Bücher mit dem Tag "raf"
73 Bücher
- Stefan Aust
Der Baader-Meinhof-Komplex
(312)Aktuelle Rezension von: Igel_IsidorEine ausgesprochen spannend geschriebene Übersicht zu Entstehung, Wirken und Untergang der RAF. In der aktualisierten Ausgabe werden dem Leser die Inhalte und Personen durch einige Bilder zusätzlich näher gebracht. Die hohe Seitenzahl wirkte zunächst abschreckend auf mich, mit Ausnahme von ein bis zwei Passagen hatte das Buch aber keinerlei Längen für mich, ich blieb durchweg gebannt. Für mich ist es diese Mischung aus anfänglicher Solidarität, Betroffenheit und fortschreitend ansteigender Abscheu und Entsetzen, welche die Faszination der Geschichte der RAF auf mich ausübt. Besonders interessant ist auch der regelmäßige Blick hinter die Kulissen der politischen Bühne, Situationen werden vielschichtig und aus unterschiedlichen Perspektiven beschrieben, sodass der Leser einen umfangreichen Einblick in die damalige Zeit und verschiedene Köpfe erhält. Ein wirklich großartiges Buch!
- Daniel Speck
Bella Germania
(213)Aktuelle Rezension von: MaviBella Germania ist ein Roman, der wie ein Kaleidoskop verschiedener Kulturen auf mich wirkte. Er transportiere mich auf eine Zeitreise geschichtlicher Ereignisse, die mir nahe am Herzen liegt, nämlich die eines Gastarbeiters in Deutschland.
Ich habe die packende deutsch-italienische Familiensaga über 600 Seiten innerhalb weniger Tage gelesen. Auf persönlicher Ebene befand ich mich auf einer kritischen Reise wegen einer Not-OP und war froh, mich in eine völlig andere Welt zurück zu ziehen.
Der historische Teil des Romans ist besonders gut recherchiert und beschränkt sich nicht nur auf die sozialen Aspekte der Einwanderer, sondern enthält die Kernelemente des Wirtschaftswunders in der Automobilindustrie in Deutschland und Italien. Dabei habe ich es auch geliebt eine virtuelle Spritztour mit der Iso Rivolta Gt zu machen. 🫶🛣️
Daniel Speck‘s eloquenter Schreibstil löst starke Emotionen in seiner Leserschaft aus und schafft die Atmosphäre im jeweiligen Land und Zeitfenster, so dass ich mir alles bildlich vorstellen konnte.
Die fehlerhaften und verletzlichen Charakter der Protagonisten transformieren sich glaubwürdig tiefgreifend, während sie alte Morale und Werte über Bord werfen und neue Persönlichkeitsschichten aufbauen.
Zu guter Letzt, spitzt sich der Spannungsbogen von Beginn zu Ende über einen Mordfall zu, wobei lang gehütete Geheimnisse über das Schicksal der Hauptprotagonistin enthüllt werden.
Der Plottwist am Ende hat mich vollkommen vom Hocker gehauen 😳🤯.
Absolute Leseempfehlung ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️.
Bella Germania ist nicht erste Reise mit Daniel Speck und wird auch nicht meine letzte sein.
- Andreas Gruber
Todesspur
(113)Aktuelle Rezension von: ReaderButterflyMaarten S. Sneijder und Sabine Nemez sind wieder im Einsatz. Dieses Mal besuchen sie ein älteres Pärchen, um von dort das Haus ihrer Zielperson zu beobachten. Paul Conrad steht im Verdacht entscheidend an der Entstehung der neuen Generation der RAF beteiligt zu sein. Doch bevor sie ihn schnappen können jagt dieser sein Haus in die Luft und flüchtet spektakulär. Sneijder und Nemez bleiben dran. So führt sie ihre Ermittlungen nach Spanien, wo Sneijder in eine andere Rolle schlüpfen muss. Die Spur führt zu Lea Fuchs, die nicht die ist die sie vorgibt zu sein. Und das war erst der Anfang.
Lange lag das Buch auf meinem SuB, da ich nicht sicher war, ob das Thema R4F mich so mitziehen kann, dazu in einem Thriller. Doch Gruber hat das Thema so gut verbaut, dass es nicht im Vordergrund stand.
Das Buch beginnt spannend mit der Observation und ich war gespannt wie unser Team ermittelt und was alles passiert. Doch dann wurde es ruhiger und ich fand den Fall bei weitem nicht so spannend wie den Band davor. Das erste Reiseziel hat viel Platz eingenommen, so dass es mir langatmig vorkam. Manche Szenen waren so genial, dass man die Ermittler am liebsten angeschrien hätte, da man als Leser mehr wusste. Ich hab praktisch darauf gewartet, das etwas passiert und sie weiterreisen. Danach wurde es dann wieder besser, aber mir hat dieser Sog gefehlt, den ich bei dem Buch davor hatte.
Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez waren zusammen mit Marc und Miyu wieder ein tolles Team, so dass sogar ein bisschen Witz und der ein oder andere Schlagabtausch dabei war.
Teile der Lösung fand ich ein bisschen mau. Mir hat die große Auflösung gefehlt, auch wenn es am Ende nochmal spannend wurde.
Lea hat ein bisschen Abwechslung in die Geschichte gebracht und ich kam gut damit klar wie alles um sie beschrieben wurde, allerdings hab ich nicht ganz verstanden wie es dazu kam, dass sie so ist.
Trotzdem fand ich das Buch, auch wenn es nicht das beste Buch des Autors ist. Der Schreibstil war wie gewohnt flüssig, so dass ich gut ins Geschehen kam. Ich freue mich auf den nächsten Band.
- Linus Geschke
Das Lied der toten Mädchen (Jan-Römer-Krimi 3)
(155)Aktuelle Rezension von: ZahirahMit „Das Lied der toten Mädchen“ liefert der Autor bereits den dritten Band um den Kölner Journalisten Jan Römer und Stefanie Schneider, genannt „Mütze“ ab. Auch diesmal nimmt sich Jan eines ungelösten Kriminalfalls an, über den er später in seiner gleichnamigen Rubrik schreiben wird.
Linus Geschke versteht es meisterlich den Leser von Anfang an in die Geschichte „hineinzuziehen“. Das geschieht nicht nur durch seinen flüssigen Erzählstil. Nein auch die Story an sich und das überzeugende Ermittler-Duo tragen ihren Teil dazu bei. Ein ungelöster Kriminalfall treibt Jan und Stefanie bei ihren Recherchen diesmal direkt in die Arme des Verfassungsschutzes. Es geht um Macht, Rache, Geld und Sex. Und dieses doch wieder sehr komplexe Konstrukt hat der Autor super verflochten, so dass sich der Spannungsbogen bis zum explosiven Ende halten kann.
Kurzum: Dies ist ein absolut lesenswerter Krimi mit einer gut konstruierten Handlung und einem tollen Ermittler-Duo, welches durch ihre unterschiedlichen Charakteren der Geschichte das gewisse Etwas verleihen. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und 5 von 5 Sterne.
- Daniel Speck
Jaffa Road
(131)Aktuelle Rezension von: Ramgardia„Die Abwesenden haben oft mehr Macht als die Anwesenden“
Moritz schwängert seine Verlobte, bevor er in den zweiten Weltkrieg zieht. Sein Einsatzort ist Tunesien und hier lauscht er gerne Viktor bei seinem Klavierspiel in der Bar. Was er nicht ahnt, ist, dass Viktor Jude ist. Er lebt mit seiner Familie in „Piccola Sicilia“ einem bunten Stadtteil von Tunis und seine Familie versteckt Moritz nach seiner Desertation. Als Maurice emigriert er zusammen mit Viktors Schwester und ihrer kleinen Tochter nach Israel. Ihr Lebensmittelpunkt dort ist die Jaffa Road in Haifa.
Nachdem die Engländer sich zurückziehen, nehmen die Israeli das Land ein und zerstören damit die gewachsenen Strukturen in Palästina. Viele Araber der unterschiedlichsten Glaubensrichtungen müssen ihr Land und ihr Heim verlassen. Sie werden zu „Abwesenden“, die ihre Ansprüche verloren haben.
Moritz Enkelin, seine jüdische Tochter und sein arabischer Sohn, Kinder aus drei Leben werden nach seinem Tode ins sein in Palermo eingeladen. Es gibt viele Rätsel, viele Fragen und wenig Vertrauen unter diesen Erben.
Es dauert sehr lange bis alle Stränge einen Sinn ergeben. Es gibt viele Sprünge durch die Zeit von Beginn des Krieges bis zur Jahrtausendwende. Zum gibt einen die Hoffnung der Zionisten endlich im eigenen Land leben zu können zum anderen die Vertreibung der Palästinenser, die dort viele Jahre friedlich mit Andersgläubigen zusammengelebt haben. Gerade im Hinblick auf die jetzigen Situation fand ich es sehr spannend und informativ zu erfahren, wie der geschichtliche Hintergrund ist. Leider schwindet mit diesem Wissen meine Hoffnung auf eine Lösung, denn zwei Staaten werden von der Welt nicht als Lösung erwogen. Ein Buch, dass mit seiner verschachtelten Erzählweise viele Emotionen in mir geweckt hat. Die Frage der Palästinenserin Amal „Gibt das Unrecht, das ihr Deutschen den Juden angetan habt, ihnen das Recht uns Unrecht anzutun?“ möchte ich spontan verneinen, sie zeigt aber wieviel Zündstoff in diesem Buch steckt.
- Carmen Korn
Zeitenwende
(100)Aktuelle Rezension von: Schmuck_GuggerinDies ist der dritte und letzte Teil einer Trilogie. Vier Freundinnen, die längst auf ein erfahrungsreiches Leben zurückblicken, werden uns in diesem letzten Band noch einmal sehr nahe sein. Sie haben inzwischen Kinder und auch Enkelkinder bekommen. Noch immer hegen sie enge Vertrautheiten. Eines haben sie sich durch all die Jahre bewahrt: Sie sind füreinander da.
Die Autorin verschont die Protagonistinnen und Protagonisten keinesfalls, sie alle erleben die Höhen und Tiefen der Zeit und wir Lesende können das, was längst Geschichte ist noch einmal hautnah miterleben.
Carmen Korn schreibt in einer gut lesbaren Sprache, die uns nie langweilt, sondern zum Weiterlesen animiert.
Das Buch ist ein Roman, der gleichsam ein sehr bewegendes „Geschichtsbuch“ zu nennen ist. Ich werde die gesamte Trilogie gerne weiterempfehlen.
- Ellen Sandberg
Keine Reue
(55)Aktuelle Rezension von: RihannaMonaKeine Reue – wegen was. Das ist hier die Frage. Es geht um eine Familie, nämlich die Maienfeld‘s und sie wird einem im Gedächtnis bleiben.
Die Maienfeld‘s haben drei Kinder, aber die Eltern interessieren sich nicht wirklich für ihre Kinder und sie sind sich selbst überlassen und werden antiautoritär erzogen. Barbara Maienfeld ist Anwältin, vertritt nach außen hin, Menschen die kaum haben und damit nicht auf der Sonnenseite im Leben stehen. Gernot Maienfeld ist mit seinem Verlag pleite gegangen und wird von einem anderen Verlag immer wieder bedrängt eine Biografie über seinen Bruder Lukas zu schreiben, der Ende der 80-ziger Jahre untergetaucht ist. Warum?
Die Geschichte beginnt aber eigentlich damit, dass Barbara ihre Kinder angerufen hat, weil sie dringend Geld brauchen, um das Haus zu halten, indem sie wohnen und Ben Maienfeld, der älteste Sohn von Gernot und Barbara, versucht einer Frau zu helfen, die auf offener Straße von einem Mann angegriffen wird. Er verletzt sich dabei und die Frau wird ermordet und die Polizei ermittelt. Die Kommissarin hat dabei den Ehemann der getöteten Frau Auf den Kieker und hofft von Ben die Bestätigung, dass der Ehemann Yasin der Mörder seiner Ehefrau ist. Aber Ben hat Gedächtnislücken und kann der Polizei nicht helfen, wobei Kommissarin Charlotte Bodmer ihm das nicht glaubt. Da sie den Ehemann von Yasin bei der Befragung bedroht, wird sie vom Dienst suspendiert. Deshalb reist sie Ben hinterher und übernimmt in der Eifel, dem Ort seiner Kindheit, den Personenschutz von Ben. Und nun kommen bei Ben auch einige Kindheitserinnerungen hervor. So kommt zum Vorschein, dass sich seine Eltern für die RAF, sowie für politische Gefangene eingesetzt haben.
Der Roman hat zwei Zeitstränge, nämlich das Jahr 2019, sowie Ende der 80er-Jahre. Der Schreibstil ist flüssig und Ellen Sandberg versteht es, immer mehr Informationen der Protagonisten zur Verfügung zu stellen, so dass man sie, sowie die Zeit der RAF besser versteht.
Fazit: Raffinierter Krimi!
- Andreas Föhr
Schwarze Piste
(189)Aktuelle Rezension von: Thommy28Einen ersten Blick auf die Handlung ermöglicht die Kurzinfo hier auf der Buchseite. Meine persönliche Meinung:
Der vierte Band der Reihe setzt die erfolgreiche Buchreihe gekonnt fort. Ein zunächst einfach aussehender Mord (Selbstmord?) entwickelt sich zunehmend verwirrend und spannend. Die auf zwei Zeitebenen aufgebaute Geschichte ist sehr gut aufgebaut. Die Protagonisten sind gut gezeichnet und die Hauptfiguren werden kontinuierlich weiter entwickelt. Die Mischung aus Spannung und einem guten Schuss bayrischen Humors ist einfach köstlich und hat mich vollkommen in den Bann gezogen.
Ich freie mich schon sehr auf das nächste Buch....!
- Beate Rösler
Eddas Aufbruch
(36)Aktuelle Rezension von: Karin_EidelothFrau Rösler hat mich ab Seite eins mitgenommen. Schöner Lesefluss und ein lebendiges Bild der damaligen Zeit haben mich nicht nur unterhalten, sondern auch zum Nachdenken gebracht. Eddas Thema wurde aber nicht in den 60ern gelöst, sondern ist auch in der heutigen Zeit aktueller denn je. Mittlerweile verschenke ich Edda an Freundinnen.
- André Georgi
Die letzte Terroristin
(53)Aktuelle Rezension von: CallsoRAF gegen BKA ! Die Terrorgruppe RAF sorgt in der Bevölkerung für Schrecken und Aufruhr und das BKA ermittelt unter Hochdruck. Die gegensätzlichen Interessen werden in dem Buch anschaulich, authentisch und spannend skizziert.
Autor Ande Georgi hat einen recht eigenwilligen Stil - manchmal fabriziert er kurze Sätze direkt auf den Punkt. Häufig passt das sehr gut zum Buch.
Mitunter ist es ein politischer Thriller, gleichwohl gelingt es dem Autor wunderbar, die handelnden Personen in den Vordergrund zu stellen. Insofern fiebert man mit und trotz aller politischer Brisanz menschelt das Buch immer wieder.
Zwischendurch gab das Buch richtig Gas, war enorm spannend und ließ sich wunderbar lesen.
Unterm Strich ein feiner, solider Thriller mit einem sehr speziellen und seltenen Schwerpunkt.
- Michaela Grünig
Blankenese - Zwei Familien
(44)Aktuelle Rezension von: leseleuchtEinen spannenden Zeitabschnitt hat die Autorin Michaela Grünig für den Abschlussband ihrer Familientrilogie in Blankenese ausgewählt: Beginnend mit den Studentenunruhen im Jahr 1968 bis hin zum Höhepunkt des deutschen Terrors im Herbst 1973 schildert sie die Lebenswege der verschiedenen Generationen der Reedereifamilie Casparius und dem jüdischen Teil der Verwandtschaft, der Familie Jacobson. Da sind einmal die beiden Schwestern Ulrike und Sabine, die auf ihrer Suche nach ihrem Weg in Kontakt kommen mit den Studenten, die eine Aufarbeitung der Nazi-Zeit und eine gesellschaftliche Erneuerung fordern. Auf der anderen Seite kämpft auch Kurt Jacobson als Staatsanwalt für die Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen und den Erhalt der jungen Demokratie in Deutschland.
Die Darstellung dieser Zeit ist sehr spannend und lebendig und gibt einen guten Einblick in die dichten Geschehenisse von der Erschießung Benno Ohnesorgs über Beate Klarsfelds Nazi-Jagd, das Attentat während der olympischen Spiele in München bis hin zu den Befreiungsversuchen der RAF-Anführer aus ihrer Haft in Stammheim. Die Hintergründe sind sehr gut recherchiert und sehr detailliert dargestellt, doch zugleich auch so, dass jeder, ob er sich in der Zeit nun auskennt oder nicht, gut und gerne folgen kann und mag. Die allgemeine Zeitgeschichte ist stimmig mit den Entwicklungen im Leben der Protagonisten verwoben. Mit ihnen erhält die Zeit ein Gesicht. Das ist der Vorteil gegenüber der reinen Schilderung historischer Abläufe. Geschichtsunterricht mit hohem Unterhaltungsfaktor.
Besonders gut gelungen, finde ich die Diskussionen der Figuren über die drängenden Fragen der Zeit: Umgang mit Schuld und Verantwortung, Frage nach Opfer und Täter, Umgang mit Isreal und Antisemitismus, die Frage nach den Grundsätzen eines demokratischen Staates, insbesondere im Umgang mit dem Terror, der seine Autorität untergräbt und seine Grundsätze in Frage stellt.
Das alles sind aktuelle Themen, die hier äußerst differenziert und beeindruckend klar diskutiert werden, ohne dass es dabei langweilig würde oder die Gespräche gekünstelt wirkten. Das ist für einen Unterhaltungsroman ein hoher Anspruch, der sehr gelungen umgesetzt wurde.
Einzig ein wenig störend empfand ich die bisweilen sehr emotionale Ausgestaltung der Figuren wie z. B. Sabine oder Michael, den „Jungen aus dem KZ“. Die Figurenzeichnung gerät hier zum Teil ein wenig einseitig und übertrieben.
Aber insgesamt ist der Roman gemäß seinem Titel, „Zeitensturm“, so spannend zu lesen, dass man ihn stellenweise gar nicht mehr aus der Hand legen mag.
- Stefan Schweizer
Die Akte Baader
(40)Aktuelle Rezension von: KruemelGizmoAndreas Baader, der Staatsfeind Nummer 1 in den 70er Jahren wuchs ohne Vater, bei Mutter, Tante und Großmutter auf. Sehr bald zeigten sich schon die ersten schulische Probleme die trotz der Bemühungen der Mutter immer gravierender wurden. Er bewegte sich gerne in der halbseidene Münchener Schickeria und schlitterte auch in die Kriminalität ab. Nach seinem Umzug nach Berlin erfährt er einen Politisierungsschub und schließt sich der Kommune 1 an. Mit der Kaufhausbrandstiftung ´68 wird aus dem Rebellen Bader ein Revolutionär. Mit der Gründung der Roten Armee Fraktion – RAF wird er zum Staatsfeind.
Die Akte Baader ist ein biographischer Roman aus der Feder von Stefan Schweizer.
In diesem biographischen Roman hat es der Autor gut verstanden Tatsachen mit Fiktion zu verknüpfen. Baaders Leben von der Kindheit bis zu seinem Tot werden hier beleuchtet und in eine Geschichte eingefügt um den Leser die Ereignisse dieser Zeit, den Charakter und auch die Gedankengänge von Baader näherzubringen.
Baaders Entwicklung zu verfolgen, vor allem aber seine Charaktereigenschaften empfand ich manchmal wirklich gruselig und ich fragte mich oft warum dagegen vor allem in seiner Jugend so wenig unternommen worden ist, sowohl im persönlichen Umfeld als auch bei öffentlichen bzw. staatlichen Stellen. Baader nur als unangenehmer Charakter zu beschreiben trifft es bei weitem nicht, denn es geht ihm eigentlich nur um sich selbst, alles andere und jeder andere hat sich unterzuordnen, notfalls mit allen Mitteln.
Ich kannte bisher nur Sachbücher über die RAF und so waren mir persönlichere Details oftmals unbekannt und es schockiert schon mit welcher menschenverachtenden und gewaltbereiten Einstellung sie eigentlich von Anfang an alle handelten. Wirklich konkrete politische Ziele wurden von Baader nicht entworfen, es wirkte immer nur wie Hauptsache gegen den Staat zu sein, und die vorgeschobenen Motive wie der Vietnamkrieg und die Nazivergangenheit schienen nur Mittel zum Zweck.
Mit „Die Akte Baader“ erhält man als Leser meiner Meinung nach einen ersten Einblick in die Ereignisse um die Gründung der RAF, ihre ersten Attentate und Anschläge und einen ganz besonderen Einblick in den Charakter des Führungsmitgliedes Andreas Baader. Um sich aber intensiv mit dem Thema RAF auseinanderzusetzen empfiehlt es sich dann doch sich mit Sachbüchern zu der Thematik auseinander zusetzen.
Mein Fazit:
Ein interessanter und gut lesbarer biographischer Roman, der einen tieferen Einblick in den Charakter von Andreas Baader gewährte und einen guten Überblick in die ersten Jahre der RAF. - Jan Guillou
Der demokratische Terrorist
(7)Aktuelle Rezension von: ChaosQueen13Durch eine gute Empfehlung habe ich mir den ersten Band der Serie "Coq Rouge" gekauft und gelesen und war voll begeistert. Auch der zweite Teil der Krimi-Serie ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend geschrieben. In diesem Krimi dreht es sich um Terroristen in den 80er Jahren, die in Deutschland, einen Anschlag verüben. Der Anschlag aus politischen Gründen, ist interessant und detailliert erklärt. Hier werden auch die Motive der Terroristen nachvollziehbar dargestellt. Da in diesem Buch öfters auf den ersten Teil "Coq Rouge" Bezug genommen wird, wäre es vorteilhaft mit diesem Band anzufangen. Es lohnt sich! - Horst Eckert
Schattenboxer
(56)Aktuelle Rezension von: mistellorIn diesem Band „Schattenboxer“ hat Horst Eckert einen brisanten Fall von einem Serienmörder und einen ebenfalls brisanten Fall aus der Vergangenheit von Deutschland beschrieben. Genauer geht es um die Verwicklung des Bundesnachrichtendienstes in der Zeit der Roten Armee Fraktion.
Vicent Veih wird in beide Fälle verwickelt und ist sehr bemüht das Leben eines jungen Mädchens zu retten. Erschwerend für ihn ist, dass er in einen Fall von Beamtenwillkür und Selbstjustiz gerät, ausgerechnet bei seinen Kollegen. Dieser Fall ist sensationell und sehr, sehr spannend. Der Leser wird auf einem hohen Spannungslevel gehalten. Bis kurz vor Schluss gelingt es dem Autor die Spannung zu halten.
Horst Eckert ist wieder ein unglaublich spannendes Buch gelungen. Mit seinem Bezug zur Vergangenheit wird das Buch für die Leser immer spannender und wer diese Zeit selbst erlebt hat, für den ist es ein besonderes Erlebnis.
Der Autor entzückt mich immer wieder mit seinen Dialogen. Seine lakonische Art, sein hintergründiger Situationswitz, seine sehr intelligente Darstellung seiner Protagonisten machen beim Leser Lust nach mehr Büchern dieser Art.
Das Buch erhält von mir 5 von 5 Sternen. - Julia Albrecht
Patentöchter
(16)Aktuelle Rezension von: MissGlueckJulia Albrecht und Corinna Ponto in einem gemeinsamen Versuch der Annäherung - ein bewegender Perspektivwechsel. Julia Albrecht – Schwester der RAF-Terroristin Susanne Albrecht Corinna Ponto – Tochter des 1977 erschossenen Bankiers Jürgen Ponto Geschrieben aus der Sicht zweier Frauen, deren Familien eng miteinander verbunden waren, auseinander gerissen durch den Mord an Jürgen Ponto. Die Autorinnen werfen einen neuen Blick auf die Geschichte der RAF. 30. Juli 1977: Jürgen Ponto empfängt Susanne Albrecht, die Tochter seines Jugendfreundes Hans-Christian Albrecht, in seinem Haus in Oberursel. Ihre Begleiter, Brigitte Mohnhaupt und Christian Klar, schießen auf Jürgen Ponto. Corinna, seine Tochter, ist zu diesem Zeitpunkt zwanzig Jahre alt, Julia, Susannes Schwester, dreizehn Jahre. Nach dem Mord war das Band zwischen den Familien durchschnitten. 30 Jahre danach nimmt Julia Albrecht – die Patentochter von Jürgen Ponto – Kontakt auf zu Corinna Ponto – der Patentochter von Hans-Christian Albrecht. So zaghaft, so unsicher und so voller Schuld, die nicht die ihre ist, nähert sich Julia Albrecht Corinna Ponto. Man möchte sie bei der Hand nehmen und diesen schwierigen und mutigen Weg mit ihr gemeinsam gehen. Zwischen beiden Frauen entsteht ein Briefwechsel, in dessen Verlauf sie sich schließlich treffen. Bemühen und Ablehnung Corinna Pontos sind ebenso nachvollzieh- und spürbar, wie der Wunsch und die Sehnsucht von Julia Albrecht, das Unerklärliche für sich begreifbar machen zu wollen. Das Außergewöhnliche: Die Täterin, Susanne Albrecht, lebt in Bremen und äußert sich bis heute nicht zu ihrem Verbrechen an der Familie Pontos und an dem der eigenen Familie. Das Buch ist ein leises Psychogramm zweier Frauenseelen, die einander so weit entgegen gehen, wie es eben möglich ist. Es liest sich so beklemmend, wie berührend wie versöhnlich. Und nicht zuletzt ist das Buch ein Stück überaus lesenswerter Zeitgeschichte. - Carolin Emcke
Stumme Gewalt
(7)Aktuelle Rezension von: downey_jr"Stumme Gewalt - Nachdenken über die RAF" ist ein weiteres überaus beachtenswertes Buch der Journalistin und Autorin Carolin Emcke.
Ich muss zugeben, dass ich eine riesige Bewunderin von ihr bin - ich schätze und liebe Ihre unfassbar kluge und empathische Art zu denken und zu schreiben.
Besonders gut fand ich ihre Veröffentlichungen "Über den Hass", "Wie wir begehren", "Ja heißt ja und ..." sowie "Weil es sagbar ist", aber alle ihre Bücher sind mehr als lesenswert und klug!
Hier in dem sehr persönlichen Buch "Stumme Gewalt" verarbeitet Carolin Emcke nach 18 Jahren die Ermordung ihres Patenonkels, dem Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen.
Er wurde bei einem der letzten RAF-Morde in Bad Homburg mit einer Sprengladung getötet.
Das Buch ist ebenso eine persönliche Aufarbeitung wie auch ein politischer Text.
"Freiheit gegen Aufklärung", nur so könnte es Carolin Emcke zufolge helfen, diese Epoche des Terrors in Deutschland wirklich zu begreifen und aufzuarbeiten.
Ich fand auch dieses Buch wirklich sehr gut und klug geschrieben; es regt zum Nachdenken an und ist gleichzeitig unfassbar berührend.
Ganz klare Leseempfehlung von mir!
„Das hatte ich mir geschworen. In der ersten Woche. Da war Alfred Herrhausen noch nicht einmal beerdigt. Dass ist denn Mördern niemals gelingen sollte, mich zu einer anderen Person zu machen. Dass es ihnen nicht gelingen sollte, mich zu manipulieren. Dass ich ihnen nicht den Triumph gönnen würde, mich politisch zu verbittern, dass ich intellektuell offen bleiben müsse - aus Hass gegenüber den schweigenden Tätern.“
„Wie immens muss die Motivation zu töten sein, dass sie sich durch alle logistischen und technischen Details der Vorbereitung hindurch erhalten kann?
...
Und hat es einen einzigen Moment gegeben, in dem Fragenden Nachdenklichkeit statt haben durfte Fragezeichen sind jemandem Zweifel gekommen? An dem Objekt des Hasses? An dem Hass selbst? Hat es einen Moment gegeben, in dem sich die Täter fragten, wie Smaie bis hierher gekommen sind? Wie sie jemand geworden sind, der dabei ist, einen Mord zu begehen? Haben sie sich das gefragt?
Hat es einen einzigen Moment gegeben an dem jemand unsicher wurde?“
„Getrieben vom Zorn jedenfalls werden wir die Gewalt von heute und die Gewalt von gestern nicht überwinden. Je zorniger wie reagieren, je mehr wir uns hineinsteigern in diese aufgewühlte Wut gegen die anderen, umso mehr deuten wir auf das was am Grund dieses Zorns liegt: die eigene Schwäche.“
„Ich weiß, wie einladend diese Reaktion ist.
Wie nahe liegend dieser Rückzug in die eigene Verwundung. Ich weiß, warum wir immer wieder und immer noch in dieses Verhaltensmuster verfallen.
Wir wollen erst, dass diese Versehrungen anerkannt werden, wir wollen bestätigt bekommen, dass es Unrecht war, dass es Leid verursacht und dass es uns geprägt hat. Und solange uns das Unwissen noch quält, solange das schützende Schweigen andauert, solange scheint es unmöglich, das Loslassen.“
- Henrik Siebold
Inspektor Takeda und die Toten von Altona
(100)Aktuelle Rezension von: LejoanDas Buch zeigt, dass zwischen Deutschland und Japan ungefähr die gleiche Mentalität besteht. Die Arbeiten der Deutschen sind gewissenhaft, genau wie die der Japaner. Auch die Japaner brauchen ihre Freizeit und haben ihre Hobbys, die sehr westlich geprägt sind. Takeda, der japanische Ermittler, der nach Hamburg versetzt wurde fühlt sich in Hamburg nicht wie in einer Großstadt. Japanische Großstädte sind geschäftiger. Aber er bekommt auch sehr schnell mit, dass die Mentalität der Deutschen den der Japaner in nichts nachsteht. Während die Japaner durchaus auch mal während ihrer Arbeit oder in einem Park, in einem Kaffee, beim Essen einen Powernap halten, legen die Deutschen eher darauf Wert ihre Freizeit getaktet zu haben, und genießen zu können. Am Wochenende ihren Hobbys nachzugehen oder nach der Arbeit ihre Freizeit zu genießen. Zeit mit ihrer Familie zu verbringen. Das Buch selbst, welches deutlich zeigt, dass die Zuwanderung in Deutschland Probleme mit sich bringt, die nicht unbedingt nur von deutschen ausgehen In Deutschland sind sehr viele Zuwanderer zu Hause die ihre Probleme mit in das neue Land bringen und die nicht nur lernen müssen mit deutschen auszukommen sondern auch mit anderen weltweiten Religionen oder Glaubensgemeinschaften. Das Buch zeigt außerdem sehr eindrucksvoll dass Menschen eine Gratwanderung von 180 Grad durchmachen können, nur weil sie mit den Gegebenheiten in Deutschland unzufrieden sind, weil sie bemerken, dass es nicht in Ordnung ist, wenn nicht nur die Zuwanderer kommen sondern auch ihre Probleme. Deutschland selbst hat genug Probleme und braucht nicht auch noch Probleme der Zuwanderer z.B Ehrenmode oder religiös geprägte Konflikte. Die Schreibweise des Buches ist sehr gut, es lässt sich flüssig lesen es ist interessant. Es wirft Fragen auf die teilweise auch beantwortet werden. Es zeigt die Arbeitsweise und Lebensweise verschiedener Menschen. Es ist spannend. Außerdem finde ich es sehr gut, dass auch gezeigt wird wie man mit politisch bedingten Problemen umgeht, wie Menschen geschont werden weil sie politisch tätig sind, wie Menschen ihre eigenen Gedanken formen und in Taten umsetzen und sich dabei nicht von ihren Gefühlen abbringen lassen.
- Patrizia Schlosser
Im Untergrund
(2)Aktuelle Rezension von: Vielhaber_JuergenBesonders seit 2016 ist die RAF nicht mehr nur Thema bei Rückblicken, drei mutmaßliche Mitglieder finanzieren sich mit Überfällen den Lebensabend. Gern von der Presse auf diesen Moment reduziert, setzt Patrizia Schlosser bei ihrer Recherche da an. Sie geht der Frage nach, wie und wann Klette , Staub und Garweg sich radikalisiert haben. Dabei entdeckt sie Zusammenhänge, die für diese Generation gar nicht so untypisch waren. Einige Wegbegleiter trifft Patrizia dann auch persönlich, sie scheinen aus der Zeit gefallen, in den Achtzigern steckengeblieben zu sein.
Schlosser hätte diese Menschen leicht vorführen können, und es gehört zu den Stärken dieses Buchs, das auch ganz gegensätzliche Punkte nicht abgewertet werden. Ein besonderer Aspekt ergibt sich im Zusammenspiel mit Guido, dem Vater von Schlosser. Es geht auch um das Aufeinandertreffenzweier Generationen, die nur auf den ersten Blick wenig gemeinsam haben. Das macht die Geschichte über die Recherche hinaus so spannend und lesenswert.bemerkenswert auch, wie Patrizia Schlosser sich selbst zur Disposition stellt.
Es ist zu wünschen, das die angesprochene Recherche zum Olympia- Anschlag auch als Buch erscheinen wird.
Hier jedenfalls ein sehr spannender, lesenswerter Bericht, die jeden, der sich für Zeitgeschichte interessiert, begeistern wird - Andreas Pflüger
Operation Rubikon
(30)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannMan braucht eine gewisse Zeit, um sich in den Wust von Namen, Ämtern und Behörden einzulesen, zumal das Geschehen auf internationalem Parkett spielt und damit nicht unbedingt zur Komplexitätsreduktion beiträgt. Aber immerhin hat man rund 800 Seiten, um sich sowohl mit den handelnden Personen „anzufreunden“ als auch die zahlreichen Handlungsorte irgendwie auf seiner Mental-Map zu verorten.
Es ist also der ganze Leser gefordert, um diesem durchaus spannenden Thriller in jeder Einzelheit zu folgen. Was kaum möglich erscheint, auch wenn sich der Autor, nach eigenen Angaben, fünf Jahre mit diesem wuchtigen Werk auseinandergesetzt hat, um es inhaltlich stimmig zu bekommen. Es ist ihm durchaus gelungen, aber wer hat heute schon die Zeit und die Muße sich mit einer solchen Detailfülle auseinanderzusetzen? Selbst wenn die Macht- und Dienstverhältnisse der Bundesrepublik, der Thriller spielt in den jeweils höchsten Etagen, exakt wiedergegeben, die Schlechtigkeiten in dieser Welt (Waffen- und Drogenhandel, „Waffen gegen Kokain“, Terrorismusihren, Korruption, Machtmissbrauch etc.) ihren nachvollziehbaren Platz zugewiesen bekommen und die handelnden Personen sich thrillermäßig verhalten.
Der Inhalt des Buches ist gut durchrecherchiert, die handelnden Personen werden glaubhaft dargestellt, die Orte der Handlungen können größtenteils nachvollzogen werden, allein wenn es darum geht, ein paar schnöde Dinge des schönen Lebens darzustellen, wie die Beschreibung einer Landschaft, wird es oft ein wenig schräg: „Der Schwarzwald lag unter ihnen wie eine große Patchworkdecke, auf der die Berge picknickten.“ Aber das nur am Rande …
- Nils Honne
Corporate Anarchy
(25)Aktuelle Rezension von: BabschaMarvin Ruf geht es nicht gut. Er ist Werbetexter in einer Berliner Agentur und fühlt sich gelinde gesagt unwohl. Nicht nur mit seinem Job, in dem er tagtäglich Werbelügen für unterschiedlichste Auftraggeber verfassen muss, sondern auch mit den großen Themen wie der Klimakatastrophe, der rücksichtslosen Ausbeutung unseres Planeten und seiner Menschen durch Konzerne und Manager und der rücksichtslosen Gier der Menschen. Panikattacken sind an der Tagesordnung. Da er über ein nur sehr eingeschränktes Selbstbewusstsein verfügt (den tollen Eltern sei Dank) beschränkt sich seine Gegenwehr zunächst auf das nächtliche Überkleben und Ändern von Plakaten seiner illustren Kundschaft. Eines Tages allerdings lässt er auf einem finalen Meeting mit einem Energiekonzern, Großkunde seiner Agentur, die Bombe hochgehen und düpiert diesen gnadenlos. Das kostet ihn den Job. Kurz danach gerät er auf einer Demo in ein lebensgefährliches Handgemenge mit der Polizei und wird von einem dubiosen Mann namens Lennard schwer verletzt gerettet.
Als er später aufwacht, befindet er sich auf einem alten verlassenen Stasigelände irgendwo in Brandenburg, auf dem eine Handvoll Männer und Frauen ökologisch mustergültig lebt, eine Rebellentruppe mit ähnlichen Gedankenmustern wie seinen. Polizeilich gesucht und der charismatischen Person des Lennard immer mehr verfallend, bindet er sich an diese Menschen an, bleibt bei ihnen und taucht mit der Zeit immer tiefer ein in deren unheimliche Welt, die ihr gefährliches Gesicht brutaler Gewalt gegen korrupte Managertypen erst nach und nach offenbart. Doch da ist es bereits zu spät für ihn.
Der Autor, selbst aus der Werbebranche, legt in seinem Debutroman ein handwerklich recht solide gestricktes Stück Literatur mit hoher Sprachkompetenz vor, das trotz einiger Holprigkeiten in Logik und Gedankenführung als Mischung aus Krimi, Ökothriller und Gesellschaftsdrama spannend gemacht ist und im Großen und Ganzen trotz der im letzten Drittel wahrlich bluttriefenden Entwicklung durchaus funktioniert und zu überzeugen weiß. Die Figur des immer selbstkritischen, aber schwachen und damit beeinflussbaren Marvin ist in ihrer Zerrissenheit zwischen Gut wollen und Böse handeln gut konstruiert und streckenweise wirklich beklemmend zu begleiten, zumal die ganze Geschichte nicht fiktional, sondern hautnah an der Realität gebaut ist. Und auch hier gilt mal wieder: No one gets out here alive. Bis zum bitteren Ende.
- Andreas Gruber
Todesspur
(7)Aktuelle Rezension von: Nicola89BKA-Ermittler Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez versuchen bei einem nächtlichen Großeinsatz Dr. Paul Conrad festzunehmen. Der soll entscheidend am Entstehen der nächsten Generation der Terrorgruppe RAF beteiligt sein – und an der Planung einer beispiellosen Anschlagsserie. Doch Conrad gelingt die Flucht, und Sneijder muss zu kreativen Mitteln greifen, um die Gefahr noch abzuwenden.
Die Situation verschlimmert sich dramatisch, als Sneijder auf die geheimnisvolle Lea Fuchs trifft. Deren eigene mörderische Pläne stellen seine Ermittlungen völlig auf den Kopf …Auch der achte Teil dieser Reihe besticht wieder durch das einzigartige Ermittlerduo Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez, sowie den großartigen Sprecher Achim Buch.
Ich könnte mir wirklich keinen besseren Sprecher für diese Reihe vorstellen. Ich bin immer wieder fasziniert, wie viele Dialekte und Akzente er beherrscht und wie viel Leben er den einzelnen Charakteren einhauchen kann.
Die Handlung hat mich auch dieses Mal wieder total gefesselt und ich hoffe jetzt schon, dass es ein weitere Fortsetzung geben wird.
Der einzige Kritikpunkt ist, dass die Bücher einfach immer viel zu schnell schon wieder zu Ende sind ;) Diese Reihe wird einfach nie langweilig und auch dieser Teil ist wieder ein Jahreshighlight von mir.
- Ewald Arenz
Ehrlich & Söhne (Sonderausgabe)
(35)Aktuelle Rezension von: StolliEhrlich & Söhne - Bestattungen aller Art, der Name ist Programm denn was hier teilweise unter die Erde kommt….Ewald Arenz hat ein wunderbar makabres Buch geschrieben, mit viel Witz und schwarzem Humor wie ich es liebe.
Die Familie, so verrückt sie manchmal ist, spielt hier eine wichtige Rolle, die Szenen mit dem Polizisten zum Hinknien.
Da die Geschichte sich über einen recht langen Zeitstrahl bewegt ist bei manchen Rückblenden nicht immer klar wo man sich gerade befindet.
Für mich ein sehr gutes Buch, dass sich nie in die Länge zieht.
- Uta-Maria Heim
Wespennest
(2)Aktuelle Rezension von: TraubenbaerBei dem Roman "Wespennest" von Uta-Maria Heim handelt es sich um einen regionalen Kriminalroman. Ein frührer Geheimpolizist wird tot in Stuttgart gefunden. Die Ermittler stehen anfangs vor dem Rätsel, wer den Mann erschossen hat. Im Laufe der Ermittlungen werden immer mehr Verstrickungen, in die der Tote verwickelt war aufgedeckt: Die RAF ist dabei ebenso involviert, wie die Stasi. So kommen die Polizisten auch nicht umhin alte Geschichten, wie den rätselhaften Tod von RAF Mitgliedern aufzuwärmen. Trotzdem tappen sie im Dunkeln und ein weiterer Mann wird ermordet. Bis ein zufälliger Hinweis das Blatt wendet...
Der Roman ist aus der Sichtweise verschiedener Personen geschrieben. Das macht ihn zwar zu etwas besonderem, denn die Perspektivwechsel umfassen unzählige Protagonisten. Aber es macht ihn auch etwas schwer zu lesen. Zeitweise hatte ich das Gefühl beim Lesen, dass es keinen roten Faden gibt. Immer wieder werden neue Personen beschrieben und ihre Verwandtschaftsverhältnisse zu anderen. Als dann noch eine wiedergeborene Katze zu Wort kommt, verging mir vollends die Lust am Lesen. Der Kriminalfall ist zwar interessant, aber durch die alten Geschichten, die immer wieder aufgenommen werden, wird es schnell langweilig. Ich sage es nicht gerne, aber am besten an dem Buch gefiel mir das Cover. Das ist wirklich schön.























