestellt. Sehr loyal und mutig.
Auch wenn man schnell wusste, auf was die Geschichte hinausläuft war es sehr spannend und emotional.
Aber ich rate vorher wirklich die Triggerwarnung zu lesen, da die Themen wirklich sehr schwer sind. Vorallem, wenn man selbst damit in Kontakt war.
- Nicole Schumacher
Das Tabu
(36)Aktuelle Rezension von: eletroeDas Tabu von nicole Schumacher
Dominik , ein junger Journalistpraktikant ist homosexuell und wird entführt, grausam vergewaltigt,.. aber wieder frei gelassen . Ihm wird gedroht, wenn er was sagt geht der Albtraum weiter. Plötzlich verschwindet sein freund.. und er weiß genau was mit ihm geschieht..
🥺🥺🥺🥺🥺
Das Cover ist braun und düster,.. zu sehen ist ein Waldweg. Es hat mich sehr neugierig gemacht, denn so ein nichtssagendes Cover lässt viel Platz für das eigene Kopfkino . Dominiks Gefühle sind sehr detailreich beschrieben , ebenso wie die grausame tat. Das Ende fand ich super, vorallem den Epilog, denn der hat alles nochmal rund gemacht.
🥺🥺🥺🥺🥺
Super Buch, mit einem Thema, welches man selten so vorfindet. Den Titel Psychothriller verdient das Buch zu Recht . Wirklich gut gelungen.
"Passd scho!"
🥺🥺🥺🥺🥺
- Dan Gordon
Murder in the First
(2)Aktuelle Rezension von: HoldenEine wahre Begebenheit, die traurige Geschichte von William Moore, einen Kleinkriminellen, der aufgrund eines Fluchtversuchs von der Gefängnisinsel Alcatraz ins pechschwarze "Loch" gesteckt wird, drei Jahre in völliger Dunkelheit gehalten wird, und als er aus der Isolationsfolterhaft entlassen wird, den vermeintlichen Verräter Avery Clark brutal vor aller Augen tötet. Sein Verteidiger Henry "Hank" Davidson schreibt Rechtsgeschichte, indem er das menschenunwürdige System Alcatraz anprangert, das Moores psychisches Leiden verursacht hat. Davidson gibt nicht auf, obwohl ihm beruflich und privat alle möglichen Steine in den Weg gelegt werden. Unglaublich, daß es laut Anhang bis 1963 gedauert hat (ca. 20 Jahre nach dem aufsehenerregenden Mordprozeß gegen Moore), bis man das Foltergefängnis endlich geschlossen hat. Direktoren und Wärter hat man wahrscheinlich nicht zur Rechenschaft gezogen, so ist das ja häufig.. "In the first" entspricht vielleicht dem Dolus directus 1. Grades, den man als Strafrechtsstudent kennengelernt hat. Erinnert an "Papillon" und "Die Verurteilten".
- Nikola Hotel
Breathing for the First Time (German Edition): Lost Girls, Band 1
(13)Aktuelle Rezension von: NxmeriaIch hatte keine 5% gehört und habe vermutet es könnte großartig werden. Und es wurde absolut großartig. 5* Gemeinsam mit "Panem L" und "The Glass Girl" meine Top drei für dieses Jahr, bisher. Seit Wochen schiebe ich die Bewertung auf, weil ich so viele Zitate rausschreiben wollte, die aber erstmal suchen musste im Buch, was ich mir direkt gekauft habe. Vor allem sich zu entscheiden welche Zitate, alle wären einfach zu viel.
Ich habe mich für einige kleine & eine ziemlich lange Stelle die ich stellenweise gekürzt habe aus den ersten Kapiteln entschieden. Dieses Gespräch bzw. Darcys Gedanken Währenddessen zeigen sehr deutlich worum es geht. Diese Stellen und einige mehr haben von Anfang an in mir das Gefühl geweckt, dass diese Geschichte unfassbar stark ist.
"Was habe ich mir nur dabei gedacht? Es wird auch diesmal nichts bringen. Es wird auch diesmal nichts bringen, darüber zu sprechen, wie mein Leben ist. Ich weiß nicht, ob ich das noch mal kann. Weil ich mich schäme. Weil ich mich hilflos fühle. Weil ich manchmal das Gefühl habe, den Verstand zu verlieren und mir selbst nicht trauen zu können. Vielleicht ist ja alles ganz anders, als ich das selbst wahrnehme? Vielleicht ist das alles doch gar nicht so schlimm? Doch, ist es."
"Ist dass das einzige, was zählt? Dass er körperlich gewalttätig wird?"
"Ich denke an die Gravur auf meinem Handy und wie sehr es mich jedes Mal graut, wenn ich sie lese. Wir sind eins Punkt deine Seele und meine – verwoben, verschmolzen, vereint. Bis zum letzten Atemzug. Jason wird sich niemals damit abfinden. Wenn es so einfach wäre, wäre ich nicht hier."
"Mir wird wieder einmal bewusst, wie hilflos ich bin, wie abhängig. Ich habe nicht einmal ein eigenes Konto, und es war unendlich schwer, heimlich Geld für die anderen beiden Beratungstermine zusammenzukratzen. Auch die Verkäuferin, bei der ich eben das Kleid umgetauscht habe, musste ich fast anbetteln, damit sie es mir Bar auszahlt und nicht zurück auf Jasons Kreditkarte bucht. Der erste Anwalt hat mich nicht ernst genommen und das Gespräch beendet, sobald die Buchstaben NFL gefallen sind. Er hat mich ernsthaft gefragt, wie viel Geld ich mir davon verspreche. Das war demütigend. Beim zweiten Mal habe ich mir bewusst eine Anwältin ausgesucht, weil ich dachte, dass eine Frau mich besser verstehen würde, dass sie vielleicht freundlicher wäre und solidarisch. Oder dass sie mir wenigstens erklärt warum sie mir nicht helfen will. Aber nicht einmal dazu war sie bereit."
Darcy redet dann mit dem Anwalt, der offensichtlich eher abgeneigt ist den Fall anzunehmen.
"Ganz offensichtlich vergöttert er Jason. Er ist ein Fan. Genau wie die Verkäuferin eben im Laden, die mir von meinem eigenen Mann vorgeschwärmt hat und wie deutlich man bei unserem gemeinsamen Einkaufsbummel sehen konnte, wie sehr mich liebt. Wahrscheinlich hält Mr. Delaney mich für verrückt. Und selbst wenn nicht, er hat eine junge Familie. Das letzte, was er gebrauchen kann, ist ein Fall wie meiner, der so viel Aufmerksamkeit bekommen wird. Dabei ist Aufmerksamkeit auch ein Albtraum für mich. Ich möchte keine schmutzige Wäsche waschen oder meinen Mann verklagen. Ich möchte kein Geld von Jason. [...] Das Einzige, was ich will, ist Frieden. Und irgendwo neu anfangen. Allein. Ich bin vollkommen allein. Ich habe nichts. Die Freunde, die wir haben, sind Jasons Freunde. Seine Mutter gibt mir jeden Tag zu verstehen, wie unwürdig ich bin und wir unendlich glücklich mich schätzen kann, dass Jason mich geheiratet hat. Es gibt niemanden, den ich um Hilfe bitten kann, nicht mal meinen Stiefvater. Bei dem Gedanken an Frank fangen meine Augen an zu brennen. Ich habe seit dreieinhalb Jahren kein Wort mit ihm gewechselt.
[...]
Ich vermisse Frank so schmerzlich, dass es mir das Herz zerreißt. Aber noch mehr schäme ich mich, wenn ich an unsere letzte Begegnung denke."
Außerdem diese Textstelle aus dem Nachwort: "Eifersucht, Kontrolle und Besitzansprüche werden in Dark Romance häufig als Ausdruck von Liebe dargestellt, und ich wollte mit Darcys Geschichte zeigen, wie sich das wirklich anfühlt. Wenn jemand so besessen, hartnäckig oder leidenschaftlich an jemanden festhält, kann das womoglich sexy wirken. Aber das beruht auf patriachalen Erzählmustern, die wir seit unserer Kindheit gehört haben vom <<Mann, der weiß, was er will>>, oder dem, <<der alles riskiert für die Eine>>. [...] Es war mir wichtig, mit dieser Geschichte ein Gegengewicht dazu zu bilden. Bei der Recherche zu diesem Roman habe ich viel gelesen, Dokumentationen gesehen, Podcasts gehört etc., und das meiste, was ich darin erfahren habe, würde ich lieber nicht wissen oder am liebsten wieder vergessen."
Ich hatte so oft Tränen der Trauer des Mitgefühls und der Wut in den Augen.
Es ist ein verdammt wichtiges Thema, das niemals Romantisiert werden sollte. Weshalb sich mit auch die Zehennägel Hochrollen wenn die Dark Romance Bücher als Liebesromane gelistet werden obwohl sie eher in den Thriller Bereich gehören.
Und deshalb ist es eine Schande, dass dieses Buch nicht bei den lovelybooks Awards ist.
"Das eigene Zuhause ist für viele Frauen immer noch der gefährlichste Ort. In Deutschland ist statistisch jede vierte Frau betroffen von häuslicher Gewalt – egal, aus welcher sozialen Schicht oder Altersgruppe. Das bedeutet, dass jede und jeder von uns Betroffene im Freundes- oder Familienkreis kennt. Doch das Thema ist nach wie vor ein Tabu." - https://frauenrechte.de/aktionen/kampagnen-und-petitionen/jedevierte
Es ist eins meiner absoluten Lieblingsbücher und eigentlich sind es meistens Dystopien, zumindestens bisher die meisten meiner absoluten lieblingsbücher entweder das topisch angehaucht oder eben reine (Jugendbuch) Dystopien. Aber wenn man sich mit toxischen Beziehungen auseinandersetzt und die grundlegenden Schwierigkeiten unter den Menschen in diesen toxischen Beziehungen leiden und sich dann anschaut worunter die Menschen in einer dystopischen Gesellschaft leiden sieht man extrem schnell die Parallelen.
Fremdbestimmung, Überwachung, Lügen, Gewalt, schuldzuweisungen, Verlust von Freiheit und Individualität, Isolation, Erpressung, totalitäre Herrschaft, Mobbing, mangelnder Respekt, Propaganda.... Der Großteil beschreibt eine dystopische Regierung oder eine toxische Beziehung. Selbst Glaubenseinrichtungen vor allem Sekten lassen sich so gut beschreiben.
Und vermutlich packt es mich deshalb so sehr.
Weil ich wusste ich kann es nicht sein lassen hier noch mehr Zitate auch noch von ziemlich zu Beginn. Zu diesem Zeitpunkt war ich absolut zu 100% sicher, dass ich das Buch lieben würde. Die Stellen sind Vorboten von Momenten die einige Menschen emotional sehr mitnehmen könnten also wahrscheinlich selbst die Verboten schon... Aber und das ist ein zwei Dinge die mich am meisten im Buch begeistert haben es wird nicht detailliert beschrieben wenn es eskaliert. Das Kapitel endet und klar werden die Dinge erwähnt die passiert werden und die zuspitzungen die dazu führen werden natürlich erwähnt aber die extremeren Gewalttaten werden nicht ausgeschlachtet. Werden nicht missbraucht um Emotionen zu transportieren. Denn das schaffen die Vorboten schon ganz alleine und das ist wiederum auch eins der Dinge was ich an vielen anderen Büchern kritisiere die solche Themen behandeln.
Als ich die Zeilen gerade wieder rausgeschrieben habe und sie noch mein Wort für Wort gelesen habe bin ich wieder zu Tränen aufgelöst gewesen, es bricht einem das Herz wenn man sich bewusst macht dass es tagtäglich Frauen so geht.
"Ich esse keinen Fisch, weil ich den Geruch nicht ertragen kann, und nicht mal ein Kleinkind würde von dem bisschen Süßkartoffelpüree satt werden, das auf meinem Teller liegt. Ich habe schon wieder ein Kilo abgenommen, deswegen trage ich auch meinen ehering an der Kette und meinen Hals. Weil er mir immer über den Fingerknöchel rutscht. Aber wenn ich etwas sage, wird Jason wissen, das Essen ein wunder Punkt ist, und mich noch mehr leiden lassen. Also halte ich den Hunger aus. [...] Sein dad hat das früher genauso bei ihm gemacht."
"Jetzt ist der Augenblick gekommen, vor dem ich mich gefürchtet habe. Jason Stimmung schlägt um, und ich weiß nicht, ob ich das aushalten werde."
"Nicht heulen. Jetzt bloß nicht heulen, sonst bin ich wieder nur empfindlich und lächerlich für ihn."
"Ich hasse dieses Gefühl, ihm auf diese Art ausgeliefert zu sein."
"Prinzessin, Cinderella, Kleines. Immer wieder gibt er mir Namen, die mich klein, unselbstständig und hilflos machen. So wie er mich haben will."
"Wie soll ich darauf antworten, wenn ich innerlich schreien möchte? Wenn alles in mir dagegen rebelliert, neben ihm in diesem Bett zu liegen?"
"Wenn ich jetzt nein sage, wird er das akzeptieren? Und falls ja, werde ich das aushalten, was danach kommt? Die Aggression, die feindseligkeit die ganzen Vorwürfe? Auch wenn er mich nicht festhält oder dazu zwingt, er wird mich so sehr anschreien, dass ich innerlich zerbreche. Ist es nicht leichter, dass für ein paar Minuten auszuhalten? Es wird nicht lange dauern."
"Ich weiß nicht, warum ich erst jetzt die Antworten auf seine Fragen habe. Aber jetzt in diesem Moment fällt es mir ganz leicht. Schlägt ihr Mann Sie, Mrs. Sullivan? Nein. Ist er gewalttätig? Ja. Tausendmal ja."
"Mir wird bewusst, wie absurd die Vorstellung ist, hier und jetzt zu fliehen. [...] Ich habe zugelassen, dass Jason mich seit Jahren klein hält. [...] Es gibt keinen Ort auf der Welt, wo Jason mich nicht finden würde, und meine Angst zu versagen ist übermenschlich groß. Jason hat dafür gesorgt, dass ich nichts allein kann. Und was noch viel schlimmer ist: Er hat dafür gesorgt, dass ich mich selbst für schlecht halte. Dass ich an allem zweifle, besonders an mir selbst. Dass ich mich völlig verloren habe und mir nichts mehr zutraue."
- Jaap Robben
Birk
(28)Aktuelle Rezension von: Lenny_MEn nu?
Deprimerend boek. Maar dat lijkt een vereisde te zijn om op de lijst te mogen.
Het is wel zo geschreven, dat je er snel doorheen komt en het is redelijk kort. Nog steeds, however, te lang voor de hoeveelheid plot.
De karakters zijn fucking onsympathiek, en dat is grotendeels de bedoeling, maar het boek geeft ook geen inzicht in waarom karakters zijn als ze zijn en doen wat ze doen. Heb je dan ook niks aan.
Ik ging met lage verwachtingen het boek in en dat was een goede keuze, want bepaald leuk of interessant is het niet. Gewoon saai en deprimerend. Kortom, een typisch boek voor op de lijst ✨
Terug naar mijn oorspronkelijke vraag, en nu?
Ik haatte het boek niet per se, zoals ik andere boeken haat, het voelde meer als pure tijdsverspilling. Het liet me niet meeleven met de personages uit het boek. Het gaf me geen plezier, het bracht me niet weg uit deze wereld en ik stak er ook absoluut niets van op.Een boek om te vergeten.
- A.L. Kahnau
Die Farbe von Schmerz
(44)Aktuelle Rezension von: michellebetweenbooksRomy kann es kaum erwarten, endlich 18 Jahre alt zu werden. Aber nicht, weil sie dann in Clubs gehen und Alkohol trinken kann, sondern, weil sie dann endlich von zuhause ausziehen und vor ihrem Stiefvater fliehen kann. Romys Stiefvater hat seine eigenen Vorstellungen davon, wie Romy zu sein hat und was sie zu tun hat. Und wenn sie dies nicht tut, muss sie mit Misshandlung rechnen. Romy hat keine Ahnung davon, was ein richtiges Zuhause ist, in dem man sich wohlfühlen kann…
Ich habe dieses Buch als Rezensionsexemplar von der Autorin erhalten, vielen Dank dafür! Das beeinflusst jedoch in keiner Weise meine Meinung. Ich muss sagen, dass das Cover und der Titel mir ja sofort ins Auge gesprungen sind. Die Farben auf dem Cover harmonieren wundervoll miteinander und ergeben ein gesamtes. Und auch wenn man die Geschichte gelesen hat, wird einem bewusst, warum die Autorin diesen Titel gewählt hat. Ich möchte hierbei natürlich niemanden Spoilern.
Romy… ach meine liebe Romy. Ihre Geschichte hat mir einfach das Herz gebrochen, mehr kann ich dazu glaube ich auch gar nicht mehr sagen. Ich habe sie sofort ins Herz geschlossen und fand sie wahnsinnig sympathisch. Wie gerne hätte ich sie jedes Mal in den Arm genommen und ihr gesagt, dass alles gut werden wird. Wie gerne hätte ich ihr geholfen. Aber genau das finde ich ebenfalls wichtig. A. L. Kahnau zeigt uns in diesem Buch, dass es oftmals gar nicht so einfach ist, diese Beziehung ,,einfach‘‘ zu beenden. Es zeigt den Leser*innen, dass es oft ein langer Leidensweg ist, um aus dieser grausamen Welt zu kommen. Die Gedankengänge und Handlungen die Romy in dem Buch hat/macht, sind gut zu verstehen und man kann sie immer und wirklich überall nachvollziehen. Das hat die Autorin unfassbar gut dargestellt und einem einen guten Einblick in die Welt der Betroffenen gegeben.
Ich glaube, dass es unglaublich schwer ist, so ein Thema in einem Jugendbuch zu bearbeiten. Ach was, ich glaube, egal welches Buch, so ein Thema zu bearbeiten ist immer schwierig. Ich finde es unfassbar wichtig und toll, dass A. L. Kahnau dieses Thema mit in ihr Buch eingebaut hat, denn es ist so unglaublich wichtig. Es gibt nicht viele Bücher in denen so etwas thematisiert wird, deshalb bin ich der Autorin wahnsinnig dankbar dafür, dass sie hiermit Betroffenen eine Stimme gibt.
Der Schreibstil von A. L. Kahnau war auch in diesem Buch wieder einfach grandios. Ich habe überhaupt nichts zu meckern, denn ich bin so begeistert von diesem Buch. A. L. Kahnau schreibt locker, leicht und flüssig und bringt einem die Geschichte sehr nahe. Außerdem bringt sie auch etwas Spannung mit rein, weshalb man das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen möchte, sondern weiterlesen möchte.
,,Die Farbe von Schmerz‘‘ ist ein Buch, dass ich wirklich jedem gerne einmal in die Hand drücken möchte. Das Thema ,,häusliche Gewalt‘‘ an Kindern und Jugendlichen hat leider immer noch nicht genug Aufmerksamkeit. Daher finde ich es umso besser, dass die Autorin dieses Buch geschrieben hat, um diesen Leuten genau die Aufmerksamkeit zu geben, die sie verdient haben. Ich kann euch nur raten, dieses Buch zu lesen. Aber bitte achtet auf euch, das Buch ist keine leichte Kost und manchmal brauch man auch eine kleine Pause zum Durchatmen!
- Carsten Burkhardt
Ausgegrenzt
(4)Aktuelle Rezension von: Booklove93In Ausgegrenzt von Carsten Burkhardt wird die erschütternde Realität des Mobbings mit einer eindringlichen Kraft dargestellt, die den Leser tief berührt und gleichzeitig zutiefst verstört zurücklässt. Das Buch entführt den Leser in eine Welt, in der die Grausamkeit des menschlichen Verhaltens und die Folgen des sozialen Ausschlusses mit schockierender Realität dargestellt werden.
Durch die meisterhafte Darstellung von Charakteren, die mit den Folgen von Ausgrenzung und Mobbing konfrontiert sind, gelingt es Burkhardt, eine Geschichte zu weben, die nicht nur das Unbehagen des Lesers weckt, sondern auch eine tiefgreifende Reflexion über die menschliche Natur und die Auswirkungen sozialer Ablehnung bietet. Der Roman zieht den Leser in eine Welt der emotionalen Achterbahnfahrt, die durch die beeindruckende Erzählkunst des Autors lebendig wird.
Die schockierende Realität des Mobbings wird in 'Ausgegrenzt' so überzeugend dargestellt, dass der Leser gezwungen ist, sich mit den dunklen Facetten der menschlichen Interaktion auseinanderzusetzen. Die Intensität und Tiefe, mit der Burkhardt die psychologischen Auswirkungen von Mobbing und sozialer Ausgrenzung erforscht, lassen den Leser mit einem tiefen Verständnis und einer nachhaltigen Wirkung zurück.
Dieses Buch ist nicht nur eine Lektüre, sondern eine kraftvolle Reflexion über die menschliche Natur und die Konsequenzen von Ausgrenzung. Burkhardts meisterhafte Erzählweise lässt den Leser mit einem bleibenden Eindruck von Verständnis und Empathie zurück, und das Buch ist ein unverzichtbarer Beitrag zur Literatur, der die dringende Notwendigkeit einer offenen Diskussion über die Auswirkungen von Mobbing und sozialer Ausgrenzung unterstreicht.
- John D. MacDonald
Kap der Angst oder Ein Köder für die Bestie
(2)Aktuelle Rezension von: AntonWdNMax Cady, nach 13 Jahren aus dem Knast entlassen, taucht bei seinem damaligen Hauptbelastungszeugen, Rechtsanwalt Sam Bowden auf und fängt an, ihm Angst zu machen. Es dauert, bis Bowden klar wird, dass Cady ein kompletter Psychopath ist, der nicht nur droht, sondern vorhat, ihn und seine gesamte Familie auszulöschen.
Ein Mann des Gesetzes, ein integrer Anwalt, muss erkennen, dass er und seine Familie von einem monströsen Gegner bedroht werden, dem mit polizeilichen Methoden nicht beizukommen ist. Zusammen mit seiner Frau stellt er eine Falle auf, in die Cady hineintappen soll.
Eine sehr spannende Geschichte, bereits zweimal verfilmt (ich mag besonders den Film von 1962 mit R. Mitchum und G. Peck). Das Ende des Romans ist anders, als man es aus den Filmen kennt, aber trotzdem gut.
- Lana Lux
Jägerin und Sammlerin
(45)Aktuelle Rezension von: mi_r1Ein Buch, das mich einerseits gefesselt und beeindruckt hat, weil es sehr direkt, ehrlich und schonungslos wichtige Themen anspricht – so realistisch, wie ich es bisher selten gelesen habe. Gerade diese unverstellte Wahrheit macht das Ganze stark. Gleichzeitig fand ich die langen Rückblicke in die Vergangenheit manchmal ziemlich nervig, weil ich einfach wissen wollte, wie es in der Gegenwart weitergeht. Und die Darstellung der Therapieprozesse usw war für mich nicht wirklich realistisch – da hätte ich mir mehr Genauigkeit oder Tiefe gewünscht. Und Therapie bzw Heilung so darzustellen, wie hier finde ich fast schon gefährlich .
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