Bücher mit dem Tag "rausch"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "rausch" gekennzeichnet haben.

37 Bücher

  1. Cover des Buches Das Licht (ISBN: 9783446261648)
    T. C. Boyle

    Das Licht

    (112)
    Aktuelle Rezension von: berlinerkatze

    Wer hier nach einem spannenden Plot sucht, sucht vergeblich. Die Geschichte ist recht vorhersehbar und beschränkt sich inhaltlich auf klassische Themen der 60er Hippie-Bewegung: Sex und LSD. Dafür sind diese ausführlich und gut beschrieben, sodass ich das Buch flüssig lesen konnte und es an Personen weiterempfehlen würde, die sich für diese Themen interessieren 

  2. Cover des Buches Björnstadt (ISBN: 9783442493906)
    Fredrik Backman

    Björnstadt

    (209)
    Aktuelle Rezension von: Jacky_liest

    Björnstadt ist ein leises, zugleich erschütterndes Buch über eine kleine schwedische Stadt, deren ganzes Selbstverständnis auf dem Eishockey ruht. Backman erzählt nicht nur eine Geschichte, sondern viele: die der Spieler, der Eltern, der Trainer, der Kinder und einer Tat, die alles verändert. Was als Hoffnung auf sportlichen Erfolg beginnt, wird zu einer schonungslosen Auseinandersetzung mit Schuld, Loyalität, Schweigen und der Frage, auf wessen Seite man steht, wenn es unbequem wird.


    Besonders beeindruckend ist, wie nah man den Figuren kommt. Backman beschreibt Gedanken, Gefühle und innere Konflikte so feinfühlig, dass Schmerz, Hilflosigkeit und Verzweiflung fast körperlich spürbar werden. Nichts wirkt konstruiert oder wie ein dramatischer Zufall, im Gegenteil: Genau so passieren solche Dinge leider viel zu oft in der Realität. Björnstadt rüttelt auf, macht wütend, traurig und nachdenklich und bleibt noch lange im Kopf.


    Ein eindringlicher, emotionaler Roman, den man nicht einfach „wegliest“, sondern erlebt. Absolut empfehlenswert, auch (und gerade) für Jugendliche, weil er wichtige Themen offen, ehrlich und ohne einfache Antworten behandelt.

  3. Cover des Buches The Girls (ISBN: 9783446286078)
    Emma Cline

    The Girls

    (294)
    Aktuelle Rezension von: BillDoor

    "Dass ich aufsah, lag an dem Gelächter, dass ich weiter hinsah, an den Mädchen."

    Mit „The Girls“ hat Emma Cline einen eindrucksvollen Roman über die aufgeladene Stimmung im Hollywood der späten 60er Jahre rund um die Verbrechen der Manson-Family verfasst (auch wenn Cline in ihrem Roman kleine Details wie Namen oder Umstände des Verbrechens variiert). 

    Nach Abschluss des Romans bin ich etwas hin- und hergerissen.

    Einerseits schreibt Cline unbestritten in einem wunderbaren Stil, die deutsche Übersetzung von Nikolaus Stingl ist ebenfalls sehr gelungen. Die unheilvolle Stimmung, die in der trägen Hitze des Sommers 1969 flirrt, ist beim Lesen geradezu physisch nachzuvollziehen. 

    Auch die gewählte Perspektive von Evie Boyd, einer Teenagerin und Kult-Sympathisantin, eher Bystander und Mitläuferin als überzeugte Täterin ist interessant gewählt. 

    Die Beleuchtung der Umstände, die dazu führen, dass Evie in die Dunstkreise des Kults auf „der Ranch“ gelangt, macht „The Girls“ weniger zu einem Thriller (wie es etwa bei der naheliegenden Aufarbeitung der Thematik aus Sicht eines Cops oder Kultmitglieds der Fall wäre) sondern eher zu einem authentisch wirkenden, modern-historischen Coming-Of-Age Roman. 

    Auf der anderen Seite scheint es teilweise, als hätte Cline die eigentliche Handlung des Romans zugunsten der dichten Atmosphäre und den zahlreichen, geschickt eingewebten Reminiszenzen an das zeitliche Setting vernachlässigt. 

    Die Beschreibung von Evies Gedanken, Gefühlen und Sehnsüchten, ihres sozialen Umfelds und ihrer Fixierung auf Suzanne – eines der „Ranch Girls“ – nimmt viel Platz ein. Dadurch gewinnen sowohl Evie als Protagonistin sowie auch die zeithistorische Verortung der Geschichte an Tiefe.

    Der Kult rund um Anführer Russel und „seine Mädchen“ bleibt dagegen blass. Ihre Idelogie wird lose in abgedrifteten Hippie-Phrasen und Drogenexzessen verankert; die Radikalisierung bis hin zu den grausamen Morden ist eher ein vorausgesetztes Faktum als ein nachvollziehbarer Prozess. 

    Es scheint, als würde sich Cline hier viel zu stark auf das Vorwissen ihrer Leser*innen um die reale Vorlage zum Roman zu verlassen anstatt diese Aspekte der Geschichte selbst auszuformulieren.

    Das führt stellenweise leider dazu, dass die Geschichte nah an einer Romantisierung des Geschehens vorbeischrammt. So zum Beispiel, wenn das Handeln der "Mädchen"  als weibliche Wut und Gegenwehr zum Patriachat interpretiert wird.

    Trotz der Schönheit der Sprache hätte „The Girls“ zudem ein rigoroseres Lektorat vertragen. Gerade im Mittelteil wirken viele Kapitel aufgebauscht und zu lang für den eigentlichen Inhalt, den sie vermitteln. Leichte Kürzungen hätten hier sicherlich zu einer besseren Dynamik beigetragen. 

    Alles in allem ist „The Girls“ ein durchaus lesenswertes und wunderschön geschriebenes Buch. Als Leser*in sollte man allerdings Vorwissen zur Geschichte der Manson-Family und (noch viel wichtiger) ein wenig Geduld mitbringen.

  4. Cover des Buches 9 Tage wach (ISBN: 9783841906298)
    Eric Stehfest

    9 Tage wach

    (80)
    Aktuelle Rezension von: Miss_Zuckerwatte

    Das Buch beschreibt einen langen und sehr exzessiven Lebensabschnitt des jungen Mannes. Es beschreibt schonungslos die vielen Rauschzustände und Eskapaden des Schauspielers und ist durchaus interessant, da es sich hier um eine wirklich erlebte Geschichte handelt.

    Ich hatte immer wieder Probleme in die Geschichte einzufinden und dran zu bleiben. Oft hatte ich nach 10 Seiten auch keine Lust mehr. Ich bin froh, dass ich es durch habe...

  5. Cover des Buches Roxy (ISBN: 9783733507282)
    Neal Shusterman

    Roxy

    (196)
    Aktuelle Rezension von: Feather

    Dem Autoren-Duo Neal & Jarrod Shusterman ist mit Roxy ein wirkliches Meisterwerk gelungen.

    Sowohl die kreative Idee, Drogen als menschliche Erzähler und Charaktere zu nehmen, als auch die Umsetzung davon ist wirklich sehr gut gelungen. Drogenmissbrauch ist kein leichtes Thema und das Ansprechen und Verarbeiten davon in eine Geschichte auch nicht; umso mehr freut es mich, dass in diesem Werk sowohl aufgeklärt als auch vermittelt wurde, wie schnell man Drogen verfallen kann (was man an unserem Protagonisten sehen kann).

    Anfangs war es vielleicht etwas verwirrend, waren es doch viele Charaktere und mehrere Handlungsebenen, doch nach kurzer Zeit war ich dann wirklich drin in dieser Geschichte und war sehr gefesselt vom Schreibstil. Es war mein erstes Buch von den Autoren und ich habe mir weitere ihrer Werke bestellt, weil ich diesen flüssigen Schreibstil so mochte.

    Mein einziger Kritikpunkt ist allerdings, dass teilweise Handlungsstränge oder einzelne Szenen so verwirrend ware, dass ich beim Lesen öfter drüber gestolpert bin und etwas gebraucht habe, um wirklich nachvollziehen zu können, was gerade passiert oder wer wer ist.

    Trotzdem würde ich dieses Buch jedem empfehlen, der das Problem von Drogenmissbrauch mal aus einer anderen Perspektive betrachten möchte.

  6. Cover des Buches Die Sonnenfeuer-Ballade 3: A Kiss to End a Song (ISBN: 9783522508155)
    Julia Dippel

    Die Sonnenfeuer-Ballade 3: A Kiss to End a Song

    (146)
    Aktuelle Rezension von: Silke-Lu

    Sintha ist seit Jahren auf der Flucht, während der Krieg die Welt erschüttert. Als Arez schwer verwundet wird, bleibt ihr keine Wahl mehr: Sie muss sich ihrer Vergangenheit stellen und eine Entscheidung treffen, die über Liebe, Schuld und Zukunft entscheidet.

    Ich kann mich nur wiederholen: Der Schreibstil von Julia Dippel gefällt mir einfach sehr. Er ist angenehm, flüssig und zieht einen schnell in die Geschichte hinein. Auch in diesem Band gibt es wieder viele witzige Stellen, die mir den Abschiedsschmerz von der Geschichte leichter gemacht haben und für schöne Lesemomente sorgen.

    Besonders hervorheben muss ich erneut Nivi. Ich liebe dieses Irrlicht einfach. Der Moment, in dem Nivi ein Leuchtturm sein möchte, war für mich einer der schönsten des ganzen Buches. Ich denke, alle, die die Geschichte gelesen haben, wissen genau, was damit gemeint ist.

    Wie schon in Band 2 hatte ich allerdings das Gefühl, dass der Anlass für die spicy Szenen etwas konstruiert wirkte. Die Idee mit den QR-Codes finde ich trotzdem sehr gelungen: Man kann die Szenen lesen, muss es aber nicht. Das empfinde ich als eine sehr elegante Lösung.

    Insgesamt hat mir Band 3 wieder besser gefallen als Band 2, auch wenn er für mich nicht ganz an die Stärke von Band 1 herankommt. Deshalb vergebe ich keine fünf Sterne. Nichtsdestotrotz ist es ein gelungenes finales Buch der Geschichte rund um Sintha und Arez.

    Besonders berührt hat mich die Liebeserklärung „Iryass – Himmel“. Mehr möchte ich dazu gar nicht sagen, denn auch hier werden alle, die es gelesen haben, genau verstehen, warum dieser Moment so besonders ist.

    Ein emotionales und würdiges Ende einer Fantasy-Reihe, die mir sehr ans Herz gewachsen ist.

  7. Cover des Buches On the Road (ISBN: 9783499253836)
    Jack Kerouac

    On the Road

    (75)
    Aktuelle Rezension von: EvyHeart

    Worum geht es?


    "On the road" beschreibt in 5 Abschnitten die Reisen Jack Kerouacs von New York in Richtung Westen und nach Mexico. Während er die erste Reise allein unternimmt, trifft er später Neal und fährt mit ihm. Zwischen den Reisen arbeiten, studieren oder schreiben sie und sie versuchen, ein ruhiges Familienleben zu leben. Und scheitern.

    Formal betrachtet haben die Freunde Ziele - sie wollen Freunde besuchen oder Möbel transportieren. Aber sie kommen nie wirklich an, die Straße zieht sie nach draußen.

    Charaktere


    Jack Kerouac ist die Hauptfigur und der Erzähler. Er wirkt etwas naiv, unsicher, als er seine erste Reise antritt. Aber er kommt an :-) Später trifft er Neal, der ein Vorbild für ihn wird. Neal hat immer einen Plan, will stetig vorwärts und ist, einmal angekommen, nicht glücklich. Im letzten Drittel bekommt Neals Bild Risse und Jack erkennt, dass er sich nicht nur auf ihn verlassen kann, sondern eigene Entscheidunmgen treffen muss. Doch ähnlich wie Neal hat er Probleme mit Frauen: Fast das ganze Buch lang versucht er, mit einer Frau zu schlafen. Später hat er kleine Liebschaften, aber sowohl seine erste Ehe (vor der Handlung) und als auch die Beziehung zu einer Komilitionin scheitern. Jacks Mutter und Schwester, mit denen er ins ländliche Idyll zieht, sind dort nicht glücklich. Die Frauen im Buch finde das Umherreisen nicht gut.

    Jack wirkt im ganzen Buch wie ein Zuschauer. Er beobachtet, aber hält nur selten inne und denkt nach. Er sehnt sich nach Halt, aber findet ihn nicht. Für mich hatte Jack immer etwas Trauriges.

    Neal Cassady ist der schillernde Gott, der an Glanz verliert. Neals Vater ist im Gefängnis und ein Ziel im Buch ist, ihn zu finden. Da sogar sein Bruder klarmacht, dass die Familie nichts mit ihm zu tun haen möchte, ist das schwer. Neal leidet unter dem Verlust, er beschäftigt sich mit Philosophie und möchte viel lernen, scheitert aber. Er wird sogar von Justin W. Brierly gefördert, enttäuscht jedoch dessen Vertrauen. Neal ist der Motor, Antrieb, aber irgendwann wirkt er wie eine Schallplatte mit einem Sprung. Vielleicht entwickeln sich die anderen Figuren weiter, vielleicht wird Neal stetig verrückter und seine Motive unklarer. Ich finde das sehr traurig.

    Neal Cassady wirkte bereits in "Howl" schön und gleißend, aber ich traute diesem Bild nicht. In "On the road" sehe ich das bestätigt. Neal ist ständig unterwegs, aber er kommt nie an.

    Gestaltung und Sprache


    In Rezensionen zum Buch liest man oft, dass die Sprache schwierig sei, weil es keine Absätze gibt und der Text stark fließt, ein Bewusstseinsstrom. Ich hatte mit der Sprache keine Probleme. Ich fand es schade, dass der Autor selten in die Tiefe geht und es schwierig ist, den Überblick zu behalten. Aber ich fand es nicht schwierig zu lesen. Im Gegensatz zum Thomas Mann, der ebenfalls lange Sätze nutzte, ist die Sprache in "On the road" umgangssprachlicher und mir mehr vertraut. Während bei Manns Texten die Wortwahl und die Grammatik "älter" sind, erinnerte mich Kerouacs Werk an Texte der heutigen Zeit. Vielleicht liegt es an der englischen Sprache?

    Auch die fehlenden Absätze bereiteten mir keine Probleme. Vielleicht lag es daran, dass ich mir das Buch in kleine Portionen zu 20 Seiten eingeteilt habe. Allerdings: Kerouac hat sein Buch in kleine Episoden aufgeteilt z.B. durch die Städte, die besucht werden sollen. Oder durch Liebschaften. Kerouac hat dem fließenden Text eine Struktur gegeben, die erfassbar und voraussehbar ist.

    Die Episoden bringen Ruhe in den Text und machen ihn für mich persönlich. In den Passage mit Neal habe ich oft das Gefühl, dass Jack "nur" mitfährt. Aber wenn er von einem Mädchen berichtet, seiner Leidenschaft für Jazz  oder dem Punkt, an dem er Amerika auf dem Kopf stehend betrachtet, dann wirkt er wie er selbst.

    Mir fehlte an einigen Stellen die Kontinuität. Es gibt philosophische und mystische Abschnitte, die überraschen. Manchmal tauchen Motive und Figuren auf, die der Ich-Erzähler deutet, obwohl er zuvor mit dem Auto gefahren ist. Ich wurde aus meinem Fluss gerissen und zum Nachdenken angeregt und das wirkte nicht so stimmig. Ich denke, Kerouac hätte das gern vertieft, aber in der Urfassung war scheinbar noch kein Platz dafür :-)


    Fazit


    "On the road" hat mich enttäuscht. Es war kein Buch, das mein Leben veränderte. Aber es hinterlässt Spuren. Ich habe keinen Tatendrang gespürt, keine Lust an der Landschaft, alles zieht vorbei. Ich kann den "Hype" um das Buch nicht verstehen. Es sind andere Zeiten. Vieles, was für uns heute normal ist, war damals neu. Dass Kerouac völlig selbstverständlich über Schwulen-Bars schreibt z.B. Gleichzeitig vermisse ich die Einfachheit, die das Buch zeichnet - loszulaufen, lange wegzugehen, ohne sich über die Straßenbahn aufzuregen. Die Gedankenlosigkeit. Gleichzeitig betrübt es mich, dass die beiden nicht finden, wonach sie suchen. Obwohl Jack bereits als Schriftsteller arbeitet, fühlt er sich weder auf der Straße noch bei seiner Frau wohl.
  8. Cover des Buches Vor uns die Nacht (ISBN: 9783839001592)
    Bettina Belitz

    Vor uns die Nacht

    (220)
    Aktuelle Rezension von: wordworld

    Auf diese Geschichte bin ich auf einem Flohmarkt gestoßen und habe das gut erhaltene Printexemplar vor allem wegen des wunderschönen Covers mitgenommen. Der Titel steht schmucklos und in geschwungenen weißen Lettern im Mittelpunkt des Covers und wird von krakeligen blauen und weißen Blumen umrankt. Zusammen mit dem dunkelblauen Grund wirkt die ganze Komposition sehr edel und gleichzeitig dezent und ansprechend. Ich bin total begeistert von der Gestaltung! Auch innerhalb des Buches sind die Kapitelanfänge immer liebevoll verziert und mit seltsamen aber immer passenden Kapitelüberschriften versehen.


    Erster Satz: „Für einen Flügelschlag unserer Seelen halten wir inne.“

    Mit diesem Satz beginnt diese seltsame Geschichte, von der ich ehrlich gesagt nicht so genau weiß, was ich von ihr halten soll. Sie ist auf jeden Fall sehr exzentrisch und mit ihrer düsteren, geheimnisvollen Grundstimmung und den ausschweifenden Metaphern oft knapp an der der Grenze zur Fantasy, sodass es mich zu keinem Zeitpunkt der Story gewundert hätte, wenn die Protagonisten plötzlich Flügel und Klauen bekommen hätten und weggeflogen wären. Dabei behandelt der Roman ein eigentlich reales Szenario. Die junge Archäologie-Studentin Ronia wird an Weihnachten von ihrem Freund Lukas verlassen - schon wieder - und muss nun ganz alleine das Fest in ihrer Pfarrerfamilie durchstehen. Als sie nach dem obligatorischen Gottesdienst zusammen mit ihrem besten Freund Jonas, den jeder für ihren perfekten Partner hält, von dem sie aber nichts will, in einer Bar einen jungen Typen trifft, schiebt sie ihre Faszination auf ihren Liebeskummer und den Drink, den sie sich auf den leeren Magen gegen den Kummer gegönnt hat. Doch je öfter sie ihm zufällig über den Weg läuft, desto größer wird die Anziehungskraft zwischen ihr und dem eigenartigen, wunderschönen Mann mit der eleganten Körperhaltung und den uralten Augen. Dass er, den alle nur River nennen, einen schlechten Ruf hat, in der Drogenszene unterwegs sein soll und angeblich als Callboy arbeitet, kann Ronia schon bald nicht mehr davon abhalten, jeden Freitag auf eine Begegnung mit ihm zu hoffen...


    "Eigentlich ist es ganz einfach - ich werde nichts weiter tun, als wie bisher joggen zu gehen. Den Rest entscheidet das Schicksal. Das zwischen Jan und mir wird niemals eine Beziehung. Es ist Lichtjahre davon entfernt. Und ich werde mich nicht verlieben. Es wird allerhöchstens ein Abenteuer. Das erste meines Lebens!"


    Um zu verstehen, weshalb die Geschichte so entrückt wirkt, ist es notwendig, die besondere Erzählweise zu verstehen. Erzählt wird hier nicht wirklich stringent mit klarer Handlung und rotem Faden sondern vielmehr in einem Rausch aus kurzen einzelnen Szenen, die sehr oft die selbe Situation zeigen. Manchmal werden riesige Sprünge im Plot vorgenommen und wir sind plötzlich ein paar Monate weiter und außer den Freitagen scheint es irgendwann keinen anderen Tag der Woche mehr zu geben, der erzählt wird. Doch trotz dass es kein wirklicher Spannungsbogen gibt, hat diese Geschichte einen besonderen Sog und es wird nicht langweilig.
    Aufgebaut wird dieser Sog in erster Linie durch die reine, poetische Sprache, die oft auf sonderbare Art und Weise den Kern einer Situation trifft. Man kann an der Schreibart definitiv ablesen, dass die Autorin ursprünglich aus der Fantasy kommt. So viele Anspielungen auf esoterischer, metaphysischer Ebene habe ich lange nicht mehr bei einer Liebesgeschichte erlebt. Gleichzeitig hat die Geschichte durch die rasche, springende Erzählweise etwas Rauschhaftes, was auch gut damit zusammen passt, dass Ronia bald eine seltsame Abhängigkeit von River entwickelt. Dass sie sich wie an einer Droge berauscht, total von Sinnen ist, sich gleichzeitig immer weiter zurückzieht, alle anderen von sich stößt, Verpflichtungen, Freude, Familie vernachlässigt und es ihr auch gesundheitlich immer schlechter geht, hat dabei für viele Stirnrunzel-Momente bei mir geführt. Diese seltsame Mischung aus erotischer Anziehungskraft, Kontrollverlust, Rausch, Schmerz und Liebe las sich nicht gerade wie ein besonders gesundes Verhältnis.


    "Ich bin anders. Aber es ist nicht nur Schmerz und Verzweiflung und Sehnsucht was mich um meinen Verstand bringt und jene Gesetze auf den Kopf stellt, die bisher ewige Gleichgültigkeit hatten. Es ist etwas Echtes, Wahres darin, das ich leben muss, weil ich sonst nie mehr glücklich werde. Ich muss diesen Weg gehen. Zu diesem Weg gibt es keine Alternative - selbst wenn er mich umbringt, sodass ich irgendwann nur noch existieren, aber nie mehr liebe und lebe. Ich bin vollkommen ausgeliefert."


    Vielleicht mag das der Grund dafür sein, dass ich trotz meiner Faszination für die Düstere, Rauschhafte der Geschichte nicht ganz warm mit ihr werden konnte. Vielleicht liegt es aber auch an der Protagonistin, zu der ich die ganze Zeit über eine deutliche Distanz hatte. Ronia ist eine sehr eigensinnige Frau, deren viele abgefahrene Gedanken oft überspitzt, unreif, sehr sprunghaft wirken, sodass sie beim Leser nicht ganz ankommen. Auch wenn sie wirklich keinem Klischee entspricht und alles versucht um unabhängig und erwachsen zu sein, ist sie mir manchmal wirklich auf die Nerven gegangen und ich konnte an vielen Stellen verstehen, warum ihre Exfreunde sich immer von ihr getrennt haben. Sie ist exzentrisch, anspruchsvoll, anstrengend und definitiv ganz anders als andere Protagonistinnen, die ich schon begleitet habe. Sie war definitiv ein sehr spannender Charakter, gemocht habe ich sie aber nicht wirklich.


    "Denkst du an mich?", flüstere ich in die Dunkelheit und lausche, als könne ich die Antwort hören, wenn ich nur leise und aufmerksam genug bin. "Denkst du jetzt auch an mich?" Erst im Morgengrauen glaubte ich ein Ja zu fühlen, irgendwo zwischen Wachen und Schlaf, und ergebe mich dankbar seinem süßen, beruhigenden Rausch."


    Auch Jan ist irgendwie ein wenig seltsam und kein wirklicher Sympathieträger. Er ist sehr attraktiv, sich dessen aber auch bewusst und setzt seinen Körper als Waffe ein. Sein offener Umgang mit Drogen, sein selbstgerechtes Verhalten und die irgendwie nicht ganz stimmigen Umstände seines Lebens machten es mir wirklich schwer, ihn zu mögen.


    "Jan umarmt mich - und in diesem Augenblick ist er alles für mich, Geliebter, Freund, Bruder, Engel. Seelengefährte. Zu viel und zu schön. "Ich liebe dich", denke ich, so aufrichtig und rein, dass ich nicht einmal erschrecke. Es ist so, ich kann nichts dagegen ausrichten. Ich habe es mir nicht ausgesucht aber es ist da. Schon wieder erleuchten die Worte meinen Kopf, mein Herz und meinen Bauch, schlicht und unmissverständlich. Ich liebe dich. Ahnt er es?"


    Dazu kommt, dass ich die ganze Zeit über auf eine krasse Wendung gewartet habe, die die ganzen geheimnisvollen Anspielungen erklären und dann am Ende von der "großen Enthüllung" sehr enttäuscht war, da hier eine ganz neue Thematik mit rein gebracht wird, ohne dass sie wirklich für die Story genutzt wird. Sehr witzig ist, dass ich eben erst bemerkt habe, dass "Mit uns der Wind", welches ich vor Jahren ebenfalls mal gelesen habe, mit dieser Geschichte in Verbindung steht. Schon damals wusste ich nicht genau was ich von der Autorin und ihrem Stil halten soll, doch dieses andere Buch ist auf seine seltsame Art und Weise definitiv gelungener und stimmiger als diese Geschichte!



    Fazit:

    Die reine, poetische Sprache und der sprunghafte Erzählstil der Autorin haben einen starken Sog und eine Faszination für das Düstere, Rauschhafte der Geschichte bei mir ausgelöst. Aufgrund der eher unsympathischen Charaktere und einer eher schlechten als rechten Auflösung am Ende konnte mich diese exzentrische Geschichte aber alles in allem nicht überzeugen.

  9. Cover des Buches Der goldene Handschuh (ISBN: 9783499271274)
    Heinz Strunk

    Der goldene Handschuh

    (308)
    Aktuelle Rezension von: AtschiB

    Ich habe vor längerer Zeit den Film gesehen und er geht mir nicht aus dem Kopf. Eher angewidert von der Perversion des Frauenmörders in Hamburg, wollte ich nun doch das Buch lesen. Heinz Strunk beschreibt in bisweilen sehr derber Sprache das Leben und die Gedanken des Frauenmörders Fritz Honkas sowie das seines sozialen Umfeldes und gibt Einblicke das Leben der Familie von Dohren. Das perverse Innenleben des Protagonisten wird teilweise in äußerst vulgärer Sprache dargestellt. Das ich im Film schon abartig und ist im Buch nicht anders. Ich hatte bisweilen Probleme zwischen den verschiedenen Handlungslinien unterscheiden obwohl ich den Film kenne. Der Autor nimmt den Leser mit nach St. Pauli der 70er Jahre, in die Kneipe ‚Zum goldenen Handschuh‘, wo sich Alkoholiker, Zuhälter und Prostituierte treffen. Es ist eine beeindruckende und verstörende Darstellung eines Milieus der völligen Verwahrlosung, in dem keinerlei Hemmungen und Anstand mehr existieren. Honkas Wohnung, wo es vergammelt riecht und unsagbar dreckig ist, in eine Welt, die einem buchstäblich den Atem nimmt und einen mit Schrecken erfüllt. Die gesamte Atmosphäre im Buch erdrückend, düster, verstörend und bisweilen einfach nicht auszuhalten.

  10. Cover des Buches Strobo (ISBN: 9783941592988)
    Airen

    Strobo

    (66)
    Aktuelle Rezension von: Leila_James

    Inhalt

    airen (ein Pseudonym) schriebt über sein Leben in Berlin. Er schreibt wie er lebt. Im rausch er berichtet in kurzen Blog Einträgen über das Leben zwischen Job und Party. Zwischen Sex und Drogen oder Sex auf Drogen über legendäre nächte in den größten Techno Clubs in Berlin und über das Leben zwischen den Wochenenden.


    meinung 

    es war mein 2. mal da 1. war ein lesen im rausch ein inhalieren der Seiten ein ich will wissen wie das ist eine Sensationslust. Diesmal war es ein nach Hause kommen ein gefühltes hallo mit der dunklen Seite von Berlin. Man kann strobo allein lesen es lohnt sich aber wie ich es beim 1. Mal gemacht habe Rave von Reiner goetz vorab zu lesen um mehr zu verstehen und um airen zu verstehen. Für mich ist das Buch ein kleines bisschen wie nach Hause kommen. Ich mag es jedes Mal aufs Neue und jedes Mal eine andere Seite des Buches 

  11. Cover des Buches Dicht (ISBN: 9783499274831)
    Stefanie Sargnagel

    Dicht

    (27)
    Aktuelle Rezension von: mariameerhaba

    Es macht Spaß, ihre Beiträge auf Facebook zu lesen. Es sind kurze Anekdoten, die mich zum Schmunzeln bringen. Als Buch funktionieren sie nicht und mal ehrlich: Das hier liest sich so, als hätte jemand gesagt, sie solle ohne nachzudenken über ihr Leben erzählen. Ich kann mir unmöglich vorstellen, dass sie wirklich dafür drei Jahre gebraucht haben soll.

    Es wird gesoffen, geraucht, gekokst, als würde nichts anderes auf der Welt irgendwie Spaß machen, wenn man nicht bumzua ist. Ich hatte auch solche Typen in der Schule, die von einem High zum Nächsten lebten, die mit ihren Selbstgedrehten gegen die Welt wetterten, und siehe da: sie haben es alle geschafft, im Teenageralter Eltern zu werden.

    Ich bin so wie sie ein Millennial, aber ich habe es in meiner Jugend geschafft, nicht jeden Tag zu trinken und zu kiffen. Wie eine Maschine lässt sie sich vom Rauschgift benebeln, weil sie scheinbar nüchtern nicht in der Lage ist, ihren Alltag aus Nichtstun zu bewältigen. Dann jammert sie ununterbrochen über das Schulsystem, weil Lernen ja schwer ist. Wow, okay, danke für deine Ehrlichkeit.

    Aber dieser Alkoholkonsum beim Lesen hat mich krank gemacht. Hat sie in ihrer Jugend nicht irgendwie anders Spaß haben können? Oder gilt man als extra gebildet, wenn man als Minderjährige zu Mittag sein Bier zischen lässt und dazu eine Schachtel Kippen raucht?

    Wenn ich den Konsum ignoriere, so bietet mir das Buch überhaupt nichts an. Das Buch besteht aus dieser einen Dauerschleife, in der gejammert und getrunken wird. Außerhalb dieser Schleife gibt es so ziemlich nichts im Buch. Es tauchen jede Menge Figuren auf, die alle voll irrsinnig sind, die aber spurlos wieder aus der Geschichte verschwinden. Es gibt nichts, was mich in dieser Geschichte halten konnte.

    Der Stil ist zwar rau, wie er mir gefällt, aber mehr auch wieder nicht. Auf die Schönheit der Sprache wird auch nicht eingegangen und irgendwie ... tja ... ich weiß auch nicht. Ja, sie kann schreiben, aber wäre das Buch nicht kostenlos über das Kindle Unlimited verfügbar gewesen, ich hätte es niemals gelesen.

  12. Cover des Buches Naked Lunch (ISBN: 9783499256448)
    William S. Burroughs

    Naked Lunch

    (95)
    Aktuelle Rezension von: jamal_tuschick
    Mütterlicherseits stammte er von Robert E. Lee ab, einem Guerillavirtuosen im konföderierten Generalsrang. William Seward Burroughs (1914 - 1997) fand in dieser verwandtschaftlichen Beziehung das Motiv für einen Avatar namens Bill Lee. Protagonisten mit Zügen des Autors begegnen allen Milieus mit Neugier und Hochmut. Vierzig Jahre nach meiner ersten Burroughs-Lektüre geht mir auf, in welchem Ausmaß sich dieser Schriftsteller selbst aristokratisiert hat, vielleicht mobilisiert von einer sagenhaften Herkunft. (Wie sehr er dem Süden verhaftet war.) Ich stelle mir Burroughs als einen lebenslang Alimentierten vor. Seine Leute waren vermögend, der von Gossen und ihren Typen auf allen Kontinenten faszinierte Spross hatte seinen Kumpanen immer einen Scheck voraus. Sein Habitus verband sich mit einer Förmlichkeit, die aus europäischen Vorstellungen von einer Privatgelehrtenexistenz gewonnen wurden. In den 1940er Jahren geriet er in Abhängigkeit. Dazu regte ihn Herbert Hunke an, der dem Beat und seiner Generation ein paar Präambeln der Verkehrsordnung diktierte. Burroughs Kaltblütigkeit im Verhältnis zur Sucht erscheint mir heute noch genauso großartig wie als Jugendlicher. Die Folgen blank vor Augen: setzte er sich den ersten Schuß. Das erzählt „Junkie“. In „Naked Lunch“ lebt Burroughs als Bill Lee nach den Junk-Gesetzen. Der Autor wähnt sich in einem Zustand äußerster Luzidität. Er erkennt, was die Welt im Innersten zusammen hält. Der amerikanische Alltagsanschein hält keiner Prüfung stand, in Burroughs´ Matrix löst sich das Raum-Zeit-Kontinuum auf. In diesem paranoiden Universum ist alles Lava aus Gier. Bekanntlich wollten nach Burroughs viele auf die andere Seite durchbrechen: Break On Through To the Other Side. Freeland heißt der Bezirk in „Naked Lunch“. Da trifft Alt-Ägyptisches auf humane und semi-humane Hybriden der Handlungsgegenwart in wabernden Prozessen und mit aztekischen Zimbelierungen. So lese ich heute das Buch. Einst diente es der Erweiterung meines Drogenhorizonts. Burroughs stieß als Feldforscher vor, er experimentierte und analysierte. Er schrieb sich mit Kapazitäten.

    Sein großer Groll galt amerikanischen Behörden: „Und ständig Cops: aalglatte Bundesstaatencops mit Collegebildung, einstudiert routinierte Sprüche, elektronische Augen mustern abwägend deinen Wagen ... knurrige Großstadtbullen, Sheriffs auf dem Land mit weicher Stimme und schwarzem drohendem Blick aus alten Augen von der Farbe eines verwaschenen grauen Flanellhemdes“.

    Kiffer und Säureköpfe lagen Burroughs nicht. Stumpf fand er den beatalarmierten Nachwuchs, der lärmend in Sonderzonen eindrang, die bis dahin gespenstisch stille Refugien genuiner Randgruppen gewesen waren. Die Abgesonderten der ersten Stunde, die Bestimmung folgt Burroughs‘ biografischer Warte, bewegten sich wie ferngesteuert auf geheimen Junkrouten, die New York mit New Orleans und Ciudad de México mit Tanger verbanden. Zumindest suggeriert das der Autor, nicht nur in „Naked Lunch“. Die Entstehungsgeschichte von „Naked Lunch“ ist ein Roman für sich, nachzulesen in der „ursprünglichen Fassung“, die bei Nagel & Kimche vor Jahren erschienen ist. In einem nachträglichen „Protokoll“ behauptete Burroughs, die neunjährige Entstehungsgeschichte seines eigenen Werks im Delirium verpasst zu haben: „Aber ich habe offenbar detaillierte Aufzeichnungen ... gemacht“. An einer anderen Stelle wird die Mystifikation entschleiert. „Wenn ich sage, ich könne mich nicht erinnern, wie ich „Naked Lunch“ geschrieben habe, ist das natürlich eine Übertreibung.“ Die Herausgeber James Grauerholz und Barry Miles weisen auf Verdienste von Allen Ginsberg und Jack Kerouac hin. Die Freunde überarbeiteten das Manuskript wieder und wieder, vermutlich rangen sie es Burroughs ab: „Seine finale Form erhielt es aber erst, als Maurice Girodias im Juni 1959 W.B. mitteilte, er brauche binnen zwei Wochen“ einen druckreifen Text. Der Verleger spekulierte auf den Skandal. Die vorliegende Ausgabe folgt der Edition, „nach der Olympia Press das Buch gesetzt“ hat.  

     

  13. Cover des Buches Clean (ISBN: 9783551583826)
    Juno Dawson

    Clean

    (92)
    Aktuelle Rezension von: Nika488

    Ehrlich, schockierend und absolut fesselnd! 

    „Clean“ ist ein intensiver, schonungsloser und gleichzeitig hoffnungsvoller Roman über Suche, Freundschaft und den langen, steinigen Weg zur Heilung. Die Geschichte von Lexi, einem scheinbar perfekten It-Girl, das in einer Entzugsklinik landet, ist brutal ehrlich und emotional mitreißend.

    Der Schreibstil ist direkt, scharfzüngig und authentisch – genau wie Lexi selbst. Ihre Entwicklung vom zynischen, verzweifelten Mädchen zur jungen Frau, die langsam beginnt, an eine Zukunft ohne Drogen zu glauben, ist unglaublich bewegend. Besonders beeindruckend ist die Vielfalt der Nebencharaktere: Jeder hat seine eigene Geschichte, seine eigenen Dämonen – und doch entsteht in der Clarity-Klinik eine tiefe, unerwartete Verbundenheit zwischen ihnen.

    Das Buch beschönigt nichts. Es zeigt, wie zerstörerisch Sucht ist, wie hart der Entzug sein kann und dass Heilung kein linearer Prozess ist. Gleichzeitig vermittelt es eine wichtige Botschaft: Es gibt immer einen Weg zurück – und man ist nie allein.

    Fazit: Ein unglaublich starkes, berührendes Buch, das unter die Haut geht. Für Fans von realistischen, emotionalen tiefgründigen Geschichten ein absolutes Must-Read! 💙✨

  14. Cover des Buches How to Change Your Mind: The New Science of Psychedelics (ISBN: 9780141985138)
  15. Cover des Buches Gestapelte Frauen (ISBN: 9783293209398)
    Patrícia Melo

    Gestapelte Frauen

    (34)
    Aktuelle Rezension von: Elenchen_h

    Als ihr Partner Amir ihr auf einer Party in der Kanzlei eine Ohrfeige gibt, nimmt sie eine Stelle im entlegenen Cruzeiro do Sul an. Sie soll als beobachtende Anwältin an Gerichtsprozessen zu Femiziden teilnehmen und diese für ihre Kanzlei dokumentieren. Einer der Fälle, der Mord an der 14-jährigen indigenen Txupira beschäftigt sie besonders. Die drei Täter, junge Männer aus reichen Elternhäusern, werden frei gesprochen. Sie setzt alles daran, doch noch eine Verurteilung zu erwirken, und tut sich mit einer lokalen Journalistin und der Rechtsanwältin zusammen. Als die Journalistin ermordet wird und Amir in Acre auftaucht, spitzen sich die Ereignisse zu.


    Die brasilianische Autorin Patrícia Melo schreibt in ihrem Roman "Gestapelte Frauen", übersetzt von Barbara Mesquita, über Femizide in ihrer Heimat, die von der vorwiegend männlichen Politik geduldet werden. Die brutalen Morde an Frauen, weil sie Frauen sind, werden gerichtlich kaum geahndet. Hier setzt Melo an und lässt ihre namenlose Ich-Erzählerin an Gerichtsprozessen teilnehmen, die Geschichten der ermordeten Frauen sammeln und dokumentieren. Von allen Seiten lauert in diesem Buch Gefahr: Amir, der gewalttätige Partner der Protagonistin, belästigt sie mit Telefonterror und lauert ihr in Acre, einer entlegenen Gegend Brasiliens, auf, der Vater der Protagonistin hat ihre Mutter ermordet, als diese gerade drei Jahre alt war, Männer aus dem Umfeld des Prozesses um die ermordete indigene Txupira bedrohen die Protagonistin und schrecken auch vor weiteren Morden nicht zurück. Trotz dieser schweren, gewaltvollen Thematik schafft Patrícia Melo einen spannenden, mit wechselnden Erzählstimmen ausgestatteten Roman, der im Kopf bleibt. Abgesehen von den an magischen Realismus grenzenden Kapiteln im Drogenrausch der Protagonistin habe ich "Gestapelte Frauen" mit Begeisterung gelesen, das Buch mutet fast wie ein Kriminalroman an, nur besser!

  16. Cover des Buches Shore, Stein, Papier (ISBN: 9783492315241)
    $ick

    Shore, Stein, Papier

    (45)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Sicks Lebensgeschichte, Grimme-Online-Award-gekrönt die Youtube-Ausgabe, angefangen mit dem Gefühl des Unerwünschtseins und von Anfang an widerspenstig gegen jede Autorität. Daß er seinen Drogenlebenswandel allein damit begründet, nicht gewollt zu sein und dieses Gefühl betäuben zu müssen, greift meiner Meinung nach ein bißchen kurz, auch andere Kinder bzw Jugendliche mit diesem Gefühl werden nicht zum drogenverschlingenden Dauerkriminellen. Interessant, wie Sick die Symptome beschreibt, die man beim "affig-"sein spürt, wenn der Körper auf Drogenentzug reagiert, wie dauernd laufende Nase oder Augentränen, hab ich so noch nirgends anders gelesen. Man kann ihm natürlich nur die Daumen drücken, daß Sick das Cleansein durchhält (man wundert sich, daß der Körper so einen Drogenmarathon überhaupt so lange mitmacht). Und sonst: Dümmster Junkie ever, "wie Shore ist Heroin?"

  17. Cover des Buches Loyalitäten (ISBN: 9783832165031)
    Delphine Vigan

    Loyalitäten

    (206)
    Aktuelle Rezension von: Simonai

    Das Buch erzählt aus drei verschiedenen Perspektiven, aus drei verschiedenen Familien, von drei verschiedenen Leben. Was alle eint, ist die Loyalität. Es erzählt davon, wie sehr die Loyalität in den Vordergrund rückt, wenn das Leben aus der Bahn gerät. Wie sehr Loyalität belasten und ausbremsen kann. 

  18. Cover des Buches O'zapft is! (ISBN: 9783442143115)
    Margarete Prijak

    O'zapft is!

    (5)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Maggy beschreibt ihr turbulentes Leben als Bedienung im Augustiner-Biergarten, den Zusammenhalt zwischen den Mitgliedern der Wiesn-Family und ihre wahre "Wiesn-Sucht". Die Beschwörung der liebenswerten Stammgäste und des großen Zusammenhalts aller Wiesnteilnehmer ermüdet auf die Dauer, außerdem man hätte sich doch mehr intime Details gewünscht und sich über Berichte von Ausnahmezuständen gefreut. Und mehr Hintergrundinfos über die Abläufe auf der Wiesn hinter den Kulissen usw. wäre schön gewesen. Abschließend fragt man sich, wie man so bescheuert sein kann, als Gast auf die Wiesn zu gehen und warum wir nicht alle als Bedienungen auf der Wiesn arbeiten würden. Und norddeutsche Oktoberfeste sind bei uns in der Nähe sehr beliebt, wenn sich die Norddeutschen in Dirndl und Tracht werfen und das Wiesn-Feeling genießen. Grüß Gottchen von hier aus!

  19. Cover des Buches Ferne Verwandte (ISBN: 9783442743025)
    Gaetano Cappelli

    Ferne Verwandte

    (6)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Cappellis wunderbarer Roman über einen Schlawiner, der durchs Leben findet, Kiffer Säufer Frauenschwarm, und doch ist das einzige, was ihn wirklich umtreibt, die Sehnsucht nach den USA. Unter der tyrannischen Großmutter Nonnilde aufgewachsen, vom Tagedieb Pit in die Freuden des Müßiggangs und des Kiffens eingeweiht, sind ihm bald alle Frauen willig (eine Verfilmung bekäme nur eine "Ab 18"-Freigabe!), triebgesteurt taumelt er durchs leben und machte so alle Phasen neuerer italienischer Geschichte mit (als Beatnik, Hippie usw.). Herlich komisch, mir wie viel Selbstironie hier die Italiener durch das gelato gezogen werden, ein großartiges Buch!
  20. Cover des Buches Die Stripperinnen vom Burbank & 16 andere Stories (ISBN: B001FWW3SY)
    Charles Bukowski

    Die Stripperinnen vom Burbank & 16 andere Stories

    (7)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Short stories vom "Gossenpoeten", immer mit dem Sound der Straße und häufig mit ordentlich schwarzem Humor gewürzt. Bei der Titelgeschichte wäre man gerne dabei gewesen, man wäre gerne mit Baldy und Jimmy und em Ich-Erzähler befreundet gewesen. Auch wenn man über wenig Geld verfügte, wußte man doch das Optimum an Spaß herauszuholen (in der Hot dog Bude, am Flipper-Automaten, in der Stripshow, in der jeder sein favorisiertes Girl hatte). Manche Geschichten sind schon woanders erschienen, bocken und rocken aber immer noch, die Stories vom harten Leben der Zukurzgekommenen.

  21. Cover des Buches Neues von der anderen Seite (ISBN: 9783518071212)
    Paul-Philipp Hanske

    Neues von der anderen Seite

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Sokrates
    Überzeugend und interessant! Die beiden Autoren schaffen es, die Geschichte der "Prohibition" der Psychedelika seit den 1920er Jahren facettenreich und gut geschrieben darzustellen. Psychedelika sind nicht nur verboten; sie schauen auch auf eine der längsten Kulturtraditionen der Menschheit zurück. So kennen rund 90% aller knapp 500 Kulturen die Verwendung halluzenogener Substanzen, meist als Mittel der Bewusstseinserweiterung im Zusammenhang mit sprituellen Erfahrungen. Andere nutzen die Substanzen für Initiationen, in jüngeren Zeiten haben die 68er die Substanzen (Ketamin, LSD und Marihuana) kulturwirksam zum Einsatz gebracht. Gerade letztere haben langfristig den ablehnenden staatlichen Umgang mit den Substanzen bedingt, wird ihnen nämlich ein nicht unwesentliches pathologisches Potential zugesprochen (mindestens die psychische Abhängigkeit). Jüngere medizinische/psychologische Studien hingegen zeigen, dass - zumindest die "klassischen" Substanzen - gerade keine solchen Risiken aufzeigen; jüngere Kreationen - sog. high legals - sind jedoch hochrisikobehaftet und das nicht nur, weil sie aus zweifelhaften Produktionsstätten in Fernost kommen. Das Buch bleibt, objektiv, die Fakten abwägend, vermittelnd, eine profunde Darstellung eines bislang nur in der Hippie-Subkultur reflektierten Themas.
  22. Cover des Buches Schleswig-Holstein-Krimis / Die Toten vom See (ISBN: 9783754149935)
    Fiona Limar

    Schleswig-Holstein-Krimis / Die Toten vom See

    (10)
    Aktuelle Rezension von: Jeanette_Lube

    Dieses Buch erschien 2018. 

    Es sollte ein schöner Tag für die jungen Leute am See werden. Dieser endet allerdings in einer Katastrophe. Zwei der Jugendlichen sind am nächsten Morgen tot. Von einer dritten fehlt zunächst jede Spur. Doch dann wird sie gefunden und kann sich nur bruchstückhaft erinnern. Sie wurde offenbar von Tätern entführt, deren abartige Fantasien um den Tod kreisen und die auch vor Mord nicht zurückschrecken. Jedoch führen alle Spuren ins Nichts. Und dann verschwindet noch ein Mädchen… 

    Das Cover ist sehr düster. Es zeigt einen See und allein der Titel verheißt nichts Gutes. Vor einiger Zeit habe ich bereits Bücher aus der Feder der Autorin Fiona Limar gelesen und nach dem Lesen dieses Thrillers ist mir wieder bewusst geworden, wie sehr ich ihren Schreibstil liebe. Nachdem ich dieses Buch begonnen habe, wurde ich so sehr in den Bann des Geschehens gezogen, dass es mir kaum gelang, es wieder aus den Händen zu legen. Es gibt 74 Kapitel, die ziemlich kurz gehalten sind. Und so raste ich von einem Kapitel zum nächsten und habe dieses Buch nahezu verschlungen. Die Handlung ist so rasant und der Spannungsbogen so gut aufgebaut, dass er immer weiter ansteigt und sich bis ins Unermessliche steigert. Ich finde es ziemlich schlimm, zu erleben, wie die Leichen am Morgen aufgefunden wurden. Da hatte ich schon absolute Gänsehautmomente voller Nervenkitzel. Umso schauriger wurde es dann für mich, als auch noch eine dritte Person an einem unglaublichen Ort gefunden wurde. Zum Glück hat sie überlebt, kann sich aber an nichts mehr erinnern. Was ist hier los? Ich hatte überhaupt keine Ahnung, ermittelte und rätselte mit Jan und Sarah und deren Team pausenlos mit. Holger ist krank und da kommt Menk als neuer Vorgesetzter ins Spiel und leitet sehr zum Leidwesen der Kollegen die Ermittlungen. Die Polizei hat so viel zu tun und es passieren unwahrscheinlich schreckliche und seltsame Dinge, dass man es gar nicht glauben kann. Sind das alles Zufälle oder treibt da jemand sein perfides Spiel? Als dann auch noch ein Mädchen verschwindet, nimmt die Handlung gewaltig an Fahrt auf. Ich habe so gezittert, gehofft und gebangt. So, mehr verrate ich allerdings nicht. Ich hatte wahnsinnig spannende, aufregende, fesselnde und packende Lesemomente, in denen mein Herz bis zum Halse schlug. Ich wollte unbedingt erfahren, wie die Geschichte endet und war am Ende dann auch etwas traurig, dass das Buch schon zu Ende ist, aber irgendwie auch erleichtert. Mich hat das alles ziemlich mitgenommen und ich war auch ziemlich sprachlos, bin es noch! Die Autorin Fiona Limar hat eine Art zu schreiben, dass ich sofort von der Geschichte gefesselt war. Sie hat geschickt falsche Fährten ausgelegt und mich komplett in die Irre geleitet, denn es kam ein Ende, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet habe. Was für ein toller Thriller. Er fängt ganz leise an und steigert sich immer mehr bis es dann zu einem bemerkenswerten Ende kommt! Grandios gelöst! Mich hat die Autorin Fiona Limar voll zum Nachdenken gebracht, denn die Beweggründe des Täters sind so, tja wie soll ich es sagen, besser ich sage gar nichts, sonst verrate ich noch etwas! Lest einfach selbst! Mich hat Fiona Limar begeistert, fasziniert und komplett überzeugt. Ich empfehle dieses Buch sehr gern weiter, das auf jeden Fall zu meinen Lesehighlights dieses Jahres gehört, einfach super!!!    

  23. Cover des Buches All Lovers Lost 2 (ISBN: 9783868767575)
    Madeleine Puljic

    All Lovers Lost 2

    (10)
    Aktuelle Rezension von: FavoleS

    Sina und Cass stehen nun im Dienst der Vetrani und doch ist es unklar, wie lange sie geduldet werden. Eine neue vampirische Mordserie sorgt für Misstrauen und könnte doch die Chance auf Freiheit sein.

    Im finalen Band dieser Dilogie muss sich Sina damit auseinandersetzen, inwieweit ihr neues Dasein als Vampirin mit ihrem Beruf als Ärztin und ihrem eigenen Ehrenkodex vereinbar ist. Sie muss hier viel lernen und das teilweise auf die harte Tour.

    Cass hingegen muss sich mit seinen Gefühlen auseinandersetzen und wird von seiner Vergangenheit eingeholt.

    Es ist schon spannend, den beiden dabei zuzusehen, wie sie oft aneinander vorbeireden und wie sie durch ihre Situation stärker werden.

    Die Autorin gönnt den beiden keine Ruhe und lässt sie erneut vieles durchmachen. Nach dem ersten Band und dessen Verlauf habe ich aber auch mit allem gerechnet. Inwieweit Sina und Cass hier alles überleben, müsst ihr selber lesen.

    Erzählt wird die Geschichte wieder aus verschiedenen Perspektiven. Auch Romina von den Vetrani hat einige Kapitel, wobei ich mit der Frau ja nicht warm werde. Sie hat nicht unbedingt meine Sympathien, aber sie ist eine ehrliche Haut und steht für ihre Handlungen ein.

    Dieser Band bietet auf jeden Fall erneut viel Spannung und entführt uns wieder in ein von Vampiren bewohntes Hamburg, aber auch über die Grenzen hinaus.

    Nach diesem Band habe ich noch die Bonusgeschichte „Vetrani“ gelesen (Gekauft bei der Autorin). In dieser Geschichte wird Rominas Vergangenheit beleuchtet. So weiß man immerhin, wie sie zu den Vetrani gekommen ist, aber auch das machte sie nicht sympathischer für mich. Das ist jetzt auch nicht negativ gemeint, denn sie ist trotz allem schon eine starke Persönlichkeit. 😉

  24. Cover des Buches Late Night Sex (ISBN: 9783955732691)
    Bärbel Muschiol

    Late Night Sex

    (2)
    Aktuelle Rezension von: CatrionaMacLean
    Ich habe schon viele Bücher von Bärbel Muschiol gelesen und war immer begeistert. Die Art, wie sie Story und Erotik miteinander verbindet hat etwas. Es ist stilvoll, nachvollziehbar und manchmal auch ziemlich dreckig ;)

    Diese Story hier war wieder so ein Knaller. Hatte schon ein bisschen was von Aschenputtel. Erotik, Gefühle und Story passten einfach zusammen.
    Nur das Ende passte irgendwie nicht.
    Klar, Bärbel Muschiol schreibt oft Romane mit offenem Ende. Aber hier fehlte mir irgendwie ein richtiges Ende. Nicht so nach dem Motto: Friede, Freude, Hochzeit. Eher so nach dem Motto: Er hilft ihr beim ausleben ihrer Fantasien und nimmt sie weiterhin an die Hand. 
    Das fehlte völlig. 
    Sie wacht einfach nur völlig alleingelassen in einem fremden Bett auf und denkt: WOW, ich liebe ihn...
    Und von seiner Seite her klang es eher nach: Sieh zu, wie du zurecht kommst...
    Ich will hier aber auch nicht spoilen, also gehe ich nicht weiter darauf ein. 

    Alles in allem ist es wieder eine tolle Erotik geladene Geschichte, die man in einem Rutsch durchlesen kann.

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