Bücher mit dem Tag "rassendiskriminierung"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "rassendiskriminierung" gekennzeichnet haben.

50 Bücher

  1. Cover des Buches Wer die Nachtigall stört ... (ISBN: 9783499271571)
    Harper Lee

    Wer die Nachtigall stört ...

     (939)
    Aktuelle Rezension von: Alexander_Bally

    Bei Büchern ist es oft ähnlich wie bei Menschen: Da gibt es wen, den kennt vage schon seit langem, aber es ergab sich nie ein näheres Kennenlernen. Wenn es doch geschieht, erkennt man mitunter, dass man seit Jahren eine wunderbare Begegnung versäumt hat.

    So ging es mit mit Harper Lee und „Wer die Nachtigall stört“. ‚Amerikanischer moderner Klassiker, nett zu lesen und wohl auch lohnend‘, das wusste ich. Aber näher bin ich dem Buch nie gekommen und selbst die oskarprämierte Verfilmung aus dem Jahr 1962 war an mir vorbeigegangen, obwohl ich das Kino der sechziger Jahre sehr schätze und ebenso Gregory Peck.

    Und dann war neulich meine Bettlektüre zu Ende und ich war zu faul einen anderen lieben Band im Bücherbord auszusuchen. Zufällig lag Harper Lee gerade herum und ich war nun einfach neugierig. Und dann? Den Anfang fand ich ein wenig harzig. Die Erlebnisse des altklugen Wildfangs, der sechsjährigen Jean Louise Finch, genannt Scout, fand ich nett, aber mehr auch nicht. Ich las, wie sie sich von ihrer Lehrerin ungerecht behandelt fühlt, über ihre Schulweg- und Schulhofabenteuer, die sich immer wieder um Arthur „Boo“ Ridley drehen, den geheimnisvollen Nachbarn, der die Menschen scheut und seit vielen Jahren nie das Haus verließ. Für die Kinder wurde er so zu einer Art Sagen-und Schreckgestalt. Scout und ihr älterer Bruder Jem versuchen in immer neuen Anläufen ihn aus dem Haus zu locken. Alles las sich angenehm und die Figuren waren stets plastisch und lebendig gezeichnet, doch wohin wollte die Geschichte?

    Erzählerisch bricht das Buch mit sehr vielen Regeln, die ein Autor besser beachten sollte. Vor allem in der Erzählstruktur. Scout stellt dem Leser eine Unmenge Figuren vor, doch der Leser bleibt alleingelassen mit der Frage, warum er dies gezeigt bekommt. Die eher anekdotische Handlung meandert zwischen dem Finchschen Anwesen und dem Postamt hin und her, schweift ab in die Tiefen in die Familengeschichte um dann scheinbar Volten drehend wieder zum geheimnisvollen Boo Ridley zurückzukehren. Scout ist zwar hinreißend, doch auch die beste Protagonistin braucht eine Thema, dem sie folgen kann, um ihre Geschichte zu erzählen.

    Fast hätte ich das Buch wieder weggelegt. Und doch war da etwas, was mich zum weiterlesen bewog: Der Schauplatz Maycomb. Harper Lee zeichnet sehr genau ein Bild dieser fiktiven Kleinstadt in Alabama zur Zeit der Depression, führt das typische Personal vor Augen, bigotte Damenkränzchen, unverbiegbare Farmer an der Armutsgrenze, die dennoch stolz und aufrecht nie etwas schuldig bleiben wollen und ihre Schulden mit Eiern oder einem Ferkel bezahlen, verschlagene Rednecks, weißes Prekariat am Rande der Gesellschaft und die Parallelgesellschaft der Farbigen. Seit meiner Jugend kenne ich dank Tom Sawyer, die Waltons. Durch sie und viele andere Quellen war ich vertraut mit diesen Versatzstücken, doch Harper Lee hat sie, das merkte ich erst auf den zweiten Blick, zu einem dichten und lebendigen Mikrokosmos verwoben. Vor allem aber, das ist ihre große Stärke, blickt sie immer wieder genau in die Seelen der Figuren, belässt es nie beim Anschein, der vertrauten Oberfläche, dem Klischee. Das erzählende Kind begegnet allen Menschen unvoreingenommen und lotet so die Charaktere aus, immer wieder auch mit Hilfe ihre verwitweten Vaters, Atticus Finch, einem alternden Anwalt in der Gemeinde. Er glaubt an Freiheit und die Gleichheit vor dem Gesetz und lebt dies auch vor. Seinen Kindern ist er Vertrauter und Vorbild und vor allem Freund, der sie auch als Gesprächspartner ernst nimmt. Ansonsten lässt er ihnen sehr viel Freiheiten. Weit mehr, als Calpurnia, die schwarze Haushälterin, die mit Strenge und Liebe die eigentliche Erziehungsarbeit übernimmt.

    Ein Weilchen lag das Buch mit einem Lesezeichen in der Mitte neben meiner Bettstatt unberührt. Ich fand den Ruf, den es genießt, eher rätselhaft. Doch dann las ich weiter und endlich schälten sich aus den vielen, vielen Themen im Buch drei heraus, die sich in der zweiten Hälfte immer dichter verwoben: Rassismus, Gerechtigkeit und vor allem die Menschlichkeit in ihren guten und schlechten Ausprägungen.

    Als Atticus einen Schwarzen als Pflichtverteidiger vertritt, der beschuldigt wird, ein weißes Mädchen vergewaltigt zu haben, ein Vorwurf, der in Alabama in dieser Zeit beinahe automatisch zur Verurteilung führt, und er dieses Mandat auch noch sehr ernst nimmt, kommt es zu verdeckten und offenen Anfeindungen gegen diese „Niggerfreunde“. Atticus gelingt der Ritt auf der Rasierklinge, gelassen den gehässigen Klatsch zu überhören und sich dennoch sich dem Unrecht, notfalls auch dem Lynchmob entgegenzustellen, mit nichts weiter bewaffnet als aufrichtiger Überzeugung und Manieren. Er lehrt er seine Kinder, die Menschen zu verstehen, sich in die anderen hineinzuversetzen und niemanden zu verurteilen, nicht einmal die Bekannten und Nachbarn, die den Angeklagten lynchen wollten. Denn manchmal, so lehrt er sie, sind auch vernünftige Menschen verblendet. Dann stünde irgendetwas zwischen ihnen und ihrer Vernunft, ein Vorurteil, eine Angst oder sonst ein Gefühl.

    So wird über niemandem der Stab gebrochen, denn man muss ja auch in Zukunft friedlich zusammenleben. Dennoch werden im Roman die Schwächen und Unzulänglichkeiten und das Unrecht nie ausgeblendet, verleugnet und auch nicht beschönigt, denn der Angeklagte muss sterben, auch wenn Atticus im zentralen Prozess seine Unschuld offen zu Tage fördern kann. War sein Einsatz umsonst? So sieht es sein Sohn, und doch hat sich manches geändert, wenn auch einstweilen nur in den Köpfen. Aber genau da, in den Köpfen der Menschen, muss wohl alle gesellschaftliche Veränderung beginnen.

    So birgt das Buch gewaltigen gesellschaftspolitischer Sprengstoff, liebenswürdig verpackt in rosa Seidenpapier mit Schleifchen. Im seinem Kern ist es hochexplosiv und gerade heute so hochaktuell wie vor sechzig Jahren, als es erschien – in Amerika ebenso wie bei uns und vielleicht überall, wo Menschen mit Vorurteilen die Gesellschaft gestalten.

    Wie konnte ich dieses Buch nur übersehen? Es hielt mich bis drei Uhr wach, und nun, da ich das Werk als ganzes kenne, bin ich begeistert. Ich glaube, es verdient ein Plätzchen bei meinen Lieblingsbüchern.

    Rezension von www.perspektivwechsel.webador.de

  2. Cover des Buches The Hate U Give (ISBN: 9780062498533)
    Angie Thomas

    The Hate U Give

     (147)
    Aktuelle Rezension von: leniandtheworld

    Als das Buch "The Hate U Give" 2017 veröffentlicht wurde, wurde der Roman für seine Authentizität besonders gelobt. Damals genau wie heute ist die Geschichte jedoch immer noch an eine traurige Wahrheit angelehnt. Die Autorin hat das Buch aufgrund zweier Kindheitserinnerung angefangen, denn als Kind wurde sie Zeugin einer Schießerei zwischen Drogendealern. Später im Jahr 2008 wurde der unbewaffnete Oscar Grant an Silvester von Polizisten getötet. Diese beiden Ereignisse haben dazu geführt, dass Angie Thomas all ihre Gedanken, sowie ihre Wut in diese Buch gelegt hat. 

    Die Geschichte handelt von Khalil, der ein bisschen an Oscar erinnert, und von Starr, die eventuell etwas an Angie Thomas erinnern soll. Sie erzählt die Geschichte der jugendlichen Starr, die in zwei verschiedenen Welten aufwächst. Einerseits lebt sie mit ihrer Familie in einem schwarzen Viertel, in dem Gangs, Einbrüche und Drogendeals Normalität sind. Andrerseits sind Starr und ihre Geschwister auf einer Privatschule, die hauptsächlich von weißen Schüler*innen besucht wird. Auf einer Party sieht sie Khalil, ihren besten Freund aus Kindheitstagen wieder und lässt sich von ihm nach Hause fahren. Auf dem Weg nach Hause werden die beiden von der Polizei angehalten und geraten in einen unerwarteten Konflikt. Khalil wird von einem der Polizisten erschossen. Nun steht Starr vor einer schweren Entscheidung: Steht sie zu ihrem Freund und erhebt ihre Stimme oder lässt sie ihr Leben weiterlaufen als wäre nichts passiert? Ob Sie den Mut dazu hat wird sich im Verlauf des Buches zeigen. 

    Das Buch hat mich nach den ersten paar Seiten definitiv gepackt und ich konnte, dank des Schreibstils, jede Situation nachempfinden. Ich habe mit gelitten, gezittert, gelacht und ab und an den Atem angehalten. "The Hate U Give" ist eine Geschichte über die Ungerechtigkeit in der Welt, die auch heutzutage noch deutlich spürbar ist. Es ist aber auch eine Geschichte über eine junge Frau, die durch ihre Erlebnisse und Entscheidungen erwachsen wird. Ebenfalls ist es ein Buch, das einen Einblick in eine liebevolle, wahrscheinlich sogar alltägliche Familie zeigt, die genau wie meine Familie Diskussion austrägt, sich liebt und füreinander da ist. Eben auf ihre Art und Weise, jede Familie ist unterschiedlich. 

    Dieses Buch wird zwar nicht die Gesellschaft, deren Umgangsformen oder die Welt verändern. Jedoch hat es das Potential zum Nachdenken anzuregen und eventuell den Rassismus, den einige immer noch in sich tragen zu verändern. Lest dieses Buch!

  3. Cover des Buches To Kill A Mockingbird (ISBN: 9781784752637)
    Harper Lee

    To Kill A Mockingbird

     (450)
    Aktuelle Rezension von: chillbibliophie

    INHALT:

    At the age of eight, Scout Finch is an entrenched free-thinker. She can accept her father's warning that it is a sin to kill a mockingbird, because mockingbirds harm no one and give great pleasure. But Scouts world isn‘t as happy as it seems. 

    REZENSION:

    Ich bin relativ schwer in das Buch hineingekommen. Das könnte aber an der englischen Version liegen. 

    Die Geschichte wird aus der kindlichen Sicht von Scout, was also auch etwas anders ist. 

    Leider war für mich einfach nicht wirklich viel los. Erst am Seite 200/310 ging es mal. Da wurde auch endlich das Hauptthema aufgegriffen. 

  4. Cover des Buches The Green Mile (ISBN: 9783453435841)
    Stephen King

    The Green Mile

     (891)
    Aktuelle Rezension von: Buecherbaronin

    Stephen King hat schon vor vielen Jahren – eher Jahrzehnten – die Grenzen des Horrorgenres hinter sich gelassen und in diverse Richtungen gearbeitet. „The Green Mile“ gehört zu diesen Ausflügen in andere Genres. Und mit welcher Intensität der Meister dieses Drama zu Papier bringt, verursacht mir eine Gänsehaut.

    Das fängt schon bei den Charakteren an. Paul Edgecomb und seine Mitarbeiter im Todestrakt sind mehr als Kollegen. Sie sind Freunde, die respektvoll miteinander umgehen und aufeinander achten. Und auch den Gefangenen wollen sie die letzten Jahre, Monate und Tage vor der Hinrichtung erträglich gestalten. Diese Menschlichkeit ist der Kern von „The Green Mile“, der Dreh- und Angelpunkt.

    Denn auch John Coffey – die Initialen sind kein Zufall – steht für diese Menschlichkeit. Er nimmt klaglos die Strafe an, die ihm auferlegt wurde, und bringt trotz seiner Situation im Todestrakt unfassbar viel Mitgefühl für seine Mitmenschen auf. Vor allem die Dialoge zwischen ihm und Edgecomb gehen unter die Haut.

    Überhaupt sind die Charaktere eine der größten Stärken des Romans, auch abseits der Protagonisten. Sei es der fiese Percy Wetmore, der sich am Leid der Gefangenen ergötzt, sei es der hünenhafte Brutus Howell, der das Herz am rechten Fleck hat, oder sei es Eduard Delacroix, ein Gefangener, der seine letzte Lebensfreude aus einer kleinen Maus als Freund zieht.

    Und dann verwebt King dieses intensive Drama um Todesstrafe, Rassismus und Sühne mit genau der richtigen Prise Phantastik. Die Handlung wird dadurch nicht weniger glaubwürdig, im Gegenteil: Durch diese Phantastik bekommt der Roman etwas Märchenhaftes, das den bedrückenden Themen ein klein wenig Härte nimmt.

  5. Cover des Buches Die Bienenhüterin (ISBN: 9783442732814)
    Sue Monk Kidd

    Die Bienenhüterin

     (279)
    Aktuelle Rezension von: DianaMirion

    Inhalt: Lilys Mutter ist vor zehn Jahren umgekommen. Ihr Vater herrscht wie ein grausamer Rachegott über die inzwischen 14-jährige. Eines Tages flieht Lily aus der bedrückenden Atmosphäre ihres Elternhauses, wandert über die staubigen Straßen der Südstaaten, um ein neues Zuhause zu finden. Sie begegnet wunderbaren Menschen, rettet mit Mut und Klugheit ein Leben und findet bei drei Frauen Unterschlupf, die, wie im Märchen, in großer Eintracht zusammenwohnen. Die drei Schwestern geben dem Mädchen alles, was es braucht: Liebe, Halt, und Geborgenheit. Sie nehmen Lily in ihre Familie auf und weihen sie in die Geheimnisse weiblichen Wissens ein. Lily lernt alles über die Bienenzucht. Sie erfährt, wer ihre Mutter, die sie so schmerzlich vermisst, wirklich war, und sie verliebt sich. Doch eines Tages steht ihr Vater am Gartentor ...

    Meine Meinung: Anfangs hat mich dieses Buch noch nicht so gepackt. Aber dies änderte sich nach wenigen Seiten. Das Leben eines Mädchens, und auch aus ihrer Perspektive, zu lesen, Höhen und Tiefen ihres Lebens und somit die Züge ihres Charakters mitzuerleben war ein reines Abendteuer. 

  6. Cover des Buches Gehe hin, stelle einen Wächter (ISBN: 9783328100188)
    Harper Lee

    Gehe hin, stelle einen Wächter

     (138)
    Aktuelle Rezension von: Runenmädchen

    Harper Lee brillierte natürlich mit Wer die Nachtigall stört- keine Frage. Dieser Roman kann seinem Vorgänger nicht das Wasser reichen. Dennoch ist Gehe hin, stelle einen Wächter absolut lesenswert.

    Wir begleiten Scout, die jetzt zumeist Jean Luise genannt wird, auf Heimaturlaub. Die Mittzwanzigerin lebt mittlerweile in New York, ist erwachsen und reifer geworden. Zu Hause muss sie sich jedoch wieder mit (bspw.) Rassismus auseinandersetzen, der bereits 20 Jahre zuvor ein zentrales Thema war. Es ist spannend zu erkennen, wie sich die einzelnen Charaktere verändert haben, zudem wird der Leser eingeladen, in tiefgründige Dialoge einzutauchen.

    Harper Lee war eine tolle Autorin, ich kann auch dieses Buch (was eigentlich ein Manuskript ist, wie ich gelesen habe) sehr empfehlen. 

  7. Cover des Buches Es (ISBN: 9783453504080)
    Stephen King

    Es

     (2.258)
    Aktuelle Rezension von: Seitenwelt
    Es ist definitiv eines von Stephen Kings Monumentalwerken. Aber seien wir ehrlich, wäre es wirklich noch so gut, wenn es nur halb so lang wäre? Es ist gerade der für Stephen King übliche langsame, aber stetige Aufbau der Spannung, der dieses Buch ausmacht. Treibt er es damit auf die Spitze? Ja. Natürlich. Aber was soll ich sagen, er kann es eben. Das ist seine große Stärke und das merkt man in dem Buch ganz deutlich.
    Aber beginnen wir am Anfang. In diesem Buch geht es - ganz kurz gesagt - um eine Gruppe Kinder, die eine unbekannte Macht jagen, die Menschen umbringt, und die als Erwachsene zurückkehren, um ihre Taten zu vollenden. Und doch geht es um so viel mehr.
    Wir haben hier eine Gruppe Kinder, die sich mit Morden konfrontiert sehen. Allein das ist schon eine höchst sonderbare Konstellation, zumal diese Kinder nichts besonderes an sich haben. Sie sind einfach nur ganz normale Kinder. Wir lernen diese Kinder auf den vielen Seiten dieses Buches sehr gut kennen, ihre Sorgen, ihre Gedanken, ihre Freuden, aber vor allem ihre Ängste. Hier kommt nun auch schon das erste leider: Leider liegt der Fokus so stark auf den Kindern, dass die meisten andern Figuren eher blass bleiben. Sie verschwimmen im Hintergrund und viele Personen, die für die Kinder wichtig sein sollten, werden sogar nur erwähnt. Die Kinder werden in ihrer eigenen kleinen, kindlichen Blase dargestellt, und nur diese gemeinsame Welt wird gezeigt. Nun ja, andernfalls wäre das Buch vermutlich noch deutlich länger geworden. Und zwar unterscheiden sich die Kinder in ihrer Persönlichkeit und ihren Fähigkeiten sehr stark, der Fokus liegt aber ganz klar auf Bill. Die anderen Kinder haben ihre Momente, aber Bill ist die treibende Kraft, derjenige, der wirklich aktiv wird, derjenige, der alles vorantreibt und die Gruppe zusammenhält. Er ist allerdings auch derjenige aus der Gruppe, den Es am stärksten beeinflusst hat. Schnell wird für die Kinder klar, dass es nicht nur um Rache geht, sondern auch um ihr eigenes Überleben.
    Trotz seiner Länge verliert das Buch nie seine Spannung. Es ist keines der Bücher, von denen man sich nicht losreißen kann, die einen nachts nicht mehr schlafen lassen. Aber diese ständige, leichte Steigerung der Spannung hält einen die ganze Zeit bei der Stange. Was mich stellenweise völlig aus dem Lesefluss gerissen hat, waren die Perspektivwechsel mitten in der Szene, denen ich nicht immer ganz leicht folgen konnte. Aber auch das ist man von Stephen King ja gewöhnt.
    Die Auflösung und der Hintergrund der ganzen Geschichte waren höchst seltsam, Stephen King typisch eben. Obwohl ich mir an der Stelle tatsächlich noch etwas Erklärung gewünscht hätte, warum das denn alles so war und was es damit auf sich hatte. Aber das bleibt nun meiner Fantasie und Interpretation überlassen.
    Wie bereits erwähnt ging es in dem Buch um den Kampf gegen ein unbekanntes mörderisches Monster. Aber es geht um so viel mehr - und das wird sogar in einem Dialog im Buch aufgegriffen. Es geht um Freundschaften, Pflichtgefühl und um Kindheitsängste, und wie sie uns bis ins Erwachsenenalter hinein begleiten können, vielleicht sogar für den Rest unseres Lebens. Letzteres hat mich ganz besonders fasziniert. Wir wissen zwar als Erwachsene, dass es da kein Monster im Schrank oder unter dem Bett gibt (oder was auch immer einem als Kind Angst gemacht hat), aber wenn man dann in eine Situation kommt, in der man daran erinnert wird und in der es wieder so real erscheint… ist die Angst dann wirklich weg? Sind wir dann wirklich die rational denkenden Erwachsenen? Oder kommt das Kinder in uns wieder hervor, wenn wir an usnere Kindheit erinnert werden, und mit ihm all die Ängste? Sind diese Ängste als Erwachsene nicht sogar schlimmer, weil sie nicht in unser gefestigtes Weltbild passen, aber dennoch so echt erscheinen, es aber vernünftigerweise gar nicht sein können? Diese Themen ziehen sich durch das ganze Buch. Es sind Ängste, die jeder einzelne von uns verstehen und nachvollziehen kann. Und gerade das macht dieses Buch so mächtig. Es ist keine abstrakte Angst, die hier geschaffen wird, sondern eine verdammt reale, die in uns schlummert, und die man weckt.

  8. Cover des Buches Ein anderer Takt (ISBN: 9783455006261)
    William Melvin Kelley

    Ein anderer Takt

     (87)
    Aktuelle Rezension von: themeggymex

    Der Roman "Ein anderer Takt" von William Melvin Kelley wurde bereits in den 60er Jahren veröffentlicht und erschien nun in einer neuen Auflage.
    Da mich Bücher zum Thema Rassismus momentan sehr interessieren, wurde ich sofort auf dieses Werk aufmerksam.

    Die Geschichte spielt in einem US-amerikanischen Bundesstaat, der nicht näher benannt wird und wird hauptsächlich aus der Geschichte von Weißen erzählt. Eines Tages verlässt die schwarze Bevölkerung, die in dieser Region deutlich in der Überzahl ist, den Staat und die Zurückgebliebenen wissen weder aus welchem Grund dies passierte noch wie sie auf die unerwartete Situation reagieren sollen. Besonders ist dabei, dass die Menschen das Land nicht einfach so verlassen, vielmehr vernichten sie zunächst ihren kompletten Besitz. Da stellt sich dem Leser natürlich die Frage: Was hat es damit auf sich?

    Im Buch enthalten sind außerdem ein Vor- und Nachwort der Tochter des Autors. Diese Texte sind hilfreich für das Verständnis des Romans.
    Besonders Interessant ist, dass ein schwarzer Autor aus der Perspektive von Weißen und über deren rassistische Ansichten schreibt.

    "Ein anderer Takt" konnte mich fesseln, faszinieren, überraschen und ist deshalb definitiv eine Leseempfehlung!

  9. Cover des Buches Kinder der Freiheit (ISBN: 9783785750049)
    Ken Follett

    Kinder der Freiheit

     (42)
    Aktuelle Rezension von: MamaSandra

    In Amerika hält Martin Luther King seine berühmte Rede und die Schwarzen lassen sich nicht länger unterdrücken. Präsident Kennedy und später die Watergate-Affäre werden thematisiert.

    Währenddessen wird in Berlin die Mauer errichtet. Rebecca und auch später Walli fliehen in den Westen. Mehr oder weniger geglückt, läuft die Flucht ab. Der russische Handlungsstrang hat mich hier etwas weniger interessiert.

    Insgesamt ist es wirklich erstaunlich was in 100 Jahren der Geschichte alles geschehen ist. Mit der Jahrhundert-Saga hat Follett 2 Weltkriege und die Trennung Deutschlands thematisiert sowie bahnbrechende Ereignisse der amerikanischen Geschichte. Allein deshalb sind ist diese Reihe interessant und Band 3 vielleicht noch etwas mehr, weil es einen selbst noch betroffen hat oder zumindest die Eltern. Ich bin ein Kind der Wende, aber habe viel erzählt bekommen. Da gibt es immerhin noch wesentlich mehr Zeitzeugen als vom 2. Weltkrieg.

    Sehr gut gelungen ist Follett die Verknüpfung der historischen Fakten und Persönlichkeiten mit seinen fiktiven Charakteren der Bücher.

    Der Erzähler des Hörbuches hat eine sehr angenehme Stimme.

  10. Cover des Buches Das Tribunal (ISBN: 9783426514795)
    John Katzenbach

    Das Tribunal

     (36)
    Aktuelle Rezension von: eletroe

    Sehr spannend geschrieben, ich mochte es einfach nicht weg legen. So sollte es sein

  11. Cover des Buches Natchez Burning (ISBN: 9783746632100)
    Greg Iles

    Natchez Burning

     (80)
    Aktuelle Rezension von: ulrikerabe

    Natchez, Mississippi, 1964. Ein junger schwarzer Mann hat ein Verhältnis mit einem weißen Mädchen. Leider ist die junge Frau die Tochter eines reichen und einflussreichen Unternehmers mit Kontakten zum Ku-Klux-Klan und der Mafia. Bevor dem Burschen kurzer Prozess gemacht werden kann, gelingt es ihm zu fliehen. Doch der schwarze Inhaber eines Ladens, der dem Paar immer wieder sein Geschäft für ein Stelldichein zu Verfügung gestellt hat, bezahlt auf grausamste Weise mit seinem Leben. Kurz danach verschwinden junge schwarze Bürgerrechtler. Am berüchtigten Knochenbaum wurden sie Opfer der Doppeladler.

    Natchez, 2005 Henry Page, angesehener und engagierter Arzt, wird des Mordes an seiner ehemaligen Sprechstundenhilfe Viola angeklagt. Die schwarze Frau hatte Natchez in den 1960ern den Rücken gekehrt und kam sterbenskrank zurück, um dort ihre letzten Tage zu verbringen. Henrys Sohn Penn ist amtierender Bürgermeister von Natchez und setzt alles daran, seinen Vater zu entlasten.

    Natchez Burning von Greg Iles ist eigentlich der vierte Teile einer Reihe um Penn Cage, Anwalt und Bürgermeister von Natchez. Es ist aber gleichzeitig auch der erste Teil der Natchez Trilogie, in deren Mittelpunkt die rassistischen Verbrechen der brutalen Splittergruppe des Klans, der Doppeladler, stehen.

    „Wir wollen also im Jahre 1964 anfangen, und zwar mit drei Morden. Mit drei Steinen, die in den Teich geworfen wurden, der seit der Belagerung von Vicksburg niemanden interessiert hatte…An einen Ort, von dem die meisten Leute in den Vereinigten Staaten gern glauben, dass er irgendwie anders war als der Rest des Landes, der aber tatsächlich ein präzises Abbild der gefolterten amerikanischen Seele war. Mississippi.“

    Nun, Vicksburg ist schon 1863 gewesen, und gefoltert wurde – weder vorher noch nachher - nicht die „amerikanische Seele“, sondern die schwarze Bevölkerung. Rassentrennung, Diskriminierung, Ungleichbehandlung, Entrechtung der Schwarzen ist bis heute nicht ausgerottet.

    Im fiktiven Thriller „Natchez Burning” ist der tolerante, integre, mutige Penn Cage schon länger Bürgermeister. Die Verbrechen weißer Rednecks an der schwarzen Bevölkerung beginnen ihn aber erst da brennend zu interessieren, als sein eigener Vater in größten Schwierigkeiten steckt.

    „Wenn ein Mann die Wahl hat zwischen der Wahrheit und seinem Vater, entscheidet sich nur der Narr für die Wahrheit“

    Greg Iles vergreift sich in seinem Thriller Natchez Burning am Rassismus, fällt aber vielfältig in tradierte Rollenbilder und Klischees. Der einzige schwarze Mann, der es heutzutage im County politisch zu etwas gebracht ist der korrupte Staatsanwalt, mit einigem Dreck am Stecken. Zwei weiße alte Männer erinnern sich wehmütig an ihre erotischen Erfahrungen mit schwarzen Frauen. Nur um zwei Beispiele zu nennen. Ob dem Autor der Kampf gegen Rassismus tatsächlich ein Anliegen ist, konnte ich nicht feststellen. Grausame Hassverbrechen weißer Männer an der schwarzen Bevölkerung aufzuzählen alleine reicht dazu nicht.

    Wenn man davon absieht und nur einen spannenden Thriller lesen will, findet man einen weitschweifigen, ausufernden Plot, bei dem Freunde von Verschwörungstheorien sicher ihre Freude hätten. Die Handlung ist auf knapp über 1000 Seiten aufgeblasen. Dramaturgisch wäre da viel zu straffen. Greg Iles setzt auf das Stilmittel der Wiederholung, lässt Ermittlungsergebnisse zwischen den Protagonisten die Runde machen, bis auch der letzte von ihnen weiß, was der Leser schon beim ersten Mal verstanden hat. Der einzige Vorteil einer derart redundanten Erzählweise ist, wenn man bei Seite siebenhundertdrölfzig geneigt ist, geistig abzudriften, bekommt man eine knackige Zusammenfassung der Ereignisse serviert.

    Erstaunlicherweise ist die Geschichte nach 1000 Seiten noch immer nicht zu Ende erzählt. Zwei weitere ebensolche Wälzer liegen zu den Verbrechen am Knochenbaum noch vor.

  12. Cover des Buches Das Herz ist ein einsamer Jäger (ISBN: 9783257242249)
    Carson McCullers

    Das Herz ist ein einsamer Jäger

     (175)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Es sind ganz verschiedene Charaktere und Lebensformen, die Carson McCullers beschreibt und zu einem tiefsinnigen Roman zusammenführt. Die Autorin ist 1917 geboren und litt zeitlebens unter Krankheit und nach dem Suizid ihres Ehemannes unter grosser Einsamkeit.

    Vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise und der Machtübernahme Hitlers in Europa spielt die Geschichte in den Südstaaten der USA. Konflikte, Ausgrenzungen, Hass zwischen Weissen und Schwarzen sind omnipräsent und es wird deutlich, welche Frustrationen auf beiden Seiten ausgelöst wurden. Die Autorin beschreibt in unsentimentaler Weise und mit grosser Güte die verschiedenen Handlungsweisen und Lebenseinstellungen.

    Die Beziehungen der handelnden Personen sind sehr feinfühlig beschrieben. Als verbindendes Element steht immer die Einsamkeit und das Vermögen oder Unvermögen mit Angst umzugehen.

    Ein psychologisch anspruchsvolles Buch, dessen Bedeutung und Sinn sich dem Leser nicht von Anfang an erschliessen.

  13. Cover des Buches Die Farbe Lila (ISBN: 9783945386125)
    Alice Walker

    Die Farbe Lila

     (305)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Alice Walkers Briefroman "Die Farbe Lila" ist sicher keine leichte Lektüre. Allerdings hat es mich gerade wegen dieser Schonungslosigkeit sehr, sehr schockiert und berührt. 

    Die junge, in den Südstaaten aufwachsende Celie wird von einem Mann, den sie Vater nannte, vergewaltigt, geschunden und an einen anderen Mann verkauft, den sie in all ihren Briefen ehrfürchtig "Mr. ..." nennt. Als dieser ihr auch noch den Kontakt zu ihrer Schwester Nettie unmöglich macht, indem er sie vertreibt und alle ihre Briefe einbehält, verzweifelt Celie voll und ganz. Sie hat niemanden mehr, dem sie vertrauen kann, ist die Sklavin eines brutalen weißen Mannes, muss für ihn schuften und gebären und ist furchtbar einsam. Bis zu dem Tag, an dem die aufsehenerregende Shug auftaucht: Alles verändert sich, als die schillerende, elegante, willenstarke und eindrucksvolle Sängerin das Haus betritt. 

    Celie verliebt sich unsterblich in Shug und empfängt ihre Liebe und Hilfsbereitschaft zurück. Mit ihr zusammen befreit sie sich von ihrer Knechtschaft, die sich Ehe nennt, versucht auf eigenen Beinen zu stehen und findet auch die Briefe von Nettie, die Mr. ... ihr vorenthalten hat. Ihre Erzählungen offenbaren eine vollkommen andere Welt und so muss Celie sich auch mit ihrer leiderfüllten Vergangenheit immer wieder auseinandersetzen.

    "Die Farbe Lila" war durch das Briefromanformat etwas anstrengend zu lesen, allerdings gewann die Geschichte somit auch an Authentizität. Celies geringe Literarisierung lässt sich beispielsweise durch ihren Stil und Jargon erkennen, während Netties Briefe deutlich flüssiger und verständlicher geschrieben sind. Über allem stehen die starken Bande der unerschütterlichen Geschwisterliebe zwischen Celie und Nettie, wodurch der Roman wirklich schön zu lesen war. Alles in allem hat mich die Auseinandersetzung mit den Thematiken Rassismus, Sklaverei, Kultureigentum und Kolonialismus, die durch diese Geschichte angeregt wird, sehr interessiert, bereichert und berührt, weshalb ich diesen Roman von Herzen weiterempfehlen kann!

  14. Cover des Buches Someone Else: Special Edition (ISBN: 9783736312012)
    Laura Kneidl

    Someone Else: Special Edition

     (34)
    Aktuelle Rezension von: bookish_autumn

    Cassandra King und Maurice Remington sind nicht nur beste Freunde, sondern wohnen auch zusammen und teilen ihre Leidenschaft für Cosplay, Fantasyliteratur und LARP (=Live Action Role Playing) miteinander. Zwar empfinden beide mehr für einander aber ihre Freundschaft zu gefährden, ist ihnen dann doch zu riskant. Aber wie lange kann man gegen seine Gefühle ankämpfen?

    "Wenn aus Freundschaft Liebe wird" - es gibt unzählige Romane, die sich mit der Thematik beschäftigen und daraus etwas Besonderes oder gar Neues zu machen, ist äußerst schwierig. Aufgrund der unterschiedlichen Hautfarben hätten Cassie und Auri ein Exempel dafür sein können, dass Liebe keine Grenzen kennt und sich über die Vorstellungen der Gesellschaft einer „perfekten Beziehung" hinwegsetzt - bedauerlicherweise wurde das Potenzial verschenkt. Rassismus, ein Thema, das aktueller denn je ist, wird leider nur oberflächlich behandelt - ich hätte mir weitaus mehr Tiefgang gewünscht! 

    • Wie viel Kraft und Mut kostet es ein Paar zu sich zu stehen, wenn es nicht der Norm entspricht? 

    • Wie geht man mit abwertenden Blicken und/oder Kommentaren um - fängt man an, an seiner Beziehung zu zweifeln oder macht es einen umso stärker?

    Diese Art von Konflikten habe ich erwartet! Die eingebauten "Probleme" haben damit nicht viel gemein, denn diese beruhen auf Missverständnissen und mangelnder Kommunikation der beiden Protagonisten. Cassie (anfänglich noch sympathisch) wird mit jeden Streit anstrengender - sie ist sehr schnell eingeschnappt, nimmt alles viel zu persönlich und macht aus einer Mücke einen Elefanten.

    Das klingt jetzt schlimmer als es tatsächlich ist - ich habe einfach etwas anderes erwartet, das ist alles. Auri und Cassie sind zuckersüß und man merkt bereits auf den ersten Seiten, dass die beiden zusammengehören. Sie sind ein Herz und eine Seele und auch wenn sie nicht unterschiedlicher hätten sein können, harmonisieren sie perfekt miteinander. Diversity spielt auch hier wieder eine zentrale Rolle und gibt Menschen eine Stimme, die meistens viel zu kurz kommen. Auf die liebgewonnenen Personen, die man aus den ersten Band der Reihe kennt, wurde nicht vergessen und finden einen Platz in der Geschichte. 

    Eine solide Fortsetzung mit erheblichen Schwächen, dennoch freue ich mich auf Alizas und Luciens Geschichte. :-)

  15. Cover des Buches Ein feiner dunkler Riss (ISBN: 9783518464977)
    Joe R. Lansdale

    Ein feiner dunkler Riss

     (85)
    Aktuelle Rezension von: buchjunkie

    Das war mal wieder ein packender und mitreißender Roman. Landsdale ist aus Texas und so schreibt er auch- bodenständig und klar. Ich mag diesen Schreibstil.


    Texas, 1958 : Der dreizehnjährige Stan hat vor kurzem fast noch an den Weihnachtsmann geglaubt.Doch nun liegt eine Zeit voller Gewalt vor ihm. Sein bester Freund Richard wird von seinem Vater verprügelt, die schwarze Küchenhilfe RoseMae lebt mit ihrem gewalttätigen Mann und auch Stans Vater wird handgreiflich, wenn es um die Familienehre geht .Als Stan an  einem  heissen Sommertag im Wald ein Kästchen findet mit alten Briefen, beginnt er , Detektiv zu spielen. Begleitet wird er von seinem treuen Hund Nub und unterstützt von Buster, einem alten schwarzen Ex-Polizisten. Doch er ahnt nicht , auf was er sich einlässt . Stan muss sich plötzlich einer bitterbösen Realität stellen.


    Dieser temporeiche Roman ist grossartig. Es kommt zwar viel Gewalt vor, aber das gehört und passt zur Geschichte.Auch Rassismus ist ein Thema. Aber 1958 in Texas waren Schwarze benachteiligt und Kinder gehörten den Eltern. Stan reift während

     dieser Ereignisse . Und er hat eine tolle Familie, die für ihn da ist.


    Nach einem gemütlichen Anfang bleibt fast ständig die Spannung erhalten, ich konnte das Buch kaum weglegen und es liess sich schnell lesen.

    Es ist mein zweiter Roman von Landsdale und ich werde sicher noch mehr von ihm lesen. Übrigens, "Die Wälder am Fluss" von ihm ist ebenfalls ganz grossartig!

  16. Cover des Buches Die Wälder am Fluss (ISBN: 9783832161521)
    Joe R. Lansdale

    Die Wälder am Fluss

     (52)
    Aktuelle Rezension von: Aleshanee

    Ein absolut fesselnder, großartiger erzählter Kriminalroman!

    Harry ist 11 Jahre alt und lebt mit seinen Eltern und seiner 9jährigen Schwester Thomasia "Tom" am Sabine River in den Wäldern von OstTexas. Es ist eine harte Zeit, aber seiner Familie geht es gut, bis er eines Tages im Wald eine schlimm zugerichtete Leiche findet.
    Es handelt sich um eine schwarze Frau und deshalb kümmert es keinen groß, was mit ihr passiert ist. Die Sklaverei ist zu dieser Zeit zwar abgeschafft, trotzdem herrschen noch immer die Vorurteile und der Umgang mit Schwarzen wird nachdrücklich und in aller brutalen Deutlichkeit gezeigt.

    Harrys Vater ist Constable in dem kleinen Städtchen und trotzdem auch er noch immer die anerzogenen Vorbehalte nicht ganz ablegen kann, empfindet er keinen Hass gegen diese Menschen - vor allem geht es ihm gegen den Strich, dass dieser Mord ungesühnt bleiben soll. Seine Vehemenz, dem Mörder auf die Spur zu kommen, hat für alle aber ungeahnte Folgen.

    Von Anfang an wird man in diese Zeit zurückversetzt und mit dem Leben von Harry konfrontiert, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. Es ist eine raue, aber sehr naturverbundene Lebensweise und spiegelt für mich sehr eindrucksvoll wieder, wie die Menschen damals gelebt und gefühlt haben.

    "... Tom und ich trieben uns von morgens bis abends in den Wäldern herum. Das war nicht unüblich zu der Zeit. Die Wälder waren für uns wie ein zweites Zuhause." Seite 14

    "... dass man damals viel früher mit dem Tod in Berührung kam als heutzutage. Man konnte ihm nicht ausweichen: Wir züchteten und schlachteten Schweine, wir jagten und fischten und waren somit ständig mit dem Tod konfrontiert. Vielleicht hatten wir dadurch mehr Respekt vor dem Leben - sinnloses Leid jedenfalls ließen wir nicht zu." Seite 15

    Die Atmosphäre ist geprägt einerseits durch eine gewisse Unbedarftheit, der strengen, aber dennoch ungestümen Kindheit der Geschwister - andererseits natürlich durch die Arbeit und Ernsthaftigkeit, den Lebensunterhalt zu verdienen und den vielen Charakteren, die der Autor perfekt gezeichnet hat.
    Er schreibt sehr bildhaft, so dass man die Schauplätze immer direkt vor Augen hat, als säße man vor ihm und hört ihm beim Erzählen zu, während man sich völlig in der Geschichte verliert.
    Es gibt auch einige grausige Details, die sich aus der Ermittlung ergeben, allerdings kommt Joe R. Lansdale ohne Effekthascherei aus und zieht einen immer mehr in die tragischen Ereignisse, die Harrys Leben in diesen Monaten für immer prägen werden.

    Natürlich sind die altmodischen Moralvorstellungen und Vorurteile ständig präsent und zeigen ein deutliches Bild der Gesellschaft ...

    "Man muss wissen, dass weiße Männer sich nicht für farbige Frauen zu interessieren hatten; was natürlich, wie jeder wusste, eine Lüge war, aber es war eine von diesen wohlerzogenen Lügen damals. Wie auch die, dass Frauen nur zur Fortpflanzung Sex hatten und alle jungfräulich waren, wenn sie heirateten." Seite 129

    Es war sicher nicht leicht, der allgemeinen Stimmung gegenzuhalten und grade Harrys Vater hat hier schwer mit sich zu kämpfen. Aber ich mochte ihn, weil er sich dagegen gestellt hat und er seine offene, tolerante Haltung an seine Kinder weitergegeben hat. Er nimmt Harry ernst, fordert ihn und versucht, ihm Verantwortung beizubringen, was auch und gerade zu dieser Zeit eine Menge von Kindern in dem Alter gefordert hat.

    Es ist eine unglaublich gute Mischung aus einem bedrückendem Krimi, dessen Aufklärung viel Zeit in Anspruch nimmt, dadurch aber eher an Spannung gewinnt - und einem Roman über das Leben in den Wäldern am Fluss in einer Zeit, in der Diskriminierung, Härte und schlimme Schicksalsschläge an der Tagesordnung waren. Eine tiefgehende und beeindruckende Geschichte, die ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann.

    Weltenwanderer

  17. Cover des Buches Auf der Suche nach dem Kolibri (ISBN: 9783734850431)
    Ava Dellaira

    Auf der Suche nach dem Kolibri

     (39)
    Aktuelle Rezension von: CallieWonderwood

    Marilyn weiß genau, wie ihre Zukunft aussehen soll: Nach der Schule will sie einfach nur weit weg, an ihrer Wunsch-Uni studieren und Fotografin werden. Dann lernt sie James kennen, der sie in ihren Träumen unterstützt, ihr aber auch zeigt, dass es sich lohnt, im Hier und Jetzt zu leben. Bis sie vom Schicksal auseinandergerissen werden.

    Angie hat keine Ahnung, was sie mit ihrem Leben anfangen will. Sie weiß nur, dass sie unbedingt in Erfahrung bringen muss, was wirklich mit ihrem Vater James passiert ist. Laut ihrer Mutter Marilyn ist er bereits vor ihrer Geburt bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Aber dann findet Angie Hinweise darauf, dass ihre Mutter nicht die ganze Wahrheit erzählt hat. Mit ihrem Exfreund macht sie sich auf den Weg nach L.A., um endlich herauszufinden, woher sie kommt und wer sie ist.

    (Klappentext)


    Vor einigen Jahren habe ich von der Autorin "Love Letters to the Death" gelesen und war total begeistert. Ich habe mich dann sehr gefreut, dass endlich etwas Neues von ihr erscheint.

    Die Geschichte wird in zwei Zeitsträngen und zwei Perspektiven erzählt. Einmal von Marilyn, die vor 18 Jahren mit ihrer Mutter zusammen in Los Angeles gewohnt und nur davon geträumt hat, endlich weg ans College gehen zu können und auf einmal auf James trifft, den sie vom ersten Moment an mag und recht schnell für ihn schwärmt.

    Und in der Gegenwart von Angie, die ohne ihren Vater aufgewachsen ist, und die Unwissenheit darüber, wer er war und ob er vielleicht noch lebt, keine Ruhe lässt und sich mit ihrem Ex-Freund Sam auf den Weg nach L.A. macht um Antworten ist zu finden.

    Marilyn wohnte mit ihrer Mutter Sylvie zusammen in der Stadt der Engel. Von Sylvie wird sie ständig zu Castings für Werbespots und Ähnliches geschickt, weil sie will, dass ihre Tochter ein Star wird und dadurch dringend benötigtes Geld ins Haus bringt. Sie macht ihr Vorschriften, z.B. wie ihre Haut sein muss, und hat kein Verständnis dafür, dass Marilyn gerne auf ein renommiertes College gehen will und dafür viel lernt. Durch Geldsorgen ziehen die beiden zu Marilyns alkoholabhängigem, leicht reizbarem, herrischen und spielsüchtigen Onkel. Ihr Nachbarn ist James und seine Familie, sie verstehen sich direkt total gut und sie verbindet das gleiche Ziel vom Studieren und lernen so auch zusammen. Sie kommen sich näher, aber James will keine Beziehung, da sich ihre Wege nach ihrem Schulabschluss trennen werden.

    Einige Jahre später findet Angie Erinnerungsstücke von ihrer Mutter Marilyn und ihrem Vater, von dem sie nur den Namen James weiß. Sie recherchiert und möchte unbedingt nach Los Angeles, gegen den Willen von Marilyn, und etwas widerwillig wird sie dabei von Sam begleitet.

    Zitat Angie : "Und in diesem Moment kam ihr der Gedanke, dass sie, wenn sie ihren Dad fände, vielleicht endlich zu einem Mädchen werden würde, das Sam sagen konnte, dass es ihn liebte."

    Die Stimmung zwischen den beiden ist frostig, obwohl sie sich doch immer noch irgendwie mögen. Vor allem ist Sam wütend auf Angie, wegen der Trennung, die von ihr ausging. Eigentlich wollte sie ihn nicht um Hilfe bitten, aber er ist der Einzige, den sie fragen konnte. In L.A. geht Angie allen möglichen Hinweisen nach, die sie näher zu ihrem Vater bringen könnten. Ihr größter Anhaltspunkt ist, dass er einen Bruder haben könnte, der in dieser Stadt lebt.

    Mir hat es super gut gefallen, wie das Buch in größeren Abständen immer wieder zwischen den Vergangenheit und dem Heute gewechselt ist. Die zwei Zeitstränge und die Geschichten und Umstände von Angie und Marilyn sehr verschieden, aber jeweils auf ihre Art und Weise total spannend. Beide Protagonisten waren mir ziemlich sympathisch und ich habe mit ihnen mitgefühlt.

    Insgesamt fand ich die Handlung richtig gut gemacht und überzeugend, welche Themen die Autorin angesprochen hat. Rassismus, Zukunftswünsche, Marilyns Leidenschaft für Fotografie, die Bedeutung vom Kolibri, Verlust und wie eine ganz bestimmte Reise, jemanden verändern kann.

    Zitat Marilyn : "»Weil du dadurch selbst auf die Welt blickst, anstatt angeblickt zu werden. Weil du die Kontrolle hast.« »Ja.« Sie hätte es nicht so treffend ausdrücken können, aber er hat völlig recht."

    Flüssig und berührend ist das Buch geschrieben und mir schöne Lesestunden beschert, definitiv eine Empfehlung von mir.


    Fazit :

    Super gelungenes herzergreifendes Buch über die jeweilige (Liebes-)Geschichte von Mutter und Tochter, in der Vergangenheit und Gegenwart. 

  18. Cover des Buches Das Geständnis (ISBN: 9783453409491)
    John Grisham

    Das Geständnis

     (147)
    Aktuelle Rezension von: ThePassionOfBooks

    Der Roman spielt 1998 und wirkt ziemlich aktuell, wobei ein großes Thema die Rechte von Schwarzen und Weißen sind. Dabei beschreibt John Grisham die Verwahrlosung der amerikanischen Justiz sehr eindringlich und lässt den Leser nachdenklich zurück.

    Donté Drumm sitzt seit vielen Jahren im Gefängnis, unschuldig wie er selbst behauptet, und seine Hinrichtung steht kurz bevor. Nur eine Woche vor dem Termin bekommt Pfarrer Keith Besuch von einem ehemaligen Häftling, der behauptet der wahre Mörder zu sein und Donté Drumms Unschuld beweisen zu können. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

    Drumms' Anwaltskanzlei versucht verzweifelt einen Aufschub zu bekommen. Der Gouverneur von Texas ist dabei die entscheidenen Person, diesen Aufschub anordnen kann. Die Probleme zwischen Schwarzen und Weißen und eine anstehende Wiederwahl stellen keine guten Aussichten für den Todeskanditaten dar. Zumal er ja selbst ein Geständnis abgelegt hat. Das es unter dubiosen Umständen entstand, ist dabei für die weiße Obrigkeit erst einmal nebensächlich.

    John Grisham versteht es wieder einmal meisterlich, seine Leser an die Handlung zu fesseln. Die überaus detaillierten Schilderungen verdeutlichen die Machtgier bestimmter Personen dabei sehr und zeigen wie wenig ein Menschenleben wert sein kann.

  19. Cover des Buches Wer um Liebe ringt (ISBN: 9783868275551)
    Tamera Alexander

    Wer um Liebe ringt

     (20)
    Aktuelle Rezension von: KleinerVampir
    Buchinhalt:

    Nasville, Tennessee 1969, kurz nach dem amerikanischen Bürgerkrieg. Maggie Lindens Vater hat Schulden, es reicht kaum zum Überleben und die Farm steht vor der Zwangsversteigerung. Einzig Bourbon Belle, Maggies Rennpferd, ist der ganze Stolz des jungen Mädchens. Doch Maggies Traum vom Pferderennen steht auf der Kippe. Allerdings sind die Lindens nicht die einzigen, die in Schwierigkeiten stecken: auch Cullen McGrath, ein irischer Einwanderer, der in Tennessee Fuß fassen möchte, hat es nicht leicht. Als Ire ist es ihm verboten, ein Stück Land zu erwerben…. Bis Maggies Vater ihm ein Angebot macht, das reichlich ungewöhnlich ist….

     

    Persönlicher Eindruck:

    „Wer um Liebe ringt“ ist nicht mein erster Roman von Tamera Alexander – im Gegenteil. Auch dieses Mal war ich begeistert von ihrem Schreibstil und der Art, wie sie ihre Geschichten vor meinem inneren Auge lebendig werden lässt. Zusammen mit Protagonistin Maggie tauchte ich in die Welt des 19. Jahrhunderts ein und durfte im Amerika nach dem Ende des Bürgerkriegs zu Gast sein.

    Die Figuren machen es dem Leser leicht, der Geschichte zu folgen und immer mehr und mehr haben zu wollen. Es ist schwer, das Buch wieder beiseite zu legen, hat man einmal mit dem Lesen angefangen.

    Zunächst wartet der Roman mit zwei getrennten Handlungsfäden und Protagonisten auf, der jungen Reiterin Maggie und dem Iren Cullen. Nach einer Weile vereint sich die Handlung zu einem spannende Ganzen, das mich sehr berührt hat: das Leben in der damaligen Zeit sowie Hoffen und Bangen um die eigene Existenz wurden lebendig und anschaulich.

    Es handelt sich hier um einen Roman aus dem Genre christliche Literatur, von daher spielt der Glaube an Gott eine wichtige Rolle. Jedoch sind die christlichen Aspekte der Handlung angenehm und nicht zu aufdringlich in den Plot eingebunden, man hat durchaus eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt und einem nicht so schnell aus dem Kopf geht.

    Cullen und Maggie nähern sich langsam an – zwei ganz unterschiedliche Zukunftsentwürfe. Während Cullen als Farmer sesshaft werden möchte und in seiner Vergangenheit keine guten Erfahrungen bezüglich Pferderennen gemacht zu haben scheint, will Maggie genau dieses: ihr Pferd Belle soll ein preisgekröntes Rennpferd werden… Ich möchte nicht zu viel verraten, aber ihre Wege werden zu einem gemeinsamen Weg und das Ende des Romans ist rund und stimmig.

    Fazit: absolut lesenswert, für alle, die einen historischen Roman mit christlichem Bezug zu schätzen wissen.

  20. Cover des Buches Das Komplott (ISBN: 9783453418028)
    John Grisham

    Das Komplott

     (101)
    Aktuelle Rezension von: TWDFanST

    Das Komplott ist ein weiterer Roman von John Grisham.. Leider kommt er nicht an Die Firma oder Die Jury heran.


    In dem Roman geht es um den Anwalt Malcolm Bannister. Bannister, der im Gefängnis sitzt, bietet dem FBI einen Deal an: Für seine Freiheit verrät er den Mörder eines Richters. Das FBI geht darauf ein und verfängt sich damit prompt in Bannisters Spiel....

    Die Erwartungen, die ich nach anderen Romanen hatte, konnte das Komplott leider nicht erfüllen. Zum Einen zog sich das Buch teilweise, zum anderen war mir der Erzähler zu unsympathisch, als dass ich mit ihm mitgefiebert hätte.

    Positiv zu vermerken ist allerdings, dass alles  was man zu wissen glaubte, am Ende noch einmal völlig auf den Kopf gestellt wird.

    Trotzdem wäre Dad Komplott nicht der Roman, dem ich einem neuen Grisham-Leser empfehlen würde. Da gibt es Besseres.

  21. Cover des Buches Die Frauen von Savannah (ISBN: 9783462047813)
    Beth Hoffman

    Die Frauen von Savannah

     (101)
    Aktuelle Rezension von: Dolores999

    und an die heile Welt glauben.

    Wunderschön für eine traumhafte Auszeit.

    Liest sich ein bisschen wie Petra Hülsmann, nur stilvoller.

  22. Cover des Buches Mitternachtsspitzen (ISBN: 9783442370191)
    Susan Elizabeth Phillips

    Mitternachtsspitzen

     (221)
    Aktuelle Rezension von: Walking_in_the_Clouds

    Nach dem Bürgerkrieg besteht weiterhin eine Kluft zwischen Nord- und Südstaatlern. Ausgerechnet ein Yankee erbt die Familienplantage in South Carolina und wird zum Vormund von Katharine Louise „Kit“ Weston. Das lässt sich der Wildfang nicht gefallen und fasst den Plan, Baron Cain umzubringen, um ihren Besitz zurückzuerhalten. Als Stallbursche schleicht sie sich bei ihm ein, wird aber rasch enttarnt. Cain will weder die Plantage noch das Mündel, kann sich aber seiner Verantwortung für die temperamentvolle Achtzehnjährige nicht entziehen. Er schickt sie auf eine Benimmschule und kümmert sich dann um das Anwesen. Drei Jahre später kehrt Kit nach „Risen Glory“ zurück, äußerlich zu einer Lady gewandelt. Ein Ehemann soll ihr helfen, mit ihrem Treuhandfonds die Plantage zurückzukaufen. Aber da ist noch der äußerst attraktive Cain, dessen Einverständnis sie braucht. Der kann nicht glauben, was für ein faszinierendes Geschöpf aus Kit geworden ist.

    „Mitternachtsspitzen“ beruht auf dem ersten Buch, das Susan Elizabeth Phillips alleine geschrieben hat. Es mag an der vor ein paar Jahren durchgeführten Überarbeitung liegen, aber altmodisch ist der historische Liebesroman keineswegs. Dennoch hätte der deutsche Verlag gut daran getan, ein Cover zu wählen, dass eher auf das Genre schließen lässt, denn so sind Irritationen vorprogrammiert. Das Frühwerk ist eine schwungvolle Liebesgeschichte zwischen zwei ungleichen Charakteren, welche die Umstände gezwungenermaßen zusammengebracht hat. Aus Hass entsteht bei der Heldin zunächst Leidenschaft und schließlich tiefe Zuneigung. Der Held muss keine Abneigung, jedoch seine Angst vor emotionaler Nähe überwinden. Hitzige Debatten wechseln sich mit feurigen Nächten ab. Die alte Südstaatenkultur wird wunderbar skizziert, ohne dabei verklärt zu werden. Auch wenn die Autorin hier ganz ungewohnt historisch schreibt, der umwerfende SEP-Charme scheint durch und weiß gut zu unterhalten. (TD)

  23. Cover des Buches Erinnerung an einen schmutzigen Engel (ISBN: 9783423215251)
    Henning Mankell

    Erinnerung an einen schmutzigen Engel

     (79)
    Aktuelle Rezension von: AnnaChi

    Geschichte wird in Menschen lebendig, seien es historische Persönlichkeiten oder fiktive Personen. Hanna, die Hauptperson des Mankellschen Romans, ist eine Mischung aus beidem. Mankell wurde durch eine Notiz in einem geschichtlichen Dokument, die beschreibt, dass eine junge Schwedin die Besitzerin eines der größten Bordelle einer Hafenstadt in Mosambik war, zu diesem Roman angeregt.

    Diese Hanna heuert aus Not und um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf einem Schiff als Köchin an, verliebt sich dort in einen Steuermann, der während der Fahrt stirbt und verlässt das Schiff in besagter Hafenstadt, in der sie zufällig in einem Bordell landet, das sie für ein Hotel hält. Als der Besitzer um ihre Hand anhält, sagt sie nach kurzem Zögern zu und ist als seine Witwe schon bald Besitzerin des Etablissements.

    Hanna versucht ihren eigenen Weg zu finden. Einerseits sieht sie den brutalen Rassismus der weißen Menschen (und natürlich im Bordell vor allem der weißen Männer), andererseits die Schwarzen, die sich beugen, aber voll unterdrücktem Hass sind. Als sie versucht, sich für die schwarzen Frauen einzusetzen, wird ihr klar, dass ihre Einmischung von beiden Seiten nicht erwünscht ist ...

    Sehr gekonnt lässt uns Mankell die bedrückende Welt einer Kolonie zu Beginn des letzten Jahrhunderts durch die Augen der naiven Hanna erblicken. Er zeigt, wie man auch ohne moralisch erhobenen Zeigefinger eine gute und differenzierte Geschichte erzählen kann.

  24. Cover des Buches Kleine große Schritte (ISBN: 9783958620346)
    Jodi Picoult

    Kleine große Schritte

     (11)
    Aktuelle Rezension von: engineerwife

    Die afro-amerikanische Krankenschwester und Hebamme Ruth Jefferson geht in ihrem Beruf auf. Ihr ganzes Leben hat sie darauf ausgerichtet gut in dem zu sein was sie tut, wenn es auch in ihrem Fall mit dunkler Haut nicht immer einfach oder gar selbstverständlich ist, die Anerkennung zu erhalten, die ihr zusteht. Schon früh versucht die verwitwete Ruth auch ihrem Sohn alle Türen zu öffnen. Mehr als einmal überschüttet ihre Schwester sie dafür mit Vorwürfen, ihre Identität zu verleugnen. 

    Ruth ist schockiert und verärgert, als man ihr, die sie über jahrzehntelange Erfahrung verfügt, in der Klinik den Umgang mit einem Neugeborenen entzieht. Doch die Eltern gehören einer rechtsradikalen Verbindung an und können „Nigger“ nicht ausstehen. Als der Säugling jedoch unverschuldet in eine lebensbedrohliche Situation gerät, drohen die Dinge aus dem Ruder zu laufen. Er schafft es nicht und die Eltern geben unbesehen Ruth die Schuld am Tod ihres Babys. Ruth wird des Mordes angeklagt, doch so einfach gibt sie sich nicht geschlagen. Der Kampf gegen Rassismus und Vorurteile wird blutig …

    Wie in vielen ihrer Bücher, bringt die Autorin auch diesmal wieder ein trauriges und dennoch so aktuelles Thema auf den Tisch. Wer glaubt, es gäbe keinen Rassismus in den USA, der hat sich gründlich getäuscht. Noch immer werden dunkelhäutige Menschen oft als Menschen zweiter Klasse behandelt, wobei ich durchaus betonen möchte, dass auch umgekehrter Rassismus keine Seltenheit ist. Auch ich musste in den Jahren, in denen ich in den USA lebte, mehr als einmal anhören: „It’s a black thing, you wouldn’t unterstand …“ Egal in welcher Richtung sich die Diskriminierung äußert, schürt sie Feindseligkeit und Missgunst. Ruth und ihre Verteidigerin durften das am eigenen Leibe erfahren. 

    Das Buch hat mich fasziniert, wenn ich auch sagen muss, dass mich das Ende nicht ganz überzeugen konnte. Das war mir dann einfach zu viel an Gutem, das der Gerichtsprozess da los getreten hatte, und machte den Schluss für mich dann doch ein wenig überzogen. Dennoch vergebe ich wohlverdiente vier von fünf möglichen Sternen und halte Jodi Picoult auf jeden Fall die Treue.  

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