Bücher mit dem Tag "psychologie"
783 Bücher
- Stefanie Stahl
Das Kind in dir muss Heimat finden
(278)Aktuelle Rezension von: julia-elysiaVor über einem Jahr habe ich das Buch "Jein! Bindungsängste erkennen und bewältigen" von Stephanie Stahl gelesen und fand es sehr, sehr gut und hilfreich. "Das Kind in dir muss Heimat finden" ist eines von ihren bekanntesten Büchern, weswegen ich es ebenfalls lesen wollte, allerdings konnte es mich überhaupt nicht überzeugen. Zwischenzeitlich lag es auch mehrere Monate unberührt herum, weil ich mich kaum dazu durchringen konnte, weiterzulesen, und jetzt, wo ich es weitergelesen habe, hatte ich ebenfalls starke Probleme, dranzubleiben.
Ich denke, dass das Buch kaum denjenigen hilft, die sich bereits viel mit mentaler Gesundheit und ihren Traumata auseinandergesetzt haben. Daher konnten mich auch die vielen Übungen nicht wirklich abholen.
Die Aufteilung zwischen dem Sonnen- und dem Schattenkind war mir auch irgendwie viel zu einfach gedacht. Meiner Meinung nach sind Menschen komplex und viele Eigenschaften und Erfahrungen verschwimmen ineinander und sind nicht klar zu trennen. In dem Buch wurde aber jegliches Verhalten entweder als Selbstschutz oder als Folge von irgendetwas bezeichnet, womit ich nicht ganz klar kam.
Ich denke, dass das Buch durchaus hilfreich sein kann, aber insbesondere für diejenigen, die sich nicht allzu viel mit sich selbst und ihrer Vergangenheit auseinandergesetzt haben. Daher gibt es 1,5 Sterne von mir.
- Jostein Gaarder
Sofies Welt
(4.498)Aktuelle Rezension von: Nini55Die Geschichte beginnt geheimnisvoll und weckte bei mir sofort Neugier. Wer sind die unbekannten Absender der rätselhaften Briefe? Und was hat es mit den philosophischen Fragen auf sich, die Sophie plötzlich beschäftigen?
Besonders am Anfang hat mich die Mischung aus Roman und Gedankenspiel sehr gefesselt. Die philosophischen Themen werden verständlich vermittelt und regen dazu an, über das Leben, die Welt und die eigene Wahrnehmung nachzudenken.
Im weiteren Verlauf wurde mir der Philosophieunterricht stellenweise etwas zu ausführlich. Manche Abschnitte wirkten auf mich eher wie ein Lehrbuch als wie ein Roman, wodurch sich die Geschichte für mich zwischendurch etwas zog.
Dennoch hat mich das Buch immer wieder überrascht. Vor allem die Handlung rund um Sophie, Alberto und Hilde entwickelte sich in eine Richtung, mit der ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Dieser raffinierte und ungewöhnliche Handlungsbogen machte für mich einen großen Teil der Faszination aus und ließ viele vorherige Ereignisse in einem neuen Licht erscheinen.
Es ist kein Buch, das man einfach nebenbei liest. Es fordert Aufmerksamkeit und Interesse an philosophischen Fragen. Gleichzeitig bietet es eine originelle Geschichte, die zum Nachdenken anregt und lange im Gedächtnis bleibt.
Für mich war es nicht durchgehend fesselnd, aber insgesamt ein außergewöhnliches und lohnendes Leseerlebnis.
- Thomas Mann
Der Zauberberg
(578)Aktuelle Rezension von: Buchfreundin55Der Zauberberg, erstmals 1924 veröffentlicht, gilt als eines der zentralen Werke der deutschen und europäischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Thomas Mann, der den Roman in einer Zeit zunehmender politischer und kultureller Umbrüche schrieb, entfaltet auf über siebenhundert Seiten ein dichten Netz aus Philosophie, Psychologie, Politik und Geschichte. Zentrales Moment des Romans ist der Aufenthalt des jungen Ingenieurs Hans Castorp in einem Sanatorium in Davos, der sich zunächst als Besuch zu einer kurzen Zeit erweist, doch durch eine Reihe von Begegnungen, Gesprächen und inneren Bewegungen sich zu einer langen Existenz innerhalb der kurativen Welt der Bergwelt verdichtet.
Die Nacherzählung der Ereignisse erfolgt mit einer Mischung aus nüchterner Detailtreue und dichterischer Verdichtung. Der Roman verwebt multiple Ebenen: die konkrete Handlung im Sanatorium, die intellektuelle Auseinandersetzung der Figuren untereinander, und eine meta-narrative Reflexion über Zeit, Krankheit und Sterblichkeit. Die Chronik des Berg- und Sanatoriumslebens wird durch eine Vielzahl von Dialogen getragen, in denen sich philosophische, politische und medizinische Diskurse begegnen.
Hans Castorp entwickelt sich im Spannungsfeld von Begehren, Zweifel und intellektueller Neugier. Sein Wandel ist eher graduell als dramatisch: Von einem oberflächlich neugierigen, nahezu unentschlossenen Jüngling wird er zu einem Individuum, das die existenzielle Frage nach Zeitlichkeit, Krankheit und Lebensstil ernsthaft sondiert. Die übrigen Figuren fungieren als Doppelgänger und Katalysatoren für Castorps Selbstdeutung. Ihre Stimmen und Ideen stehen in Gegensatz zueinander: Humanismus versus Rationalismus, Aufklärung gegen existentielle Erkenntnis, Lebenskunst gegen asketische Askese. Der Dialog wird so zum Motor des Romans: Er dient nicht nur der Charakterisierung, sondern dient als Feld, in dem sich Ideen gegenseitig testen, widerlegen oder bestätigen.
Ein weiteres zentrales Thema ist die Krankheit als Metapher. Krankheit wird nicht bloß als medizinischer Zustand beschrieben, sondern als Zustand des Denkens und des Lebensstils. Als solcher fordert sie die Zeitgenossen heraus, die Grenzen von Gesundheit, Normalität und Freiheit neu zu definieren. Der Roman verhandelt die Frage, ob Krankheit eine Art Lehrmeister für das Bewusstsein sein kann oder vielmehr eine Bedrohung, die den Blick verengt. Manns Darstellung der Krankheiten – einschließlich der Tuberkulose, der als politische Metapher fungieren kann – bietet eine vielschichtige Perspektive auf Gesellschaft und individuelle Verantwortung. Der Zauberberg ist unauflöslich mit den politischen und philosophischen Umbrüchen seiner Epoche verbunden.
- Matt Haig
Die Mitternachtsbibliothek
(1.703)Aktuelle Rezension von: AuroraMDie Idee war sehr Interessant mit zu erleben und an einigen stellen habe ich mir vorgestellt was ich an Ihrer stelle machen würde, welches Leben ich ausprobieren wollen würde.
Wenn man mal etwas zum nachdenken braucht ist das Buch perfekt dafür geeignet.
Das Cover ist auch sehr ansprechen und es passt auch zu der Geschichte.
- Laura Kneidl
Berühre mich. Nicht.: Special Edition
(2.339)Aktuelle Rezension von: belli4charlotteIch habe Berühre mich. Nicht. zum ersten Mal gelesen – und ich war völlig unvorbereitet darauf, wie sehr mich diese Geschichte treffen würde. Schon nach wenigen Seiten hatte ich das Gefühl, in Sages Gedanken und Ängste hineinzurutschen, als würde ich direkt neben ihr stehen. Laura Kneidl schreibt mit einer leisen Intensität, die sich langsam, aber unaufhaltsam unter die Haut schiebt.
Sage hat mich sofort berührt. Ihre Unsicherheit, ihr Mut, ihre Art, trotz allem weiterzumachen – das alles wirkt so echt, dass man gar nicht anders kann, als mit ihr mitzufühlen. Und dann kommt Luca. Warmherzig, aufmerksam, geduldig auf eine Weise, die man in Liebesgeschichten viel zu selten findet. Er ist kein überzeichneter Held, sondern jemand, der einfach da ist, ohne zu drängen. Genau das macht ihn so unwiderstehlich.
Auch die Nebenfiguren bringen unglaublich viel Herz in die Geschichte. Besonders April und Megan haben mich überrascht – sie sind nicht nur „Freundinnen“, sondern echte Stützen, die Sage Halt geben, ohne sie zu überfordern.
Der Schreibstil hat mich komplett abgeholt. Emotional, klar, atmosphärisch – und gleichzeitig so leicht, dass ich kaum gemerkt habe, wie schnell die Seiten verflogen sind. Besonders beeindruckt hat mich, wie sensibel die ernsten Themen behandelt werden. Nichts wird dramatisiert, nichts verharmlost. Es fühlt sich einfach wahr an.
Und dann dieses Ende. Ich war fassungslos, aufgewühlt und gleichzeitig so dankbar, dass der zweite Band schon bereitlag.
Für mich ist Berühre mich. Nicht. eine dieser Geschichten, die man nicht einfach liest, sondern erlebt. Eine Geschichte über Angst, Vertrauen, Heilung – und eine Liebe, die nicht laut sein muss, um stark zu sein.
- Richard David Precht
Wer bin ich - und wenn ja wie viele?
(667)Aktuelle Rezension von: teilzeitbaeuerinRichard David Precht erklärt in diesem Sammelroman in verschiedenen kurzen Einzelgeschichten die essentiellen Fragen des Lebens. Er flechtet dabei gekonnt, die Lebensläufe der berühmtesten Philosophen der vergangenen Jahrhunderte und deren Denkweise ein. Die Geschichten sind rasch zu lesen, sind so geschrieben, dass auch Laien (so wie ich) es gut verstehen und dennoch ansprechend, dass man gerne weiter liest. Die Fragen gehen nicht in die Tiefe, geben jedoch einen kleinen Einblick in die Philosophie unserer westlichen Welt.
- Sebastian Fitzek
Der Insasse
(1.736)Aktuelle Rezension von: Buchsucht_deTill Berkhoff ist Zahnarzt, Ehemann, Vater. Sein sechsjähriger Sohn Max kommt eines Tages nicht aus der Schule nach Hause. Verschwunden, spurlos, kein Zeugenaufruf, keine Leiche. Wochen und Monate vergehen, und Till und seine Frau Ricarda zerbrechen jeder auf seine eigene Weise an der Ungewissheit. Dann taucht ein Name auf: Guido Tramnitz, verurteilt wegen des Mordes an zwei anderen Kindern und in die forensische Psychiatrie „Steinklinik“ eingewiesen. Die Ermittler:innen halten ihn auch für Max' Entführer. Aber Tramnitz schweigt. Und Till entwickelt einen Plan, der so wahnsinnig ist, dass ihn eigentlich niemand ernst nehmen dürfte. Er lässt sich selbst in die Steinklinik einweisen. Undercover. Als Insasse. Um Tramnitz das Geständnis abzuringen, das die Polizei nicht bekommen hat.
Was Fitzek aus dieser Ausgangslage macht, ist einer seiner düstersten und emotional wuchtigsten Romane. Die Grundidee ist psychologisch echt. Fitzek konstruiert kein reines Genre-Gimmick, sondern arbeitet mit einer elterlichen Wahrheit, die in jeder Zeile spürbar bleibt. Till ist kein trainierter Ermittler, kein cooler Rächer, sondern ein Zahnarzt aus Berlin, der schlicht die Kraft verliert, weiterzuleben, ohne zu wissen, was mit seinem Sohn passiert ist. Diese Kraftlosigkeit macht ihn nicht schwach, sondern gefährlich, denn ein Mensch, der nichts mehr zu verlieren hat, ist der unberechenbarste Gegner überhaupt.
Die Steinklinik selbst ist nicht bloß Kulisse, sondern eine eigene Figur mit eigenen Regeln. Fitzek arbeitet mit allen Sinnen. Man riecht die desinfizierte Luft, hört das Klacken der Schlüssel im Schloss, sieht die spärlich beleuchteten Flure, spürt die Enge der Zellen. Dazu kommt eine doppelte Machtstruktur, offiziell zwischen Personal und Insassen, informell zwischen den Insassen selbst, in der Till sich in beiden Systemen zurechtfinden muss. Ich habe das Buch teilweise mit angezogenen Beinen im Sessel gelesen, weil ich das Gefühl hatte, selbst gleich vom Klinikpersonal kontrolliert zu werden. Für mich gehört die Steinklinik auf eine Stufe mit dem Fährschiff aus „Passagier 23“ oder der Klinik aus „Die Therapie“.
Und dann die Fitzek-typischen Twists. Wer glaubt, verstanden zu haben, in welche Richtung sich die Handlung entwickelt, dem wird mindestens einmal, wahrscheinlich mehrmals, der Boden unter den Füßen weggezogen. Die Wendungen sind erzählerisch fair, mit Details gestreut, die man beim ersten Lesen für Belanglosigkeiten hält und die sich später zu einem Bild zusammenschließen, das man nicht kommen sah. Es ist nicht der eine Big Twist am Ende, sondern gestaffelte Enthüllungen, die den Sog konstant hoch halten. Kurze, dichte Kapitel mit kleinen Cliffhangern ziehen einen so mit, dass ich das Buch in zwei Sitzungen verschlungen habe.
Ehrlich gesagt: „Der Insasse“ ist emotional harte Kost. Das Thema Kindesentführung darf man nicht unterschätzen, und wer sensibel darauf reagiert, sollte gut abwägen. Auch die Darstellung der forensischen Psychiatrie ist erzählerisch überhöht, Realismus-Puristen werden an manchen Stellen die Augenbrauen heben. Beides sind für mich winzige Fußnoten, keine echten Kritikpunkte.
Für Fitzek-Fans absolute Pflichtlektüre. Für Genre-Einsteiger:innen neben „Die Therapie“ der ideale Startpunkt. Ein Meisterwerk seines Genres.
- Sebastian Fitzek
Das Paket
(2.841)Aktuelle Rezension von: NicoleK1975Emma ist Psychiaterin und hat sich in eine geschlossene Anstalt eingeschlichen, um Versuche an Patienten aufzudecken. Nachdem sie ihren Bericht auf einer Fachtagung präsentiert hatte, begab sie sich in ihr Hotelzimmer. Sie war glücklich mit Philipp verheiratet, der sie unterstützte und hatte vor kurzem erfahren, dass sie endlich schwanger ist. In der Nacht wurde sie geweckt, betäubt, rasiert und vergewaltigt…
Ein halbes Jahr später klingelt der Postbote und brachte Pakete…
Der Schreibstil ist sehr detailliert und ich konnte mir alles bildlich vorstellen. Mir fehlte allerdings nach den ersten paar Seiten ein bisschen die durchgehende Spannung. Irgendwie plätscherte es so vor sich hin, dadurch hat mein Lesefluss etwas gelitten. Das wurde erst kurz vor der Hälfte besser.
Emma war mir sympathisch. Sie litt manchmal immer noch unter den Dämonen ihrer Kindheit. Nach der Vergewaltigung verbarrikadierte sie sich im Haus. Ein halbes Jahr später brachte ihr der Briefträger, der einzige Mensch zu dem sie außer Philipp Kontakt hat, ihre Pakete und bat sie auch um die Annahme für einen Nachbarn. Den sie nicht kannte. Die Panik kam und die Paranoia wurde noch stärker.
Emma wurde nicht wirklich ernst genommen. Ihre Verletzungen waren da, aber es gab Unstimmigkeiten: ihr Hotelzimmer gab es nicht, sie wusste nicht wie sie zur Bushaltestelle kam wo sie gefunden wurde und der Mann, der als Friseur durch die Presse ging hat nach der Vergewaltigung und Rasur keine der Frauen am Leben gelassen. Seit dem Vorfall verbrachte sie die Tage zu Hause, sie igelte sich ein und wollte zu niemanden Kontakt haben. Ab da wurde das Buch ruhiger, mir fehlte die Spannung beim Lesen. Alles dümpelte vor sich hin.
Kurz vor der Hälfte bekamen die Vorkommnisse für mich eine erschreckend gefährliche Bedeutung. Ab da hat es mich etwas gefesselt - aber der Nervenkitzel hat gefehlt, für den der Autor so gefeiert wird. Ich hab schon Bücher gelesen, die mir den Schlaf geraubt haben - dieses hier gehört aber nicht dazu.
Ein interessantes Buch mit Höhen und Tiefen. Am Ende kam dann einiges ans Licht, aber manches blieb für mich auch unklar. Durch eine List wurde der Täter entlarvt. Ich gebe diesem Buch gute 3 Sterne.
- Sebastian Fitzek
AchtNacht
(1.605)Aktuelle Rezension von: FeatherstoneInhalt:
Unbekannte haben im Internet eine Jagd-Lotterie ins Leben gerufen. Jeder kann für eine Gebühr von 10 € den Namen einer Person einreichen, der man den Tod wünscht. Am 08.08. wird dann um 20:08 Uhr ein Name ausgelost und die betreffende Person bis zum nächsten Morgen als vogelfrei erklärt. Wem es gelingt diese Person zu töten dem winkt eine Fangprämie in Höhe von 10 Mio. €. Für Ben beginnt ein Wettlauf um Leben und Tod als er erfährt, dass er ausgelost worden ist. In der ebenfalls nominierten Arezu findet Ben eine Verbündete...
Meine Meinung:
Ich mag den Film „The Purge“ und habe mich daher auf dieses Buch gefreut, das ihn als Inspirationsquelle genutzt hat. Was ich toll finde ist die Tatsache, dass dem Buch zwar die gleiche Idee zugrunde liegt, aber gleichzeitig jede Menge neue Einfälle eingebracht wurden. Das Buch ist keinesfalls eine blasse Kopie des Films und punktet mit vielen überraschenden Wendungen.
Das Erzähltempo ist hoch und das Buch ist ein richtiger Pageturner in dem viel passiert, weshalb man es in kürzester Zeit gelesen hat. Man fiebert sehr mit Ben mit (und auch mit Arezu) und hofft, dass er heil davonkommt. Die Spannung wird über das ganze Buch hinweg aufrechterhalten, weil Bens Leben immer wieder in höchster Gefahr ist. Außerdem stellen sich folgende Fragen, die einem mit Interesse dabeibleiben lassen: Wer hasst Ben so sehr, dass er ihn zur Jagd-Lotterie angemeldet hat? Wer hat die Jagd-Lotterie ins Leben gerufen? Wird es gelingen den Drahtziehern der Jagd-Lotterie auf die Spur zu kommen und ihnen das Handwerk zu legen?
Sehr gut hat mir die Idee gefallen, dass der Handlungsschauplatz anders als in „The Purge“ kein von einem Unrechtsregime regiertes Land ist und sich das Geschehen nicht in der Zukunft, sondern sich stattdessen im Deutschland der Gegenwart abspielt. Das macht alles noch bedrückender und man wird dadurch zum Nachdenken angeregt.
Dieser Thriller punktet nicht „nur“ mit spannenden Entwicklungen und Action, sondern es geht nebenbei auch um ein ernstes und aktuelles Thema. Es geht darum wie schnell sich Fake News verbreiten und wie schwer sie sich eindämmen lassen. Das wird sehr eindrücklich beschrieben. Die Falschmeldung, dass die Jagd-Lotterie von der Bundesregierung genehmigt wurde wird zwar glücklicherweise nicht von allen Menschen geglaubt, aber selbst wenn statistisch betrachtet nur 5 % der Bevölkerung extrem für Fake News anfällig sind wären das in einem Land wie Deutschland immer noch vier Millionen Menschen vor denen Ben sich in Acht nehmen muss. Einmal in der Welt können Fake News ein Eigenleben entwickeln:
„Eine Lüge, ein Gerücht, die sensationelle Falschmeldung. All das verbreitete sich wie eine Epidemie, steckt die Menschen an und springt von Empfänger zu Empfänger. Mit dem entscheidenden Unterschied, dass die Erkrankten, deren Seeleninfiziert sind, ihre Krankheit nur selten wahrnehmen. Aber der Like unter dem peinlichen Kinderfoto, mit dem der Klassennerd gemobbt wird, kann noch tödlicher sein als Ebola. Wenn auch nicht für den, der sich von dem Hass im Netz anstecken lässt. Aber für den, der die Zielscheibe ist.“ (S. 168/169)
Außerdem wird aufgezeigt wie aus einer Ansammlung von Individuen ein aggressiver Mob werden kann und auch das ist ziemlich erschreckend und stimmt nachdenklich.
Warum habe ich trotzdem nur 3 Bewertungssterne vergeben?
Leider hatte dieses Buch für mich neben den genannten Stärken auch einige entscheidende Schwächen. Ich konnte nur bedingt nachvollziehen, dass Ben am Anfang nicht direkt zur Polizei gegangen ist als er erfahren hat, dass er von der Jagd-Lotterie als Opfer ausgelost wurde. Aber das allein hätte ich noch verzeihen können, da es nun einmal die Voraussetzung für den folgenden Wettlauf auf Leben und Tod gewesen ist. Leider gab es dann im weiteren Verlauf aber noch so einige weitere Aspekte, die mich ein bisschen gestört haben und die ich nicht so ganz überzeugend fand…
Einige Dinge waren mir zu konstruiert. Bestes Beispiel ist die Auflösung des Rätsels wer denn nun eigentlich den armen Ben für die AchtNacht nominiert hatte. Das war sehr überraschend und einfallsreich, aber ich fand es nicht zu 100% glaubwürdig, dass Ben das erst zu einem so späten Zeitpunkt herausfindet. Für die, die es genauer wissen wollen (ACHTUNG SPOILER): Ben wir plötzlich von der Erinnerung eingeholt, dass er sich selbst nominiert hat, weil er Schuldgefühle bzgl. des Autounfalls hat. Daran hat er sich zuvor nicht erinnert, weil er an dem besagten Abend sehr betrunken gewesen ist und einen Filmriss hatte.
Zudem gibt es den einen oder anderen Handlungsstrang, der zwar für zusätzliche Spannung sorgt, aber zugleich auch dafür sorgt, dass die Geschichte insgesamt dann doch etwas zu überladen und übertrieben daherkommt. Die beklemmende Szene mit der Prostituierten und der Handlungsstrang rund um den Gewaltexzesse fürs Darknet filmenden Dash waren mir ein bisschen zu viel. Für mich waren das etwas zu gewollt wirkende Versuche noch mehr aufsehenerregende Szenen in die auch so schon spannende Handlung einzubauen.
Ich finde außerdem, dass es besser gewesen wäre, wenn der Autounfall, den Ben verursacht hat eine andere Ursache gehabt hätte. ACHTUNG SPOILER: Ben hat das Lenkrad verrissen, weil seine Tochter während der Fahrt von einem weiteren Mitfahrer begrapscht wurde. Da Bens Tochter später nur vage Erinnerungen an die Sekunden vor dem Unfall hat weiß sie nur noch, dass sie angefasst wurde, aber nicht mehr von wem. Deshalb verdächtigen einige Leute Ben statt des eigentlichen Täters und Ben kann seine Unschuld nicht beweisen, weil sich seine Tochter sich nicht erinnert und somit nur Bens Aussage gegen die des Täters steht. Dieses Drama war mir zu bedrückend und mir wäre es lieber gewesen, wenn man das aus dem Buch gestrichen hätte. Eine andere Unfallursache hätte ich besser gefunden. Es war einfach schrecklich wie Ben zu Unrecht verdächtigt wurde seine Tochter angefasst zu haben und keine Möglichkeit hatte die Zweifel an seiner Unschuld auszuräumen.
Vor allem aber hatte ich mit dem Ende Probleme. Es werden zwar alle offenen Fragen beantwortet, aber auch hier wirkte einiges auf mich zu konstruiert und zu erzwungen. So erfährt man beispielsweise, dass Arezu unter einer multiplen Persönlichkeitsstörung leidet, aber wie sich diese Erkrankung bei ihr zeigt war mir etwas zu klischeehaft und kam mir nur bedingt authentisch vor. Außerdem finde ich es gar nicht gut, dass Ben am Ende seinen eigenen Tod vortäuschen muss, weil die Öffentlichkeit ihn des Mordes, Totschlags und sexuellen Missbrauchs für schuldig hält. Er ist zwar unschuldig, aber er wird das nie beweisen können und will seine Tochter durch seinen vorgetäuschten Tod schützen. Seine Tochter hat aber wirklich schon genug mitgemacht und ich finde es trotz Bens guter Absicht nicht in Ordnung, dass er sie in dem Glauben lässt er sei gestorben. Zu allem Überfluss ist Ben außerdem am Ende querschnittsgelähmt. All das zusammen hat dafür gesorgt, dass ich das Ende insgesamt zu deprimierend und hoffnungslos fand. Die Ungerechtigkeit unter der Ben zu leiden hat ist einfach nur furchtbar und nicht so leicht auszuhalten. Vor allem aus diesem Grund würde ich das Buch kein zweites Mal lesen.
Fazit:
Das Buch ist ein Pageturner, den man in kürzester Zeit gelesen hat. Ich fand zwar einige Dinge etwas übertrieben und einiges war mir zu konstruiert bzw. wirkte mir etwas zu gewollt, aber ich hatte nichtsdestotrotz eine gute Zeit mit dem Buch und habe es insgesamt gerne gelesen. Aufgrund der bereits erläuterten Schwachstellen, die das Buch meiner Meinung nach hat, würde ich es aber nicht noch einmal lesen. Vor allem mit dem Ende konnte ich mich nicht anfreunden.
Ich werde trotzdem noch anderen Büchern des Autors eine Chance geben, weil ich u. a. auch schon „Mimik“ von ihm gelesen habe und das war für mich ein 5-Sterne-Buch, das mir richtig gut gefallen hat.
- Graeme Simsion
Das Rosie Projekt
(1.480)Aktuelle Rezension von: ninzi-jh»Das Rosie-Projekt« von Graeme Simsion hat mich tatsächlich sofort angesprochen und blieb bis zur letzten Seite ganz auf meiner Wellenlänge. Ich muss dazusagen, dass ich nicht die vereinfachte Variante gelesen habe, sondern die normale. Bewerten kann ich hier aber leider nur die Ausgabe in einfacher Sprache. Die normale Version hat mir sprachlich sehr gut gefallen und ich kann nur vermuten, dass durch die Vereinfachung viel von ihrem ganz speziellen Charme verloren geht.
Erzählt wird eine sehr ungewöhnliche gewöhnliche Liebesgeschichte, denn obwohl alle möglichen Klischees bedient werden, ist dieses Buch überhaupt nicht klischeehaft. Mir gefällt, wie der Hauptcharakter eigentlich alles Erdenkliche verkehrt macht und ausgerechnet dadurch bei seiner Rosie landet, die absolut falsch und damit genau richtig für ihn ist. Er wirkt dabei echt, sehr sympathisch und schräg zugleich und hat mich stark an Dr. Sheldon Cooper aus The Big Bang Theory erinnert.
Er ist anders als andere. Auch ohne exakte Diagnose wird klar, dass er wohl irgendeine Form von Autismus hat. Trotzdem - oder gerade deshalb? - wächst er über sich selbst hinaus. Dieser Grundgedanke ist schön: Jeder ist irgendwo anders, jeder beugt sich an irgendeiner Stelle Konventionen, die eigentlich gar nicht seiner Natur entsprechen. Bei ihm muss das eben auf stärkere Art und Weise passieren. Obwohl Don »anders konfiguriert« ist, wie er es nennt, ist er in der Lage, in Liebesdingen ebenso unbeholfen zu sein, wie der Rest der Menschheit.
Genau das hat mich berührt und wird mir in Erinnerung bleiben. Band 2 steht jetzt auf meiner Wunschliste...
- Sebastian Fitzek
Die Therapie
(3.986)Aktuelle Rezension von: Lil__TigerWorum geht es?
Im Mittelpunkt steht Viktor Larenz, ein hoch angesehener Psychiater, dessen 12-jährige Tochter Josy spurlos aus einer Arztpraxis verschwindet. Sie litt bereits seit Monaten unter einer mysteriösen Krankheit – extremen Bauchschmerzen und Abgeschlagenheit –, für die kein Arzt eine Erklärung fand.
Jahre nach dem schmerzhaften Verlust zieht sich Viktor auf eine einsame Insel in sein Ferienhaus zurück. Er möchte dort ein Interview für eine Redaktion beantworten und endlich mit der Vergangenheit abschließen. Zu Beginn steht er dabei noch in Kontakt mit einem Privatdetektiv.
Doch die Ruhe währt nicht lange: Eine fremde Frau namens Anna verschafft sich Zutritt zu seinem Haus. Sie leidet angeblich unter Schizophrenie und berichtet ihm von einem erfundenen Mädchen namens Charlotte, das ihr in ihren Wahnvorstellungen erscheint. Viktor erkennt sofort erschreckende Parallelen zu seiner verschwundenen Tochter Josy. Obwohl er eigentlich nicht mehr als Therapeut arbeitet, erwacht sein Interesse, und er lässt sich auf Annas Geschichte ein.
Mein Fazit
Zwischendurch wechselt die Perspektive immer wieder in die Gegenwart: Viktor liegt an ein Bett fixiert in einer Klinik und berichtet einem Arzt von seinen Erlebnissen mit Anna.
Anfangs ist alles extrem verwirrend, und man beginnt sich rasch zu fragen, ob Viktor womöglich selbst an Schizophrenie leidet. Der Plottwist am Ende lässt einen schließlich absolut sprachlos zurück.
Der Schreibstil ist wie gewohnt super angenehm zu lesen – für mich gab es an keiner Stelle Längen! - Karsten Dusse
Achtsam morden
(905)Aktuelle Rezension von: mxchellex678Achtsam morden von Karsten Dusse war für mich definitiv mal etwas ganz anderes.
Als mir das Buch empfohlen wurde, habe ich zunächst überhaupt nicht verstanden, wie Achtsamkeit und Mord zusammenpassen sollen. Beim Lesen hat sich aber ziemlich schnell gezeigt, wie genial diese eigentlich völlig absurde Kombination funktioniert.
Spätestens als Dragan im Kofferraum landet, war ich richtig in der Geschichte drin. Tatsächlich war ich sogar ein bisschen traurig darüber, dass er sterben musste, weil ich ihn einfach todeslustig fand. 😭
Björn mochte ich ebenfalls von Anfang an. Obwohl das, was er tut, im echten Leben natürlich kompletter Wahnsinn wäre, habe ich ihm im Buch ständig die Daumen gedrückt. Gerade seine vollkommen ruhige und rationale Art, immer schlimmere Probleme mithilfe seiner Achtsamkeitsübungen zu lösen, war genau mein Humor.
Das Beste daran: Die Achtsamkeitsregeln selbst sind eigentlich gar nicht schlecht. Wenn man den ganzen Mord und die organisierte Kriminalität mal weglässt, sind da tatsächlich einige ziemlich gute Ratschläge dabei. 😂
Der schwarze Humor hat bei mir deshalb komplett funktioniert und ich musste beim Lesen richtig oft lachen. Gleichzeitig fand ich es clever, wie sich Björns Privatleben ausgerechnet dadurch verbessert, dass sein restliches Leben immer absurder und krimineller wird.
Auch die Beziehung zu seiner Tochter fand ich wichtig für die Geschichte. Schließlich ist sie einer der Gründe, warum Björn überhaupt beginnt, sein Leben zu verändern und sich mit Achtsamkeit auseinanderzusetzen.
Besonders gelungen fand ich, dass kein einzelner Teil die Geschichte getragen hat. Krimi, Satire, schwarzer Humor und die Achtsamkeitsthematik haben zusammen einfach richtig gut funktioniert.
Die Buchreihe werde ich trotzdem nicht weiterlesen. Mittlerweile gibt es die Serie, von der ich bereits die ersten beiden Staffeln gesehen habe, und damit werde ich die Geschichte lieber weiterverfolgen.
Insgesamt ein richtig unterhaltsames Buch, das mich mit seinem ungewöhnlichen Konzept positiv überrascht hat.
- Sebastian Fitzek
Flugangst 7A
(1.422)Aktuelle Rezension von: Simply_Another_BookaholicDer Psychiater Mats Krüger leidet unter extremer Flugangst. Trotzdem muss er von Buenos Aires nach Berlin fliegen, um seine hochschwangere Tochter Nele zu Unterstützen.
Noch bevor der Flug überhaupt richtig begonnen hat, erhält er eine grausame Nachricht: Nele wurde entführt. Um sie zu befreien muss er jedoch das in die Wege leiten, wovor er am meisten Panik hat.
Gefangen in einem Flugzeug über den Wolken beginnt für Mats ein psychologischer Albtraum. Er weiß nicht, wem er vertrauen kann, wer die Wahrheit sagt oder ob er selbst gerade manipuliert wird.
Typisch Fitzek: schnell, intensiv und voller Wendungen. "Flugangst 7A" lebt vor allem von seinem hohen Tempo und der beklemmenden Atmosphäre im Flugzeug. Man fühlt sich als Leser:in fast selbst eingeengt zwischen den Sitzen und dem steigenden Druck an Bord.
Die Geschichte ist ein echter Pageturner, auch wenn man bei einigen Entwicklungen bereit sein muss, nicht jede Logikfrage zu hinterfragen. Dafür bekommt man eine Achterbahnfahrt voller Überraschungen, Cliffhanger und Nervenkitzel.
Ein psychologischer Thriller mit enormem Tempo, engem Setting und vielen Twists, also perfekt für alle, die Spannung am Stück lesen wollen.
- Jorge Bucay
Komm, ich erzähl dir eine Geschichte
(336)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannBekanntlich sagt ein Bild mehr als tausend Worte. Ähnliches gilt wohl für gute Geschichten – zumindest, wenn diese, wie hier geschehen, gut, das heißt passend, erzählt werden. Passend im Sinne von erhellend bzw. auf den Punkt bringend. Es sind allesamt Geschichte mit einem „Aha-Effekt“ (oder: so habe ich das ja noch gar nicht gesehen), eingebettet in einen therapeutischen Prozess. Und in diesem Sinne sowohl erklärend als auch zielführend eingesetzt.
Geschichten bewegen die Menschen seit Genrationen. Man könnte auch sagen: Menschen haben sich mit ihren Geschichten zu dem entwickelt, was sie heute sind. Diese Geschichten erfüllen einen gewissen Qualitätsanspruch, sonst wären sie nicht immer wieder (weiter-)erzählt worden.
Es sind Geschichten, die die menschlichen Tiefen ausloten, zum Nachdenken und teilweise auch zum Schmunzeln anregen. Mit anderen Worten: Sie sind emotionsgeladen sowohl im Sinne von Nachhaltigkeit (wie könnte man die Geschichte des an einen kleinen Pflock festgebundenen Elefanten jemals wieder vergessen?) als auch im Sinne von Wirksamkeit. Man wird nicht umhinkommen, seine eigene Geschichte in diesen „Märchen aus aller Welt, Sufi-Gleichnissen, Zen-Weisheiten, antiken Sagen [sowie] selbst-Erfundenes“ einzubinden.
Dabei wechseln meist kürzere Dialoge zwischen dem Therapeuten Jorge (wahlweise „der Dicke“) und seinem Patienten/Klienten, dem Studenten Demian, und einer dazu passenden Geschichte ab. Unterstützt wird dieser Prozess durch eine oft zweifelnde Nachdenklichkeit der hilfesuchenden Person. Dieses Wechselspiel ist von einer enormen Intensität, der man sich kaum entziehen kann: “‘Eine Fabel, ein Märchen oder eine Anekdote‘ bekräftigte Jorge, ‚kann man sich hundertmal besser merken als tausend theoretische Erklärungen, psychoanalytische Interpretationen oder formale Lösungsvorschläge.“
Sichtbar wird allerdings auch, wie wichtig ein gutes Therapeuten-Klienten/Patienten-Verhältnis für einen gelingenden therapeutischen Prozess ist: „Der Dicke lächelte und setzte die Miene des verständnisvollen Großvaters auf, die ich bisweilen als ‚wie blöd bist du eigentlich, mein Lieber‘ interpretierte und ansonsten wie eine riesige Umarmung empfand, die besagte, ‚ich bin ja da‘ oder ‚alles ist gut‘.“
Man kann dieses Buch nur weiterempfehlen, nicht nur wegen der hier erzählten Geschichten, sondern auch wegen der besonderen Beziehungsgestaltung zwischen dem Therapeuten und dem Klienten, die man sich ähnlich auch im nicht-therapeutischen Rahmen wünschen würde.
(3.7.2021)
- Fjodor M. Dostojewski
Die Brüder Karamasow
(258)Aktuelle Rezension von: Malte_HermannBevor das Blut fließt, höre ich Stimmen. Fjodor Pawlowitsch Karamasow lärmt, seine Söhne antworten ungleich: Dmitri brennt, Iwan argumentiert, Aljoscha lauscht. Ich betrete ihr Haus nicht als Zeuge vor Gericht, sondern als Zuhörer in einer Welt, die nach Sinn sucht und doch an ihren Leidenschaften scheitert. (Mehr zum Buch: https://love-books-review.com/de/die-brueder-karamasow-von-fjodor-dostojewski/ )
Aljoscha steht im Licht des Starez Sossima. In seiner Nähe verstehe ich, wie Sanftmut nicht Schwäche bedeutet, sondern eine schwierige Form der Tapferkeit. Iwan eröffnet mir das Labor des Zweifels. Seine Fragen nach Leid, Freiheit und Gottes Recht werfen lange Schatten, besonders in der „Legende vom Großinquisitor“, die ich als eisige Parabel lese. Dmitri jagt hinter Ehre, Geld und Liebe her. In ihm spüre ich das rohe Drängen des Lebens, das dennoch nach Gerechtigkeit ruft. Über allem bewegt sich Smerdjakow, der schweigende Vierte, Sohn im Halbdunkel, Meister der Zweideutigkeit.
Der Mord an Fjodor Pawlowitsch zerreißt die Familie und die Stadt. Indizien, Affekte und alte Beleidigungen verketten sich. Dmitri wird verhaftet, während Iwan in Gesprächen mit einem höhnischen Teufel sein Denken zerfallen sieht. Aljoscha versucht zu verbinden und scheitert doch an Grenzen, die größer sind als guter Wille. Im Prozess bündeln sich Gerüchte, Redekunst und Moral. Ich spüre Empörung, weil Wahrheit und Wahrscheinlichkeit auseinanderdriften, und Mitleid, weil niemand unberührt bleibt.
Zwischentöne tragen weit. Die Kinder um den kranken Iljuscha zeigen mir, dass Mitgefühl mehr bewirkt als Polemik. Sossimas Leichnam, der nicht wundertätig riecht, lehrt mich, dass Heiligkeit nicht auf Beweise baut, sondern auf Haltung. Am Ende gibt es keine endgültige Lösung. Dmitri plant Flucht, Iwan taumelt, Aljoscha spricht von Verantwortung und Hoffnung. Ich schließe das Buch bewegt und nicht beruhigt. „Die Brüder Karamasow“ bleibt für mich ein Prüfstein: Freiheit ohne Liebe verödet, Liebe ohne Wahrheit verflacht, Wahrheit ohne Barmherzigkeit verletzt. Zwischen diesen Polen beginnt menschliche Würde.
- Laura Kneidl
Verliere mich. Nicht.: Special Edition
(1.827)Aktuelle Rezension von: Kati_5972OMG! Buch eins der Reihe "Berühre mich. Nicht." hat mich emotional schon sehr mitgenommen und nun hat mir der zweite Band "Verliere mich. Nicht." den Rest gegeben. Ich muss gestehen, dass ich, als sich die Story dem Ende zuneigte, mich einige Zeit nicht getraut hatte, weiterzulesen, zu sehr hatte ich tatsächlich Angst davor, wie die Geschichte ausgehen wird. Vielleicht hatte ich auch etwas emotionalen Abstand gebraucht, um mich für das Ende der Story zu wappnen. Nun habe ich all meinen Mut auf mich genommen und mich unerschrocken dem Ende gestellt: Und bin mehr wie froh und erleichtert um den Ausgang der Geschichte, um hier nicht zu viel vorwegzunehmen.
Wie ich bereits in meiner Rezension zu Band eins geschrieben habe, sollte unbedingt die Triggerwarnung bei dieser Buchreihe beachtet werden, da sehr schlimme und emotional belastende Themen nicht nur angeschnitten, sondern auch vertieft werden. So erlebt man als Leser*in unmittelbar aus der Sicht der Protagonistin Sage mit, was ihr alles schlimmes widerfahren ist und wie sie sich durch ihre Panikattacken kämpft. Und nur ihr Freund Luca scheint die innerlichen Mauern, die sie zum Selbstschutz und aus Angst errichtet hat, nach und nach einreißen zu können.
Nach dem wirklich fiesen Ende von Band 1 knüpft der zweite Band unmittelbar an die Ereignisse des Vorgängers an und man steigt sehr schnell wieder in die Geschichte ein. Und Laura Kneidl schafft es auch hier erneut mit ganz viel Feingefühl die Geschichte um Sage und Luca weiterzuerzählen.
Da ich Band eins ein kleines bisschen besser fand und sich am Ende von Band zwei die Geschehnisse für mich persönlich zu überschlagen angefühlt haben, gebe ich "Verliere mich. Nicht" 4,5 Sterne 🌟
- Fjodor Michailowitsch Dostojewski
Schuld und Sühne
(496)Aktuelle Rezension von: Das_LesedingSchreibstil:
Der Schreibstil sowie die Übersetzung sind gelungen. So lässt sich dieses doch recht umfangreiche Werk schnell und flüssig lesen. Der Bildhafte Stil lässt den Leser in das St. Petersburg des 19. Jahrhunderts eintauchen und die düstere Stadt erfahren.Charaktere:
Rodion ist ein sehr düsterer und teilweise verwirrter Charakter. So schmeißt er, als hochbegabter, sein Studium und versucht sich so durchzubringen. Auch den Mord scheint er, eine sehr lange Zeit, nicht zu bereuen. Er empfindet sich als Übermensch und rechtfertigt seinen Mord mit, wie er findet, guten Gründen.Die anderen Charaktere sind alle auf ihre Art einzigartig und doch gleich. Jeder ist auf seinen Vorteil bedacht und es herrscht wenig Mitgefühl.
Das ganze Buch über musste ich mich fast auf jeder Seite fragen, wie ich die Charaktere einordnen kann. Sie sind liebenswürdig und doch teilweise sehr egoistisch.Kurz: Dostojewski schafft es einen sehr tiefen Einblick in die menschliche Psyche und die Gedanken zu zeichnen und die Charaktere interessant aufleben zu lassen.
Fazit:
Schuld und Sühne ist ein sehr lesenswerter Klassiker der tief in die menschlichen Abgründe blicken lässt. Ich gebe 4 Sterne für ein sehr interessantes Werk, welches teilweise durch lange Monologe einschläfernd wirkte. Trotzdem waren diese nötig um die Hintergründe und Personen verstehen zu können.Im Nachwort wird noch einiges zu Dostojewski selbst erwähnt. Diesen Teil fand ich besonders interessant, da hier auch ein kleiner Zusammenhang zwischen ihm und der Geschichte „Schuld und Sühne“ hergestellt werden kann.
- Cody McFadyen
Die Stille vor dem Tod
(641)Aktuelle Rezension von: Kathrin_HermannDie meiste Zeit versucht der Autor in plastischen Beschreibungen von Gräueltaten zu eskalieren, was das Geschriebene meistens an einen Punkt bringt, bei dem man das Gefühl hat, er hätte sich verlaufen und suchte zwanghaft einen Weg zurück zur Story. Das Buch selbst ist in Präsens geschrieben und trieft vor Rückblenden und „Erinnerungen“ und „Albträumen“, die in seitenlange Ergüsse über noch mehr Folter und Mord enden. Allesamt wenig kreativ ausgeführt. Bedeutungsschwangere, aber im Endeffekt eher nur bedeutungslose Dialoge dominieren den Mittelteil. Die eigentliche Arbeit der Kriminalermittler beginnt erst gegen Ende. Leider hat den Autor da die Phantasie schon verlassen. In einem langen Aufrollen und gekünstelten Herstellen von Verbindungen von „normalen“ Verbrecher der letzten Dekaden (ein paar davon scheinen real gewesen zu sein) ist’s dann eine Randnotiz, die den Hinweis gibt. Also wieder 60 Seiten umsonst gelesen. Die Vergangenheiten und Lebensläufe der Teammitglieder wirken eher lieblos. Sie werden in diesem Band zum fünften Mal erklärt und scheinbar hat auch der Autor keine Lust mehr darauf. Die Interaktion, die er ihnen angedeihen lässt, hat nichts Amikales an sich, wie es unter Kollegen üblich ist, die sich lange kennen. Eher gleiten „seriöse“ Besprechungen in gelegentlichen Infantilismus ab. Selbstredend, dass alle Leute in diesem Buch – egal ob Ermittler oder Verbrecher – die klügsten sind, mit dem besten Gedächtnis, dem schärfsten und wachsten Verstand, die jeden wichtigen Menschen kennen, … und so weiter und so fort. Die Übersetzung ist OK, schätze ich. Was mir sauer Aufstößt sind diese unnötigen Anglizismen, die in der deutschsprachigen und von den USA geprägten Popkultur als „cool“ gelten sollen, aber alle eine vernünftige Entsprechung in der Zielsprache hätten. Und warum reden Eltern immer von sich als Mommy oder Daddy und das auch noch in der dritten Person? Zwischen den ersten vier Bänden und dem fünften lag für mich als Leser eine lange Zeit. Zu lange scheinbar. Die ehemalige Faszination für das Aufklären von Serienmorden konnte das Buch nicht halten. Im Gegenteil: Hätte ich die alten als so schlecht geschrieben in Erinnerung gehabt, hätte ich Band fünf nicht gekauft.
- Sebastian Fitzek
Splitter
(2.334)Aktuelle Rezension von: LeylascrapEhrlich gesagt kam bei mir die Frage auf, wie krank die Menschheit sein kann?! Allein die Gedanken dazu sind ja schon schrecklich, aber leider gibt es ja genau solche Menschen unter uns. Das beunruhigt einen ja noch mehr.
Die Geschichte nimmt einen vollständig in seinen Bann. Man muss einfach wissen, ob der Protagonist einfach nur krank ist oder sein Umfeld? Wem kann man trauen und wem nicht? Der Charakter Emma in dem Buch, hat mir besonders gefallen. Viele interessante Charaktere und man bleibt am Ende nachdenklich zurück. Was hätte man selbst getan?
- Irvin D. Yalom
Und Nietzsche weinte
(418)Aktuelle Rezension von: irmakvakifliEs gibt Bücher, die man liest – und solche, die einen lesen. Und Nietzsche weinte gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Dieses Werk, das mir einst in einem kleinen Antiquariat empfohlen wurde, hat sich seither mühelos in mein Gedächtnis eingebrannt – und das seit Jahrzehnten.
Irvin D. Yalom, selbst renommierter Psychiater, entwirft eine fiktive Begegnung zwischen Dr. Josef Breuer, einem der Väter der modernen Psychotherapie, und dem großen Philosophen Friedrich Nietzsche. Die Bühne: Wien, Ende des 19. Jahrhunderts – jener Zeitpunkt, an dem Psychiatrie noch geboren wird und Philosophie noch das Leben erklären will. Und genau dort treffen sich zwei Geister, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten – und doch eine tiefe Verbindung eingehen.
Yalom gelingt es meisterhaft, komplexe Ideen über Seele, Wille, Freiheit, Leid und Heilung in einen erzählerischen Fluss zu bringen, der sowohl anspruchsvoll als auch zugänglich bleibt. Die Dialoge sind scharf, dicht, aber nie prätentiös. Wer Freude an tiefgründigen Gesprächen, existenziellen Fragen und menschlicher Komplexität hat, wird in diesem Buch einen wahren Schatz finden.
Es ist ein Roman über das Ringen mit sich selbst – über die Angst vor Nähe, die Lust an der Kontrolle, die Notwendigkeit der Veränderung. Breuer und Nietzsche therapieren sich gegenseitig – manchmal wissend, manchmal unbewusst. Diese Spiegelung ist nicht nur psychologisch brillant, sondern auch literarisch hoch elegant umgesetzt.
Die Atmosphäre des alten Wiens, die Schatten Freuds, die Entstehung eines neuen Verständnisses vom Menschen – all das verleiht dem Buch Tiefe und geschichtliche Verankerung, ohne dass es je trocken oder akademisch wird.
Für mich persönlich: ein Fünf-Sterne-Buch. Nicht nur wegen der klugen Konstruktion, sondern vor allem, weil es etwas tut, was nur wenige Romane können – es verändert den Leser. Nicht laut, nicht belehrend – sondern leise, nachhaltig und auf eine zutiefst menschliche Weise.
- Stephen Chbosky
[(The Perks of Being a Wallflower)] [Author: Stephen Chbosky] published on (January, 2013)
(653)Aktuelle Rezension von: pudelohnekern"The Perks of Being a Wallflower" von Stephen Chbosky handelt von dem zurückhaltenden, intelligenten und sensiblen Teenager Charlie, der in seinem Leben bereits einige schwierige Situationen erlebt hat. Nun möchte er aus einer daraus resultierten Zurückgezogenheit ausbrechen, Freunde finden und sein Leben aktiv leben. Auf diesem Weg begleiten wir ihn als Leser:innen.
Das Geschichte wird aus der Ich-Perspektive in Form von Briefen erzählt. Charlie schildert seine Erlebnisse einem unbenannten Freund, wodurch wir einen direkten Zugriff auf Charlies Gefühls- und Gedankenwelt bekommen ohne unmittelbar am Geschehen teilzunehmen. Wir bekommen das Erlebte durch Charlie nacherzählt. Diese Perspektive fand ich außergewöhnlich, denn dadurch ist der Fokus klar auf den Dingen, die Charlie bewegen und die er selbst für relevant hält. Gleichzeitig sorgte dies bei mir stellenweise für Frustration, da ich mich mit manchen Handlungssträngen gerne ausführlicher auseinandergesetzt hätte.
Das Buch behandelt nämlich gleich mehrere Themen, mit denen Charlie auf seinem Weg ins Erwachsenwerden einen eigenen Umgang finden muss. Und diese Themen sind nicht immer einfach. Neben der ersten Liebe, Freundschaft, Familie und der Suche nach der eigenen Identität, geht es um Suizid, Alkohol, Drogen, Stigmatisierung von Homosexualität, Vergewaltigung sowie um andere Formen von Gewalt. All diese Themen versucht Charlie zu verstehen und für sich einzuordnen. Gleichzeitig werden diese Themen erzählt, ohne zu bewerten, belehrend zu sein oder gar zu stigmatisieren, was ich für eine wesentliche Stärke des Romans halte.
Diese Offenheit liegt vor allem an der Charakterisierung von Charlie. Obwohl er manche Situationen auf eine fast schon nüchterne Weise betrachtet, begegnet er seinen Mitmenschen stets mit großer Empathie und aufrichtigem Interesse. Seine Art, die Welt wahrzunehmen und zu beschreiben, hebt sich für mich von vielen anderen Ich-Erzählern ab und macht einen großen Reiz des Romans aus. (Womöglich könnte man diskutieren, ob Charlie neurodivers ist? Aber das wäre nur meine Lesart und wird nicht im Roman thematisiert.) Nichtsdestotrotz fiel es mir manchmal schwer, Charlies Handeln nachzuvollziehen, unter anderem, weil manche Themen doch sehr verkürzt behandelt werden.
Insgesamt ist "The Perks of Being a Wallflower" eine wunderbare, einfühlsame und berührende Erzählung, die trotz ihres Alters auch heute noch funktioniert. Ich kann das Buch Personen jeden Alters empfehlen und halte es zurecht für einen Klassiker des Coming-of-Age-Genres, dessen Einfluss bis heute spürbar ist.
- Erik Axl Sund
Narbenkind
(471)Aktuelle Rezension von: martina400Inhalt:
Die bisherigen Ermittlungen werden auf Eis gelegt, als ein Geschäftsmann ermordet wird. Jeanette Kihlberg wendet sich bei der Psychologin Sofia Zetterlund um Hilfe für die Erstellung eines Täterprofils zu. Immer mehr Morde geschehen auf und Victoria Bergmann scheint zugleich verschollen, aber irgendwie doch in aller Munde zu sein. Zeitgleich kämpft Sofia immer häufiger mit ihren Gedächtnislücken.
Cover:
Das Cover ähnelt dem des ersten Teils und man sieht eine karge Landschaft, die auf nichts deuten lässt.
Meine persönliche Meinung:
Der 2. Teil packte mich von Anfang an. Das Thema Kindesmisshandlung finde ich immer noch schlimm und werde dieses Reihe deshalb auch sicher nicht noch einmal lesen. Der 2. Teil ist wirklich ein 2. Teil und man muss den ersten gelesen haben, um such auszukennen. Es ist blutig und grausig und viele Leichen. Aber wirklich grandios gelungen ist, sind die Sprünge zwischen den Leuten, den Persönlichkeiten, früher und heute und wie alles nach und nach raus kommt, ohne dass man etwas geahnt hätte oder etwas unstimmig wirkt. Noch nie habe ich ein Buch gelesen, das so ausgeklügelt ist und vor allem auch so vielfältig. Es ist absolut kein typischer Thriller und kein Klischee oder sonstiges. Vermutlich gelingt so etwas auch nur jemanden, der wirklich wie hier als Duo schreibt. Ich bin wirklich begeistert von diesem Teich im Sinne der Arbeitsleistung und der Spannung, die bis zur letzten Seite anhielt.
Fazit:
Ein unsagbar spannender und bewundernswert ausgeklügelter 2. Teil. - Philippa Perry
Das Buch, von dem du dir wünschst, deine Eltern hätten es gelesen
(62)Aktuelle Rezension von: Kristin-CsDieses Buch nicht noch ein Ratgeber, was man als Eltern wie machen soll. Es spricht Kernthemen auf mitfühlende Weise an und macht Mut, auch wenn nicht alles perfekt in der Erziehung der eigenen Kinder gelaufen ist/ läuft.
Besonders gut hat mir der Abschnitt gefallen, in dem um die eigene Kindheit und die Muster die man dadurch in sich trägt, ging.
Es regt zum Nachdenken und ausprobieren an, damit sich die Bindungen zu den eigenen Kindern, verändern kann. Und Gefühle gesehen werden können.
- Andreas Gruber
Todesfrist
(1.007)Aktuelle Rezension von: RabeaSchon die Idee, Motive aus dem Struwwelpeter mit einer modernen Thrillerhandlung zu verknüpfen, hat mich sofort begeistert. Als Kind der 90er war der Bezug zu diesem bekannten, düsteren Bilderbuch für mich ein besonderer Reiz. Die Vorstellung, dass ein Serienmörder seine Taten an den Geschichten daraus orientiert, ist originell und zugleich beklemmend.
Todesfrist hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Die kurzen Kapitel sorgen für ein hohes Erzähltempo, sodass die Spannung durchgehend erhalten bleibt und man das Buch kaum aus der Hand legen möchte.
Besonders überzeugt haben mich die beiden Hauptfiguren Sabine Nemez und Maarten S. Sneijder. Zunächst wirken sie wie ein ungleiches Team, doch im Verlauf der Geschichte zeigt sich, wie gut ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten miteinander harmonieren. Sneijder erscheint anfangs arrogant und schwer zugänglich, entwickelt sich aber schnell zu einer faszinierenden Figur mit einer außergewöhnlichen Ausstrahlung und einem ganz eigenen Charme.
Abgerundet wird das Ganze durch einen flüssigen, leicht zugänglichen Schreibstil, der das Lesen sehr angenehm macht und dazu beiträgt, dass man förmlich durch die Seiten fliegt.




















![[(The Perks of Being a Wallflower)] [Author: Stephen Chbosky] published on (January, 2013) Cover des Buches [(The Perks of Being a Wallflower)] [Author: Stephen Chbosky] published on (January, 2013) (ISBN: B00GX2GHCY)](https://images.lovelybooks.de/img/90x/lb-cover/B00GX2GHCY_1464293836886_xxl.jpg)


