Bücher mit dem Tag "rattenlinie"

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14 Bücher

  1. Cover des Buches Faro (ISBN: B009SZR5C4)
    Ole R. Börgdahl

    Faro

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Michael Stromm ist „Torpedo-Mixer“ auf dem U-810 als es von den Alliierten vor den Kanarischen Inseln versenkt wird. Zusammen mit dem schwer verletzten Kaleun gelingt es ihm, in Schlauchboot zu ergattern. Michael hat Glück, er überlebt und wird vom Leuchtturmwärter von Faro, Paulus, gefunden, während Sieber tot an Land gespült wird. Paulus versorgt gemeinsam mit Serina den Verletzten, beschafft ihm falsche Papiere und gibt ihn als schwedischen Neffen aus. Die Ruhe ist trügerisch, denn das neutrale Spanien leidet unter der Diktatur Francos, dessen seinerzeitige Machtübernahme von den Hitler unterstützt worden ist. Es kommt, wie es kommen muss: Zum einen verliebt sich Michael in Serina und zum anderen wird er verraten und liefert sich mit den deutschen Spionen einen gewaltigen Schusswechsel, dem er mit knapper Not entkommt. 

    Jahre später treffen sich Serina und Michael bei Paulus‘ Begräbnis wieder und beschließen, nach Argentinien zu reisen. Was dann folgt, ist eine wilde Hatz auf Leben und Tod durch Argentinien und Chile führt, denn Michael ist noch immer in Besitz jener Dokumente, die seinerzeit der Kaleun Sieber mit sich geführt hat.  

    Meine Meinung: 

    Dieser fesselnd erzählte historische Roman zeugt von akribischer Recherche des Autors. Hier kommen fasst alle Lesergruppen auf ihre Rechnung: die U-Boot-Fans, die das Leben und die Arbeit auf den Stahlkolossen faszinierend finden, jene die, die Gedanken eines einfachen Mechanikers zum NS-Regime kennenlernen wollen, jene, die auf rasante Verfolgungsjagden und Verschwörungstheorien nicht verzichten wollen und, ein bisschen Liebesgeschichte (aber nur andeutungsweise). Diese unterschiedlichen Gruppen unter einen Hut, zu bringen, ist eine große Kunst. 

    Der Arbeitsalltag auf einem U-Boot ist detailliert beschrieben. Man kann förmlich die Enge spüren und den Geruch von Diesel und Schmierfett sowie die ungewaschenen Körper der Mannschaft riechen.  

    Auch die Stimmung und die historischen Details aus dem Spanien von 1943 sind elegant in die Handlung verwoben. Obwohl einige vermuten oder sogar wissen, dass Michael Deutscher ist, dauert es recht lange, bis er verraten wird. 

    Die Zeitspanne zwischen dem Verrat und dem Wiedersehen ist mir - vor allem in Hinblick auf die sonstige detailreiche Schreibweise des Autors - ein wenig ins Hintertreffen geraten. Da hätte ich mir schon ein paar Informationen mehr erwartet. Sieben Jahre sind eine lange Zeit, in der sowohl Michael als auch Serina viel erlebt haben (müssen). 

    Den Entschluss, nach Argentinien zu fahren, um die nun endlich geöffneten Papiere von Kaleun Sieber zu überprüfen, finde ich grundsätzlich in Ordnung. Ich persönlich hätte schon viel früher die Dokumente angesehen. Interessant ist auch hier, die Einbettung in die politischen Gegebenheiten (Juan Peron ist Dikataor, Eva Perons Tod) und die vielen Auswanderer aus Deutschland. Das Netzwerk der NS-Zeit besteht nach wie vor und dass sich Michael und Serina darin verstricken, ist auch gut dargestellt. Lediglich die Verfolgungsjagden in Eis und Schnee empfinde ich ein wenig zu dick aufgetragen. Dass Südamerika ein Sammelbecken für Faschisten aller Art war, ist ja belegt und mir bekennt. Es ist eine Ironie des Schicksals, dass viele NS-Bonzen die selben Fluchtrouten benutzten, die zuvor die verfolgten Juden benutzt haben. 

    Sehr gut sind die Charaktere gelungen, vor allem Michael Stromm, dessen Wandlung vom Saulus zum Paulus nachvollziehbar ist. Der Torpedomechaniker ist ein Kind seiner Zeit, aufgewachsen mit der Indoktrination der NS-Propaganda erkennt er erst auf Maspalomas, beim Hören von BBC und die Ansprachen von Thomas Mann, dass im Deutschen Reich nicht alles so ist, wie es Goebbels & Co. darstellen. Oder der Leuchtturmwärter Paulus (Warum heißt der nicht Pablo?) und Serina, die beide nichts mit dem faschistischen Franco-Regime zu tun haben wollen - glaubhaft gezeichnet. Ich kann sie mir gut vorstellen, diese Serina, die mit ihrem Buick auf der Insel herumfährt (hier habe ich immer Sophia Loren im Kopf).  

    Die fehlenden Jahre zwischen Verrat und Wiedersehen sowie die, für mich James-Bond-artige Schnitzeljagd in Argentinien kosten den 5. Stern. 

    Fazit:

    Ein fesselnder historischer Krimi, der wie schon beschrieben, mehrere Zielgruppen anspricht. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

     

  2. Cover des Buches Die geliehene Schuld (ISBN: 9783453360396)
    Claire Winter

    Die geliehene Schuld

     (141)
    Aktuelle Rezension von: n_reads

    Wer sich für Nachkriegsgeschichte interessiert, sollte dieses Buch lesen. 

    Der Schreibstil von Claire Winter ist flüssig, informativ und sehr facettenreich. Das widerspiegelt die sehr gute Recherche. Claire Winter versteht die Leser dort abzuholen, die für die Geschichte Deutschlands sehr wichtig war. Und spricht auch ein Thema an, dass viele einflussreiche Nationalsozialisten es geschafft, haben trotz Nürnberger Prozesse etc., ihre Weste "rein" zu waschen und anschließend in der Politik Deutschland zu höhere Ämter gewählt wurden oder sogar eine Auszeichnung erhalten haben. Ich finde es toll, wie Claire Winter die fiktive Handlung mit wahren Persönlichkeiten einfließen lässt. 

    Die Protagonisten erzählen jeweils die Sicht aus ihrem Augenwinkel. Was enorm hilft die Situationen und Handlungen zu verstehen. 

    Der Roman war für mich eher ein Krimi, zumal er mit einem Mord an einen Journalisten anfängt. An Anfang hatte ich leichte Schwierigkeiten mir ein Überblick zu schaffen, jedoch das Personenregister hat mir sehr geholfen. Der springende Zeitwechsel hat noch sein übriges getan. Aberwenn man alle Personen zusammen hatte (das geht schnell) und die Zeitspannen in den Kapiteln zugeordnet hat, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Spannend bis zur letzten Seite, aber auch nachdenklich über ein Land indem ich lebe. 

    Packende Darstellung über einige wenige bekannte skandalöse Geschichte in der Nachkriegszeit.

  3. Cover des Buches Das Verschwinden des Josef Mengele (ISBN: 9783746636672)
    Olivier Guez

    Das Verschwinden des Josef Mengele

     (77)
    Aktuelle Rezension von: ingaburg

    Das Verschwinden des Josef Mengele“ von Oliver Guez, Berlin 2018

     

    Der Roman beschreibt, wie Josef Mengele mit anderen Nazis ein gutes Leben in Argentinien führte. Geld bekam er von seiner Familie aus Deutschland, die ihn auch 20 Jahre vor einem Haftbefehl beschützte, weil sie Freunde bei der Polizei und der Staatsanwaltschaft hatte. Erst als Eichmann verhaftet wurde, wurde das Leben für Mengele anstrengend und er flüchtete durch Paraguay und Brasilien. Er wurde zunehmend labiler, bis er 1979 beim Baden im Meer in Brasilien ertrank.

    Der politische/historische Roman zeigt, dass Mengele keinerlei Unrechtsbewusstsein hatte. Er war der „Todesengel“ von Ausschwitz, ein kalter und erbarmungsloser Schwerverbrechen, der nach seinen Taten jahrelang ein Leben in Luxus führen konnte.

    Der französische Autor Oliver Guez hat diese Ungeheuerlichkeiten penibel recherchiert und literarisch gut umgesetzt. Die Sprache ist einfach und nüchtern. Der Roman ist spannend geschrieben und die Motive bleiben nachvollziehbar. Beim Lesen fragt man sich, was Fiktion und was Wirklichkeit ist. 

    Das Thema bleibt aktuell. Ein Roman, der -Rassismus und Menschenverachtung zeigt und meine unbedingte Leseempfehlung erhält. Ich vergebe fünf von fünf Sternen.

  4. Cover des Buches Der Hexer - Im Bann des Puppenmachers (ISBN: 4026411108506)
    Wolfgang Hohlbein

    Der Hexer - Im Bann des Puppenmachers

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Buchgespenst

    Während Robert sich erneut dem grauenhaft Labyrinth in Amsterdam stellen muss, diesmal an der Seite der Templer, stellt sich Howard seiner Vergangenheit. Das Todesurteil seiner Brüder hat ihn einst in die Welt gejagt und alles zerstört, was ihm lieb und teuer war. Jetzt will er die Jagd beenden, doch die Strafe ist perfider als er es sich ausgemalt hat.

    Der siebte Band ist wieder eine gnadenlose und atemlose Verfolgungsjagd. Der Kampf gegen die großen Alten scheint aussichtslos, doch Robert und Howard werden nicht aufgegeben und gerade die scheinbare Übermacht sorgt für ununterbrochene Spannung beim Leser, in welcher Form Cthulu wieder zurückgedrängt werden kann.

    Eine rasante Fortsetzung, die allerdings keine weiteren Erkenntnisse oder Entwicklungen bringt. Der böse Cliffhanger sorgt allerdings dafür, dass man sofort zum nächsten Band greifen will.

  5. Cover des Buches Die Akte ODESSA (ISBN: 9783492960496)
    Frederick Forsyth

    Die Akte ODESSA

     (62)
    Aktuelle Rezension von: RobinBook

    Am Tag, an dem JFK ermordet wurde, beginnt diese spannende Geschichte, denn an diesem Tag bekommt ein Reporter zum ersten Mal etwas vom Schicksal des Juden Salomon Tauber mit. Der stirbt nämlich. Und zwar auch an diesem Tag. Durch die eigene Hand. Wegen einer anderen Geschichte, die Jahre vorher stattfand. Über die der Reporter im Laufe der Zeit mehr erfährt. Und mit der er, das erfährt er aber erst ziemlich zum Schluß, tatsächlich etwas zu tun hat.
    Erzählt wird neben den Erlebnissen Taubers im "Dritten Reich" auch das Anfang der 60er Jahre aktuelle politische Geschehen in Israel, den USA und in Deutschland. Vor allem, wie Deutschland mit den 20 Jahre geschehenen Ereignissen umgeht. Und natürlich von der Akte ODESSA = Organistation der ehemaliugen SS-Angehörigen...

    Diese Geschichte über die deutsche Geschichte mag nicht in Einzelheiten wahr sein, aber Schicksale wie das Salomon Taubers hat es in ähnlicher Form und in zahllosen Varianten leider tatsächlich gegeben. So, wie die Organisation Odessa. Und leider entspricht auch die im Roman angesprochene "Aufarbeitung" den Tatsachen.

  6. Cover des Buches Das Janusprojekt (ISBN: 9783499246074)
    Philip Kerr

    Das Janusprojekt

     (27)
    Aktuelle Rezension von: markus1708

    1949: Bernie Gunther hat es im vierten Band seiner Thrillerreihe nach Dachau verschlagen. Dort betreibt er, zusammen mit seiner Frau, eine Pension in der Nähe des ehemaligen KZ. Doch die Geschäfte laufen schlecht, und als seine Frau dann auch noch in die Psychiatrie kommt, zieht er nach München und arbeitet wieder als Detektiv. Einer der ersten Fälle ist eine Mandantin, die feststellen möchte dass ihr Mann tot ist, damit sie wieder heiraten kann. Doch bald ist nichts mehr wie es war und Gunther muss feststellen, dass er nur ein kleines Rad in einem perfiden Plan ist: alte Seilschaften sind immer noch mächtig und machen auch vor unschuldigen Opfern nicht halt um ihre Ziele zu erreichen… Der vierte Band der Gunther-Reihe ist für mich ein Meisterwerk! Die Story ist etwas komplex und es ist vorteilhaft wenn man die ersten drei Bände gelesen hat, aber die Story ist genial konstruiert, der Schreibstil ist wie immer genial und für mich ist dies eines der besten Bücher die ich seit langem gelesen habe. Unbedingt lesenswert und mindestens fünf von fünf Sternen wert.

  7. Cover des Buches Stille Hilfe für braune Kameraden (ISBN: 9783746670546)
  8. Cover des Buches Rattenerbe: Roman (ISBN: 9783740793548)
    Erwin Plachetka

    Rattenerbe: Roman

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  9. Cover des Buches Das letzte Experiment (ISBN: 9783499249235)
    Philip Kerr

    Das letzte Experiment

     (20)
    Aktuelle Rezension von: markus1708

    Per Schiff kommt Bernhard Gunther 1950 in Argentinien an. Dort gibt es bereits eine Reihe von ehemaligen Nazis und eine Organisation die ihnen anfangs unter die Arme greift. Doch sein guter Ruf als Polizist im Berlin der Vorkriegszeit erweckt schon bald das Interesse des argentinischen Geheimdienstes. Ein Mädchen ist ermordet worden und genauso bestialisch zugerichtet worden wie zwei vergleichbare Fälle in denen er damals ermittelt hat. Ein weiteres Mädchen ist verschwunden und nachdem die Polizei es nicht finden konnte,  ruhen die Hoffnungen auf Gunther - dem Spezialisten für verschwundene Personen. Als dann auch noch die bildschöne Anna ihn engagiert, überstürzen sich schon bald die Ereignisse: viele spielen ein falsches Spiel mit ihm, aber wie erkennt man wer Freund ist und wer Feind? Gunther muss einige schmerzhafte Lektionen über sich ergehen lassen... bis hin zu einem Flug auf 1.500 Meter in einem Flugzeug ohne Tür über den Rio de la Plata ... 

    Band 5 der Gunther-Reihe ist von einer Qualität wie man sie von Philip Kerr kennt,  die aber so hoch kaum jemand anderes erreicht. Wenn ich sechs Sterne vergeben dürfte, würde ich es tun - so bleibt es bei der maximal möglichen Zahl von fünf Sternen.

  10. Cover des Buches Rattenlinien (ISBN: 9783869137247)
    Martin von Arndt

    Rattenlinien

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Widmar-Puhl
    Martin von Arndts Roman "Rattenlinien": ein tolles Stück historischer Literatur über Nazi-Fluchtrouten in den Alpen nach dem Zweiten Weltkrieg. Hervorragend recherchiert, spannend gebaut und ausgezeichnet geschrieben. Es ist der zweite Roman mit der Hauptfigur des Kommissars Andreas Eckart, der im Ersten Weltkrieg im Schützengraben als Verschütteter traumatisiert wurde und in Berlin bei der Kripo ist.
    War der erste Fall rund um eine Gruppe "Nemesis" gebaut, die in Berlin vor der Machtergreifung der Nazis Fememorde an geflüchteten Verantwortlichen für den Völkermord an den Armeniern aus dem Jahr 1915 beging, so spielt der zweite Fall nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Mit diesem traumatisierten Helden, der keiner ist und als halber Italiener den Irrsinn des Nationalismus kennt, der aber aus seinen Schwächen manchmal auch Stärken macht, zieht er in den Kampf gegen führende Nazis, die sich unerkannt absetzen wollen.
    Geschrieben ist das Ganze wieder enorm spannend, mit Witz, Bosheit und wo nötig auch Schärfe in Urteil und Ton. Die Redeweise von kroatischen Ustascha-Leuten, die Arroganz führender US-Geheimdienstleute beim Umdrehen gegnerischer "Fachkräfte" gegen Kommunisten und das hinterhältige Verheizen der eigenen Leute - das kommt alles dermaßen realistisch daher, dass wir uns fröstelnd an die üblen Praktiken CIA und NSA oder an das Auftreten aktueller Neonazis erinnern. Tatsache ist: Damals wurden die Grundlagen für die heutigen Widersprüche in der US-Spionage geschaffen.
    Kaum weniger realistisch die Sprache des Monsignore im Vatikan, der salbungsvoll seine Fluchhilfe-Organisation für SS-Leute als "Rettung verirrter, bekehrter Seelen" schönredet und aggressiv wird, als ihn der Ermittler mit den Fallzahlen und dem Schweigen des Papstes zur Judenverfolgung konfrontiert.
    Eckarts Verbitterung angesichts solcher Heuchelei ist ebenso ansteckend wie im Fall der US-Führungsoffiziere. Als die aber den meistgesuchten SS-Flüchtling zwei Mal entkommen lassen, weil sie ihn gegen kommunistische Regimes einsetzen wollen, nimmt der Fall eine überraschende Wendung. Eckart entdeckt, dass sein italienischer Kollege ein amerikanisch-israelischer Doppelagent ist, und beide wechseln die Seiten, um ihr Ziel doch noch zu erreichen und den Oberschweinehund nach Palästine zu entführen.
    Die Doku-Fiction mit belastbaren, gut recherchierten Fakten und einem dramaturgisch dichten Plot scheint die literarische Form zu sein, die von Arndt besonders gut liegt. Da baut sich was auf im besten Sinne.
  11. Cover des Buches Das Schachbrett des Teufels (ISBN: 9783864891496)
    David Talbot

    Das Schachbrett des Teufels

     (1)
    Aktuelle Rezension von: wsch

    Manche 'Schweinereien' des CIA gehören ja heute bereits zum Allgemeinwissen. Beispielsweise die mehrfach erfolglosen Versuche, Kubas Revolutionsführer namens Fidel Castro zu beseitigen. Am Bekanntesten sicher das 'Schweinebucht"-Vorgehen.

    Oder Nicaragua. Oder Panama. Oder der Iran mit dem von der CIA angezettelten und finanzierten Aufstand gegen Mohammad Mossadegh im Jahr 1953. Um die iranischen Ölquellen nach wie vor ausbeuten und die draus resultierenden Gewinne in US-amerikanische und britische Taschen zu stopfen. Oder die sehr wahrscheinliche Ermordung von John F. Kennedy am 22. November 1963. Oder, oder, oder... 

    Die Liste liesse sich noch sehr lange fortsetzen! 

    Ohne dieses die Welt umspannende Sammelsurium an illegalen Aktivitäten des CIA, teils ohne Kenntnis, teils mit Kenntnis oder sogar auf Anweisung des jeweiligen POTUS (President of the United States) durchgeführt, sähe die Welt heute sicher anders aus.

    Wer weiss beispielsweise schon, dass der Vorläufer des CIA, der ja erst nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1947 gegründet wurde, eifrig dabei war, einigen Ultra-Nazis selbst aus der obersten Hierarchie der Diktatur des Dritten Reiches entweder zur Flucht oder zu entsprechenden Posten im Nachfolgestaat des Dritten Reiches, also der BRD zu verhelfen??? Da staunt der Fachmann und der Laie wundert sich...

    David Talbot fasst in seinem sehr gut zu lesenden Schreibstil all die 'Schweinereien' der heimlichen Regierung der USA, also des CIA unter Leitung von Allen Dulles zusammen. Kleine Zwischenbemerkung: sein Bruder John Foster Dulles war zur gleichen Zeit Außenminister der USA, oh Wunder, oh Wunder...

    Vor einiger Zeit habe ich mir die (schlechte) Angewohnheit zu Eigen gemacht, bei allen Seiten, von denen ich gegebenenfalls etwas zitieren oder nochmals nachlesen möchte, mit einem Eselsohr zu versehen. Beim "Schachbrett des Teufels" ist das Buch jetzt dank der vielen Eselsohren nahezu doppelt so dick wie beim Erwerb. Weil auf fast jeder Seite etwas steht, was mehrfach zu lesen mehr als Wert ist.

    Sollte jemand die Feststellungen von David Talbot anzweifeln: er belegt alles, was er beschreibt mit einem 38 Seiten starken, 1.078 Quellen umfassenden Verzeichnis!

    Einmal mehr das Urteil: PFLICHTLEKTÜRE!


  12. Cover des Buches Das Verschwinden des Josef Mengele (ISBN: 9783742407566)
    Olivier Guez

    Das Verschwinden des Josef Mengele

     (6)
    Aktuelle Rezension von: TheSaint

    Der französische Journalist und Schriftsteller Olivier Guez (* 1974) hat über drei Jahre lang Recherchen zu dieser Nachkriegsbiographie angestellt, welche nun von dem fabelhaften Burghart Klaußner ungekürzt durch seine Kunst der "Untertöne" vorgetragen wird.

    Klaußner schafft es von Beginn an, die Geschichte dieses Unmenschen vom Zeitpunkt seiner Flucht aus Deutschland 1949 bis zu seinem viel zu milden Tod in Brasilien 1979 aus einer gekonnten Balance aus Distanz und Nähe, aus sachlicher Kühle und Anverwandlung vorzutragen. Die Flucht über die berüchtigte "Rattenlinie" nach Südamerika und die Treffen Mengele's dort mit anderen Nazi-Schergen jagen durch den hervorragenden Vortrag des Sprechers Schauer über den Rücken und erzeugen mehr Grauen als ein fiktionaler Horrorroman.

    Fassungslos verfolgt man, wie sich die geflüchteten menschlichen Monstren in Argentinien zusammenrotten und Unterstützung und Schutz durch das Präsidentenehepaar Juan und Evita Peron erfahren. In diesem Land, welches sich in den 50ern Jahren als legitimer Erbe Hitler-Deutschlands sieht, lebt es sich in Saus und Braus. Der Nazi/Hitler-Kult wird zelebriert und der Traum der Wiederkehr des Nationalsozialismus genährt. Aber nicht nur hochrangige Politiker, sondern auch einflußreiche Privatpersonen, Militärs und auch die Kirche unterstützten diesen menschlichen Abschaum. Unglaublich, wozu der Mensch in der Lage ist, wenn ihm Macht und Geld geboten werden.

    Doch dann wird man durch Aktivitäten des israelischen Geheimdienstes aufgeschreckt und Mengele muss Argentinien verlassen. Er findet Unterschlupf in Paraguay, wo der mit deutschen Wurzeln versehene Präsident Strössner Mengele's Auslieferung an Deutschland verweigert. Doch auch hier kommt dieser abstoßende Mensch nicht zur Ruhe. Aus vielen Quellen zitiert Olivier Guez Mengele's Gejammer und die Bösartigkeit und die tiefe Überzeugung, das Richtige getan und im Namen der Wissenschaft gehandelt zu haben. Er & Co sind sich bezüglich der im Auftrag der "Herrenmenschen" begangenen Taten keiner Schuld bewusst: Alles geschah, um dem Land zur zustehenden Überlegenheit zu verhelfen... und weil es befohlen war. Seine Flucht führt ihn weiter nach Brasilien. Die Psyche und Gesundheit beginnen zu bröckeln, die sozialen Kontakte zerbrechen... Man ist erschüttert, wenn man den Gedankengängen dieses Mannes folgt - Opfer kommen selten zu Wort - und diese dann den historischen Tatsachen gegenüberstellt. Das Ende dieses Menschen im Feber 1979 empört zusätzlich.

    Ein eindringliches, berührendes, aufwühlendes, schmerzliches Werk. Das Hörbuch gewinnt durch Klaußner's Vortrag noch mehr an Schwere und ist in Zeiten, in denen die Zahl jener Amöben der menschlichen Spezies, die diese Zeit mit ihren Abscheulichkeiten verharmlosen oder gar ins Reich der Fantasie zu verweisen versuchen und heute solch Idiotie wieder in ihrem Lande haben möchten, eine DRINGENDE UND ABSOLUTE LESE/HÖREMPFEHLUNG!

  13. Cover des Buches Commissario Pavarotti kam nie nach Rom (ISBN: 9783740803162)
    Elisabeth Florin

    Commissario Pavarotti kam nie nach Rom

     (20)
    Aktuelle Rezension von: janaka
    *Inhalt*
    Schriftstellerin Anna Santer und ihr Mann Lex werden in ihrem Hotel in Meran tot aufgefunden. Es sieht wie eine Hinrichtung aus. Commissario Pavarotti und Ispettore Emmenegger stehen vor einem großen Rätsel. Wem galt der Anschlag? Lex, der sich in der Finanzwelt einen Namen gemacht hat oder seiner Frau Anne, die über die Rattenlinien aus dem 2. Weltkrieg recherchiert hat und darüber ein Buch schreiben möchte. Im Laufe der Ermittlungen taucht Lissie von Spiegel auf, sie war mit Anna Santer befreundet. Doch sie unterstützt nicht die beiden, sondern versucht das Verbrechen allein aufzuklären.

    *Meine Meinung*
    "Commissario Pavarotti kam nie nach Rom" von Elisabeth Florin ist bereits der vierte Band um den sympathische Inspector aus Meran. Der Schreibstil der Autorin ist spannend und fesselnd, schnell hat Elisabeth Florin mich in ihre Welt hineingezogen. Diesmal gehen die Ermittlungen in die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. Viele Flüchtlingen kamen nach Meran, um von dort aus nach Südamerika zu fiehen. Unter ihnen waren aber auch einige Nazis, die sich mit Hilfe von falschen Papiere die Ausreise ermöglicht haben und sich somit einer Verhaftung und Verurteilung zu entziehen.

    Die Charaktere sind lebendig und vielschichtig, diesmal bilden die drei Hauptprotagonisten kein Team, irgendwie agiert jeder für sich allein. Und ihr Verhalten weckt nicht nur Sympathien in mir, manchmal könnte ich sie alle drei schütteln. Die Spannungen zwischen Lissie und Luciano sind förmlich spürbar, aber die Hoffnung, dass die beiden sich wieder zusammenraufen, besteht weiterhin. Auch die Zusammenarbeit von Pavarotti und Emmenegger ist von diversen Spannungen geprägt. Emmenegger muss sehr unter den Launen von Pavarotti leiden und vermisst den nötigen Respekt ihm gegenüber. Die Nebencharaktere sind auch gut ausgearbeitet.

    Die bildhafte Sprache macht es mir möglich, mir all die Handlungsorte gut vorzustellen. Mit den raffiniert eingefädelten Wendungen bringt mich die Autorin immer wieder auf falsche Fährten. Sie lässt auch den Täter zu Wort kommen, ohne zu verraten, wer er ist. Das ist ein kluger Schachzug, es erhöht die Spannung.

    *Fazit*
    Insgesamt hat mir dieser Krimi wieder richtig gut gefallen, spannend, fesselnd und mit einer interessanten Geschichte. Es bringt Spaß, mit den dreien auf Ermittlungsjagd zu gehen.
    Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne.
  14. Cover des Buches Klaus Barbie. Begegnung mit dem Bösen (ISBN: 9783862316663)
    Leonhard Koppelmann

    Klaus Barbie. Begegnung mit dem Bösen

     (4)
    Aktuelle Rezension von: parden
    DIE ZWEI LEBEN DES MASSENMÖRDERS...

    Investigative Recherche, die enthüllt, Geschichtsjournalismus, der den Schrecken der Vergangenheit in die Gegenwart holt: Der Journalist Peter F. Müller hat sich auf die Spuren des brutalen Nazi-Schergen und umtriebigen Nachkriegskarrieristen Klaus Barbie begeben, der als »Schlächter von Lyon« in die Geschichtsbücher einging. In bisher unveröffentlichten O-Ton-Aufnahmen plaudert der Massenmörder unbeschwert über seine Gräueltaten und seine erstaunliche Karriere nach der NS-Zeit. Auf faszinierende und beklemmende Weise gibt das Doku-Drama Auskunft über eines der dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte.

    Klaus Barbie war mir auch vor dieser Dokumentation ein Begriff. Natürlich. Der 'Schlächter von Lyon', einer der meistgesuchten NS-Kriegsverbrecher, der, wie so viele andere auch, über die Rattenlinie nach Südamerika entkam. Punkt. Tatsächlich endete mein Wissen da.

    Nun, nach Anhören der Dokumentation, ist mir deutlich, dass sich ein Mensch kaum ändert, nur weil er sich plötzlich einer komplett veränderten Realität gegenübersieht. Der Mensch Klaus Barbie nach der Flucht bleibt machtbesessen, skrupellos, uneinsichtig. Und weil es Geheimdiensten, Landesregierungen, Politikern und einflussreichen Geschäftsleuten gut in den Kram passte, erhielt Barbie auch stets die notwendige Protektion.

    Der US-amerikanische CIC beispielsweise - der Vorläufer des CSI - nutzte Barbies Wissen und seine Verbindungen nur zu gern, und als es für ihn in Deutschland tatsächlich zu heikel wurde und Frankreich auf seiner Inhaftierung und Auslieferung bestand aufgrund der von ihm verübten unfassbaren Kriegsverbrechen, sorgte eben dieser CIC mit Unterstützung des Vatikan dafür, dass Barbie nach Südamerika entkam.

    Über Peru ging es nach Bolivien, wo er die Militärs in dem von ihm perfektionierten Waterboarding und anderen Foltermethoden unterrichtete, lebhafte Verbindungen zum BND unterhielt, v.a. in Angelegenheiten von Waffenlieferungen, und maßgeblich an der Verfolgung und Ermordung des Rebellenführers Che Guevara beteiligt war.


    "Alles nur, weil man SS-Mann war."


    Obwohl Barbie, der ab 1951 unter dem Namen Klaus Altmann in Bolivien lebte, bereits Anfang der 70er Jahre enttarnt wurde, wurde er erst nach einem Regierungswechsel in Bolivien 1983 festgenommen. Helmut Kohl verhinderte eine Auslieferung an Deutschland, um so kurz vor den Wahlen die Schulddebatte von Kriegsverbrechern nicht wieder aufkommen zu lassen. Stattdessen beantragte schließlich Frankreich die Auslieferung Barbies, wo er vor Gericht gestellt und 1987 schließlich zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. 1991 starb er mit fast 78 Jahren im Gefängnis von Lyon.

    Diese Dokumentation ist sehr lebendig und authentisch gestaltet, wobei Auszüge aus den Memoiren Klaus Barbies zitiert werden, die er im Gefängnis von Lyon schrieb (allerdings unter Auslassung diverser 'Details' aus seinem Leben in Bolivien, z.B. hinsichtlich seiner hervorragenden Kontakte zu und Geschäften mit den Drogenbaronen). Originalton-Aufnahmen von Klaus Barbie fließen hier ebenso ein wie die Versuche einzelner engagierter Personen, diesen Kriegsverbrecher endlich dingfest zu machen. Den Behauptungen und Bewertungen Klaus Barbies werden in nüchternem Ton die objektiven Tatsachen gegenübergestellt, die zu seinen persönlichen Ansichten nur zu oft eklatant im Widerspruch stehen.

    Ein Unbelehrbarer also? Ganz bestimmt. Fast noch erschreckender allerdings finde ich das Netz aus Politik, Geldmacht und Geheimdiensten, die solchem Verhalten noch den Boden bereiten und dies auch noch honorieren. Und es wäre wohl blauäugig anzunehmen, dass dies heutzutage anders ist. Der ein oder andere bekannte Staatspräsident mag hierfür als Beweis genügen... Dies aber nur mal so am Rande.

    Alles in allem jedenfalls eine empfehlenswerte Dokumentation!


    © Parden
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