Bücher mit dem Tag "rausch"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "rausch" gekennzeichnet haben.

119 Bücher

  1. Cover des Buches Ewiglich die Sehnsucht (ISBN: 9783841502742)
    Brodi Ashton

    Ewiglich die Sehnsucht

     (1.000)
    Aktuelle Rezension von: Buechersmartiii

    Das Ewigseits

    Der Plot gefiel mir richtig gut! Genau die richtige Mischung aus Liebe, Action und Fantasy. Die Idee besteht aus so einer Mischung von zwei griechischen Sagen, der von Persephone und Hades und jener von Orpheus und Eurydike. Nikki ist die Hauptperson (Persephone&Eurydike), Jack ist Orpheus und Cole ist Hades. Durch die vielen Veränderungen fällt all das gar nicht zu sehr auf, sodass dann doch eine komplett neue Geschichte entsteht. Es fließen nur eben einige Elemente aus der griechischen und ägyptischen Mythologie mit ein. Am Anfang brauchte ich zwar etwas länger, um alle zu kapieren, aber im Laufe des Buches gibt es sehr viele Flashbacks, die über Jacks und Nikkis Vorgeschichte berichten und erzählen, wie Nikki Cole kennengelernt hat und in die Unterwelt kam.

    Die Charaktere: Nikki hat wirklich mein Kämpferherz erweckt. Sie ist unglaublich willensstark und tut alles, um ihre Ziele zu erreichen und geht somit hohe Risiken ein, die ihre eigene Sicherheit fast selbstmörderisch aufs Spiel setzen. Denn entweder sie wird wie Cole eine Ewigliche und muss anderen Menschen Emotionen stehlen und Jack verlassen oder sie wird in die Tunnel gesogen, ein schrecklicher Ort, wo dir langsam deine gesamte Energie entzogen wird, und kehrt nie wieder daraus zurück. Aber Nikki ist etwas ganz Besonderes...

    Jack ist leider nur sehr oberflächlich gehalten. Ich mochte ihn generell ziemlich gerne, aber das einzige, was ihn ausmacht und was man über ihn lernt ist, wie sehr er Nikki liebt und für sie alles tun würde...

    Cole soll eigentlich sehr undurchschaubar wirken, zwar nicht emotionslos, das hat die Autorin sehr geschickt verbunden. Wenigstens ist er nicht ganz so oberflächlich gehalten wie Jack...

    Genau wegen den nur sporadisch ausgebauten Charakteren und wenig vorhandenen Randstorys hab ich einen Stern abgezogen, denn das hat die Geschichte ab und zu leblos wirken lassen. 

    Allerdings gibt es auch sehr intensive Szenen, in denen der Funken wirklich übergesprungen ist, aber leider kam nur der Herzschmerzfunke gut rüber, andere fehlten mir.

    Dieses Buch ist ein richtiges Bittersweet-Buch. Ich empfehle es an alle Romantasyfans weiter, denn die Lovestory ist schon ziemlich süß. Außerdem ist die Idee genial, die Verbindung mit alter Mythologie gefällt mir immer richtig gut! Wer aber viel Tiefe, auch in den Charakteren, braucht, sucht hier nicht richtig.

  2. Cover des Buches Der goldene Handschuh (ISBN: 9783498064365)
    Heinz Strunk

    Der goldene Handschuh

     (266)
    Aktuelle Rezension von: Celii_love_books

    Meinung: Durch die mediale Berichterstattung zur Verfilmung des Buches und dem Trailer wurde ich auf das Buch und die zugrunde liegende wahren Geschichte um die Person des Fritz Honka aufmerksam. Für mich war von Anfang an klar das Buch zu lesen und nicht den Film im Kino anzusehen, der sicher auch interessant sein könnte. Aufgrund des Filmtrailers hat man eine bestimmte Erwartungshaltung was das Buch betrifft. Wer hier eine Art Horrorshocker erwartet, der wird wohl enttäuscht werden, denn es werden weder gruselige Szenen noch die eigentliche Morde ausführlich beschrieben. Dies tut der Story keinen Abbruch. Ich habe mir die Wartezeit auf das Buch mit Recherchen im Internet zu diesem Fall vertrieben und war gut vorab informiert, ehe ich zum Lesen des Buches gekommen bin.

    Handlung: Das Buch ist durchaus lesenswert, leider hat es mich ein wenig enttäuscht, da ich hier anderes erwartet hatte. Die Notwendigkeit des parallel zur Honka-Story verlaufende fiktiven Handlungsstranges um eine Hamburger Reeder-Familie erschließt sich mir nicht wirklich. Wollte der Autor damit aufmerksam machen, dass sich auch hinter der Fassade manch angesehener reichen Familie Abgründe auf tun? Ich hätte es für sinnvoller gehalten, sich nur auf die Ereignisse um Fritz Honka und dessen Umfeld zu konzentrieren. Der Autor Heinz Strunk versteht es sehr gut, die Szenerie im namensgebenden Lokal "Der goldene Handschuh" bild- und lebhaft darzustellen. Der Leser fühlt sich sehr gut in die Zeit der frühen 1970er Jahre versetzt und nimmt am rauen (Alltags-)Leben jene Menschen, die sich am unteren Rand der Gesellschaft bewegten teil. Das ist der eigentliche Fixpunkt dieses Besuches.

    Die zwischenmenschlichen Nuancen und Hierarchien, die in diesem Milieu herrschten, wurden vom Autor sehr gut vermittelt. Dafür hätte er 5 Sterne verdient. Mich störte sehr der Aufbau der Geschichte um Fritz Honka. Im ersten Teil des Buches wird die Beziehung zu einer gewissen Gerda beschrieben, die dann mit einem anderen Mann abhaut, im zweiten Teil des Buches wird geschildert, wie er einen Job als Nachtwächter findet und sich in die verheiratete Reinigungskraft verliebt und erst im dritten Teil des Buches der sehr kurz ausgefallen ist im Verhältnis zu den anderen beiden Teilen wird auf letzten seine 3 Opfer eingegangen. Irgendwie hat man als Leser das Gefühl, dass dem Autor die Lust am Schreiben vergangen ist und er das Buch nur noch zu einem Abschluss bringen wollte. Die Taten sind auf wenige Sätze zusammengefasst, auch die Ermittlungen der Kriminalpolizei nach dem Wohnungsbrand liest sich eher wie eine kurze Zeitungsnotiz. Das ist in meinen Augen sehr schade. Diese Ermittlungen und dem Prozess mehr Raum zu geben wäre wesentlich sinnvoller gewesen als die fiktive Parallelgeschichte um die Reederfamilie.

    Fazit: Ein Lesenswertes Buch, jedoch darf man sich keinen authentischen Tatsachenroman um Fritz Honka vorstellen. Da hätte der Autor mehr daraus machen können. Positiv ist die Schilderung des Sittenbildes jener Menschen die damals am Rande der Gesellschaft lebten und sich ihren Kummer und Frust im Alkohol ertränkt haben.


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  3. Cover des Buches Erebos (Limited Edition) (ISBN: 9783743205314)
    Ursula Poznanski

    Erebos (Limited Edition)

     (3.590)
    Aktuelle Rezension von: Nessa

    Als an einer Londoner Schule ein geheimes Computerspiel auftaucht, wird Nicks Leben ganz schön aus der Bahn geworfen. Es ist spannend und mysteriös zugleich. Das Spiel scheint Nick zu kennen, denn die Aufgaben, die er zum Aufsteigen erfüllen muss, werden immer persönlicher.

    Ursula Poznanski hat eine sehr realistische Welt mit Erebos erschaffen. Die Charaktere sind sehr passend und das Spiel wirkt sehr realitätsnah. Man fühlt sich selber an die Zeit der Onlinespiele erinnert. Wie es war, seinen Charakter zu leveln und Gruppen beizutreten, um sich den Monstern gemeinsam zu stellen. Man erlebt die Geschichte aus der Sicht des 16-jährigen Nick. Das Cover passt mit dem Auge perfekt zur Geschichte, denn Erebos beobachtet dich.

    Erebos ist ein sehr unterhaltsames Jugendbuch, zu dem auch Erwachsene gerne greifen dürfen. Unabhängig vom eigenen Gamerstatus. Es ist spannend und vermittelt nebenbei eine sehr wichtige Botschaft.

  4. Cover des Buches Der Steppenwolf (ISBN: 9783518463550)
    Hermann Hesse

    Der Steppenwolf

     (1.248)
    Aktuelle Rezension von: Miaplacidus

    Ich musste das Buch für die Schule lesen. Vielleicht ist meine Bewertung deshalb ein bisschen von diesem Zwang getrübt.
    Dazu muss ich sagen, dass es schon einige Zeit her ist. Auf jeden Fall empfand ich den Schreibstil als sehr angenehm zu lesen und habe auch anfangs versucht mich in die Rolle des Protagonisten hinein zu versetzen. Gerade am Anfang war die Geschichte noch einigermaßen okay und ich hatte Hoffnung. Leider entwickelte sie sich in eine sehr merkwürdige Richtung. Das einzige was ich davon mitnehmen konnte, war dass der Protagonist depressiv war, einen Drogentrip machte und dann komplett abstürzte. Ich habe keine Ahnung warum man sowas in der Schule lesen muss. Es gibt haufenweise gute Bücher auf der Welt und ich bin überzeugt oder hoffe zumindest, dass es von Hermann Hesse auch noch Besseres zu lesen gibt aber sowas ist für mich wirklich einfach nur ein großes Fragezeichen. Ich bin sehr offen gegenüber allem Möglichen, besonders bei Büchern aber das hat wirklich einen verwirrenden Eindruck hinterlassen. Wenn man ein Buch erst zum hundertsten Mal interpretieren muss, damit eine halbwegs gute Geschichte dabei rauskommt, verstehe ich den Sinn der Bücher nicht mehr.
    Leider habe ich deswegen nur 2 Sterne gegeben. Vielleicht werde ich das Buch in Zukunft noch einmal lesen und schauen, ob ich ihm doch noch etwas abgewinnen kann aber bis dahin bleibt es hierbei. 

  5. Cover des Buches Wir Kinder vom Bahnhof Zoo (ISBN: 9783551359414)
    Christiane F.

    Wir Kinder vom Bahnhof Zoo

     (2.246)
    Aktuelle Rezension von: Roksana

    Da ich das Buch leider nicht in Deutschunterricht gelesen und dennoch viel Gutes darüber gehört habe, wollte ich es unbedingt lesen.

    Dieses Buch sollte meiner Meinung nach Pflichtlektüre in allen Schulen sein. Die Message von Christianes Geschichte ist so stark und überwältigend. Ich habe das Buch gestern gelesen und es beschäftigt mich noch immer.

    Drogensucht generell ist schon an sich ein sehr hartes Thema, Drogensucht bei Kindern jedoch ist noch 100 Mal erschreckender... Aber genau dieses Abschrecken brauchen manche Kinder wirklich, um gar nicht erst auf die Idee zu kommen mit den Drogen anzufangen. 

    Ich bin (im Gegensatz zu bestimmt vielen anderen) prinzipiell gegen Drogen aller Art und denke auch, dass man anhand Christianes Beispiel sehen kann wie schnell man vom Kiffen zum Fixen kommen kann ... Und das ist leider oft die traurige Realität.

    Ich kann dieses Buch absolut weiterempfehlen, gerade weil man es so schwer verarbeiten und verdauen kann! 

  6. Cover des Buches Girl on the Train - Du kennst sie nicht, aber sie kennt dich. (ISBN: 9783734100512)
    Paula Hawkins

    Girl on the Train - Du kennst sie nicht, aber sie kennt dich.

     (1.155)
    Aktuelle Rezension von: itwt69

    Zunächst wähnt man sich in einer Biografie einer Alkoholikerin. Nach dem ersten Viertel wandelt sich das Buch in einen super spannenden Thriller, man weiß sehr lange nicht, wer mit wem verkehrt und wie es zu den dramatischen Ereignissen kommen konnte. 3,5 🌟

  7. Cover des Buches Das Licht (ISBN: 9783446261648)
    T. C. Boyle

    Das Licht

     (96)
    Aktuelle Rezension von: mariameerhaba

    Es ist der Stil, der dieses Buch so besonders gut macht. Ich liebe es, wie er mit der Sprache umgeht mit kurzen Sätzen, mit einer gewissen Hektik darin, die einen nicht stört, weil der Stil den Leser mitzieht und dafür sorgt, dass man nicht nur die Figuren kennt, sondern zu den Figuren wird.

    Das Buch ist nicht eines dieser Drogengeschichten, die mit Farben zu punkten versuchen oder ein miserables Leben zur Schau stellen, sondern es beginnt langsam, zeigt uns den Effekt von LSD, nicht alles, zumindest eine Ahnung davon, und sorgt dann Schritt für Schritt dafür, dass die Figur von einem Wissenschaftler zu einem Junkie mit Diplom mutiert.

    Ich bin von der Sprache begeistert, der Wortgewandtheit des Autoren, der gerade aus einer langweiligen Geschichten etwas so Großartiges kreiert hat. Im Laufe der Handlung tauchen viele Fragen, bei denen ich mich gefragt habe, wie der Autor gedenkt, diese zu beantwortet. Er tut es nicht, was nicht raffiniert ist, sondern einfach nur blöd. Vor allem das Ende ist weit offen für jegliche Interpretation, was ich nicht ausstehen kann. Wieso schließt der Autor nicht einfach die Geschichte ab? Es wirkte für mich so, als wäre Boyle am Schluss die Puste ausgegangen und er hätte einfach beschlossen, die Geschichte so zu beenden.

    Trotzdem habe ich es gern gelesen. T.C. Boyle ist definitiv einer meiner Lieblingsautoren.

  8. Cover des Buches Vor uns die Nacht (ISBN: 9783839001592)
    Bettina Belitz

    Vor uns die Nacht

     (218)
    Aktuelle Rezension von: wordworld

    Auf diese Geschichte bin ich auf einem Flohmarkt gestoßen und habe das gut erhaltene Printexemplar vor allem wegen des wunderschönen Covers mitgenommen. Der Titel steht schmucklos und in geschwungenen weißen Lettern im Mittelpunkt des Covers und wird von krakeligen blauen und weißen Blumen umrankt. Zusammen mit dem dunkelblauen Grund wirkt die ganze Komposition sehr edel und gleichzeitig dezent und ansprechend. Ich bin total begeistert von der Gestaltung! Auch innerhalb des Buches sind die Kapitelanfänge immer liebevoll verziert und mit seltsamen aber immer passenden Kapitelüberschriften versehen.


    Erster Satz: „Für einen Flügelschlag unserer Seelen halten wir inne.“

    Mit diesem Satz beginnt diese seltsame Geschichte, von der ich ehrlich gesagt nicht so genau weiß, was ich von ihr halten soll. Sie ist auf jeden Fall sehr exzentrisch und mit ihrer düsteren, geheimnisvollen Grundstimmung und den ausschweifenden Metaphern oft knapp an der der Grenze zur Fantasy, sodass es mich zu keinem Zeitpunkt der Story gewundert hätte, wenn die Protagonisten plötzlich Flügel und Klauen bekommen hätten und weggeflogen wären. Dabei behandelt der Roman ein eigentlich reales Szenario. Die junge Archäologie-Studentin Ronia wird an Weihnachten von ihrem Freund Lukas verlassen - schon wieder - und muss nun ganz alleine das Fest in ihrer Pfarrerfamilie durchstehen. Als sie nach dem obligatorischen Gottesdienst zusammen mit ihrem besten Freund Jonas, den jeder für ihren perfekten Partner hält, von dem sie aber nichts will, in einer Bar einen jungen Typen trifft, schiebt sie ihre Faszination auf ihren Liebeskummer und den Drink, den sie sich auf den leeren Magen gegen den Kummer gegönnt hat. Doch je öfter sie ihm zufällig über den Weg läuft, desto größer wird die Anziehungskraft zwischen ihr und dem eigenartigen, wunderschönen Mann mit der eleganten Körperhaltung und den uralten Augen. Dass er, den alle nur River nennen, einen schlechten Ruf hat, in der Drogenszene unterwegs sein soll und angeblich als Callboy arbeitet, kann Ronia schon bald nicht mehr davon abhalten, jeden Freitag auf eine Begegnung mit ihm zu hoffen...


    "Eigentlich ist es ganz einfach - ich werde nichts weiter tun, als wie bisher joggen zu gehen. Den Rest entscheidet das Schicksal. Das zwischen Jan und mir wird niemals eine Beziehung. Es ist Lichtjahre davon entfernt. Und ich werde mich nicht verlieben. Es wird allerhöchstens ein Abenteuer. Das erste meines Lebens!"


    Um zu verstehen, weshalb die Geschichte so entrückt wirkt, ist es notwendig, die besondere Erzählweise zu verstehen. Erzählt wird hier nicht wirklich stringent mit klarer Handlung und rotem Faden sondern vielmehr in einem Rausch aus kurzen einzelnen Szenen, die sehr oft die selbe Situation zeigen. Manchmal werden riesige Sprünge im Plot vorgenommen und wir sind plötzlich ein paar Monate weiter und außer den Freitagen scheint es irgendwann keinen anderen Tag der Woche mehr zu geben, der erzählt wird. Doch trotz dass es kein wirklicher Spannungsbogen gibt, hat diese Geschichte einen besonderen Sog und es wird nicht langweilig.
    Aufgebaut wird dieser Sog in erster Linie durch die reine, poetische Sprache, die oft auf sonderbare Art und Weise den Kern einer Situation trifft. Man kann an der Schreibart definitiv ablesen, dass die Autorin ursprünglich aus der Fantasy kommt. So viele Anspielungen auf esoterischer, metaphysischer Ebene habe ich lange nicht mehr bei einer Liebesgeschichte erlebt. Gleichzeitig hat die Geschichte durch die rasche, springende Erzählweise etwas Rauschhaftes, was auch gut damit zusammen passt, dass Ronia bald eine seltsame Abhängigkeit von River entwickelt. Dass sie sich wie an einer Droge berauscht, total von Sinnen ist, sich gleichzeitig immer weiter zurückzieht, alle anderen von sich stößt, Verpflichtungen, Freude, Familie vernachlässigt und es ihr auch gesundheitlich immer schlechter geht, hat dabei für viele Stirnrunzel-Momente bei mir geführt. Diese seltsame Mischung aus erotischer Anziehungskraft, Kontrollverlust, Rausch, Schmerz und Liebe las sich nicht gerade wie ein besonders gesundes Verhältnis.


    "Ich bin anders. Aber es ist nicht nur Schmerz und Verzweiflung und Sehnsucht was mich um meinen Verstand bringt und jene Gesetze auf den Kopf stellt, die bisher ewige Gleichgültigkeit hatten. Es ist etwas Echtes, Wahres darin, das ich leben muss, weil ich sonst nie mehr glücklich werde. Ich muss diesen Weg gehen. Zu diesem Weg gibt es keine Alternative - selbst wenn er mich umbringt, sodass ich irgendwann nur noch existieren, aber nie mehr liebe und lebe. Ich bin vollkommen ausgeliefert."


    Vielleicht mag das der Grund dafür sein, dass ich trotz meiner Faszination für die Düstere, Rauschhafte der Geschichte nicht ganz warm mit ihr werden konnte. Vielleicht liegt es aber auch an der Protagonistin, zu der ich die ganze Zeit über eine deutliche Distanz hatte. Ronia ist eine sehr eigensinnige Frau, deren viele abgefahrene Gedanken oft überspitzt, unreif, sehr sprunghaft wirken, sodass sie beim Leser nicht ganz ankommen. Auch wenn sie wirklich keinem Klischee entspricht und alles versucht um unabhängig und erwachsen zu sein, ist sie mir manchmal wirklich auf die Nerven gegangen und ich konnte an vielen Stellen verstehen, warum ihre Exfreunde sich immer von ihr getrennt haben. Sie ist exzentrisch, anspruchsvoll, anstrengend und definitiv ganz anders als andere Protagonistinnen, die ich schon begleitet habe. Sie war definitiv ein sehr spannender Charakter, gemocht habe ich sie aber nicht wirklich.


    "Denkst du an mich?", flüstere ich in die Dunkelheit und lausche, als könne ich die Antwort hören, wenn ich nur leise und aufmerksam genug bin. "Denkst du jetzt auch an mich?" Erst im Morgengrauen glaubte ich ein Ja zu fühlen, irgendwo zwischen Wachen und Schlaf, und ergebe mich dankbar seinem süßen, beruhigenden Rausch."


    Auch Jan ist irgendwie ein wenig seltsam und kein wirklicher Sympathieträger. Er ist sehr attraktiv, sich dessen aber auch bewusst und setzt seinen Körper als Waffe ein. Sein offener Umgang mit Drogen, sein selbstgerechtes Verhalten und die irgendwie nicht ganz stimmigen Umstände seines Lebens machten es mir wirklich schwer, ihn zu mögen.


    "Jan umarmt mich - und in diesem Augenblick ist er alles für mich, Geliebter, Freund, Bruder, Engel. Seelengefährte. Zu viel und zu schön. "Ich liebe dich", denke ich, so aufrichtig und rein, dass ich nicht einmal erschrecke. Es ist so, ich kann nichts dagegen ausrichten. Ich habe es mir nicht ausgesucht aber es ist da. Schon wieder erleuchten die Worte meinen Kopf, mein Herz und meinen Bauch, schlicht und unmissverständlich. Ich liebe dich. Ahnt er es?"


    Dazu kommt, dass ich die ganze Zeit über auf eine krasse Wendung gewartet habe, die die ganzen geheimnisvollen Anspielungen erklären und dann am Ende von der "großen Enthüllung" sehr enttäuscht war, da hier eine ganz neue Thematik mit rein gebracht wird, ohne dass sie wirklich für die Story genutzt wird. Sehr witzig ist, dass ich eben erst bemerkt habe, dass "Mit uns der Wind", welches ich vor Jahren ebenfalls mal gelesen habe, mit dieser Geschichte in Verbindung steht. Schon damals wusste ich nicht genau was ich von der Autorin und ihrem Stil halten soll, doch dieses andere Buch ist auf seine seltsame Art und Weise definitiv gelungener und stimmiger als diese Geschichte!



    Fazit:

    Die reine, poetische Sprache und der sprunghafte Erzählstil der Autorin haben einen starken Sog und eine Faszination für das Düstere, Rauschhafte der Geschichte bei mir ausgelöst. Aufgrund der eher unsympathischen Charaktere und einer eher schlechten als rechten Auflösung am Ende konnte mich diese exzentrische Geschichte aber alles in allem nicht überzeugen.

  9. Cover des Buches Die dunkle Seite des Mondes (ISBN: 9783257233018)
    Martin Suter

    Die dunkle Seite des Mondes

     (676)
    Aktuelle Rezension von: magicbookdreams

    Ich bin sehr hin und her gerissen von dem Buch. Es war gut, keine Frage. Oftmals verstörend und erschreckend, dennoch gut geschrieben und weckt mein Interesse an psychologischen Fakten über halluzinogenen Pilzen.

    Der Plot ist relativ unvorhersehbar und reist gerade in der ersten Hälfte des Buches mit, wie es nur wenige Bücher schaffen. Der zweiten Hälfte jedoch fehlt es eindeutig an der Spannung, die mir in der ersten Hälfte gerade so gut gefallen hat. Man konnte außerdem das Ende schon lange vorher erahnen, da ein anderes Auflösen der Geschichte irgendwann kaum noch möglich gewesen wäre.

    Der Schluss des Buches lässt viele Fragen offen, was jedoch gut zu dem trockenen Schreibstil von Martin Suter und zu der schockierenden und auch etwas verstörenden Geschichte passt. Es ist definitiv nichts für jedermann und auch kein Buch für zwischendurch. Es gibt viele interessante Gedankenanstöße, wenn man sich richtig darauf einlässt.

    Sich mit dem Protagonisten zu identifizieren, sollte unmöglich sein, was man wahrscheinlich nur versteht, wenn man das Buch bereits gelesen hat. Es handelt sich eher um eine Geschichte, die man sachlich und unvoreingenommen lesen, und nach der Aussagekraft und nicht nach dem Inhalt bewerten sollte. 

  10. Cover des Buches Geschöpf der Finsternis (ISBN: 9783802581328)
    Lara Adrian

    Geschöpf der Finsternis

     (890)
    Aktuelle Rezension von: Argentumverde

    Der 3. Teil der Midnight Breed Reihe schließt in der Handlung nahtlos an den 2. Band an. Diesmal geht es um Vampir Tegan und Elise, die erst vor Kurzem ihren Sohn Camden dank der von Marek in Umlauf gebrachten Drogen verloren hat. Nun verwendet sie ihre ganze Kraft darauf gegen Mareks Handlanger vorzugehen. Aber es ist Tegan der ihr das Leben rettet, als sie in einen Hinterhalt gerät.

    Nachdem der Vorgänger mich fast zum weglegen der Reihe gebracht hat, macht dieser Teil vieles wieder gut. Nicht nur die beiden Hauptprotagonisten überzeugen mit einer emotionalen und fesselnden Entwicklung ihrer Beziehung, sondern auch die Story bekommt neue Fahrt und wird spannender. 

    Positiv empfand ich auch diesmal  die Einführung neuer Figuren, Nebenrollen, die tiefer beleuchtet wurden und auch mehr Einblicke in die Entwicklungsgeschichte der Vampire und die Hintergründe von Marek und Seinesgleichen.
    Einzig der doch plötzlich recht knappe Schluss, war mir fast ein wenig zu einfach, berücksichtigt man die Kraft und Stärke, die Marek zuvor zugeschrieben werden.

    Mein Fazit: Der 3. Teil ist wie immer gut zu lesen dank flüssigem Schreibstil, überzeugt aber auch in der Story und dank zweier interessanter Protagonisten. Bis auf ein paar kleine Längen und ein für mich nicht ganz passgenauen Schluss, hatte ich diesmal viel Spaß am Lesen und werde nun auch Band 4 in die Hand nehmen.

  11. Cover des Buches Clean (ISBN: 9783551583826)
    Juno Dawson

    Clean

     (90)
    Aktuelle Rezension von: Vik_reads

    Beginnen wir mit der Anfangssituation.
    Die 17-Jährige Lexi wird nach einer Überdosis von ihrem Bruder in eine Entzugsklinik eingewiesen. Dort angekommen weigert sie sich vehement gegen eine Therapie, doch mit der Zeit muss sich selbst Lexi eingestehen, dass sie etwas in ihrem Leben ändern muss. Gemeinsam mit weiteren Teenagern, die ebenfalls an den verschiedensten (Sucht)-Erkrankungen leiden, begibt sich auf eine Reise voller ernster, trauriger, aber auch schöner Momente.

    Die Geschichte wird aus der Sicht von Lexi geschildert, die kein Blatt vor den Mund nimmt und somit dem Leser einen ehrlichen und schonungslosen Einblick in ihr Innerstes ermöglicht. Leider präsentiert sie sich vor allem zu Beginn, als ein reiches, verwöhntes Mädchen, das ihr Leben selbst nicht unter Kontrolle hat, allerdings dafür die Menschen in ihrem Umfeld verantwortlich macht. Dabei wird sie oftmals sehr stark ausfallend in ihrer Wortwahl und es spiegelt sich auch in ihren Handlungsweisen wider, wodurch ich mich mit ihr nicht wirklich identifizieren konnte. Erst zu Ende hin wurde sie mir nahbarer, weil ich da ihre positive Entwicklung spüren konnte.
    Diesen anstrengenden Prozess muss Lexi jedoch nicht alleine durchstehen, denn an ihrer Seite befinden sich Pfleger, Ärzte, aber auch andere Jugendliche zu denen Lexi sogar richtige Freundschaften entwickelt. Trotz dieser positiven Aspekte blieben mir die Nebencharaktere zu blass und wurden mir zu sehr auf ihre Erkrankungen reduziert.
    Der Schreibstil passt sich allerdings gekonnt seinen Charakteren an, denn dieser wirkt jugendlich und locker-leicht (mal abgesehen von den derberen Ausdrücken/Schimpfwörtern).
    Außerdem lässt sich sagen, dass die Geschichte einen richtigen Sog entwickelt hat, denn es tauchen immer wieder überraschende Hindernisse auf und gestalten somit den Weg von Lexi auch für den Leser als sehr aufregend.

    Fazit: "Clean" mag vielleicht an einigen Stellen unglaubwürdig wirken, überzeugt dennoch durch eine spannende und erfrischende Handlung, die eine regelrechte Suchtgefahr entwickelt.

  12. Cover des Buches Glennkill (ISBN: 9783442478088)
    Leonie Swann

    Glennkill

     (3.656)
    Aktuelle Rezension von: BUCHWURM20

    Die Schafe von George Glenn sind entsetzt, als sie diesen eines Morgens tot auf ihrer irischen Weide finden. Nicht, dass sie sein Ableben wirklich stören würde, denn der Schäfer war nicht immer sehr wertschätzend ihnen gegenüber. Dennoch lässt der Herde ein winziges Detail keine Ruhe: Mitten in der Brust des Mannes steckt ein Spaten. Die Schafe erkennen einen Mord, wenn sie ihn sehen und so beschließen sie, unter der Leitung von Miss Maple, dem schlausten Schaf weit und breit, den Fall aufzuklären. 

    Unterhaltsame, leichte Lektüre für Zwischendurch. Die humorvolle Sprache und die detaillierten Landschaftsbeschreibungen laden zum gedanklichen Abschweifen ein. Die Welt und menschliche Wirrungen aus Sicht der Tiere ist erstaunlich erfrischend, einfach mal was anderes. Der allgemeinen Schafslogik zu folgen wird nicht langweilig und auch der Mordfall ist in sich schlüssig, wenn auch etwas flach. Ich werde Schafe ab sofort mit anderen Augen betrachten und bestimmt noch eine Weile an das Buch zurückdenken. 

  13. Cover des Buches Die Schnäppchenjägerin (ISBN: 9783442470433)
    Sophie Kinsella

    Die Schnäppchenjägerin

     (950)
    Aktuelle Rezension von: Laras_Buchblog

    Ich liebe die Shopaholic Reihe von Sophie Kinsella und habe alle Teile gelesen oder als Hörbuch gehört. Sehr lustig und auf den Punkt bringt die Autorin das allgegenwärtige Shoppingverhalten der Großstadtfrau rüber, ich habe Tränen gelacht. Natürlich darf auch die Liebe nicht zu kurz kommen und ich habe der Hauptfigur, Rebecca, die Daumen gedrückt, dass sie ihren Traumprinzen ergattert.

  14. Cover des Buches Stadt der großen Träume (ISBN: 9783596299294)
    Fredrik Backman

    Stadt der großen Träume

     (168)
    Aktuelle Rezension von: Eliza08

    Wenn eine Gemeinde nicht viele Benefits hat, mit der sie bei der Bevölkerung oder bei Zugereisten Punkten kann, versucht sie die wenigen Anreize ihres Wirkens so positiv wie möglich nach außen darzustellen.

    Mir hat der Roman gut gefallen, zeigt er doch, dass Loyalität und Gemeinschaftssinn schnell an ihre Grenzen kommen, sobald menschliche Fehler das Paradies zerstören. Der Roman wurde ins deutsche übersetzt und dort auch unter dem Titel „Stadt der großen Träume“ mit einem leicht abgewandelten Cover veröffentlicht. Der Inhalt der Bücher ist aber derselbe, weswegen meine Meinung über den Titel “Kleine Stadt der großen Träume“ handelt. Das Cover ist bunt gedruckt. Man erkennt einen blauen Himmel unter dem Berge, sowie einzelne Häuser abgebildet sind. Der Klappentext ist sehr offen gestaltet und verheimlicht dem Leser so einiges. Meiner Meinung nach hätte er etwas mehr Inhalt für den Leser wiedergeben können.

    In der Handlung geht es im Wesentlichen um den wichtigsten „Mittelpunkt“ der Stadt Björnstadt, die dortige Eishockeymannschaft. Diese hat die Chance die Landesmeisterschaft zu gewinnen, wenn alle Protagonisten an einem Strang ziehen. Doch dieses Vorhaben gerät bald durch verschiedene Vorgänge ins Wanken. Die Geschichte lebt von Ihren zahlreichen Darstellern. Mir haben dabei die Protagonisten Peter Anderson, ein früherer Eishockeyspieler, seine Tochter Maya, sowie die Eishockeyspieler Kevin, Benjamin und Amat am besten gefallen. Maya hat mir dabei am meisten imponiert. Als Tochter von Peter hat sie mit Eishockey eigentlich gar nichts am Hut, denn sie möchte Musikerin werden. Leider erfährt sie ein prägendes Schicksal auf einer Party und ist seitdem ein gebrochener Mensch. Trotz unendlicher Wut gelingt ihr eine Lebenserfahrung, sowie eine Charakterwandlung. Somit hat sie am Ende der Erzählung die Chance Rache oder Weisheit! Für welche wird sie sich entscheiden?

    Ebenfalls sehr prägend sind die Charaktere von Kevin und Benjamin. Kevin, der Superstar der Mannschaft, aus wohlhabendem und einflussreichem Elternhaus kommend, verhält sich wie ein „Draufgänger“ und Superstar und meint sich alles erlauben zu können. Benjamin sein bester Freund ist der typische Antiheld, welcher ein tiefes persönliches Geheimnis mit sich trägt, welches irgendwann an das Tageslicht gelangen wird. Die Spannung der Geschichte wird im Laufe der Erzählung sukzessive aufgebaut und findet erst in den letzten Seiten ihre Auflösung.

    Der Schreibstil des Autors ist leicht melancholisch, flüssig und manchmal etwas derb. Die deutsche Übersetzung hat dabei die derbe Sprache des Mannschaftssports meiner Meinung nach sehr gut umgesetzt. Als Zielgruppe des Romans kommen Anhänger von melancholischen Erzählungen, Sportfans, sowie Freunde von schwedischen Romanen in Betracht. Das Fazit ist positiv. Mit einer großen Portion Melancholie gepaart mit Sarkasmus schafft der Autor eine Stimmung welche zwischen Verständnis, Verträumtheit, sowie Abneigung zu wechseln scheint.

  15. Cover des Buches Unendlicher Spaß (ISBN: 9783499249570)
    David Foster Wallace

    Unendlicher Spaß

     (172)
    Aktuelle Rezension von: DenisVonLichtenfels

    Darf man es wagen, zu gestehen, dass man nach etwa 200 Seiten langsam, aber sicher das Interesse verloren hat? Wie lange darf sich ein Autor Zeit nehmen, um den Leser für sich zu gewinnen? Handelt es sich hier eventuell um ein Buch, das man sich vor allem deshalb ins Regal stellt, um zu beweisen, wie smart man ist? Nicht dass ich dem Meister das Talent absprechen würde. Aber die Wahrheit ist: Er war auch ein intellektueller Poser, der einem ziemlich auf die Nerven gehen kann.

  16. Cover des Buches Du hast mich auf dem Balkon vergessen (ISBN: 9783499626944)
    Anna Koch

    Du hast mich auf dem Balkon vergessen

     (472)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Eine SMS geschrieben und die Folgen sehr oft zum Schämen. Hier kann man sich schön in Schadenfreude und Fremdschämen suhlen- und erkennt sich immer auch einmal wieder. Super lustig für zwischendurch .

  17. Cover des Buches On the Road (ISBN: 9783499253836)
    Jack Kerouac

    On the Road

     (68)
    Aktuelle Rezension von: EvyHeart

    Worum geht es?


    "On the road" beschreibt in 5 Abschnitten die Reisen Jack Kerouacs von New York in Richtung Westen und nach Mexico. Während er die erste Reise allein unternimmt, trifft er später Neal und fährt mit ihm. Zwischen den Reisen arbeiten, studieren oder schreiben sie und sie versuchen, ein ruhiges Familienleben zu leben. Und scheitern.

    Formal betrachtet haben die Freunde Ziele - sie wollen Freunde besuchen oder Möbel transportieren. Aber sie kommen nie wirklich an, die Straße zieht sie nach draußen.

    Charaktere


    Jack Kerouac ist die Hauptfigur und der Erzähler. Er wirkt etwas naiv, unsicher, als er seine erste Reise antritt. Aber er kommt an :-) Später trifft er Neal, der ein Vorbild für ihn wird. Neal hat immer einen Plan, will stetig vorwärts und ist, einmal angekommen, nicht glücklich. Im letzten Drittel bekommt Neals Bild Risse und Jack erkennt, dass er sich nicht nur auf ihn verlassen kann, sondern eigene Entscheidunmgen treffen muss. Doch ähnlich wie Neal hat er Probleme mit Frauen: Fast das ganze Buch lang versucht er, mit einer Frau zu schlafen. Später hat er kleine Liebschaften, aber sowohl seine erste Ehe (vor der Handlung) und als auch die Beziehung zu einer Komilitionin scheitern. Jacks Mutter und Schwester, mit denen er ins ländliche Idyll zieht, sind dort nicht glücklich. Die Frauen im Buch finde das Umherreisen nicht gut.

    Jack wirkt im ganzen Buch wie ein Zuschauer. Er beobachtet, aber hält nur selten inne und denkt nach. Er sehnt sich nach Halt, aber findet ihn nicht. Für mich hatte Jack immer etwas Trauriges.

    Neal Cassady ist der schillernde Gott, der an Glanz verliert. Neals Vater ist im Gefängnis und ein Ziel im Buch ist, ihn zu finden. Da sogar sein Bruder klarmacht, dass die Familie nichts mit ihm zu tun haen möchte, ist das schwer. Neal leidet unter dem Verlust, er beschäftigt sich mit Philosophie und möchte viel lernen, scheitert aber. Er wird sogar von Justin W. Brierly gefördert, enttäuscht jedoch dessen Vertrauen. Neal ist der Motor, Antrieb, aber irgendwann wirkt er wie eine Schallplatte mit einem Sprung. Vielleicht entwickeln sich die anderen Figuren weiter, vielleicht wird Neal stetig verrückter und seine Motive unklarer. Ich finde das sehr traurig.

    Neal Cassady wirkte bereits in "Howl" schön und gleißend, aber ich traute diesem Bild nicht. In "On the road" sehe ich das bestätigt. Neal ist ständig unterwegs, aber er kommt nie an.

    Gestaltung und Sprache


    In Rezensionen zum Buch liest man oft, dass die Sprache schwierig sei, weil es keine Absätze gibt und der Text stark fließt, ein Bewusstseinsstrom. Ich hatte mit der Sprache keine Probleme. Ich fand es schade, dass der Autor selten in die Tiefe geht und es schwierig ist, den Überblick zu behalten. Aber ich fand es nicht schwierig zu lesen. Im Gegensatz zum Thomas Mann, der ebenfalls lange Sätze nutzte, ist die Sprache in "On the road" umgangssprachlicher und mir mehr vertraut. Während bei Manns Texten die Wortwahl und die Grammatik "älter" sind, erinnerte mich Kerouacs Werk an Texte der heutigen Zeit. Vielleicht liegt es an der englischen Sprache?

    Auch die fehlenden Absätze bereiteten mir keine Probleme. Vielleicht lag es daran, dass ich mir das Buch in kleine Portionen zu 20 Seiten eingeteilt habe. Allerdings: Kerouac hat sein Buch in kleine Episoden aufgeteilt z.B. durch die Städte, die besucht werden sollen. Oder durch Liebschaften. Kerouac hat dem fließenden Text eine Struktur gegeben, die erfassbar und voraussehbar ist.

    Die Episoden bringen Ruhe in den Text und machen ihn für mich persönlich. In den Passage mit Neal habe ich oft das Gefühl, dass Jack "nur" mitfährt. Aber wenn er von einem Mädchen berichtet, seiner Leidenschaft für Jazz  oder dem Punkt, an dem er Amerika auf dem Kopf stehend betrachtet, dann wirkt er wie er selbst.

    Mir fehlte an einigen Stellen die Kontinuität. Es gibt philosophische und mystische Abschnitte, die überraschen. Manchmal tauchen Motive und Figuren auf, die der Ich-Erzähler deutet, obwohl er zuvor mit dem Auto gefahren ist. Ich wurde aus meinem Fluss gerissen und zum Nachdenken angeregt und das wirkte nicht so stimmig. Ich denke, Kerouac hätte das gern vertieft, aber in der Urfassung war scheinbar noch kein Platz dafür :-)


    Fazit


    "On the road" hat mich enttäuscht. Es war kein Buch, das mein Leben veränderte. Aber es hinterlässt Spuren. Ich habe keinen Tatendrang gespürt, keine Lust an der Landschaft, alles zieht vorbei. Ich kann den "Hype" um das Buch nicht verstehen. Es sind andere Zeiten. Vieles, was für uns heute normal ist, war damals neu. Dass Kerouac völlig selbstverständlich über Schwulen-Bars schreibt z.B. Gleichzeitig vermisse ich die Einfachheit, die das Buch zeichnet - loszulaufen, lange wegzugehen, ohne sich über die Straßenbahn aufzuregen. Die Gedankenlosigkeit. Gleichzeitig betrübt es mich, dass die beiden nicht finden, wonach sie suchen. Obwohl Jack bereits als Schriftsteller arbeitet, fühlt er sich weder auf der Straße noch bei seiner Frau wohl.
  18. Cover des Buches 9 Tage wach (ISBN: 9783841906298)
    Eric Stehfest

    9 Tage wach

     (68)
    Aktuelle Rezension von: Lela0410

    Eric Stehfest, ein bekannter deutscher Soap-Darsteller, war in seiner Jugend jahrelang von der Partydroge Crystal Meth abhängig. Durch eine einjährige Entziehungskur – Auslöser war ein neun Tage langer Rausch, den er fast nicht überlebte – schaffte er den Absprung. Heute ist er clean, verheiratet und Familienvater und hat es sich zur Aufgabe gemacht, über die Gefahren dieser Modedroge aufzuklären. In »9 Tage wach« berichtet Eric Stehfest schonungslos über seine Zeit in der Drogenszene, den schmerzhaften Entzug und ein jahrelanges Doppelleben. 


    Ich kaufte mir das Buch, weil ich Eric Stehfest als Schauspieler schätze und großes Interesse hatte, die Sichtweise eines Abhängigen kennenzulernen. Er stellt dies auch gut dar, all seine verwirrenden Gedankengänge, die sich überlagernden Inhalte, schnelle Wechsel etc. Genau so habe ich mir die Gedankenwelt eines Junkies vorgestellt. Auch wenn ich mit Drogen bisher keinerlei Berührung hatte, für mich klar getroffen. Dennoch - oder gerade deshalb - ist es wirklich sehr schwer zu lesen. Leider kein konstanter Lesefluss , man benötigt viel Konzentration bei jeder einzelnen Seite. Viele Begriffe aus der Drogenszene, mit denen ich teilweise nichts anfangen konnte. Das Buch ist für Genussleser oder als Bettlektüre absolut ungeeignet. Ich habe ziemlich lange zum Auslesen gebraucht, weil ich ständig Pausen machen musste.
    Interessant, aber definitiv nicht weiterzuempfehlen.

  19. Cover des Buches Der Club der toten Dichter (ISBN: 9783404115662)
    N.H. Kleinbaum

    Der Club der toten Dichter

     (242)
    Aktuelle Rezension von: Mrs. Dalloway

    Seit ich den Film in der Schule gesehen habe, liebe ich den Club der Toten Dichter. Das Buch hat nur wenige Seiten, die entsprechend schnell gelesen sind. Dennoch fehlt es ihnen nicht an Tiefe. Ich finde es total spannend, einen Einblick in das Schulsystem der vergangenen Jahrzehnte zu bekommen und meine Literaturkenntnisse ein wenig aufzufrischen. Ein Klassiker, den jeder gelesen haben sollte.

  20. Cover des Buches Wenn's brennt (ISBN: 9783421046987)
    Stephan Reich

    Wenn's brennt

     (15)
    Aktuelle Rezension von: SophieNdm
    Inhalt:
    Sommer in der Provinz. Seit Kindheitstagen sind Erik und Finn beste Freunde, aber nach den Ferien werden sich ihre Wege trennen: Während Erik eine Lehre bei seinem Vater auf dem Postamt beginnt, muss Finn die Schule wechseln und nach Hamburg ziehen. 

    Jetzt bleiben den beiden sechs Wochen, in denen sie es noch einmal so richtig krachen lassen wollen – doch je näher der Abschied, desto düsterer die Stimmung. 
    Die Partys werden zu Saufgelagen, Streiche zu Straftaten, und das Gefühl der unendlichen Freiheit weicht der Angst vor der Zukunft ohneeinander. 
    Bis irgendwann nicht mehr klar ist, ob Erik und Finn dasselbe meinen, wenn sie vom Ende der gemeinsamen Zeit sprechen ...

    Meine Meinung:
    "Wenn's Brennt" hat mir überraschender Weise sehr gut gefallen. Ich habe doch schon einige negative Meinungen gehört und hatte deshalb nicht besonders hohe Erwartungen.

    Ich fand ich das Buch meistens sehr unterhaltsam. Es war stellenweise ziemlich witzig aber auch teilweise ernst und dramatisch.

    Es dreht sich alles um das Thema Freundschaft und Erwachsen werden.
    Man Begleitet Finn bei einer extremen Entwicklung und auch Erik erlebt einiges.

    Es wird viel Alkohol getrunken und gekifft, wen das stört, sollte das Buch lieber nicht lesen.

    Bei einigen Szenen konnte ich mich, bzw. mein früheres Ich, selbst wieder finden. 
    Auch die "Jugendsprache" die viele so störend fanden, hat mich eher belustigt als genervt.

    Das Zitat in Zeile 184 ff. beschreibt das Buch am Besten: "Immer kurz vor der Katastrophe und immer voll.".

    Was mich extrem überrascht hat, war das Ende. Damit hätte ich nicht gerechnet!

    Fazit:
    Die Zielgruppe des Buchs ist meiner Meinung nach eher auf "Junge Leute" ausgerichtet.
    Ich fand es sehr unterhaltsam und kann es nur empfehlen.
  21. Cover des Buches Wenn es dunkel wird (ISBN: 9783401066080)
    Manuela Martini

    Wenn es dunkel wird

     (51)
    Aktuelle Rezension von: Katharina_Klose

    Dieses Buch ist wirklich wärmstens zu empfehlen! Der Schreibstil ist super angenehm zum Lesen und man rutscht so langsam in die Geschichte rein, aber durch den Anfang ist es direkt von Anfang an spannend. Die Protagonisten sind alle sehr tiefgründig beschrieben und keinesfalls nur oberflächlich gehalten. Auch wenn erst der erste große Paukenschlag gegen Ende passiert, sind die kleinen spannungserzeugenden Ereignisse zwischendrin nicht ohne und man wird immer mehr ans Buch gefesselt. Alles in Allem also wirklich spannend und man rechnet nicht mit dem Ende!

  22. Cover des Buches Succubus on Top - Ihr Kuss ist tödlich (ISBN: 9783802582325)
    Richelle Mead

    Succubus on Top - Ihr Kuss ist tödlich

     (131)
    Aktuelle Rezension von: CLABASTIAN_FOREVER
    Der zweite Band der Reihe hat mich ähnlich begeistert wie der Auftakt. Georgina ist dieselbe Persönlichkeit, nur in einem etwas anderem Umfeld, der Unterwelt. Ich war zwar ein kleines bisschen enttäuscht von der etwas wenig auftauchenden Beziehung zwischen Seth und Georgina, doch der tolle Schreibstil und die super Geschichte haben das gut kaschiert.
    Auf jeden Fall eine klare Weiterempfehlung von meiner Seite und viel Spaß beim Lesen! :)
  23. Cover des Buches Gegessen (ISBN: 9783785725771)
    Sonja Vukovic

    Gegessen

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Lobpreisfreak
    13 Jahre - mehr als ein Drittel ihres Lebens litt die heute 32-jährige Journalistin und Mitgründerin der F.-Foundation, Sonja Vukovic, an Anorexie und Bulimie. In ihrer Autobiographie "Gegessen" gibt die Autorin dem Leser einen tiefen Einblick in ihr Seelenleben, die persönlichen Hintergründe der Krankheit, ihren Kampf mit ihr und schließlich denSieg über sie.
    Dabei schafft sie es, eine nahezu unmittelbare Nähe zwischen dem Leser und dem Geschilderten zu erzeugen, was eine unglaubliche Sogwirkung entwickelt. Oft entsteht kaum noch das Gefühl, ein Buch zu lesen, sondern viel mehr dabei gewesen zu sein. Die Tatsache, dass dies bewerkstelligt wird, ohne dass es gekünzelt literarisiert erscheint, ist ein Testament für Sonja Vukovics sprachliche Fertigkeit. Es ist spürbar, dass hier jemand hinter dem Werk steht, der mit Worten umzugehen weiß und es schafft, sprachliche Präzision und Authentizität zu vereinen. Obgleich dies nicht immer gelingt, möchte man doch die kleine Sunny nicht selten in den Arm nehmen, wenn sie nicht mehr weiter weiß, ihr helfen und ihr sagen, dass alles gut wird. Der Leser leidet mit der Protagonistin und es ist manchmal schwer vorstellbar, dass das Geschilderte tatsächlich passiert ist.  
    Umso beeindruckender ist es, zu sehen, was heute daraus geworden ist:
    Durch die biographische Arbeit, aus der Vukovics erster Bestseller "Christiane F. - Mein zweites Leben" entsprungen ist, entsteht die F.-Foundation, eine Organisation mit dem Ziel der Suchtprävention und - aufklärung, für die Sonja Vukovic bis heute als Rednerin aktiv ist.


    Es ist ein erstaunlicher Weg, den diese mutige Frau gegangen ist. Alleine, diesen Weg nachzuvollziehen, wäre es wert, ihre Biographie zu lesen. Doch durch die oft schonungslose Distanzlosigkeit, mit der die Autorin den Leser in ihre eigene Geschichte hinein nimmt, hat er nie das Gefühl, bloßer Beobachter zu sein, sondern viel mehr ihn mit ihr zu gehen.
  24. Cover des Buches American Psycho (ISBN: 9783942656412)
    Bret Easton Ellis

    American Psycho

     (403)
    Aktuelle Rezension von: Pappbecher
      • Title: American Psycho
      • Author(s): Bret Easton Ellis
      • Publisher: Picador Classic
      • ISBN: 9781447277705 
      • Edition: paperback
      • Publication date: 01/07/2020


    Content:

    "Patrick Bateman is twenty-six and he works on Wall Street, he is handsome, sophisticated, charming and intelligent. He is also a psychopath. Taking us to head-on collision with America's greatest dream—and its worst nightmare—American Psycho is bleak, bitter, black comedy about a world we all recognise but do not wish to confront."


    Opinion:

    First of all, I wanted to say I've seen the movie several times before reading the book. I thought it would be time to also read the story that has caught my interest for more than once.

    Now I want to talk a little about the content of the book. As I have told you, I've watched the movie more than one time yet and I still think it is a masterpiece. Therefore, I had high expectations for the book and I was not disappointed. Although, some might think it is pretty brutal and boring at the same time, for me it was quite as I expected it. It was the perfect mixture of the narcism and materialism of the world as well as the boredom of an everyday life. Ellis wanted to put forward a critique on the society back then, when he wrote the book. In my opinion, the book still points out the most critique worthy parts of society nowadays. Yes, the most parts of the books are really brutal and bloody, but this makes the book the way it should be: a critique.

    The author did a great job on character building concerning the protagonists. They are all far from perfect and, therefore, authentic. I actually think it is scary how realistic they are. 

    The writing style is interesting. It is not that easy to read but at the same time not too complicated, So, it was no problem to read the book within a few days.


    Conclusion:

    All in all, the book is one of the classics that everybody should have read! Therefore, I would recommend reading it to every reader that is interested in classics and authentic books.

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