Bücher mit dem Tag "psychogramm"

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143 Bücher

  1. Cover des Buches Die Terranauten (ISBN: 9783446253865)
    T. C. Boyle

    Die Terranauten

     (308)
    Aktuelle Rezension von: Dajobama

    Die Terranauten – T.C.Boyle 

    „Nichts rein, nichts raus. Vier Männer, vier Frauen. Neue Welten, neues Leben.“ Das sind die Mantras der Crew von Ecosphere 2.

    Acht Menschen, die in einer überdimensionalen Glaskuppel eine neue Welt aufbauen sollen. Es soll versucht werden, in einem geschlossenen Ökosystem das Leben nachzubilden. Dieser Roman basiert auf realen Begebenheiten. Ein entsprechendes Experiment gab es tatsächlich. Aufgezogen wie eine Reality-Show, sind die Kandidaten ständig unter Beobachtung, dennoch auf sich selbst gestellt. Der Medien-Rummel ist riesig. Big Brother is watching you. 

    Wie ich finde, eine total spannende Ausgangssituation, die der Autor auf eine recht spezielle Weise weiterentwickelt. 

    Nun ja, die Protagonisten, drinnen wie draußen sind allesamt keine Sympathieträger. Alle arbeiten auf das gleiche Ziel hin: der Einschluss, der zwei Jahre dauern soll, darf auf keinen Fall unterbrochen werden. Darüber hinaus sind sie alle keine Teamplayer. Da wird von Anfang an sehr viel geschauspielert, nach außen hin, versteht sich. Im Inneren der Kuppel werden sehr bald erste Risse in der Gemeinschaft sichtbar. 

    Erzählt wird das Ganze aus drei Perspektiven: Ramsay und Dawn, beide in der Glaskuppel, und Linda, neidisch und missgünstig von außen. Sie verkörpert das voyeuristische Element, das teilweise recht stark ausgeprägt ist. 

    4 Männer, 4 Frauen. Eigentlich ist klar, wohin das führen wird. Insbesondere der Schönling Ramsay überlegt bereits im Vorfeld, welche der zur Verfügung stehenden Frauen er gerne beglücken würde. Und nun ist es tatsächlich so, dass im Verlauf des Romans, die technischen, biologischen etc. Details dieser besonderen Mission etwas in den Hintergrund geraten. Boyle zieht es vor, sich auf die zwischenmenschliche Schiene des Unternehmens zu konzentrieren. Und das bedeutet: sehr viele Oberflächlichkeiten und noch mehr Sex. Nun steht es bereits im Klappentext und ist somit kein Geheimnis, dass Ramsay es fertig bringt, seine Auserwählte Dawn zu schwängern. Ich erwähne das deshalb, weil es tatsächlich über weite Teile das beherrschende Thema dieses Buches ist. Die Frage stellt sich: kann die Mission fortgesetzt werden? 

    Stellenweise war ich bei der Lektüre dieses Romans etwas irritiert, weil ich etwas anderes erwartet hatte. Mehr Fokussierung auf die naturwissenschaftlichen Fakten, das eigentliche Ziel. Das hier erinnert oftmals an eine schlechte Daily Soap. Boyle versteht, es seine Leser zu fesseln. Wenn auch zumindest oberflächlich betrachtet auf billige, voyeuristische Weise. Aber bei näherer Betrachtung: ist es nicht das Wesen des Menschen, all die Streitereien und Missgünste, Machtkämpfe, Rivalitäten, die letztendlich über unser Überleben auf welchem Planeten auch immer entscheiden? Sind diese zwischenmenschlichen Differenzen nicht ebenso wichtig wie Ackerbau etc.? 

    Dieser Roman wirkte provokativ auf mich, konnte mich aber trotzdem absolut fesseln. Ich flog nur so durch die Seiten, fühlte mich aber immer wieder an Trash-TV erinnert. Die eigentliche tiefsinnige Aussage hat Boyle sehr gut hinter Eitelkeiten und Sex versteckt: Wenn der Mensch sich auf der Erde schon zerfleischt, wird er das überall sonst früher oder später ebenso machen. 

    Im Nachgang sehr beeindruckend: 4 Sterne

  2. Cover des Buches Kleine Feuer überall (ISBN: 9783423281560)
    Celeste Ng

    Kleine Feuer überall

     (289)
    Aktuelle Rezension von: Elina_moro

    „Vergiss nicht, manchmal muss man alles abbrennen und von vorn anfangen. Nach dem Brand ist die Erde fruchtbarer, und Neues kann wachsen. Genau ist es bei den Menschen. Sie fangen von vorne an. Sie finden einen Weg.“

    Das Buch war von Anfang bis Ende einfach großartig. Die Handlung, die gut beschriebenen Figuren, die Spannung, Motive und die behandelten Themen waren authentisch. Es hat alles gepasst und ich habe an die Geschichte geglaubt. Und den Titel mag ich auch, weil es auch zum Roman passt. Ich war sofort beim Lesen gefesselt, ich habe ständig über das Leben der Charaktere und deren Probleme nachgedacht. Auch die Entwicklung der Figuren aus der psychologischen Sicht fand ich gut gelungen. Man versteht komplett die Entscheidung jeder Figur und verurteilt sie nicht. Im Buch geht es um viele Themen: Erziehung, soziale Ungleichheit, Abtreibung, Adoption, Beziehungen zwischen Teenager, Rassismus... Die Geschichte verbindet 2 Familien mit ihren unterschiedlichen Werten, die zusammen in einem Feuer brennen (im übertragenen Sinn). Das Buch hat mich sehr beeindruckt und ich kann es ganz herzlich empfehlen.

  3. Cover des Buches Gone Girl - Das perfekte Opfer (ISBN: 9783596520725)
    Gillian Flynn

    Gone Girl - Das perfekte Opfer

     (1.648)
    Aktuelle Rezension von: Sabrysbluntbooks

    An ihrem fünften Hochzeitstag verschwindet Amy, alles was zurück bleibt ist ein durchwühltes Wohnzimmer, dass auf einen Kampf hindeutet. Der verdächtige ihr Mann Nick, denn es tauchen immer mehr beweise auf, dass er mit ihrem verschwinden etwas zu tun haben könnte, aber was ist mit Amy wirklich passiert?

    Okay erstmals wow, was der Autor da für Charaktere erschaffen hat, einfach nur gut... Ich möchte auf gar keinen Fall Spoilern, deswegen werde ich mich sehr vage ausdrücken, denn ich bin genauso Blind in die Geschichte und fand genau dies das beste daran ;)

    Das Buch beginnt mit dem fünften Jahrestag der beiden und ist aus Sicht der beiden geschrieben, man hat Nick ab Tag 1 als sie verschwand und Amys Sicht in der Vergangenheit aufgrund Tagebucheinträge. man erfährt so mehr über die Liebesgeschichte der beiden und deren Herkunft und kann sich ein gutes Bild der beiden machen bis es einige Wendungen gibt und man sich einfach nur WOW denkt ;)

    Ich habe Amy bis zur hälfte geliebt, als dann mehr über die Vergangenheit herauskam war es sogar mir too much... aber dennoch der Autor hat eine intensive und intelligente Persönlichkeit erschaffen, mit dieser würde ich niemals im echten Leben in Berührung kommen wollen, trotzdem hat mir ihr Handeln und ihre gerissene Art die Sachen vorauszusehen fasziniert. Einfach herrlich... 

    Die Spannung hält sich konstant über das ganze Buch, mir gefiel auch, dass man sehr schnell weiss was mit ihr geschehen ist, was der Spannung aber nichts nimmt... Auch hier grosses Lob an den Autor dafür... Meine Erwartungen an das Ende waren dementsprechend sehr hoch, konnten aber leider nicht mithalten, ich hätte einfach mehr erwartet...

    Trotzdem gute Geschichte, spannend und Gänsehaut-Feeling wenn man an die Charaktere denkt...

    Für alle die gerne spannende Thriller mit intensiven Charakteren und verzwickten Situationen haben

    Übrigens, ich habe mir danach gleich die Verfilmung angeschaut und auch diese war sehr gut und ist zu Empfehlen ;)

  4. Cover des Buches Night Falls. Du kannst dich nicht verstecken (ISBN: 9783548287553)
    Jenny Milchman

    Night Falls. Du kannst dich nicht verstecken

     (196)
    Aktuelle Rezension von: Streiflicht

    Dieses Buch hat mir gut gefallen und es hat mich gut unterhalten. Es war spannend bis zum Ende und wartete dann doch noch mit einer Überraschung auf, die ich nicht mehr erwartet hatte. Im Prinzip waren es sogar zwei. Des Rätsels Lösung kommt schon etwa in der Mitte des Buches, aber das stört überhaupt nicht, denn trotzdem bleibt es spannend und ist auch weiterhin nicht absehbar, was noch so alles passieren wird.

    Gut gefallen hat mir der Schreibstil der mir bisher unbekannten Autorin. Jenny Milchman schreibt so, dass man den eiskalten Wind dieser rauen Sturmnacht in den Adirondack Mountains regelrecht spürt. Auch wenn man bei 30 Grad auf dem Balkon sitzt. Das fand ich toll, so in die Geschichte gezogen werden, das spricht für einen Schriftsteller. Man leidet mit der Hauptfigur Sandra und ihrer Tochter Ivy mit, die zu Geiseln im eigenen Haus werden. Und nach und nach schälen sich die Geheimnisse von Sandras Vergangenheit heraus und werden wieder zur Gegenwart.

    Ich fand das Buch spannend und habe es dank Feiertag in einem Rutsch durchgelesen.

     

  5. Cover des Buches Der goldene Handschuh (ISBN: 9783498064365)
    Heinz Strunk

    Der goldene Handschuh

     (265)
    Aktuelle Rezension von: Celii_love_books

    Meinung: Durch die mediale Berichterstattung zur Verfilmung des Buches und dem Trailer wurde ich auf das Buch und die zugrunde liegende wahren Geschichte um die Person des Fritz Honka aufmerksam. Für mich war von Anfang an klar das Buch zu lesen und nicht den Film im Kino anzusehen, der sicher auch interessant sein könnte. Aufgrund des Filmtrailers hat man eine bestimmte Erwartungshaltung was das Buch betrifft. Wer hier eine Art Horrorshocker erwartet, der wird wohl enttäuscht werden, denn es werden weder gruselige Szenen noch die eigentliche Morde ausführlich beschrieben. Dies tut der Story keinen Abbruch. Ich habe mir die Wartezeit auf das Buch mit Recherchen im Internet zu diesem Fall vertrieben und war gut vorab informiert, ehe ich zum Lesen des Buches gekommen bin.

    Handlung: Das Buch ist durchaus lesenswert, leider hat es mich ein wenig enttäuscht, da ich hier anderes erwartet hatte. Die Notwendigkeit des parallel zur Honka-Story verlaufende fiktiven Handlungsstranges um eine Hamburger Reeder-Familie erschließt sich mir nicht wirklich. Wollte der Autor damit aufmerksam machen, dass sich auch hinter der Fassade manch angesehener reichen Familie Abgründe auf tun? Ich hätte es für sinnvoller gehalten, sich nur auf die Ereignisse um Fritz Honka und dessen Umfeld zu konzentrieren. Der Autor Heinz Strunk versteht es sehr gut, die Szenerie im namensgebenden Lokal "Der goldene Handschuh" bild- und lebhaft darzustellen. Der Leser fühlt sich sehr gut in die Zeit der frühen 1970er Jahre versetzt und nimmt am rauen (Alltags-)Leben jene Menschen, die sich am unteren Rand der Gesellschaft bewegten teil. Das ist der eigentliche Fixpunkt dieses Besuches.

    Die zwischenmenschlichen Nuancen und Hierarchien, die in diesem Milieu herrschten, wurden vom Autor sehr gut vermittelt. Dafür hätte er 5 Sterne verdient. Mich störte sehr der Aufbau der Geschichte um Fritz Honka. Im ersten Teil des Buches wird die Beziehung zu einer gewissen Gerda beschrieben, die dann mit einem anderen Mann abhaut, im zweiten Teil des Buches wird geschildert, wie er einen Job als Nachtwächter findet und sich in die verheiratete Reinigungskraft verliebt und erst im dritten Teil des Buches der sehr kurz ausgefallen ist im Verhältnis zu den anderen beiden Teilen wird auf letzten seine 3 Opfer eingegangen. Irgendwie hat man als Leser das Gefühl, dass dem Autor die Lust am Schreiben vergangen ist und er das Buch nur noch zu einem Abschluss bringen wollte. Die Taten sind auf wenige Sätze zusammengefasst, auch die Ermittlungen der Kriminalpolizei nach dem Wohnungsbrand liest sich eher wie eine kurze Zeitungsnotiz. Das ist in meinen Augen sehr schade. Diese Ermittlungen und dem Prozess mehr Raum zu geben wäre wesentlich sinnvoller gewesen als die fiktive Parallelgeschichte um die Reederfamilie.

    Fazit: Ein Lesenswertes Buch, jedoch darf man sich keinen authentischen Tatsachenroman um Fritz Honka vorstellen. Da hätte der Autor mehr daraus machen können. Positiv ist die Schilderung des Sittenbildes jener Menschen die damals am Rande der Gesellschaft lebten und sich ihren Kummer und Frust im Alkohol ertränkt haben.


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  6. Cover des Buches Der Verdacht (ISBN: 9783328601449)
    Ashley Audrain

    Der Verdacht

     (134)
    Aktuelle Rezension von: LisaCou

    Ich hatte Bauchweh beim Lesen und habe mir gewünscht, endlich die letzte Seite zu erreichen. Hochachtung für die Autorin, dass sie das schreckliche Unbehagen bei dieser entfremdeten Mutter-Kind Beziehung so eindringlich beschreiben kann, dass man richtig Angst bekommt, selbst wenn man keine eigenen Kinder hat. Ich vergebe 5 Sterne für die unfassbar tolle, spannende Story, aber ich würde das Buch trotzdem nicht weiterempfehlen. Ich fand es zutiefst verstörend.

  7. Cover des Buches Boy in the Park – Wem kannst du trauen? (ISBN: 9783426305713)
    A. J. Grayson

    Boy in the Park – Wem kannst du trauen?

     (164)
    Aktuelle Rezension von: Erdbaerchen

    Das Cover gibt leider nicht allzuviel her, allerdings hat mir die Farbwahl sehr gut gefallen. 

    Wie der Titel schon sagt geht es in diesem Buch um einen Mann, Dylan, der sich in der Mittagspause immer in den nahen Park setzt und dabei einen Jungen beim Spielen beobachtet. Eines Tages merkt er, dass der Junge Verletzungen und blaue Flecken aufweist. Schließlich verschwindet der Junge komplett von der Bildfläche. Dylan, dem der Bub sehr ans Herz gewachsen ist, macht sich auf die Suche nach ihm.

    Der Autor baut an manchen Anfängen eines Kapitels kurze Gedichtspassagen ein, die Dylan im Park schreibt, wenn er den Jungen beobachtet. Das fand ich sehr erfrischend, wobei die Textpassagen immer nur einen kurzen Eindruck geben. Im Allgemeinen finde ich den Schreibstil des Autors sehr lyrisch. Am Anfang war es etwas gewöhnungsbedürftig, doch ich hatte hier keine Probleme hineinzufinden. Der Autor hat sehr detailgetreu geschrieben. Er hat sich für die einzelnen Szenen viel Zeit gelassen. So kam man auch mit den Sprüngen zwischen Gegenwart und Vergangenheit gut mit. Außerdem hat der Autor den Leser bis zum Schluss im Unklaren gelassen, wie die Beziehungen der einzelnen Protagonisten zueinander sind. Die Grübeleien halten die Spannung aufrecht. 

    In seiner Danksagung hat der Autor nochmals erwähnt wie schwer sich Gewalt in der Familie für Kinder im späteren Alter auswirken kann. Leider sind dies keine Einzelfälle. Dadurch war das Buch für mich noch einmal umso emotionaler.

    Fazit: Der Schreibstil ist etwas gewöhnungsbedürftig. Wenn man jedoch erst einmal hineingefunden hat ein absolut toller Psychothriller. Erinnerte mich etwas an "Girl in the Train".

  8. Cover des Buches Der Abgrund in dir (ISBN: 9783257070392)
    Dennis Lehane

    Der Abgrund in dir

     (155)
    Aktuelle Rezension von: claudiaZ

    Auf der Rückseite des Buches steht, dass es sich um einen trickreichen Thriller voll überraschender Wendungen handelt. Dies habe ich in der ersten Hälfte des Buches jedoch vermisst. Zu Beginn ist Rachel Childs auf der Suche nach ihrem leiblichen Vater, dies nimmt viele Seiten in Anspruch, endet dann und hat mit dem Fortgang der Handlung dann auch nicht mehr so viel zu tun. 

    In der zweiten Hälfte ist das Buch auf jeden Fall spannend und der Ausgang nicht vorhersehbar, was für mich einen guten Thriller ausmacht.  


  9. Cover des Buches Insomnia (ISBN: 9783499268571)
    Jilliane Hoffman

    Insomnia

     (315)
    Aktuelle Rezension von: Katharina_Klopotek



    Ich hatte diese Woche mal wieder richtig Lust, einen Roman von Jillian Hoffman zu lesen 


    "Cupido" ist sicherlich den meisten Thriller Fans ein Begriff, und diese wissen auch, dass Jilliane Hoffman es schafft, spannende Geschichten zu Blatt zu bringen, in denen nicht alles ist, wie es scheint - überraschende Plotttwists - und individuelle Charaktere zu zeichnen.


    [ Achtung: kleiner Spoiler] 

    In diese Buch treibt der Hammermörder sein Unwesen. Die Teenagerin Malory, verschwindet für ein paar Tage. Ihre Probleme - Liebe, Betrug, ihr Stiefvater - sind ihr über den Kopf gewachsen, als junge Frau weiß sie nicht damit umzugehen. Da die Medien ihr Verschwinden sofort mit dem umhergehenden Serienmörder, sie passt perfekt in sein Profil, in Verbindung bringen, nimmt sie dies als Ausrede. Der gewiefte Ermittler Bobby Dees bemerkt dies aber ziemlich schnell, woraufhin dem Mädchen, dass nun von Shitstormen und Drohungen überrannt wird, kein normales Leben mehr möglich ist. Sie zieht weg, ändert ihre Identität und vermeidet tiefere Beziehungen, aber durch ihre Lügen hat sie das Interesse des Killers geweckt... 


    Malory versucht, vier Jahre nach dem Vorfall, mit ihrer neuen Identität Callie in ein neues Leben zu starten und lernt einen Mann kennen, dem sie, obwohl sie versucht niemanden an sich ran zu lassen, nicht abgeneigt scheint. 

    Abgesehen von dem spannenden Fall um den Serienmörder hat mich diese Romanze besonders gefesselt. Vor allem, weil ich bei Jilliane Hoffman vorher das Gefühl hatte, das  die weiblichen Charaktere immer nur auf die Avancen ihrer männlichen Gegenstück reagieren, sich Stereotype verhalten, zuweilen sogar dumm. Eine wirklich schöne Geschichte in der Geschichte 


    Das Ende... na ja...ist super, bis der Plotttwists kommt. Wenn ihr meine Rezi aufmerksam lest, wisst ihr, dass ich Realität über Spannung stelle. Ich habe mich mittlerweile damit abgefunden, dass fast alle Thriller Autoren einem bestimmten Muster folgen, deshalb, und weil es zudem nicht wirklich vorrausschaubar ist. Ich bin halt auch ne Meckerziege. Trotzdem oder gerade deshalb eine klare Empfehlung! 


  10. Cover des Buches Die Harpyie (ISBN: 9783406766633)
    Megan Hunter

    Die Harpyie

     (107)
    Aktuelle Rezension von: Rosecarie

    "Ich fragte meine Mutter, was eine Harpyie sei; sie sagte, dass sie Männer für das strafen, was sie tun."

    Das Buch erzählt die Geschichte einer Ehe. Der Mann geht fremd und die beiden treffen eine Übereinkunft, wie sie damit umgehen wollen.

    Dem Schreibstil war ich sofort verfallen. Ich wollte keinen Satz verpassen, manche las ich sogar zweimal. Das Buch ist wirklich auf eine außergewöhnliche Art und Weise geschrieben.

    Mit der Protagonistin Lucy konnte ich mich nicht identifizieren, aber sie hat mich fasziniert. Sie ist eine interessante Figur mit einer undurchsichtigen Vergangenheit. Etwas schlummert in ihr und die Verknüpfung mit dem Bild einer Harpyie oder viel mehr mit den verschiedenen Bildern einer Harpyie hat mich beeindruckt.

    Die Atmosphäre hatte was Unheilvolles, es war düster und hat dafür gesorgt, dass ich fast die ganze Zeit sehr angespannt gelesen habe.

    Die Verletzung auf ihrer Seite und die Schuld auf seiner waren klar zu spüren. Aber da war auch noch der Wunsch, wieder zurück zu dem zu kommen, was die beiden hatten. Sie wussten nur nicht, wie. Sie finden dann aber doch noch einen Weg. Einen ungewöhnlichen, aber er scheint für sie zu funktionieren.

    Jakes Angebot hat irgendeinen Wesenszug in Lucy angesprochen, der bisher wohl tief in ihr verschlossen gewesen war... Das Angebot und dessen Umsetzung veränderte sie.

    Es ist ja so schon schwer genug, eine Beziehung zu retten, in der betrogen wurde. Aber was danach kam... Ich konnte mir kaum vorstellen, dass man danach noch normal weitermachen kann. Das übersteht doch keine Ehe. Krasse Idee.

    Ich bin mir nicht sicher, ob Jake seinen Vorschlag nicht recht schnell bereut hat. Ob er vielleicht gedacht hat, dass sie ihn nicht annehmen würde oder ob er nicht damit gerechnet hat, was dann auf ihn zukommt. Aber er macht keinen Rückzieher. Vielleicht hat er wirklich gehofft, so seine Ehe zu retten.

    Mir hat es gefallen, wie Mutterschaft in diesem Buch als das dargestellt wird, was es ist und nicht wie die Allgemeinheit es gern hätte. Was von einer Frau verlangt wird, wie eine perfekte Mutter von der Gesellschaft gezeichnet wird, ein sehr unrealistisches Bild. Ihre Auseinandersetzung mit sich selbst, ihrer Vergangenheit, ihrer Ehe und ihrem Selbstbild als Mutter mochte ich sehr.

    Das Ende fand ich irritierend und ehrlich gesagt etwas besorgniserregend ^^ ich bin mir nicht sicher, ob ich das Werk in seiner Gänze begriffen habe, fand es aber im Gesamten richtig gut. Vor allem der Schreibstil hat es mir angetan. Ich verstehe, warum das Buch polarisiert. Ich hatte ein außergewöhnliches Leseerlebnis und bin froh, dass ich mich für dieses Buch entschieden habe.

  11. Cover des Buches Wenn du mich tötest (ISBN: 9783426305126)
    Karen Winter

    Wenn du mich tötest

     (113)
    Aktuelle Rezension von: UlrikesBuecherschrank

    Detective Sergeant John Mills soll in der Sandwood Bay das an der schottischen Westküste liegt , die verschwunde Touristin Laura Tahn suchen . Ihr Mann Julian hat sie als vermisst gemeldet . Warum ist sie nicht mehr vom Wasserholen ans Zelt zurückgekehrt ? Warum hat Laura ihr Handy im Zelt zurückgelassen , verborgen zwischen der Kleidung ? Und was hatte es mit dem Streit bei einer Bootsfahrt auf sich kurz bevor sie verschwand ? Fragen , die sich John Mills stellen während er ermittelt . Diese werfen immer neue Fragen auf die bis in Julian's  Vergangenheit gehen ...

    Die einzelnen Kapitel berichten aus Sicht der verschiedenen Charaktere . Dabei ist besonders Julian komplex und schwer zu durchschauen . Die Protagonisten passen hervorragend zu dieser Story  und sind vortrefflich beschrieben . Der Spannungsbogen ist so wie er sein sollte : Je mehr ich las umso aufregender wurde der Thriller . Der Schreib - und Erzählstil ist bildhaft , dicht und flüssig geschrieben . 

    Fazit : Die Autorin beschreibt bildhaft die schottische Natur was mir besonders gut gefiel . Da passt die Landkarte auf der Innenseite des Covers dazu . So konnte ich mir auch gleich einen Überblick über das Land machen . Die Kapitel sind recht kurz gehalten und so aufgebaut dass ich immer weiterlesen musste . Der Thriller fängt harmlos an aber Seite für Seite steigt die Spannung . Je weiter ich las umso mehr Fragen bauten sich auf und sie hatten sich durch das ganze Buch gezogen . Das Ende hat mich überrascht aber es konnte mich nicht so ganz überzeugen . Es ist ein spannender Thriller in dem Stück für Stück das Rätsel gelöst wird . Ich finde es ist ein guter Thriller der einige unvorgesehene Wendungen und zudem noch hervorragende Charaktere besitzt .

  12. Cover des Buches Totenhaus (ISBN: 9783442714421)
    Bernhard Aichner

    Totenhaus

     (235)
    Aktuelle Rezension von: WDP

    Inhalt:
    Eine Mörderin auf der Flucht. Brünhilde Blum wacht eines Tages in einem Albtraum auf. Einer der fünf Menschen, die sie umbringen musste, taucht plötzlich wieder auf. Bei einer Exhumierung auf einem Innsbrucker Friedhof werden in einem Sarg zwei Köpfe und vier Beine gefunden. Nur eine Person kommt als Täterin in Frage: die Bestatterin, die die Toten damals eingebettet hat. Blum muss fliehen, und sie muss ihre Kinder zurücklassen. In einem seit zwanzig Jahre leerstehenden Hotel findet sie Zuflucht, an einem Ort, den sie …

    Der Plot:
    Wie es der Zufall haben will. Nach dem ersten Teil, schien alles wieder im Lot zu sein. Doch ‚eine alltägliche Geschichte‘, die Blum eigentlich nicht betrifft, deckt ihre Vergangenheit auf. Bis hierher ist die Storyline in Ordnung. Was danach kommt, ist ein reines Fantasieprodukt. Der verlassene Ort, die morbide Kunst und dazwischen Blum mit ihrer Familie. Hat mir weniger gefallen.

    Die Charaktere:
    Die Charaktere, die Guten und die Bösen, die Zwielichtigen die Metamorphosen, alle erwachen vor dem geistigen Auge zu Leben. Eine Freude. 

    Die Sprache:
    Über Brnhard Aichner Sprachstil habe ich schon öfter geschrieben. Man liebt ihn, oder hasst ihn. Sehr polarisierend. Hat man sich aber eingelesen, dann ist er faszinierend. Ohne Schnörkel, in kurzen Sätzen. Einzig: Mich nervt die zwanghafte Abweichung von der gewohnten Schreibart. Bindestriche anstelle von Anführungszeichen am Beginn der direkten Rede ohne das Ende zu markieren. Punkteabzug! 

    Fazit:
    Eine spannende Lektüre, wenn man die Logik aus dem Kopf verdrängt. Das Setting ist gut, aber erscheint trotz allem ein wenig zu konstruiert, weshalb ständig ein schaler Nachgeschmack bleibt.

  13. Cover des Buches GIRL A (ISBN: 9783749901050)
    Abigail Dean

    GIRL A

     (150)
    Aktuelle Rezension von: coffee2go

    Die Geschichte von Alexandra Gracie und ihren Geschwistern ist auf der einen Seite so grauenhaft und schrecklich, aber zugleich so fesseln, dass man nicht aufhören kann und die gesamte Lebensgeschichte in allen Facetten erfahren möchte. Spannend finde ich, dass alle Beteiligten eine etwas andere Wahrnehmung hatten, auch die Kinder wurden unterschiedlich behandelt und haben komplett andere Erinnerungen an ihre Zeit der Gefangenschaft im Elternhaus. Der Vater kann leider nicht mehr befragt werden, aber die Mutter hat auch ihre Sicht der Dinge und ihre Meinung dazu, was richtig und falsch war. Interessant ist ebenfalls, wie die Kinder ihr Leben danach teilweise besser, teilweise überhaupt nicht auf die Reihe bekamen und welche Rolle die restlose Aufklärung für ihren inneren Frieden spielt, auch hier gibt es enorme Unterschiede.

  14. Cover des Buches Tu es. Tu es nicht. (ISBN: 9783596191475)
    S.J. Watson

    Tu es. Tu es nicht.

     (175)
    Aktuelle Rezension von: abuelita

    Das Vorgängerbuch fand ich wirklich gut, dies hier aber hat mich nicht ganz überzeugt.

    Es geht eher harmlos und oberflächlich los; Protagonistin Julias Alltagsleben ist nicht sonderlich spannend. Dann wird ihre Schwester, mit der sie zuletzt gar kein gutes Verhältnis mehr hatte, in Paris ermordet.

    Und Julia will den Mörder finden; deshalb meldet sie sich auch auf einer Website an, auf der Schwester Kate unterwegs war. Und nun darf der Leser miterleben, wie sie in diese „Sucht“ hingezogen wird, sich hineinziehen lässt. Eher naiv und sehr leichtsinnig. Aber auch durchaus nachvollziehbar.

    Der Autor verarbeitet einige Themen in diesem Buch – die Gefahren des Internet-Datings, Alkoholismus, Manipulation…. und seinen Schreibstil mag ich nach wie vor.

    Das Ende dann ist enttäuschend – es kommt mir so „bemüht“ vor und – es ist ein offenes Ende. Das mag ich nicht so gerne.

    Trotzdem vergebe ich gute drei Sterne, denn als Zeitverschwendung empfand ich das Lesen dieses Buch nicht.  

     

  15. Cover des Buches Der Vorleser (ISBN: 9783257261349)
    Bernhard Schlink

    Der Vorleser

     (5.684)
    Aktuelle Rezension von: Alexa-Tim

    Manchmal echt verwirrend wie Bernhard Schlink geschrieben hat. Ich musste erst einmal damit klar kommen, dass er aus verschiedenen Zeitformen innerhalb eines Kapitels schreibt.
    Er schreibt aus der Sicht des Jungen.
    Einmal schreibt er von seiner Erinnerung mit Hanna, was in der Vergangenheit liegt und zum anderen wechselt er in die Gegenwart. Das war anfangs verwirrend, aber damit kam ich schnell zurecht und hatte begriffen, dass er seine Geschichte, die er erlebt hat erzählte.

    Die Geschichte ist in drei Teile geteilt und innerhalb der Geschichte geht ein roter Faden durch. Es ist zwar etwas anders geschrieben, aber dennoch sehr interessant. Die Protagonisten sind faszinierend geschildert.
    Das Ende hat mich echt überrascht und damit habe ich gar nicht gerechnet.

    Ich hätte nicht gedacht, dass ich das Buch gut finden würde. Die Story ist wirklich interessant und spannend. Der Sprachstil natürlich ein anderer als in der heutigen Zeit. Aber dennoch ein guter Klassiker.

    Von mir gibt es 4 Sterne.

  16. Cover des Buches Still - Chronik eines Mörders (ISBN: 9783426305119)
    Thomas Raab

    Still - Chronik eines Mörders

     (206)
    Aktuelle Rezension von: Buschchristine

    Schon als Kind ist Karl anders. Er erträgt keinen Lärm um sich herum. Als sein Vater dies bemerkt, ist er sehr bemüht, seinem Sohn zu helfen. In dem kleinen Dorf wird das sehr argwöhnisch beobachtet. Als Karl älter wird, spitzt ich die Lage immer mehr zu. Auf der Suche nach Stille und Liebe hinterlässt er Angst und Tod im Dorf. Eines Tages verschwindet er einfach.

    Ehrlich gesagt wollte ich dieses Buch gar nicht zu Ende lesen. Der Schreibstil des Autors lag mir zuerst gar nicht. Doch ich blieb dran und wurde mit einer aussergewöhnlichen Geschichte belohnt.

    Karl's Suche wird sehr anschaulich beschrieben. Seine Sichtweise ist sehr ungewöhnlich und doch irgendwie zu verstehen. Im Verlaufe der Jahre findet er einen Ort, der ihm auch eine innere Ruhe bringt. Diese währt jedoch nicht ewig und seine Suche beginnt wieder. Wird er sie finden? Diese eine Liebe, die er einmal durch einen einzigartigen Menschen geglaubt hat, gefunden zu haben?

    Im Verlauf der Geschichte habe ich oft Mitleid mit Karl gehabt; wenn er auch grausame Dinge tat. Aber kann man wirklich Mitleid mit einem Mörder haben? In diesem Buch hatte ich es auf jeden Fall.  

  17. Cover des Buches Falsche Schwestern (ISBN: 9783841402257)
    Cat Clarke

    Falsche Schwestern

     (67)
    Aktuelle Rezension von: Petra54

    Klappentext: „Vor 13 Jahren verschwand meine Schwester. Jetzt ist sie wieder da. Nichts ist, wie es war.“

    Der Roman erinnert an die Entführung von Natascha Kampusch, die jahrelang in einem Kellerloch versteckt und vom Entführer missbraucht wurde.


    Diese Geschichte spielt jedoch in England. Sie ist hervorragend aus der Sicht der jüngeren Schwester erzählt, die sich nicht an die Entführte erinnert und ihre Eltern jahrelang vor Kummer über den Verlust leiden sah. Plötzlich taucht die Vermisste wieder auf und alles dreht sich wieder nur um sie.

    Das Ende gefiel mir nicht so gut, doch es passt, ist schlüssig und macht die Geschichte noch spannender, als sie ohnehin schon ist.


    Mir gefiel der Schreibstil der Autorin so gut, dass ich ein weiteres Buch von ihr lesen werde.

  18. Cover des Buches Schuld und Sühne (ISBN: 9783866477650)
    Sven Michaelsen

    Schuld und Sühne

     (486)
    Aktuelle Rezension von: Tulpen

    Hier haben wir mal wieder ein Exemplar der 99 Bücher, die man gelesen haben sollte (ich arbeite mich seit einiger Zeit durch dieses Rubbelposter). Und ja, es hatte natürlich keiner gesagt, dass es einfach wird. Aber im Vergleich zu anderen Klassikern konnte mich "Schuld und Sühne" mit seinem moralisch- psychologischen Ansatz irgendwie so gar nicht packen. Es ist wahrscheinlich ein Frevel, aber für mich war das nichtssagend.

  19. Cover des Buches Die Elemente des Todes (ISBN: 9783426523131)
    Axel Petermann

    Die Elemente des Todes

     (79)
    Aktuelle Rezension von: Kerstin_Lohde

    Auf dieses Buch war ich sehr gespannt denn da hat der ehemalige Ermittler Axel Petermann mitgewirkt und ich finde das verspricht Spannung.

    So habe ich mit dem Lesen begonnen und festgestellt das meine Ansprüche komplett erfüllt wurden.

    Denn ich hatte ein paar Bedenken dass es mehr ein Sachbuch als wie ein Roman geschrieben ist. Aber eben diese Bedenken konnte ich getrost vergessen, denn es ist spannend geschrieben.

    Es gibt in den einzelnen Kapiteln verschiedene Zeitsprünge bzw Rückblenden mit denen so nach und nach das Geschehen besser verstanden wird.


    Ich kann dieses Buch nur jedem Thriller Fan empfehlen bzw ans Herz legen.

  20. Cover des Buches Die Mittagsfrau (ISBN: 9783596175529)
    Julia Franck

    Die Mittagsfrau

     (390)
    Aktuelle Rezension von: Bibi1999

    Helene wächst zu Zeiten des ersten Weltkrieges auf. Während des zweiten Weltkrieges bekommt sie einen Sohn und bringt ihn und sich durch die Kriegsjahre. Nach dem Krieg als alles möglich schien, lässt sie ihn alleine am Bahnsteig zurück. 

    Das Buch umfasst 430 Seiten. Das Buch beginnt mit dem Prolog, welcher einige Jahre später spielt, wie das erste Kapitel beginnt. 

    Der Start in die Geschichte fällt leicht. Verwirrend ist jedoch, dass die wörtliche Rede nicht als solche gekennzeichnet ist. Dadurch kam ich relativ langsam im Buch voran, da es schwierig war zu erkennen, wann etwas gedacht wurde und wann nicht. Helene war mir sehr sympathisch und ich konnte viele ihrer Handlungen nachvollziehen

    Leider passierte der Inhalt des Klappentextes erst ziemlich zum Schluss der Geschichte, was ich sehr schade fand. Zu diesem Zeitpunkt war mir Helene auch nicht mehr wirklich sympathisch. Die Emotionen waren etwas kurzgehalten. Zwischendurch war es leider etwas ziehend.

    Abschließend betrachtet war es ein nettes Buch für zwischendurch, welches meine Erwartungen nicht ganz erfüllen konnte.

  21. Cover des Buches Am Strand (ISBN: 9783257237887)
    Ian McEwan

    Am Strand

     (304)
    Aktuelle Rezension von: Herbstrose

    Edward Mayhew und Florence Ponting, beide 22 Jahre alt, sind frisch verheiratet und befinden sich nun in einem Landhaushotel am Strand von Chesil Beach an der Küste von Dorset, wo sie ihre Hochzeitsnacht und die Flitterwochen verbringen möchten. Sie sind zwar sehr verliebt, haben aber (man schreibt das Jahr 1962) noch keinerlei sexuelle Erfahrung. Entsprechend nervös sitzen sie in ihrer Suite beim Abendessen und machen sich die unterschiedlichsten Gedanken, wie es nun weiter gehen wird. Darüber sprechen können sie nicht, es fehlen ihnen die Worte. Während Edward stark erregt ist, macht sich bei Florence Panik breit. Sie ahnt, sie wird sich vor dem was nun kommen wird ekeln, möchte aber Edward keinesfalls enttäuschen. Edward hingegen hat bestimmte Vorstellungen, weiß diese jedoch nicht richtig anzuwenden. So steuern sie auf ein Desaster zu, das ihr Leben für immer verändern wird …

    Ian McEwan wurde 1948 in Aldershot/England geboren. Er studierte Englische Literatur an der Universität Sussex, besuchte Kurse für kreatives Schreiben und machte seinen Master an der University of East Anglia in Norwich. Seine Masterarbeit bestand aus einer Reihe von Kurzgeschichten, die später unter dem Titel „First Love, Last Rites“ veröffentlicht wurden. McEwan schrieb zahlreiche erfolgreiche Romane, die auf den Bestsellerlisten landeten und für die er mehrere englische Literaturpreise erhielt. Heute lebt er in London.

    Wie häufig in den Büchern McEwans geht es auch in „Am Strand“ um zwischenmenschliche Beziehungen, um tragische Verwicklungen, fatale Irrtümer und schicksalhafte Missverständnisse. Beinahe minuziös schildert uns der Autor die dramatischen Geschehnisse in der Hochzeitsnacht, immer wieder unterbrochen von zeitlichen Rückblenden und von gedanklichen Erinnerungen der Protagonisten. So erhalten wir Einblick in ihr Seelenleben und ihre Gefühlswelt, erfahren von ihren Hoffnungen und Wünschen und von Erlebnissen in ihrer Kindheit. Dabei wird dem Leser allmählich bewusst, dass Florences Widerwille gegen alles sexuelle wohl auf ein traumatisches Erlebnis mit ihrem Vater zurückzuführen ist. Am nächtlichen Strand findet dann eine Aussprache mit gegenseitigen Vorwürfen statt, die jedoch wiederum missverständlich endet. Mehr soll hier nicht verraten werden!

    Fazit: Ein großartiges Buch, beinahe ein Kammerstück, das aufwühlt und sehr nachdenklich macht.

  22. Cover des Buches Winter in Maine (ISBN: 9783442747597)
    Gerard Donovan

    Winter in Maine

     (298)
    Aktuelle Rezension von: Eleonora

    Julius Winsome hat nicht mehr viel im Leben. Seine Mutter starb bereits bei seiner Geburt, sein Großvater und Vater vor einigen Jahren und seine Freundin Claire verließ ihn ebenfalls vor geraumer Zeit. Er hat nur noch seinen geliebten Pitbullterrier Hobbes mit dem er in einer einsamen Hütte mitten im Wald wohnt. Umringt von 3282 Büchern, mit einer Tasse Tee in der einen und einem Buch in der anderen Hand, hat er seinen Stammsitz direkt am Ofen, so wie einst auch sein Vater. Er führt ein ruhiges, unspektakuläres Leben und fühlt in jeder Ecke der Hütte Erinnerungen an seine Kindheit und auch an seine Zeit mit Claire wieder aufleben. Doch als er eines Tages Hobbes erschossen im Schnee unweit seines Zuhauses auffindet, wandelt er sich vom friedvollen Einsiedler zum Rächer seines treuen Freundes📖 


    Trotz des Rachefeldzuges im Buch ist es eine sehr ruhige Geschichte. Julius ist sich seiner Taten vollends bewusst und handelt sehr strategisch und durchdacht. Immer wieder zieht es ihn in die Vergangenheit und er erzählt von seinem Großvater, der im ersten Weltkrieg und auch von seinem Vater, der im zweiten Weltkrieg gekämpft hat und von denen er alles gelernt hat. An seine Zeit mit Claire denkt er wehmütig zurück und vermisst sie, stellt sich aber auch immer wieder die Frage, wieso es mit ihnen auseinander ging. Mit seinem einsamen Leben hat er sich im Grunde abgefunden. Jedoch scheint mit dem Tod seines Hundes eine Grenze überschritten zu sein. Ein Verlust zu viel, ein Tropfen der das Fass zum Überlaufen bringt und Julius aus seiner Isolation herausholt um den Täter zu finden, dies aber in einer äußerst ruhigen und bedachten Weise. 

    Das Buch ist in 50 Kapitel unterteilt, die jeweils sehr kurz gehalten sind. Der Schreibstil, klar und schnörkellos, lässt einen flott vorankommen. 

    Ich fühlte mich für 208 Seiten tatsächlich versetzt ins eiskalte, verschneite Maine und die Geschichte von Julius hat mich ganz gut abgeholt. (4/5)⭐🙂

  23. Cover des Buches Die Vegetarierin (ISBN: 9783746637600)
    Han Kang

    Die Vegetarierin

     (389)
    Aktuelle Rezension von: Scarbooks


    Es gibt Bücher, die man so schnell nicht wieder vergisst, aus ganz verschiedenen Gründen. Mal sind sie besonders grausam, mal sehr traurig oder aber auch lustig, wieder andere brennen sich aufgrund extremer Fiktion oder Realität ins Hirn (mal mehr, mal weniger lange) oder oder oder ... und dann gibt es auch noch jene, die so außergewöhnlich sind, dass man sie ganz fest im Herzen einschließen und am liebsten gar nicht mehr heraus lassen möchte. 



    “Die Vegetarierin” gehört für mich absolut und unbedingt zu den Außergewöhnlichen und Besonderen! Ein kleiner Schatz, der es trotz der nicht mal vielen Seiten geschafft hat, mich aus den Socken zu hauen und ganz tief zu beeindrucken! Ja, ich bin verliebt. Verliebt In diese “andere”, überraschende, ungewöhnliche und ergreifende, tiefe Geschichte. 
    Das Kuriose daran: Ich kann nicht mal genau sagen, wieso! Sie hat mich einfach gepackt und vollkommen unerwartet den richtigen Nerv getroffen. 



    Eine Geschichte voller Kunst, Emotionen, Verwirrtheit, Wahrheit, Geheimnisse, Wünsche & Träume, die durch einen ziemlich nüchternen und klaren Schreibstil, der aber dennoch oder gerade deswegen so gut passt, dafür sorgte, dass ich nach Beenden dieses Werks ganz tief und ... ja, ich würde fast sagen schwermütig geseufzt und durchgeatmet habe. 



    Erzählt wird aus drei Perspektiven, beginnend mit dem Ehemann Yong-Hyes, der erzählt wie sich seine Frau plötzlich verändert, nachdem sie beschließt, kein Fleisch mehr zu essen. Während sie sich immer mehr zurück zieht und seltsam scheinende Eigenarten entwickelt, die niemand – erst recht nicht ihre eigene Familie – nachvollziehen und verstehen kann, zweifelt er einfach immer mehr an ihrem gesunden Menschenverstand. Aber das ist noch nicht alles ... 



    Dann bekommt der Leser Einblicke in die Sicht des Schwagers, der sich auf eine schräge Art auf die immer distanziertere und abbauende Vegetarierin zu fixieren scheint und bald nur noch eines im Kopf hat ... seine Kunst. 



    Und zuletzt begleiten wir Yong-Hyes Schwester, In-Hye, die die einzige aus der Familie ist, die noch Kontakt zu der “Kranken” hat und sie regelmäßig an dem Ort besucht, an den es Yong-Hye nach all den Ereignissen und Geschehnissen verschlagen hat ... 



    Dieses Buch ist eine solche Bereicherung und so schön. Es fällt mir schwer, die richtigen und passenden Worte zu finden. Ich liebe es. 
    Und auch wenn ich weiß, dass es sicherlich nicht jedermanns Sache ist, möchte ich dieses kleine Kunstwerk jedem ans Herz legen, der sich auf das von mir Erwähnte & Beschriebene einlassen möchte und kann. 



    Eine ganz klare Leseempfehlung und ein dazu.


  24. Cover des Buches Eiskalte Verschwörung (ISBN: 9783827194374)
    Astrid Korten

    Eiskalte Verschwörung

     (62)
    Aktuelle Rezension von: Irve


    .
    Bardo Erbach, ein renommierter Kriminologe und Berater des Innernministeriums, stirbt plötzlich an Herzversagen. Sehr zur Verwunderung seiner Tochter Alexa, denn sie hatte ihn erst vor kurzer Zeit selbst untersucht und keine Unregelmäßigkeiten feststellen können. Viel Zeit, sich um den Tod ihres Vaters Gedanken zu machen, hat sie allerdings nicht, denn ihr wird die Leitung einer psychologischen Studie angeboten. (Den Originalbeitrag findet ihr auf meinem LitBlog: https://irveliest.wordpress.com/2016/03/24/astrid-korten-eiskalte-verschwoerung/). Alexa arbeitet an einer Forensischen Stafanstalt und sagt zu, diese Studie an einem ihrer Patienten durchzuführen. Sie tut dies nach bestem Wissen und Gewissen und ist sehr erstaunt darüber, dass der Entwicklungsverlauf ihres Probanden zunächst überraschend negativ ausfällt, bevor schließlich alles aus dem Ruder läuft.

    Auch im Privatleben von Alexa Erbach summieren sich merkwürdige Vorfälle. Ihr Mann Tom verhält sich immer auffälliger, ebenfalls ihr Sohn Josh.. Was ist nur los?

    Zur Zeit an einem anderen Ort lesen wir von Janus, der auf abartigste Weise Frauen quält – und ich hätte mir sehr gewünscht, dass die Autorin nur die kranken Fantasien des Mannes beschreibt und er diese Taten nicht wirklich begeht. Nicht nur für einzelne Frauen ist der Mann gefährlich, denn an anderer Stelle erfahren wir, dass Janus auch im Untergrund der Weltpolitik seine schwarze Seele zeigt. Der Software-Entwickler ist in den Handel mit ganz und gar nicht legalen Programmen verwickelt.

    Astrid Korten hat einen actionreichen, sehr rasanten Thriller über die Themen Überwachung, Spionage und intrigante Manipulation geschaffen. Dabei wird der Leser damit konfrontiert, welche Gefahr droht, wenn digitale Daten in die falschen Hände gelangen. Das Thema ist sicher nicht neu, aber im Hinblick auf den technischen Stand unserer Welt wird es ein Dauerbrenner bleiben und ständig an Brisanz gewinnen. Wir reden hier nicht von Daten, die auf irgendwelchen Payback-Karten gespeichert und zu Werbezwecken verkauft werden. Es geht ans Eingemachte, die persönliche Sicherheit, die Gefahr der unbemerkten Manipulation, die möglicherweise bin hin zur Handlungsunfähigkeit von Staaten führen kann.

    Die Autorin hat umfassend für ihren Thriller recherchiert und leitet dieses Wissen in Form eines Anhangs an den Leser weiter. Das ist sehr hilfreich, denn der Thriller selbst weist ein hohes Erzähltempo auf, hat keine Zeit, lange an einem Ort zu verweilen, oder sich mit langen Hintergrundinformationen aufzuhalten. Mir persönlich wäre dieser ausführlichere Stil gelegener gekommen. Man muss schon sehr gut aufpassen, was passiert und von wem die Rede ist. Denn es geht Schlag auf Schlag, alles ist wichtig und zu leicht könnte ein wichtiger Aspekt überlesen werden.
    Aber der Schreibstil ist ja bekanntlich Geschmackssache.

    Ebenso „knapp“ wie die Handlung werden die Charaktere behandelt. Hier gibt es keine Gelegenheit, die Figuren richtig kennenzulernen, mit ihnen warm zu werden. Daher konnte ich mich mit niemandem wirklich identifizieren….aber eins war klar: Ich hoffte sehr, dass es Janus an den Kragen gehen würde – und zwar so fies wie möglich!

    Wirklich begeistert hat mich der Schluss. Denn der Thriller endet mit einer Wende, mit der ich nie und nimmer gerechnet hätte! Der Aha-Effekt war gewaltig und alle losen Fäden, die ich bis dahin während des Lesens angesammelt hatte, wurden zu einem pechschwarzen Faden der Erkenntnis verwoben – wobei….so ganz beendet ist die Geschichte für einige der Protagonisten eigentlich nicht….

    Dieser gut recherchierte Thriller über die Gefahr der Datenmanipulation ist am Puls der Zeit. Sein fixer Erzählstil dürfte allen gefallen, die es tempo- und actionreich mögen. Und wer unerwartete Wendungen zum Schluss mag, kommt ebenfalls auf seine Kosten.

    Inhalt
    Berlin ist in Aufruhr.
    Als das Herz von Bardo Erbach, renommierter Kriminologe und Berater des Innenministeriums, aufhört zu schlagen, erschüttert gleichzeitig ein bestialischer Mord die Bundeshauptstadt.
    Seine Tochter Alexa, Leiterin der Forensischen Strafanstalt, stimmt nach seiner Beisetzung einer Studie des Innenministeriums zu. Parallel geraten Alexa, ihr siebenjähriger Sohn Josh und Tom, ihr Ehemann und Ermittler beim BKA, ins Visier des Softwareentwicklers und Psychopathen Janus. Gewalt und Tod bestimmen auf einmal Alexas Leben …
    Ein spannender, hochbrisanter Top-Thriller, der die Gefahren von Predictive Policing – die vorhersehende Polizeiarbeit – und der digitalen Überwachung skizziert.

    Buch
    „Eiskalte Verschwörung“ von Astrid Korten ist unter der ISBN-Nr. 978-3-8271-9437-4 im Niemeyer Buchverlag erschienen. Der Thriller umfasst 304 Seiten und ist ebenfalls als Ebook erhältlich.

    Autorin
    Astrid Korten, geboren 1962 im niederländischen Heerlen, lebt heute mit ihrer Familie in Essen. Sie studierte Wirtschaftswissenschaften an den Universitäten Leiden und Maastricht, arbeitete viele Jahre als Marketing- und Vertriebsleiterin sowie als Geschäftsführerin eines renommierten Pharmaunternehmens. Ihre große Leidenschaft aber ist das Schreiben, das sie 2004 zu ihrem Beruf machte. Astrid Korten schreibt Thriller, Romane für Kinder und Erwachsene sowie Drehbücher, Theaterstücke und Kurztexte. Ihr bevorzugtes Genre ist die Spannung. Bei ihrer akribischen Recherche lässt sie sich von Forensikern, Psychologen, Gentechnologen, Pathologen und Medizinern beraten. Die Autorin ist Mitglied im Syndikat und Mörderische Schwestern e.V. und außerdem als Kultur-Redakteurin für das erfolgreiche Online-Portal FRAUENPANORAMA tätig. In ihrer Freizeit spielt sie Saxophon, malt (Öl auf Leinen) und unterstützt ehrenamtlich diverse humanitäre Organisationen
    Quelle: Niemeyer Buchverlag

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