Bücher mit dem Tag "raf"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "raf" gekennzeichnet haben.

178 Bücher

  1. Cover des Buches Das Lied der toten Mädchen (ISBN: 9783548289311)
    Linus Geschke

    Das Lied der toten Mädchen

     (150)
    Aktuelle Rezension von: Schnick

    Es gibt Bücher... Es gibt Bücher, da ist mir von Anfang an klar, dass ich nicht allzu viel zu erwarten habe und trotzdem bleibe ich bei ihnen hängen und obwohl sie (scheinbar) eher schlicht gestrickt sind, sind sie doch unglaublich unterhaltsam oder fesselnd. Für mich sind das Guilty-Pleasure-Bücher: Ich genieße sie auf eine ganz sonderbare Weise, obwohl ich rein objektiv weiß, dass sie kein Knaller sind. Linus Geschkes "Das Lied der toten Mädchen" gehört für mich in diese Kategorie.

    Es fängt mit dem meiner Meinung nach eher unbeholfen wirkenden Schreibstil an (obwohl Geschke ein bekannter Autor ist), der Lesefluss ist eher holprig, die Kapitel sind eher kurz, die Charakterzeichnung tendenziell auch eher schlicht. Und trotzdem hat mich das Buch von Anfang an gefesselt. 

    Der 20 Jahre zurückliegende Fall ist spannend erzählt und ich konnte das Buch schnell lesen. Großartig nachdenken muss man nicht, mitgerätselt habe ich natürlich trotzdem. Und damit komme ich zu dem Punkt, den ich Geschke hoch anrechne: Die falschen Fährten haben funktioniert. Das ist heutzutage - wo jeder drittklassige Schriftsteller meint, eine falsche Fährte legen zu müssen, die aber mittlerweile so offensichtlich sind, dass mir noch bleibt, die Augen zu verdrehen - eine so großartige Erfahrung, dass ich Geschke dafür wirklich dankbar bin.

    Den Fall selbst fand ich streckenweise arg konstruiert und zwischendurch war es mir dann doch ein bisschen zu viel des Guten, aber am Ende bin ich alles in allem zufrieden gewesen.

    Merke: Es muss nicht immer hohe Kunst sein, die dich unterhält. Wer von diesem Kriminalfall nicht zu viel erwartet, wird gut unterhalten. Ich freue mich, das Buch gelesen zu haben.

  2. Cover des Buches Kriegerin der Schatten (ISBN: 9783802589058)
    Lara Adrian

    Kriegerin der Schatten

     (156)
    Aktuelle Rezension von: dorothea84

    Jordana Gates´Leben stet eigentlich schon fest. Als der Stammeskrieger Nathan in ihr Leben tritt, will sie mehr von Leben. Sie möchte ihn und er scheint auch von ihr angezogen zu sein. Ein Kuss verändert einfach alles... 

    Spannende Liebesgeschichte mit tiefen Gefühlen. Jordana ist eine tolle Frau, die sich traut ihre Leben zu verändern und sich ganz der Liebe hinzugeben. Egal ob es sie in einen Abgrund reißt. Nathan ist ein Jäger, kann er zärtlich sein und lieben. Er kommt sehr brutal, kalt und grob rüber, doch sobald er auf Jordana trifft verändert sich das. Alte Bekannte tauchen natürlich auch wieder auf. Die neue Geschichte, der neue rote Faden durch diese Reihe, geht weiter mit einem unerwarteten Verlauf der Geschichte. Das Buch ist wieder spannend, actionreich, erotisch und liebevoll. Nichts anderes habe ich erwartet. 

  3. Cover des Buches Inspektor Takeda und die Toten von Altona (ISBN: 9783746632131)
    Henrik Siebold

    Inspektor Takeda und die Toten von Altona

     (73)
    Aktuelle Rezension von: Paperboat

    Claudia Harms arbeitet in der Mordkomission Hamburgs und wird als einzige Frau vor allem von ihrem Vorgesetzten nicht ernst genommen. Der ist der Meinung, dass allein sie sich als Babysitter eignet, denn aus Japan soll über ein Austauschprogramm ein Kollege aus Tokyo ins Team kommen. Claudia bereitet sich gründlich auf die Ankunft von Kenjiro Takeda vor, macht sich aber keine Hoffnungen mit diesem auch wirkliche Fälle lösen zu dürfen. Daher landen die beiden in Altona, wo sie den Selbstmord eines Buchhändler-Ehepaars in deren Wohnung untersuchen wollen. Takedas Meinung nach kann es sich nicht um einen Suizid handeln. Claudia ist geneigt dem Urteil des Japaners zu glauben, und als der Gerichtsmediziner diese Einschätzung teilt, beginnt das Duo seine Ermittlungen, das sie in politische Kreise führt, in denen die Fronten noch geklärt werden müssen...


    „Die Toten von Altona“ ist der Auftakt der Inspektor-Takeda-Reihe von Henrik Siebold aka.  Daniel Bielenstein, der den Großteil seiner Kindheit in Japan verbracht hat und daher mit der Kultur des Landes bestens vertraut ist, was man meinem Dafürhalten nach dem Buch auch anmerkt. Mit Kenjiro Takeda hat er Claudia Harms einen Kollegen zugeworfen, der eine interessante Person mit ungewöhnlichen Untersuchungs- und Befragungsmethoden ist. Claudia Harms selbst ist eine facettenreiche Protagonistin, durchaus stark, aber mit nachvollziehbaren Schwächen, die sie sehr menschlich machen.

    Der Auftakt der Krimireihe hat Wendungen wie ein weglaufendes Kaninchen, springt mal in diese, mal in jene Richtung. Bis der Fall sich aufklärt, gibt es verschiedene Lösungsansätze, denen man als Leser*in versucht nachzufühlen, so dass das Ende mich auf jeden Fall überrascht hat.

    Das erste Buch hat mir derart gut gefallen, dass ich weitere Bände bei mir bereits bereitstehen!

  4. Cover des Buches Die verlorene Ehre der Katharina Blum (ISBN: 9783462031454)
    Heinrich Böll

    Die verlorene Ehre der Katharina Blum

     (826)
    Aktuelle Rezension von: Paperboat

    Ich schreibe wahrscheinlich nichts neues, wenn ich über die verlorene Ehre der Katharina Blum berichte, es ist schließlich Heinrich Bölls bekanntestes Werk.

    Der Einstieg in die Lektüre fiel mir nicht leicht. Man wird direkt mit reichlich Namen bombardiert in einem literarischen Szenario, das an Prozessakten erinnert. Abschnittweise wird die Vernehmung der Katharina Blum nacherzählt, die einem flüchtigen Verbrecher Hilfe geleistet hat dem Zugriff der Polizei zu entkommen. Den Mann lernte sie auf einer Feier kennen, nahm ihn mit nach Hause und verliebte sich Hals über Kopf nach einer gemeinsamen Nacht in ihn. Die Loyalität zu ihm zu halten ungeachtet des Verbrechens, das er begangen haben mag, wird ihr zum Verhängnis, als ein sensationsheischendes Tageblatt (im Buch nur die „ZEITUNG“ genannt) ihren Anteil an der Flucht nicht nur veröffentlicht, sondern ihr Privatleben auf eine pervers tatsachenverdrehende Weise ausschlachtet. Aus einer unbescholtenen, unscheinbaren Bürgerin wird dann eine Täterin, als ihr Hass auf den Verantwortlichen der verdrehten Berichterstattung sie dazu treibt den Journalisten der ZEITUNG zu töten.

    Interessant ist wie wenig sich an manchen Methoden seit 1974 geändert hat, als Böll das Buch veröffentlichte. Sein in „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ verarbeitetes Thema ist in einer Zeit, in welcher der Begriff „Fake News“ entstanden ist, aktueller denn je.
    Ein wirklich gutes Buch trotz des gewöhnungsbedürftigen Anfangs!

  5. Cover des Buches Bella Germania (ISBN: 9783596521807)
    Daniel Speck

    Bella Germania

     (175)
    Aktuelle Rezension von: itwt69

    Die sich über drei Generationen erstreckende Familiengeschichte erklärt in interessanter Weise, wie sich die damaligen ersten Gastarbeiter aus Italien gefühlt haben müssen - als Gäste zum Arbeiten, aber nicht als Bürger oder gar Freunde. Heutzutage nennt sich das Migration, man merkt aber recht schnell, dass sich so viel seit den 60-er Jahren nicht geändert hat - EU hin oder her. Zwischenzeitlich war das Buch etwas zäh zu lesen, deswegen "nur" durchschnittliche 3 Sterne.

  6. Cover des Buches Schwarze Piste (ISBN: 9783426213537)
    Andreas Föhr

    Schwarze Piste

     (170)
    Aktuelle Rezension von: Barbara62

    Als Gegenpol zum Alltagstrubel und zu den vielen Romanen der letzten Wochen habe ich wieder einmal zu einem Krimi aus der Tegernsee-Reihe von Andreas Föhr gegriffen. Zwar hinke ich leider hinterher, denn "Schwarze Piste" ist der bereits 2012 erschienene vierte von mittlerweile acht Bänden, aber glücklicherweise sind alle aufgrund ihrer Beliebtheit in meiner Familie vorhanden und ich werde die Lücke nach und nach schließen.

    Der Miesbacher Kriminalhauptkommissar Clemens Wallner, inzwischen verheiratet und junger Vater, ist nicht wirklich überrascht, als man ihm im Winter 2011 berichtet, dass der Polizeihauptmeister Leonhardt Kreuthner wieder einmal eine Leiche gefunden hat. Schließlich führt das Urgestein Kreuthner, der gerne mal das Recht zu seinen Gunsten umdeutet und ein Bußgeld für sich abzweigt, nicht umsonst den Spitznamen „Leichen-Leo“. In diesem Fall ist es die 49-jährige Sophie Kramm, Besitzerin des Gnadenhofs in Riedern, die Kreuthner bei einer riskanten Skiabfahrt ausgerecht in Begleitung von deren Schwester Daniela eingeschneit auf einer Bank sitzend entdeckt. Die aufgeschnittenen Pulsadern deuten zunächst auf Selbstmord hin. Doch als weitere, ähnlich arrangierte Tote auftauchen, alle im Besitz eines mysteriösen Fotos mit exumierter Leiche, weist plötzlich alles auf einen Serienmörder hin und schnell wird die „Soko Wallbergmorde“ gegründet. Die Opfer waren einst Mitglieder einer linken Studenten-WG aus dem Umfeld der RAF, aber wer ist die Tote auf dem Foto? Während die Kripo sich Stück für Stück an die Lösung des Falles herantastet, agiert Kreuthner auf eigene Faust und mit seinen ureigenen Methoden – zum Entsetzen von Wallner, aber nichtsdestotrotz erfolgreich. Immerhin hat der Streifenpolizist drei Jahre zuvor zwei der Opfer bei einer nicht ganz legalen Verkehrskontrolle schon einmal getroffen…

    Obwohl der Krimi nicht ganz so saukomisch wie die drei Vorgängerbände "Der Prinzessinnenmörder", "Schafkopf" und "Karwoche" ist, habe ich mich wieder bestens amüsiert und am mit Augenmaß dosierten Lokalkolorit erfreut. Gleichzeitig ist die Handlung logisch aufgebaut, in angenehmer Sprache erzählt und spannend bis ganz zuletzt, denn auch beim vierten Fall hat Andreas Föhr mich wieder mit der Auflösung überrascht. Das ungleiche Duo Wallner/Kreuthner, der reflektierte, ewig frierende Teamplayer und der impulsive, unkontrollierte Einzelgänger, ist einfach herrlich! Ganz bestimmt kehre ich bald zu beiden an den Tegernsee zurück, denn diese Reihe ist für mich inzwischen einfach Kult.

    http://mit-büchern-um-die-welt.de/andreas-foehr-schwarze-piste/


  7. Cover des Buches Margos Töchter (ISBN: 9783462052275)
    Cora Stephan

    Margos Töchter

     (89)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Der Fortsetzungsroman von ‚Ab heute heisse ich Margo‘ erzählt die Geschichte der Töchter von Margo Seliger und Helene Pinkus, zwei Frauen, die sich in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts begegnen und deren Leben sich schicksalshaft verbindet. Es geht um Geheimnisse, Verrat, Liebe und Reue rund um eine Familie im geteilten Deutschland. Durch gekonnten Perspektivenwechsel erfährt man viel über die Beweggründe der einzelnen Protagonisten und die Zeitgeschehnisse während des Kalten Krieges. Trotzdem vermag dieser Roman nicht den gleichen Sog zu entwickeln wie das erste Buch. Einzelne Passagen sind zu langatmig und oftmals ist der Bezug zur Vergangenheit etwas schwerfällig.


    Das Buch lässt sich zwar unabhängig des Vorgängerromans lesen, es ist jedoch dann noch schwieriger, den Zusammenhängen zu folgen. Es liest sich zwar flüssig, meine Lesefreude hat es aber nur ansatzweise geweckt.


  8. Cover des Buches Im Namen der Lüge (ISBN: 9783453439665)
    Horst Eckert

    Im Namen der Lüge

     (49)
    Aktuelle Rezension von: Sabrina-1994

    Für mich das erste Buch von dem Autor und auch der erste Politthriller! Aber ich muss sagen, es hat mir außerordentlich gut gefallen!


    Klappentext:

    Macht lädt zum Missbrauch ein. Geheime Macht erst recht.

    Mein Name ist Melia Khalid. Ich leite das Referat für Linksextremismus beim Inlandsgeheimdienst. Mir wurde ein Geheimpapier zugespielt, das die Gründung einer neuen RAF ankündigt. Das Amt steht Kopf, aber ich misstraue der Quelle. Ich habe den Verdacht, dass einige Leute in meiner Behörde selbst einen Umsturz vorbereiten. Als Teil eines rechten Netzwerks, dem Freiheit und Demokratie ein Dorn im Auge sind. Mein Chef will mich kaltstellen. Und mein eigener Vater, ein Spitzenpolitiker mit Geheimdienstvergangenheit, weiß mehr, als er zugeben will.


    Meinung: Ich fand den Schreibstil super flüssig und einfach wegzulesen! Obwohl es fast 600 Seiten waren und damit mit die dicksten Bücher, die ich je gelesen habe, bin ich unnormal schnell durch das Buch geflogen. Man hatte immer wieder wen neues in Verdacht und es wurde niemals langweilig! Obwohl ich in der Schule ein absoluter Politikmuffel war, muss ich gestehen, dass ich die Themen unfassbar spannend fand! Aber mit dem Alter kommt die Vernunft, oder wie sagt man so schön...


    Die beiden Protagonisten hat man super kennen gelernt und trotz einiger Ecken und Kanten sehr sympathisch, auch wenn ich einige der Handlungen nicht immer ganz nachvollziehen konnte und vielleicht anders gehandelt hätte.


    Ich bin definitiv sehr gespannt auf den 2 Band.


    Vielen Dank für so ein tolles Lesevergnügen! :-)

  9. Cover des Buches Zeitenwende (ISBN: 9783499290640)
    Carmen Korn

    Zeitenwende

     (76)
    Aktuelle Rezension von: melie6a

    Titel: Zeitenwende

    Autor: Carmen Korn

    Seitenanzahl: 560

    Erscheinungsjahr: 2018

    Verlag: Rowohlt

     

    Klappentext:

    Frühling 1970: Henny Unger steht ein runder Geburtstag bevor. So alt wie das Jahrhundert wird sie. Beim Gartenfest immer an ihrer Seite: die Freundinnen Käthe, Lina und Ida. Doch längst hat sich der Kreis der Gratulanten erweitert. Aus den vier Freundinnen sind Mütter und Großmütter geworden. Hennys Enkelin Katja reist als Fotoreporterin zu den Krisenherden der Welt. Eine enge Freundschaft verbindet sie mit Florentine, Idas glamouröser Tochter, die als Fotomodell Teil des internationalen Jetsets ist. Und auch Ruth, Käthes und Rudis Adoptivtochter, ist eine feste Größe im Freundschaftsbund. Die engagierte junge Journalistin gerät allerdings zunehmend in politisch fragwürdiges Fahrwasser. Sie sympathisiert mit der neugegründeten Rote-Armee-Fraktion - nicht zuletzt aus Liebe zu einem Mann. Und auch bei Katja nimmt die Liebe keinen geraden Weg. Bei einem Besuch in Ostberlin lernt sie einen ostdeutschen Schauspieler kennen. Weil für ihn die Ausreise keine Option ist, bleiben nur heimliche Treffen in Prag und Budapest. Bis im November 1989 die Berliner Mauer fällt und das Land in einen Taumel versetzt, dessen Auswirkungen bis nach Uhlenhorst reichen. 


    Meine Meinung:

    Abschied von der Trilogie und von liebgewonnen Figuren. Mit dem Jahr 2000 endet auch diese tolle Geschichte. Ich habe mit den vier Freundinnen gelacht, gelitten, getrauert, aber mich auch mit ihnen gemeinsam gefreut. Im letzten Band rücken die vier Freundinnen wieder mehr in den Vordergrund und es werden besonders Themen wie der Alterungsprozess, Trauer und Tod behandelt. Eine große Rolle spielt auch die DDR und Flucht. Es ist wieder ein sehr fesselnder und vor allem berührender Teil. Carmen Korn sorgt auch zum Abschluss noch für Überraschungen.

    Fazit: Ich bin traurig, dass die Trilogie vorbei ist, aber es war schön die vier Freundinnen über einen solch langen Zeitraum begleiten zu dürfen.

  10. Cover des Buches Die Frau auf der Treppe (ISBN: 9783257243338)
    Bernhard Schlink

    Die Frau auf der Treppe

     (79)
    Aktuelle Rezension von: Herbstrose

    Er war sehr zufrieden mit sich. Seine Arbeit in Sidney war erledigt, der Unternehmenszusammenschluss war unter Dach und Fach, jetzt konnte sich der Rechtsanwalt und Seniorchef einer großen deutschen Kanzlei vor seinem Rückflug in einigen Tagen der Kultur widmen. Abends wollte er in die Oper, doch zunächst besuchte er die Art Gallery. Und da hing es - das verschollene Bild des Malers Karl Schwind, das mittlerweile Millionen wert sein musste. Es zeigt Irene Gundlach, die Frau des Fabrikanten Gundlach, wie sie in Lebensgröße eine Treppe herunter steigt – nackt. Er war genau so verlegen wie damals vor 40 Jahren, als er in der Kanzlei die Auseinandersetzung zwischen Schwind und Gundlach klären sollte, von denen jeder Anspruch auf das Bild erhob. Seinerzeit schlug er sich auf die Seite von Irene, in die er sich sofort verliebt hatte, und half ihr, das Bild in ihren Besitz zu bringen. Doch dann waren Irene samt Bild verschwunden und bis jetzt nicht mehr aufgetaucht. Nun musste sie hier sein, hier in Australien. Er beginnt nachzuforschen – aber nicht nur er. Auch Schwind und Gundlach waren durch Zeitungsberichte auf die Leihgabe in der Art Gallery aufmerksam geworden und suchen Irene, um doch noch in den Besitz des Bildes zu gelangen …   

    Der Autor Bernhard Schlink wurde 1944 in Bielefeld geboren, wuchs in Heidelberg auf, studierte in Heidelberg und Berlin Jura, promovierte 1975 in Heidelberg zum Dr. jur. und habilitierte sich in Freiburg/Brsg. zum Professor für Öffentliches Recht. Er lehrte an den Universitäten in Bonn, Frankfurt/Main und Berlin und war von 1987 bis 2006 Richter am Verfassungsgerichtshof. Seinen Erfolg als Schriftsteller hatte er ab 1987. Neben einigen Fachbüchern schrieb er zwölf Romane, für die er zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhielt. Heute lebt Schlink in New York und Berlin. 

    Zwei Figuren sind es, die diesen Roman dominieren. Da ist zunächst der Rechtsanwalt, der uns als namenloser Ich-Erzähler mit der Geschichte vertraut macht. Dabei schildert er das Geschehen mit einer sachlichen Nüchternheit, als hätte er keine Gefühle. Dass dem nicht so ist, zeigt sich zum Ende des Buches. Er macht eine starke Wandlung durch und entwickelt eine aufopfernde Fürsorge, wie er sie seiner verstorbenen Frau und seinen drei Kindern nie zeigen konnte. Auch Irene hat sich sehr verändert, wie man aus Rückblenden erfährt. Von der raffinierten Diebin und gesuchten Terroristin war sie die letzten Jahre sozial engagiert und in ihrer Umgebung als Wohltäterin beinahe verehrt. Nun ist sie sehr krank und hat nicht mehr lange zu leben. Zwischen den beiden entwickelt sich eine starke Verbundenheit und enge Vertrautheit. Gundlach und Schwind hingegen sind eher Statisten der Handlung, die nur darauf aus sind, Irene zu manipulieren und in den Besitz des Bildes zu kommen. 

    Ein großes Lob gebührt dem Autor, der es großartig versteht, die einzelnen Charaktere mit all ihren Stärken und Schwächen zu beschreiben, auch wenn sie dadurch nicht unbedingt sympathisch wirken. Der Schreibstil ist klar, präzise und schnörkellos, die Handlung gut durchdacht und nachvollziehbar. Eine leise Geschichte, die sich gut lesen lässt und  hin und wieder sehr berührt und nachdenklich stimmt. 

  11. Cover des Buches Rotwild (ISBN: 9783462045482)
    Voosen | Danielsson

    Rotwild

     (81)
    Aktuelle Rezension von: Lilli33

    Taschenbuch: 432 Seiten

    Verlag: KiWi-Taschenbuch (15. August 2013)

    ISBN-13: 978-3462045482

    Preis: 11,00 €

    auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


    Grausame Morde in Schweden


    Inhalt:

    Es ist ein heißer Sommer, als in Växjö ein älterer Lehrer brutal ermordet wird. Das Bild, das sich der Polizei beim Auffinden der Leiche bietet, erinnert an die Darstellung des Märtyrers Sebastian. Gibt es einen religiösen Hintergrund? Ingrid Nyström und Stina Forss kommen nur langsam mit den Ermittlungen voran. Da gibt es eine zweite Leiche …


    Meine Meinung:

    Dies ist der 2. Teil der Reihe um die beiden ungleichen Kommissarinnen in Växjö. Der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen. Insofern kann das Buch als Stand-alone gelesen werden. Durch die große Anzahl der beteiligten Persoenen kann man mit den Namen schon mal durcheinander kommen. Hier ist es sicher von Vorteil, wenigstens das Polizeiteam bereits aus dem 1. Band zu kennen.


    Ich mag es, wenn in Krimis auch auf das Privatleben der Protagonist*innen eingegangen wird, aber hier war mir das ein wenig zu viel, zumal sich diesbezügliche Aussagen immer wieder wiederholten. 


    Der Krimi beginnt spannend und mit den Mordfällen auch sehr brutal und grausam. Für Zartbesaitete sind die entsprechenden Beschreibungen eventuell zu viel. Je näher man aber der Auflösung kommt, desto unbefriedigender fand ich das Buch, weil hier eine politische Meinung vertreten wird, die nicht jeder teilt. 


    Insgesamt war es aber ein fesselnder und spannender Kriminalroman.


    Die Reihe:

    1. Später Frost

    2. Rotwild

    3. Aus eisiger Tiefe

    4. In stürmischer Nacht

    5. Der unerbittliche Gegner

    6. Erzengel

    7. Schneewittchensarg

    8. Die Taten der Toten


    ★★★★☆


  12. Cover des Buches Ruhelos (ISBN: 9783833305368)
    William Boyd

    Ruhelos

     (121)
    Aktuelle Rezension von: Speechless

    Die 27jährige Ruth Gilmartin ist alleinerziehende Mutter und promoviert an der Universität von Oxford. Ihr Vater ist bereits vor Jahren verstorben und zu ihrer Mutter Sally hat sie ein spezielles Verhältnis. Bei einem ihrer wöchentlichen Besuche im Cottage der Mutter im Sommer 1976, bemerkt Ruth, dass sich Sally sehr seltsam benimmt, sich verfolgt und beobachtet fühlt. Beim Abschied überreicht Sally Ruth eine Akte und eröffnet ihr quasi zwischen Tür und Angel, dass sie in Wirklichkeit Eva Delektorskaja heißt und eine ehemalige Spionin des britischen Geheimdienstes ist.

    Ab diesem Moment tun sich im Buch zwei Handlungsstränge auf. Während der eine weiterhin aus der Ich-Perspektive von Ruth erzählt wird und in der Gegenwart verläuft, führt der andere nach Paris zurück in das Jahr 1939. Dort wird die junge russische Emigrantin Eva Delektorskaja auf der Trauerfeier ihres Bruders von dem mysteriösen Lucas Romer angesprochen. Dieser erzählt ihr zunächst, dass ihr Bruder keinesfalls durch einen tragischen Unfall starb, sondern gezielt ermordet wurde und wirbt sie in der Folge für den britischen Geheimdienst an. Nach einer intensiven Ausbildung in Schottland, absolviert Eva einige hochgefährliche Einsätze In Belgien, England und den USA. Das Ziel ihrer Spezialeinheit besteht darin in den Medien gezielt Falschmeldungen zu verbreiten, die die zögernde USA zum Eintritt in das Kriegsgeschehen gegen die Nazis bewegen sollen. Dabei lautet die oberste Regel: Vertraue niemandem.

    Die Sprache des Autors ist geradlinig, nüchtern und klar, was meiner Meinung nach besonders zu dem Inhalt des Buches passt. Ein perfektes Beispiel ist dafür schon der pointierte Titel des Buches. Ohne Umschweife auf den Punkt kommend gelingt es Boyd trotzdem eine plastische Welt entstehen zu lassen, in die man wunderbar leicht hineinfindet und ungerne wieder auftauchen möchte.

    Besonders spannend fand ich es die Ereignisse während des zweiten Weltkriegs mal aus einer völlig anderen Perspektive zu erleben. Aber selbst für Leser, die sich nicht sonderlich für die Zeit des zweiten Weltkriegs interessieren, ist es eine spannende Geschichte, die mit jedem Kapitel eine intensivere Sogwirkung entfaltet. Ständig fragt man sich, wem Eva trauen kann, ist erleichtert, wenn sie einer gefährlichen Situation entkommen ist und völlig fasziniert von ihrem alltäglichen Leben als Spionin, in dem kaum ein Platz für wirklichen Alltag bleibt. Enttäuscht war ich gleichzeitig von dem zweiten Handlungsstrang um Ruth. Zwar war mir Ruth grundsätzlich sehr sympathisch, ich konnte ihr Verhalten und ihre Gedanken gut nachvollziehen. Gleichzeitig bleibt sie aber sehr blass und auch die Bezüge zum Baader-Meinhof-Komplex verliefen irgendwie im Sande und waren dann für die Geschichte doch eher unnötig.

    Trotzdem ist dies ein kitschfreier Spionage-Thriller, der mit viel Spannung und Gänsehaut daherkommt. Am Ende bleibt auch die Aufforderung an den heutigen Leser nicht jede Nachricht, die keine eindeutige, seriöse Hintergrundquelle vorweisen kann, bedingungslos zu glauben.

  13. Cover des Buches Auerhaus (ISBN: 9783746636320)
    Bov Bjerg

    Auerhaus

     (315)
    Aktuelle Rezension von: miss_undomiel

    Okay, Auerhaus ist zwar schon 2015 erschienen und nach Bücherjahren damit eine „olle Kamelle“, aber es war auch eines dieser Bücher, das mir zwar von allen meinen Kolleginnen in der Buchhandlung empfohlen wurde, das aber schon nicht mehr aktuell genug war als dass ich es dann auch unbedingt lesen wollte. So landete es über kurz oder lang auf meinem ewig wachsenden Stapel (husthust, Regal) noch zu lesender Bücher. Letzte Woche griff ich mehr oder weniger wahllos ins Regal als ich noch Zuglektüre brauchte und siehe da – zwei Tage später hatte ich Auerhaus auch schon  fertig gelesen.

    Für all diejenigen unter Euch, die Auerhaus noch nicht kennen: Frieder steht kurz vorm Abitur als er versucht sich das Leben zu nehmen. Weil er danach nicht alleine sein soll, aber auch nicht mehr bei seinen Eltern leben will, ziehen sein bester Freund, der uns die Geschichte erzählt, dessen Freundin sowie eine weitere Klassenkameradin mit ihm in das Haus, das Frieder von seinem Opa geerbt hat. Das Haus, das fortan von allen nur noch Auerhaus genannt wird, weil die Jugendlichen oft den „gleichnamigen“ Song von Madness hören – also Our House.

    Trotz des schweren Themas hat das Buch stellenweise eine Leichtigkeit und einen Witz, der die Geschichte gleichzeitig realistischer und greifbarer macht, aber auch aufbricht sodass man eben nicht vollends in die Verzweiflung der Jugend eintaucht. Diese Mischung macht das Buch wunderbar glaubwürdig und einfühlsam sodass ich mich dem Sog nicht entziehen konnte und immer, immer weiter lesen musste und wollte.

    Ich glaube das ist eines der Bücher, die ich mit 18 genauso gerne gelesen hätte wie ich es jetzt gelesen habe, und dass mich mit 40 auch noch auf die selbe Art und doch ganz anders berühren wird.

    Also: Wer es noch nicht getan hat, sollte Auerhaus unbedingt lesen!

  14. Cover des Buches Erntejahre (ISBN: 9782919805594)
    Izabelle Jardin

    Erntejahre

     (35)
    Aktuelle Rezension von: pallas

    Bettina, Evas Tochter spielt im Finale "Erntejahre" von Izabelle Jardin
    die Hauptrolle.

    Eva hat im Jahre 1958 ihre Tochter Bettina geboren, die der Sonnenschein
    der Familie ist. Bettina wächst mit ihren Eltern im freien Westen
    Deutschlands auf, während ihre Großmutter Constanze im Osten durch die
    Mauer von ihrer übrigen Familie getrennt lebt. Schon als Kind
    interessiert sich Bettina für Politik und die aufregenden
    Geschehnisse in der Welt dieser Zeit.
    Eines Tages taucht ihr amerikanischer Halbbruder auf und Bettina stellt
    fest, dass sie fast nichts über ihre eigene Familiengeschichte weiß. Sie
    beginnt nachzuforschen und wird später Journalistin...

    Dieser sehr spannende Abschlussteil der Warthenberg-Trilogie bietet eine
    hervorragend recherchierte Story aus einer enorm interessanten Zeit
    turbulenter gesellschaftlicher und politischer Entwicklung zwischen 1958
    und 2004.
    Viele aufsehenerregende historische Fakten wie beispielsweise die RAF
    Anschläge, aber auch die bis in die heutige Zeit nachwirkende
    Tschernobylkatastrophe sowie, viele andere Ereignisse werden dem Leser
    spannend und fesselnd über die journalistische Ermittlungsarbeit der
    Journalistin Bettina vor Augen geführt. Auch das Privatleben Bettinas
    wird sehr authentisch und mit viel Tiefe beschrieben.

    Ein weiterer hochinteressanter Erzählstrang des Romans schildert die
    Erlebnisse der Großeltern Constanze und Clemens, die in der DDR leben
    mussten. Die Lebensumstände dieser beiden Menschen berühren den Leser zu tiefst und berichten über erschütternde Details aus der Zeit der
    Regierung des sozialistischen Regimes.
    Bettina ist sehr mutig und beweist mit ihrer gewissenhaften
    journalistischen Arbeit viel Stärke und Herzgefühl. In ihrer Mutter Eva
    hat sie eine hundertprozentige Freundin und Ratgeberin an ihrer Seite.
    Auch ihr Halbbruder steht ihr liebevoll mit Rat und Tat zur Seite.
    Mit diesem letzten Abschnitt der Warthenberg-Trilogie kommt die
    zerrissene Familie wieder mit sich in's Reine. Constanze erlebt eine
    wohlige Überraschung, die ihr zu Herzen geht.
    Der abschließende Teil "Erntejahre" ist in meinen Augen ganz
    hervorragend gelungen und bietet einen perfekten Abschluß der ohnehin
    sehr spannenden Trilogie und läßt den Leser zufrieden und glücklich aus
    dem Abschluß der Story gehen.

    Izabelle Jardin hat ihre Leser also auch mit diesem sehr schönen
    Abschluss erneut auf's Beste überrascht und eine hervorragende Lektüre
    geboten, die neben einer fantastischen Unterhaltung viele spannende
    historische Fakten vor Augen führt.
    Einen herzlichen Dank an Netgalley.de und Tinte und Feder für das
    Bereitstellen des Leseexemplars.

  15. Cover des Buches Der Baader-Meinhof-Komplex (ISBN: 9783442155972)
    Stefan Aust

    Der Baader-Meinhof-Komplex

     (306)
    Aktuelle Rezension von: hamburgerlesemaus

    Während meine Mutter beim Post-oder Bankschalter anstand (ATM gab es damals noch nicht), guckte ich mir das große Poster mit all den gesuchten RAF-Gesichtern an. In jeder Bank, Geschäft, Bahnhof oder öffentlichem Amt hing dieses Plakat! Wann immer wir mit unseren Eltern aus Hamburg nach Hause nach HH-Lemsahl fuhren, wurden wir von mindestens einer Polizeikontrolle gestoppt. Am Ende wohnte die RAF nur 5 Km von meinem Elternhaus in Poppenbüttel entfernt.

    #derbaadermeinhofkomplex war das erste Buch, das mir alle Zusammenhänge der RAF darstellte.
    Es ist schon länger her, dass ich es gelesen habe, aber ich weiß noch, das es sich wie ein Krimi las. 878 Seiten Spannung pur. Allerdings erinnere ich mich auch, dass ich über Baaders seitenlangen, intellektuellen Ergüsse ohne Punkt und Komma im Gerichtssaal hinweggelesen habe.
    Danke #stefanaust

  16. Cover des Buches Das Wochenende (ISBN: 9783257239652)
    Bernhard Schlink

    Das Wochenende

     (139)
    Aktuelle Rezension von: AmirasBibliothek

    Ich gehöre wohl zu den wenigen Leser*innen, die an diesem Buch mindestens genau so viel Gefallen finden wie an Schlinks bekanntestem Werk "der Vorleser". In meinem Fall sogar noch ein Ticken mehr. Dagegen hat "Das Wochenende" von vielen Literaturkritikern eine eher dürftige Bewertung erhalten. 


    Ich habe das Buch zweimal hintereinander als Hörbuch gehört, weil ich an einigen Stellen unaufmerksam war und es so kompensieren wollte. Ich kann auf jeden Fall empfehlen, es direkt mit der gedruckten Version zu versuchen. Nicht, weil die Vertonung zu wünschen übrig ließe, sondern weil ich mir vieles markieren wollte und es nicht konnte. Eine Eigenheit des Romans sind die verschlüsselten Elemente bezüglich der Figurenkonstellation. Wer ist jetzt nochmal wer und auf welcher Erzählebene befinden wir uns? Ich mag sowas ja, allerdings hat das Audioformat die Orientierung nochmal erschwert. 


    Wer sich intensiv mit der RAF-Thematik beschäftigen will, der ist hier vielleicht nicht richtig. Das Thema wird oberflächlich bzw. aus philosophischer, ethischer Perspektive aufgegriffen (Kann Schuld verjähren? Welche Strafe ist angemessen? Bis zu welchem Punkt sind Revolutionen gerechtfertigt? Inwiefern sind die Taten der RAF besser als die eines jeden anderen Terrorismus oder sogar des Nationalsozialismus?), was einer der Hauptpunkte der Kritik ist. Ich kann diesen Punkt nicht nachvollziehen, da nie der Anspruch erhoben wurde, es handle sich um eine aufklärende Schrift. Ich fand es spannend zu sehen, wie die Vergangenheit Keile zwischen die Freunde treibt und Risse in der neu gebildeten bürgerlichen Fassade hinterlassen. Müsste ich zusammenfassen, worum es geht (Grins), so würde ich die Rolle des Terrorismus gar nicht in den Mittelpunkt stellen, sondern das Spannungsverhältnis von Vergangenheit und Gegenwart: Können wir unsere Werte und uns selbst im Laufe unseres Lebens verändern? Hier gibt es genug Zündstoff für solche und noch mehr Gedanken. 

    Ich fand es in diesem Sinne auch gut, dass durch das Zusammentreffen auch andere, belanglosere Themen aufkamen. Ce la vie! 


    Wiedermal typisch für Schlink, ein geschichtspolitisches Thema aus Sicht der Gegenwart aufzuarbeiten und dabei auch sexuelle Themen mit ins Spiel zu bringen. Die Sprache ist reich an wörtlicher Rede, hier und da auch ein wenig derb.

  17. Cover des Buches Die falsche Frau (ISBN: 9783492272582)
    Wolfgang Burger

    Die falsche Frau

     (49)
    Aktuelle Rezension von: julestodo

    Wieder ein Buch, das ich kaum aus der Hand legen mochte!

    Ein riesengroßer Aufwand wird betrieben, um den amerikanischen Staatsgast sicher durch Heidelberg zu geleiten. Das ist nicht einfach, mehrere Demonstrationen, die nicht immer gewaltfrei abgehen, gibt e aus diesem Grunde!

    Auch Gerlachs Töchter fangen an mit ihrem Vater zu diskutieren, wie dieser Staatsgast einzuschätzen sei! 

    Mehr möchte ich nicht schreiben, denn ich möchte keinem die Spannung verderben!

    Viel Spaß beim Lesen!

  18. Cover des Buches Schwarzlicht (ISBN: 9783499227936)
    Horst Eckert

    Schwarzlicht

     (88)
    Aktuelle Rezension von: Seehase1977

    Der Ministerpräsident von NRW, Walter Castorp, ist tot. Seine Leiche wird sechs Tage vor der Wahl im Schwimmbad eines stadtbekannten Baumagnaten entdeckt. Zuerst gehen die ermittelnden Beamten von einem Unfall aus. Doch Vincent Veih, der kurz vor einer Beförderung und dadurch unter großem Druck steht, erkennt zusammen mit seinem Team diverse Ungereimtheiten im Leben des Politikers…

    Meine Meinung:

    „Schwarzlicht“ ist der Auftakt einer Reihe rund um Kommissar Vincent Veih und auch für mich ist es eine Prämiere, denn der Thriller ist mein erstes Buch von Autor Horst Eckert. Facettenreich, komplex und anspruchsvoll erzählt Eckert eine Story voller Korruption und politischer Skandale und lässt einen charismatischen und tiefgründigen Kommissar ermitteln.

    Definitiv kein Buch für zwischendurch, man muss dranbleiben und konzentriert lesen, um den komplexen und temporeichen Plot mit seinen Verstrickungen und zahlreichen Wendungen zu verstehen. Das gefällt mir, weil sich der Polit-Thriller genau aus diesem Grund von den üblichen Schema-F-Storys abhebt.

    Was mir nicht ganz so behagt ist die Tatsache, dass das Privatleben von dem sehr sympathischen Kommissar Vincent Veih sehr viel Raum einnimmt. Sicherlich, sein Lebenslauf ist speziell, als Sohn einer ehemaligen RAF-Terroristin und Enkel eines Nationalsozialisten ist man gespannt, mit wem man es zu tun hat, das ist interessant und macht neugierig. Mir wars eine Schippe zu viel, zu umfangreich und in Teilen einfach unnötig.

    Mein Fazit:

    Ein detailreicher spannender und realistisch in Szene gesetzter Polit-Thriller. Absolut lesenswert.

  19. Cover des Buches Die Verstummten (ISBN: 9783453409798)
    Stephanie Fey

    Die Verstummten

     (105)
    Aktuelle Rezension von: mamenu



    Klapptext
    Ein neuer Fall für Rechtsmedizinerin Carina Kyreleis:Nachdem sie nur knapp einem Autounfall entgangen ist,wird Carina Kyreleis im Wohnhaus des jugendlichen Fahrers mit einem schrecklichen Bild konfrontiert.Im Schlafzimmer findet sie die Eltern des Fahrers auf tot und in bizarrer Hochzeitstracht gemeinsam auf dem Ehebett liegend.Kriminalhauptkommissar Matte Kyreleis übernimmt den Fall.Überraschenderweise will er Carina bei den Ermittlungen nicht dabei haben.Was verbirgt er?

    Meine Meinung

    Das ist der zweite Teil mit der Rechtsmedizinerin Carina Kyreleis. Da ich schon den ersten Teil gelesen habe, musste ich auch dieses Buch lesen.
    Was mir gleich am Anfang gut gefallen hat, ist, das der zweite Teil nahtlos an den ersten anschließt.
    Auch ist der Schreibstil wieder sehr flüssig und leicht, sodass ich gut in dieser Geschichte zurecht kam.
    Die Geschichte fängt gleich Spannenend an. So zieht sich das auch bis zum ende durch, sodass ich es nicht aus der Hand legen wollte.
    Die einzelnen Erzähl-Passagen passen erst nicht so richtig zusammen, aber die Autorin hat es mal wieder geschafft alles im nachhinein gut zusammen zu fügen. Das hat mir beim lesen großen Spaß gemacht.
    So konnte ich immer wieder gut miträtseln und wurde doch irgendwie immer erst auf eine falsche Fährte gelockt. Was die Spannung beim lesen dann doch sehr hoch hielt.
    Auch in dieser Geschichte hat mir Carina, die Hauptperson, wieder gut gefallen. Denn auch hier erfährt man einiges aus ihrem Privatleben, was gut in diese Geschichte reinpasst. Carina ist ein Mensch der genau weiß, was er will. Manchmal tut sie auch Dinge, die nicht überlegt sind und die sie einfach aus einer Situation heraus geschehen lässt. Was mir dann aber sehr gut gefallen hat, ist, das man immer wieder beim lesen von ihr Überrascht wird.
    Also auch hier kann ich wieder sagen, dieses Buch hat mir gut gefallen und ich freue mich jetzt auch schon auf den nächsten Teil,den ich schon im Regal stehen habe.
  20. Cover des Buches Schlaf der Vernunft (ISBN: 9783426305065)
    Tanja Kinkel

    Schlaf der Vernunft

     (61)
    Aktuelle Rezension von: Eggi1972

    Diesmal hat es Frau Kinkel geschafft, sie hat mich total in Ihren Bann gezogen! Aber erstmal langsam, wobei langsam bei diesem Buch wohl irgendwie falsch ist. 

    Frau Kinkel hat es geschafft ein düsteres Kapitel über den Terrorismus in Deutschland mit Leben zu befüllen.  In dem Sie einen Fall konstruiert hat, wo ein Staatssekretär von der RAF umgebracht wurde anstatt ihn zu entführen. 

    Sie zeichnet in diesem Buch eindringlich die Probleme, welche die Familie einer Terroristin, welche 20 Jahre im Gefängnis war hat, wenn diese entlassen wird. Sie beschreibt welche Empfindungen die Tochter von Martina Müller hat, welche Ängste sie bei der ersten Begegnung mit Ihrer Mutter in Freiheit hat. 

    Aber auch welche Ängste gerade die Mutter hat, welche erkennt, dass sie eigentlich nichts bewirkt hat mit den Attentaten auf Menschen; dass die Gewalt doch eigentlich nichts gebracht hat - außer dass sie über 20 Jahre von ihrer Tochter getrennt war. 

    Frau Kinkel zeigt aber auch auf, welche Gedankengänge die Familien der Opfer haben, als sie erfahren, dass das „Mörder-Monster“ wieder entlassen wurde. Da ist der Journalist, dessen Vater erschossen wurde und dessen Mutter sich heimlich dem Alkohol hingibt und hofft, dass man es nicht merkt. 

    Auch schildert sie, wie sich der einzige überlebende Leibwächter fühlt, welche Gewissensbisse dieser tagtäglich durchstehen muss, zumal er immer wieder denkt, dass er evtl. den Überfall auf den Staatssekretär Werter ermöglicht hat, weil er teilweise keine Erinnerungen mehr hat, was vor dem Überfall passiert ist. Und er die Möglichkeit immer wieder vor Augen hat, dass er damals vielleicht wegen seiner sexuellen Neigung erpressbar war, da es damals noch verboten war sich als Schwuler zu zeigen oder sexuelle Handlungen zu zeigen (§175 StGB).

    Sie zeigt auch die Verstrickung der DDR in dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte auf, die wahrscheinlich auch ein großes Wort dabei mitzureden hatte. Aber Frau Kinkel zeigt auch auf wie falsche Informationen immer wieder auch der RAF in die Karten gespielt haben. 

    Mein Fazit für dieses Buch lautet: Man ist das gut! Obwohl ich mir wirklich sehr schwer tue. Ich habe mich in den letzten Wochen immer wieder mit der Roten Armee Fraktion auseinander gesetzt - ich denke, sogar das erste Mal in meinem Leben, da dieses Thema im Unterricht doch nie behandelt wurde und ich wohl auch noch immer nicht behandelt wird. Ich denke oft, dass es Totgeschwiegen wird, aber nicht Totgeschwiegen werden sollte. Es ist wichtig, dass wir uns auch mit dieser Thematik einfach einmal befassen. 

    Ich denke das unsere Deutsche Geschichte nicht nur aus der NS – Zeit oder dem Mauerfall besteht sondern noch viele andere kleinere oder größere   „Zwischenfälle“ hatte, die unser Land geprägt haben und uns zu dem gemacht haben, was wir heute sind. Vielleicht ist so ein Roman, welchen Tanja Kinkel geschrieben hat, auch wichtig um sich mit diesem Thema unserer Geschichte einmal auseinander zu setzen. Für mich war es ein Buch, welches mich neugierig auf unsere Geschichte der 70er Jahre gemacht hat. Und mich hat es beängstigt, dass ich so wenig bis fast gar nichts über diese Zeit weiß, obwohl ich ja da schon geboren war. Dies alles macht Schlaf der Vernunft zu einem der für mich persönlich wichtigsten Bücher der letzten Monate. 

  21. Cover des Buches Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969 (ISBN: 9783442714230)
    Frank Witzel

    Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969

     (25)
    Aktuelle Rezension von: fynna
    Seit Weihnachten lag dieses Buch bei mir herum, ich hatte es mir gewünscht, nachdem es durch den Buchpreise 2015 so viel Aufmerksamkeit bekam und fand, dass es irgendwie interessant klang. Jetzt, im Sommer, habe ich entschieden, es auch mal zu lesen, und zwar im Urlaub (kann ich jedem empfehlen, man braucht echt Zeit), also den ganzen Tag nur am See rumliegen und sich auf dieses wirklich ... umfangreiche Werk, so kann man es wohl nennen, konzentrieren.

    Um ehrlich zu sein, mit dem, was dann kam hab ich nicht gerechnet. So richtig viel hab ich mir nicht gedacht, als ich angefangen habe zu lesen, war nur nach ein paar Seiten schon sehr verwirrt. Denn eine Geschichte wird nicht erzählt, nicht stringent zumindest, schon gar nicht im herkömmlichen Sinne. Vielmehr aus gefühlt hundert Perspektiven und Formen des Schreibens.
    Der Titel ist eigentlich ein großes Geschenk des Autors, denn er hilft anfangs ungemein, er fasst das ganze Buch gut zusammen und bietet zumindest einen Anhaltspunkt: Es geht um einen Jungen, zur Zeit der RAF, der sich allerlei zusammenfantasiert um sich selbst, seine Zeit zu verstehen. Denn da, wo die Logik und das Wissen aufhören, setzt eben die Imagination ein. Und was damals in der BRD so vor sich ging, die Stimmung im besagten Sommer 1969, Vergangenheit oder Zukunft, Katholizismus und RAF, die Beatles oder die Rolling Stones ... die lässt sich nur so beschreiben. In einem Interview sagte der Autor, er versuche sich einem Gefühl zu nähern, von allen Seiten, und das trifft es ziemlich gut.

    Passagen, in denen der Protagonist sich selbst als Mitglied der RAF erlebt, Halluzinationen und verquere Abhandlungen über den Nationalsozialismus, monströse Fußnoten, Fantasien über seinen Vater als herzlose Machtgestalt "der Fabrikant", wahrscheinlich fiktive Dialoge eines Verhörs, inzwischen erwachsen, Philosophie, scheinbar Zusammenhangloses, das sich erst später erklärt oder auch nicht, Abhandlungen, Biografien ... Dieses Buch hat so unglaublich viel zu bieten. Es ist stellenweise tief, philosophisch, dann wieder komplett skurril, scheinbar Nonsense, manchmal eine ganz normale Erzählung.
    Und ich habe bei weitem nicht alles verstanden, schon gar nicht alle Anspielungen und Witze, weil ich diese Zeit nicht miterlebt habe. Aber ein paar. Und die fand ich super. Ich denke, das ist etwas, was man als potentieller Leser vorher wissen sollte: Man wird sich bestimmt langweilen, quälen, für dämlich und ungebildet halten und aufgeben wollen, doch man wird auch belohnt. Mit wunderschönen Sätzen und Poesie. Mit neuen Gedanken und bekannten, eigenen Gedanken, die man niedergeschrieben noch nie gelesen hat. Das ist das Schöne, es ist für jeden was da bei, dieses Buch ist eine Schatzkiste und es überrascht immer aufs neue. Es erreicht viel tiefere Ebenen als eine normal erzählte Geschichte, es dringt in die menschliche Psyche und beleuchtet jeden Gedanken, jede Assoziation und das ist etwas Besonderes.

    Ich möchte dieses Buch jedem empfehlen, der sich für Literatur interessiert und Überraschungen mag. Am besten auch Zeit mitbringen und sich nicht abschrecken lassen. Denn als ich wieder im Alltag angekommen war und mir noch 200 Seiten fehlten haben die sich auf einmal unendlich gezogen. Ich denke auch nicht, dass ich wirklich in der Lage bin, dieses Buch zu bewerten, weil ich des öfteren nicht folgen konnte. Aber ich fand es trotz allem genial!
    Der Deutsche Buchpreis war mit Sicherheit verdient und ich bin froh, durchgehalten zu haben. So etwas habe ich vorher nämlich noch nie gelesen. Also lasst euch drauf ein, lasst euch verwirren, amüsieren, bilden, sprachlos machen ...



  22. Cover des Buches Der Tag ist hell, ich schreibe dir (ISBN: 9783784433059)
    Tanja Langer

    Der Tag ist hell, ich schreibe dir

     (25)
    Aktuelle Rezension von: jenvo82

    Helen und Julius trennen 32 Lebensjahre, sie ist Studentin, er ein Mann von Welt mit Rang und Namen. Sie sucht Antworten und einen Lebensweg, er erfreut sich an ihrer Leidenschaftlichkeit und überschäumenden Lebensfreude. Lange Zeit bleibt ihre Verbindung rein platonisch, manifestiert sich in Briefen und regelmäßigen Telefonaten – als sie schließlich auf die körperliche Ebene wechselt, erkennen beide die Vergänglichkeit, die fehlende Perspektive und letztlich vollkommen andere Lebensentwürfe. Jeder geht seinen eigenen Weg, behält den anderen und dessen Gedanken jedoch im Hinterkopf. Als Julius schließlich Opfer eines Attentats wird, recherchiert Helen sein Leben, seine politische Gesinnung, sein öffentliches Wirken und rollt damit das Zeitgeschehen einer ganzen Epoche auf. Fazit: Eine seltsame Beziehung verliert sich in den historischen Begebenheiten einer bewegten Zeit, stellenweise langatmig erzählt, nichts für Zwischendurch. Das größte Problem ist jedoch die Tatsache, dass der Leser immer mehr erwartet, als dann tatsächlich passiert.

     

  23. Cover des Buches Als der Sommer eine Farbe verlor (ISBN: 9783833310201)
    Maria R. Heinitz

    Als der Sommer eine Farbe verlor

     (72)
    Aktuelle Rezension von: eleisou
    Die junge Benedicte, ein heranwachsendes Mädchen, gibt uns einen Einblick in ihr Gefühlsleben, nachdem sie ihre depressive Mutter Aimee bei einem Selbstmordversuch in einer großen Blutlache in ihrem Atelier gefunden hat. Schlagartig ändert sich ab diesem Tag alles in Benedicts Leben. Aimee wird daraufhin in ein Sanatorium/Nervenklinik eingewiesen, und der Rest der Familie - Benedicte, ihr Vater und ihr Bruder Marcel - ziehen nach Sprede, um vom dem tragischen Ereignis Abstand zu nehmen und ohne an das traurige Schicksal der Mutter erinnert zu werden. Benedicte kann dieses schweres Trauma nur schwer verarbeiten und ihre Jugend geniessen. Sie leidet unter Alpträumen und muß psychologische Behandlung bekommen. Zur Unterstützung reist zudem Großmutter Monique an. Ausserdem besteht eine sehr enge Bindung der Geschwister miteinander und Benedicte übernimmt die Beschützerrolle in dieser Beziehung, wobei sie beide gegenseitig Halt geben. So vergehen die Jahre und einige neue Nebenrollen anderer Charaktere, Freunde und Bekannte, treten in dem Buch neu auf. 

    Meine Meinung: obwohl ich das Thema an sich sehr interessant fand und es auch gefühlvoll und intensiv rüberkam, fand ich das Buch einfach zu lang. Da sich vieles wiederholte und die Gefühlsmomente oft wiederbeschrieben wurden, hat es mich an manchen Stellen gestört und ich muss schon sagen, dass ich hin und wieder ein paar Seiten ausgelassen habe. Ich denke falls das Buch ein paar hundert Seiten weniger hätte, wäre vielleicht das Ergebnis intakter. 
    Drei Sterne würde ich jedoch trotzdem geben, für die Idee, den Anfang und das Cover.
  24. Cover des Buches Die blaue Liste (ISBN: 9783462300161)
    Wolfgang Schorlau

    Die blaue Liste

     (117)
    Aktuelle Rezension von: Aenna612

    Sprachlich angenehm geschriebener Krimi, der sich gut weglesen lässt. Zu Anfang hatte ich aber meine Probleme, reinzufinden, da verschiedene Erzählstränge in unterschiedlichen Zeiten spielen, was nicht immer angegeben wird. Das hat sich mir dann erst mit der Zeit erschlossen.

    Das Ende ist für meinen Geschmack irgendwie "abgebrochen", da hätte ich mir mehr erhofft.

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