Bücher mit dem Tag "psychotherapie"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "psychotherapie" gekennzeichnet haben.

120 Bücher

  1. Cover des Buches Das Paket (ISBN: 9783949609107)
    Sebastian Fitzek

    Das Paket

    (2.846)
    Aktuelle Rezension von: KeksTrommel

    Emmas Leben wird durch eine Vergewaltigung geprägt. Sie verlässt seit dem das Haus nicht mehr. Doch dann soll sie ein Paket annehmen, für einen Nachbarn, den sie nicht kennt.

    Das Cover meines Buches war wie ein Paket mit aufgedruckten Sticker, den man dafür ausfüllt. Das fand ich ebenso passend für das Buch wie den Titel. 

    Emma ist eine Person, die man im Laufe des Buches immer weniger versteht. Sie ist sichtlich verwirrt und man kann nicht unterscheiden, wie viel Wahrheit ist und was nur in ihrem Kopf passiert.

    Das Buch war sehr spannend. Es war flüssig zu lesen. Hier und da war es mir aber zu durcheinander und schwerer zu lesen. Es sind zu viele Dinge auf einmal passiert. Dazu die Verwirrtheit. Das hat es nicht leicht gemacht.

    Dennoch kann ich das Buch weiter empfehlen.

  2. Cover des Buches Die Insel der besonderen Kinder (ISBN: 9783426520260)
    Ransom Riggs

    Die Insel der besonderen Kinder

    (2.145)
    Aktuelle Rezension von: jenvo82

    Inhalt

    Als Jacobs Großvater stirbt, wird für den Jugendlichen klar, dass er die Geschichten, die ihm sein Opa zeitlebens erzählt hat, noch einmal hinterfragen muss. Angeblich war Abraham in seinen jungen Jahren nicht nur ein Waisenkind, sondern ist viel gereist und hat abenteuerliche Dinge erlebt, die er seinem Enkel in schier unglaublichen Geschichten nahebringen wollte. Vieles davon hat Jacob schon lange nicht mehr geglaubt, sei es die Erzählung von einem schwebenden Mädchen oder die wilden Verfolgungsjagden mit gruseligen Monstern.

    Doch der Tod seines Großvaters wirft Fragen auf und Jacob reist gemeinsam mit seinem Vater auf die Insel Cairnholm, um Spuren aus der Vergangenheit seines Großvaters aufzuspüren. Jacob besucht das örtliche Museum und erfährt Vieles, was ihm genauso bereits erzählt wurde. Der 03. September des Jahres 1940 scheint ein enorm wichtiges Datum für Abraham gewesen zu sein und genau an diesem Tag wurde das Waisenhaus durch einen Bombenabwurf vollkommen zerstört.

    Die Merkwürdigkeiten häufen sich und Jacob befürchtet, dass die wilden Erzählungen doch der Wahrheit entsprachen und keine fiktiven Geschichten waren. Spätestens als er den besonderen Kindern des Waisenhauses begegnet, die ihn die Zusammenhänge erklären, inklusive der aufwendigen Zeitschleife, die ihre Heimleiterin konstruiert hat, um ihr Leben zu schützen. Es gelingt ihm selbst von einer Seite auf die andere zu gelangen, er trifft die Freunde seines Opas, die nach 70 vergangenen Jahren immer noch Teenager sind und er muss erleben, dass es auch die Monster irgendwie geschafft haben, zu überleben …

    Meinung

    Von dieser Fantasy-Reihe sind bereits 6 Bände erschienen, der erste hier wurde im Jahr 2011 veröffentlicht. Trotzdem bin ich in erster Linie durch die Verfilmung darauf aufmerksam geworden. Dort geht es nicht immer kindgerecht zu, manches ist für jüngere Zuschauer eher gruselig – aber wie so oft in diesem Genre führen mich die Filme zum Buch und das geschriebene Wort gefällt mir dann eindeutig besser.

    Das Buch beinhaltet viele alte Fotos, die thematisch in die Geschichte eingeflochten werden und ihr Mehrwert verleihen. Die Magie kommt nicht zu kurz aber vor allem das hochinteressante Thema der Zeitreisen. Es geht um Freundschaft, Vertrauen, Verwandlungen und Lebensaufgaben – ein kleines Universum, welches in den Folgebänden sicherlich in vielen bunten Facetten schimmern wird. Band 1 weckt auf jeden Fall mein Interesse, an dieser Reihe dranzubleiben, gerade weil mich die vielen Abenteuer von Jacob und seinen neuen Freunden gekonnt in andere Welten entführen. 

    Fazit

    Ich vergebe gute 4 Lesesterne für einen gelungenen Reihenauftakt, der weniger Gruselelemente aufweist, als zunächst vermutet. Das magische, düstere Setting, die langsam aufziehende Geschichte, die vor Toten und Morden nicht zurückschreckt, besticht vor allem durch die Dynamik, die mit Zeitreisen einhergeht. Auch die zahlreichen Nebenfiguren werden nahbar und dadurch erhöht sich der plastische Eindruck des Buches. Trotz der dunklen Stimmung und der gefährlichen Etappen im Kampf gegen das Böse überwiegt hier die Hoffnung und ein gefeiertes Miteinander. Diese Story eignet sich sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene, sie bedient nicht unbedingt ein Klischee. Besonders toll erscheint mir das Universum, welches sich nun für die Folgebände öffnet, es gibt hier zahlreiche Ansatzpunkte für die Entwicklung der Figuren untereinander, miteinander oder auch nicht und das durch verschiedene Zeitschleifen hindurch immer wieder hinein in eine neue Welt, die es doch nicht unbedingt braucht, weil die Dinge sich in ihren Grundzügen stets wiederholen. Band 2 wird von mir definitiv noch gelesen und dann schaue ich weiter …

  3. Cover des Buches Der Seelenbrecher (ISBN: 9783945386422)
    Sebastian Fitzek

    Der Seelenbrecher

    (3.451)
    Aktuelle Rezension von: Sele

    Wie sehr habe ich den Seelenbrecher geliebt! 🖤 Für mich ist es bis heute eines meiner absoluten Lieblingsbücher von Sebastian Fitzek. Ich wünschte wirklich, ich könnte es vergessen und noch einmal ganz von vorne lesen, um all die Wendungen erneut zu erleben. 😍

    Ich würde dieses Buch allen empfehlen, die überraschende Wendungen lieben und beim Lesen gerne selbst miträtseln. Immer wenn man denkt, man weiß, wer der Täter ist, kommt alles ganz anders. Nichts ist so, wie es scheint, und genau das macht dieses Buch für mich so unglaublich spannend. Von der ersten bis zur letzten Seite hat mich die Geschichte gefesselt und immer wieder überrascht. Für mich definitiv ein Fitzek, den man gelesen haben muss! ❤️

  4. Cover des Buches Flugangst 7A (ISBN: 9783426510193)
    Sebastian Fitzek

    Flugangst 7A

    (1.427)
    Aktuelle Rezension von: nathis_nerdwelt

    Was ist schlimmer als einen Langstreckenflug mit Flugangst zu überstehen? Richtig, im Flugzeug mit Flugangst zu kämpfen, während ein Unbekannter anruft, der deine schwangere Tochter entführt hat und dir sagt, daß ein ehemaliger Patient an Bord ist und du diesen dazu bringen sollst, das Flugzeug abstürzen zu lassen.

    Mit Mats Krüger, einem erfolgreichen Psychologen möchte ich echt nicht tauschen. In diesem Psychothriller spielt Fitzek mit den menschlichen Urängsten und führt uns in den Abgrund der menschlichen Psyche. Besonders gelungen ist die drückende Atmosphäre. Die Hilflosigkeit von Mats wurde echt gut rüber gebracht.

    Die Handlung beginnt spannend und man hat sofort mit Mats mitgefiebert. Einige Wendungen konnten mich überraschen, andere fand ich teilweise etwas zu weit her geholt. Das Ende ist Geschmackssache, mir persönlich hat es leider nicht ganz so zugesagt, obwohl es ziemlich emotional wurde.

    Fazit: Alles in allem ein gelungener Psychothriller, der zwar seine kleinen Schwächen hatte, mich aber trotzdem gut unterhalten konnte.

  5. Cover des Buches Cupido (ISBN: 9783644220416)
    Jilliane Hoffman

    Cupido

    (2.849)
    Aktuelle Rezension von: RS1971

    Die 24-jährige Chloe steht kurz vor ihrem Anwaltsexamen als sie eines Nachts überfallen, gefoltert und grausam vergewaltigt wird. Zum Sterben zurückgelassen wird sie am nächsten Morgen von einer Kommolitonin gefunden und ins Krankenhaus gebracht.


    Zehn Jahre später kommt es in Miami Florida zu einer Reihe von brutalen Morden an jungen blonden Frauen. Der Mörder wird von der Presse Cupido getauft, denn er schneidet seinen Opfern bei lebendigem Leib die Herzen heraus. C.J. arbeitet als Staatsanwältin eng mit dem Sonderkommando zusammen, dass diesen Fall bearbeitet.


    Bei einer Polizeikontrolle wird im Kofferraum des kontrollierten Wagens die Leiche einer weiteren Vermissten mit einem fehlenden Herzen gefunden. Der Fall scheint klar und C.J. übernimmt die Anklage. Doch als sie dem Verdächtigen im Gerichtssaal begegnet muss sie erkennen, dass es sich bei diesem um ihren Vergewaltiger handelt, als sie noch Chloe hieß …


    Der Hype um diesen Thriller ist ewig her, und ich meine ewig in der heutigen Zeit. Ich erinnere mich noch daran, wie man dieses Buch überall antraf, doch damals war ich noch nicht interessiert in Thriller, gleich welcher Art, und ließ das ganze an mir vorübergehen. Dank Second-Hand-Büchern allerdings gelang es mir, mir jetzt ein Exemplar zu sichern, denn mittlerweile interessierte es mich doch, was dort geschrieben steht.


    Die Handlung ist spannend geschildert. Wer einen Gerichtsthriller erwartet, der wird hier enttäuscht, denn es dreht sich um C.J. und deren Handlungen und ihr Schicksal. Als Vergewaltigungsopfer hat sie schwer mit Posttraumatischem Stress zu kämpfen, etwas, was ich nur zu gut kenne. Dazu kommen Flashbacks, zu Beginn so gut wie jedes Mal, wenn sie auf ihren Vergewaltiger trifft. Etwas, was ich auch nur zu gut unterstreichen kann. Bei mir allerdings wurde der erste durch einen Geruch ausgelöst. Der Geruch des Deos, was mein Vergewaltiger an jenem Tag trug.


    Hoffman ist selbst Anwältin und schreibt aus ihrer Sicht der Dinge. Wie weit würde man gehen, um einen Straftäter hinter Gittern, oder in diesem Fall, auf den Elektrischen Stuhl zu bringen? C.J. geht sehr weit und biegt die Regeln, zerbricht sie aber nicht.


    Die psychische Belastung durch den Fall und ihre Vergangenheit sind in diesem Roman herausragend geschildert, ich kann es nicht oft genug wiederholen. Auch wenn ich es selbst nie erlebt habe, aber allein mir vorzustellen, diesem Mann noch einmal gegenüber zu stehen lässt den kalten Schweiß ausbrechen. C.J. muss sich ihren Dämonen stellen – und zerbricht beinahe daran.


    Was ich hervorragend gelöst fand in diesem Roman, dass die Spannung und die Twists quasi bis zur letzten Seite anhalten. Es bleibt spannend, selbst nach der Verurteilung. Denn es ist nicht alles so wie man denkt. Vielleicht war der eine Einschub ein kleines bisschen zuviel, andererseits war der Twist am Ende wirklich hervorragend.


    Auch die Einsicht in die Arbeit einer Staatsanwältin und vor Gericht waren sehr gut geschildert und nachvollziehbar. In den USA läuft es anders als bei uns hier in Deutschland, doch fand ich einige Details überlappen sich in beiden Ländern.


    Zum Schmunzeln hatte man zudem C.J. Sekretärin, mit der sie quasi in einer Dauerfehde lebt. Das ganze las sich immer wieder humorvoll und auch nachvollziehbar. Auch der eigene LoveInterest in dem Special Agent Dominick war gut geschildert, wenn er auch wahrlich eine Engelsgeduld mit C.J. bewies, die vermutlich die wenigsten Männer aufbringen würden. Dennoch gab es Chemie zwischen den beiden Figuren, was ihr langsames Vorankommen Richtung Beziehung nachvollziehbar und natürlich machte für mich als Leser.


    Alles in allem ein packender und spannender Thriller, der das Innenleben eines Opfers von sexueller Gewalt beschreibt und ihren Weg, um einen Täter hinter Gitter zu bringen. Wirklich empfehlenswerter Roman.

  6. Cover des Buches Girl on the Train (ISBN: 9783764506018)
    Paula Hawkins

    Girl on the Train

    (1.267)
    Aktuelle Rezension von: Nessaja


    Rachel ist psychisch labil und Alkoholikerin. Ihren Job hat sie deshalb schon vor Monaten verloren. Dennoch pendelt sie aus Gewohnheit weiter mit dem Zug von ihrem Wohnost nach London zu ihrer ehemaligen Arbeitsstätte. Sie liebt das Zugfahren und beobachtet die Leute in den Häusern nahe der Zugstrecke. Eines Tages sieht sie etwas, was sie so nicht erwartet hätte.

    Geschrieben wurde das Buch von Paula Hawkins, einer ehemaligen Journalistin. Dieser Thriller wurde in über 40 Sprachen übersetzt und auch verfilmt. Mittlerweile hat Paula Hawkins noch weitere Bücher veröffentlicht. In meinem Bücherregal wartet noch „Die blaue Stunde“ darauf gelesen zu werden. „Girl in zhe train“ wird aber ihr erfolgreichestes Werk sein.

    Das Buch ist bei blanvalet erschienen. Es umfasst 447 Seiten und ist in relativ kurze nicht nummerierte Kapitel unterteilt. Abwechselnd wird aus der Perspektive der drei weiblichen Hauptcharaktere erzählt und auch die Zeitebene wechselt.

    Mir gefällt sehr, wie Paula Hawkins schreibt. Die Sprache ist klar und schnörkellos und damit sehr einfach zu lesen. Ein Spannungsbogen wurde sehr schön aufgebaut. Teilweise ging es mir zu langsam vorwärts, aber ich denke, dass das genau so gewollt war. Die Charaktere wurden schön gestaltet, immer wieder gab es einen Twist, den ich so nicht gesehen habe. Alles in allem sehr schön zu lesen und guten Herzens zu empfehlen. Ich freue mich jetzt noch auf den Film als Abschluss…


  7. Cover des Buches Und Nietzsche weinte (ISBN: 9783641157371)
    Irvin D. Yalom

    Und Nietzsche weinte

    (418)
    Aktuelle Rezension von: irmakvakifli

    Es gibt Bücher, die man liest – und solche, die einen lesen. Und Nietzsche weinte gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Dieses Werk, das mir einst in einem kleinen Antiquariat empfohlen wurde, hat sich seither mühelos in mein Gedächtnis eingebrannt – und das seit Jahrzehnten.

    Irvin D. Yalom, selbst renommierter Psychiater, entwirft eine fiktive Begegnung zwischen Dr. Josef Breuer, einem der Väter der modernen Psychotherapie, und dem großen Philosophen Friedrich Nietzsche. Die Bühne: Wien, Ende des 19. Jahrhunderts – jener Zeitpunkt, an dem Psychiatrie noch geboren wird und Philosophie noch das Leben erklären will. Und genau dort treffen sich zwei Geister, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten – und doch eine tiefe Verbindung eingehen.

    Yalom gelingt es meisterhaft, komplexe Ideen über Seele, Wille, Freiheit, Leid und Heilung in einen erzählerischen Fluss zu bringen, der sowohl anspruchsvoll als auch zugänglich bleibt. Die Dialoge sind scharf, dicht, aber nie prätentiös. Wer Freude an tiefgründigen Gesprächen, existenziellen Fragen und menschlicher Komplexität hat, wird in diesem Buch einen wahren Schatz finden.

    Es ist ein Roman über das Ringen mit sich selbst – über die Angst vor Nähe, die Lust an der Kontrolle, die Notwendigkeit der Veränderung. Breuer und Nietzsche therapieren sich gegenseitig – manchmal wissend, manchmal unbewusst. Diese Spiegelung ist nicht nur psychologisch brillant, sondern auch literarisch hoch elegant umgesetzt.

    Die Atmosphäre des alten Wiens, die Schatten Freuds, die Entstehung eines neuen Verständnisses vom Menschen – all das verleiht dem Buch Tiefe und geschichtliche Verankerung, ohne dass es je trocken oder akademisch wird.

    Für mich persönlich: ein Fünf-Sterne-Buch. Nicht nur wegen der klugen Konstruktion, sondern vor allem, weil es etwas tut, was nur wenige Romane können – es verändert den Leser. Nicht laut, nicht belehrend – sondern leise, nachhaltig und auf eine zutiefst menschliche Weise.

  8. Cover des Buches Todesfrist (ISBN: 9783442498215)
    Andreas Gruber

    Todesfrist

    (1.009)
    Aktuelle Rezension von: Karandi


    Dies ist der Auftakt der Todesreihe von Andreas Gruber. Ich habe tatsächlich alle acht Bände geschenkt bekommen und sie lange Zeit vor mir hergeschoben, aber nun den ersten Schritt gewagt – und ich muss sagen, ich bin zufrieden. Mir liegen diese Art von Thrillern etwas mehr, denn sie erzählen eine deutlich tiefgründigere Geschichte.


    Es geht nicht einfach nur um einen Serienmörder, der wahllos Menschen abschlachtet, sondern letztendlich um einen Menschen, der schwer misshandelt wurde und bei dem weggeschaut wurde. Einem Menschen, dem hätte geholfen werden können, dem aber nicht geholfen wurde. Man kann sich nur schwer in die Gefühle anderer Menschen hineinversetzen. Mord scheint niemals eine Lösung zu sein, aber solange man nicht selbst Opfer ist, weiß man nie, wie sehr einen eine Straftat – vor allem im Kindesalter – belasten kann.


    Ich sehe den Täter hier nicht als einen wahllos mordenden, kranken Psychopathen, der eine Gefahr für seine Umwelt darstellt, sondern vielmehr als ein Opfer, für das seine Umwelt die eigentliche Gefahr war und das letztendlich versucht, diese Welt auf seine Weise davon zu „bereinigen“. Vielleicht ist das eine kontroverse Meinung, dennoch denke ich, dass es unglaublich wichtig ist, genauer hinzusehen, bevor man den Täter einfach verteufelt.


    Ich bin gespannt darauf, wie sich die Charaktere Sabine Nemez und Maarten S. Sneijder in den nächsten sieben Bänden entwickeln werden. Ihre Charaktere stellt Andreas Gruber unglaublich gut dar. Ich werde die Bücher der Reihe zwar nicht direkt hintereinander lesen, aber der Auftakt ist gemacht, und ich bin jetzt schon fast überzeugt davon, dass mir die anderen Teile ebenfalls gefallen werden – vorausgesetzt, sie sind mit derselben Qualität geschrieben wie der erste Band.


    Man sollte Autoren eigentlich nicht miteinander vergleichen, da jeder individuell ist. Trotzdem muss ich sagen, dass Andreas Gruber für mich eher in die Richtung von Andreas Winkelmann geht als in die von Sebastian Fitzek. Für Thrillerfans auf jeden Fall eine absolute Empfehlung.

  9. Cover des Buches Schoßgebete (ISBN: 9783492301527)
    Charlotte Roche

    Schoßgebete

    (450)
    Aktuelle Rezension von: Kathrin_Hermann

    Ich bin hin und wieder mal so ein bisschen veranlagt und lese Ekliges, auch gerne mal was über ganz schlimme Schicksale. Allerdings habe ich mich an "Feuchtgebiete" nie herangetraut, da reichten mir die in der Presse zu findenden Zitate völlig aus. Das war mir eine Spur zu heftig, und ich möchte bei aller Sensationsgier und gewisser Freude am Ekel nicht brechen müssen, während ich lese.
    Schoßgebiete sollte ja nun angeblich irgendwie anspruchsvoller sein als "Feuchtgebiete", und zudem hatte mich der furchtbare Unfall, bei dem Charlotte Roche ihre drei Brüder verloren hatte, bewegt, mir tat das einfach sehr leid, und außerdem wollte ich genau wissen, was da passiert war - da zeigt sich dann auch wieder ein bisschen die Sensationslust bei mir.
    Ich muss sagen, dass mir ganz und gar klar ist, wie die Protagonistin tickt, was das Drama ihres Leben in ihr ausgelöst hat. Das ist Charlotte schon recht gut gelungen, ich finde es hierbei auch nicht schlimm, dass sie sich einer meist sehr einfachen Sprache bedient. Diesen schrecklichen Verlust und dessen Folgen zu beschreiben, ist quasi unmöglich. Es ist ihr aber gelungen, den Irrsinn, der mit einem solchen Schlag in das Leben tritt, recht anschaulich zu schildern und auch die Gefühle darzustellen, die verwirrend und ambivalent sind. Dafür gibt es 2 Sterne.
    Was mich aber nicht sonderlich für den Roman einnimmt, ist die gewisse Nicht-Handlung, die bei mir - da schriftstellerisch hier nicht viel geboten wird - zu Nicht-Interesse führt. Nur der wirklich gute Autor ist in der Lage, mit Banalem, Alltäglichem wirklich zu fesseln und nicht nur mit Drama und großen Gefühlen. Ein Stuart O`Nan z.B. kann das, Roche jedoch nicht.
    Außerdem fand ich die Sexszenen abstoßend, aber nicht in dem Sinne "Freude am Ekeln", sondern richtig übel. Allein die mangelnde Hygiene der Eheleute - es sei denn, man macht sich für den Puffbesuch fein - und die Beschreibung des Ehemannes, ja , da schüttelt es mich. Da lieber keinen Sex....

  10. Cover des Buches Die Psychiaterin – Wurde ihr der Job zum Verhängnis? (ISBN: 9783453443556)
    Freida McFadden

    Die Psychiaterin – Wurde ihr der Job zum Verhängnis?

    (211)
    Aktuelle Rezension von: Rabbitmaus

    Ein wirklich sehr spannender Thriller, der es schaffte, mich von der ersten Seite an mitzureißen. Die Thematik selbst ist schon unheimlich spannend und auch wenn man denkt, dass man eine Ahnung hat, wohin das ganze führen wird, kann ich sagen, dass es nicht so kommt, wie man erwartet. 

    Der Schreibstil ist super flüssig zu lesen und durch die sehr temporeiche Story kann man das Buch locker am Stück lesen. 

    Mit den Charakteren wurde ich zwar nicht ganz warm, was aber nicht schlimm war. Lediglich das Ende war etwas drüber für meinen Geschmack, aber definitiv ein gelungener Abschluss. Eine klare Leseempfehlung meinerseits, 4,5 Sterne.

  11. Cover des Buches Endlose Angst - Never Knowing (ISBN: 9783596709403)
    Chevy Stevens

    Endlose Angst - Never Knowing

    (454)
    Aktuelle Rezension von: zickzack

    Sara wusste schon als Kind, dass Sie adoptiert ist. Inzwischen ist sie erwachsen, hat eine 6jährige Tochter und ihre Hochzeit steht kurz bevor. Schon immer hat sie sich gefragt, wer ihre richtigen Eltern sind und bei Nachforschungen stößt sie auf ihre Mutter, die aber nichts von ihr wissen will. Als sie einen Privatdetektiv einsetzt, findet sie auch heraus warum. Ihr Vater ist der berüchtigte Campsite Serienmörder. Ihre leibliche Mutter wurde von diesem vergewaltigt und konnte als einziges Opfer fliehen. Niemand wusste, dass diese schwanger war. Sara fragt sich nun, ob sie Gene vom Serienmörder hat, aber es kommt noch schlimmer, als dieser von ihrer Existenz erfährt.

     

    Es ist bereits das dritte Buch, was ich von der Autorin gelesen habe und leider hat mir das am wenigsten gefallen. Ich glaube, dass es einerseits an der Adoptionsthematik an sich liegt, aber auch weil mir der Verlauf der Geschichte nicht gefallen hat – besonders die Arbeit der Polizei. Wie verzweifelt muss diese eigentlich sein, dass sie Sara so stark mit einbinden und sie darum beten, mit dem Serienkiller in Kontakt zu bleiben? Ich fand diesen ganzen Ansatz so wild, denn Sara wurde unter Druck gesetzt. Wenn sie nicht mit ihrem Vater telefoniert, verliert die Polizei ihre einzige Spur und es wird wohl wieder dazu führen, dass eine Frau stirbt. Man kann Sara doch nicht so unter Druck setzen…

    Und selbst da – sie telefoniert immer wieder mit ihm, die Polizei versucht ihn zu orten, aber er bleibt wie ein Phantom, dass es zum äußersten kommt und Sara sich sogar mit ihm treffen soll. Ich fand die Polizei in dem Buch einfach so unfähig, dass ich mich immer wieder über diese aufgeregt habe.

     

    Auch Sara war mit ihrem Charakter streckenweise anstrengend. Sie ist sehr impulsiv und geht schnell an die Decke. Sprunghaft in ihrer Handlung ist sie auch, obwohl ich ihr das nicht ganz so übelgenommen habe. In so einer Ausnahmesituation würde wohl niemand rational handeln.

    Ihr Adoptivvater war eine Katastrophe, ihre beiden Schwestern genauso (mit der einen hat sie sich nur gestritten, die andere wollte sich ständig nur raushalten) und ihr Verlobter… Er wurde als die absolute Green Flag beschrieben, aber ich empfand ihn als sehr schwierig. Der hatte teilweise Züge von ihrem Adoptivvater und das ist wirklich nicht schmeichelhaft zu sagen. „Ich bin dein Mann und muss dich beschützen und du musst auf mich hören“ etc. Da schaudert es mich. Wenn das ein Mann zu mir sagen würde, dann würde ich ihm zeigen, wo die Tür ist. Sie ist doch nicht sein Eigentum oder ein Hund, den man rumkommandiert. Witzigerweise hatte letzteres Sara selbst einmal gesagt und dennoch wurde dieses Machogehabe nicht weiter kritisiert, sondern höchstens mit einem Augenzwinkern wahrgenommen.

     

    Ansonsten war die Geschichte wieder spannend geschrieben. Mir waren natürlich die Figuren sympathisch, die Sara nicht wirklich mochte (Sandy die Polizistin zum Beispiel, die mit Sara nicht ganz klarkam). Die Autorin hat einen Stil, der einen in die Geschichte reinsaugt und sie weiß es, wie sie das Drama immer weiter zu spitzen kann. Dieses Mal fand ich es zwar nicht ganz so krass wie bei den anderen Büchern, wo sie immer wieder einen oben drauf gesetzt hat, aber gerade der Showdown hat mich dann doch sehr gefesselt und das Buch aufgewertet.

    Von der Aufmachung war es so gemacht wie „Kein Entkommen – Still Missing“. Denn Sara saß bei ihrer Therapeutin und hat ihr die Geschichte in den Sitzungen (was die Kapitel waren) erzählt.

     

    Fazit: Leider hat mir der Verlauf des Buches nicht gefallen. Mit den meisten Figuren konnte ich nicht viel anfangen und die Polizeiarbeit hat mich aufgeregt. Tatsächlich fand ich aber den Serienkiller sehr interessant, wie er manipuliert hat, zum Beispiel, wie man immer mehr über ihn erfahren hat. Hingegen fand ich Saras Verlobten sehr schwierig und konnte mit der angeblichen Green Flag nicht viel anfangen. Bis jetzt für mich der schwächste Chevy Stevens Thriller. 3,5 Sterne.

  12. Cover des Buches Turtles All the Way Down (ISBN: 9780141346045)
    John Green

    Turtles All the Way Down

    (154)
    Aktuelle Rezension von: Eliza_Koopmann

    Ehrlich gesagt habe ich ziemlich lange gebraucht um die Geschichte reinzukommen, was bei insgesamt knapp unter 300 Seiten, mit über 100 schon fast die Hälfte des Buches ausmacht. Allerdings bin ich froh, dass ich dran geblieben bin, denn als ich erstmal im Lesefluss war hat es sich wirklich gelohnt. Es war die perfekte Balance zwischen Realität und Hoffnung und dabei euch ein bisschen Liebe. Es wird nichts romantisiert, aber auch keine Hoffnung verbannt, was mir sehr gut gefallen hat. An einige der Charaktere konnte ich mich schnell gewöhnen, während ich bei anderen ziemlich lange brachte oder immer noch nicht ganz warm mit bin.

    Insgesamt ist Turtles all the way down ein sehr schönes Buch, was es allerdings nicht unter meine Highlights geschafft hat. Vielleicht auch einfach, weil meine Erwartungen von Anfang an zu hoch gesetzt waren.

  13. Cover des Buches Und Gott sprach: Wir müssen reden! (ISBN: 9783499259814)
    Hans Rath

    Und Gott sprach: Wir müssen reden!

    (330)
    Aktuelle Rezension von: printbalance

    Inhaltsangabe:
    Seit knapp drei Monaten ist Dr. Jakob Jakobi nun von seiner Frau nach über sieben Jahren Ehe geschieden. Doch dieser einschneidende Schritt bleibt für ihn nicht ohne weitere Konsequenzen. Der mäßig erfolgreiche Psychotherapeut, der sich hauptsächlich auf Paartherapie und Eheberatung spezialisiert hat, verliert nach und nach seine Patienten, als seine Scheidung öffentlich bekannt wird.
    Wer möchte schon von einem geschiedenen Psychologen beraten werden, der nicht einmal seine eigene Ehe retten kann?
    So kommt es, dass der nun mittellose Mann finanziell auf seine Exfrau Elle angewiesen ist, die zwischenzeitlich durch das Erbe eines Verwandten zur mehrfachen Millionärin wurde. Freundlicherweise lässt Elle ihren Exmann in ihrem ehemaligen Zuhause kostenfrei wohnen, da diese noch immer einen engen Kontakt zu Jakob und dessen Mutter pflegt. Eines abends, besucht Elle ihren Exmann um über ihre zweite Ehe zu sprechen. Noch ahnt Jakob nicht, dass dieses Vorhaben in wenigen Stunden sein komplettes Leben auf den Kopf stellen wird.
    Armin, Elle's neuer Mann und Profiboxer ist rasend eifersüchtig. Da er weiß, dass sich seine wohlhabende Frau bei ihrem Ex aufhält, sucht er ebenfalls Jakob's Wohnung auf. Sobald der angeschlagene Psychotherapeut die Türe öffnet, schlägt Armin unkontrolliert auf Jakob ein und bricht ihm dabei die Nase. Durch die Wucht des Schlages verliert Jakob das Bewusstsein und kommt erst wenig später im Krankenwagen wieder zu sich. Während der verletzte Mann in der Notaufnahme auf einen behandelnden Arzt wartet, macht er Bekanntschaft mit Abel Baumann, einem sympathischen, älteren Herrn. Bei diesem Gespräch stellt sich heraus, dass Abel zufällig auf der Suche nach einem guten Therapeuten ist, da er sich selbst für Gott hält.
    Doch nicht nur dies: Abel schlüpft leidenschaftlich gerne in die Rolle unterschiedlichster Berufe, die alle eine gewisse Verantwortung mit sich bringen. Egal ob als Architekt, Sprengstoffexperte, Arzt oder Kernphysiker - der ältere Mann schafft es erfolgreich sich diese fremden Identitäten glaubhaft anzueignen. Da Dr. Jakobi pleite ist und derzeit keine Patienten mehr hat, widmet er seine komplette Aufmerksamkeit Abel Baumann. Je häufiger sich die beiden ungleichen Personen treffen und Zeit miteinander verbringen, desto mehr beginnt Jakob insgeheim wirklich zu glauben, dass der ältere Mann Gott höchstpersönlich ist.
    Denn seit der "Allmächtige" an seiner Seite ist, wendet sich für den Psychotherapeut das Blatt zum Positiven und nichts wird mehr so sein, wie es einmal war...

    Eigene Meinung:
    Das Buch "Und Gott sprach: Wir müssen reden!" ist eine amüsante und kurzweilige Unterhaltungslektüre für Zwischendurch. Der Autor Hans Rath hat in dem ersten Teil seiner Buchreihe einen spritzigen und flüssigen Schreibstil, sodass es sich beim Lesen so anfühlt, als wäre man Zuhörer eines guten Gesprächs zwischen zwei Personen.
    Protagonist ist der angeschlagene Psychotherapeut Dr. Jakob Jakobi, der gerne in die Fußstapfen seines erfolgreichen Vaters geschlüpft wäre, wenn er nicht komplett versagt hätte - zumindest empfindet es so seine Mutter. Diese hat nämlich nur Augen für ihren jüngeren Sohn, der ihrer Meinung nach wesentlich erfolgreicher ist.
    Als nun auch noch Jakob's Ehe zerbricht und er finanziell schlecht da steht, ist der Psychologe am Boden zerstört. Höchste Zeit also, seinem Leben wieder einen neuen Sinn zu geben. Zum Glück lernt Jakob genau jetzt Abel Baumann alias Gott kennen, der zufällig auf der Suche nach einem Therapeuten ist. Der ältere Mann hat eine sehr sympathische und altkluge Art an sich, die ihn wirklich ein wenig wie Gott wirken lässt. Durch die vielen Zaubertricks und magischen Momente verleiht die Lektüre dem Leser eine geheimnisvolle Note, die zu gleich unterhaltsam und lesenswert ist. Man fühlt sich von dem Charme des Buches, von den liebenswerten Charakteren und der Grundstory regelrecht verzaubert.
    Fazit: Witzige Szenen und amüsante Dialoge sorgen für göttliche Lesestunden.
    Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen 

  14. Cover des Buches Drüberleben (ISBN: 9783442157167)
    Kathrin Weßling

    Drüberleben

    (145)
    Aktuelle Rezension von: Moidlvomberch

    Sprachlich ist die Autorin der absolute Wahnsinn, ich konnte mich voll und ganz in Ihre krassen Gedanken hineinversetzen, und diese gingen tatsächlich auch wahnsinnig tief hinein.

    Ebenso ist der Schreibstil auch sehr gut gelungen sodass ich das Buch sehr flüssig und gut lesen konnte.

    Die Story selbst ist dann allerdings eher so nahja, ich weiß nicht ich konnte sie gut lesen und war ach teilweise interessant aber so richtig warn geworden bin ich nicht, ebenso hatte ich teilweise so meine Schwierigkeiten mit der Protagonistin.

    Das die Autorin so eine wahnsinnige Sprachgewalt hat hat es allerdings rausgerissen - sonst hätte ich das Buch wohl bald zur Seite geleget.

    Ich denke man kann es sich ruhig mal durchlesen, vor allem wenn man sich mit diesem Thema beschäftigt! :-)

  15. Cover des Buches Kummer aller Art (ISBN: 9783832167233)
    Mariana Leky

    Kummer aller Art

    (200)
    Aktuelle Rezension von: Lyn0371

    Ich habe das Buch sehr genossen. Es ist kein Buch, dass man einfach an einem Stück durchliest, stattdessen habe ich immer eine oder zwei Geschichten gelesen, wenn ich das Gefühl hatte, ich brauche ein bisschen Menschlichkeit. Die Geschichten bestechen dadurch, wie ehrlich sie sich anfühlen, als würde man direkt in das Leben einer anderen Person schauen können und sehen, dass es viele Dinge gibt, die einen mit dieser Person verbinden. Dadurch fühlt es sich an, als würde man eine Umarmung in Geschichtenform bekommen, und ich habe durchaus das eine oder andere Mal ein bisschen weinen müssen.

  16. Cover des Buches Leere Herzen (ISBN: 9783442718382)
    Juli Zeh

    Leere Herzen

    (344)
    Aktuelle Rezension von: ArtVandaley

    Das Buch ist eine Dystopie, die nur wenige Jahre in der Zukunft spielt. Deutschland wird von einer Partei besorgter Bürger regiert, die in den letzten Jahren einen kometenhaften Aufstieg erlebt hat. Ähnlichkeiten mit der Realität sind offensichtlich und fast alles, was passiert, ist in wenigen Jahren vorstellbar. Juli Zeh schreibt packend und mitreißend und ich habe das Buch fast "weggeatmet". Am Ende habe ich mich aber gefragt, was ich da eigentlich so schnell gelesen habe und bin ein wenig enttäuscht, weil ich mir mehr Schilderungen der Gesellschaft der nahen Zukunft gewünscht hätte. Stattdessen steht das makabere Geschäftsmodell der Firma "Die Brücke" der beiden Hauptfiguren für meinen Geschmack viel zu sehr im Mittelpunkt.

  17. Cover des Buches Die Schopenhauer-Kur (ISBN: 9783641119782)
    Irvin D. Yalom

    Die Schopenhauer-Kur

    (126)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    "Philip hatte als Erwachsener zweimal geweint: einmal bei jenem letzten Treffen von Julius' Therapiegruppe und noch einmal, als er erfuhr, dass Julius ihm diese neun Sessel vermacht hatte."

     

    Irvin D. Yalom macht aus Einzelgängern durch (s)eine Therapie nicht nur soziale Wesen, nein, er lässt sie auch noch vor Rührung und Dankbarkeit weinen.

     

    In seinem Roman "Die Schopenhauer-Kur" spielt nicht zufällig ein Psychiater die Hauptrolle. Er heißt Julius Hertzfeld. Sein Opfer, auch Patient genannt, trägt den Namen Philip Slate.

     

    Nach einer Krebsdiagnose stürzt sich der sterbende Arzt auf jenen Sexsüchtigen, den er vor mehr als zwanzig Jahren nicht hatte heilen können. Er ignoriert völlig, dass sich Philip mittels Schopenhauer-Kur selbst geholfen hat. Ein Mensch, der genügend Eigenwärme produziert und sich nicht an anderen "Stachelschweinen" wärmen muss, ist für ihn krank und bedarf deshalb seiner Therapie.

     

    Natürlich hätte er auch Arthur Schopenhauer, Philips tatsächlichen Helfer, seine Dienste untergejubelt, hätte es den Industriezweig Psychotherapie damals schon gegeben. Da dem nicht so war, durfte der Philosoph mit seinen Ängsten und seinem großen Selbstvertrauen bis an sein Lebensende als Menschenfeind leben und sterben.

     

    "Ermüdet steh' ich jetzt am Ziel der Bahn,

    Das matte Haupt kann kaum den Lorbeer tragen:

    Doch blick' ich froh auf das, was ich getan,

    Stets unbeirrt durch das, was andere sagen." 

    Parerga und Paralipomena

     

    Das Thema Sterben und Tod zieht sich durch den gesamten Roman. Besonders hat mir das Zitat von Sokrates gefallen: "Um gut leben zu lernen, muss man zunächst gut sterben lernen."

    Für mich stirbt ein Mensch nicht gut, wenn er sich im Sterbeprozess auf eine Therapiegruppe stützt und seinen Fortbestand sichert, indem er einen neuen Therapeuten heranzieht, dem er dann zur Krönung seinen Stuhlbestand hinterlässt.

     

    Nicht gewusst hattte ich, dass Immanuel Kant bereits erkannt hatte, "dass alle Daten, die wir über unsere Sinne empfangen, durch unser Nervensystem gefiltert und darin neu zusammengesetzt werden und uns damit ein Bild liefern, das wir Realität nennen, die aber in Wahrheit nur eine Schimere ist, eine Fiktion, die von unserem in Begriffen und Kategorien denkenden Verstand herrührt."

    Yaloms Wissen um die großen und kleinen Philosophen der Weltgeschichte scheint grenzenlos, weshalb ich den Autor sehr verehre. Aber seine Einteilung der Menschheit in Gesunde und Kranke stößt mich ab. Noch mehr sein Ziel, die vermeintlich Kranken auf das Niveau der angeblich Gesunden zu heben.

     

    Damit werden die Menschen genormt. Die Vielfalt verringert sich und, was ich noch dramatischer finde, die kleinen Korrektive einer Gesellschaft gehen verloren.

     

    Schopenhauer habe, so Yalom, Kants These über unsere Wahrnehmung erweitert. "Er behauptete, Kant habe eine fundamentale Quelle von unmittelbaren Informationen über uns selbst übersehen: unseren eigenen Körper und unsere eigenen Gefühle. Wir können uns von innen erkennen, insistierte er. Wir verfügen über ein direktes Wissen, das nicht von unseren Wahrnehmungen abhängt."

     

    Neben der Psychotherapie und der Schopenhauer-Kur wird im Roman ein weiterer Lösungsweg aufgezeigt. Pam, ein Mitglied der Therapiegruppe reist nach Indien, um sich dort in der Meditation zu üben.

    Ihr gelingt es, zur Ruhe zu kommen. Aber der Preis dafür ist ihr zu hoch. "Wohin sie auch blickte, sah sie Verzicht, Opfer, Einschränkung und Ergebenheit. Was wurde aus dem Leben? Aus Freude, Entwicklung, Leidenschaft, carpe diem?"

     

    Ich jaule mit Philip, Schopenhauer und Buddha im Chor. Das Leben ist Leiden. Aber das Leiden bringt mir Erkenntnis. Erkenntnis darüber, dass alles andere Illusion ist. Würde mich Friedrich Nietzsche fragen, ob ich dieses Leben auf genau dieselbe Weise noch einmal leben wollen würde, würde ich ja sagen, aber hinzufügen, eine Wiederholung reicht.

     

    Ich danke Irvin D. Yalom herzlich für seine weitere Bereicherung meines Lebens durch seinen Roman "Die Schopenhauer-Kur".

     

    V.S.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

  18. Cover des Buches Der gute Psychologe (ISBN: 9783442747917)
    Noam Shpancer

    Der gute Psychologe

    (91)
    Aktuelle Rezension von: Joroka

    Ein Psychologe behandelt eine Patientin, die Angst davor entwickelt hat, weiterhin allabendlich als Stripperin aufzutreten. Ihr Chef sitzt ihr und auch bald dem Psychologen im Nacken, um endlich konkrete Fortschritte der Therapie zu sehen. Daneben hält der Psychologe zweimal in der Woche Vorlesungen vor einer bunten Gruppe Studenten ab. 'Einführung in die Prinzipien der Therapie', so heißt sein Kurs. Im privaten Bereich knabbert er noch am Ende einer Affäre mit einer verheirateten Kollegin, aus der ein gemeinsames Kind hervorgegangen ist. Die räumliche und auch von ihr gewollte Distanz kann er nur schwer akzeptieren und er überschreitet abgesteckte Grenzen.....

    Psychologen sind auch nur Menschen, die an ihren eigenen Problemen zu arbeiten haben. Doch diese sind ja bekanntlichermaßen die am schwersten lösbaren. So ist schnell mal dem Gegenüber ein Rat gegeben, sich aber an die eigene Nase zu fassen und das Leben in die Hand zu nehmen bleibt da nicht ohne innere Konflikte und Widerstände.

    Der Leser erfährt so viel über einen Menschen, dessen Namen nicht genannt wird und über die Patienten und Menschen in seinem Umfeld, in ihrer Unterschiedlichkeit. Alles findet seinen Platz und Herausforderungen würzen den Alltag.

    Ein Roman, der für mich gut zu lesen war, keine besonderen Highlights bracht, jedoch Erkenntnisse über die Psyche des Menschen, die der Psychologe seinen Studenten im Kurs vermittelt, haben auch mir neue Einsichten beschert.


    Fazit: Interessante Mischung, gut zu lesen und kurzweilig.


  19. Cover des Buches Vielleicht solltest du mal mit jemandem darüber reden (ISBN: 9783446266049)
    Lori Gottlieb

    Vielleicht solltest du mal mit jemandem darüber reden

    (66)
    Aktuelle Rezension von: Leseratz14

    Dieses Buch ist heilend.Die Protagonistin, selbst Psychiaterin, braucht dringen Hilfe um eine Trennung zu verarbeiten. Wie sich jedoch herausstellt ist die Trennung nicht das Problem. Dieses Buch verbindet wunderbar die Theorie der Therapie mit Fallbeispielen die Mut machen. Auch in der Sterbebegleitung findet sich Mut und Hoffnung. Ein absolut empfehlenswertes Buch. 

  20. Cover des Buches Die Therapie: Das Hörspiel zur Prime Video Serie von Sebastian Fitzek (ISBN: B0CFM88M5G)
    Sebastian Fitzek

    Die Therapie: Das Hörspiel zur Prime Video Serie von Sebastian Fitzek

    (312)
    Aktuelle Rezension von: Lesen24stunden

    Diese Buch hat mich von Anfang bis Ende gefesselt! Die Handlung ist spannend und abwechslungsreich, mit gut entwickelten Charakteren, die einen emotionalen Zugang bieten. Jeder Abschnitt hält neue Überraschungen bereit, die es schwer machen, das Buch aus der Hand zu legen. Eine klare Empfehlung für alle, die nach einem packenden und kurzweiligen Lesestoff suchen!

  21. Cover des Buches Die Frequenz des Todes (ISBN: 9783426307601)
    Vincent Kliesch

    Die Frequenz des Todes

    (344)
    Aktuelle Rezension von: Alison_Sauer

    Ich habe das Buch "Auris - Die Frequenz des Todes" ziemlich schnell durchgelesen – es hat mich von der Spannung her schon gepackt. Die Idee, mit akustischer Forensik zu ermitteln, finde ich originell und es hat Spaß gemacht, mal etwas anderes als die üblichen DNA- oder Fingerabdruck-Spuren zu verfolgen.

    Ein spannender Thriller, den man schnell wegliest und der gut unterhält, aber meiner Meinung nach nicht ganz an die anderen Bände, die noch kommen, ran kommt. Es lohnt sich dennoch an der Reihe weiter zu lesen, denn nach diesem Band geht es erst richtig los. 

  22. Cover des Buches Bösland (ISBN: 9783442719211)
    Bernhard Aichner

    Bösland

    (296)
    Aktuelle Rezension von: SonGoku

    Bösland fand ich nicht besonders gut.

     Es geht darum das der  Hauptprotagonist wegen eines Mordes beschuldigt wird der geschehen ist. Da er schwer traumatisiert ist und sich an nichts erinnern kann will er seinen Freund zu reden stellen der wohl dabei war, dann wendet sich das Blatt.

    Nichts besonders neues.

    Ich fand die Eigendynamik die sich mit seinem Freund entwickelt, der reich ist, ist recht Amüsant. Das Buch habe ich nur fertig gelesen um zu erfahren wie dieses Machtspiel von beiden ausgeht. Da sich beide wirklich ein Kopf an Kopf rennen liefern.

    Wer den Mord begangen hat und warum ist nicht besonders überraschend.

    Ich fand es zu kurzweilig geschrieben. Ich mag seichte Literatur aber aus der Story hätte man mit der richtigen Schreibweise, Atmosphäre und Innovation eindeutig mehr rausholen können.

    Schade

  23. Cover des Buches Monster auf der Couch (ISBN: 9783764532680)
    Mats Strandberg

    Monster auf der Couch

    (94)
    Aktuelle Rezension von: Mottelchen

    Dieses Buch ist ein absoluter Hingucker.👀
    Die Gestaltung mit Aktennotizen, Skizzen, Fotos und Therapieprotokollen ist großartig. Es ist mal was ganz anderes und zieht einen total in die Geschichte ein. Die Idee, dass bekannte "Monster" in der heutigen Zeit in Therapie sind, ist nicht nur originell, sondern auch unglaublich spannend.
    .
    Die unterschiedlichen Standpunkte der Figuren aus dem 18. und dem 21. Jahrhundert zu Themen wie Sexualität, Geschlecht, Beziehungen Formen und gesellschaftliche Hierarchien kommen sehr gut zur Geltung.
    .
    Jeder einzelne Charakter, der dort auf der Couch Platz genommen hat, wirkte so detailreich und wunderbar ausgearbeitet, dass man sie einfach nur ins Herz schließen konnte (naja, Dorian Gray ...).
    .
    Die beiden Autoren schaffen es gekonnt, Humor mit Tiefgang zu verbinden und wer Fantasy und Psychologie mag, sollte sich das Buch unbedingt zur Hand nehmen. ✨

  24. Cover des Buches Weil ich dich liebe (ISBN: 9783492309264)
    Guillaume Musso

    Weil ich dich liebe

    (257)
    Aktuelle Rezension von: _jamii_

    Bei einem Flug von Los Angeles nach London treffen die 15-jährige Evie, die frisch getrennte Nicole und die exzentrische Milliardärstochter Alyson aufeinander. Sie kennen sich nicht und erzählen sich doch ihre Lebensgeschichten, als wären sie alte Bekannte. Im Laufe der Gespräche tun sich Abgründe auf, die allen dreien die Tragik des Lebens vorführen. Denn die Schicksale der drei Frauen sind auf dramatische Weise miteinander verbunden ...

    Der Schreibstil ist etwas holprig, ich hatte am Anfang recht Mühe, damit klar zu kommen. Auch ist der Anfang eher langweilig, es dauert eine ganze Weile, bis die Geschichte interessant wird.

    Mit der Zeit wird die Geschichte aber immer besser, ich fieberte mit allen Charakteren mit. Je länger ich las, umso dringender wollte ich wissen, was die drei Personen verbindet, und wohin die Geschichte führt. Der Autor versteht es gekonnt, die Lesenden zu verwirren und immer mehr Fragen aufzuwerfen.

    Das Ende ist dann ein genialer Wow-Effekt, eine äusserst spannende Auflösung, wenn vielleicht auch nicht allzu realistisch. Was mir ebenfalls gefällt ist, dass sich der Autor noch Zeit nimmt, die Schicksale etwas weiter zu erzählen. Die Geschichte hört nicht einfach abrupt auf.

    Ein bisschen ein zäher Einstieg, entwickelt sich aber zu einer wunderschönen und packenden Geschichte!

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