Bücher mit dem Tag "realismus"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "realismus" gekennzeichnet haben.

188 Bücher

  1. Cover des Buches Morgen kommt ein neuer Himmel (ISBN: 9783810513304)
    Lori Nelson Spielman

    Morgen kommt ein neuer Himmel

     (2.497)
    Aktuelle Rezension von: Letters-with-Coffee-and-Cake

    Als ob der Verlust ihrer Mutter nicht schwer genug wäre, wird die 34-jährige Brett erneut vor den Kopf gestoßen, als bei der Testamentsverlesung all ihre Geschwister ein großes Erbe absahnen, während sie selbst nicht mehr von ihrer Mutter bekommt, als eine Liste, die Brett als junges Mädchen verfasst hat. Innerhalb von 12 Monaten soll sie alles darauf erfüllen.

    Lange versteht Brett nicht, was sie damit anfangen soll. Sie ist kein kleines Kind mehr und das, was auf der Liste steht, sind in ihren Augen kindische Träumereien, für die sie längst zu alt ist. Zudem sind ein paar Sachen dabei, die ihr Leben völlig auf den Kopf stellen würden. Da Brett aber im Grunde nichts zu verlieren hat und sonst nicht herausfindet, was das Erbe ihre Mutter ist, lässt sie sich darauf ein. 

    Die Erfüllung der Liste, ähnlich einer Bucket-List, prägt das ganze Buch. Das Konzept an sich ist jetzt nichts Neues, jedoch steht hier die Beziehung zwischen Brett und ihrer Mutter stark im Vordergrund, sodass es doch wieder zu etwas Besonderem wird. Die Liebe zu ihrer Tochter bleibt bis weit nach ihrem Tod bestehen und am Ende erfährt Brett so viele Dinge, die bei weitem ein viel größeres Erbe waren, als es das alleinige Geld gewesen wäre. 

    "Morgen kommt ein neuer Horizont" ist locker geschrieben und auf emotionaler Ebene sehr authentisch. Klar, viele Dinge wirken ein wenig zufällig, aber am Ende ist es doch eine Geschichte darüber, dass man kämpfen muss und dann dafür belohnt wird. Happy End garantiert <3 

  2. Cover des Buches Das Parfum (ISBN: 9783257069334)
    Patrick Süskind

    Das Parfum

     (10.072)
    Aktuelle Rezension von: books_and_baking

    Ich lese nicht oft Klassiker und war deshalb sehr gespannt, wie mir das Buch gefallen würde. Der Schreibstil ist nicht ganz einfach, aber trotzdem ganz gut lesbar. Man taucht hier in die große Welt der Düfte ein und ich war doch ganz schön beeindruckt, wie gut der Autor das alles ausgearbeitet hat. Es war einfach mal etwas komplett anderes. Der Protagonist Jean-Baptiste Grenouille ist mir leider gar nicht ans Herz gewachsen. Er ist einfach ein ziemlich komischer Kauz und egal wem er begegnet, keiner nimmt ihn wirklich positiv wahr, was mich als Leser wohl auch dazu bewegt hat ihn eher abstoßend zu finden. Die Geschichte hatte teilweise auch ihre Längen und meines Erachtens hätte man da etwas kürzen können, da ich dann teilweise keine Lust mehr hatte weiter zu Lesen. Das Ende jedoch hat mich wieder ziemlich gepackt und mitgerissen. Allzu brutal fand ich das Buch jetzt auch nicht, da gibt es definitiv schlimmere Bücher, aber wer trotzdem mit Mord nicht gut klar kommt sollte eher die Finger davon lassen. Im Vergleich zum Film fand ich, dass dieser sehr gut und nahe am Buch gehalten ist und mir dieser sogar ein klein bisschen besser gefallen hat. Es war im Großen und Ganzen sehr interessant das Buch mal gelesen zu haben, aber zu meinen Highlights wird das nicht zählen.

  3. Cover des Buches Das Schicksal ist ein mieser Verräter (ISBN: 9783446240094)
    John Green

    Das Schicksal ist ein mieser Verräter

     (12.651)
    Aktuelle Rezension von: Siko71

    Hazel Grace und Augustus "Gus" lernen sich in Selbshilfegruppe für Krebskranke kennen. Hazel will die Beziehung nur auf freundschaftlicher Basis führen, aber da hat sie die Rechnung ohne ihr Herz gemacht. Gus und sie reisen nach vielen Arztbesuchen nach Holland um dort den Autor ihres Lieblingsbuches zu treffen. Dieses Treffen verläuft alles andere als schön. Aber beide entdecken ihre Liebe zueinander und Gus muss Hazel eine traurige Mitteilung machen...

    Ein Roman, der unter die Haut geht. Ich habe den Film schon gesehen und geheult wie ein Schlosshund, aber das Buch hat bei mir auch schon wieder die Schleusen geöffnet und mich die Frage stellen lassen, Wann gibt es endlich Hilfe?

  4. Cover des Buches Der alte Mann und das Meer (ISBN: 9783499267673)
    Ernest Hemingway

    Der alte Mann und das Meer

     (965)
    Aktuelle Rezension von: AndreaKiesling

    Puh, eines der wenigen Bücher für die ich, obwohl es ziemlich dünn war, mehrere Wochen Lesezeit brauchte. Es wurde mir als „muss“ empfohlen. Würde es jedoch nicht noch einmal lesen.

  5. Cover des Buches EVIL (ISBN: 9783453677005)
    Jack Ketchum

    EVIL

     (861)
    Aktuelle Rezension von: chipie2909

    Mein Schatz hat mir dieses Buch empfohlen und bevor ich damit gestartet bin, habe ich mir einige Rezension durchgelesen. Nicht nur einmal stand, dass die Welt dieses Buch nicht braucht und es einfach nur scheußlich ist. Diese Aussagen haben meine Neugierde aber einfach nur noch mehr entfacht. Doch um was geht es denn eigentlich in diesem Werk von Jack Ketchum?

    David genießt seine Kindheit mit seinen Freunden inmitten einer typisch amerikanischen Vorstadtidylle. Sie verbringen viel Zeit miteinander und vorallem bei seinem besten Freund fühlt er sich zuhause. Dort ziehen nach dem Tod ihre Eltern die Schwestern Meg und Susan ein, ihre Tante Ruth hat für die beiden das Sorgerecht bekommen. Doch die schillernde Fassade lockt, denn Ruth beginnt, die beiden Mädchen ganz nach ihren Methoden zu erziehen. Was anfangs noch als blöder Spaß scheint, wird schnell bestialisch. Denn nicht nur Ruth quält vor allem Meg, nein, auch ihre drei Söhne foltern das 16jährige Mädchen. Und wäre das nicht genug, steigen auch noch einige Jugendliche in bestialische Aktivitäten ein.

    Mein Eindruck vom Buch:

    Heftig! Einfach nur heftig! Jack Ketchum erzählt die Geschichte aus Sicht von David und er hat ein wahres Talent, sehr detailgetreu die Folterungen von Ruth und ihren Anhängern zu beschreiben. Mir stockte so oft der Atem, da ich kaum glauben konnte, dass diese Story wirklich auf eine wahre Begebenheit beruht. 1965 wurde in Indianapolis die 16jährige Sylvia Likens von ihrer Ziehmutter Gertrude Baniszewski und zwei ihrer Stiefgeschwister brutal zu Tode geopfert. Mit diesem Hintergrund berührt die Geschichte von Meg natürlich umso mehr. Es ist einfach unvorstellbar, wie grausam Menschen sein können. Aber nicht nur die Folterer haben mich schockiert. Nein, auch die Tatsache, dass in der ganzen Straße bekannt war, dass im Haus von Ruth etwas Schreckliches passiert und jeder einfach nur weggesehen hat. Unglaublich!! Somit wurden so viele Menschen Mittäter. Und auch die Brutalität der Jugendlichen ist unfassbar.

    Mein Fazit:

    Mit diesem Buch verliert man so ein bißchen den Glauben an das Gute im Menschen. Dennoch kann ich mich den Meinungen, dass dieses Buch „unnötig“ sei, definitiv nicht anschließen. Im Gegenteil, ich finde dieses Buch unheimlich wichtig! Es zeigt auf, dass man auch mal über seinen Tellerrand schauen und für das Gute kämpfen sollte. In Gedenken an Sylvia Likens.

  6. Cover des Buches Die Welle (ISBN: 9783473544042)
    Morton Rhue

    Die Welle

     (2.266)
    Aktuelle Rezension von: Nixi

    Titel: Die Welle

    Autor: Morton Rhue

    Übersetzer: Hans-Georg Noack

    Verlag: Ravensburger 

    Seitenzahl: 186 Seiten

    Erscheinungsdatum: 1. Februar 1997

    Altersempfehlung: ab 13

     

    Inhalt: 

    Wie funktioniert Faschismus?

    Diese Frage möchte ein Lehrer namens Ben Ross, der an einer Highschool das Fach Geschichte unterrichtet, seinen Schüler*innen beibringen.

    Bei ihnen ist gerade der 2. Weltkrieg Thema und damit natürlich auch wie kann es sein, dass sich Hitler so viele Menschen angeschlossen haben.

    Der Lehrer möchte den Jugendlichen anhand eines Experimentes veranschaulichen wie es damals funktioniert hat, allerdings läuft dieses ziemlich aus dem Ruder.

     

    Meine Meinung:

    Ein wirklich interessantes Buch. Es regt zum nachdenken an, ist spannend und klingt realistisch. Letzteres wahrscheinlich, weil die Geschichte tatsächlich so stattgefunden hat1

    Das ist eine der Sachen, die mich ziemlich beeindruckt hat.

    Ich hab mir auch gerne wichtige Stellen markiert, die Stellen an denen die Welle weiter voranschreitet. Zum Beispiel der eigene Gruß oder das eigene Zeichen.

    In diesem Fall machen die Mitglieder der Welle zum Gruß mit der Hand eine Wellenartige Bewegung und ihr Zeichen ist ein gewellter Strich der von einem Kreis eingerahmt wird.

    Ich gebe ⭐️⭐️⭐️⭐️ und empfehle es allen, die eine kurze Geschichte lesen mögen, die gleichzeitig zum Nachdenken anregt und fasziniert.

  7. Cover des Buches Die verlorene Ehre der Katharina Blum (ISBN: 9783462031454)
    Heinrich Böll

    Die verlorene Ehre der Katharina Blum

     (826)
    Aktuelle Rezension von: Paperboat

    Ich schreibe wahrscheinlich nichts neues, wenn ich über die verlorene Ehre der Katharina Blum berichte, es ist schließlich Heinrich Bölls bekanntestes Werk.

    Der Einstieg in die Lektüre fiel mir nicht leicht. Man wird direkt mit reichlich Namen bombardiert in einem literarischen Szenario, das an Prozessakten erinnert. Abschnittweise wird die Vernehmung der Katharina Blum nacherzählt, die einem flüchtigen Verbrecher Hilfe geleistet hat dem Zugriff der Polizei zu entkommen. Den Mann lernte sie auf einer Feier kennen, nahm ihn mit nach Hause und verliebte sich Hals über Kopf nach einer gemeinsamen Nacht in ihn. Die Loyalität zu ihm zu halten ungeachtet des Verbrechens, das er begangen haben mag, wird ihr zum Verhängnis, als ein sensationsheischendes Tageblatt (im Buch nur die „ZEITUNG“ genannt) ihren Anteil an der Flucht nicht nur veröffentlicht, sondern ihr Privatleben auf eine pervers tatsachenverdrehende Weise ausschlachtet. Aus einer unbescholtenen, unscheinbaren Bürgerin wird dann eine Täterin, als ihr Hass auf den Verantwortlichen der verdrehten Berichterstattung sie dazu treibt den Journalisten der ZEITUNG zu töten.

    Interessant ist wie wenig sich an manchen Methoden seit 1974 geändert hat, als Böll das Buch veröffentlichte. Sein in „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ verarbeitetes Thema ist in einer Zeit, in welcher der Begriff „Fake News“ entstanden ist, aktueller denn je.
    Ein wirklich gutes Buch trotz des gewöhnungsbedürftigen Anfangs!

  8. Cover des Buches Der Winterkönig (ISBN: 9783499246241)
    Bernard Cornwell

    Der Winterkönig

     (263)
    Aktuelle Rezension von: Jessica_Diana

    Meinung
    Die Sage rund um King Arthur bedeutet mir sehr viel und ich war neugierig, was sich hinter dieser Interpretation verbergen würde.
    Mit diesem Titel hatte ich aber leider bis zum Schluss zu kämpfen. Den ersten Seiten widmete ich mich voller Elan und Wissbegier, aber nach und nach ebbte diese Neugier leider ab. Bei Winterkönig kamen aber einige Charaktere, welche ich ins Herz hinsichtlich dieser Saga ins Herz geschlossen habe nicht allzu gut weg. 

    Inhaltlich erwarten mich viele detaillierte Beschreibungen. Insbesondere die Rituale und die Kriege wurden sehr bildlich beschrieben, sodass es nichts für leichte Nerven ist. Man sieht das Schlachtfeld und die blutenden Menschen direkt vor sich, etwas was mir persönlich ein Frösteln bereitete. 

    Der Autor legte viel Wert auf das Detail und man erkennt die gute Recherche hinter diesem Buch. Am Ende erwarteten mich einige Quellen bei denen mein Herz höher schlug.

    Fazit
    King Arthur ist sehr detailliert, sachlich und erschreckend. Es ist eine andere Interpretation dessen was ich bisher geliebt habe und es war schwer für mich, mich auf diese neue Art der Legende einzulassen. Aus diesem Grund 3 von 5 Sternen ❤

  9. Cover des Buches Schuld und Sühne (ISBN: 9783866477650)
    Fjodor Michailowitsch Dostojewski

    Schuld und Sühne

     (485)
    Aktuelle Rezension von: AmirasBibliothek

    Zuerst möchte ich sagen, dass ich das Buch als Hörbuch gehört habe. Ob das eine gute Entscheidung war? Das musst du natürlich selbst entscheiden, es ist aber gar nicht so einfach, eine passende Vertonung zu finden.  Ich habe eine gefunden, mit der ich mich gut arrangieren konnte. Denn ihr könnt euch sicher denken, dass es min. ein Monatsvorhaben ist. Ich glaube, ich war zwei beschäftigt. Mit einer nervigen Stimme sicher kein spaßiges Vergnügen. Wer das Buch aber intensiv lesen möchte, dazu gehört meiner Meinung nach auch, sich Bemerkungen am Rand zu machen, der sollte es lieber gleich selbst lesen. Ich habe viel mitbekommen, aber manchmal bin ich auch mit den Gedanken abgeschweift. 

    Ganz ehrlich: Es ist kein Klassiker, den ich bedingungslos weiterempfehle oder den man meiner Meinung nach gelesen haben muss. Es gilt als der Ur-Krimi. Ich bezweifle das. Das fängt schon dabei an, dass es eher ein Psychothriller ist, der aufzeichnet, wie die Gewissensbisse den Mörder auffressen. Da der Erzähler auktorial ist, können die einzelnen Figuren bis in die hintersten Ecken durchleuchtet werden. Was in ihnen vorgeht, wissen die Leser*innen sofort. Es geht also nicht per se um die Ermittlungen, sondern darum, ob Raskolnikow ungestraft davonkommt. 

    Eine andere Besonderheit des Romans sind die vielen gesellschaftlichen Themen, die mitmischen, allen voran die Theorie über die Polarität der Menschheit in Große und weniger wertvolle. Aber das hat mich persönlich jetzt nicht sonderlich inspiriert, weil ich die Theorie nicht für tragfähig und deswegen auch für bedeutungslos halte. Zu sehen, dass Raskolnikow daran scheitert, sie zu bestätigen, hat mich keineswegs überrascht. Es ist wohl eher eine Ermessenssache, dass manche Morde aufgrund deren (positiver) Wirkung in den Hintergrund geraten und ungestraft davon kommen. Die meisten von uns, wenn sie sich die Taten vor Augen führen, werden sie aber doch wohl trotzdem verurteilen. Vielleicht bin ich da aber auch zu optimistisch. Man sollte den Roman auch nicht aus dem räumlichen und zeitlichen Kontext seiner Entstehung heben. Für mich klang es jedenfalls an manchen Stellen ziemlich aus der Luft gegriffen. Das durchgängige geisteswissenschaftliche Geplätscher (Die Hinzunahme vieler verschiedener Diskurse von Politik über Philosophie bis hin zu Psychologie) erinnert stark an Dostojewski erinnert stark an seinen Kollegen Tolstoi. Von beiden russischen Autoren habe ich bis jetzt nur ein Werk gelesen, weswegen es schwer fällt, die Beobachtungen zu verallgemeinern. Aber Tolstoi konnte mich besser unterhalten. Bei ihm habe ich mehr Witz vorgefunden und in der Düsternis der gläsernen Figuren (beide schaffen es, dass man sich in die verschiedensten Personen hineinversetzen und ihre Schwächen erkennen kann) ist auch mehr Wärme übrig geblieben. Schwierig machen es einem beide, was die Namen angeht, besonders für den ungeübten. Wer bitteschön hat sich das russische Namensystem ausgedacht?

    Das Ende von Schuld und Sühne war auch gar nicht mein Fall. Wenn ich ihm auch lassen muss, dass es gar nicht mal so einfach ist, am Ende die Frage zu beantworten, ob er denn nun gerecht gestraft wurde oder nicht. Fast alle Diskussionen im Buch haben mit dieser Schlüsselfrage irgendwie zu tun, weswegen ich schon sagen würde, dass es sich als Schullektüre eignete, wenn es nicht so dick wäre. Sprachlich ist es auch gut lesbar. Aber genauso gut kann man meiner Meinung nach auch Das Parfum von Süsskind oder Der Prozess von Kafka lesen. Auch Der Richter und sein Henker von Dürrenmatt wären thematisch eine gute Alternative. Das einzige Argument, das für mich für Dostojewski sprechen würde, wäre die besondere psychologische Innensicht und die auktoriale Erzählhaltung. Vielleicht sollte ich noch mehr von ihm lesen, um ein besseres Urteil zu fällen.

  10. Cover des Buches Sterben (ISBN: 9783442749577)
    Karl Ove Knausgård

    Sterben

     (131)
    Aktuelle Rezension von: Stephan_Belka

    Wer in Knausgårds Literatur einen Handlungsstrang sucht, der sucht diesen vergebens. Wer aber in seiner Literatur das Leben sucht, der findet einen ganzen Kosmos!!!
    Allein der essayistische Einstieg über den Umgang des modernen Menschen mit dem Tod. Der Hammer!!!!
    Radikal subjektive Literatur! Ich steh' da voll drauf.
    Absolute Empfehlung!!!

  11. Cover des Buches Kaltblütig (ISBN: 9783036959030)
    Truman Capote

    Kaltblütig

     (312)
    Aktuelle Rezension von: dominona

    Gelockt hat mich hier, dass es um ein tatsächliches Ereignis geht und zwar genauer, um einen Familienmord. Ich hatte eher mit einem Thriller gerechnet und nicht mit einem nüchternen Sachbuch, aber ich denke, auch das kann man interessant gestalten. Leider ist das hier nicht geschehen. 

    Man merkt auch, dass der Autor viel Arbeit reingesteckt hat, aber auch hier wirkt sich das nicht positiv aus. Es ist eher so, dass man mehr oder weniger ungeordnet alle möglichen Informationen um die Ohren gehauen bekommt. Ich habe zwischenzeitlich auf die Zahnpasta- oder Make-Up-Marke gewartet.

    All das hat letztendlich dazu geführt, dass ich das Buch ungefähr nach der Hälfte abgebrochen habe, weil man in dem ganzen Informationsgewirr einfach untergeht und keine Beziehung zu irgendwem aufbaut. 

    Da war ich am Ende doch mit dem Wikipedia-Artikel bedient.  

  12. Cover des Buches Krieg und Frieden (ISBN: 9783446235755)
    Leo Tolstoi

    Krieg und Frieden

     (471)
    Aktuelle Rezension von: Radagast

    Mit jugendlichen Optimismus begann ich diesen historischen Roman zu lesen. Zuvor vorsorglich Block und Stift bereit gelegt, was sich als klug erwies.
    Dieser Roman ist in vier Bücher aufgegliedert. Die Themen die darin aufgegriffen werden sind der Krieg zwischen 1805-1812 und deren Feldzüge und Strategien, die gesellschaftlichen Stellungen in der höheren angesehenen Aristokratie, Heiratspolitik und viel Poesie.
    Ich kam mir beim lesen zeitweise vor als wäre ich mit dabei in diesen Roman. Ob es sich um die gesellschaftlichen Ebenen und Verstrickungen handelte, oder auf dem wild umkämpften Schlachtfelder ging, mein Kopfkino war auf Empfang.
    Bei manchen Kapiteln machte ich Pausen um das gelesene sacken zu lassen. Nicht deswegen dass ich es nicht verstanden hätte, sondern wegen dem Schreibstil. Ich konnte mich daher gut in die Geschichten hinein versetzen. Auch die Protagonisten waren plastisch gut beschrieben.
    Vor allem war es spannend mit zu erleben wie sich die Hauptprotagonisten entwickelten. Wer wurde mit wem verheiratet? Wer verstarb? Wie gefestigt wurde der jeweilige Charakter im laufe der Geschichte?
    Abgesehen das ich tagelang eine Pause einlegte beim Lesen, ja ich habe geschwächelt, da es phasenweise doch etwas langatmig ist, war es für mich eine grandiose Geschichte!

  13. Cover des Buches Lieben (ISBN: 9783442713219)
    Karl Ove Knausgård

    Lieben

     (81)
    Aktuelle Rezension von: reisendebuecher
    Ich bin dem Knausgård'schen Fieber erlegen. Keiner kann so schreiben, wie er, vor allem wenn es um banales und doch so essentielles geht. Auch der zweite Teil seines autobiographisches Projektes hat mir also wieder sehr gut gefallen. Gern hätte ich alle literarischen Referenzen verstanden, aber dazu fehlt mir einfach Hintergrundwissen. Der zweite Teil geht grundlegend auf die Beziehung zwischen ihm und Linda ein, sowie seine Kinder. Ich weiß nicht, ob ich das alles wirklich beurteilen darf, da es ja es nicht-fiktional ist, aber Linda empfand ich schon als etwas anstrengend. Aber insgesamt wieder richtig gut!
  14. Cover des Buches Anne Elliot (ISBN: 9783423145282)
    Jane Austen

    Anne Elliot

     (473)
    Aktuelle Rezension von: Himmelsvogel

    Story:

    Anne Elliot wächst als Tochter eines Baronets in Kellynch Hall auf. Kaum im heiratsfähigen Alter möchte sich der mittellose Seeoffizier Frederick Wentworth mit ihr verloben, doch Anne lehnt diesen Antrag auf Anraten einer Freundin, trotz der Liebe zu dem jungen Mann, ab. Jahre gehen ins Land in denen sie nur reifer und gebildeter wird, doch kein Mann scheint gewillt ihr Herz zu erobern. Erst als Annes Vater das Anwesen vermieten muss, begegnet die nun 27-Jährige Frederick erneut. Dieser hat sich nun zum Kapitän hochgearbeitet und ist ein wohlhabender Mann. Doch Verstrickungen in der Gesellschaft, in der sie beide nun verkehren, hindern die beiden daran sich wieder annähern zu können und ein erneutes Aufkeimen ihrer Gefühle erscheint durch andere aussichtslos.

     

    Charaktere:

    Anne ist trotz dem frühen Verlust ihrer Mutter im Jugendalter zu einer reifen Frau herangewachsen, sie weiß wie man sich in der Gesellschaft benimmt und selbst in Adelskreisen verkehrt. Die Ablehnung, die sie Frederick zukommen lässt, beschäftigt sie sehr lange und doch scheint sie über dieses Kapitel ihres Lebens hinwegzukommen. Sie blüht regelrecht auf in der Gesellschaft und weiß ihre Umgebenen zufrieden zu stellen, auch wenn sie nicht wirklich mit ihrer Schwester Elizabeth zurechtkommt und die andere, Mary, immerzu sich benachteiligt fühlt. Erst das Zusammentreffen mit ihrem Verflossenen bringt ihr Leben ins Wanken und immerzu versteift sie sich in seiner Nähe, auch wenn sie sich schnell fängt und die beiden schnell lernen miteinander zu leben. Ihnen wird beiden eine baldige Verlobung angedichtet, was sie mit mehr oder weniger Begeisterung zur Kenntnis nehmen. Lange denkt man, ihre Liebe ist auf immer zertrümmert, doch nach vielen Umwegen finden ihre Persönlichkeiten doch noch zueinander und die Geständnisse ihrer Gefühle sind so herzwärmend, dass man kaum glauben kann, was zwischen ihnen lag. Die Harmonie zwischen den Beiden scheint wahrhaftig echt.

     

    Inhalt:

    Wie in jedem ihrer Romane hat auch hier Jane Austen ihr Talent, das Schreibhandwerk voll ausgelebt. Mit einer Gewieftheit weiß sie eine ganze Gesellschaft ihrer Zeit in ein Buch zu verpacken, sodass es sinnvoll und spannend ist. Die Gefühle und Hoffnungen der Hauptcharaktere werden sehr sprachgewandt vorgebracht, mit solch einem Gefühl, dass man sich regelrecht selbst in dieser Zeit auf den Straßen Baths spazieren sieht. Ein Roman der keine Sekunde langweilt und einen in der Zeit reisen lässt, wie man es heutzutage selten zu finden vermag.

     

    Fazit:

    Ein Auge für die Gesellschaft ihrer Zeit (dem 19. Jahrhundert), sowie das verstricken von Gefühlen durch andere Verpflichtungen, bis sie zur wahren Erkenntnis über ihre Liebe zueinanderkommen, macht Jane Austens Roman zu einem muss, für jeden Romantiker. 


    Sterne:

    5 von 5 Sterne

  15. Cover des Buches Spielen (ISBN: 9783442749324)
    Karl Ove Knausgård

    Spielen

     (50)
    Aktuelle Rezension von: Alira

    Nachdem ich dem Hype um den Schriftsteller Knausgard erlegen bin und „Spielen“, „Leben“ und „Träumen“ gelesen habe, habe ich in allen drei Büchern schöne Landschaftsbeschreibungen Norwegens gefunden, doch ist für mich „Spielen“ eindeutig das beste, und die vier Sterne vergebe ich, indem ich „Träumen“ und „Leben“ völlig ausblende.

    Bei „Spielen“ handelt es sich um die Kindheit des Autors: Karl Oves Familie besteht aus seinem älteren Bruder, einer schwachen Mutter und einem „allmächtigen“ Vater, einen bei der Dorfbevölkerung hochgeschätzten Lehrer, der seine Kinder in Abwesenheit deren Mutter misshandelt.

    Karl Ove empfindet sich als Außenseiter, ist bis ins Erwachsenenalter „nahe am Wasser gebaut“ und verbringt einen großen Teil seiner Kindheit mit „Heulen“.

    Knausgard sieht sich als Kreuzung von Bukowski und Hamsun. „Spielen“ ist - postiv vermerkt - von den späteren Lieblingsthemen des Autors (Alkohol und Sex) frei, aber Hamsun verfehlt er (auf alle drei Bücher bezogen) um ca. 1.500 Seiten.

  16. Cover des Buches 1793 (ISBN: 9783492317931)
    Niklas Natt och Dag

    1793

     (359)
    Aktuelle Rezension von: Jen_loves_reading_books


    1793  - Winge und Cardell ermitteln 1
    von Niklas Natt och Dag



    Erhältlich als
    Taschenbuch für 11,00 €
    Broschiert für 16,99 €
    Kindle eBook für 9,99 €
    496 Seiten



    Herausgeber:
    Piper Verlag



    Genre:
    Historischer Krimi



    Klappentext:
    Stockholm im Jahr 1793: 
    Ein verstümmeltes Bündel treibt in der schlammigen Stadtkloake. 
    Es sind die Überreste eines Menschen, fast bis zur Unkenntlichkeit entstellt.
    Der Ruf nach Gerechtigkeit spornt zwei Ermittler an, diesen grausamen Fund aufzuklären: 
    den Juristen Cecil Winge, genialer als Sherlock Holmes und bei der Stockholmer Polizei für »besondere Verbrechen« zuständig, und Jean Michael Cardell, einen traumatisierten Veteranen mit einem Holzarm. Schon bald finden sie heraus, dass das Opfer mit chirurgischer Präzision gefoltert wurde, doch das ist nur einer von vielen Abgründen, die auf sie warten …



    Meinung:
    Ich muss gestehen, dass ich unglaublich neugierig auf dieses Buch war. Es gab zwar mehr positive als negative Rezensionen, allerdings machen mich bei Büchern immer die negativen Rezensionen auf ein Buch aufmerksam und meist muss ich es dann haben. So wie auch in diesem Fall.



    Der Anfang stellt sich für mich noch recht sperrig dar, aber weil mir die Protagonisten Winge und Cardell gleich zu Beginn sehr gut gefielen, blieb ich dran. Nach ein paar weiteren Seiten, konnte ich ohne Schwierigkeiten in die Geschichte eintauchen, die sehr düster und brutal daherkommt. Dabei meine ich nicht nur den Fall selbst, in dem Winge und Cardell ermitteln, sondern auch wie die Menschen generell miteinander umgehen oder was sie sich gegenseitig antun.



    Die beiden Protagonisten empfand ich als sehr gelungen. In Krimis jeglicher Art wird gerne die "Gegensätze ziehen sich an" - Karte gezogen, so auch hier und es funktioniert hervorragend.
    Auch Anna Stina war für mich ein sehr starker Charakter, mit dem ich mitgefiebert habe.



    Die Geschichte ist in 4 Abschnitte aufgeteilt und jedem Abschnitt ist einem anderen Charakter gewidmet. In Teil 4 laufen dann alle losen Enden zusammen und ergeben dann auch Sinn. Diese Art des Erzählens ist ein wenig ungewöhnlich, aber ich empfand sie nicht als störend.



    Die bildhaften Beschreibungen der jeweiligen Umgebungen, Orte und Figuren, der Gestank, der Dreck und die Kälte werden derart nah an den Leser gebracht, das man meint den Geruch der Stadtkloake in der Nase zu haben, das einem die Kälte in die Knochen kriecht und bei so manch entstellten Menschen, einem das Blut in den Adern gefriert.



    Manche Leser bemängelten, dass sie die Motivation des Killers nicht nachvollziehen könnten. Nun ja, das kann ich bei Mördern ja meistens nicht. Vor allem bei denen nicht, die, aus einem Verrat heraus, einer schlechten Kindheit und Zurückweisungen jeglicher Art, sich derart bösartig rächen. Deshalb ist die Aufklärung des Falls und die Erklärung für die Motivation dieses Killers für mich genau so gut oder schlecht wie jede andere.



    Fazit:
    Mir hat dieses Buch unglaublich gut gefallen und ich bin froh, dass ich es mir zugelegt habe. 
    Die Geschichte ist schon harter Tobak und ich könnte mir vorstellen, dass die typischen Leser des historischen Krimis eher geschockt wären. Warum der Verlag das Buch im Bereich des Historischer Krimis eingeordnet hat, ist mir ein Rätsel. Für mich geht die Geschichte eher in Richtung Thriller der etwas härteren Gangart. 
    Die Story ist spannend, brutal und hat mich teilweise richtig mitgenommen. Genau das erwarte ich von einem  guten Buch. Eine Geschichte, die nachhallt.



    Empfehlung:
    Kann ich jedem empfehlen, der nicht zu zart besaitet ist oder einen Cosy Crime Roman erwartet, denn das ist er garantiert nicht. 



    Von mir gibt es:

    5 von 5 Sterne

  17. Cover des Buches Weiße Nächte (ISBN: 9783458345343)
    Fjodor M. Dostojewski

    Weiße Nächte

     (174)
    Aktuelle Rezension von: LottenTotten

    Ein Mann lernt eine Frau kennen.  Nicht auf klassische Weise. Viele Gedankenspiele und innere Zerrissenheit tragen beide mit sich.  Die Liebe zu Petersburg sowie zu seinen Charakteren wird deutlich. Es ist verträumt schön und gleichzeitig realistisch-traurig.

  18. Cover des Buches Woyzeck. Leonce und Lena (ISBN: 9783872911476)
    Georg Büchner

    Woyzeck. Leonce und Lena

     (446)
    Aktuelle Rezension von: hausknechthilde
    Ein Klassiker der Weltliteratur, dessen Sprache ich immer noch sehr genieße. Schade, dass die Epoche vergangen ist.
  19. Cover des Buches Buddenbrooks (ISBN: 9783596521487)
    Thomas Mann

    Buddenbrooks

     (2.359)
    Aktuelle Rezension von: AnnikaKemmeter

    Ein großes Stück Weltliteratur. Die Erzählweise ist erstklassig. Die Charaktere nur im Außenblick stereotyp, entfalten ihre Facetten, sobald sich der Autor ihnen zuwendet. Leider hat es auch seine Längen, vielleicht besonders für den heutigen Leser. Aber die Botschaft kommt auf leisen Sohlen und unaufdringlich erst ganz am Ende. Warum geht diese Familie unter? Für mich führt der falschverstandene Stolz und der selbsterzeugte Druck zu den entscheidenden Fehlentscheidungen.

  20. Cover des Buches 54 Minuten (ISBN: 9783596812981)
    Marieke Nijkamp

    54 Minuten

     (212)
    Aktuelle Rezension von: binesbuecherwelt

    Schon gleich zu Beginn des Buches fand ich den Aufbau etwas zu verworren. Schnell wurde unter den vier Hauptprotagonisten hin- und hergesprungen und mir war lange nicht klar, wer mit wem in welcher Beziehung steht. Das erfährt man alles im Laufe des Buches und in ständig anhaltenden Rückblicken. Damit hat die Autorin wahrscheinlich versucht die Geschichte spannend zu gestalten, mir hat das allerdings nicht so gut gefallen. Auch zu den Protagonisten konnte ich fast keine emotionale Verbindung herstellen und das obwohl versucht wird dem Leser vor allem die Hauptcharaktere näher zu bringen. Vom Thema her fand ich das Buch sehr interessant, aber grade weil es so ein wichtiges Thema ist fand ich es teilweise etwas zu oberflächlich, da hat mir etwas die Tiefe gefehlt. Daher konnte mich das Buch insgesamt leider nicht so ganz überzeugen.

  21. Cover des Buches Oliver Twist (ISBN: 9783764171186)
    Charles Dickens

    Oliver Twist

     (674)
    Aktuelle Rezension von: bingereading

    "Oliver Twist" ist meiner Meinung nach verdienter Maßen ein Klassiker der englischen Literatur und schon allein aufgrund der bildhaften Schilderungen des damaligen Londons und der schönen, altmodischen Sprache lesenswert.

    Der Waisenjungen Oliver Twist, der in einer nicht genauer definierten englischen Kleinstadt geboren und aufgewachsen ist, läuft von seinem Lehrherren, einem Sargbauer, davon, um in London ein besseres Leben zu führen. Leider geht dies jedoch nach hinten los und stattdessen gerät der Zehnjährige in die Hände von skrupellosen Gaunern wie dem Hehler Fagin und dem Einbrecher Sikes, die ihn, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, für ihre Zwecke ausnutzen. Doch zum Glück gibt es auch Figuren, die dem  jungen Protagonisten gegenüber freundlich gesonnen sind...

    Der Schreibstil war aufgrund der altmodischen Sprache zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, hat aber bereits nach einigen Seiten mich vollends begeistert, da er einfach zu der Geschichte passt. Der einzige Haken ist die plötzliche und unvorbereitete Einführung neuer Charaktere. Es wird erst Seiten später klar, in welchem Verhältnis diese zu den restlichen Figuren stehen.

    Um auf die Charaktere zu sprechen zu kommen: Die meisten von ihnen wurden gut beschrieben und man sieht sie förmlich vor dem inneren Auge. Allerdings stört es micht, dass Fagin allein aufgrund der Tatsache, dass er Jude ist, einfach von vornherein als geiziger, hinterlistiger Schurke dargestellt wird, ohne je anzuschneiden, warum er so geworden ist, wie er ist. Zwar waren solche Vorurteile zu Dickens' Zeit leider Gang ung Gäbe, doch hätte ich trotzdem mehr erwartet, was das betrifft. Auch Oliver Twist selber wirkt manchmal für ein zehnjähriges Kind zu reif und zu ernsthaft, auch wenn die harte Zeit im Waisenhaus ihn sicherlich gezwungen hat, schneller erwachsen zu werden.

    Das Ende des Buches zeigt dann noch mal, dass Dickens sein Handwerk wirklich beherrscht und es versteht, über mehrere Kapitel hinweg Spannung aufzubauen. 

    Auf jeden Fall würde ich empfehlen, Oliver Twist quasi als Hintergrund zu lesen, wenn man auch sonst gerne Romane liest, die im viktorianischen England oder etwas früher angesiedelt sind.

  22. Cover des Buches Unter dem Herzen (ISBN: 9783499630019)
    Ildikó von Kürthy

    Unter dem Herzen

     (103)
    Aktuelle Rezension von: leserattebremen

    Sehr überrascht stellt Ildikó von Kürthy fest, dass sie schwanger ist. Nach jahrelangen Versuchen hatte sie die Hoffnung aufgegeben und sich mit der Realität ihrer Meinung nach abgefunden: Für sie war kein Kind vorgesehen. Umso größer die Freude für sie und ihren Lebensgefährten, als sie von der Schwangerschaft erfahren. In dem Buch „Unter dem Herzen“ nimmt die Autorin ihre Leserinnen mit auf ihre Reise durch die Schwangerschaft und die erste Zeit mit dem Baby. 

    Ildikó von Kürthy ist bekannt für unterhaltsame und lustige Bücher und so funktioniert auch „Unter dem Herzen“. Sehr selbstironisch erzählt sie von den Erlebnissen der Schwangerschaft, von Übelkeit, Gewichtszunahme und den Reaktionen von Freunden ebenso wie von den vielen Gedanken und Sorgen, die man sich während der Schwangerschaft macht. Leider fand ich all das sehr oberflächlich, zwar unterhaltsam erzählt, aber eben auch sehr allgemein und klischeehaft ohne wirklichen persönlichen Bezug. Leider gab es wenig wirklich Interessantes zu lesen, keine besonderen Erfahrungen oder Erlebnisse, die das Buch wirklich relevant gemacht hätten.

    Für mich handelt es sich bei Ildikó von Kürthys „Unter dem Herzen“ um ein unterhaltsames Buch, dass ich vom Inhalt her aber relativ bedeutungslos und wenig interessant fand. Während der Schwangerschaft ganz lustig zu lesen, aber nicht mehr als ein seichter Zeitvertreib.

  23. Cover des Buches Anna Karenina (ISBN: 9783730609828)
    Leo Tolstoi

    Anna Karenina

     (1.043)
    Aktuelle Rezension von: Bibliomania

    Ein opulentes Stück Weltliteratur, das Leo Tolstoi mit seiner „Anna Karenina“ geschaffen hat. Und trotz der vielen Seiten, mit denen dieser Roman aufwartet, las er sich doch recht zügig.

    Streng genommen sollte das Buch nicht nur Anna Karenina heißen, geht es doch um zwei verschiedene Frauen, zwischen deren Leben die Handlung hin und herspringt. Kitty heißt das andere junge Mädchen, deren Leben und Leiden der Leser begleitet.

    Als Anna Karenina Alexej Wronskij kennenlernt, ist es um beide geschehen. Sie wird zur bekanntesten Ehebrecherin in der Weltliteratur. Doch das Leben ist nicht leicht im Russland der Zarenzeit. Frauen sind ohne ihre Männer nichts, haben keine Rechte und quasi keine Daseinsberechtigung. Sie erhalten „Taschengeld“ von ihren Ehemännern, um sich oder ihren Kindern etwas kaufen zu können. Auch haben sie keinerlei Rechte auf ihre eigenen Kinder, wenn es zum Ehebruch kommt. Und so leidet Anna einerseits unter dem Fehlen ihres Sohnes, andererseits unter ihrem verlorenen Leben. Doch solange Wronskij da ist, ist alles gut.

    Kitty hingegen lehnt den Heiratsantrag eines ihr lieben Menschen ab, da ihre Mutter eine bessere Partie vorgesehen hat, aus der dann jedoch nichts wird. Die Depression, in die das junge Mädchen stürzt, begleitet sie dann ihr weiteres Leben. Doch vielleicht ist noch eine Änderung der Lebensumstände möglich.

    Ein großes Werk, das wirklich nur ein paar kleinere Szenen hat, auf die man getrost verzichten könnte. Das Leben zur Zarenzeit wird wirklich sehr gut dargestellt und das Leben der Frauen authentisch erzählt.

    Mir tun sie vor allem Leid. Sie sind nichts, sie haben nichts und müssen es dann auch noch über sich ergehen lassen, dass das Fremdgehen ihrer Männer Normalität ist. Ich bin froh, selbst nicht in dieser Zeit in diesem Land leben zu müssen.

    Was ich als Manko herausstelle, sind die ganzen gefühlsduseligen und hysterischen Frauen. Klar, Tolstoi war ein Mann, aber offenbar stand seine Meinung über Frauen auch nicht gerade hoch im Kurs. Immer wieder schreiben, heulen und ewige Tränen. Als Alternative geht nur der Glanz in jedermanns Augen... Das fand ich etwas nervig, zumal Tolstoi dies inflationär eingesetzt hat. Und das, obwohl es fast nur prächtige und vorzügliche Menschen in diesem Roman gab.

    Dennoch: eine gute Geschichte, die man vielleicht einfach einmal im Leben lesen haben sollte. Ich werde Tolstoi auf jeden Fall noch mindestens ein Buch geben.

  24. Cover des Buches Der Stechlin (ISBN: 9783730607886)
    Theodor Fontane

    Der Stechlin

     (90)
    Aktuelle Rezension von: anna_m

    Ein Klassiker, den ich jedem weiterempfehlen möchte, der sich bei gescheitem Geplauder gut amüsiert, sich nicht an einer armen Handlung stört und zu einigen Recherchen bereit ist. Dieser Roman in Dialogform, denn ja, meistes wird geredet, weiß durchgehend zu unterhalten und ist sehr humorvoll. Allerdings kann man die gewitzten Unterhaltungen, Seitenhiebe der Gesprächspartner und großen Schenkelklopfer oft nur verstehen, wenn man in der entsprechenden Zeit, Ende des 19. Jahrhunderts in Preußen, angekommen ist. Ich habe ein bisschen Zeit in Recherchen investiert und mich dann bestens unterhalten gefühlt. So, wie schon lange nicht mehr. Es ist ein Genuss, wie elegant Fontane Dialoge entwerfen kann. Sie wirken sehr lebensecht, hin und wieder mit etwas Dialekt gespickt, und sind doch höchste Kunst. Bei den Recherchen darf man übrigens keine Angst vor Spoilern habe, denn die Handlung dieser rund 500 Seiten passt in wenige Zeilen. 

    Fontane beschreibt seinen Roman, ACHTUNG, SPOILER, folgendermaßen: "Zum Schluß stirbt ein Alter und zwei Junge heiraten sich – das ist ziemlich alles, was auf 500 Seiten geschieht." Dem ist eigentlich kaum etwas hinzuzufügen und ich lasse es mal so stehen.


    Fontane entwirft ein Abbild der damaligen Gesellschaft und legt ein besonderes Augenmerk auf den preußischen (Land-)Adel, den er zwar liebevoll respektiert, jedoch für zu sehr im Alten verankert hält um in einer sich erneuernden Welt und Gesellschaft zu bestehen. Hauptsächlich dreht sich der Roman um die Familie von Stechlin, unterer Landadel, aus der Mark Brandenburg und um die des Grafen von Barby, derzeit in Berlin ansässig und der es finanziell sehr gut geht. Die beiden Familien verbinden sich durch eine Heirat. Während der alte Stechlin in seinem „Schloss“ zurückgezogen, bescheiden und relativ isoliert lebt, tourt Sohn Woldemar in seinen Flitterwochen durch Italien. Das Bild wird durch zahlreiche Nebenfiguren, teilweise mit viel Witz, vervollständigt. 

    Die Stechlins wuchsen mir sehr ans Herz, mit den Barbys konnte ich weniger anfangen. Jedoch genoss ich die vielen Plaudereien, in denen alle erdenklichen Themen über die damalige Gesellschaft, Kunst, Glaube etc. aufgenommen werden. Immer mit einer Prise Humor und teilweise bissigen Bemerkungen, verpackt in höfliche Umgangsformen. Diese zu entwirren und zu entlarven machte Spaß. Insbesondere Woldemar von Stechlins Kameraden Rex und Czako, ihrer Herkunft nach so verschieden, sich in ihrem Handeln und Reden aber doch umso ähnlicher, konnten mich mit ihren scharfzüngigen Bemerkungen und dem neuesten Klatsch und Tratsch gut unterhalten. Es wird überall mit- und übereinander geredet, manchmal geurteilt. Der Erzähler hält sich vornehm zurück. 

    Zwei kurze Zitate:

    Woldemars Tante Adelheid, Vorsteherin eines Klosters, bezüglich der Qualitäten einer möglichen Ehefrau ihres Neffen: "Wenn das Herz gesund ist, ist der Kopf nie ganz schlecht."

    Der alte Dubslav von Stechlin über den örtlichen Superintendenten Koseleger: "Er ist wie 'ne Baisertorte, süß, aber ungesund."


    Das Buch ist so sehr mit Pointen, Symbolen, historischen Bezügen etc. angereichert, dass es vielseitig interpretiert werden kann und auch wurde. Literaturliebhaber können sich hier nach Herzenslaune austoben. Ich kann das Buch nur empfehlen und würde es auch noch ein zweites Mal lesen.

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