Bücher mit dem Tag "rebus"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "rebus" gekennzeichnet haben.

21 Bücher

  1. Cover des Buches Mädchengrab - Inspector Rebus 18 (ISBN: 9783442480913)
    Ian Rankin

    Mädchengrab - Inspector Rebus 18

     (64)
    Aktuelle Rezension von: AmirasBibliothek

    Das Cover

    Das Cover an sich finde ich nicht besonders schön, für einen Kriminalroman aber auch nicht hässlich. Es erinnert ein bisschen an die Cody-McFadyen- Thriller-Reihe.

    Storybuilding

    Ich bin erst mit diesem Teil in die Reihe eingestiegen, deswegen ist die Welt für mich neu gewesen. Das Setting hat mir sehr gut gefallen. Die schottische Kälte, Finsternis hat sich in der Trostlosigkeit der beschriebenen Route 9 wiedergespiegelt. Als hätte ich es beabsichtigt, habe ich nebenbei auch noch die Serie Outlander geschaut, die teilweise auch in Inverness spielt. Das hat mir das Buch direkt auch schmackhafter gemacht.

    Die Umgebung und Landschaft wurde so beschrieben, dass ich mir alles bildhaft vorstellen konnte.


    Schreibstil

    Am Anfang habe ich mich mit der Geschichte schwer getan. Ich fand es recht schleppend und langweilig. 

    Mit der Zeit ist mir immer mehr die Besonderheit dieses Schreibstil aufgefallen, denn Ian Rankin wendet einen einmaligen Stil an: Es fällt mir schwer, es zu umschreiben, aber er geht auf vielfältige Weise ziemlich ironisch und grob mit seinen Figuren um, legt ihn teilweise auch Worte in den Mund.

    Z.B.: "Rebus hatte nicht mehr zu bieten als ein Schulterzucken."

    Es gab noch bessere Beispiele, aber die finde ich gerade nicht.

    Positiv ist mir auch der hohe Anteil an wörtlicher Rede aufgefallen.

    Perspektive

    Hier haben wir einen auktorialen Erzähler an der Angel, jedenfalls als Ganzes gesehen. In den einzelnen Kapiteln liegt jedoch nur der typische personale Erzähler vor.

    Charaktere

    Ich weiß nicht, wie viele Charaktere ich in diesem Buch mag, aber Rebus gehört wegen seiner schroffen Art nicht dazu. 

    So richtig lernt man hier aber auch niemanden kennen, was typisch für dieses Genre ist, weswegen ich es auch nur sparsam konsumiere.


    Spannungsverlauf

    Am Anfang war da wie schon gesagt tote Hose. Aber es wurde besser :). Wegen der Distanz zu den Charakteren konnte ich aber bis zum Ende nicht richtig mitfiebern.

    Logik

    Bei Kriminalromanen ist die Schwelle zu unlogischen Entwicklungen und Konstruktion schnell überschritten. In diesem Fall wird der Ball relativ flach gehalten. 

    Aber ich zweifle die Plausibilität von Rebus' Ermittlungsmethoden an.

    Das Ende

    Habe ich mit dieser Auflösung gerechnet? Na ja, es war nicht erst am Ende, als man wusste, wohin der Hase läuft. Allerdings war das auch so gewollt. Das Ende lässt auf einen weiteren Fall hoffen, der in einer beigefügten Leseprobe auch schon vorgestellt wird.

    Soundtrack

    Canned Heat

    Rolling Stones

    Manfred Mann 

    die Doors

    John Martin

    Wishbone Ash

    Connection

    Coverversion von Monrose

    Kate Bush

    Morrison ~ Astral weeks 

    And standing in every bastards rain

    Led Zeppelin

  2. Cover des Buches Verborgene Muster (ISBN: 9783442446070)
    Ian Rankin

    Verborgene Muster

     (139)
    Aktuelle Rezension von: MaggieCanda

    Ein guter Auftakt für den Ermittler John Rebus. Besonders spannend ist neben dem eigentlichen Fall auch die psychische Verfassung von Rebus, der aus seiner Vergangenheit noch so einiges an Ballast mit sich herumträgt. Ähnlich zu anderen Debuts eines Ermittlers gibt es aber auch hier zunächst eine lange Einführung und richtige Spannung erst ab der Hälfte. Leser, die die Stadt Edinburgh aber interessant finden und lieben, wird das kaum stören.

  3. Cover des Buches Das zweite Zeichen - Inspector Rebus 2 (ISBN: 9783641113971)
    Ian Rankin

    Das zweite Zeichen - Inspector Rebus 2

     (99)
    Aktuelle Rezension von: Weltenwandler
    Auch der zweite Band dieser Reihe überzeugte. Ian Rankin bleibt sich treu.
    Ein klassicher Krimi, welcher mich vom Beginn an fesselte. Geschickt führte mich der Autor auf verschiedene Fährten, wodurch die Handlung nie vorhersehbar war. Das erzeugt Spannung wie ich sie erwarte. Vom herunter gekommenen Junkie bis zu den elitären Kreisen in Edinburgh, hat Ian Rankin alle Gesellschaftsschichten mit in dieser Geschichte verarbeitet und macht den Leser damit deutlich, das Edinburgh nicht nur die Royal Mile ist. Mit seiner sehr deutlichen, plastischen, Sprache gelingt es ihm, dem Leser die Orte der Handlung vor Augen zu führen.

    Das Privatleben von Inspector Rebus ist wohl dosiert im Verhältnis zum eigentlichen Fall. Sehr angenehm ist auch, das Rebus nicht der „perfekte“ Mensch ist dem alles gelingt, sondern auch Fehler macht, Rankin läßt es zu und es ist für mich zu hoffen, das der Inspector auch in weiteren Bänden der Reihe so menschlich bleibt.

    Sehr gefallen hat mir die Auflösung des Falles, wenn auch...... ( mehr kann ich zum Ende nicht schreiben, da ich zur Erklärung spoilern müsste, und das wollen wir ja nicht ).

    Ingesamt ein weiteres Lesevergnügen, welches ich jedem empfehlen möchte.

    Auch hier fällt es mir leicht 5 Sterne zu geben, da ich nicht wüsste was ich negativ
    kritisieren sollte.

    LG Euer Weltenwandler
  4. Cover des Buches Die Tore der Finsternis (ISBN: 9783442458332)
    Ian Rankin

    Die Tore der Finsternis

     (56)
    Aktuelle Rezension von: Lilith79
    "Die Tore der Finsternis" ist ein Krimi aus der langjährigen Reihe rund um den schottischen Ermittler John Rebus. Ich hatte schon ein paar Bücher aus der Reihe gelesen (allerdings bei weitem nicht alle) und fand diese bisher immer sehr gelungen, weswegen ich mich auch auf diesen Band gefreut hatte.

    Am Anfang des Bandes wurde John Rebus grade in eine Disziplinarmaßnahme geschickt. Da er einen Becher Tee nach seiner Vorgesetzten geworfen hat, muss er an einem Workshop für "teamunfähige" Polizisten teilnehmen an dem diese lernen sollen wieder produktiv in einem Team zu arbeiten. Als Aufgabe bekommen die Polizisten dort einen alten ungelösten Fall vorgesetzt, den sie bearbeiten sollen. Zu John Rebus Besorgnis handelt es sich dabei um einen Fall in den er selber ursprünglich verwickelt war...

    Gleichzeitig untersucht John Rebus' ehemaliges Team in Edinburgh einen Mordfall an einem Kunsthändler, der nach einer Vernissage vor seiner eigenen Haustür ermordert wurde.

    Eigentlich hat mir die Prämisse des Buches gut gefallen und auch der Schreibstil von Ian Rankin ist wie immer unterhaltsam und auf durchgehend hohem Niveau. Leider konnte mich das Buch trotzdem nicht wirklich überzeugen (ich habe sogar zeitweise daran gedacht es abzubrechen, was mir sehr selten passiert), denn mir war die ganze Geschichte einfach zu wirr und auch zu langatmig. Insgesamt erzählt das Buch eine Geschichte rund um Intrigen und Polizeikorruption, die durchaus sehr komplex ist, aber für mich war das auch der Nachteil des Krimis. Alles hängt am Ende mit allem zusammen, aber der Weg zur Auflösung ist doch sehr lang und verworren und auch die Motive der handelnden Personen erschienen mir oft wenig glaubwürdig. Insgesamt war ich deswegen froh als ich das Buch beendet hatte, obwohl Ian Rankin zweifellos prinzipiell super schreiben kann.

  5. Cover des Buches Die Seelen der Toten (ISBN: 9783442446100)
    Ian Rankin

    Die Seelen der Toten

     (62)
    Aktuelle Rezension von: Chiaramaus
    Detective Inspector Rebus wird in seinen Träumen immer wieder von seinem verstorbenen Freund heimgesucht, und während des Tages plagt ihn sein schlechtes Gewissen. Denn Rebus trägt maßgeblich Schuld daran, dass ein mutmaßlicher Kinderschänder bereits vor dem Prozess von der Presse verurteilt wurde. Zusätzlich soll er nun den gerade aus dem Gefängnis entlassenen Serienmörder Cary Oakes überwachen, damit dieser nicht das nächste Opfer der Öffentlichkeit wird. Allerdings beginnt Oakes mit Rebus ein makaberes Versteckspiel...


    Nach anfänglichen Schwierigkeiten bin ich gut in das Buch reingekommen. Das Cover des Weltbild-Verlags gefällt mir allerdings besser als dieses hier. Dort sieht man eine schöne und geheimnisvolle Landschaft in Schottland mit Wolken, die ein nahendes Gewitter verkünden. Der Klappentext hat mich neugierig auf das Buch gemacht, deshalb wollte ich es lesen. Generell hat mir die Geschichte um Inspektor Rebus ganz gut gefallen. Viele Menschen kommen vor und es gibt zahlreiche Handlungsstränge, das hat mich manchmal etwas verwirrt. Zudem passiert an manchen Stellen rein gar nichts und es wird dadurch hin und wieder etwas langweilig. Der Schreibstil hat mir aber sehr gut gefallen, er hat etwas fesselndes. Die meisten Personen waren gut beschrieben und ich konnte sie mir als Menschen vorstellen. Leider hat es das Buch nicht ganz geschafft, mich in seinen Bann zu ziehen, irgendwie war es auch teilweise vorhersehbar.


    Alles in allem ein schöner Krimi, kann man mal lesen!
  6. Cover des Buches Die Sünden der Väter (ISBN: 9783442454297)
    Ian Rankin

    Die Sünden der Väter

     (60)
    Aktuelle Rezension von: Stefan83

    Nach sechs Jahren in Frankreich zog Ian Rankin im Herbst 1996 mit seiner Familie zurück nach Edinburgh – und damit zurück in das Land, welches er zehn Jahre zuvor, damals frisch von der Uni abgegangen und gerade erst verheiratet, verlassen hatte. Inzwischen war er zweifacher Familienvater und, dank dem Erfolg seines letzten Romans „Das Souvenir des Mörders“ (engl. „Black and Blue“), endgültig auch ein finanziell erfolgreicher Krimischriftsteller, der die Phase des Ausprobierens hinter sich gelassen und seinem Platz im Genre für sich gefunden hatte. Gewichtige moralische Themen im Gewand des Spannungsromans, den Zustand der Welt und die menschliche Natur, Schuld und Sühne – sie waren zu Rankins Steckenpferd geworden, wodurch der Autor unbewusst Anteil an einer Entwicklung nahm, welche die zuvor von vielen Akademikern und Feuilletonisten belächelte literarische Form des Krimis in zunehmend ernstere Gefilde rückte, in denen die reine Aufklärung eines Verbrechens längst nicht mehr im Mittelpunkt stand. Auch Rankins jüngstes Projekt sollte diese Entwicklung fortführen und vorantreiben. Die Keimzelle dafür war ein Tagesausflug nach Oradour gewesen – ein Dorf, das im wahrsten Sinne des Wortes „tot“ war.

    Niemand weiß genau, wie viele Menschen dort an jenem Tag starben, als im Juni 1944 die 3. Kompanie des SS-Panzerregiments „Der Führer“ einmarschierte und die Einwohner zusammentrieb. Nicht viel weniger als tausend, nimmt man allgemein an, dessen Leichen verbrannt oder in Brunnen geworfen wurden. Männer, Frauen, Kinder – kaum jemand entkam dem Massaker. Bis heute ist das Dorf unverändert geblieben, zeugen ausgebrannte Autos, verrostete Straßenbahnen, ausgebombte Häuser und Einschusslöcher in den Wänden von den Gräueltaten der Nazis. In dem kleinen Museum von Oradour sind heute unscheinbare Exponate wie Haarbürsten oder Brillen zu sehen … Erinnerungen an die Toten. Doch was nicht nur die Franzosen bis heute am meisten bewegt und mitnimmt, ist die Tatsache, dass der Verantwortliche – der General, der das Massaker angeordnet hatte – zwar von den Alliierten gefangen genommen, später aber nach Deutschland zurückgeschickt worden war, wo er den Rest seines Lebens in Frieden und Wohlstand verbringen durfte. Wo war da die Gerechtigkeit? Und welche Gründe gab es für seine Freilassung? Geheime Informationen? Diplomatische Gründe?

    Rankin stieß bei seinen Recherchen auf ein Netzwerk, das als „Rattenlinie“ bezeichnet wurde – und hatte urplötzlich die Idee für einen neuen Krimi. „Die ewige Wiederkehr des Gleichen“, erkenntlich in den grausamen Bildern aus dem damaligen Konflikt im ehemaligen Jugoslawien. Und die Frage: Was würde Rebus tun, wenn er im Fall eines angeblichen Nazi-Kriegsverbrechers ermitteln müsste? Sie lieferte die Grundlage für „Die Sünden der Väter“ (engl. „The Hanging Garden“), dessen Inhalt hier kurz angerissen sei:

    Chief Super „Farmer“ Watson hat die Nase voll von seinem umtriebigen Untergebenen Detective Inspector John Rebus, dessen vorheriger Alleingang (siehe „Das Souvenir des Mörders“) zwar zur Auflösung eines Drogenrings beigetragen, aber auch gleichzeitig für viel Ärger gesorgt hat. Kurzerhand beauftragt er ihn mit der wenig aussichtsreichen Ermittlung gegen den alten Professor Joseph Lintz, welcher im Verdacht steht, als Angehöriger der Waffen-SS maßgeblich an einem Massaker in Frankreich beteiligt gewesen zu sein, was dieser rigoros bestreitet. Rebus muss schnell feststellen, dass sein Gegenüber ihm rhetorisch mindestens ebenbürtig ist und keinerlei Anstalten macht, auch nur ein wenig Licht auf seine Vergangenheit werfen zu lassen. Schuldig oder nicht schuldig? In dieser Frage kommt Rebus scheinbar einfach nicht voran. Als Ablenkung aus dieser Sackgasse sucht er stattdessen die Kreise des Scottish Crime Squad auf, einer Sondereinheit, der inzwischen auch seine Ex-Kollegin Detective Constable Siobhan Clarke angehört, und die mitten in einer verdeckten Operation steckt. Ihr Ziel: Tommy Telford, der neue Stern am Verbrecherhimmel, welcher sich anschickt den bisherigen Alleinherrscher der Edinburgher Unterwelt, den inhaftierten Gangsterboss Morris Gerald „Big Ger“ Cafferty, vom Thron zu stoßen.

    Während Rebus, Siobhan und ihr Kollege Ormiston dessen Nachtklub observieren, kommt es zu einem Zwischenfall. Ein Mann, augenscheinlich aus Telfords Truppe, wird schwer blutend auf den Bürgersteig geworfen. Das Auto entkommt den Verfolgern der Polizei und der Verletzte – inzwischen ins Krankenhaus gebracht – schweigt sich aus. Rebus wittert dennoch die Chance, die Zähne in Telfords Organisation zu schlagen und will sich schon voller Elan in die Arbeit stürzen, als sein Blick in eins der Nebenzimmer fällt, wo Ärzte gerade um das Leben seiner schwer verletzten Tochter Samantha kämpfen, die kurz zuvor angefahren wurde.

    Doch war das wirklich ein Unfall? Oder geschah es im Auftrag von Telford, der glaubt, dass Rebus und Cafferty unter einer Decke stecken? Um eine Antwort und Gerechtigkeit zu bekommen, muss er einen Pakt mit dem Teufel schließen. Aber ist es letztlich wirklich Gerechtigkeit, die er sucht oder ist es Rache? Als der Bandenkrieg seinen Höhepunkt erreicht, befindet sich Rebus mitten im Auge des Sturms ...

    Ich muss gestehen, dass ich mich nach der Lektüre des Klappentexts gefragt habe, ob sich Ian Rankin da diesmal nicht etwas zu viel vorgenommen hat. Nazi-Kriegsverbrecher, angefahrene Tochter, eine Prostituierte auf der Flucht, ein Bandenkrieg. Komplexe und ambitionierte Handlungsstränge sind zwar ein Markenzeichen dieses Autors, aber irgendwann kann sich ja selbst der beste Schriftsteller mal in seinem fein gestrickten Plot verheddern, sich an der schieren Größe verheben. Nun, natürlich hätte ich es inzwischen besser wissen müssen: Woran andere scheitern, das meistert Ian Rankin auch hier wieder mit Bravour, denn obwohl er seinen Protagonisten John Rebus mehr als zuvor vor Herausforderungen stellt und mit Schicksalsschlägen konfrontiert, kommt an keiner Stelle das Gefühl auf, dass die Geschichte den Kontakt zum Boden verliert. Im Gegenteil: Die verschiedenen Handlungsstränge in „Die Sünden der Väter“ dienen nicht allein dem Spannungsaufbau, sondern unterstreichen gleichzeitig auch die Komplexität des Problems, mit dem sich John Rebus konfrontiert sieht – die eigene Machtlosigkeit. Aber auch mit der Machtlosigkeit des Justizapparats, dem die Gegner immer wieder einen Schritt voraus sind und denen mit legalen Mitteln augenscheinlich nicht beizukommen ist, weshalb Rebus an dieser Stelle erstmals eine für ihn bis dahin sakrosante Grenze übertritt.

    Getrieben vom Wunsch, den Verantwortlichen von Samanthas Zustand zu fassen – und auch angestachelt von seinem schlechten Gewissen, ihr nie ein richtiger Vater gewesen zu sein bzw. seine Familie zu oft enttäuscht zu haben – geht Rebus ausgerechnet ein Bündnis mit dem Mann ein, der seit jeher sein Todfeind ist: „Big Ger“ Cafferty. Ihre jahrelange Beziehung läutet hier ein ganz neues Kapitel ein, das Ian Rankin gleichzeitig als Aufhänger dient, um den Wandel der verbrecherischen Syndikate in Edinburgh und Großbritannien allgemein zu skizzieren. Rankin, der nie einen Hehl daraus gemacht hat, dass das Dr.Jekyll-und-Mr.Hyde-Element ihrer Feindschaft, die charakterliche Ähnlichkeit der beiden bewusst gewollt ist, deutet in „Die Sünden der Väter“ eine weitere Gemeinsamkeit an. Sowohl Rebus und auch Cafferty drohen aufs Abstellgleis geschoben und von den modernen Entwicklungen, dem so genannten Fortschritt überholt zu werden. Der eine gilt im Gefüge der Polizei immer mehr als Dinosaurier, als Ermittler der alten, nicht mehr zeitgemäßen Schule. Der andere als zu weich und mit zu vielen Skrupeln behaftet, um die Unterwelt seiner Stadt zu kontrollieren. Es bleibt jedoch bei der Andeutung (spätere Fälle der Reihe werden dies viel expliziter ausführen), da Rebus und Cafferty, gemäß dem Motto „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“, ihre vergangenen Differenzen kurzfristig begraben und an einem Strang ziehen. So scheint es zumindest, stellt man sich als Leser doch auch die Frage: Was ist wenn Cafferty hinter allem steckt?

    Rebus' Einsatz ist in jedem Fall so hoch wie nie. Oder um es im Pokerlatein zu sagen. Er geht „All in“. Er weiß, dass er ein Spiel spielt, dass er nicht gewinnen kann, setzt alles auf eine Karte, jedoch nicht ohne sich dabei noch ein kleines Hintertürchen offenzuhalten, mit dem er im günstigsten Fall vielleicht gleich alle Fliegen mit einer Klappe schlagen kann. Und von denen wimmelt es in „Die Sünden der Väter“ nur so. Neben Telfords aufstrebenden Imperium zeigen auch andere Syndikate hier ihr hässliches Antlitz. So mischt unter anderem die Yakuza, das japanische Pendant der Mafia, in der Aufteilung von Edinburghs Unterwelt mächtig mit, will das durch Caffertys Verhaftung entstandene Machtvakuum nutzen, um neues Terrain zu besetzen und ihre illegalen Aktivitäten auszuweiten. Im Angesicht dieser Übermacht, konfrontiert mit gleich mehreren Feinden und Gegnern, greift Rebus auf die Hilfe eines Freundes zurück, was letztlich fatale und dramatische Folgen hat. Nebenbei bemerkt: Für mich gehört diese Szene zu einem der bisherigen Highlights der Reihe.

    Wer sich jetzt fragt, wie die Thematik Lintz dort hineinpasst, dem sei nur soviel gesagt: Querbeziehungen zwischen den einzelnen Strängen legen nach und nach die Zusammenhänge offen, wobei es sich Rankin vorbehält, die Fäden auf unterschiedliche Art und Weise enden zu lassen. Wie er das tut – nun das ist von unnachahmlicher, aber auch eindringlicher und bedrückender Qualität. Nur wenige Schriftsteller dieses Genres haben ihr eigenes „Krimi-Universum“, die Biographien ihrer Figuren und deren Schauplatz (der inzwischen schon weit mehr ist als nur das) so im Griff, schaffen es auf einem derart hohen Niveau aktuelle Geschehnisse mit der Fiktion zu verknüpfen, um daraus ein realistisches, nachvollziehbares Lese-Erlebnis zu schmieden.

    „Die Sünden der Väter“ ist zwar von weniger epischer Tiefe als sein Vorgänger, dafür aber unheimlich temporeich und von einer Ernsthaftigkeit durchdrungen, welche nicht nur der Figur John Rebus neue Facetten abringt – großartig, wie Rankin hier nochmal auf dessen Vergangenheit beim Militär in Belfast eingeht – sondern auch eben jene „ewige Wiederkehr des Gleichen“ fast schon melancholisch unterstreicht. Am Ende bleibt nämlich die Erkenntnis: Ein Mensch mag aus seinen Fehlern lernen, die Menschheit vermag es nicht.


  7. Cover des Buches So soll er sterben (ISBN: 9783442464401)
    Ian Rankin

    So soll er sterben

     (90)
    Aktuelle Rezension von: Cerepra
    Nach langer Zeit habe ich mir noch mal Rebus-Roman geschnappt und wurde wieder auf das beste unterhalten. Die Themen sind aktuell - hier illegale Einwanderung und Abschiebung - und schaffen einen Rundumblick auf sämtliche Facetten dieser Problematik.
  8. Cover des Buches Wolfsmale (ISBN: 9783442446094)
    Ian Rankin

    Wolfsmale

     (66)
    Aktuelle Rezension von: Schwertlilie79
    Ian Rankin schafft es meiner Ansicht nach (bisher), sich mit jedem seiner Rebus-Krimis zu steigern. War ich vom ersten Krimi nur mäßig begeistert, so hat mich der zweite Band mit dem schottischen Autoren versöhnt. Der dritte Krimi hat mich nun endgültig von dem durchaus sehr eigenen Inspector Rebus überzeugt.
    Zu meiner Erheiterung haben in diesem Krimi vor allem die regionalen Unstimmigkeiten beigetragen, die zwischen Engländern und Schotten zu bestehen scheinen. Auch die unorthodoxen Ermittlungsmethoden des Inspectors haben sehr zu meiner Unterhaltung beigetragen.
     *** SPOILER ***
    Besonders witzig fand ich die Verfolgungsjagd, die schließlich am Piccadilly Circus endet.Die Stimme des Richters, die für Rebus plötzlich wie aus dem Nichts erklingt, noch dazu sein Kampf mit dem Autotelefon; ich hatte die Szene bildlich vor Augen. :-)
    *** ENDE SPOILER ***
    Ich bin schon jetzt gespannt auf den vierten Teil und kann diesen dritten Band uneingeschränkt empfehlen.
  9. Cover des Buches Verschlüsselte Wahrheit - Inspector Rebus 5 (ISBN: 9783641113988)
    Ian Rankin

    Verschlüsselte Wahrheit - Inspector Rebus 5

     (56)
    Aktuelle Rezension von: Kate_books_munich90

    Inhalt: Korruption, Erpressung und brutaler Mord- " Big Ger"  Cafferty spielt seit Jahren mit Reus Katz und Maus, aber bisher fehlten genügend beweise um ihn Dingfest zu machen. 


    Fazit:

    Das Cover find ich jetzt persönlich nicht so spektakulär. Aber wichtig ist ja der Inhalt des Buches. Dieser Teil war eher mittelmäßig. Manchmal schwer zu verstehen oder mitzukommen. Spannend war es an einigen Stellen, da kann ich nichts sagen. Aber irgendwie hat etwas gefehlt. Ich finde , der Autor kann sich ruhig noch steigern, da ist viel Luft nach oben. Und ich bin mir sicher, dass das noch passiert. Deswegen habe ich Geduld und bleib an der Reihe dran. Denn der Inspector wickelt mich mit jedem Teil um den Finger. Es ist mehr Witz dabei und er wird mir immer Sympathischer. 



  10. Cover des Buches Das Souvenir des Mörders (ISBN: 9783442486601)
    Ian Rankin

    Das Souvenir des Mörders

     (84)
    Aktuelle Rezension von: JonasKaufmann

    Als grosse Inspiration für diesen Roman dient der "Bible John"-Fall. "Bible John" ist ein vor allem in Schottland bekannter Serienmörder, der in den Sechzigerjahren mehrere Frauen tötete - und nie gefasst wurde. Nun ist Jahre später ein Mörder unterwegs, der Frauen nach dem gleichen Schema ermordet; er wurde von den Medien "Johnny Bible" getauft. Inspector Rebus - mürrisch, misstrauisch und alkoholkrank - hat mit dem Mord an einem Arbeiter einer Öl-bohrplattform eigentlich bereits genug um die Ohren. Besessen von dem alten "Bible John"-Fall macht er sich trotzdem auf die Suche nach Johnny Bible - nicht wissend, dass sich auch Bible John auf die Suche nach seinem Nachahmer gemacht hat.

    Die Geschichte ist sehr verworren; zum Glück steht dem Inspector sein alter Kumpel Jack zur Seite. Dank Jack kann Rebus auf Alkohol und Zigaretten verzichten - und plötzlich sogar wieder ruhig schlafen. So kommt es, dass Rebus nach und nach die verschiedenen Muster erkennt. 

    Gekauft habe ich das Buch eigentlich nur, da es ein stark vergünstigtes Mängelexemplar war und ich ohnehin auf den Zug warten musst. Selten war mein Geld besser investiert. Die Geschichte ist extrem gut durchdacht. Einziger kleiner Kritikpunkt: Es hätten etwas weniger Seiten sein dürfen.

    Mein erster Ian Rankin - aber bestimmt nicht mein Letzter.

  11. Cover des Buches Wolfsmale / Ehrensache (ISBN: 9783442134533)
    Ian Rankin

    Wolfsmale / Ehrensache

     (30)
    Aktuelle Rezension von: ChaosQueen13
    Wolfsmale" mein erster Rankin-Krimi aus der Reihe Inspector Rebus es ist der 3. Band, was beim lesen überhaupt kein Problem war. Ich bin total begeistert. Inspector Rebus ist ein nicht ganz typischer Polizist und hat Ecken und Kanten. Er ist einem nicht unbedingt auf Anhieb sympathisch, aber irgendwie wächst einem der Inspector aus Schottland doch ans Herz. Auch das englisch-schottische Verhältnis wurde gut erklärt. Die Geschichte hat alles, was ein toller Krimi braucht, einen absolut psychopathischen Killer, eine schöne Frau und zwei altgediente Polizisten die sich zusammenraufen müssen um den Fall zu lösen. Das alles wird professionell gemixt und endet in einem stürmischen Entscheidungskampf. Und auch wenn der Autor den einen oder anderen Hinweis auf den Täter gibt, ist man am Ende dann doch sehr überrascht. Geschickt gemacht fand ich die Absätze aus Sicht des "Wolfsmannes". Sie gaben einem Einblick in das Seelenleben des Täters ohne zu verraten, wer der Täter ist. Ein überzeugender Krimi. Ich empfehle das Buch gerne weiter. „Ehrensache“ der vierte Roman um den schottischen Inspector John Rebus. Manchmal gibt es Bücher, die so spannend sind, dass man sie nicht mehr aus den Händen legen kann, das Buch hat mich von der ersten bis zu letzten Seite gefesselt. Ein Abgeordneter wird in einem Bordell erwischt und Inspector Rebus hat das Gefühl, dass es sich eher um eine Falle gehandelt hat, als um einen "echten Bordellbesuch“. Als kurze Zeit später auch noch die Frau des Abgeordneten ermordet wird, weiß er, dass er den richtigen Riecher gehabt hat. John Rebus wird bei den Ermittlungen von Detective Holmes unterstützt. Bei den Ermittlungen wird man, das eine oder andere Mal auf eine falsche Fährte geführt, was aber sehr glaubwürdig erscheint. Denn schließlich ist John Rebus alles andere als unfehlbar. Die Lösung des Falles war zumindest für mich überraschend und das gefällt mir bei einem Krimi immer am Besten.
  12. Cover des Buches Im Namen der Toten (ISBN: 9783442469413)
    Ian Rankin

    Im Namen der Toten

     (68)
    Aktuelle Rezension von: ban-aislingeach

    Das Buch „Im Namen der Toten“ wurde von dem schottischen Schriftsteller Ian Rankin geschrieben und ist 2009 im Goldmann Verlag erschienen. Der erste Roman um den Inspector Rebus heißt „Verborgene Muster“.

    Das Cover ist eher düster gehalten, der Himmel ist bewölkt, als ob es bald regnen würde und man kann das Edinburgh Castle erkennen. Anhand diesem Bild kann man sich denken, dass dieser Roman ebenfalls in Edinburgh spielen wird.

    Im Sommer 2005 blickt die ganze Welt nach Edinburgh. Denn in der Hauptstadt von Schottland findet der G8-Gipfel statt. Wie nicht anders zu erwarten befindet sich die ganze Stadt im Ausnahmezustand und jeder Polizist wird gebraucht. Nun ja fast jeder, auf Rebus will man lieber verzichten, denn die Chefs haben Angst vor dem was er wieder einmal tun könnte. Denn bekanntlich hält er sich nicht an Regeln. Als neue Spuren zu einem Mordfall gefunden werden und es klar wird, dass es sich dabei nicht nur um einen Mord handelt, ist Rebus Spürsinn geweckt. Am liebsten will er sich sofort auf die Suche nach dem Mörder machen, aber sein oberster Chef will dass er nichts tut. Die Mordfälle sollen erst nach dem G8-Gipfel bearbeitet werden, immerhin ist nur ein Krimineller ums Leben gekommen. Doch wie Rebus nun einmal ist, hält er sich nicht an diese Regel und macht sich dennoch auf die Suche nach dem Mörder.

    Es ist nicht mein erster Roman von Ian Rankin über Inspector Rebus, aber der Beste den ich bisher gelesen habe. Der Schreibstill ist einfach wunderbar, man wird einfach in die Geschichte gezogen und vor allem Rebus Gedankengänge versteht man so gut, dass man manchmal schon weiß was er tun wird, bevor er es überhaupt tut. Auch die anderen Charaktere sind wunderbar beschrieben. Sie stecken voller Überraschungen und diesmal finde ich es absolut genial, dass nicht gleich klar ist wer die Guten und wer die Bösen sind. Bis zum Ende bin ich mir nicht sicher wen ich auf welche Seite stellen würde. Der Roman ist in der dritten Person Singular geschrieben und hat mit seinen 587 Seiten 29 Kapitel, welche unterschiedlich lang sind. Da man jedoch immer neue Spuren findet und oftmals in die falsche Richtung geschickt wird, fällt es einem schwer das Buch aus der Hand zu legen. Denn immer wieder kommt ein neuer Moment der einen fest hält. Dass die Geschichte zudem in einem sehr angenehmen und flüssigen Schreibstil geschrieben wurde, hilft natürlich auch sehr.

    Wie man Rebus kennt gelten für ihn Regeln nicht. Wenn er einmal Blut gerochen hat, dann will er den Täter finden. Dabei ist ihm egal wer der Tote ist. Ich bin mir bei ihm nicht einmal sicher ob er Gerechtigkeit will oder ob er einfach nur die Geschichte des Mordes erzählen will oder anders gesagt herausfinden will wer der Mörder ist und wieso dieser gemordet hat. Er ist sehr mutig und sagt stets was er denkt, sei es gegenüber einem Kriminellen oder seinem Chef, wobei er inzwischen auch gelernt hat zu schweigen. Er ist für mich nach wie vor einer der besten Inspectoren. Siobhan, seine Kollegin, kommt natürlich auch im Buch vor und es kommt mir so vor als ob sie ihm immer ähnlicher wird. Sie ist mutig, auch wenn sie manches Mal der Meinung ist das sie den falschen Weg gegangen ist, solche Gedanken hegt Rebus nie, zumindest sind sie mir nicht aufgefallen. Sie schweigt eher als er, aber langsam wird auch sie mutiger und tanzt oftmals aus der Reihe. Zusammen sind die Beiden einfach ein perfektes Team.

    Ich kann das Buch sehr empfehlen. Es lohnt sich vor allem für Leser die gerne einen spannenden, interessanten Krimi ohne zu viel Blutvergießen lesen wollen.

  13. Cover des Buches Ein Rest von Schuld (ISBN: 9783442469406)
    Ian Rankin

    Ein Rest von Schuld

     (51)
    Aktuelle Rezension von: Gruenente
    "Rebus in Hochform" steht auf der Rückseite. Das kann ich nur unterstreichen. Der letzte Rebus ist gut. Die Grundstimmung, trotz der bevorstehenden Rente nicht ganz so negativ. Und er säuft auch nicht ganz so viel wie sonst... Ein russischer Dichter wird erschlagen aufgefunden. Haben die Russen, die mit Cafferty Geschäfte machen etwas damit zu tun? Die Gedanken daran verstärken sich, als noch ein Mann umkommt. Doch auch Cafferty wird Koma-Reif geschlagen. War das Rebus? Zumindest wird er dessen verdächtigt. Der letzte Rebus, aber zum Glück nicht der letzte Rankin. Der erste Fall von Malcolm Fox steht schon bei uns im Regal. Auf der LitCologne habe ich Rankin auch mal Live gesehen. Ein sehr sympathischer, humorvoller Mann.
  14. Cover des Buches A Good Hanging (ISBN: 0312980000)
    Ian Rankin

    A Good Hanging

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  15. Cover des Buches Die Kinder des Todes (ISBN: 9783442472031)
    Ian Rankin

    Die Kinder des Todes

     (80)
    Aktuelle Rezension von: Krimifee86
    Klappentext: In dem beschaulichen Küstenstädtchen South Queensferry erschüttert ein Blutbad die Öffentlichkeit: In einer Schule hat der ehemalige Elitesoldat Lee Herdman zwei Jungen erschossen, einen schwer verletzt und anschließend sich selbst getötet. Als John Rebus und seine Kollegin Siobhan Clarke zu dem Fall gerufen werden, gibt es eigentlich nur eine offene Frage: warum? Die Suche nach der Antwort führt die beiden Ermittler in das Herz einer kleinen Gemeinschaft und ihrer verlorenen Kinder. Eine zweite Spur reicht weiter in die Vergangenheit des Täters, dessen Schicksal Rebus nicht mehr loslässt. Selbst ehemaliges Mitglied der Special Air Forces, versucht er, sich in die Psyche Herdmans zu versetzen, um dessen Tat zu begreifen. Und damit ist er nicht allein: Ermittler der Royal Army schalten sich in den Fall ein, angeblich, um ähnliche Taten in Zukunft zu verhindern. Doch dann zeigt sich, dass ein paar frühere Kollegen Herdmans sowie eine Handvoll Jugendlicher aus Queensferry tiefer in den Fall verstrickt sind als zunächst vermutet. Und die Frage nach den Hintergründen eines vermeintlichen Amoklaufs verwandelt sich in ein immer größeres Rätsel, dessen Lösung so überraschend wie zutiefst schockierend ist …

    Cover: Das Cover meines Buch ist weitestgehend in einem dunklen Grün gehalten und mit irgendwelchen altertümlichen, römischen Statuen versehen. Ich habe keine Ahnung, was mir das sagen soll und finde es absolut nicht passend für das Buch – im Gegenteil, es schreckt eher vom Lesen ab, weil man Angst hat, etwas historisch Anspruchsvolles zu lesen (obwohl es ja eigentlich ein harmloser Thriller ist)

    Schreibstil: Ich hasse den Schreibstil britischer Autoren leider oft, weil er mir so künstlich und irgendwie auch überheblich vorkommt. Bei Ian Rankin ist dies jedoch (zum Glück) so gar nicht der Fall gewesen, sodass ich wirklich sehr positiv überrascht war. Der Roman liest sich sehr gut und flüssig. Die Charaktere wirken auf mich realistisch, wenn auch Rebus selbst sich meiner Meinung nach manchmal in zu viele Probleme bringt – teilweise auch unnötig. Dennoch ein sympathischer Charakter. Auch seine Kollegin Siobhan (die ich einfach Ziva, wie die in Navy CIS nenne, weil ich nicht raffe, wie man den Namen ausspricht) mochte ich sehr gerne. Insgesamt glaubwürdige Charaktere, die mir gut gefallen haben. Dies gilt im Übrigen auch für die Nebencharaktere.

    Die Story: In der Geschichte geht es um einen Amoklauf eines ehemaligen Soldaten an einer Schule und der Suche nach den möglichen Hintergründen dieser Tat. Überschattet wird das Ganze noch von einem weiteren Mord an einem Kriminellen bei dem der Ermittler John Rebus, selbst in Verdacht gerät.
    Die Suche nach dem Motiv des Soldaten gestaltet sich dabei mal mehr mal weniger spannend. Es ist nie wirklich langweilig, aber an der ein oder anderen Stelle zieht sich die Geschichte dann doch irgendwie. Auch habe ich irgendwie auf eine spektakulärere Auflösung gehofft (wenn sie auch doch überraschend war) und die Rolle der beiden Militärermittler nicht ganz verstanden (Rebus zu ärgern?)
    Insgesamt aber eine durchaus solide durchdachte Geschichte, der ein wenig mehr Spannung und Action sicher gut getan hätte.

    Fazit: Dieses Buch stand lange ungelesen in meinem Regal. Wie ich mittlerweile einräumen muss: Völlig zu Unrecht! Neben dem Cover hat mich die Dicke des Romans und die Tatsache, dass es sich um einen britischen Autor handelt, ziemlich abgeschreckt. Normalerweise komme ich mit britischen Autoren nicht so klar. Wie dem auch sei „Die Kinder des Todes“ und John Rebus haben mich positiv überrascht und ich werde mir bestimmt weitere Teile der Reihe zu Gemüte führen.
    Für das Buch selber gibt es gute drei Punkte, es hat sich mal ein bisschen gezogen, war auch mal etwas unlogisch, alles in allem aber gute Unterhaltung, die Spaß gemacht hat.
  16. Cover des Buches Ein eisiger Tod (ISBN: 9783442454280)
    Ian Rankin

    Ein eisiger Tod

     (43)
    Aktuelle Rezension von: Stefan83
    Obwohl das Buch „Ein eisiger Tod“ heißt und im tiefsten Edinburgher Winter spielt, ist es in Ian Rankins Haus in Südfrankreich entstanden, größtenteils bei sengender Sommerhitze. Überhaupt ist der deutsche Titel mal wieder irreführend, hat er doch keinerlei Bezug zum eigentlichen Inhalt zwischen den Buchdeckeln. Ganz anders als der englische Buchname „Let it bleed“, ein Wortspiel, das genauso „lass es bluten“ wie „lass die Luft aus der Heizung raus“ bedeuten kann. Und so ist auch das Einzige, was Rebus in diesem Buch zur „Ader lassen muss“, ein Heizkörper. Keine Spur von einer vereisten Leiche. Über reine Mordermittlungen ist Ian Rankin mittlerweile ohnehin erhaben. Stattdessen schafft er es erneut, Rebus' Nachforschungen auf eine komplexere Ebene zu heben und mit den zeitgeschichtlichen Ereignissen in Schottland zu verknüpfen. So jagt der hartnäckige schottische Bulle diesmal auch keinen soziopathischen Serienmörder, sondern das politische und wirtschaftliche Establishment, industrielle Großkonzerne und ambitionierte Volksvertreter, welche für das „große Ganze“ die Gesetze bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit biegen und notfalls auch brechen. Sie sind es gewohnt, dass alles nach ihrer Pfeife tanzt. Nur einer widersetzt sich diesem Rhythmus – Detective Inspector John Rebus. Dessen neuer Fall beginnt für einen Krimi von Ian Rankin äußerst rasant mit einer nächtlichen Verfolgungsjagd durch Edinburgh. Detective Inspector John Rebus und sein Vorgesetzter Frank „Fart“ Lauderdale haben sich an die Stoßstange eines flüchtenden Wagens geheftet, dessen zwei Insassen möglicherweise die Tochter des Lord Provost Kennedy, einen der einflussreichsten und mächtigsten Männer der Stadt, entführt und Lösegeld gefordert haben. Bevor sie beide jedoch stellen können, kommt es auf der vom Schneesturm umtosten Forth Road Bridge zu einem spektakulären Unfall, in dessen Folge Lauderdale sein Bewusstsein verliert. Rebus, der sich gerade so aus dem Autowrack schälen kann, gelingt es zwar die beiden Flüchtigen zu stellen, kann aber nicht mehr beruhigend auf sie einwirken. Als er ihnen näher kommt, stürzen sich die beiden jungen Männer in den Freitod. Auch wenn er nach außen hin derselbe bärbeißige Ermittler wie immer ist, setzt Rebus der schreckliche Vorfall sehr zu. Er fühlt sich für den Tod der Jungen verantwortlich und beginnt Nachforschungen anzustellen, nur um relativ schnell festzustellen, dass die Spur bis in die höchsten politischen Ämter Schottlands zu führen scheint. Und da man dort nicht will, dass zukünftige Investitionen und Prestigeprojekte wegen eines einzigen Polizisten in Gefahr geraten, lässt man Rebus bald kalt stellen. Doch den hält selbst seine „Beurlaubung“ nicht davon ab, die Ermittlungen fortzusetzen. Im Gegenteil: Rebus, dessen Privatleben auch wegen der Trennung von Patience mittlerweile ein einziger Schutthaufen ist, stürzt sich mit dem Mute der Verzweiflung ins Getümmel … „Ein eisiger Tod“ ist diesmal weniger typischer Police-Procedual als vielmehr ein politischer Roman, da ein Großteil der Handlung von lokal- und landespolitischen Verwicklungen bestimmt ist und es letztlich um wesentlich mehr geht, als nur die simple „Whodunit“-Frage. Rankins Schurken hier sind nicht die Gegner, welche er sonst durch Edinburghs Gassen jagt, sondern seine Vorgesetzten, seine politischen Vertreter, illustre Industrielle und Immobilienspekulanten. Sie sind es, die jedes mögliche Schlupfloch im Gesetz ausnutzen, um (zum Vorteil aller und besonders für sich selbst) Schottland in eine neue, globalisierte Zukunft zu führen. Was ist die Leiche eines Sträflings gegen Millionen Arbeitsplätze? Was ist die Karriere eines Polizisten im Vergleich zum Image der gesamten schottischen Nation? „Nichts“ ist die Antwort, die von Seiten der elitären Verschwörer auf beide Fragen gegeben wird und die es John Rebus in seinem siebten Fall so schwer macht, für Gerechtigkeit zu sorgen. Denn was ist Gerechtigkeit überhaupt? Ian Rankin lässt seinen noch tiefer gefallenen Helden über dieselben Zweifel straucheln und stolpern, welche auch den Leser nicht unberührt lassen. Unwillkürlich versetzt man sich an Rebus' Stelle und fragt sich, wie man wohl an seiner statt handeln würde. Und wenn der verbissene Bulle, der nach Lauderdales Unfall nicht etwas selbst aufsteigt, sondern seine Ex-Geliebte Gill Templer als Vorgesetzte zugeteilt bekommt, seinen Kummer und Unmut im Whisky ertränkt, fühlt man mit. In „Ein eisiger Tod“ sind die Grenzen zwischen „Gut“ und „Böse“ verschwommen, heben sich die Gegensätze auf eine Art und Weise auf, das die Nadel des moralischen Kompasses einfach nicht mehr zur Ruhe kommt. Rankin, dessen Buch immerhin schon 1995 veröffentlicht worden ist, beschreibt ein System, das wir auch im Deutschland der Jetztzeit nur zu gut kennen. Ein System, in dem Banker Milliarden verbrennen können, in dem Schmiergelder wie Bonbons verteilt werden, in dem ein Gewissen käuflich ist. Es zu Fall zu bringen fällt schwer, da man sich selbst an dem zu sägenden Ast befindet. Wen schert das Unrecht, das an einem Mann begangen wurde, wenn es dieses Unrecht war, das Perspektiven für tausende Menschen geboten hat? Es sind diese Denkansätze, welche auch nach der Beendigung der Lektüre von Rankins Roman im Gedächtnis bleiben und ihn aus der Masse des Mainstreams hervorheben. Gleichzeitig sorgen sie jedoch auch dafür, dass die gesamte Handlung nur äußerst zäh in Fahrt kommt. Die gleichen verworrenen und für uns nicht nachvollziehbaren Praktiken innerhalb der Gremien der EU und den Großindustriellen, welche dem Missbrauch den Boden bereiten, sorgen passenderweise auch im Roman dafür, das man relativ schnell den Überblick verliert. Mehrere komplizierte Abkürzungen, politische Ämter und ganze Namensschwadronen machen von Beginn an eigentlich einen Notizzettel notwendig, um den roten Faden, der sich windet wie ein Lachs an der Angel, zu folgen. Das wird nicht jedermanns Sache sein und sicherlich viele dazu bringen, das Buch mit dem Prädikat „langweilig“ zu versehen oder gleich in die Ecke zu knallen. Dabei lohnt es jedoch sich gemeinsam mit Rebus den Kopf zu zermartern, da neben der üblichen Spurensuche weit größere Zusammenhänge ans Licht gezerrt werden, die als Spiegelbild ihrer Gesellschaft für Deutschland genauso gelten wie für Schottland. Denn dort wo der Bürger stumm und unkritisch bleibt, wo er alles glaubt und noch mehr glauben will, dort gedeiht das Verbrechen am Allerbesten. Aufgelockert wird diese weit und ineinander verzweigte Handlung wieder mal von einer guten Prise schottischen Humors, den Rankin wieder punktgenau zu setzen weiß (Highlight ist sicherlich der ungewollte Tod von Patiences Kater Lucky – selbst ich als Katzenliebhaber konnte mir ein Lachen nicht verkneifen). Trotz all seiner privaten Probleme und Rückschläge, begeht der Edinburgher Autor gottseidank nicht den Fehler, bei dem Bemühen, seine Figuren menschlicher zu gestalten, John Rebus in der Düsternis versinken zu lassen. Während hinsichtlich dessen besonders die Skandinavier keine Grenzen zu kennen scheinen, bleibt Rebus stets glaubhaft, sein Handeln glaubwürdig. Auch deshalb weil ihm der Erfolg nicht immer zufällt und schon gar nicht bei jedem seiner Fälle sicher ist. Zur Not begibt sich der bissige Bulle auch in die unteren Ebenen der Gesellschaft, um zu bekommen was er will. Getrieben von dem Ziel für Recht zu sorgen und Recht zu haben, nimmt man schon mal die Hilfe von Berufsverbrechern in Kauf oder klaut Beweismaterial aus dem Müll von Verdächtigen. All das schildert Rankin mit schlafwandlerischer Sicherheit, durchsetzt von einer Spannung, die es trotz langatmiger Passagen unmöglich macht, das Buch aus der Hand zu legen. Abschließend kann man sagen: Auch „Ein eisiger Tod“ wird Rebus-Freunde nicht enttäuschen, da Rankin sich treu bleibt und der Roman all das bietet, was die Reihe so einzigartig gemacht hat. Als langjähriger Leser der Bücher muss aber auch ich bemängeln, das sich der siebte Fall des sympathischen Arschlochs langsam entwickelt, sich äußerst sperrig liest und vergleichsweise wenig Höhepunkte bietet. Wer in die Serie reinschnuppern will, sollte lieber zu einem anderem Band greifen. Dieser ist, trotz aller Qualitäten („Ein eisiger Tod“ ist zweifelsfrei hervorragend konstruiert und literarisch auf höchstem Niveau), der bis hierhin schwächste.
  17. Cover des Buches Knots & Crosses (ISBN: 9783883891613)
    Ian Rankin

    Knots & Crosses

     (4)
    Noch keine Rezension vorhanden
  18. Cover des Buches In a House of Lies: The Brand New Rebus Thriller (Inspector Rebus 22) (ISBN: 9781409176886)
  19. Cover des Buches The Naming of the Dead (ISBN: 9780752883687)
    Ian Rankin

    The Naming of the Dead

     (6)
    Noch keine Rezension vorhanden
  20. Cover des Buches Dead Souls (ISBN: 9781429908030)
    Ian Rankin

    Dead Souls

     (6)
    Noch keine Rezension vorhanden
  21. Cover des Buches Ian Rankin and Inspector Rebus (ISBN: 9781844548668)
    Craig Cabell

    Ian Rankin and Inspector Rebus

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