Bücher mit dem Tag "pyrenäen"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "pyrenäen" gekennzeichnet haben.

43 Bücher

  1. Cover des Buches Die Nachtigall (ISBN: 9783746636337)
    Kristin Hannah

    Die Nachtigall

     (495)
    Aktuelle Rezension von: Hortensia13

    Die Schwestern Vianne und Isabelle haben seit dem Tod ihrer Mutter ein gespaltetes Verhältnis zueinander. Doch als der Zweite Weltkrieg die Welt überzieht und die Deutsche Wehrmacht Frankreich besetzt, wird zunehmend das Überleben wichtig. Viannes Mann wird an die Front abkommandiert und sie versucht alles, um ihre Tochter vor dem Bösen zu beschützen. Isabelle schliesst sich der Résistance an und wird unter dem Pseudonym Nachtigall berühmt. Doch alles was die Schwestern entzweien mag, spielt das im Kriegsgeschehen noch eine Rolle?

    Dieses Buch war ein absolutes Lesehighlight. Bücher über die Zeit des Zweiten Weltkrieg sind immer bewegend, aber diese Geschichte über die zwei ungleichen Schwestern war regelrecht überwältigend und ich musste einige Tränen verdrücken. Es fängt schon damit an, dass das Buch aus der Sicht von zuhause gebliebenen Frauen in einem besetzten Frankreich geschrieben wurde. Wie versuchen sie durch den Alltag zu kommen? Was müssen sie für ihre Kinder tun? Dazu passt das Zitat aus dem Buch: «Frauen schweigen, stehen auf und machen weiter». Die Autorin hat dazu noch einen wundervollen Schreibstil, bildreich und mit Details ausgeschmückt. Die Geschichte hat mich richtig berührt.

    Mein Fazit: Das Buch wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben. Es geht absolut ans Herz und macht einem bewusst, dass es mehr Leid gab als nur das an der Front. Absolute Leseempfehlung mit 5 Sternen.

  2. Cover des Buches Ich bin dann mal weg (ISBN: 9783492307116)
    Hape Kerkeling

    Ich bin dann mal weg

     (4.061)
    Aktuelle Rezension von: HubertM

    Wir, dass sind alle unsere Freunde  und die Familie haben es gern gelesen.

  3. Cover des Buches Die Nachtigall (ISBN: 9783945733196)
    Kristin Hannah

    Die Nachtigall

     (29)
    Aktuelle Rezension von: ChattysBuecherblog

    Da ich das Buch schon vor längerer Zeit gelesen habe, wollte ich nun auch die Hörbuchfassung "genießen". Die ungekürzte Hörbuchfassung umfasst über 18 Stunden wahren Hörgenuss, ja und das meine ich auch so. Eine tolle Geschichte über zwei starke Frauen, vertont von Luise Helm. Eine hervorragendes Zusammenspiel, wie ich finde. 

  4. Cover des Buches Die Kirschen der Madame Richard (ISBN: 9783745700176)
    Tania Schlie

    Die Kirschen der Madame Richard

     (60)
    Aktuelle Rezension von: jordisanna

    Auch wenn das Buch „Die Kirschen der Madame Richard“ bereits 2019 erschienen ist, möchte ich diesen leisen und angenehmen Roman von Tania Schlie empfehlen.

    Tania Schlie gehört zu meinen Lieblingsautorinnen. Ihr bildhafter Schreibstil ist einfach nur wohltuend. Man taucht ein in die Geschehnisse und eh man sich versieht, ist das Buch zu Ende obwohl man doch einfach nur weiter, weiter und einfach nur weiter lesen möchte.

    Das Buch „Die Kirschen der Madame Richard“ ist ein Buch für jedes Alter. Ein Wohlfühlroman, über die wirklich wichtigen Dinge im Leben.

     

    Alles kommt anders als man denkt. Das erlebt auch Miriam, die Hals über Kopf ihr wohlgeordnetes Leben und ihre Zelte in Hamburg für ein idyllisches Haus umgeben von Kirschbäumen in den französischen Pyrenäen abbricht. Mithilfe der Ernteerträge ihrer miterworbenen Kirschbäume möchte Miriam in Zukunft ihren Lebensunterhalt bestreiten. Aber so leicht lässt sich der Traum nicht erfüllen. Allein mit den Eigenarten, die alte Kirschsorten mit sich bringen, hat sie nicht gerechnet. Und auch die eingeschweißt skurrile Dorfgemeinschaft bringt Miriam zur Verzweiflung. Mit viel Durchhaltevermögen und nicht zuletzt ihrer engagiert herzlichen Hartnäckigkeit gewinnt die Hamburgerin nach und nach die sturen Charakterköpfe für sich und bringt ordentlich frischen Schwung in das Dorf. Und dann ist da noch der undurchsichtig charmante Nachbar, der bei Miriam ungewollt für Herzklopfen sorgt.

  5. Cover des Buches Der Historiker (ISBN: 9783833303944)
    Elizabeth Kostova

    Der Historiker

     (304)
    Aktuelle Rezension von: David_Lindsam

    Der Titel des Buches (engl. „The Historian“) ist zugleich Motto, Charakterisierung aller Hauptpersonen und Auflösung eines großen Rätsels zum Ende hin – und könnte damit kaum treffender gewählt sein.
     Eingleisig oder gar schmalspurig wird der Roman deshalb nicht. Im Gegenteil. In drei Generationen spielt die Handlung und wir reisen in verschiedenen Zeiten des 20. Jahrhunderts (30er, 50er, 70er) von Amsterdam, nach Istanbul, Budapest, Südfrankreich und Rumänien, immer auf den Spuren Vlad III. und den Zeugnissen über ihn aus dem 15. Jahrhundert. Die treibenden Kräfte sind die großen Fragen: Wo ist das Grab des vermeintlichen Grafen Dracula? Und liegen dort wirklich seine sterblichen Überreste?

    Unerwarteter Erfolg für einen viktorianischen Roman …

    Als der Debütroman von Elizabeth Kostova 2005 in den USA erschien, landete er direkt auf Platz 1 der amerikanischen Bestsellerlisten (New York Times u.a.). Zwei Jahre zuvor war „The Da Vinci Code “ von Dan Brown (dt. „Sakrileg“) erschienen und zu den Topsellern in der Branche aufgestiegen. Das Publikum war begierig auf Thriller, die Action und die Suche nach Rätseln in der Geschichte verbanden, weshalb die Verlagswelt sich in einer Auktion um die Rechte für dieses Werk überbot und damit ein groteskes Stück Buchgeschichte schrieb. Nachdem der Verlag Little, Brown and Company bereits 2 Millionen als Honorar für die Autorin aufgewendet hatte, musste ein gigantisches Marketing mit TV-Werbung und zehntausenden Vorabexemplaren folgen. Ein riskantes Buchpokerspiel …

    Am ersten Tag des Erscheinens wurde in den USA 80.000 Exemplare verkauft. Nach nur einer Woche lagen die Verkaufszahlen bereits so hoch (ca. 700.000), dass The Historian sich auf den Platz 1 geschoben hatte. Das ist eine waschechte american success story und in diesem Fall ein besonderer Glücksfall für die Leserwelt. Durch spekulative Marktmechanismen wurde ein sonst eher leises und anspruchsvolles Werk in Welt der Massenware hochgepusht.  

    Niemand war mehr über den Erfolg erstaunt als die Autorin selbst: „It’s a literary novel, not a commercial novel“. Nach ihrer Meinung hatte sie einen langsamen, viktorianischen Roman geschrieben. Ihre Helden stolpern nicht abgebrüht, abenteuerlustig und plündernd wie India Jones durch unentdeckte Überreste der Vergangenheit, sondern sie sind echte Historiker und Bibliothekare, die sich in mühevoller Kleinarbeit durch vergilbte Karteikartenkataloge kämpfen und die Geheimnisse der Vergangenheit in unzugänglichen Faksimiles akribisch entziffern.

    In Deutschland erschien das Buch noch im gleichen Jahr (2005) bei Bloomsbury (engl. Verlag, bei dem Harry Potter im Original erschien), aber die Resonanz war sehr verhalten. Ich kann nur mutmaßen, ob das vergleichsweise schmale Marketing der Grund war, oder vielleicht die etwas eigene deutsche Leserschaft. Tatsächlich dominierten den deutschen Fantasy-Markt in dieser Ära Zwerge, Orks, Elfen und natürlich die Hogwartsschule für Hexerei und Zauberei. Obwohl ebenfalls 2005 (und auch bei Little, Brown and Company) Stephenie Meyer mit dem ersten Buch ihrer Twilight-Serie einen Vampir-Boom in den darauffolgenden Jahren auslöste, wurde Der Historiker von dieser Welle nicht mitgerissen. Mein böser Verdacht ist, dass das deutsche Fantasy-Publikum schlicht keine anspruchsvolle Kost gewohnt war und deshalb das Dargebotene nicht zu würdigen wusste. Das Urteil mildernd muss ich hinzufügen, dass der viktorianische Schauerroman eine lange und würdige Tradition in den englischsprachen Ländern besitzt und die Geschmacksnerven der Leserschaft besser auf einen über 800 Seiten langen Roman eingestellt sind, in dem der interessante, aber normale Historiker-Alltag nur an einzelnen Stellen von dem Unheimlichen durchbrochen wird. Hoch spannend bleibt es allemal – auf zum Inhalt:

    Geschichten über Geschichte

    In ihrer Kindheit bereiste Elizabeth Kostova (geb. 1964) mit ihrer Familie die südeuropäischen Ostblockstaaten und erinnert sich gerne an die Geschichten, die ihr Vater zur Unterhaltung auf den langen Fahrten über Dracula erzählte. Damit war nicht nur ihr Interesse an dieser schillernden Gestalt zwischen Mythos und historischer Realität geweckt, sondern auch die Erzählform für ihren ersten Roman gefunden. In dem fiktiven Epilog stellt sich eine amerikanische Geschichtsprofessorin vor, die in Rückblenden von ihren Erlebnissen als Sechzehnjährige berichtet, natürlich auf Reisen durch Europa mit ihrem Vater, dem sie ganz langsam das große Geheimnis um ein kleines Büchlein entlockt, das in seinem Inneren nur einen großen, zornigen Drachen beherbergt – das Zeichen des Ordo Draconis, dem Vlad der III. angehörte, weshalb er den Beinamen Drăculea trug.

    Ihr Vater, den wir als Paul kennenlernen, berichtet von den seltsamen Begebenheiten, wie er in den 50ger Jahren als Student in Oxford bei seinen Unterlagen plötzlich dieses leere Buch fand. Als er seinen Geschichtsprofessor Rossi zu Rate zieht, offenbart ihm dieser, dass auch er ein solches Buch besitzt und seine Nachforschungen ihn zu dem walachischen Fürsten (heutiges Rumänien) aus dem 15. Jahrhundert geführt haben. Aus unerfindlichen Gründen übergibt der sonst so rationale Professor Paul die Aufzeichnungen über seine Suche nach dem Grab und fügt fast ängstlich hinzu: „Dracula … Vlad Țepeș … lebt noch“ (35). Am gleichen Abend verschwindet Rossi spurlos; zurück bleiben nur ein paar Tropfen Blut. Verzweifelt sucht Paul in den Unterlagen nach Hinweisen, was seinem Professor passiert sein könnte, und trifft in der Bibliothek auf eine junge Doktorandin, die Rumänin Helen. Nach einer zaghaften Annäherung der beiden zeigt sich, dass Helen den Professor durch ihre Arbeit über Vlad III beeindruck möchte, weil sie dessen uneheliche Tochter ist. Paul erzählt ihr von seinem Verdacht, was mit dem Professor geschehen sein könnte, aber ein Bibliotheksangestellter belauscht das Gespräch und beißt Helen in den Hals. Überhastet brechen die beiden nach Istanbul auf, wohin eine erste Spur weist.

    Immer weiteren Dokumenten und ihren Geheimnissen folgend reisen Paul und Helen nach Ungarn, Rumänien und Bulgarien, werden von Untoten heimgesucht, entdecken nach langen Mühen tatsächlich das Grab des Fürsten, treffen auf den sterbenden Professor, erfahren die wahre Geschichte der Begegnung zwischen ihm und Helens Mutter aus seinen persönlichen Aufzeichnungen und begegnen dem leibhaftigen Vlad Dracula … Mehr kann ich leider nicht verraten, ohne doch auf gemeine Art zu spoilern.

    Inzwischen ist jedoch auch der Vater der Erzählerin spurlos verschwunden und die 16-Jährige macht sich in Südfrankreich auf die Suche nach ihm, denn sie vermutete ihn an einem der letzten Orte, wo Dracula noch eines seiner geheimen Gräber besitzt. Sie wird von unheimlichen Wesen verfolgt, aber auch von einem studentischen Gentleman wacker unterstützt.

    Die verschiedenen Erzählebenen verflechten sich im Laufe des Romans so stark miteinander, dass man als Leser die Geschehnisse in drei Zeiten fast synchron erlebt. Von Rossi erfahren wir durch seine Briefe und Tagebucheinträge, von Paul aus dessen eigenen Schilderungen auf der Reise mit seiner Tochter und zuletzt und parallel alles in der Erzählgegenwart von dieser selbst. Historik und die persönlichen Schicksale verweben sich auf brillante Art in den Historikern selbst.

    Durch Geschichten in der Kindheit der Autorin wird das Interesse an Geschichte geweckt und daraus entsteht wieder die Lust auf Geschichten … Das ist die Geschichte des Buches Der Historiker.

    Übrigens sind die historischen Hintergründe und Orte des Romans sehr gut recherchiert und stimmig, nur die Fakten um das Grab sind fiktiv und die Dokumente und Zeugnisse dazu fast komplett erfunden (ich habe selbst schon zum Thema Vlad III. geforscht).

    Eine eigenwillige Hommage an Bram Stoker

    Der Historiker liegt weitab vom üblichen Fantasy-Mainstream und ist durchaus ein Art Kunstwerk. Elizabeth Kostova hat 10 Jahre daran gearbeitet – manche der bekannteren Fantasy-Autoren bringen deutlich mehr als ein Werk pro Jahr heraus. Daraus lässt sich ersehen, welche Arbeit hinter diesem Buch steckt. Das macht einen Unterschied und der Unterschied ist spürbar.

    Die Autorin hat sich eine interessante Mischung ausgedacht, indem sie historische Briefe, Dokumente und persönliche Berichte mit der Rahmenhandlung einer Ich-Erzählerin verbindet, die uns als LeserIn zu einer Entdeckungsreise in die Vergangenheit einlädt. Dabei nutzt die Amerikanerin ein Gestaltungsprinzip ihrer großen literarischen Vorlage, Bram Stokers „Dracula“ (1897), der seine Vampir-Geschichte als Tatsachendokumentation in Form von Tagebucheinträgen und Zeitungsartikel präsentiert.

    Kostova stellt dieses Prinzip nicht in Frage, ironisiert es nicht. Eingebettet in eine rückblickende Erzählung umspinnt sie auf diese Weise unseren modernen, rational und historisch geprägten Geist und verführt uns für die Zeit des Lesens, daran zu glauben, dass Dracula tatsächlich noch bis ins letzte Jahrhundert sein Unwesen getrieben hat und, wenn ich den Epilog richtig verstehe, vielleicht sogar noch heute.

    Vampirisches?

    Kommen Vampir-Freunde auf ihre Kosten? Vielleicht nicht, je nach dem. Wer Bram Stokers Dracula mag, wird den Historiker noch weit mehr mögen, weil die Erzählweise viel moderner und weniger weitschweifig, blumig und umständlich ist. Und ein paar typische Gerne-Elemente finden sich durchaus. Bisse, Blut, Werkzeuge für die Vampirjagd (Silberdolch), Angriffe durch dienende Untote (Vampire), bezwingende Hypnose, Fledermausschatten, Särge und Grüfte …
    Am meisten enttäuscht am ganzen Buch hat mich die Begegnung mit Dracula selbst – er ist anders als meine Vorstellung von ihm … und nicht übermäßig böse. Schade – ich hätte mich gerne mehr gegruselt.
     Die Büchlein mit den leeren Seiten und dem Drachen hat er übrigens selbst gedruckt und verteilt … Warum? Wenn ich das mal so ganz verstanden hätte. Ich finde es nicht stimmig.

    Trotz der Umfänglichkeit des Buches bleibt vieles über Vlad Dracula offen, wie er zum Vampir wurde, wie viele seiner Art es noch gibt – reizvoll und unbefriedigend zugleich, aber in jedem Fall anregend für
     die eigene Fantasie. Und das schätze ich durchaus.

    Einordnung in der Literatur und Kritik

    Ein Feuilletonist der FAZ betitelte (2005) seine Rezension sarkastisch „wie man einen Roman pfählt“ und spielte damit auf die grausamen Hinrichtungsmethoden des historischen Vlads und auf Längen des Romans an, eine beliebte Kategorie der Literaturkritik, die wenig besagt. Tatsächlich ging es mir an einigen Stellen aber ähnlich und ich musste zwischendurch mein Durchhaltevermögen bemühen, um dran zu bleiben. Die Frage ist, wodurch diese Längen entstehen.
    Ausführlichere Berichte von der Reise, Beschreibungen der Landschaft und der Städte, Details des Interieurs – all das gehört zum Schmuckwerk und literarischen Gewand eines Romans, der sich an die viktorianische Erzählweise des 19. Jahrhunderts anlegen will, dennoch wirkt es ungewohnt. Die Gothic Novel lebt davon, dass in die alltäglich erlebte Wirklichkeit plötzlich das Übersinnliche hereinbricht und alles in Frage stellt, weshalb man in der Literaturforschung von magischem Realismus spricht.
    Die Längen haben also System. Trotzdem erwarten die Lesegewohnheiten des 21. Jahrhunderts etwas mehr Spannung. Mir hätte es geholfen, wenn die äußeren Orte ähnlich wie bei Dan Browns Thriller in einem direkten Zusammenhang mit der historischen Detektivarbeit gestanden hätten. Aber man kann auch nicht alles in einem Buch haben.
    Der Historiker bietet zudem eine wunderschöne und tragische Liebesgeschichte, lässt das Leben im Rumänien und Bulgarien der 30er und 50er Jahre szenisch vor Augen treten und erzeugt eine leicht gruselige, melancholische Stimmung, die perfekt zu der Erzählung passt.

    Und noch ein Zitat:

    „Es ist eine Tatsache, dass wir Historiker uns für Dinge interessieren, die zum Teil unser eigenes Ich widerspiegeln, vielleicht den Teil, den wir am liebsten nicht näher untersuchen würden, es sei denn auf dem Feld der Wissenschaft. Und je mehr wir in unsere Interessen eintauchen, desto mehr ergreifen sie von uns Besitz.“ (314)

  6. Cover des Buches Schwarzer Schmetterling (ISBN: 9783426511664)
    Bernard Minier

    Schwarzer Schmetterling

     (149)
    Aktuelle Rezension von: Jules113


    Ein riesiger, bedrohlich schwarzer Schmetterling scheint sich von den schnee- und blutbedeckten Felsen abzuheben. Ein Tierkadaver, grauenvoll inszeniert. Am Tatort wird die DNA von von einem Serienmörder gefunden, der seit Jahren in einem Hochsicherheitstrack sitzt.
    Kurz darauf werden beginnt in einem kleinen Ort eine Mordserie. Commandant Servaz nimmt die Ermittlungen auf. Innerhalb der Anstalt beginnt die junge Psychologin Diane Berg mehr über die Fälle herauszufinden.
    Direkt nach den ersten Seiten kommt die Beschreibung des Kadavers. Bernhard Minier versteht sich darauf seinen Lesern die Situation bildlich vor Augen zu führen.
    Zuerst haben mich die fast 700 Seiten etwas abgeschreckt, da es immer wieder Bücher gibt, die dann einfach nur zu lang sind. Aber hier war das nicht der Fall. Klar ist hin und wieder mal eine etwas ruhigere Phase, aber der Fall hat so viele Wendungen, dass es etwas dauert, bis man alle Zusammenhänge versteht.
    Servaz ist ein Ermittler, der sich auf sein Bauchgefühl verlässt und damit auch oft richtig liegt.
    Der Fall ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite und ich war sehr schnell durch.
    Wer es gerne anspruchsvoll mag, der sollte dieses Buch unbedingt lesen.

  7. Cover des Buches Erleuchtung inklusive (ISBN: 9781521106655)
    Elli C. Carlson

    Erleuchtung inklusive

     (41)
    Aktuelle Rezension von: Kate17

    Liz arbeitet als wohl dienstälteste Redaktionspraktikantin bei einer Berliner Klatschzeitung. Sie ist eine sehr gute Journalistin und erfährt an der Pommesbude ihres Vaters von Taxifahrern den neuesten Klatsch, aber ihr fehlt das Durchsetzungsvermögen. Sie ist zu nett und darum schreibt sie für ihre talentfreie Kollegin Yvonne, die Liz‘ Artikel für ihre ausgibt und damit glänzt. Liz' Redakteur weiß das zwar, aber gegen Yvonne kommt auch er nicht an.

    Doch dann hat Liz die Chance: der medienscheue Internetmillionär Ben ist aus dem Silikon Valley in seine Heimatstadt Berlin gekommen und sie hofft auf ein Exklusiv-Interview. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, denn was keiner weiß – Liz und Ben kannten sich schon als Teenager; Liz war sogar damals in den Nerd Ben verliebt. Doch leider verpasst sie die Gelegenheit Ben zu interviewen, erfährt aber von befreundeten Taxifahrern, dass Ben wegen seiner Lebens- und Sinnkrise den Jakobsweg gehen möchte. Völlig unvorbereitet reist Liz ihm nach und beginnt zu pilgern. Kurz nach ihrem Aufbruch rettet sie nicht nur einen Streuner, sondern auch Ben in den Pyrenäen aus lebensbedrohlichen Situationen. Doch Ben erkennt sie nicht wieder und zieht ohne Liz weiter. Ihr bleibt nichts anderes übrig als ihm weiter auf dem Jakobsweg zu folgen, an ihrer Seite jetzt der Streuner Boo, der Liz sozusagen adoptiert hat. Doch der Weg nach Santiago de Compostela ist weit und steckt voller Überraschungen und so kommen sich Liz und Ben näher - bis Liz' Kollegin Yvonne auftaucht und die beginnende Beziehung zwischen Ben und Liz zerstört. Ben verschwindet aus Liz Leben, doch dann geschieht ein weiteres tragisches Unglück und Ben erkennt, wieviel ihm Liz bedeutet. Doch seine Erkenntnis scheint zu spät zu kommen ….

    Elli C. Carlson hat einen unterhaltsamen, humorvollen Schreibstil. Die Protagonisten und auch die Nebenfiguren, die immer wieder den Weg von Ben und Liz kreuzen, sind gut beschrieben. Die Handlung ist vielleicht nicht wirklich realistisch, aber abwechslungsreich und amüsant. Ich habe mich beim Lesen sehr gut unterhalten und empfehle das Buch gern weiter.

    Ich möchte mich beim dp Verlag bedanken, dass ich "Erleuchtung inklusive“ von Elli C. Carlson als Rezensionsexemplar lesen durfte. Meine Meinung wurde dadurch jedoch nicht beeinflusst.

  8. Cover des Buches Monteperdido – Das Dorf der verschwundenen Mädchen (ISBN: 9783596701704)
    Agustín Martínez

    Monteperdido – Das Dorf der verschwundenen Mädchen

     (119)
    Aktuelle Rezension von: misspider

    Dieses Buch wollte ich schon lange lesen, und mit dem Hörbuch bot sich mir eine gute Gelegenheit, den Plan endlich in die Tat umzusetzen. Das Buch hat mich vom ersten Moment an gefesselt und ich war fasziniert und schockiert zugleich, welche Abgründe hinter den Fassaden des unscheinbaren Dorfes Monteperdido lauern.

    Meisterhaft und auf subtile Art spinnt der Autor ein Netz aus Intrigen und Gewalt, und eines ist schnell klar: man kann niemandem wirklich trauen. Das Schicksal der verschwundenen Mädchen ist extrem schockierend, weil es so real dargestellt wird und in einer scheinbar harmlosen Umgebung stattfindet - genau so könnte es jederzeit und überall passieren.

    Ich hatte vorher schon den Roman "Das Dorf der toten Herzen" des Autors gelesen, das ähnlich gelagert ist. Monteperdido hat allerdings eine wesentlich eindringlichere und deutlich verstörendere Wirkung auf mich gehabt. Ein Psychothriller der Extraklasse!

  9. Cover des Buches Die Unsterbliche - Die Alchimistin II (ISBN: 9783453419056)
    Kai Meyer

    Die Unsterbliche - Die Alchimistin II

     (173)
    Aktuelle Rezension von: Ms_Violin

    Kurz vor dem ersten Weltkrieg ist Aura in Paris, um einer Spur zum Verbum Dimissum, dem fehlenden Wort aus der Schöpfungsgeschichte, nachzugehen, wird dabei aber mit Hilfe eines blutigen Handabdrucks auf eine andere gefährliche Suche quer durch Europa geschickt. Gillian, der sich Jahre zuvor im Streit von Aura getrennt hat, ist derweil wieder beim Templerorden und wird ebenfalls auf die Suche geschickt nämlich nach dem verlorenen Schatz des Templerordens. Natürlich werden sich ihre Wege kreuzen und dieses Mal spielt auch ihr gemeinsamer Sohn Gian eine entscheidende Rolle.


    Der Einstieg war etwas schwierig für mich, weil ich mich anfangs nur nebelig an den Vorgängerband erinnern konnte und ich so z.B. nicht mehr wusste, wer eigentlich aus dem ersten Teil noch alles am Leben war und wer davon, so wie Aura, die Unsterblichkeit erreicht hatte. Glücklicherweise sind die einzelnen Figuren auf die zurückliegende Geschichte immer mal wieder eingegangen und haben wichtige Punkte in ihre jeweiligen Erzählungen einfließen lassen. 

    Trotzdem hatte ich lange das Gefühl, dass ich vor allem Auras Weg und Suche nicht richtig greifen konnte, was wohl einfach am Konzept des Verbums Dimissum liegt. Die Suche nach dem Stein der Weisen oder dem Heiligen Gral, dem sagenhaften Schatz der Tempelritter oder eben einem Trank, der Unsterblichkeit verleiht, kann ich irgendwie besser nachvollziehen, als die Suche nach einem fehlenden Wort, das angeblich die Schöpfung neu schreiben/auslösen (ja, was denn eigentlich?) kann. 

    Trotz dieser Anlaufschwierigkeiten war ich schnell wieder gefesselt vom Schreibstil und der Entwicklung der Geschichte und das obwohl es - genauso wie der erste Teil - viel düsterer ist, als alles, was ich normalerweise gerne lese (mit Gewalt und Grausamkeiten wird mal wieder nicht gegeizt); deswegen hat es auch über ein halbes Jahr darauf warten müssen, dass ich es endlich zur Hand nehme.

    Wie alle Fäden dann zusammenlaufen, fand ich äußerst geschickt gemacht und hat mir sehr gut gefallen. Es hat auf mich nicht zu konstruiert gewirkt und hat zusätzlich noch mit ein paar Überraschungen aufwarten können.

    Das Ende fand ich etwas durchwachsen. Zwar waren die Entscheidungen etc. nachvollziehbar, aber eben nicht ganz das, was ich mir gewünscht hätte. Aber gut, auch Buchenden sind keine Wunschkonzerte und so freue ich mich einfach darauf, dass der dritte und letzte Teil noch auf mich wartet.


    Fazit: Ein wahnsinnig fesselnder Schreibstil, der mich auch vergessen lassen konnte, dass ich normalerweise so Düsteres gar nicht gerne lese und auch wenn wir zwischendurch (besonders zu Beginn) leichte Schwierigkeiten miteinander hatten, hat dieses Buch mich wirklich bestens unterhalten können.


  10. Cover des Buches Die dritte Jungfrau (ISBN: 9783942656030)
    Fred Vargas

    Die dritte Jungfrau

     (179)
    Aktuelle Rezension von: roxfour
    Ich habe nun von Fred Vargas das dritte Buch gelesen und nach wie vor gilt das Motto, dass die Bücher nicht in der Reihenfolge gelesen werden müssen um mit dem Inhalt klar zu kommen. Es gab in diesem Band zwar mehrfach Verweise auf einen der drei Vorgängerbände, das hat das Leseverständnis aber nicht gestört.

    Der Brigadeleiter Adamsberg hat es mit zwei Morden zu tun, die scheinbar eher dem Drogenmilieu zugeordnet werden. Nach und nach hat er jedoch den Eindruck, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugeht und stösst immer wieder mal auf kleine Details, die das Ganze immer verzwickter machen. Neben den Ermittlungen kämpft er noch mit der gescheiterten Beziehung zur Mutter seines Sohnes und arbeitet auch noch einen Vorfall aus seiner Kindheit auf.

    Alles in allem hat Fred Vargas einen abwechslungsreichen und ausschmückenden Schreibstil. Mir persönlich waren einige Passagen dann doch zu langatmig ausgeschmückt, sodass ich dann einzelne Abschnitte nur noch überflogen habe. Die Story  fand ich vom Spannungsverlauf her gut aufgebaut und mit den zwei Nebenschauplätzen von Adamsberg abwechslungsreich.
  11. Cover des Buches Werwolf (ISBN: 9783570306574)
    Lynn Raven

    Werwolf

     (79)
    Aktuelle Rezension von: Sophelliest

    Ich lese super gerne Werwolfgeschichten und diese hat mich total umgehauen:


    Der Schreibstil

    Einfach nur umwerfend. Lynn Raven schafft es, Spannung aufzubauen, die Leser rätseln zu lassen und dennoch die Geschichte voranzutreiben. Außerdem wirkt der Schreibstil ein bisschen altertümlich, was dem ganzen einen zusätzlichen mysteriösen Touch verleiht. Wirklich sehr gut!


    Die Charaktere

    Ich mochte die Darstellung der Charaktere wirklich. Die verschiedenen Facetten wurden herausgearbeitet, dennoch blieb verborgen, welche Ziele die einzelnen Charaktere verfolgen. Auch der Hauptcharakter André war mir mega sympathisch.


    Die Story

    Immer wieder gab es Wendungen, die mich überrascht haben. Trotzdem war die Story mehr als logisch und hat mich das Buch wirklich nicht aus der Hand legen lassen.


    Fazit

    Einmalig, wirklich. Ich mochte das Buch wirklich sehr gerne und kann es jedem empfehlen, der gerne Fantasygeschichten liest.

  12. Cover des Buches Wintergeister (ISBN: 9783426507759)
    Kate Mosse

    Wintergeister

     (92)
    Aktuelle Rezension von: calimero8169

    Inhalt

    Der junge Engländer, der endlich vergessen will. Eine Reise, die ihm eine einzigartige Begegnung beschert. Eine Begegnung die so tief ist, dass sie ihn wieder an das Leben und die Liebe glauben lässt - und ein Jahrhunderte alter Brief, der von diesem Zusammentreffen zeugt.

    Eindruck

    Aus dem Brief:
    Wir sind, wer wir sind, wegen derjenigen, die wir beschließen zu lieben, und wegen
    der jenigen, die uns lieben. 


    Prima
    Im Jahre des Herrn 1329

    "Wintergeister" - eine mystische und sehr melancholische Reise durch Verlust, Trauer, Schmerz und Liebe. Eine magische - aber keinesfalls kitschige - Reise durch Raum und Zeit, die den Leser mitnimmt aus den 30er Jahren zurück zum Anfang des 14. Jahr-hunderts, zu den letzten Tagen der letzten Katharergemeinden.
    Diese Geschichte ist so voller Verzweiflung und Schmerz, aber auch Hoffnung und Liebe, dass sie mich hineingezogen hat in einen magischen Traum, aus dem ich nicht mehr aufwachen mochte und der mein Gefühl, dass es auf der Welt - egal ob in ferner Vergangenheit, der Gegenwart oder der Zukunft - diese eine Seele gibt, die mir verwandt ist. Man muss nur die Brücke finden,
    über die eine Kommunikation möglich ist. 

    Fazit

    Ein tiefgründiges Buch, für alle die fühlen, dass es mehr zwischen Himmel und Erde gibt als wir rational erklären können und die sich fallen lassen können in das Mysterium Psyche.
  13. Cover des Buches Wie ein Stein im Geröll (ISBN: 9783453352469)
    Maria Barbal

    Wie ein Stein im Geröll

     (69)
    Aktuelle Rezension von: Manuela_Waldmeier

    Dieses Buch erzählt die Geschichte von Conxa, welche früh ihr Elternhaus verlassen musste um bei Onkel und Tante zu leben, welche keine eigenen Kinder haben. Das Buch bleibt sich von Anfang bis Ende treu , es gibt wenige höhen und tiefen was den Schreibstil angeht und lässt sich flüssig lesen. Es erzählt die Geschichte eines langen Lebens , der Abnabelung von zu Hause, eigenen Kindern und Enkeln so wie dem unausweichlichen Tod welcher Conxa in ihrem Leben nicht fern bleibt.  Wie ein einzelner Stein im Geröll ist jeder in irgendeiner Weise , so auch Conxa. Fazit: Eine Lebensgeschichte die erzählt wurde weil sie erzählt werden musste und die den Leser an ein oder anderer Stelle durchaus zum Nachdenken anregt . 

  14. Cover des Buches Spanischer Feuerlauf (ISBN: 9783426307373)
    Catalina Ferrera

    Spanischer Feuerlauf

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    In der Nacht des berühmten Corrfoq, dem traditionelle Feuerlauf in Barcelona, beobachten die beiden Mossos, wie die Ermittler hier heißen, Alex Diaz und sein Schwager Karl Lindberg das teuflische Treiben, als ihnen mitten auf der Via Laietana plötzlich eine Frau buchstäblich vor die Füße fällt. Schnell ist klar, dass sie weder aus einem Fenster noch von einem Dach gefallen sein kann. Die Überraschung ist perfekt, als sich herausstellt, dass die Frau schon tot war, bevor sie sie auf dem Asphalt aufgeschlagen ist. Nachdem auch die Identität der Frau geklärt werden konnte, sie ist vor mehr als acht Jahren verschwunden, konzentrieren sich Alex und Karl auf ihre Ermittlungen, die sie nach Tor, einem ehemaligen Schmugglerdorf in den Pyrenäen führt.  

    Karl fällt diese Reise nicht wirklich leicht, denn seine Frau Alba ist hochschwanger und die Geburt des Kindes steht unmittelbar bevor. 

    Der Showdown in den Pyrenäen hat es in sich und Karl muss, wenn er es noch bis zur Geburt ins Krankenhaus schaffen will, nicht nur seine Flugangst überwinden, sondern auch zu einem nicht ganz legalen Transportmittel greifen. 

    Meine Meinung: 

    Der Beginn der Ermittlungen scheint wie in Wirklichkeit ein wenig langatmig zu sein. Bis alle Puzzlesteinchen sortiert sind und die Fahrt in die Berge beginnen kann, ist übliche Polizeiroutine angesagt. Gekonnt lotst uns die Autorin in unwegsames Gelände und die beiden Mossos, die sich lieber in der Stadt bewegen, bekommen einiges aufzulösen.  

    Der Showdown hat es in sich! Alex wird angeschossen, der Täter erhält eine Ladung Schrot in den Hintern und Vio, einer Freundin der Toten, fehlen letzten Endes zwei Fingerkuppen. 

    Dass Karl es gerade noch rechtzeitig ins Spital schafft, bevor seine Tochter ihren ersten Schrei macht, versteht sich von selbst.  

    Man merkt, das die Autorin lange in Barcelona gelebt hat, denn wir können - fast ohne Stadtplan - den Ermittlern in der Stadt folgen. So bildhaft sind die Stadt und ihre Umgebeung beschrieben. Tja, und das savoir vivre, das köstliche Essen darf natürlich auch nicht fehlen. Für diejenigen, die gerne regionale Spezialitäten nachkochen wollen, gibt es am Ende des Buches einige Rezepte. 

    Fazit: 

    Ein temporeicher Krimi, der im schönen Barcelona spielt und einiges über Land und Leute erzählt. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

     

     

  15. Cover des Buches Die Stimmen des Flusses (ISBN: 9783518467008)
    Jaume Cabré

    Die Stimmen des Flusses

     (185)
    Aktuelle Rezension von: Flamingo
    Die „Stimmen des Flusses“ ist eine spannende Familien- und Dorfsaga mit einer großen Portion spanischer geschichtlicher Politik. Auf 666 Seiten verwebt Cabré rd. 90 Jahre spanische Geschichte mit der Geschichte eines Dorfes und einer Familie. Aktueller Aufhänger ist eine Lehrerin, die im Jahr 2002 das Tagebuch eines Lehrers aus den 1940ern findet.
    Geschrieben ist dies in Cabrés üblichem affektiertem Stil, der im Wesentlichen von Leserunfreundlichkeit geprägt ist. Er hat sich allerdings weiter entwickelt von seinem 1996 geschriebenen (aber erst jetzt in 2018 veröffentlichten) Roman „Eine bessere Zeit“. Allerdings muss man immer noch sehr genau lesen, der Autor macht es einem nicht leicht. Manchmal schien es mir auch, er wusste selber nicht, ob er einen anspruchsvollen zeitgenössischen Roman schreiben will oder eine Sex-Schmonzette, die man am Bahnhof kauf. Da kommt für mich sehr ein lüsterner alter Mann durch. Die erzählte Geschichte aber belohnt den Leser und im Grunde bleibt es bis zur letzten Seite spannend.
    Die volle Zahl an Sternen war leider nicht nicht möglich, da der Roman doch teilweise sehr viele Längen hat. Es sind einfach zu viele Baustellen. Selbst die Lehrerin Tina, die im Grunde der Katalysator für die Erzählung ist, hat unglaublich viele Baustellen: Eheprobleme, der Sohn gescheitert, eine Erkrankung und einen Erfinder, der sie permanent dick nennt mit sechs Kilo Übergewicht.
    Man merkt, dass Cabré ein alter Mann ist, der vermutlich ein Frauenbild hat, welches noch sehr tief im vorherigen Jahrhundert verwurzelt ist. Eigentlich werden alle Frauen als Huren oder Flittchen dargestellt. Schade, dass ihm hier nicht eine moderne Frauenfigur gelungen ist, die auch zu mehr Identifikation mit zumindest dieser weiblichen Leserin geführt hätte. Eines der großen Probleme von „Eine bessere Zeit“ war mMn, dass es nicht eine einzige sympathische Figur gab, auf deren Seite man sich schlagen konnte. Hier, in „Die Stimmen des Flusses“ hätte es Tina sein können, aber leider reduziert Cabré sie auf ihre Probleme und ihr Gewicht. Schade.
    Aber trotz diverser Unzulänglichkeiten und eines gewöhnungsbedürftigen Erzählstils ist es ein toller Spanienroman, der gerade in unserer heutigen Zeit an Aktualität nicht zu übertreffen ist. Wer sich z.B. wundert, dass in den USA die evangelikalen Christen einem Abschaum wie Trump immer noch die Treue halten, findet hier die Antwort. Alles, was der Vernichtung der Horden des Bösen (hier konkret Möder, Kommunisten, Atheisten, Freimaurer, Juden, separatistische Katalanen) beiträgt, ist Gott dem Herrn gefällig (lol dass ich als überzeugte Atheistin so einen Schwachsinn schreibe). Und solange Trump der Vernichtung jeglicher liberaler Agenda dienlich ist, wird er für die religiöse Rechte ein guter Christ sein. Und dieses Thema zieht sich auch durch „Die Stimmen des Flusses“. Überhaupt ist das Thema Macht, Macht der Kirchen, Macht des Geldes sehr zentral. Auf alle Fälle ein Roman, der zum Nachdenken anregt.
    P.S.: Ein Mini-Bonus-Pünktchen gibt es für das Lesezeichen mit Personenregister und DEM zentralen Zitat (über den Fluss) des Romans. Das Personenregister hat mich teilweise echt gerettet. 
  16. Cover des Buches Madame Josette oder ein Dorf trumpft auf (ISBN: 9783423215770)
    Julia Stagg

    Madame Josette oder ein Dorf trumpft auf

     (37)
    Aktuelle Rezension von: Geschichtenliebhaberin

    Inhalt:

    Bereits als der Neffe von Madame Josette in dem kleinen Pyrenäendorf auftaucht, um sein Erbe in Anspruch zu nehmen, endet es im Chaos. Es sollte jedoch nicht das letzte Mal sein. Nur widerwillig akzeptiert die kleine Dorfgemeinschaft den Neuankömmling, sind die Bewohner doch eher argwöhnisch gegenüber jeglichen Veränderungen, welche ihr beschauliches Leben durcheinander bringen könnte. Doch nach und nach finden die Ideen des jungen Parisers Anklang und immer mehr wird er ein neues Mitglied der Gemeinschaft. Als schließlich ein dunkles Kapitel aus der Vergangenheit einen der ihren einholt, helfen alle zusammen. Denn wer sich mit einem von ihnen anlegt, der bekommt es mit allen zu tun!


    Meine Gedanken zum Buch:

    Ich fand den Roman von Anfang bis Ende unglaublich unterhaltsam und witzig. Die einzelnen Charaktere sind jeder für sich ein eigenes Highlight, sind sie doch auf ihre eigene Art und Weise schrullig und liebenswert. Zusammen ergibt all das eine bunte Dorfgemeinschaft, in der es nie langweilig wird und es immer ein offenes Ohr für jeden gibt. Auch ist das Buch nicht nur sehr unterhaltsam, sondern auch spannend. Für mich persönlich eine sehr wichtige Eigenschaft einer guten Geschichte, die hier nicht zu kurz kam!


    Fazit:

    Madame Josette oder ein Dorf trumpft auf - von mir gibt es für dieses Buch eine ganz klare Leseempfehlung für jeden, der gerne unterhaltsame, witzige Romane mit schrulligen Charakteren und einer ordentliche Portion Spannung liest!

  17. Cover des Buches Am Ufer des Rio Piedra saß ich und weinte (ISBN: 9783257603187)
    Paulo Coelho

    Am Ufer des Rio Piedra saß ich und weinte

     (324)
    Aktuelle Rezension von: Gwennilein

    Wie schön kann man denn schreiben? Coelho fesselt ab dem ersten Kapitel und verzaubert mich auf ein Neues mit seinem Stil und seiner Sprache. Die Gedanken, Zweifel und Gefühle der Protagonisten sind wunderschön verpackt, dass Thema gefällt mir außerordentlich gut. Ich war direkt gefesselt von der Geschichte um eine ehemalige Jugendliebe, bei der sich nach Jahren des Nichtsehens so viel verändert hat. Auch der Aspekt des Glaubens gefällt mir als "Gegner" der Liebe sehr gut.

  18. Cover des Buches Shibumi (ISBN: 9783453408098)
    Trevanian

    Shibumi

     (23)
    Aktuelle Rezension von: samara
    Für mich war „Shibumi“ keines der Highlights des Jahres, jedoch fand ich das Buch auch nicht schlecht. Die Geschichte baut sich relativ detailliert, dadurch an vielen Stellen schleppend, auf, aber ich blieb in jedem Fall interessiert, wie es weiter gehen wird. Man muss bedenken, wie alt dieses Buch schon ist und inwiefern sich, besonders Kriminalromane und Thriller, über die Jahre verändert haben, daher war ich überrascht, wie aktuell das Thema noch heute ist. Weiterempfehlen würde ich es, aber eingeschränkt. Wer schnell gelangweilt ist von detailreichen Beschreibungen, kulturellen Ausflügen und am liebsten nah an dem Fall bleibt, für den wird das Buch unter Umständen nichts sein. Wer offen für alles ist, sich eventuell noch literaturgeschichtlich für Kriminalromane interessiert, für den wird hier doch einiges zu finden sein.
  19. Cover des Buches Der Dämon und Fräulein Prym (ISBN: 9783257602562)
    Paulo Coelho

    Der Dämon und Fräulein Prym

     (296)
    Aktuelle Rezension von: Lesemaus912
    Coehlo erschafft eine Welt, die einerseits weit entrückt und lang vergangen scheint, aber dennoch aktuell ist. Eine Parellelwelt, in der auch wir uns befinden.
    Er erzählt sehr spannend und baut die Elemente menschlicher Psyche geschickt aufeinander auf.
    Womit ich mir jedoch immer wieder schwer tue, ist sein Gottesbild. Verspottet er das oder glaubt er selbst noch an einen fern ab existierenden, willkürliche, strafenden Gott? 
  20. Cover des Buches Vierzehn Knoten bis Greenwich (ISBN: 9783866481244)
    Olli Jalonen

    Vierzehn Knoten bis Greenwich

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Lillief
    Das Buch ist entspannend und ein toller Ausgleich zum hektischen Alltag, da auch die Hauptfigur selbst erst langsam in die erzwungene Langsamkeit hineinwächst. Es geht darum, auf dem Nullmeridian einmal um die Welt zu reisen, dabei aber so wenig wir möglich motorisierte Verkehrsmittel zu benutzen. Es wird also gelaufen und gesegelt. Die Reise findet im Gedenken an den Astronomen Edmund Halley statt. Was mir nicht so gut gefallen hat ist, dass beim Leser Erwartungen geschürt werden. In Nebensätzen wird immer wieder eine scheinbare ungeheuerlichkeit angekündigt, die aber nie aufgeklärt wird. Eigentlich dachte ich, das Buch hat ein fulminantes Finale, aber eigentlich hört es einfach auf. Trotzdem lesenswert. Am besten mit einem Atlas auf dem Schoß...
  21. Cover des Buches Der Klang der Lüge (ISBN: 9783423217316)
    Liv Winterberg

    Der Klang der Lüge

     (71)
    Aktuelle Rezension von: Sonnenwind

    Ich habe mich wirklich bemüht. Ein paarmal habe ich mir extra Zeit genommen, um dieses Buch zu lesen. Aber ich schaffe es einfach nicht. In diesem ganzen Buch passiert rein gar nichts von Interesse - und ich habe ein gutes Stück gelesen. Bloß fertiggebracht habe ich es nicht.

    Die Familiengeschichten könnten zu jeder Zeit und überall passieren. Trotz der interessanten Zeit der Vorreformation kommt rein gar nichts vom Aufbruch in die neue Freiheit vor. Auch die Weltumstände werden gar nicht thematisiert. Da ist Enid Blyton spannender. Schade!

  22. Cover des Buches Die Jugend des Königs Henri Quatre (ISBN: 9783596901517)
    Heinrich Mann

    Die Jugend des Königs Henri Quatre

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Angel10
    Der Roman erzählt die Jugendjahre des volksnahen Prinzen von Navarra, der späterer als König von Frankreich das Edikt von Nante erlässt und damit den blutigen Bürgerkrieg zwischen Katholoken und Hugenotten beendet.

    Henry erlebt sorgenfreie Kinderjahre im kleien Königreich Navarra. Er spielt mit Bauernkindern und hat einen gütigen Lehrer. Nostradamos sagt ihm eine große Zukunft voraus.

    Im Louvre regiert Katharina de Medici, offiziell ist ihr ältester Sohn König. Dem Wunsch nach Beendigung der Religionskriege soll durch eine Vermählung des hugenottischen Prinzen von Navarra und der katholischen Prinzessin Margarethe von Valois, Tochter der Katharina de Medici, Rechung getragen werden. In der Nacht vom 23. zum 24. August 1572, während der Hochzeitsfeierlichkeiten, kommt es zur Barthalomäusnacht, einem sinnlosen Töten. Navarra wird als Gefangener im Louvre gehalten, mit allen Annehmlichkeiten. Nach drei Jahren gelingt ihm die Flucht.

    Der Roman gehört zur Exilliteratur während des Dritten Reiches.

    Die Handlung spielt in der Renaissance, Ideale der Aufklärung fließen ein und  Ansichten Heinrich Manns zum Themea Nationalsozialismus während seines Exils.

    Der Schreibstil ist flüssig. Zahlreiche Personen können das Lesen etwas erschweren.

    Der zweite Teil heißt: Die Vollendung des Königs Henry Quatre.
  23. Cover des Buches Die Tochter des HirschClans. (ISBN: 9783442434749)
    Joan Wolf

    Die Tochter des HirschClans.

     (12)
    Noch keine Rezension vorhanden
  24. Cover des Buches Muscheln am Weg (ISBN: 9783492264037)
    Carmen Rohrbach

    Muscheln am Weg

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    "Die Sesshaften bleiben zurück im immer Gleichen, die Vogelfreien wandern davon neuen Herausforderungen und Abenteuern entgegen." (Carmen Rohrbach "Muscheln am Weg")

    Ein schönes Motto, das wohl das Leben der Autorin prägt. Bereits als junges Mädchen übte sie mit wenig Essen auszukommen, um sich auf die abenteuerlichen Expeditionen vorzubereiten, die sie in der Zukunft erleben wollte. Das bleib kein Traum, sondern wurde Realität, von der zahlreiche Reiseberichte zeugen.

    Diesmal wollte ich mit einem Esel reisen und da kam mir das Buch "Muscheln am Weg" gerade recht. Über 700 km geht es quer durch das südliche Frankreich von Le Puy nach St. Jean-Pied-de-Port auf dem Jakobsweg mit "Chocolat" - einem liebenswerten Langohr.

    Pilgerbegegnungen, Gespräche, Besuche in Kirchen und Kapellen und intensive Naturerlebnisse sorgen für abwechslungsreiche Eindrücke und informative Einblicke. Bildhafte Beschreibungen ermöglichen gutes Kopfkino, als würde man selbst vor der Kirchentür stehen und das kunstvolle Relief betrachten. Danke, liebe Carmen Rohrbach ... es war wieder sehr schön mit Ihnen zu reisen und es wird auch nicht mein letztes Mal gewesen sein ;o) 

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