Bücher mit dem Tag "raymond chandler"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "raymond chandler" gekennzeichnet haben.

6 Bücher

  1. Cover des Buches Lebwohl, mein Liebling (ISBN: 9783257073539)
    Raymond Chandler

    Lebwohl, mein Liebling

    (53)
    Aktuelle Rezension von: Alrik

    Eine schwere Hitze liegt über den Straßen von Los Angeles, während Zigarettenrauch durch dunkle Bars zieht und jede Begegnung ein kleines Risiko trägt. Zwischen verschwitzten Neonlichtern und brüchigen Fassaden entfaltet sich eine Geschichte, die nach Whiskey schmeckt und nach verlorener Liebe klingt. Raymond Chandler erschafft eine Welt, in der Hoffnung nur ein flackerndes Licht ist und jede Spur tiefer in ein Netz aus Lügen führt.


    Die Suche nach Velma fühlt sich an wie ein langsames Abtauchen in einen Strudel aus Sehnsucht, Gewalt und gebrochenen Träumen. Moose Malloy wirkt roh und ungestüm, gleichzeitig tragisch und verletzlich. Hinter jeder Tür wartet eine neue Täuschung, hinter jedem Blick eine unausgesprochene Wahrheit. Besonders die Frauenfiguren schillern zwischen Verführung und Geheimnis, ohne jemals einfach zu sein.


    Dichte Dialoge treiben die Handlung voran und verleihen dem Roman eine fast filmische Intensität. Bilder entstehen im Kopf, ohne laut zu sein. Der Fall wirkt nicht wie ein Puzzle, sondern wie ein dunkler Spaziergang durch moralische Grauzonen. Genau darin liegt die Stärke dieser Geschichte, die weniger vom Ziel lebt als von der Atmosphäre unterwegs.


    Zurück bleibt ein bittersüßer Nachhall. Eine Mischung aus Melancholie, Spannung und einem Hauch Nostalgie. Jeder Satz trägt den Klang einer Zeit, in der Liebe gefährlich war und Vertrauen ein Luxus. Ein Noir Klassiker, der sich langsam entfaltet und lange im Kopf bleibt.

  2. Cover des Buches Die große Hitze (ISBN: 9783867542845)
    Denise Mina

    Die große Hitze

    (5)
    Aktuelle Rezension von: Soeren

    Es beginnt wie ein klassischer Hardboiled-Krimi Ende der 1930er Jahre. Privatdetektiv Philip Marlowe erhält den Auftrag, die vor kurzem verschwundene Tochter eines Millionärs zu suchen. Pleite, wie Marlowe ist, willigt er ein und macht sich auf die Suche in L.A. Es dauert auch tatsächlich nicht lang, bis er sie aufgespürt hat. Allerdings wurde die Tochter gar nicht entführt, sondern ist freiwillig gegangen, um vor ihrem gewalttätigen Vater zu fliehen. Das stürzt den Detektiv in Gewissensbisse und er beschließt, erst mal mehr über die Hintergründe herauszufinden. Dabei dauert es nicht lang, bis es eine erste Leiche gibt.
    Seit Jahren ist die irische Autorin Denise Mina großer Fan von Noir-Krimis. Als sie vom Raymond-Chandler-Estate die Erlaubnis erhält, einen autorisierten Philip-Marlowe-Roman zu schreiben, setzt sie alles daran, dem Original so nah wie möglich zu kommen. Deshalb liest sich „Die große Hitze“ auch die meiste Zeit so, als würde die Geschichte von Chandler selbst kommen. Es gibt zahlreiche flapsige Dialoge und Beschreibungen. Dazu schwingt immer eine leichte Melancholie in den Worten mit. Und genau wie beim Original wird die Handlung irgendwann immer komplexer, bis kaum mehr jemand durchblickt. Wer die alten Marlowe-Krimis mag, wird hier daher voll auf seine Kosten kommen.

  3. Cover des Buches Der große Schlaf. (ISBN: 9783763263448)
  4. Cover des Buches Krimi! Mord und Totschlag in der Literatur (ISBN: 9783455405507)
    Katharina Mahrenholtz

    Krimi! Mord und Totschlag in der Literatur

    (14)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Ein kurzes Büchlein über die Geschichte des Kriminalromans. Natürlich hätte man noch den einen oder anderen Autor hinzugefügt, den man hier sträflich vernachlässigt sieht. Mit schönen Einschüben über die verrücktesten Mordarten oder Mord weltweit. Die kurzen Zusammenfassungen scheinen die Inhalte ein wenig zu ironisieren, liest sich dabei ganz süffisant. Insgesamt mit zahlreichen Hinweisen zu Büchern, zu denen die Autoren "I kill people for money." sagen könnten. Für Heinz Strunk ist der Krimi übrigens das "dümmste Literaturgenre überhaupt", hat er so oder so ähnlich auf einer Lesung gesagt.

  5. Cover des Buches Die kleine Schwester (ISBN: 9783257246308)
    Raymond Chandler

    Die kleine Schwester

    (66)
    Aktuelle Rezension von: S_Malt

    Der fünfte Roman mit Philip Marlowe von Raymond Chandler.

    Erschienen erstmals 1949 - hier in der grandiosen Übersetzung von Robin Detje.


    Marlowe erhält den Auftrag, den vermissten Bruder von Orfamay Quest zu finden, einer unscheinbaren Sprechstundenhilfe aus Manhattan in Kansas (nicht in New York). Doch steckt mehr dahinter, als nur ein vermisster Junge vom Lande - das muss Marlowe schnell schmerzlich erfahren. Den plötzlich sieht er sich verstrickt in mindestens drei Mordfälle und in den Intrigen Hollywoods. Um seine Klientin zu schützen, lässt er Beweismittel unter den Tisch fallen und gerät nun ins Visier der Polizei von Los Angeles, und die geht nicht gerade zimperlich um, mit Privatschnüfflern, die sie auf dem Kieker haben.

    Dann ist da noch die sextolle Dolores, die ein Auge auf Marlowe geworfen hat sowie ein Gangster, der vielleicht nicht der ist, der er zu sein vorgibt - und nicht zu vergessen, die Halbschwester von Orfamay, eine Schauspielerin, auf dem Weg zum Weltruhm.


    Wie in allen Marlowe-Romanen verkörpert der Detektiv die Rolle des klassischen Hardboiled-Helden. Rauhe Schale aber das Herz am rechten Fleck und immer mit Blick auf die Gerechtigkeit. Seinen Klienten gegenüber höchst loyal, sofern diese sich keines Verbrechens schuldig gemacht haben. Auch dem Staatsanwalt gegenüber zeigt er Gesetzestreue - wohingegen die Cops es nicht immer allzu genau damit nehmen. 


    Eine weitere großartige Geschichte um den einsamen Privatdetektiv, vielleicht sogar die bislang beste. Und - wie immer - lebt die Geschichte nicht nur von den Figuren, sondern weist einen spannenden Plot auf, der den Leser lange in Atem hält; und am Ende führt Marlowe alle Fäden zusammen und man erlebt eine Überraschung nach der nächsten, bis der Fall endlich gelöst ist.


    Von mir ganz dicke 5 von 5.

    Und eine ganz klare Empfehlung für alle Freunde des guten alten Krimi-Noir. 

  6. Cover des Buches Das hohe Fenster (ISBN: 9783257247336)
    Raymond Chandler

    Das hohe Fenster

    (9)
    Aktuelle Rezension von: Literaturwerkstatt-kreativ

    „Literaturwerkstatt- kreativ / Blog“ stellt vor:

    „Das Hohe Fenster“ von Raymond Chandler


    Mrs. Murdock, eine reiche Witwe aus Pasadena, hat einen doppelten Auftrag für Philip Marlowe: Ihre Schwiegertochter, eine ehemalige Nachtklub-Sängerin, ist verschwunden – und gleichzeitig eine alte, wertvolle Goldmünze. Beide soll der Privatdetektiv dingfest mache. Was wie ein üblicher Auftrag begann, entwickelt sich schon bald zu einer atemberaubenden Achterbahnfahrt. Marlowes Sinn für Recht und Gerechtigkeit steht auf dem Prüfstand.“


    Fazit:

    Über Raymond Chandler braucht man ja eigentlich gar keine Worte mehr verlieren, denn Literaturliebhaber*innen haben meist schon einen Krimi mit seinem melancholischen Privatdetektiv Philip Marlowe gelesen, oder im Fernsehen gesehen. Chandler gilt als einer der Schöpfer der „Hardboiled Detective“ (Erfinder des hartgesottenen Ermittlers) meist unbestechlich und Einzelgänger. Auf der Suche nach eigenwilligen, speziellen Ermittlern kommt man somit an Marlowe gar nicht vorbei. Da ich vor vielen Jahren mal einen Krimi mit dem Detektiv im Fernsehen gesehen habe, wollte ich mich jetzt doch einmal näher mit dem eigenwilligen Ermittler beschäftigen. 

    Ja, -- Marlowe gefällt mir. Er raucht und trinkt, kann zuweilen hart austeilen, aber vor allem hasst er Ungerechtigkeiten und gerade das macht ihn mir so sympathisch. Man begleitet Marlowe durch einen sehr komplexen Fall, den er durch akribische Spurensuche – Stück für Stück – in klassischer „Whodunit“ Manier“– auflöst. 

    Die Gangart des Krimis ist ruhig, keine Spur von übertriebener Hektik. Der Erzählstil ist angenehm und leicht zu lesen. Die Handlung ist sehr gut durchdacht und nachvollziehbar. Den atmosphärischen Zeitgeist der 40er Jahre spürt man deutlich beim Lesen. Sei es bei den Beschreibungen der Orte, Personen etc. oder auch bei der Art des Erzählens. Chandlers Sprache hat oftmals eine ganz eigene Wortwahl, eigene Sprüche und Redewendungen, etwa als heutige Autoren, die Krimis in den 40er Jahren schreiben. Damit begibt man sich auch noch auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. 

    Meine `Reise` mit Philip Marlowe ist auf jeden Fall noch nicht zu Ende, denn ich bin auf den Geschmack gekommen und werde mir seine anderen Werke auch noch zu Gemüte führen, sei es als Buch oder als Film.  


    Ein interessanter Krimi mit einem außergewöhnlichen Privatdetektiv!   





    Die ganze Rezi auch auf meinem Literaturblog:

    https://literaturwerkstattkreativblog.wordpress.com/2024/11/01/das-hohe-fenster-von-raymond-chandler/



    Besten Dank an den „Diogenes Verlag“ für das Rezensionsexemplar.

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