Bücher mit dem Tag "rabbi"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "rabbi" gekennzeichnet haben.

66 Bücher

  1. Cover des Buches Die letzten Tage von Rabbit Hayes (ISBN: 9783499269226)
    Anna McPartlin

    Die letzten Tage von Rabbit Hayes

     (1.180)
    Aktuelle Rezension von: Jacky98

    Rabbit Hayes hat Krebs im Endstadium und wird in neun Tagen sterben. Wie soll sie ihrer kleinen Tochter sagen, dass sie bald ohne ihre Mutter leben muss? Wie sollen ihre Eltern es verkraftet, ihre älteste Tochter zu überleben? und wie sollen ihre Geschwister zukünftig nur noch zu zweit das Leben meistern?

    "die letzten Tage von Rabbit Hayes" ist ein wirklich sehr emotionales Buch mit einem ernsten Thema. Den Schreibstil der Autorin fand ich sehr gut, da sie zwischen den vielen emotionalen Passagen einige sehr humorvolle Gespräche oder Gedanken mit rein gebracht hat. Das hat dazu geführt, dass man einen Moment zum aufatmen und schmunzeln hatte und nicht alles ununterbrochen tieftraurig war.  Das Buch ist in mehreren Perspektiven geschrieben und erzählt aus der Sicht der einzelnen Familienmitgliedern und Freunden von Rabbit. Das hat mir richtig gut gefallen, da man so einfach emotional mehr in der Geschichte drin steckt, da man von jedem die aktuelle Gefühlslage mitbekommt. Neben der Hauptgeschichte um Rabbit, gibt es eine ebenso emotionale Nebengeschichte, welche sehr gut in die Hauptgeschichte eingearbeitet wird. Das Buch wird zum Ende hin immer trauriger, sodass ich auf den letzten Seiten die ein oder andere Träne verdrückt habe. Das schlimmste an diesem Buch war für mich, dass es sich um eine Krankheit handelt und es sich so wie in der Geschichte vermutlich leider sehr häufig abspielt.
    Ich fand das Buch trotz der wirklich traurigen Geschichte sehr gut und werde auf jeden Fall den zweiten Band lesen!

  2. Cover des Buches Pfade im Nebel (ISBN: 9783802589072)
    Nalini Singh

    Pfade im Nebel

     (165)
    Aktuelle Rezension von: Chrissy87

    Vasic ist bei der Pfeilgarde und hat den Auftrag erhalten Ivy um jeden Preis zu beschützen, dabei kommen die beiden sich langsam immer näher. Aber Ivy muss mit anderen Empathen zusammen um das Medialnet kämpfen, das fast komplett von einer Krankheit infiziert ist.

    Mir hat dieser Teil wieder sehr gut gefallen, auch fand ich es schön das Sasha und Lucas wieder eine Rolle gespielt haben.

    Ivy mochte ich sehr, sie ist glaube ich die am wenigsten mediale Mediale die ich bisher in den Büchern kennen lernen durfte.

    Und Vasic hat mich echt überrascht. In den vorherigen Büchern hatte er ja schon einige kleine Auftritte und da wirkte er eher gruselig, aber hinter dieser Medialenfassade steckt ein echt toller Mann.

    Alles in allem wurde ich wieder gut unterhalten, auch wenn ich es an manchen Stellen etwas zu dramatisch fand und am Ende oft alles zu einfach aufgelöst wird.

  3. Cover des Buches Die Hochzeit der Chani Kaufman (ISBN: 9783257244304)
    Eve Harris

    Die Hochzeit der Chani Kaufman

     (109)
    Aktuelle Rezension von: allemeineendchen

    Dieses Buch stand schon lange in meinem Regal und ich bin so froh endlich zu der Geschichte gegriffen zu haben. Ich fand die Geschichten aller Protagonist:innen sehr interessant und fand es spannend die Parallelen und Unterschiede in ihren Lebenswegen, Vorstellungen und Weltbildern zu erkennen. Dabei stand bei allen eigentlich immer die Forderung nach Freiheit und Glück im Fokus und es war schön zu sehen, dass jeder und jede seinen oder ihren ganz eigenen Weg finden musste oder gefunden hat, um sich dafür Räume zu erschaffen. Obwohl das Buch relativ kurz ist, wurden die Konflikte und die Vielschichtigkeit der Charaktere sehr gut herausgearbeitet und die Bedeutung des Glaubens innerhalb dieser Gemeinschafft ebenfalls ausgiebig und vielseitig thematisiert. 

  4. Cover des Buches Golem und Dschinn - Eine Liebe nicht von dieser Welt (ISBN: 9783734101205)
    Helene Wecker

    Golem und Dschinn - Eine Liebe nicht von dieser Welt

     (111)
    Aktuelle Rezension von: BlueLeo

    „Golem und Dschinn“ ist ein Buch, welches dem Genre Historical Fantasy zugeordnet ist. Die Autorin Helene Wecker erschuf eine Geschichte, die ganz anders ist als alles was ich bisher gelesen habe. Das Buch spielt großteils in Manhattan in den Jahren 1899/1900 und die Protagonisten sind, wie der Titel schon erahnen lässt, einen Golem und einen Dschinn. Beide suchen ihren Platz im Leben und vermitteln dem Leser dabei ganz neue Eindrücke von Glück, Freiheit und Liebe. 

     

    Was mir besonders gut gefallen hat sind die Beschreibungen von Charakteren, Orten, Gefühlen und dem Leben an sich. In der Erzählung stecken so viel Liebe und Herz, dass ich es einfach nur genossen habe alle Einzelheiten in mich aufzusaugen. Den Orten wird so viel Leben eingehaucht, dass ich beim Lesen beinahe den Staub in der Luft schmecken konnte. Mit stattlichen 600 Seiten ist das Buch natürlich auch ein ganz schöner Wälzer, wer die lebendigen Beschreibungen jedoch zu schätzen weiß, wird jede einzelne Seite genießen.


    Bis zum Ende bin ich mit den Hauptprotagonisten leider nicht ganz warm geworden, was ich wirklich schade fand. Trotz allem muss ich ihnen zugestehen, dass sie perfekt zur Geschichte gepasst haben. Bei einem so dicken Buch gibt es natürlich auch sehr viele Nebencharaktere, die unglaublich gut ausgearbeitet und beschrieben sind. 

     

    Auch wenn das Buch zum Genre Historical Fantasy zählt, so ist es doch viel mehr als das. Es geht um tiefgreifende Themen wie Freundschaft, Andersartigkeit, Gefühle und Liebe. Das Buch erreicht eine Tiefe, die zum Nachdenken und Träumen anregt. 

     

  5. Cover des Buches Sieben verdammt lange Tage (ISBN: 9783426637432)
    Jonathan Tropper

    Sieben verdammt lange Tage

     (198)
    Aktuelle Rezension von: Henri3tt3
    Ich bin ein wenig unentschieden. Einerseits ist die Geschichte stellenweise zum Brüllen komisch und dann schnell wieder sehr ernst oder sogar zum Weinen traurig. Das mag ich an Jonathan Tropper, von dem ich schon "Mein fast perfektes Leben" gelesen habe. Die Handlung macht immer wieder unvermutete Wendungen, jedoch ist zunächst alles nachvollziehbar und menschlich.
    Tropper geht ins Detail und bleibt gleichzeitig distanziert, selbst bei Bettszenen. Er beschreibt quasi jeden Handgriff und doch ist es weder eklig noch peinlich, das zu lesen.
    Andererseits hat der Ich-Erzähler leider wenig Konturen. Sein Hauptmerkmal ist, dass er ohne Aufwand nett leben will. Er will sich keine Mühe geben, keine Verantwortung übernehmen, keine Kontakte pflegen. Er weiß auch gar nicht, was er will (z.B. in seiner Ehe oder vom Leben allgemein) oder zumindest sagt er es nicht. Mir ging er ehrlich gesagt nach zwei Dritteln des Buches nur noch auf die Nerven. Er bezeichnet einerseits die Menschen um sich herum als "verwelktes Fleisch", beschreibt schonungslos dicke Bäuche, Falten, Fußpilz und Krampfadern. Andererseits geniert er sich, weil er selbst langsam wabbelig wird. Er ist nicht in der Lage, vielleicht ein freundliches Lächeln, ein herzliches Wesen oder eine sanfte Stimme als schön zu empfinden. Positiv werden nur junge, straffe, schlanke, schöne Menschen bewertet. Er ging mir am Ende gewaltig auf den Zeiger, vor allem, weil ihm mehrere Frauen nachstellen, die alle mit ihm ins Bett wollen. Wie unrealistisch ist das denn? Der Typ hat keinen Charakter und ist unattraktiv!
    Bei einigen Stellen zeigt sich, dass Tropper beim Thema Biologie nicht ganz so viel Ahnung hat. Da soll ein Schwangerschaftstest im Mülleimer ein Hinweis darauf sein, dass eine Frau gerade ihre fruchtbaren Tage hat. Hä?
    Da findet ein Mann heraus, dass er unfruchtbar ist, weil seine Freundin schwanger ist. Hä?
    Vielleicht sind das ja Übersetzungsschwächen, denn ich bin mal wieder von meiner Gewohnheit abgewichen und habe das Buch auf deutsch gelesen, weil meine Schwester es mir geliehen hat.
    In Bezug auf die Dynamiken innerhalb einer Familie und den Umgang mit einem Trauerfall finde ich das Buch schon lesenswert. Außerdem ist der Schreibstil von Jonathan Tropper wirklich angenehm.

  6. Cover des Buches Der Trick (ISBN: 9783257244007)
    Emanuel Bergmann

    Der Trick

     (166)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Mosche ist fünfzehn und Rabbinersohn und fühlt sich doch zu einer anderen Welt hin gezogen. Nach einem Zirkusbesuch im Jahre 1934 will er zum Zirkus und er hat sich nicht nur in die Welt unter der Zirkuskuppel verliebt. Er will mitfahren mit dem Halbmondmann und vor allem will er dessen Assistentin näher kommen. Er packt seine Koffer und der Zirkus zieht Richtung Deutschland.

    Max Cohn ist zehn Jahre alt und lebt in Los Angeles. Das Jahr 2007 macht ihn nicht glücklich, denn seine Eltern wollen sich scheiden lassen. Er will aber, dass sie sich wieder richtig lieben und sie endlich wieder eine richtige Familie sind. Max findet eine alte Platte und darauf zaubert der große Zabbatini und genau beim Liebeszauber, hängt die Nadel. Es gibt nur eine Lösung für den Jungen, er muss den Zauberer finden und er muss für seine Eltern den Liebeszauber sprechen.

    Emanuel Bergmanns Buch ist eine Wucht, ein ganz großer Wurf. Es ist ein Stück Geschichte, eine große und eine kleine Liebesgeschichte und vor allem ist es voller Magie und das Buch entwickelt einen ganz besonderen und speziellen Zauber. „Der Trick“ ist bewegend und mit vielen Facetten. 


  7. Cover des Buches Blut und Silber (ISBN: 9783426638361)
    Sabine Ebert

    Blut und Silber

     (167)
    Aktuelle Rezension von: lille12

    Cover: Das Cover zeigt neben der jungen Frau (was ja irgendwie schon typisch für Historische Romane ist) im unteren Bereich eine brennende Stadt. Da "Blut und Silber" generell viel Krieg bot und es immer darum ging, Städte (wieder) für sich zu gewinnen, finde ich es sehr passend.

     

    Meinung: Ich stehe auf historische Romane und auf die Hebammen-Saga von Sabine Ebert. Eigentlich habe ich nur ein Buch gesucht, welches ich dazwischen schieben kann, bis Jane und ich am Montag unsere 12 Momente beginnen. Weit gefehlt. Erst war ich überrascht als mein Kindle plötzlich 12 Stunden Lesezeit anzeigte, dann habe ich gelesen und gelesen und gelesen. Auch da war ich wieder überrascht - Wie konnte mich das Buch so mitreißen? Und warum habe ich geschafft, mich ständig wieder an das Schicksal von Marthe und Christian zu erinnern, auch wenn davon gerade nicht die Rede war?

    Wieder einmal hat Sabine Ebert mich vollends überzeugt und es geschafft, ihrer Hebammen-Saga einen gebührenden Abschied zu schenken.

    Blut und Silber zählt eigentlich nicht zur Hebammen-Saga, meiner Meinung nach ist es aber empfehlenswert, diese  vorher oder gar nicht zu lesen, weil man sonst zu viel über das Schicksal von Marthe und Christian erfährt.

    Besonders gefallen hat mir das ausführliche Nachwort, in dem die Autorin aufzeigt, dass nahezu alles, was sie geschrieben hat, tatsächlich so passiert ist. Die gründliche Recherche überzeugt mich immer wieder. 

    Jetzt aber mal näher zum Buch. Natürlich sind mir Änne und Sibylla gleich ans Herz gewachsen, als ich das erste Mal ihre Namen gelesen habe - beide hatten ein schweres Schicksal zu tragen ehe sie sich kennenlernten. 

    Ich mochte auch die Art von Markus (in den ich mich selbst hätte verlieben können) und von Ulrich von Maltitz sehr gern. Die Charaktere sind nicht aalglatt und haben immer wieder Rückschläge zu verkraften. Auf unerklärliche Weise war mir der Medicus total unsympathisch. 

    So jetzt werde ich das Buch erst einmal etwas sacken lassen - es wurde nämlich eben erst beendet.

     

    Fazit: Schon für die gründliche Recherche hätte Sabine Ebert viele Preise verdient. Diese historischen Ereignisse dann noch in einen so fulminanten Roman zu packen, kann nicht leicht gewesen sein und ich spreche an dieser Stelle meinen ganzen Respekt aus. Natürlich spielt immer auch etwas Schicksal dazu, aber ohne wäre es ja langweilig, oder?

    5 von 5 Mäxchen!

     

    Apropos... Der lässt in den nächsten Tagen bestimmt auch noch etwas von sich hören. Momentan verdaut er noch "Blut und Silber".



    mehr auf http://celinesbuchwelt.jimdo.com

  8. Cover des Buches Der Rabbi und der Kommissar: Du sollst nicht morden (ISBN: 9783453441293)
    Michel Bergmann

    Der Rabbi und der Kommissar: Du sollst nicht morden

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Eva_Beimer

    MICHEL BERGMANN: DER RABBI UND DER KOMMISSAR 01 – DU SOLLST NICHT MORDEN

    Buch & Hörbuch

     

    INHALT:

    Henry Silberbaum ist kein Rabbi, wie er im Buche steht. Er liebt Kriminalromane, Polohemden, seine Espressomaschine und sein Rennrad. Aber auch seine Schüler und die Bewohner des Jüdischen Seniorenstifts in Frankfurt liegen ihm am Herzen. Als eine alte Dame überraschend stirbt, ist sich der Rabbi sicher: Das war Mord! Doch keiner glaubt ihm. Kann er den brummigen Kommissar Berking davon überzeugen, der ihn kürzlich verhaftet hat? Henry riskiert seinen Job, um die Wahrheit zu finden. Und plötzlich befinden sich der Rabbi und der Kommissar mitten in einem lebensgefährlichen Mordkomplott.

     

    MEINE MEINUNG

    Ein spannender und kluger Krimi!

    Mit großem Vergnügen habe ich dieses Buch gelesen und gehört.

    In den Rabbi habe ich sofort verliebt, aber auch die anderen Charaktere sind großartig beschrieben, skurril, liebevoll und oft wirklich witzig, vor allem Henrys Mame!

    Der mögliche Mord ist so spannend, und die sich dadurch langsam anbahnende Freundschaft zum Kommissar hat mir gut gefallen – und dann kündigt sich am Ende gleich der 2. Fall an, den es schon einige Wochen gibt, und den ich auch zeitnah lesen möchte.

    Ein ausführliches Glossar ergänzt den Text, sehr hilfreich, weil ich nicht alle vor allem jiddischen Ausdrücke kannte.

    Das Hörbuch wird ganz wunderbar vorgelesen von Dietmar Bär, der einfach die perfekte Stimme und Tonalität für die Geschichte hat.

    Alles zusammen hat tatsächlich dafür gesorgt, daß mir so gut wie gar nichts ausgemacht, daß das Buch im Präsens geschrieben (immerhin nicht in der 1. Person singular!), und das muß man erstmal schaffen. Das allein untermauert meine Leseempfehlung.

  9. Cover des Buches Gregory & Tintori: Das Buch der Namen (ISBN: B003CPDGVK)
    Gregory & Tintori

    Gregory & Tintori: Das Buch der Namen

     (34)
    Aktuelle Rezension von: Thornwald
    Ich versuche mich mal an meiner ersten Rezension hier.

    Also, ich habe das Buch schon vor einer Weile gelesen, und doch ist es mir in Erinnerung geblieben. Das sagt ja schon einiges aus.
    Die Handlung ist recht fließend, Langeweile taucht meines Erachtens an kaum einer Stelle auf. Aber die Geschichte erinnert mich doch arg an eine Kombination des Buches "Illuminati" oder "Sakrileg" von Dan Brown und dem Film "Wanted".
    Aber dennoch eine nette Kurzweil für einen entspannten Urlaub. Auf jeden Fall 4 Sterne wert.
  10. Cover des Buches Die Bibel & ich (ISBN: 9783548609393)
    A. J. Jacobs

    Die Bibel & ich

     (57)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Was passiert, wenn man sich ein Jahr wörtlich an die Vorschriften der Bibel hält? Das beschreibt A. J. Jacobs in diesem Buch. Auch wenn er sich nicht an alle Vorschriften zugleich hält, so stellt sich dieses Unterfangen als ganz schön schwierig und teils auch unsinnig heraus. Denn der Autor interpretiert die Regeln so, wie sie wörtlich in der Bibel stehen. Ohne Kontext und ohne Adaption an die heutige Zeit. 


    So kommen von Kreationisten bis hin zu den Red Letter Christians auch verschiedene Gruppierungen zu Wort: Dadurch dass Jacobs sich aber für die wörtliche Auslegung der Bibel entscheidet, sind es zumeist hochpolarisierte, evangelikale Gruppen, die zu Wort kommen. Der "gläubige Mainstream" erhält in diesem Buch keine Aufmerksamkeit. Und Jacobs probiert tatsächlich auch jede noch so schräge Regel aus.


    Letztendlich war das Buch vermutlich eine tiefe Erfahrung für den Autor selbst, der zwar nicht zum Glauben aber zu einigen Ritualen gefunden hat. Für den*die Leser*in ist das Buch stellenweise aber nur amüsant. Einen tieferen Sinn dahinter kann ich für mich selbst nicht entdecken, außer: Wenn die Bibel wörtlich ausgelegt wird, wird sie in unserer Zeit unsinnig. UND: Keiner hält sich an die gesamt Bibel, sondern es wird immer eine Auswahl getroffen, an die man sich hält. Ob man dadurch zu Gott finden kann, bleibt dabei jedem selbst überlassen.

  11. Cover des Buches Kains Opfer (ISBN: 9783453419292)
    Alfred Bodenheimer

    Kains Opfer

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Hier wird auf unterhaltsame, differenzierte Weise eine spannende Geschichte rund um den Tod eines allseits beliebten Primarlehrers an einer jüdischen Schule in Zürich erzählt. Darin verwoben sind mehrere Geschichten, die alle rund sind und das Gesamtwerk treffend ergänzen. Ein ganz besonderer Leckerbissen waren für mich die Ausflüge in die jüdische Theologie und die Probleme, mit denen sich Rabbiner Klein sonst noch so in Zürich herumschlägt, wenn er nicht gerade dabei ist, der Stadtpolizei zu "helfen". Rabbiner Klein ist menschlich facettenreich und so schön unperfekt. Gerne werde ich auch seine weitern Abenteuer mitverfolgen.
  12. Cover des Buches Der Täter (ISBN: 9783426505342)
    John Katzenbach

    Der Täter

     (174)
    Aktuelle Rezension von: P_Gandalf

    Der Täter spielt in Miami Beach Mitte der 90er Jahre des letzten Jahhunderts und beschäftigt sich mit den Schatten der Vergangenheit - der Judenverfolgung im Dritten Reich und hier im Speziellen mit den sogenannten Greifern. 

    Simon Winter, Detective des Miami Police Departments a.D. ist für mich zentrale Charakter des Romans. Nachdem seine Nachbarin Sophie ermordet wurde, gibt es sich nicht mit der nahe liegenden Erklärung ein Junkie habe Sophie ermordet zufrieden, sondern stellt auf eigene Faust Nachforschungen an. Kurz vor ihrer Ermordung hatte Sophie ihm verängstigt über einen Schatten aus der Vergangenheit - dem Schattenmann - berichtet, dem sie zufällig begegnet sei. Wenn Stunden später liegt sie erdrosselt in ihrem Bett.

    Katzenbach baut die Geschichte geschickt auf. Die diffuse Idee, der Schattenmann - ein jüdisch stämmiger Greifer, der in den 40er Jahren in Berlin Juden an die Nationalsozialisten verriet - morde nun im Rentenalter Überlebende, die ihn vielleicht wiedererkennen könnten, Gestalt an. Seite um Seite wird das Netz um diese nebulöse Gestalt enger gezogen bis es zum unweigerlichen Show Down kommt.

    Fazit: 

    Gut geschriebener Roman mit überzeugenden Figuren. Durchaus lesenswert, aber kein "muss"; daher nur 4 Sterne.


  13. Cover des Buches Damit ihr mich nicht vergesst (ISBN: 9783442474974)
    Mitch Albom

    Damit ihr mich nicht vergesst

     (29)
    Aktuelle Rezension von: cosima73
    "Vor dem Tod sind wir alle gleich „Würden Sie meine Trauerrede halten?“ Ich verstehe nicht recht, antwortete ich. „Meine Trauerrede?“, fragte der alte Mann noch einmal. „Wenn ich gehe.“" Als der alte Rabbi Mitch diese Frage stellt, weiss dieser, dass er diese Bitte nicht ablehnen kann. Er sieht sich aber auch einer Aufgabe gegenüber, die schwer ist. Sein Leben hat sich seit damals, als er in der jüdischen Gemeinde in New Jersey lebte, stark verändert, der Glaube spielt in diesem neuen schnellen und erfolgreichen Leben keine tragende Rolle. Trotzdem ist der Rabbi ein grosser Mann, etwas zwischen Gott und den Menschen, auf alle Fälle aber über ihm. Und für ihn soll er die Trauerrede halten? Dazu will Mitch den Rabbi besser kennen lernen, persönlich kennen lernen. Der ersten Frage folgen viele Besuche, teils in der Synagoge, teils beim Rabbi zu Hause. Es wird gelacht, grosse Themen behandelt. Das Kennelernen dauert manche Jahre. Die Trauerrede ist schon lange nicht mehr treibende Kraft. Dass Mitch just in dieser Zeit Henry kennen lernt – Zufall? Henry, ein ehemaliger Junkie mit Gefängnisvergangenheit, der alles getan hat, was der liebe Gott verboten hat, um nun als Priester in einer heruntergekommenen Kirche mit Loch im Dach die Gnade Jesus an die zu verkünden, die sie am meisten brauchen: die Obdachlosen, Randständigen, Verstossenen der Gesellschaft. Ein Buch, das die Fragen des Lebens und Sterbens aufwirft, ohne wirkliche Antworten zu liefern. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt, ohne dogmatisch zu sein. Ein Buch, das mitreisst, ohne auf die Tränendrüse zu drücken. "Und in mir wurde bewusst, dass wir in gewisser Weise alle ein Loch im Dach haben, eine Lücke, durch die Tränen tropfen und schlimme Erlebnisse eindringen. Wir fühlen uns verletzlich und sorgen uns, welches Unwetter uns als Nächstes zusetzen wird." Fazit: Ein Buch über die grossen Fragen des Lebens und Sterbens. Ein Buch, das die dunklen Seiten des Lebens zeigt, ohne plakativ oder reisserisch zu wirken, das die hellen Seiten zeigt und religiösen Fragen aufwirft, ohne dogmatisch oder missioniarisch zu werden. Absolut lesenswert!
  14. Cover des Buches Am Freitag schlief der Rabbi lang (ISBN: 9783293207097)
    Harry Kemelman

    Am Freitag schlief der Rabbi lang

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Autor: Harry Kemelman
    Titel:
    Am Freitag schlief der Rabbi lang
    Gattung:
    Roman
    Erschienen:
    2015
    Gelesene Ausgabe:
    Unionsverlag
    ISBN:
    978-329-320-709-7
    Gelesen auf:
    Deutsch
    Gelesen im:
    März 2016

    Zum Buch:
    Endlich mal wieder ein Krimi, den ich in einem Rutsch durchgelesen habe. Der spannend, humorvoll und fesselnd war.
    Die Rabbi-Small-Krimi-Reihe, zählt zu den Klassikern der amerikanischen Kriminalromane. Die Handlung spielt in dem New England der 1950er und 60er Jahre. Hauptfigur ist der liebenswerte David Small, Rabbiner und mit Leib und Seele Gelehrter. In der jungen, aufstrebenden, jüdischen Gemeinde aneckend, beginnt der Anti-Held auch noch sich in die Ermittlungen der Polizei einzumischen, als ein junges Dienstmädchen vor seiner Synagoge ermordet aufgefunden wird.
    Im Agatha-Christie-Stil wird auch hier der Kriminalfall aufgerollt, dieses jedoch erscheint eher nebensächlich, denn primär vermitteln die Krimis das Gemeindeleben, das Leben in der USA zur Mitte des 20.Jahrhunderts und Elemente des Judentums. Aus historischer und religiöser Perspektive hochinteressant!
    Es hat mir unglaublich Spaß gemacht, zu sehen wie sich Rabbi Small unter Menschen bewegt, mit seiner Liebenswürdigkeit ein paar Gemeindemitglieder und den Polizeichef um den Finger wickelt und mit der Hilfe des Talmuds den Mordfall löst.
    Die Figuren sind gut durchdacht, vielschichtig und laden zum mit fiebern ein. Die Welt von Rabbi Small ist definitiv eine, die ich gerne noch einmal betreten werde.

    Lieblingsstelle: Diskussion zwischen dem Gemeinderat ob man die Anstellung des Rabbis verlängert.
    Zitat: “Es liegt doch schon ein Antrag vor.” “Dabei geht es ja um das Gleiche. Na gut, dann stelle ich eben einen Zusatzantrag.” “Irgendwelche Bemerkungen zu dem Zusatzantrag?”, fragte Wasserman. “Einen Augenblick bitte”, rief Meyer Goldfarb. “Der Zusatzantrag betrifft meinen Antrag.”[1]

    Stil und Sprache: jüdische Kulturbegriffe, ansonsten sehr knapp gehalten
    Zitat: “”Ein doller Busche”, meinte Schwarz. “Ein charif, Ben, ein regelrechter charif”.“[2]

    Schlüssigkeit der Handlung: wunderbar zu folgen, klar strukturiert und relativ knapp

    Das hat mir gefallen: Die gelungene Mischung zwischen Roman und Krimi.
    Das hat mir nicht gefallen: Etwas schmallbrüstig auf der Kriminalroman-Seite

    Kaufempfehlung: Humorvolle, etwas andere Krimis ohne viel Blut. Interessierte am jüdischen Glauben und des Judentums.

    Sterne: 5

    [1] S.36
    [2] S.25

  15. Cover des Buches Denn rein soll deine Seele sein (ISBN: 9783869978970)
    Faye Kellerman

    Denn rein soll deine Seele sein

     (65)
    Aktuelle Rezension von: Igelmanu66

    »In der Senke lag Sarah Libba. Schmutzig, mit zerfetzter Kleidung, das schmale Gesicht naß von Schlamm, der ihr über die Wangen und die nackten Brüste rann. Auch die Beine waren nackt bis auf den Schlüpfer, der sich um ihre Knöchel gewickelt hatte …
    Rina stolperte, fing sich wieder und beugte sich zu Sarah herunter, die vor ihr zurückzuckte wie ein verletztes Tier. Als Rina sich hinkniete, konnte sie die frischen Blutergüsse in Sarahs Gesicht erkennen.
    Sarah ballte eine Hand zur Faust und schlug sich heftig an die Brust. Sie richtete den Blick zum Himmel und bewegte die Lippen in lautlosem Gebet.«

     

    Die Frauen der jüdisch-orthodoxen Gemeinde sind schockiert. Ein Unbekannter überfiel und vergewaltigte eine junge Frau, die gerade aus dem rituellen Tauchbad gekommen war. Die Lehrerin Rina Lazarus, die sich um das Tauchbad kümmert und das Opfer gefunden hat, scheint die einzige Zeugin zu sein, weshalb Detective Pete Decker vom Los Angeles Police Department auf ihre Mithilfe hofft. Leider findet sich jedoch kein Ermittlungsansatz und noch dazu wird Rina das Gefühl nicht los, dass irgendjemand sie verfolgt…

     

    Ein ungewöhnlicher Krimi, der den Leser in eine Welt entführt, die so gänzlich fremd erscheint, obwohl sie mitten in einer Stadt wie Los Angeles liegt. Die kleine Gemeinde lebt nach strengen Glaubensgrundsätzen, bleibt für gewöhnlich unter sich und betrachtet jeden Fremden mit Misstrauen. Ich erfuhr beim Lesen so einiges über diese jüdische Glaubensrichtung, von dem ich zuvor noch nie gehört hatte. Das machte die Handlung umso interessanter – und die Ermittlungsarbeit für den Detective umso schwieriger.

     

    Die Charaktere empfand ich als vielschichtig und sympathisch, den Fall als durchgehend spannend mit der Möglichkeit zum Mitermitteln. Es gibt mehrere Verdächtige, eine zeitgleiche Serie von Sittlichkeitsdelikten in der Stadt und natürlich in der Vergangenheit schon häufiger antisemitisch begründete Vorfälle. Pete Decker ist sich jedenfalls schnell sicher, dass weitere Taten zu befürchten sind und daher Eile angesagt ist. Davon abgesehen fühlt er sich von Rina angezogen, doch eine Beziehung zwischen den beiden scheint unmöglich.

    Dass es doch eine Beziehung geben wird, erschließt sich aus der Tatsache, dass wir es hier mit dem ersten Band der mittlerweile 22 Bände umfassenden Decker/Lazarus-Reihe zu tun haben. 22 ist eine beeindruckende Zahl, doch mir gefiel der erste Band so gut, dass ich hier sicher weiterlesen werde.

     

    Fazit: Spannender Krimi mit hochinteressantem Hintergrund. Habe ich in einem Rutsch gelesen.

  16. Cover des Buches Die Bibel nach Biff (ISBN: 9783442312948)
    Christopher Moore

    Die Bibel nach Biff

     (792)
    Aktuelle Rezension von: Federstrich

    Wer Religion ernst nimmt, dem dürfte das Buch nicht gefallen, und wahrscheinlich ist das sogar gewollt. Bei der ersten Lektüre habe ich Tränen gelacht. Beim zweiten Mal fand ich die vielen, schlüssigen und gut recherchierten Begebenheiten zu Jesus' fehlenden Bibeljahren schlüssig dargelegt und die vielen Philosophien, die seine Lehre vereinigt, ziemlich treffend beschrieben. Beim dritten Mal gingen mir die sexuellen Anspielungen, von denen es reichliche gibt, wirklich auf die Nerven. Trotzdem ist das Buch ein echtes Erweckungserlebnis, wenn man es sich gestatten will, über den Sohn Gottes herzlichst zu lachen. 

  17. Cover des Buches Der Diamant des Salomon (ISBN: 9783453471337)
    Noah Gordon

    Der Diamant des Salomon

     (98)
    Aktuelle Rezension von: Palomapixel

    Der Medicus ist wohl Noah Gordons bekanntestes Buch. Ich finde aber das der Diamant des Salomon da nicht zurück stehen muss. Er hat eine ganz eigene Art zu schreiben. Sehr detailgetreu, manchmal etwas bruchstückhaft. Er beschreibt im Buch seine Figuren nicht optisch, sondern lässt seine Figuren durch ihre Taten für sich selber sprechen. Mir gefällt das.


    Der Diamantenhändler Harry Hopemann steckt fest in seinem Leben. Er steckt mitten in einer Midlife Crisis. Er ist zwar reich und sehr erfolgreich in seinem Geschäft aber er würde gerne seiner Profession nachgehen und historische Schätze erforschen. Er ist ein Getriebener auf der Suche und weiß selbst nicht wonach. Als ihm plötzlich der Auftrag eines großen Diamantengeschäfts angeboten wird, wird er hellhörig. Denn es geht um einen ganz besonderen Diamanten mit dem das Schicksal von drei Weltreligionen und auch die Vergangenheit von Harrys jüdischer Familie eng verknüpft ist. Harry macht sich auf nach Jerusalem und ein Katz und Maus Spiel um den Diamanten beginnt.


    Das Buch beginnt mit einem Rückblick in die Geschichte, in eine Zeit in der die Bundeslade noch im heißen Sand der Wüste versteckt werden musste, um nicht den Feinden zum Opfer zu fallen. Genau so ist es mit dem Diamanten. Wer sich noch nicht mit der Geschichte Israels oder auch der Geschichte des jüdischen Volkes beschäftigt hat, der kann im Buch eine ganze Menge lernen. Alles ist wunderbar genau recherchiert und mit viel Liebe zum Detail in die Geschichte eingeflochten. Manchmal sogar für meinen Geschmack etwas zu viel, aber das nur an wenigen Stellen. Harry Hopemann wird uns ausführlich vorgestellt. Man spürt direkt das er zielstrebig und erfolgsorientiert ist aber da ist auch mehr. Hinter der Fassade des harten Geschäftsmannes steckt eine Leidenschaft. Größer, Höher, Weiter ist wohl seine Devise. Verborgenes, altes Wissen faszinieren ihn genauso wie glitzernde, seltene Steine.


    Von Anfang an bemerkt man als Leser das die Religion eine wichtige Rolle im Buch spielt. Nicht unbedingt im Sinne von Religiosität, den Harry ist keine streng gläubige Figur sondern als Kontext in dem die Geschichte sich entwickelt und einen Sinn ergibt. Natürlich auch als Triebfeder für gute und schlechte Ereignisse im Buch. Das ist die Religion in der realen Welt ja ebenfalls. Es geht nicht darum jemanden als richtig oder falsch darzustellen. Es geht um den Lauf der Geschichte und den Tatsachen die uns die Vergangenheit gezeigt hat. Noah Gordon streut Geschäftsszenen und private Szenen durcheinander und zeigt uns so ein Bild von Harry in New York, in Jerusalem, seiner Arbeit, seiner Familie und seiner Leidenschaft. Dabei sind auch einige Sexszenen im Buch, die einem vorkommen, als ob man seine Eltern ausversehen beim Sex erwischt hat. Zumindest hinterließen sie bei mir so ein Gefühl. Vielleicht liegt das daran das ich mir Harry älter vorstelle ?


    Alles wird immer ausgehend von Harrys Familie beleuchtet. Vorfahre über Vorfahre lernen wir die Geschichte der Juden in verschiedenen Ländern kennen. Wie sie vertrieben werden. Von reichen Fürsten zum schleifen des Diamanten beauftragt werden, unter Verfolgung leiden müssen usw. Das Hin und Her springen durch die Zeit und die Charaktere wird immer durch eine Sache verbunden : den Diamanten. Dabei wird auch mit unerfreulichen Wahrheiten nicht gespart. Die Geschichte geht erst so richtig los als sich Harry entscheidet nach Jerusalem zu fahren. Von da an bekommt das Buch einen leichten Hauch von Agententhriller aber nur einen ganz leichten. Man will zwar wissen was denn nun mit dem Diamanten ist aber im Verlauf des Buches verschieben sich Harrys Prioritäten. Von riesiger Spannung im Buch würde ich nicht sprechen aber man wollte trotzdem immer weiterlesen. Ich wollte noch mehr erfahren und wurde wissenshungrig auf das Thema. Harry blüht erst richtig auf wenn Risiko dabei ist. Er nutzt seine Reise um zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Die Interessen des Diamantenhändlers und seine historischen Interessen. Dadurch kommt noch eine zusätzliche Komponente ins Buch, da Harry nicht nur hinter dem Diamanten, sondern auch nach den anderen historisch wertvollen Schätzen her ist die vor Jahrhunderten versteckt wurden. Seine Verwandten aus den Jahrhunderten zeigen sich immer wieder als Zeitzeugen. Noah Gordon transportiert damit die damalige Stimmung sehr gut an den Leser. Man wird durch die Ereignisse ins Buch hinein gezogen und fühlt mit den Personen mit, nicht nur mit Harry.


    Es war für mich eher ein emotionales als ein actionreichen Buch. Die Mischung zwischen historischen Ereignissen, aktuellem Geschehen mit dem Diamanten und den Liebesszenen gefiel mir aber sehr gut. Ob Harry aber am Ende des Buches tatsächlich irgendwo angekommen ist, wage ich zu bezweifeln. Zumindest fühlte es sich für mich nicht so an. Ich hätte mir ein eindeutigeres Ende gewünscht. Ob er den Diamanten oder die große Liebe wirklich findet und was sich sonst noch alles tut ? Dafür müsst ihr das Buch lesen.


  18. Cover des Buches Der gefrorene Rabbi (ISBN: 9783453409378)
    Steve Stern

    Der gefrorene Rabbi

     (54)
    Aktuelle Rezension von: Joroka

    Der Titel leitet etwas in die Irre, denn die Hauptperson des Romans ist gar nicht der Rabbi, sondern vielmehr die Menschen, die ihn über die Jahrzehnte hinweg beschützen und letztendlich wiedererwecken. Über ein Jahrhundert verweilt er im gefrorenen und scheintoten Zustand und legt dabei einen weiten Weg vom Schtetl in Osteuropa in die Gefriertruhe im Hobbyraum der Karps in Memphis/USA zurück. Dort entdeckt ihn Bernie, der jugendliche Sohn der Familie kurz vor der Jahrtausendwende und verhilft ihm zu neuem Leben.

    Der Roman schwankt dann zwischen der Neuzeit und der verrückten Odyssee des Eisblocks mit dem Rabbi hin und her. Natürlich verändert sich auch das Leben von Bernie von Grund auf und der Rabbi stürzt sich wiedererweckt in sein neues Dasein und macht esoterische Karriere. Aber hinreichend spannender ist die Erzählung der Wegbegleiter und Beschützer des gefrorenen Rabbis, der als Art Familienmaskottchen über die Jahre mitgeschleppt und stets überraschend kühl gehalten wird.

    So lesen wir auch von Jochebed, einem jungen Mädchen, welches nach schlimmen Pogromen als Mann verkleidet ins neue gelobte Land flieht und den Rabbi dabei mitschmuggelt. Schon auf dem Schiff lernt sie Schmerl Karp(inski), einem buckeligen Eigenbrötler und Tüftler kennen. Doch es ist ein langer Weg über eine Geschäftspartnerschaft, bis sie sich als Frau zu erkennen gibt und eine Familie mit ihm gründet. Was hat das alles mit dem Rabbi zu tun? Nun, der ist halt einfach festgefroren im Schlepptau mit dabei.

    Die Handlung wird in Generationenabfolge erzählt und der vorerst letzte in der Reihe ist eben Bernie Karps.......

    Ein weiter Bogen wird gespannt, welcher ein großes Stück jüdischer (Leidens-)Geschichte nachzeichnet, den Holocaust aber nur am Rande erwähnt. So gibt es auch einen Abstecher nach Palästina in die Zeit der Neugründung des Israelischen Staates. Man könnte das Buch auch grob als Auswanderergeschichte bezeichnen, eben mit ein paar ungewöhnlichen Beigaben.

    Den Lesefluss stören leider die einfließenden „jiddischen“ Sätze und Abschnitte. Wer dieses Dialektes nicht mächtig ist, wird durchaus Schwierigkeiten bei der Entzifferung haben und manche Stellen einfach überspringen. Nun, mit einer gewissen Anstrengung kann man auch diese Einschübe entschlüsseln und verstehen. Aber der Fluss ist halt gestört.

    Fazit: Ein ungewöhnlicher, nicht unspannender Roman, der vielleicht etwas viel in den Handlungsverlauf der Geschichte mit hineinpackt. Besonders Menschen zu empfehlen, die mit dem Judentum etwas anzufangen wissen.


  19. Cover des Buches Mitternachtsmesse (ISBN: 9783865523570)
    F. Paul Wilson

    Mitternachtsmesse

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Asbeah

    Liest sich anfangs wie ein Zombie Thriller, die Welt wird überrannt von einer Welle Vampire, die alles töten und fressen, was ihnen in die Klauen kommt. Nach und nach wird dann aber auch die Gesellschaft der Vampire beleuchtet und einzelne Führungskräfte vorgestellt, die mit Intelligenz und nach Plan vorgehen. Dadurch unterscheidet sich dieser Roman vom tumben Gemetzel manch anderer Horrorthriller.  

    Später kippte die Spannung und Atmosphäre. Die letzten 150 Seiten waren umständlich, teils unlogisch und künstlich in die Länge gezogen. Der Showdown ähnelte nur noch einem B-Movie, sämtliche (anfangs intelligente) Protas litten plötzlich unter Spontanverdummung. Diese Entwicklung hat mir rückwirkend das gesamte Buch verleidet. Ein Profi Autor sollte in der Lage sein, ein spannendes Ende zu schaffen, ohne mit billigen Tricks zu arbeiten.

    Mein Fazit: Bis zur Mitte richtig gut, dafür 2 Sterne


  20. Cover des Buches Die Vertreibung aus der Hölle (ISBN: 9783518468630)
    Robert Menasse

    Die Vertreibung aus der Hölle

     (24)
    Aktuelle Rezension von: Giselle74
    "Ya basta mi nombre ke es Abravanel." Es reicht, dass mein Name Abravanel ist. Die Abravanels, eine jüdische Familie, die sich bis auf König David zurückführt, gilt als eine der angesehensten und bekanntesten Linien in der jüdischen Geschichte.
    Und von einem fiktiven Viktor Abravanel erzählt Robert Menasse in seinem Roman, der mit einer verunglückten Abifeier in den 1970igern beginnt und mit dem Tod des Rabbi Samuel Manasseh ben Israel im Jahre 1657 endet.
    Dazwischen verknüpft Menasse gekonnt Vergangenheit und Gegenwart, erzählt von Autodafés, Folter und Flucht, von den kleinen Gemeinheiten und Herabsetzungen im Alltag, davon, was es heißt, zu einem verfolgten und rechtlosen Volk zu gehören, zu dem verfolgten Volk, nicht nur zeitweise, sondern über Jahrhunderte hinweg.
    Viktor Abravanel ist ein Scheidungskind, geprägt durch die Zeit im Internat, das Gefühl des Abgeschobenwordenseins. Seine Mutter muss hart arbeiten, um zu überleben, der Vater ist ein weltgewandter Lebemann.
    Samuel Manasseh erlebt schon als Kind das Grauen der Judenverfolgung, flieht mit seinen Eltern in die Niederlande, wird dort angesehener Rabbi, Lehrer des Philosophen Baruch Spinoza und heiratet eine Abravanel.
    Was nach gänzlich unterschiedlichen Lebensläufen- und konzepten klingt, hat erstaunlich viele Parallelen. Zeitweise braucht man tatsächlich einen Moment, um zu erkennen, in wessen Geschichte man sich gerade befindet. Diese Art des Erzählens, gekoppelt mit einer wunderbar bildreichen Sprache und treffsicheren Formulierungen, hat eine Sogwirkung. Man möchte lesen und lesen, und das Buch keinesfalls beiseite legen müssen. Auch wenn die erzählte Geschichte in weiten Teilen naturgemäß erschreckend ist.
    Der Verdacht entsteht früh, der Autor habe seine eigene Familiengeschichte bearbeitet. Manasseh und Menasse, nur eine kleine Lautverschiebung unterscheidet die Namen. Inzwischen habe ich natürlich ein wenig recherchiert und die Bestätigung meiner Vermutung recht schnell gefunden. Für mich macht es den Roman noch eindringlicher. Auf der einen Seite ist es sicherlich ein besonderes Gefühl einer so alten und bildungsbewußten Familie zu entstammen, auf der anderen Seite: wie viel Leid wurde so über Generationen erlebt und überliefert.
    Nach diesem grandiosen Auftakt bin ich schon sehr gespannt auf den Roman, mit dem der Autor den Deutschen Buchpreis gewinnen konnte. "Die Hauptstadt" steht schon in meinem Bücherregal und die Erwartung ist hoch.
  21. Cover des Buches Der Seelenfänger (ISBN: 9783791513430)
    Chris Moriarty

    Der Seelenfänger

     (33)
    Aktuelle Rezension von: Sardonyx

    Sascha Kessler ist ein jüdischer Junge, dessen Vorfahren ,,große Kabbalisten" waren und der mitten in einem New York lebt, wo Zauberei zum Teil verboten ist. Doch dennoch wimmelt es überall von dem pulsierenden Schlag der Magie, die die Inquisitoren der amerikanischen Polizei heftig verfolgen, da Magie auch gefährlich sein kann.
    Unerwartet gerät Saschas ganzes Leben aus den Bahnen, als er entdeckt, dass er Magie sehen kann! Das erfährt er beim Einkaufen mit seiner Mutter, als er eine zaubernde Bäckerin unabsichtlich in Probleme mit den Behörden bringt.

    Augenblicklich werfen die Inquisitoren, welche zauberische Verbrechen aufklären, ein wachsames Auge auf ihn. Denn Sascha soll dank seines Zaubertalentes den Beruf des Inquisitors ergreifen, welcher hohe Aussichten bietet - Ruhm, Ehre, Erfolg.

    Sascha erwartet Arbeit mit viel Lug und Trug, wobei seine Lügen entlarvt werden. ,,... Vor allem aber sagst du damit zum ersten Mal die Wahrheit."

    Vieles wird seltsamer in New York, wo Zauberei blüht und es in den Straßenschluchten genau so viel Licht wie Schatten gibt. Attentate gegen mächtige, reiche Personen machen Schlagzeilen, wobei der Täter nicht menschlicher Natur sein soll. Es handelt sich - um einen Dibbuk! Einem Dämonen, der in die Körper der Lebenden schlüpft, Seelen und Schatten nähren ihn. Diesen Dämon können nur Kabbalisten der hohen Magie beschwören, aber das wäre ein sehr dunkles Unterfangen. 

    Als der blasierte New Yorker Millionär J. P. Morgaunt und der glorreiche Erfinder Thomas Edison Ziele dieser Attacken werden, ist Sascha mit dem reichen Mädchen Lily Alster bereits Lehrling bei Inquisitor Wolf, der ebenso rätselhaft wie wandelbar ist. Und der 13-jährige Junge fragt sich zurecht: ... Welcher Wahnsinnige sollte in New York einen Dibbuk loslassen?

    Schattenhafte Gefahren treten dem Alltag in die Quere, erst der Attentat, dann versuchte Brandstiftung. Und früher oder später wird der Dibbuk die Seele seines Opfers verzehren, um ihn in eine leblose Hülle zu verwandeln. Grausame Ahnungen treffen Sascha, als sich gewisse Anzeichen häufen, dass er selber der Dibbuk ist - seine Seele teilt er mit dem Dämonen, welcher ein Spiegelbild der düsteren Seite des Sascha Kesslers ist: boshaft, hämisch, trotzig.

    ,,(...) den kalten, hungrigen Blick, das unheimliche Stöhnen, das Zähneknirschen, den Schatten, der ihn umgibt. Außerdem sah er auch aus wie ein Dibbuk."

    ,,Der Seelenfänger" ist der erste Band der Sascha-Kessler-Reihe, die ein schillerndes Gewebe aus Mystik, Zauberei, Abenteuer und Jugendbuch darstellt, verwoben mit dezentem Witz und einem der Handlung Leben einflößenden Hauch Magie. Das Gute sind besonders die gewieften Widerstreiter, für die Dämonen des Schattens treueste Diener sind. Als geschichtenumrankte Kulisse wählt die amerikanische Autorin Chris Moriarty das zauberhafte New York zu Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, welches unwiderstehlich bezaubert.

    Der Schreibstil ist sehr gut, aber um ihn ganz genau zu beschreiben, schwanke ich gerade zwischen den Worten; kann ein Schreibstil als ,,charmant" beschrieben werden? In Bezug auf den ,,Seelenfänger" ist das möglich, da die Worte unwillkürlich ihren Zauber in unseren Köpfen vollziehen. Jugendbuch mit Neigung zu Kopfkino also!
    Beinahe natürlich und lebensecht hat Moriarty ihren Hauptdarsteller Sascha gezeichnet, dessen Charakter durchaus schwankend, vorsichtig ist. Auch die anderen Figuren kommen gut herüber, nur habe ich mich gefragt, warum alle Antagonisten in irgendeiner Weise hämisch/ zynisch/ spöttisch sind.

    Kletternd und ansteigend zieht sich durch die ganze Handlung der rote Faden des Geschehens, welches an manchen Stellen sehr verwirrend ist, ehe gegen Ende des rasanten Buches inmitten brennender Trümmer (,,Eintritt: 10 Cent") viele Geheimnisse ihre wahre Identität enthüllen.
    Für mich ist der ,,Seelenfänger" ein spannendes, unberechenbares Buch, welches jeden, dem es nach Magie und Gefahren dürstet, mehr als beglückt. 

    Ich glaube, jeder der ferner die Bekanntschaft von unserem guten, alten Harry Potter gemacht hat, besiegelt mit einem Buchhändedruck eine gute Freundschaft mit dem amerikanischen Sascha Kessler. 

    Voller Vorfreude widme ich mich bald dem 2. Band, dessen Titel bereits eine Menge verspricht. Wie düstere, verborgene, heimliche Unklarheiten, hinzu obskure und zwielichtige Zauberverbrecher. Mal sehen, wohin mich der ,,Schattenjäger" verschlägt.
  22. Cover des Buches Der Rabbi und das Böse (ISBN: 9783746629636)
    Katharina Höftmann

    Der Rabbi und das Böse

     (27)
    Aktuelle Rezension von: vanessabln
    Auf einem Friedenskonzert wird ein Messerattentat auf einen bekannten Rabbi verübt - auch noch spektakulär von einem Weihnachtsmann. Zufällig ist Kommissar Rosenthal vor Ort, der von seiner Freundin dorthin zu gehen genötigt wurde. Er verfolgt den scheinbaren Täter lange (so kam es mir jedenfalls vor, weil es ziemlich lang/-atmig ausgeführt wird), jedoch erfolglos. Danach macht er sich gleich an die Aufklärung des Falls, mit Hilfe seines Kollegen und der Sekretärin. Der Rabbi hat nicht nur ungewöhnlicherweise arabische Jugendliche betreut, sondern war auch in mysteriöse Immobiliengeschäfte verwickelt. Interessant an diesem Buch ist vor allem, dass man viel über Tel Aviv und Israel erfährt, nicht nur über Straßen und Gegenden, sondern die verschiedenen Menschengruppen mit ihren jeweiligen Ansichten und den dortigen Alltag. Hinten im Buch gibt es noch ein Glossar zu einigen nicht übersetzten Worten, was auf jeden Fall viel Lokalkolorit hat.

    Der Fall selbst ließ leider keinerlei Spannung aufkommen, die Verdächtigen werden nicht näher unter die Lupe genommen und man muss nirgends die Luft anhalten, auch wenn schon mal steile Wände hochgeklettert werden. Meine leisen Ahnungen zwischen den Zeilen waren zum Schluss doch richtig, manche Szenen waren ja auch ein Wink mit dem Zaunpfahl. Der von sich allzu überzeugte Kommissar tut zwar häufig seine politische Meinung kund, bleibt aber insgesamt sehr oberflächlich bis unsympathisch. Die frische Beziehung zu einer sehr gegensätzlichen Frau, in die er anfangs noch ganz vernarrt ist, hätte nicht nur für ihn viel Potenzial gehabt, sondern auch für den Leser. Sie verebbt aber schnell und fadenscheinig, da sich Rosenthal abrupt nach einer erneuten, nicht überraschenden politischen Meinungsverschiedenheit trennt und meint, "die Liebelei hat sich müde gelaufen". Auch andere Personen waren mir zu oberflächlich geschildert, dabei hätten diverse Themen viel zu bieten gehabt. So ist es doch eher eine leichte Lektüre für zwischendurch (dann aber wohl wieder mit zu vielen politischen Anspielungen und Ausführungen), die sich mit ein paar Satzstraffungen noch besser lesen würde.

    Dies war mein allererster Israel-Krimi. Den ersten Teil der Reihe muss man nicht unbedingt gelesen haben.für den Einsteig, da die Charaktere wie gesagt überschaubar sind.
  23. Cover des Buches Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück (ISBN: 9783944442402)
    Robert Scheer

    Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück

     (42)
    Aktuelle Rezension von: parden
    EIN PERSÖNLICHES MAHNMAL...

    Robert Scheer liebte seine Großmutter. Dies ist an und für sich nichts Besonderes, doch eigentlich ist es ein Wunder, dass es den Autor überhaupt gibt. Denn eigentlich hätte seine Großmutter Pici nicht überleben, nicht heiraten und keine Familie gründen dürfen. Denn dies war der Plan von Hitler und seinen Schergen. Doch als einzige ihrer weitverzweigten jüdischen Familie überlebte Pici ("die Kleine") seinerzeit die Gräuel des Holocaust.


    "Die Weisen sagen, das Ziel des Lebens sei das Leben selbst. Dem folgend habe ich das Ziel erreicht. Denn ich lebe noch." (S. 56)


    Zum 90. Geburtstag seiner Großmutter beschloss Robert Scheer, diese nach ihren Erlebnissen zu befragen, damit ihr Zeugnis bewahrt bleibt. Und wo Pici jahrzehntelang geschwiegen hat, öffnete sie sich ihrem Enkel gegenüber und gab Auskunft über helle und dunkle Jahre ihrer Vergangenheit.

    Die ersten zwei Drittel des Buches erzählen von Picis Familie und ihrer Kindheit in Rumänien. Dort wohnte die Familie ungarischer Juden und lebte vom Holzhandel des Vaters. Arm, kinderreich, aber zufrieden, so wie viele andere Menschen der kleinen rumänischen Stadt auch. Als etwas langatmig habe ich diese Schilderungen zeitweise empfunden, aber andererseits als durchaus legitim - holte sich Pici auf diese Art noch einmal alle Mitglieder iher großen Familie in ihre Erinnerung zurück, alle in den Jahren des Holocaust ums Leben gekommen.

    Die schlimmen Erlebnisse Picis nach dem Verlust ihrer Heimat in den 40er Jahren nach der Machtergreifung Hitlers nehmen entsprechend etwa ein Drittel des Buches ein. Die Vertreibung ihrer Familie aus der kleinen rumänischen Stadt, die Erfahrungen im Ghetto, die Deportationen in verschiedene Konzentrationslager, die Kälte, die Hitze, der Hunger, die Unmenschlichkeit, die Angst, die Krankheiten, das Trauma, der Tod - Dinge, über die es sicher auch nach 70 Jahren noch schwerfallen dürfte zu sprechen.

    Was mich bei der Lektüre verblüffte, waren die großen Erinnerungslücken Picis, die viele schreckliche Erlebnisse und Details ausgeblendet zu haben scheint.


    "Und auch für die folgenden Zeiten gibt es solche kleinen Momente, die völlig in meinem Gedächtnis fehlen, aber nicht so, dass ich sie nach Jahren vergessen hatte, sondern so, als hätten sie nichts mit mir zu tun gehabt. Vielleicht, weil mein Verstand dies alles nicht nachvollziehen konnte und von sich wegschob..." (S. 90)


    Entsprechend rudimentär erscheinen denn auch teilweise die Erinnerungen, Spotlights der Schrecken, wobei die Schilderungen selbst nahezu nüchtern erscheinen. Dennoch kommt das Grauen beim Leser an, die Bilder lassen sich ncht verdrängen, die Unfassbarkeit der Erinnerungen bricht sich Bahn. Zahlreiche in den Text integrierte Fotos (viele aus dem Privatbesitz des Autors) unterstreichen das Geschriebene, geben dem Erzählten ein Gesicht und verankern das Grauen in der Realität.

    Der Schreibstil ist einfach, erinnert zeitweise an einen ungeübten Schulaufsatz. Doch vieles ist in wörtlicher Rede wiedergegeben und dokumentiert so eher das Gespräch zwischen dem Enkel und seiner Großmutter Pici als dass es literarisch aufgearbeitet ist. Dieses Stilmittel der wörtlichen Rede unterstreicht in meinen Augen die Authentizität der Erzählung.

    Neben den bereits erwähnten Fotos gibt es - vor allem in dem vielseitigen Anhang - auch zahlreiche Kopien von alten Briefen, Dokumenten und Listen, die die Erinnerungen Picis in Raum und Zeit des Holocaust verankern. Hier hätte ich mir eine bessere Qualität der Darstellung gewünscht, denn viele der genannten Quellen waren durch eine blasse und verschwommene Kopie für mich tatsächlich kaum leserlich, was ich wirklich bedauerlich fand.

    Robert Scheer hat mit diesem Buch nicht nur seiner geliebten Großmutter ein Denkmal gesetzt, sondern mit Picis Erinnerungen auch ein persönliches Mahnmal geschaffen. Ein Buch 'Gegen das Vergessen', das sehr persönliche Einblicke gewährt.


    © Parden
  24. Cover des Buches Wo bitte geht’s zu Gott, fragte das kleine Ferkel (ISBN: 9783865690302)
    Michael Schmidt-Salomon

    Wo bitte geht’s zu Gott, fragte das kleine Ferkel

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Angelina_Habel

    Schreckliches Buch, absolut nicht kinderfreundlich geschrieben. Schreckt Kinder nur ab und macht Angst über die Religionen und vor allem an Gott! Kein Verständnis an den Autor, wer so eine Geschichte für Kinder schreibt und die Illustration, die Bilder machen den Kindern nur Angst! Vorallem die letzte Seite mit Nacktheit, hat dort nichts zu suchen!

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