Bücher mit dem Tag "realistisch"
70 Bücher
- Jojo Moyes
Ein ganzes halbes Jahr
(11.898)Aktuelle Rezension von: Jnkrebs92Ein ganzes halbes Jahr hat mich von der ersten Seite an berührt. Die Geschichte von Louisa und Will ist gleichzeitig humorvoll, romantisch und emotional.
Besonders gefallen hat mir die Entwicklung der beiden Hauptfiguren. Louisa bringt Lebensfreude und Leichtigkeit in die Geschichte, während Will ihr Leben auf eine Weise verändert, die sie selbst nie erwartet hätte. Ihre gemeinsame Zeit ist voller schöner, lustiger und bewegender Momente.
Das Ende hat mich sehr traurig gemacht und lange beschäftigt. Gerade deshalb ist mir das Buch so stark in Erinnerung geblieben. Für mich ist es eine emotionale Geschichte über Liebe, Mut und die Frage, was Lebensqualität bedeutet.
Ein Buch, das mich zum Lachen, Weinen und Nachdenken gebracht hat.
- Marc Elsberg
BLACKOUT - Morgen ist es zu spät
(1.620)Aktuelle Rezension von: H-LshIch lass das Buch, bevor die Handlung Realität wurde. Ich erinnere an den Black-out in Berlin im Frühjahr des Jahres 20,26. Ich empfand es beim Lesen als äußerst spannend und sehr gut beschrieben. Bis auf das Ende was etwas nach Hollywood klingt, ist es ein sehr gutes Buch. In der Retroperspektive ist es eine absolute aktuelle Empfehlung.
- Wolfgang Herrndorf
Tschick
(2.993)Aktuelle Rezension von: FuexchenMutter in der Entzugsklinik, Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise: Maik Klingenberg wird die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa verbringen. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einem der Asi-Hochhäuser in Hellersdorf, hat es von der Förderschule irgendwie bis aufs Gymnasium geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Außerdem hat er einen geklauten Wagen zur Hand. Und damit beginnt eine Reise ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende deutsche Provinz.
Ich wollte mal wieder ein Buch lesen, das außerhalb meiner gewohnten Genre anzusiedeln ist und so griff ich zu diesem von Wolfgang Herrndorf aus dem Rowohlt Verlag.
Schon auf den ersten Seiten wusste ich, dass ich einen Glücksgriff gemacht hatte.
Erzählt wird die Geschichte aus Sicht von Maik, einem Teenager, in der Ich-Form. Entsprechend ist der Schreibstil nicht großartig anspruchsvoll, sondern jugendlich. Und verdammt unterhaltsam. Einnehmend nimmt uns Maik mit auf einen Roadtrip und das macht einfach nur Spaß. Ich habe nicht mitgezählt, wie oft ich lachen musste, aber es war nicht nur ein Mal.
Maik bringt uns seine Gedanken sehr nahe, lässt uns die Geschehen hautnah miterleben. Und zwar so, dass wir eigentlich gemeinsam mit ihm mittendrin stecken und es nicht nur als Erzählung wahrnehmen.
Ich mag es, wie er ausgearbeitet ist. Er ist realistisch dargestellt und daher absolut authentisch. Ich kann ihm all seine Handlungsausführungen abnehmen und nachvollziehen.Wenn mich jemand fragt, ob ich den Roman empfehlen kann, dann ist meine Antwort ein glasklares Ja.
Ich fühlte mich richtig gut unterhalten. Das Buch besticht durch seine Einfachheit und macht es dadurch zu etwas Besonderem. Auch wenn es für ein Highlight bei mir nicht reicht, so kann ich doch tolle vier Sterne vergeben.
- Cecelia Ahern
P.S. Ich liebe dich
(8.804)Aktuelle Rezension von: Christines_lesetagebuchDiese Frage muss sich Holly stellen, als bei ihrem Mann ein Hirntumor diagnostiziert wird und er Monate später stirbt. Holly fällt in ein Loch aus Trauer und Antriebslosigkeit. Sie weiß nicht mehr, wie sie ohne Gerry weiterleben soll. Ihr Alltag besteht nur noch aus Schlafen und Träume, in denen sie mit ihrem Mann zusammen ist.
Nach ca. 2 Monaten und einem ehrlichen Gespräch mit ihrer besten Freundin Sharon, beginnt Holly sich ihrem neuen Alltag zustellen. Als dann auch noch ein mysteriöser Umschlag bei ihren Eltern auftaucht und dieser 10 kleine Umschläge mit Gerry´s Handschrift enthält, beginnt Holly endlich nach vorne zusehen. Gerry hat ihr eine Liste erstellt, wie sie ohne ihn leben kann.
Was zu Beginn als kleine Hilfestellung mit Aufgaben, Herausforderungen und kleinen Liebesbotschaften gedacht ist, wird zwischendrin zum Lebenselixier für Holly. Gerade am Anfang lebt sie nur von Monat zu Monat. Doch es Hilft ihr auch, auf dem Weg raus aus dem dunklen Loch und hinein in ein neues Leben ohne Gerry. Aber mit Freunden an ihrer Seite, die immer zu ihr stehen.
Ich habe diese Geschichte das erste Mal vor über 15 Jahren schon einmal gelesen und damals schon sehr berührend und emotional gefunden. Heute mit ähnlichen Erfahrungen wie Holly, war die Geschichte nochmal emotionaler für mich und ich musste an einigen Stellen weinen, da ich Holly´s Gefühle so nachempfinden konnte.
Cecelia Ahern ist es gelungen, die Emotionen die bei einer Trauerbewältigung dazugehören gefühlvoll einzufangen und deutlich zu machen, das es Gute aber auch oft Schlechte Tage geben wird. Das man Weinen darf um dann wieder nach vorne schauen zu können.
- C. J. Daugherty
Night School 1. Du sollst keinem trauen
(2.163)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerWas soll ich zu diesem Buch groß sagen: Mir hat der erste Band der Night School-Reihe wirklich gut gefallen.
Besonders Allie mochte ich als Hauptfigur sehr gerne. Sie war für mich interessant zu begleiten, weil man mit ihr zusammen immer mehr in die Welt der Cimmeria-Schule eintaucht. Dieses Setting hat mir richtig gut gefallen, denn es hatte genau diese besondere Internats-Atmosphäre, die geheimnisvoll, spannend und irgendwie auch ein wenig düster wirkt.
Die Handlung war für mich durchgehend spannend und hat mich bis zum Schluss gut mitgenommen. Natürlich werden in diesem ersten Band noch nicht alle Fäden aufgelöst, aber genau das macht auch neugierig auf den nächsten Teil. Man merkt einfach, dass hier noch einiges kommen wird.
Auch die Mischung aus Drama, Romantik und Spannung fand ich sehr gelungen. Es war nicht zu viel von allem, sondern hat für mich gut zusammengepasst und die Geschichte lebendig gemacht.
Alles in allem hat mir dieser erste Band richtig gut gefallen. Die Cimmeria-Schule, Allie, die Spannung, das Drama und auch die Romantik haben für mich sehr gut zusammengepasst. Da hier natürlich noch nicht alles aufgelöst wurde, bin ich jetzt umso neugieriger auf den zweiten Band der Reihe.
- Lauren Oliver
Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie
(1.425)Aktuelle Rezension von: knuddelbackeIch muss zugeben, eins der Bücher die mich seit langem wirklich überrascht haben. Ich fand den Klappentext eigentlich nicht sehr verlockend, da aber krank und Mangels anderer Beschäftigungsmöglichkeiten, gab ich dem Buch eine Chance. Gott sei Dank. Binnen 24 Stunden hatte ich es durchgelesen.
Zu Beginn habe ich ein bisschen gebraucht um mit den jugendlichen Figuren, dem Schauplatz Highschool und der ungewohnten Atmosphäre klar zukommen. Man selber ist nicht mehr die jüngste und hat eigentlich einen ganz anderen Alltag. Doch als Mutter einer Tochter erkennt man dann das ein oder andere wieder. Spätestens mit Lesen des Dritten Tages hatte mich das Buch erwischt. Ich fieberte mit Sam, der Hauptfigurschon sehr schnell und sehr intensiv mit. Ich frage mich, genau wie sie selbst, ob sie wieder am 12. Februar aufwachen wird? Wird Sam wieder sterben? Welche menschlichen Tragödien warten diesmal auf sie? Was wird anders laufen und natürlich die finale Frage, wie geht das Buch aus? Wird sie sterben , oder wird sie dem Tod entgehen können ?
Sam macht eine unglaubliche Entwicklung durch. Dadurch, dass sie den Tag immer wieder durchlebt ,beginnt sie sich selbst und ihre Verhaltensweisen zu reflektieren. Ein Charakterzug, der bei Jugendlichen Ihren Alters eher selten vorkommt. Das Buch präsentiert die üblichen Charaktere in der Schule , so dass die Wahrscheinlichkeit der Identifikation sehr hoch ist, auch oder gerade bei den jüngeren Lesern. Die Autorin hat denke ich ein ganz gutes Bild einer amerikanischen GegenwartsHighschool geschaffen . Ihr ist eine gute sozialkritische Analyse der aktuellen Generation mit all Ihren Facetten gelungen. Implementiert in einen spannenden Plot. Sams Vermögen zur Selbstreflektion und die damit verbundene Fähigkeit ihr eigenes Handeln kritisch zu hinterfragen, Handlungen in der Vergangenheit zu bewerten und daraus zu lernen, das hat mich wirklich berührt
- Taylor Jenkins Reid
Die sieben Männer der Evelyn Hugo
(827)Aktuelle Rezension von: Jara_tsomenkoDie sieben Männer der Evelyn Hugo“ hat mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert. Taylor Jenkins Reid erzählt die Geschichte der legendären Hollywood-Ikone Evelyn Hugo so lebendig und emotional, dass man das Gefühl hat, eine echte Biografie zu lesen.
Besonders beeindruckt haben mich die vielschichtigen Charaktere und die unerwarteten Wendungen. Evelyn ist eine starke, faszinierende und zugleich verletzliche Frau, deren Entscheidungen und Lebensweg zum Nachdenken anregen. Die Themen Liebe, Ehrgeiz, Identität und Selbstbestimmung werden auf bewegende Weise behandelt.
Der Schreibstil ist flüssig und fesselnd, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Das Ende hat mich tief berührt und lange beschäftigt.
Für mich ist dieses Buch ein echtes Highlight und ich kann es jedem empfehlen, der emotionale, klug erzählte Geschichten mit starken Figuren liebt. Es hat mir sehr gefallen und wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.
- Rutger Bregman
Im Grunde gut
(83)Aktuelle Rezension von: kittyshanaIm Grunde gut ist ein faszinierendes Buch:
Nicht nur, dass Rutger Bregman zahlreiche gut bekannte Experiemente zum menschlichen Verhalten auseinander nimmt, er gibt auch viele neue Beispiele die zeigen, dass wir Menschen im Grunde gut sind. Ein positives Buch in dieser turbulenten Zeit. Viele Begriffe aus dem Buch z.B. Homo puppy, haben es in meinen Wortschatz geschafft ;)
- Markus Heitz
AERA – Die Rückkehr der Götter
(142)Aktuelle Rezension von: hannah_bDie Grundidee, dass alle Götter zurückgekommen sind, ist sehr interessant, die Götter stehen aber nicht so sehr im Vordergrund, wie ich es mir gewünscht hätte. Alles ist sehr bürokratisch-deutsch, die Götter haben klare Zuständigkeiten, Ausbreitungsgebiete und Regeln.
Hauptsächlich geht es um Kriminalfälle, an denen sich die Story entlanghangelt, und die an sich spannend sind, und einen Ermittler, der nicht daran glaubt, dass die Götter wirklich existieren. Am Anfang macht es noch Spaß, Bourreau bei den Ermittlungen zu begleiten, und es passiert immer etwas Neues, Unvorhersehbares. Am Ende wird mir die unerklärliche Magie von Borreau aber etwas zu viel.
Man merkt leider sehr, dass das Buch und die Charaktere von einem Mann geschrieben wurden. Die Frauenfiguren sind alle sehr platt, und haben ihren Platz in der Story, aber kaum Charakter. Bourreau ist dagegen der coolste, schlauste Typ, der existiert, und steht natürlich über allem (selbst den Göttern). Das hat mich beim Lesen ziemlich gestört.
Ich fand das Buch sehr anstrengend zu lesen und habe mir den zweiten Teil nur gekauft, um wenigstens eine Auflösung für die ganzen unerklärlichen Vorfälle zu bekommen. - Maggie Stiefvater
The Raven boys
(130)Aktuelle Rezension von: lolalamettaDas Buch ist einfach von vorne bis hinten fantastisch. Ein bisschen Gruselvibes, total fesselnd und so gut geschrieben saugt es einen förmlich in den Bann. Ich war ein überrascht, dass es sich so viel um Übernatürliches in einer eigentlich normalen Welt dreht und man so das Gefühl bekommt, es könnte auch bei uns vor der Haustür stattfinden (Gänsehaut ist vorprogrammiert). Die beiden Aspekte miteinander verwoben und gerade die Betonung darauf, dass Wahrsagerei etc meist als Scharlatanerei abgetan werden geben dem Buch eine ganz spannende Atmosphäre. Auch die Charaktere sind besonders und tiefgründig gestaltet, man erfährt von allen immer nur ein paar Happen, aber so bildet sich immer mehr der Charakter heraus und man hat am Ende das Gefühl, selbst zu der Freundesgruppe zu gehören. Ich kann wirklich nur sagen: lest es, es lohnt sich und konnte mich absolut überzeugen, ja ist sogar ein Highlight dieses Jahr!
- Kathy Reichs
Tote lügen nicht
(859)Aktuelle Rezension von: Simone_081Temperance Brennan ist Kult und das schon sehr lange. Der erste Band, "Toten lügen nicht", ist 1997 erschienen, spielt aber 1994. Liest man dieses Buch im Jahr 2025, liest man also quasi einen historischen Krimi. Große Unterschiede gibt es aber eigentlich nicht. Ja, man hatte noch kein Handy; das ist einerseits ziemlich erfrischend, andererseits erschwert es die Arbeit der Ermittler aber doch sehr. Man hört Musik außerdem noch über CDs, Email und Internet stecken noch in den Kinderschuhen.
Trotzdem hat das erste Buch der Reihe nicht gelitten. Es liest sich immer noch sehr gut.
Temperance Brennan jagt ihren ersten Serienmörder in Montreal. Dieser geht sehr brutal vor, bringt mehrere Frauen um und hat es später auch auf Tempe abgesehen. Da die (männlichen) Polizisten, mit denen sie arbeitet, ihr nicht zuhören (auch ein bisschen deshalb, weil sie eine Frau ist), macht sie sich selbst an die Arbeit und ermittelt.
Ich habe Kathy Reichs' Krimireihe immer sehr gerne gelesen und immer das neue Buch gekauft, wenn es erschienen ist, irgendwann dann aber aufgehört, wie man das meistens macht bei Reihen, die schon (zu) lange existieren. Jetzt hatte ich aber wieder einmal große Lust darauf und habe zufällig das erste Buch in die Hände bekommen und es dann noch einmal gelesen.
Ich kann absolut verstehen, warum die Reihe so erfolgreich ist.
Kathy Reichs kann die Handlung und die Figuren unheimlich gut lebendig werden lassen. Obwohl ich noch nie in Montreal war, weiß ich jetzt ziemlich genau, wie es dort Mitte der 90er war. Temperance Brennan ist für mich eine realistische und authentische Person (anders als ihr TV-Counterpart), die ich ziemlich genau kennenlernen und begleiten durfte. Ähnlich verhält es sich mit Andrew Ryan und vielleicht auch noch mit Claudel. Ich habe erfahren, wie Temperance und ihre Kollegen arbeiten und wie schwierig und mühselig dies in den 90ern mitunter noch war, weil es keine Handys gab und die Technik noch nicht so weit war wie heute.
Ja, das Buch ist ein etwas unorigineller Serienkiller-Schmöker, bei der auch die Heldin in Gefahr gerät. Was ihn jedoch von den anderen des Genres unterscheidet, ist eben Kathy Reichs' Talent, der Geschichte und den Figuren Leben einzuhauchen.
Dass dabei einige Szenen und vor allem die Beschreibungen wissenschaftlicher Vorgänge ein wenig zu lang geraten sind, muss ich dafür in Kauf nehmen. Das kann ich aber auch. - Neal Shusterman
Dry
(584)Aktuelle Rezension von: AutorinLauraJaneNach einigen anderen Büchern des Autors, habe ich mich auch an diese Dystopie gewagt und muss sagen: Es war schlimm. So schlimm!
Also, im positiven Sinn!
Auch diese Geschichte scheint nur einen Schritt von der Realität entfernt und dafür liebe und hasse ich die Bücher von Neal Shusterman. Mit dem Klimawandel ist auch dieses dystopische Szenario gar nicht mehr so weit entfernt, könnte wieder genau so geschehen, in nur ein paar Jahrzehnten.
Man wird sofort in die Handlung hineingeworfen, denn die Geschichte beginnt mit der Katastrophe. Der Wasserhahn wird aufgedreht, aber es kommt kein Wasser heraus. Der Name des Buches ist hier also definitiv Programm, Wassermangel zieht sich durch das ganze Buch und noch nie habe ich beim Lesen so viel getrunken. Ich hatte ständig durst und je weiter die Handlung voranschritt, desto schlimmer wurde es.
Wie oft bei seinen Büchern erleben wir die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven, hier aus Alyssas Sicht und der ihrer Familie, die von der Katastrophe völlig überrascht werden. Aber auch aus Sicht von Kelton, dessen Familie Prepper sind, und sich auf eine solche Katastrophe (und andere) vorbereitet haben. Alle Charaktere sind gut ausgearbeitet, haben ihre eigenen nachvollziehbaren Gedanken und Handlundsgründe und sind durchweg Sympathisch. Bis auf Henry, der ist ein Arsch.
Es fühlt sich nach der völlig falschen Wortwahl an, aber ich hatte mit der Geschichte sehr viel Spaß. Es hat mich mitgerissen und noch lange nach Beenden des Buches beschäftigt.
- Kim Newman
Die Vampire
(64)Aktuelle Rezension von: TheSaintIn diesem 1.280 Seiten dicken Werk findet sich die "Anno Dracula"-Trilogie.
Der erste Roman "Anno Dracula" wurde von mir bereits rezensiert (siehe in meiner Bibliothek unter "Buchserien") und daher geh ich in dieser Rezension gleich zum zweiten Roman "Der rote Baron" weiter:
Britische Revolutionäre hatten Dracula, der nach der Ehelichung Queen Victoria's zum nominellen Oberhaupt des Britischen Empire geworden war, 1888 erfolgreich vom Thron gestossen. Ihm gelang die Flucht auf das europäische Festland... In den Jahren der Suche nach einem geeigneten Strohmann wird Dracula 1905 mit Kaiser Wilhelm II. fündig. Dessen Träume nach einem Weltreich entsprechen den Plänen des Vampirs und so steigt dieser zum Vertrauten des Kaisers auf. Als Kanzler des Deutschen Reiches schlußendlich entfesselt der Vampirfürst den I. Weltkrieg... 1918 toben die Kämpfe zu Luft und zur Erde. Über deutschem Boden fällt den Briten ein Kampfflieger besonders auf... es ist Manfred von Richthofen, der als "Roter Baron" mit seinem Jagdgeschwader 1 kühnste Attacken fliegt und britische Flieger zuhauf vom Himmel schießt. Die Kriegsberichte, die an London gemeldet werden und von einem "Kaiserangriff" berichten und von einer kurz vor der Fertigstellung stehenden Geheimwaffe rufen den "Diogenes Club" auf den Plan. Charles Beauregard bricht an die Front auf und und arbeitet sich an das Château du Malinbois heran - dem Stützpunkt des Richthofen-Jagdgeschwaders. Als sich dann auch ein Zeppelin mit Dracula an Bord dem Château nähert scheint klar, wo sich die Geheimwaffe befindet und wo Beauregard ansetzen muss, um den Krieg zu entscheiden...
Der dritte Roman "Dracula Cha-Cha-Cha" bringt Charles Beauregard, mittlerweile 106 Jahre alt, nach Rom in Italien. Es ist 1959 und die mittlerweile "graue Eminenz" des "Diogenes-Club" hat ein aufmerksames Auge auf Dracula, der anscheinend das Leben eines Müßiggängers führt. Als sich die Gerüchte über eine weitere Verehelichung des Vampirfürsten - diesmal mit der rumänischen Vampirältesten Asa Vajda - verdichten, nimmt der "Diogenes-Club" an, dass Dracula über diese Ehe zumindest in Rumänien mittels der Kommunisten wieder an die Macht kommen möchte. Als sich ein maskierter Vampirmörder daran macht, die zu den Hochzeitsfeierlichkeiten eintreffenden Vampirältesten zu ermorden, ist Beistand für Charles notwendig: Der "Diogenes-Club" entsendet Commander Hamish Bond... die Journalistin Kate Reed, die eigentlich nur Charles besuchen wollte und in die Ereignisse um die Vampirmorde verwickelt wird, gesellt sich mit Geneviève Dieudonné (selbst Vampirälteste und Partnerin von Beauregard) in den Palazzo Otranto, wo es abermals zu einer dramatischen Konfrontation der Lebenden mit den Untoten kommt...
Kim James Newman (*1959), ein englischer Journalist, Filmkritiker und Schriftsteller präsentiert uns in dieser Trilogie einen Dracula abseits von Bram Stoker: sein Vampirfürst ist ein rücksichtsloser, zu allem entschlossener Krieger... ein wahrer Überlebenskünstler, der den Vernichtungsversuchen des "Diogenes-Club" immer wieder entgeht. Die hier präsentierten Geschichten spielen in einer alternativen Welt... Newman's Kenntnisse über Geschichte und wirklich gelebte Personen werden mit einer Unmenge an fiktionalen Figuren aus der Pulp Fiction verwoben. Im ersten Roman taucht Jack the Ripper auf, im zweiten Roman tummeln sich neben den wirklich gelebten Richthofen-Brüdern, Edgar Poe und Mata Hari fiktionale Größen wie Dr. Caligari oder Lord Ruthven. In der dritten Geschichte haben wir die wunderbare Hommage an den filmischen James Bond in der Figur des schottischen Hamish Bond oder wir finden Tom Ripley unter den Hochzeitsgästen. Die Ideenflut und die Begeisterung des Autors ist überwältigend und die Plots spielerisch und intelligent mit realem geschichtlichen Setting verquickt. "Dracula Cha-Cha-Cha" war übrigens WIRKLICH ein Euro-Hit... 1959 von Bruno Martino gesungen (findet man auch auf YouTube).
Es ist sehr erfreulich, dass der "Heyne"-Verlag hier in einer sehr gelungenen Übersetzung diese Genreperle dem deutschen Leser präsentiert. Leider scheint die deutsche Verlagswelt nicht so sehr überzeugt von der Annahme der wuchtigen schaurig-schrägen Geschichten Newman's durch den deutschsprachigen Horrorleser zu sein, denn die losen weiteren Geschichten aus der Dracula-Welt sowie die der des Sherlock Holmes und des "Diogenes-Club" blieben bis dato unübersetzt. Eine klare Leseempfehlung für den Dracula/Vampir-Fan!
- Jo Nesbø
Durst (Ein Harry-Hole-Krimi 11)
(292)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannZur Abwechslung und Entspannung darfs hin und wieder auch mal ein guter Krimi sein. Dies ist einer aus der Kategorie: äußerst lesenswert.
Tinder und die Sehnsucht nach Nähe, die große Angst vor der Einsamkeit und ein „Vampirist“, der diese Nähe überinterpretiert und Angst in Schrecken und Tod verwandelt. Dazu ein reaktivierter Ermittler (Harry Hole inzwischen Dozent an der Polizeihochschule), der diesem Schrecken, diesem Morden Einhalt gebieten soll, quasi ein Team im Team der ermittelnden Polizisten. Ihr zur Seite die hauptamtliche Ermittlern, Katrine Bratt, die am Rande einer bipolaren Störung herumschlittert.
Die losen Fäden der Erzählung werden so geführt, dass sie am Rande der Knäuelbildung geführt werden, mit anderen Worten: Die Hinweise so gegeben werden, dass dem Leser genügend Raum bleibt, um seinen eigenen detektivischen Fähigkeiten nachgehen zu können, ohne daran zu verzweifeln. Bei diesem Roman handelt es sich um eine gelungene Komposition von spannungsreicher Fiktion, zwischenmenschlichen Dramen sowie zahlreichen wissenswerten Einsprengseln, zum Beispiel zu Leistungen des Gehirns bzw. dessen Fehleranfälligkeit – und nicht zu vergessen: dem Vampirismus.
Neben der Schnörkellosigkeit der Sprache, gibt es so einige Schmankerl, so manche sprachliche Zauberei wie beispielsweise bei der metaphorischen Beschreibung von Stimmen: „[…] sagte sie mit einer Stimme, die Harry an dünnes Porzellan denken ließ.“ Oder: „Die Stimme klang, als mahlte sie Steine.“
Dieser Krimi sorgt dafür, dass man sich vermutlich auf den einen oder anderen Krimi dieser Reihe freuen wird – falls man nicht ohnehin ein Fan davon ist.
(7.4.2022)
- Marc Elsberg
GIER - Wie weit würdest du gehen?
(212)Aktuelle Rezension von: mattderDas Geld und die sucht danach treib den Menschen um. Wenn man wenig hat versucht man mehr zu haben. Aber auch Getriebe was an man anpflanzt und wen man mehr rauskriegen nicht teil sondern den gewimmten zu mehren oder für sich zu behaltet. Ist ok das Buch liest sich recht zügig durch. Ninja Buch halt.
- Ursula Poznanski
Erebos
(167)Aktuelle Rezension von: Leselilly„Erebos“ von Ursula Poznanski gilt als moderner Klassiker im Bereich Young Adult-Literatur – und genau das merkt man auch. Die Geschichte rund um das geheimnisvolle Computerspiel, das Schüler in seinen Bann zieht, ist spannend aufgebaut, temporeich und sehr auf die Perspektive jugendlicher Figuren zugeschnitten.
Als über 35-Jährige habe ich jedoch gemerkt, dass mir der Zugang nicht ganz leichtfiel. Viele Themen – wie das Schulumfeld, Cliquen-Dynamiken und die Art, wie Jugendliche Entscheidungen treffen – sind klar auf ein jüngeres Publikum ausgerichtet. Zwar konnte ich die Faszination nachvollziehen, die Erebos auf die Figuren ausübt, aber emotional bin ich etwas auf Distanz geblieben.
Insgesamt ist „Erebos“ ein packendes Werk für jugendliche Hörer*innen, die in die Welt von Gaming, Geheimnissen und Moralfragen eintauchen wollen. Für Erwachsene kann es zwar stellenweise etwas jugendlich wirken, doch die Grundidee ist clever und die Umsetzung als Hörspiel bietet ein besonderes Erlebnis.
- Eva Stachniak
Die Schwester des Tänzers
(121)Aktuelle Rezension von: Larischen1900 in Sankt Petersburg: Für die beiden jüngsten Kinder der Familie Nijinsky steht bereits früh fest, dass sie Tänzer werden wollen. Die Eltern - beide selbst Tänzer - unterstützen sie in diesem Vorhaben und letztlich werden beide Kinder an der kaiserlichen Ballettschule in Sankt Petersburg aufgenommen. Doch während Waslaw alles zufliegt und er zum Star des Balletts wird, muss seine kleine Schwester Bronia in seinem Schatten kämpfen. Aber für beide beginnt eine Karriere, die sie über den kompletten Globus führen wird.
Eva Stachniak erzählt in „Die Schwester des Tänzers“ sehr ausführlich aus dem Leben von Bronia Nijinsky, die Zeit ihres Lebens im Schatten ihres genialen Bruders stehen wird, aber dennoch ihren eigenen Weg geht.
Die Autorin erzählt sehr detailliert vom Ballett und es wird deutlich, dass sie sich tief in das Thema eingearbeitet hat. Ich fand es sehr interessant, etwas über die Zeit und die Auswirkungen beider Weltkriege zu lesen, die selbstverständlich auch an Künstlern nicht unbemerkt vorbeigehen.
Eva Stachniak erzählt sehr ausführlich, wer sich für das Ballett interessiert, wird an diesem Buch daher mit Sicherheit seine Freude haben. Mir hat es gut gefallen, mich aber nicht vom Hocker gerissen. Nichtsdestotrotz habe ich einiges mitgenommen und auch beim Lesen immer mal online nachgelesen. - Cynthia D'Aprix Sweeney
Das Nest
(200)Aktuelle Rezension von: schnaeppchenjaegerin"Das Nest" ist ein Treuhandfonds, den der bereits verstorbene Familienvater Leonard Plumb für seine vier Kinder angelegt hat. Dieser sollte am 40. Geburtstag der jüngsten Tochter Melody ausgezahlt werden. Wenige Monate zuvor verursacht der älteste Sohn Leo jedoch einen Unfall, weshalb Mutter Francie den Fonds als Schweigegeld für das Unfallopfer verwendet, um einen Skandal zu verhindern. Dummerweise hatten die Kinder jedoch mit der Auszahlung eines millionenschweren Erbes gerechnet, so dass sie sich nicht aus ihren bestehenden Finanzkrisen heraushelfen können. Leo vertröstet seine Geschwister zunächst und verspricht, sich um einen Ausgleich zu kümmern, aber dann verschwindet der Lebemann klammheimlich.
Der Roman ist aus der Perspektive zahlreicher Charaktere geschrieben, dass es zunächst schwerfällt, einen Überblick über alle Figuren zu erhalten und die Zusammenhänge zu erkennen. Es werden nicht nur Szenen aus dem Leben der vier Geschwister Plumb geschildert, sondern auch aus denen von Nebencharakteren, die für die Handlung keine wesentliche Rolle spielen. Auf diese Weise kommt man keinem Charakter wirklich nah, sie blieben distanziert und undurchsichtig. Auch stört die am Anfang sprunghafte Erzählweise den Lesefluss. Die einzelnen Episoden und Rückblenden wirken zusammenhanglos und es fehlt an einer aktiven Handlung, da sich der Roman mehr mit den Gedanken und Sorgen der Protagonisten beschäftigt.Erst als der Fokus stärker auf Leo rückt und sein Charakter, der sich als eine arrogante, überhebliche und egoistische Persönlichkeit entpuppt, die keinerlei Unrechtsbewusstsein zu haben scheint, sich seine Schuld nicht eingesteht und für sich selbst einen Neuanfang möchte, wird das Buch interessanter und spannender. Leider verliert sich die Handlung dann erneut in Nebenschauplätzen, so dass sie am Ende nicht spannender sondern ermüdender wird.
"Das Nest" ist für mich kein klassischer Familienroman, denn dafür fehlte mir eine durchgehende Interaktion der Geschwister. Es bleibt vage, wie die Geschwister gemeinsam aufgewachsen sind und in welchen Verhältnissen sie zueinander stehen. Verbindendes Element scheint einzig der Treuhandfonds zu sein, weshalb sie sich überhaupt um Treffen bemühen. Details aus den Leben der jeweils anderen kennen sie nicht. Die Rolle von Mutter Francie ist nebulös und warum sie das Erbe eingesetzt hat, um negative Schlagzeilen zu vermeiden, wird nicht klar.Auch wenn der rote Faden die ausstehende Wiedergutmachung Leos ist, auf die sich die Geschwister verlassen, um ihre finanziellen Probleme zu lösen, verliert sich der Roman in diversen Nebenhandlungen, die völlig beliebig und für den Fortgang der Handlung unerheblich sind, so dass er etwas langatmig und unfokussiert erscheint. Auch die fehlende Nähe zu den Charakteren erschwert es, an ihren Schicksalen teilzuhaben, so dass die Handlung weder sonderlich fesselt noch emotional berührt. - Erin Lenaris
Die Ring-Chroniken - Begabt
(89)Aktuelle Rezension von: MerylexIn einer Welt in der Wasser knapp ist, frisches Gemüse ein Luxusgut darstellt und man sich mit einen DNA Chip heilen oder sogar anrufen kann. Dort wohnt Emony, ohne Gesundheitschip und sie hat eine besondere Gabe den sie erkennt Lügen, die sie wie ein Ausschlag in die Ohren beißen. Emony hat nicht viel und sie lebt mit ihrer Mutter in eher ärmlichen Verhältnissen, der einzige weg raus aus der Armut ist Adoptin zu werden und für die große Firma WERT zu arbeiten, die das Wasser und die Gesundheit kontrolliert. Das ist nicht so einfach und zu allem Überfluss verliebt sich Emony in einen Ausbilder, der es ihr nicht so einfach macht, den wer dabei stirb, oder verliert hat einfach Pech.
Kohen fand ich die ganze Zeit über unnahbar, auch als seine Vergangenheit aufgedeckt wird, kommt er mir vor wie ein Klotz der gezwungenermaßen der Story folgt und keine eigenen Emotionen hat. Felix und Mila haben mir mehr gefallen. Liebesgeschichte konnte ich zwar keine entdecken, eher so einseitige Sachen, aber es war dennoch interessant.
- Maj Sjöwall
Die Tote im Götakanal: Ein Kommissar-Beck-Roman
(89)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerIn Borenshult(Östergötland)wird eine tote Frau gefunden die nackt im Schleusenbecken lag.Niemand in den angrenzenden Städten oder Bezirken vermisste sie.Martin Beck ist erster Kriminalassisten bei der Stadtpolizei und bearbeitet den Fall.
Der Schreibstil ist dichter,meiner Meinung nach etwas schwermütig aber zügig zu lesen.Die Protagonisten passen hervorragend in diesen Krimi hinein.Der Spannungsbogen verläuft dabei genau richtig.
Fazit:Die Handlung spielt sich in Schweden Mitte der sechziger Jahre ab.Die Atmosphäre kam mir beim lesen dichter vor.Das lag auch daran dass manche Sätze kurz gehalten sind und die Dialoge nur aus wenigen Wörtern besteht oder auskommt.Die Zeitsprünge fallen mitunter größer aus und so kann es sein dass bis zu drei solcher Sprünge in einem Kapitel stattfinden.Die Ermittlungen gestalten sich schwieriger aber kurz vor der ersten Hälfte nimmt die Story dann an Fahrt auf.Für mich wurde der Krimi dann auch kurzweiliger zu lesen.Für mich persönlich war es eine kleine Zeitreise zurück wo es noch kein Internet oder Handy gab-nur das klassische Telefon und man schrieb sich noch richtige Briefe, auch bei der Polizei.Ich war positiv überrascht auch deshalb weil es mehrere Verhörprotokolle gibt und ich mir selbst ein "Bild" von den Zeugen machen konnte.Ich muss gestehen dass ich zu Beginn etwas skeptisch war aber Kapitel für Kapitel,es sind 30 an der Zahl,wurde mir die Story sympathischer gerade auch nach der Hälfte des Buches.Im letzten Drittel wurde es für mich richtig spannend,aufregend und fesselnd-da ging es fast Schlag auf Schlag.Dieser typische Schwedenkrimi war für mich unterhaltsam und kurzweilig zu lesen.Es ist das erste Band einer Reihe und ist in sich abgeschlossen.Das Buch ist ein Lesehighlight und vergebe daher gerne 5 Sterne.
- Jørn Lier Horst
Wisting und der Tag der Vermissten
(172)Aktuelle Rezension von: MellchenFür mich ein sehr gelungener Auftakt einer neuen Cold Case Serie.
Der Ermittler ist bodenständig, kein Alkoholismus und keine gescheiterte Beziehung. Endlich mal ein ganz normaler Mensch.
Der Fall ist spannend und die Protagonisten durchweg gut durchdacht.
- Marco Monetha
Eric
(73)Aktuelle Rezension von: Igelmanu66»Mein Name ist Eric Harmann. Ich bin sechsunddreißig Jahre alt, und ich habe heute meine Mutter verloren.
Nein, das stimmt nicht. Verloren habe ich sie nicht. Sie wurde mir genommen. Brutal aus meinem Leben gerissen. Das allein ist schon schlimm, aber unerträglich macht es die Tatsache, dass ich weiß, wer es getan hat.«In den meisten Thrillern sind die Rollen nach bekanntem Schema verteilt. Da gibt es auf der einen Seite den Bösen, der furchtbare Dinge tut, und auf der anderen Seite die Guten, die ihn zur Strecke bringen wollen. Das hat man oft gelesen, mit den Guten mitgefiebert und dem Bösen im günstigsten Fall etwas Verständnis entgegengebracht.
In diesem Buch ist das anders. Schon nach kurzer Zeit stellt man leicht irritiert fest, dass das gewohnte Schema nicht passt. Da geschehen abscheuliche Verbrechen und trotzdem wertet man nicht mit den gewohnten Maßstäben. Darf man Sympathie für Psychopathen empfinden? Es fühlt sich komisch an, ist aber sehr reizvoll. Und einfach gut gemacht!
Dem Thriller-Fan fehlt hier nichts. Der Schauplatz der Handlung ist eine Kleinstadt in Norddeutschland, ein friedlicher Ort, dessen Idylle erschüttert wird. Die Protagonisten sind wirklich ungewöhnliche und faszinierende Charaktere, denen man sich durch Schilderungen auf zwei Zeitebenen nähert. Die Spannung ist durchgehend sehr hoch, hält Überraschungen bereit und das prickelnd ungute Gefühl, auf einen Höhepunkt zuzusteuern, von dem man keine rechte Ahnung hat, wie er aussehen wird. Das Ende passt perfekt und entlockt noch auf der letzten Seite ein „Wow“-Gefühl. Es soll ja Leser geben, die schon mal ein paar Seiten vorblättern… Tut es hier auf keinen Fall! Lasst euch überraschen! Ich werde auch nicht mehr zur Handlung erzählen, fangt an zu lesen und schaut, was passiert!
Abraten möchte ich nur Lesern, die sehr sensibel und / oder moralisch besonders streng sind. Dieser Trip ist blutig und schwarz und führt nicht nur an menschliche Abgründe heran, sondern vermindert auf beunruhigende Weise die Distanz, die man zu ihnen sonst aufbaut.
Fazit: Kein Thriller nach Schema F, aber gerade dadurch besonders reizvoll.
»Da ist was dran. Aber wer weiß schon, wie so ein gestandener Psycho tickt.«
- Nicholas Eames
Kings of the Wyld
(5)Aktuelle Rezension von: Fiona_CamarsDie Geschichte um alternde Helden, die'S nochmal wissen wollen ist wohlbekannt und an sich ausgelutscht, auch in Filmen kommt sie oft vor, um alternden Schauspielern nochmal eine Bühne an der Front zu bieten. Die Charaktere sind dazu recht simpel gestrickt. Aber das Buch ist trotzdem gut. Jedem, der sich mit Zauberschwertern, Königinnen, Kriegern und Monstern anfreunden kann, sei es ans Herz gelegt.
- Lauren DeStefano
Land ohne Lilien - Geraubt
(257)Aktuelle Rezension von: SolvejgInhalt:
Genmanipulation hat zu einem Gendefekt geführt, der dafür sorgt, dass Frauen bereits im Alter von 20 Jahren und Männer mit 25 Jahren sterben. Rhine ist 16 und hat somit noch vier Jahre zu leben, als sie entführt und in die Villa von Linden Ashby gebracht wird. Dort wird sie, sowie zwei weitere Mädchen, an ihn verheiratet - eine mittlerweile standardmäßige Prozedur um möglichst viele Nachkommen zu erzeugen. Doch Rhine will weg und so plant sie gemeinsam mit dem Bediensteten Gabriel die Flucht... wird sie es schaffen?
Rezension: "Land ohne Lilien" habe ich eher zufällig in der Bücherei entdeckt und da ich Dystopien sehr gerne lese, musste ich es natürlich lesen. Große Erwartungen hatte ich keine an das Buch, wurde dann aber doch positiv überrascht.
Das Buch behandelt ein Thema welches ich gar nicht so unrealistisch finde: Genmanipulation. Zwar steht Rhines Leben in der Villa und ihre geplante Flucht schon im Mittelpunkt, aber alles kreist um die Tatsache, dass die Veränderung der Gene zu dieser Situation geführt hat. Es zeigt, wohin uns die ständige Einmischung führen kann: Menschen die eigentlich gesund und lange leben sollten, sterben früh und müssen mit allen Mitteln gegen das Aussterben der menschlichen Rasse vorgehen. In diesem Fall ist es die Entführung und die Zwangsehe von jungen Mädchen, um so möglichst viele neue Nachkommen zu erschaffen. Ist es unrealistisch? Ich finde nicht! Daher finde ich die Grundidee zur Dystopie erschreckend real, was einen umso mehr an das Buch fesselt.Auch Ethik und Moral spielen in diesem Buch eine enorme Rolle, denn Menschenrechte werden hier kaum beachtet. Der reine Überlebenstrieb der Menschen zeigt, wozu Menschen in solchen Situationen fähig sind. So beginnt das Buch direkt mit einem Knall. Entführung, Menschenhandel, Mord und Zwangsehe.Allein thematisch konnte mich "Land ohne Lilien" überzeugen.
Rhine ist eine sehr toughe Protagonistin, die schon viel in ihrem Leben durchgemacht hat. Sie lebt mit ihrem Bruder zusammen in Manhattan, bis sie sich in der ihr komplett fremden Umgebung der Villa wiederfindet. Luxus gehörte nie zu ihrem Leben und nun befindet sie sich auf einmal in der Welt der Reichen und Schönen. Diese Gegensätze werden von der Autorin gut ausgearbeitet und man kann sich gut in Rhines Lage versetzen - wie sich fühlt und wie sie denkt.Dann ist dort Linden, Rhines neuer Ehemann. Doch Linden ist nicht das was man denkt. Er ist ein Protagonist der zunächst recht oberflächlich behandelt wird, aber mit jeder neuen Information die Rhine aufschnappt, bildet sich ein komplett neues Bild.
All zu viel möchte ich über all die Protagonisten gar nicht sagen, außer eben das Destefano eine bunte Mischung an Charakteren erschaffen hat die man liebt oder hasst. Die Entwicklungen dieser Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und gehen in die unterschiedlichsten Richtungen. Einige habe ich so nicht kommen sehen.
Destefano schreibt spannend - obwohl die Geschichte selber gar nicht so rasant ist. Die meiste Zeit spielt es in der Villa und beschreibt den Alltag Rhines und der anderen beiden Ehefrauen. Die Beziehung zwischen den Dreien hat die Autorin übrigens sehr interessant ausgearbeitet. Langsam entwickelt sich eine Geschichte die zum Schluss hin rasanter wird und ein Ende, welches durchaus neugierig auf den 2. Band macht. Es ist nicht direkt ein offenes Ende. Es bleiben Fragen offen, könnte aber auch durchaus für sich stehen.
Der Schreibstil ist sehr emotional und so kann man Rhines Emotionen und Gedanken selber erleben. Ihre Wut auf die Welt, den Hass gegenüber Lindens Vater, die Verwirrung über ihre eigenen Gefühle und den enormen Fluchtgedanken.
Das Buch beinhaltet hier und da Zeitsprünge, welche die Autorin wunderbar eingebaut hat und viele wichtige und interessante Informationen über Rhine preisgeben.
Insgesamt finde ich "Land ohne Lilien" ein fesselndes Buch, welches ich jedem Dystopie-Fan ans Herz legen mag. Ihr Bruder bleibt weitgehend unbekannt und ich hoffe, dass er in den Folgebänden noch eine größere Rolle spielt.
Das Buch kann durch eine realistisches Setting überzeugen, welches mich sehr zum nachdenken angeregt hat. Wer sind wir und sind wir selber unser eigener Untergang? Was macht die Genmanipulation aus uns und wo könnten wir landen? Ich finde das Buch behandelt wichtige Fragen die in ein "typisches" dystopisches Jugenbuch eingearbeitet wurden. Also definitiv ein Mustread.























