Bücher mit dem Tag "pupertät"
17 Bücher
- J. D. Salinger
Lektüre Kopiervorlagen: Jerome D. Salinger, Der Fänger im Roggen / Catcher in the Rye
(1.567)Aktuelle Rezension von: Trishen77"Sie hatte eine angenehme Stimme. Vor allem für Telefongespräche geeignet. Sie hätte immer ein gottverdammtes Telefon mit sich herumtragen sollen."
Seit ich auf Amazon.de Rezensionen schreibe, habe ich mich immer bemüht alle Kritikpunkte und Ansätze zu einem Buch in meine Besprechungen mit einfließen zu lassen. Nicht um mich lieb Kind zu machen, sondern weil die Summe aller Meinungen der Spiegel eines jeden Buches ist, ob sie nun zutreffen oder nicht.
Bei jedem Buch, das der amerikanische Schriftsteller J.D. Salinger geschrieben hat (es sind genau 4), fällt mir diese Taktik jedoch sehr schwer. Ich liebe seine Bücher und doch möchte ich nicht ausschließen, dass sie für manche eine eher unbeeindruckende Erfahrung darstellen können, auch wenn ich jedem ans Herz legen möchte, sie zu lesen. Mich haben diese Bücher verändert. Ich kann sie immer wieder lesen, ich bin immer wieder aufs Neue fasziniert und gepackt, gehe immer wieder durch diese Prosa, die ganz ohne Manierismen und fast ohne Sorgfalt auskommt, mit einem Gefühl, als wäre alles, was dort geschrieben steht, ein Geschehen irgendwo zwischen Leben und Kunst, eine nahe und doch zugleich sehr literarische Erfahrung. Auf der Höhe der Literatur und doch in vielen Untiefen.
Der Fänger im Roggen ist nun ein ganz besonderes Werk und ich weiß nicht, ob ich es hinkriege, darüber etwas Gescheites zu schreiben. Ich bin mal wieder, nach der 4ten Lektüre, überrascht, wie schnell dieser Roman doch vorbeigeht und wie viel (in den Zwischenräumen) und zugleich wenig (an der Oberfläche) darin passiert. Doch am meisten hat mich wieder einmal die unglaubliche Nähe, die Aufrichtigkeit und Authentizität, die Empathie und der plötzliche Witz dieses Buches begeistert. Ich frage mich wie immer: Wer traut sich wirklich, so ein Buch zu schreiben, wie "Catcher in the rye" eines ist? So wahr und doch (oder deswegen) so gegen den Strom.
Eine Bekannte, der ich das Buch zu Lesen gab, meinte Holden wäre ein Außenseiter, ein Verrückter gar, ein Nihilist, ein Abgedrehter. Ich bin nicht der Ansicht. Ich glaube Holden geht einfach an der Welt kaputt (und ist nebenbei sehr viel gesünder als die meisten von uns). Aber er geht eben nicht spektakulär kaputt. Überhaupt ist nichts in diesem Buch spektakulär, äußerlich. Es ist alles ganz einfach - und doch so kompliziert. Und Salinger schafft es, dies auf den Punkt zu bringen - er hat ein wundervolles Buch darüber geschrieben, mit einer der besten, in seinen Empfindungen wirklich nachzuempfindenden Figur, die je auf den Leser losgelassen wurde. Wer glaubt, dass Kunst nicht das Leben abbilden könne, weil sie idealisiert, trickst, glättet, der sollte den Fänger im Roggen lesen.
"Aber wenn man am Leben bleiben will, muss man eben dieses Zeug mitmachen."
Ein Buch das sagt: Take it or leave it und das doch im Geheimen weiß: So einfach ist es nicht. Viele Leute sehen in Holden gerne einen klassischen Antihelden (aber Held und Antiheld sind Konstruktionen der Kunst und damit wird man Holden nicht gerecht) oder einen sehr sprunghaften, sonderbaren Kerl. Aber werden wir nicht alle von denselben Dingen wie er umgetrieben? Spontane Abneigung, Verlorenheit, Daseinsjammer und oft dieses Gefühl der Oberflächlichkeit, als hätte man sich in einer Welt der Schemata und Konventionen verlaufen, aus denen stets nur das immer gleiche, beschränkte erwächst – wo man selbst doch nur ein bisschen etwas Wahres haben will? Salinger hat sich getraut diese Emotionen und Ideen am Beispiel eines Heranwachsenden wunderbar zu durchleuchten, das ganze Problem, mit der Welt klarzukommen, mit den Menschen, die alle so verschieden sind und die doch alle in einer Gleichung zusammenkommen sollen, die man Zusammenleben nennt.
Und doch ist Der Fänger im Roggen kein Manifest, keine psychologische Studie und Holden ist kein Ankläger, keine Thomas Bernhard Figur, keiner, der es sich in seiner Opposition leicht macht. Nein, auch er sucht nur seinen Platz in dem Ganzen und hält sich selbst für reichlich schwierig. Dabei zeigt sich gerade an seinem Beispiel, wie schwierig es ist, man selbst zu sein, wenn dieses selbst sich fast nirgendwo mit der Umwelt deckt und sich nicht in eine maßgeschneiderte Existenz begeben will.
Dies alles und noch mehr, verteilt und oft unscheinbar, steckt in diesem Buch.
Mancher mag meinen, es sei ein bloßer Kniff aus Stilmitteln und Vulgärsprache, wie Salinger Holden reden lässt und das sei das ganze Revolutionäre an diesem Buch. Weit gefehlt - weiter geht kaum mehr. Wer den Fänger im Roggen auf diese Dinge festmacht, wird ein großartiges Buch versäumen. Denn all diese sprachlichen Kleinigkeiten - wenn man genau hinhört, nachfühlt, sind es Signale der Seele, wie auch wir selbst sie für einen Moment oft spüren. Dinge, die einen umhauen. Die einen wütend machen. Die einen abrutschen lassen in eine plötzlich Melancholie oder Abgewandtheit. Die einen euphorisch machen oder einen irgendwie seltsam beruhigen oder gar glücklich machen. Dinge, die uns eben umtreiben, weil wir in einer Welt leben, die ständig mit uns kommuniziert und unser Selbst auch ausmacht. All das hat Salinger seiner Figur eingegeben und wenn man dies beim Lesen bedenkt, ist es wahrlich umwerfend, das er dieses Buch überhaupt geschrieben hat. Vor allem, dass er es geschrieben hat, ohne es zu kommentieren, ohne in irgendeiner Weise in Rhetorik oder Abhandlung oder Essayistik zu verfallen.
Bei allem was ich sage, möchte ich dennoch nicht verhehlen, dass dieses Buch kein Wegweiser ist oder eine wirkliche Philosophie vertritt. Holden ist nicht Salinger und selbst wenn, dann ist Holden kein Prophet. Er ist ein Mensch, ein Teenager, wie tausend andere und er spricht mit der Stimme eines solchen und nur damit. Und das, diese einfache Tatsache, macht dieses Buch letztlich (und allein schon) so lesenswert. Nichts türmt sich darüber auf, keine unterschwellige philosophische Strömung hat dieses Werk aufgeschüttet. Es ist ein Werk, das einfach erzählen will, wie das so ist, das Problem mit dem Leben, mit der Schule, mit den Mädchen, mit der Freude, mit der Liebe, mit der Angst, mit dem Glück. Man kann Salinger nur dankbar sein, dass er es geschrieben hat. Für mich und vielleicht nur für mich, ist der Fänger im Roggen eines der schönsten und eindrucksvollsten Werke, die je zwischen zwei Buchdeckeln veröffentlicht wurden. So konzentrierte Erzählkunst und doch ist es ist kein großer, erlesener Roman - es ist viel mehr als das, viel näher am Leben. Es ist Literatur, im besten Sinne.
Zuletzt zur Übersetzung: Übersetzungen sind immer so eine Sache. Ich glaube nicht, dass man Den Fänger im Roggen im Original lesen muss, auch wenn das wiederum eine ganz besondere Erfahrung ist. Die neue Übersetzung von Schönfeld finde ich auch okay, wobei mir die von Böll besser gefällt, wenn sie auch anfangs etwas verstellt wirkt. Aber in dieser Übersetzung habe ich mehr das Gefühl, dass das Werk wirklich in die deutsche Sprache übersetzt wurde und ihren Ansprüchen, ihrer Art gerecht wurde, während Schönfelds Übersetzung mehr ein Versuch ist, die Legerheit und Eigenheit der englischen Version auch im Deutschen erreichbar zu machen (aber es ist nun mal das Problem, dass diese Art im Englischen total gut kommt, mit ihrer Knappheit etc., aber im Deutschen etwas zu BAM-mäßig klingt). Sind eben zwei Konzepte, die man beide nicht aburteilen sollte. - Andreas Steinhöfel
Die Mitte der Welt
(724)Aktuelle Rezension von: Fynn_AugustusMir hat es wirklich super gefallen, da das Thema Sexualität und vor allem sexuelle Orientierung normal behandelt werden, wie es eben sein sollte. Ich finde die Charaktere spannend, nach und nach taucht man in die Welt der verschiedenen Charaktere ein, man lernt sie alle kennen und lieben. Der Hauptcharakter und Ich-Erzähler legt eine tolle emotionale Entwicklung hin. Diese Selbstfindung ist toll 😊 und auch bei einem Buch schön mit anzusehen. Man fühlt mit!
- Johannes Hayers
Schnall dich an, sonst stirbt ein Einhorn!
(75)Aktuelle Rezension von: ValerieSchusselKinder wollen doch nur reingelegt werden! Zumindest bekommt man diesen Anschein, wenn normale elterliche Anordnungen nicht befolgt werden. Viele Eltern haben ihre besten Tricks aufgeschrieben, was bei ihnen besonders gut gefruchtet hat. Als Leser bekommt man somit viele Anreize, wie es bei nächster Gelgenheit besser funktionieren könnte. Da geht es nicht nur ums Gemüse, das das Kind nicht essen will.
- Mikael Niemi
Populärmusik aus Vittula
(225)Aktuelle Rezension von: Katfryy
Es ist ja nicht immer leicht, ins Erzählen zu kommen. Manchmal muss man sich vorher ein bisschen warm machen. Mikael Niemis Erzähler lockert seine Zunge so: Auf dem Gipfel eine Himalaya-Fünftausenders küsst er eine tibetanische Gebetsplatte, Lippen und Zunge frieren am Metall fest, er pinkelt in seinen Trinkbecher, schüttet das warme Zeug über den Mund und sagt: „Ich habe mich freigepisst.“ Was für ein herrlicher Auftakt! Es ist schon fast zwanzig Jahre her, dass ich das Buch gelesen habe, aber es ist immer noch total präsent. Mit Büchern ist es wie mit Menschen. Manche Begegnungen vergisst Du schon nach ein paar Tagen wieder, an andere erinnerst Du Dich ein Leben lang. Aber warum bloß? Eigentlich ist fast alles in dem Roman fremd und weit weg: Ein winziges Kaff im nördlichsten Norden Schwedens, direkt an der Grenze zu Finnland, zwei Jungs, Sechzigerjahre. Hier erleben wir ihn in voller Gestalt: Den Arsch der Welt. Es gibt kaum Radio, kein Fernsehen, das nächste Dorf ist weit entfernt und im Winter geht sowieso gar nichts. Die Menschen dort schließen Wetten darauf ab, wer´s am längsten besoffen in der Dampfsauna aushält. In dieser öden Umgebung haben Matti und sein Freund Niila ein Erweckungserlebnis. Sie hören eine Schallplatte von den Beatles, eine Single. Und das beschreibt Matti so:
„Ein Pulverfass explodierte und sprengte das Zimmer. Der Sauerstoff ging zur Neige, wir wurden gegen die Wand gepresst, während sich die Kammer in rasender Fahrt drehte. Wir klebten wie die Briefmarken fest, das Blut wurde uns ins Herz gepresst, sammelte sich in einem darmroten Klumpen, bevor alles kehrt machte in die andere Richtung sprang, bis in die Finger und Zehenspitzen, rote Speerspuren von Blut im ganzen Körper, bis wir wie die Fische nach Luft schnappten. Nach einer Ewigkeit hielt der Wirbel an. Die Luft sauste durch das Schlüsselloch wieder davon, und wir fielen als kleine, feuchte Häufchen auf den Boden. Rock ´n´roll music. Beatles.“
Danach sind sie infiziert – (upps, sorry für das böse Wort in Zeiten der Pandemie). Matti und Niila wollen Musik machen. Erstmal üben sie in der Garage. Allerdings ohne Instrumente. Die Erfindung der Luftgitarre wäre auch ein guter Titel. Diese Szene mit der Beatles-Platte ist nur eine von so vielen unglaublich lebensvollen, intensiven Momenten. Wer kennt das nicht: Von Musik mit voller Wucht gegen die Wand geschleudert zu werden. Mir ging´s mit Smells like teen spirit so. Wer Etiketten mag, würde auf den Roman wohl Coming-of-age kleben. Ja, es geht auch um erste Liebe, ums Aufwachsen in psychopathischen Scheißfamilien und Ablösung vom Elternhaus. Die beste Metapher für die Pubertät habe ich in diesem Buch gefunden, es gibt da eine überraschend surreale Stelle: Ein Junge, (ich weiß nicht mehr genau, ob das Matti sein soll), klettert als Kind in eine Art Eisenofen hinein, verbringt dort Jahre und kommt dann als Erwachsener wieder heraus. Wer öfter mit Pubertierenden zu tun hat, der kann also erleichtert sein. Stellt Euch einfach vor, die sind eigentlich gar nicht hier. Die befinden sich ein einem abgeschlossenen Eisenofen. Und dann irgendwann. Ganz plötzlich. Da kommen sie heraus. Vernünftig, geläutert, alle Schrauben festgezogen, alle Tassen wieder im Schrank. Aber der Roman ist viel mehr als Comming-of-age. Es geht auch um diese fantastische Landschaft, das Einfrieren und das Abtauen. Sehr, sehr poetisch. Guckt nicht den Film! Lest das Buch! Bitte!
- Joey Goebel
Ich gegen Osborne
(111)Aktuelle Rezension von: JohnLeeGalt"Ich gegen Osborne" spielt an einem einzigen Tag und ist aus der Sicht von James Weinbach geschrieben, welcher in seinen Augen der letzten Vertreter guten Stils, Anstand und echten Werten ist, während die anderen der "großen Hurerei" verfallen. James kämpft für seine Werte und stellt sich diesem Wandel der Zeit, nur um hoffnungslos zu scheitern.
Was das Buch so interessant macht, ist dass es meiner Meinung nach nur eine bestimmte Nische von Leuten anspricht und den Großteil wohl eher nicht wirklich zusagt. Ähnlich wie James sehne ich mich nach alten Werten, Stil und Qualität und frage mich daher, wie das Buch von "modernen" Zeitgenossen aufgenommen wird, die wohl laut James zur Gruppe der "großen Hurerei" zählen, aufgenommen wird.
- Benjamin Lebert
Crazy
(578)Aktuelle Rezension von: lolbuecherEs ist plump und relativ langweilig. Man hätte definitiv mehr aus der Internatsgeschichte machen können.
Das Buch hat einen guten Ansatz zum Thema Behinderung und Integration. Unter anderem wird viel über den Sinn des Lebens nachgedacht. Da es eine Autobiografie ist, ist die Story nicht wirklich spannend und der "Wow" Effekt hält sich in Grenzen. Auch weil das Buch sehr platt geschrieben ist und die Sätze sehr abgehackt sind. Die Sätze springen teilweise willkürlich in verschiedenen Themen herum.
Außer Benjamin wird kein Charakter vertieft dargestellt, dadurch wird die gesamte Geschichte insgesamt sehr langweilig und regt nicht sonderlich zum weiterdenken an.
Und die Freundschaft konnte ich gar nicht nachvollziehen. Eher Zwangsgemeinschaft mit Gruppenzwang
- Heinz Strunk
Junge rettet Freund aus Teich
(42)Aktuelle Rezension von: BibliomaniaSchon lange wollte ich mal ein Buch von Heinz Strunk lesen und mit „Junge rettet Freund aus Teich“ habe ich einen biografischen Roman erwischt, der sich vielleicht nicht sonderlich überraschend äußert, wie ein 6-, 10- oder 14-jähriger Junge in den Tag hineinlebt und denkt, aber doch den Charme trägt, der sich auch bei Meyerhoff, oder Knausgard finden lässt. Auch wenn die beiden letzteren mir mehr gefallen, war diese persönliche Geschichte teilweise anrührend, teilweise eklig, erschreckend und offen.
Heinz Strunk wächst ohne Vater auf. Er lebt mit seiner Mutter, die selbst als Musiklehrerin wenig Geld verdient bei deren Eltern in einem Haus. Er liebt seine Großeltern und vor allem seine Oma, die ihm täglich Kuchen backt. Er hat viele Freunde und erinnert mit so einfachen Fragen wie „Kann Axel kommen?“ an die eigene Kindheit, als man ebenso an den Türen der anderen klingelte, um zusammen spielen gehen zu können. Heinz Strunk macht Quatsch wie viele Jungs. Er raucht zu früh, stiehlt sich aus dem Haus, um Alkohol zu trinken, bricht auf ein Grundstück ein, um baden gehen zu können und lügt seine Erziehungsberechtigten an. Kein besonders überraschendes Verhalten. Am Rande wird klar, dass seine Mutter echt Probleme hat, ich tippe auf Depressionen. Auch in der Schule quält er sich mehr, als dass er Freude hat. Zu einem Abenteuer werden die Besuche bei seiner Großtante. Strunk ist ein Stadtkind, das aus Hamburg kommt. Die Großtante wohnt auf dem Land. Dort trifft er auf Manfred, ein Kind von Bauersleuten, den er zwar nicht besonders helle findet, mit dem er aber so viele Dinge erlebt, sodass er gar nicht mehr zu Hause sein will.
Charmant geschrieben ohne die schmerzlichen oder peinlichen Dinge im jungen Leben auszulassen begleitet der Leser Heinz Strunk zwischen 6 und 14 Jahren. Nett gemacht, ich fühlte mich gut unterhalten.
- Matthias Jung
Chill mal!
(29)Aktuelle Rezension von: FlaventusDie Pubertät. Eine Zeit im Umbruch und eine Herausforderung für die Familie. Und das vermutlich seit der Mensch sich aufrecht durch die Steppen bewegt. Aber jede Generation eröffnet seine eigenen Baustellen, jede Gesellschaft funktioniert anders.
Von jeder Seite
Matthias Jung geht in seinem Buch auf viele Aspekte ein. So auch auf die Änderungen in der Beziehung zwischen Eltern und ihren Kindern. Wie sah vor gar nicht mal so langer Zeit die Eltern-Kind-Beziehung aus? Und wie unterscheidet sie sich von der heutigen Zeit. Was treibt die Jugendlichen an und wie sollten Eltern auf das chaotische Verhalten reagieren?
Ich wette, dass jeder, der ein pubertierendes Kind zu Hause hat, sich an vielen Stellen des Buchs wiederfindet. Und ich wette außerdem, dass viele Eltern mit jüngeren Kindern sich fragen, ob ihr Kind vielleicht verfrüht in die rebellische Phase eingestiegen ist.
So oder so erlärt Jung die Pubertät in all ihren Facetten und gibt zahlreiche handfeste Tipps. Dass er nicht nur Pädagoge, sondern auch Comedian ist, erkennt der Leser sehr schnell daran, dass er seine Thesen umgangssprachlich auf den Punkt bringt und so manches Mal (humorvoll) über das Ziel eines klassischen Ratgebers hinausschießt. Was das Buch recht witzig macht und sehr gut die beiden Disziplinen miteinander vereint.
In einer Zeit, in der Familien mit Einzelkindern zu überwiegen scheinen, werden die meisten (Erziehungs-)Ratgeber auch so geschrieben. Oftmals ist von dem einen Kind die Rede und es wird vollkommen ausgeblendet, dass eine vollkommen andere Dynamik entsteht, wenn Geschwister vorhanden sind. Matthias Jung wirft glücklicherweise auch auf dieses Kapitel einen Blick.
Fazit
Ich finde, dass dieses Buch eine gelungene Symbiose von Ratgeber und Humor darstellt. Es ist witzig geschrieben und vermittelt gleichzeitig Wissen und gibt zudem einige handfeste Tipps. Die wichtigsten Themen, die in den entsprechenden Familien mit Sicherheit aufpopen, wurden behandelt und viele (potentielle) Konflikte dargestellt.
- Eleanor Catton
Die Anatomie des Erwachens
(26)Aktuelle Rezension von: ZaliraZu Beginn des Buches habe ich wirklich sehr lange gebraucht bis ich überhaupt etwas verstanden habe, man erfährt zwar von Victoria und dem Skandal, jedoch steht Victoria selbst gar nicht im Fokus der Geschichte und taucht auch nur selten auf. Gerade mit den Figuren hatte ich bis zum zweiten Drittel große Probleme, als Leser erhält man zwar ein paar Namen und Beschreibungen, dadurch dass die Handlung oft hin und her springt ist es unglaublich schwierig sich die Charaktere als Personen vorzustellen und zu merken, erst später reihen sich diese in die Geschichte und Handlung ein.
Das ganze Buch hat dabei zwei Erzählstränge, die erst mit der Zeit ineinander greifen. Etwas das mich jedoch ab der ersten Seite begeistern konnte war Eleanor Cattons einmaliger Erzählstil. Sie schafft es mit einer beeindruckenden Rhetorik ungewöhnliche Thesen aufzustellen, die einen sprachlos und tief in Gedanken versunken zum mehrmaligen Lesen eines Absatzes bringen.
"Das Saxofon spricht die Sprache des Undergrounds, die ermattete, melancholische Sprache des Halbdunkels – schmutzig und sexy und verschwitzt und hart. Es ist die Sprache der Waisen und Bastarde und Huren." (S. 74)
Der Mittelteil der Geschichte ist sehr spannend und ab dem Zeitpunkt, ab dem die wichtigsten Personen bekannt sind, wird man von der Handlung vollkommen mitgerissen. Die einzelnen Puzzleteile an Information fügen sich langsam zusammen und die Beziehungen der Charaktere untereinander rücken mehr und mehr in den Fokus. Die Beschreibung einzelne Szenen werden als Theaterstück inszeniert, bei dem eine Person im Scheinwerferlicht zu leiser Saxofonmusik erzählt was passiert ist. Gerade hierbei merkt man den guten Schreibstil, der es auf beeindruckende Weise schafft in einem Buch Theater und Musik miteinander zu verknüpfen.
Allerdings muss ich sagen, dass mich der Schluss dann wiederum enttäuscht hat. Von der ersten Seite an habe ich das Buch als ein großes Rätsel gesehen, das es zu lösen gilt. Weil größten Teils alles sehr verwirrend ist, war ich lange auf der Suche nach dem roten Faden. Den ich dann irgendwann glaubte gefunden zu haben, um am Ende doch wieder verwirrt da zu sitzen. Mir wurde die Mischung aus Theater und Handlung zu abstrakt und auch wenn die Autorin gekonnt mit Anspielungen und Wahrheit spielt, endet das Buch für meinen Geschmack zu offen. Als Leser – zumindest in meinem Fall – bleibt man mit Kopfschmerzen zurück, sodass der letzte Satz des Buches es genau trifft..
"[…] ich wäre glücklich, wenn du mir einfach genügend Fakten erzählen würdest, damit ich es mir vorstellen kann. Damit ich es mir nacherzählen kann. Damit ich mir vorstellen kann, ich wäre wirklich dabei gewesen." (S. 398)
Nachdem ich schon mit „Die Gestirne“ von Eleanor Catton etwas Probleme hatte, wollte ich aber nochmal ein Buch der Autorin ausprobieren. Nun bin ich hin und her gerissen, und kann mich nicht entscheiden ob ich das Buch furchtbar oder genial finde. Die Autorin schafft auf kreative Weise ein Spiel mit Rollen und Sexualität. Obwohl ich das Buch teilweise unglaublich beeindruckend finde und froh bin es gelesen zu haben, kann ich doch keine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen. Eigentlich 2,5 Sterne.
Abschließend noch ein Dankeschön an den Random House Verlag, der mir freundlicherweise das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Der Wert der eigenen Meinung ist jedoch sehr wichtig und meine Meinung bleibt unbeeinflusst. - Ella TheBee
Nicht perfekt ist auch okay!
(14)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerHallo, ich bin Louisa und 15 Jahre alt. Ich habe mir das Buch gekauft, weil ich die Autorin von YouTube kannte und sie absolut nett ist. Der Titel lasst sich gleich als Beschreibung für das Buch nutzen, denn manchmal kam es mir doch sehr "perfekt-Life-mäßig" rüber. Dennoch ein sehr gelungenes Buch, welches ich ab und an mal zwischendurch lese. Ich würde es an alle empfehlen, die noch etwas jünger sind und vielleicht ein bisschen Schwierigkeiten mit der Pubertät haben und versuchen, ein bisschen mehr zu sich zu finden und selbstbewusster zu werden.
Also Fazit: Ein nettes, angenehmes Buch, welches gut für Jugendliche in der Pubertät geeignet ist.
- Nikola Huppertz
Mein Leben, mal eben
(66)Aktuelle Rezension von: bibliophilecatsDas Buch hat mir ganz gut gefallen, es war kurzweilig und unterhaltsam. Ab und an habe ich mich gefragt, ob man mit 13 wirklich so ist - und dann habe ich an die Zeit bei mir zurückgedacht und musste feststellen, dass es wahrscheinlich doch eine gute Darstellung ist. Ich fand es gut, dass das Aufwachsen bei einem lesbischen Paar einerseits als normal dargestellt wird, andererseits aber nicht verheimlicht wird, dass es auch Problem machen kann (Gerede der Altersgenossen). - Stephan Lohse
Das Summen unter der Haut
(72)Aktuelle Rezension von: izzy_booksDer Roman "Das Summen unter der Haut" erzählt einfühlsam von der ersten Liebe des 14-jährigen Julle im Hamburg der 1970er Jahre. Zwischen Unsicherheit, Sehnsucht und vorsichtigem Begehren entwickelt sich eine leise, aber intensive Geschichte über Identität und Erwachsenwerden. Lohses klare, poetische Sprache macht die inneren Konflikte greifbar und verleiht dem Roman eine besondere Atmosphäre.
- Resi Lienz
Generation Smartphone in der Pubertät
(3)Aktuelle Rezension von: Raimond_GatterRezension
GENERATION SMARTPHONE IN DER PUPERTÄT
von #ResiLienzDas Buch Generation Smartphone in der Pubertät von Resi Lienz ist anders als die üblichen Ratgeber. Es ist keine theoretische Abhandlung zum Thema Internetgefahren, sondern beschreibt eine tatsächliche Begebenheit aus der Sicht einer betroffenen Mutter. Sie denkt, sie habe alles im Griff und ist sich durchaus der Risiken für Jugendliche im Internet bewusst. Schliesslich hat sie auch Vorsichtsmassnahmen ergriffen und Regeln aufgestellt. Doch dann entdeckt sie, dass ihre Tochter heimlich mit Pädophilen chattet und diesen Fotos schickt. Aus einer harmonischen Mutter/Tochterbeziehung entwickeln sich im Laufe der Pubertät dramatische Konflikte, bei denen auch die staatlichen Einrichtungen eine überaus zweifelhafte Rolle spielen.
Das kann Ihnen nicht passieren? Wenn Sie das Buch gelesen haben, wissen Sie, dass es in jeder Familie passieren kann. Resi Lienz lässt Sie jedoch damit nicht allein. Hautnah lässt sie die Leser an ihren Erfahrungen teilhaben und gibt wertvolle Tipps und Hinweise. Es ist mit 524 Seiten sehr umfangreich und kein Buch, um einfach mal so eben durchzulesen. Eher würde ich es als Nachschlagwerk sehen, das zu Themen wie Vertrauen, Grenzen, Hilfeforen, Internetsucht, Pädophilie in Netz, Umgang mit Beratungsinstitutionen und Behörden, usw. kompetenten Rat bereithält.
Das Buch liest sich stellenweise wie ein Krimi. Und doch ist es ein sehr persönlicher Tatsachenbericht; gespickt mit vielen Details und (anonymisierten) Originaldokumenten. Es macht betroffen, aber auch Mut. Es warnt vor Internetgefahren und zeigt Lösungswege.
Vor allem ist es jedoch ein Ratgeber, der Eltern hilft, mit ihren Kindern gut durch die schwierige Phase der Pubertät zu segeln – als Prophylaxe und nicht nur bei Problemen. Auch Lehrern, Erziehern und Verantwortlichen in den entsprechenden Behörden und Einrichtungen kann ich es wärmstens empfehlen. Indem es ihnen und ihrer Arbeit einen Spiegel vorhält, hilft es ihnen sensibel und wirksam mit solchen schwierigen Situationen umzugehen.
Das Buch kann direkt über https://resilienz.site/ bezogen werden.
Raimond Gatter
Schweiz
- Steffen Weinert
Läuft bei uns
(35)Aktuelle Rezension von: PetzipetraEine 4 die bringt seine geliebte Tochter nach Hause.Das gibt es doch nicht.Das gab es doch noch nie!Da stimmt was nicht...Sebastian muss sich sofort auf die Suche nach dem Grund machen.Dieser ist aber schnell gefunden.Seine Tochter ist hochbegabt und natürlich mit der gewöhnlichen Schule unterfordert.Leider sieht das nur er so...
Interessante Anekdoten einer Vater Tochterbeziehung. Für zwischendurch ein angenehmes Buch. - Bettina Belitz
Luzie & Leander 2 - Verdammt feurig
(69)Aktuelle Rezension von: MorgensternDie vollständige Rezension findet ihr unter:
https://www.emilialynnmorgenstern.de/rezensionen-zu-autoren-mit-b/#Luzie-Leander-2 - Marie Davids
Ein Sommer voller Julie
(6)Aktuelle Rezension von: trugschlussIn der Jugendzeit des Lebens geht alles schnell, wild und drunter und drüber - Hass, Liebe, Freundschaft, erste Kontakte mit Drogen und Sex, Schulfrust... Marie Davids ist es gelungen, diese Zeit aus Sicht der Jugendlichen Sophie so genau zu beschreiben, dass man mit ihr leidet, liebt und schreit. Dabei webt sie immer wieder überraschend spannende sprachliche Spielereien ein, die dendie LeserIn herausfordern und dem Buch eine weitere ungewöhnliche Ebene hinzufügen. Wer verstehen möchte, wie sich das Leben abseits vom regelkonformen Pfaden anfühlt, wie schwierig/unmöglich es für alle Beteiligten ist, das Richtige zu tun - dem sei dieses Buch ans Herz gelegt. Neben SchülerInnen, die selbst immer wieder an Schule und Elternhaus (ver-)zweifeln, ist dieses Buch unbedingt für LehrerInnen und SozialpädagogInnen und Eltern interessant - wenn sie sich trauen, gespiegelt zu werden, mit klaren, wütenden und gleichzeitig emphatischen Worten. Da solch ein Buch ohne Verlag veröffentlicht wird/werden muss, bleibt zu hoffen, dass die richtigen Menschen es finden und weiterverbreiten - Fridolin Jungbauer
Der verrückte Pubertäts-Reiseführer für Jungs!
(11)Aktuelle Rezension von: Lori0216Das Buch „Der verrückte Pubertäts-Reiseführer für Jungs!“ von Fridolin Jungbauer hat schonmal ein wunderschönes Cover. Die Farben! Einfach genial. Nun aber zum Buch! Es ist ein humorvoller und zugleich informativer Begleiter für Jungs-Eltern, die sich mitten in der turbulenten Reise der Pubertät befinden. Das Buch ist in einem lockeren, witzigen Ton geschrieben. Die Mischung aus ernsten Themen und leicht zugänglichem Humor macht es zu einem angenehmen Leseerlebnis, das nicht nur Jugendliche, sondern auch Eltern und Erzieher zum Schmunzeln bringt.
Besonders hervorzuheben ist, wie Jungbauer komplexe Themen wie die körperlichen und emotionalen Veränderungen in der Pubertät aufgreift. Dabei werden diese weder vereinfacht noch mystifiziert – der Autor erklärt auf eine verständliche Weise, was während dieser Phase im Körper und im Kopf eines Jungen passiert.
Ein weiterer Pluspunkt ist, dass das Buch nicht nur auf biologische Veränderungen eingeht, sondern auch auf soziale Themen wie Freundschaft & Liebe.
„Der verrückte Pubertäts-Reiseführer für Jungs!“ ist ein tolles Buch, das Jungs-Eltern auf eine lockere und humorvolle Weise durch die schwierige Zeit der Pubertät begleitet. Es ist gut geschrieben, unterhaltsam und informativ - von uns eine klare Empfehlung! - 8
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