Bücher mit dem Tag "rechtsgeschichte"

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213 Bücher

  1. Cover des Buches Der Vorleser (ISBN: 9783257261349)
    Bernhard Schlink

    Der Vorleser

     (5.659)
    Aktuelle Rezension von: cillewiezelle

    In dem Buch "Der Vorleser" von Bernhard Schlink geht es um eine Liebe zwischen einem 15-jährigem und einer älteren Frau, welche sehr geheimnisumworben ist. Denn jedes Mal, wenn er sie besucht, muss er ihr vorlesen bevor sie miteinander schlafen und auch sonst erfährt er kaum etwas aus ihrem Leben.

    Nachdem sie auf ein Mal spurlos verschwindet, sieht er sie als Jura-Student Jahre später im Gerichtssaal wieder. Hanna, als angeklagte KZ-Aufseherin in einem Prozess über Kriegsverbechen. Doch, was für ein Geheimnis verbirgt sie? Und was hat ihr seltsames Verhalten auf sich?

    Ich persönlich bin begeistert von diesem Roman. Ich fand ihn so fesselnd, dass ich ihn innerhalb von einem tag durchgelesen habe. Ich habe mitgefühlt und musste oft über die dort angesprochenen Themen nachdenken. Von daher war es ein ziemlich intensives Leseerlebnis.  Ich war erstaunt, dass es trotz der Ernsthaftigkeit der Themen nicht allzu schwer auf den Schultern lastet. Der Schreibstil war manchmal ein wenig komplizierter, meistens aber dennoch leicht zu verstehen. 

    Ich habe noch nie ein Buch gelesen, das vom Thema Analphabetismus handelt und konnte auch hier einiges lernen. Das Thema ist leider immer noch stark stigmatisiert und ich fand die Umsetzung wirklich absolut hervorragend. Ich konnte die Scham über die verschiedenen Beeinträchtigungen gut nachvollziehen und war erstaunt, in welchen Bereichen Analphabetismus zu Beeinträchtigungen führt. 

    Auch die Charaktere fand ich sehr überzeugend. Vor allem Hanna, die Geliebte des Protagonisten. Sie hat zwar verschiedene Fortschritte gemacht, im Laufe der Geschichte, ist sich dennoch selbst treu geblieben und war bis zum Schluss nicht durchschaubar. 

    Am Anfang hat mich der Aufbau ihrer Liebesbeziehung gestört, weil ich bemängelt hatte, dass eine Liebesbeziehung ja weit mehr ist als Sex und ich es daher nicht wirklich überzeugend fand.

    Dazu muss ich sagen, dass ich das heute anders sehe. Denn, so wie auch Hanna sehr geheimnisumworben ist, war es auch die Liebesbeziehung zwischen ihr und dem Protagonisten. Ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich Liebe war oder sie ihn im Endeffekt nur ausgenutzt hat- aber genau diese Unsicherheit gehört zu der Geschichte und passt daher auch einwandfrei dazu.

    Letztendlich kann ich dieses Buch jedem empfehlen, der gerne über ernste Themen liest, die in der Gesellschaft sehr verpönt sind. Ich kann sie jedem empfehlen, der gerne Historik liest und vor allem jedem, der sich mit Schuld und Scham auseinandersetzen kann/will.

  2. Cover des Buches Überwachen und Strafen (ISBN: 9783518277843)
    Michel Foucault

    Überwachen und Strafen

     (26)
    Aktuelle Rezension von: Sokrates
    Foucault erklärt die soziologischen, kriminalhistorischen und rechtshistorischen Ursachen für die seit dem Ende der Frühen Neuzeit in Frankreich einsetzende Schwerpunktverlagerung der Strafrechtsfunktion. Er zeigt anhand vieler exemplarischer Beispiele, wie sich die Sühnefunktion immer weiter in den Vordergrund schob und die Bestrafung der „Seele“ des Täters an Bedeutung gewann. Waren die alten Strafen noch drakonisch und orientierten sich an ihrer Schwere (Schmerzmaß, Eindruck auf das bei der Vollziehung der Strafe zuschauende Volk), soll nun der Täter „erzogen“ werden und v.a. „in der eigenen Schale“ gequält werden. Mit dieser mehr nach innen (= auf die Täterpsyche) gerichteten Straftheorie entwickelte man sich weg von der Exekution auf dem Marktplatz hin zu einer Strafverbüßung in staatlichen Gefängnissen. Deren Organisation und Arbeit sowie die Rolle der Juristen und Richter wird ausführlich dargestellt und bewertet.
  3. Cover des Buches Kaltblütig (ISBN: 9783036959030)
    Truman Capote

    Kaltblütig

     (311)
    Aktuelle Rezension von: dominona

    Gelockt hat mich hier, dass es um ein tatsächliches Ereignis geht und zwar genauer, um einen Familienmord. Ich hatte eher mit einem Thriller gerechnet und nicht mit einem nüchternen Sachbuch, aber ich denke, auch das kann man interessant gestalten. Leider ist das hier nicht geschehen. 

    Man merkt auch, dass der Autor viel Arbeit reingesteckt hat, aber auch hier wirkt sich das nicht positiv aus. Es ist eher so, dass man mehr oder weniger ungeordnet alle möglichen Informationen um die Ohren gehauen bekommt. Ich habe zwischenzeitlich auf die Zahnpasta- oder Make-Up-Marke gewartet.

    All das hat letztendlich dazu geführt, dass ich das Buch ungefähr nach der Hälfte abgebrochen habe, weil man in dem ganzen Informationsgewirr einfach untergeht und keine Beziehung zu irgendwem aufbaut. 

    Da war ich am Ende doch mit dem Wikipedia-Artikel bedient.  

  4. Cover des Buches Eichmann in Jerusalem (ISBN: 9783492264785)
    Hannah Arendt

    Eichmann in Jerusalem

     (34)
    Aktuelle Rezension von: BrittaRoeder
    Hanna Arendt, Publizistin, Autorin, streitbare politische Theoretikerin, begleitete von April bis Dezember 1961 als Journalistin die Jerusalemer Eichmannprozesse und veröffentlichte dazu eine Berichtstrecke „Eichmann in Jerusalem - von der ‚Banalität des Bösen‘ in der Zeitschrift New Yorker.
    Dieser Veröffentlichung folgte eine große Debatte, in deren Rahmen Arendt heftig kritisiert, ja sogar angefeindet wurde.
    Denn – die deutsch-amerikanische Journalistin, selbst Jüdin, kritisierte in ihrem Text nicht nur offen den Prozessverlauf, ja sie stellte ihn sogar teilweise in Frage.
    Die öffentliche Empörung war riesig. Wie konnte sie es wagen, einen der schlimmsten Massenmörder des Dritten Reiches zu verteidigen? Wie die Schwere seiner Schuld zu relativieren?

    Die 2011 erschienene mit einem sehr aufschlussreichen Vorwort von Hans Mommsen versehene Ausgabe gibt der Berichterstattung eine dankenswert neutrale Plattform.
    Insgesamt sind die zusammengefassten Berichte von Arendt gut lesbar. Chronologisch folgt sie in ihrer Darstellung dem Prozessverlauf, weicht aber auch regelmäßig ab um ergänzende Fakten einzubringen. In diesem Sinne liefert Arendt auch heutigen Lesern noch immer eine fundierte Quelle über die Ereignisse rund um den Prozess. Man kann ihre Texte aber auch als eine große zusammenfassende historische Darstellung der Gräueltaten der Nationalsozialisten sehen.  Arendts Berichtston bleibt dabei immer kühl und sachlich. Bittere Ironie ist das höchste Maß an Polemik, das sie sich als Berichterstatterin gestattet. Diese Nüchternheit, mit der sie das Grauen ungeschönt benennt,  verleiht den zahllosen Opfern die verdiente Würde und weitet den Blick der Leserschaft auf das unfassbare Ausmaß dieses Verbrechens.

    Darüber hinaus sind Arendts Schriften noch in einem weiteren Kontext zu betrachten:
    Immer wieder kommt sie auf die Frage zurück, wie Eichmanns Anteil am Holocaust zu bewerten ist. Und immer wieder kommt sie dabei zu dem Schluss, dass er in Wahrheit lange nicht die tragende Rolle spielte, die man ihm anhängt. Um allen Missverständnissen vorzubeugen: sie nimmt ihn nicht in Schutz, sie zweifelt nicht an seiner Schuld, an seinem Beitrag am Morden. Aber sie stellt die Korrektheit des juristischen Verfahrens in Frage, kritisiert die Verhandlungsführung, die Auslegung der Beweise etc.
    Und sie sieht in den Verbrechen Eichmanns (und der Nationalsozialisten) nicht nur das Verbrechen am jüdischen Volk bzw. ein Verbrechen an der Menschlichkeit sondern das Verbrechen an der Menschheit begangen am jüdischen Volk, wodurch es im Grunde nur noch schwerer wiegt.
    Auch wehrt sie die These ab, das jüdische Volk historisch in einer Opferrolle zu sehen.

    Arendts Beharren auf eine neutrale Behandlung aller historischer Fakten, ihre Forderung nach Objektivität zu jeder Seite hin, hat viele Diskussionen aufgeworfen.
    Sie muss eine unbequeme Frau gewesen sein. Eine mutige Frau war sie in jedem Fall, denn mit ihrer kompromisslosen Art brachte eine breite Öffentlichkeit gegen sich auf.
    Alleine diese ihr eigene unbestechliche Art auf die Wahrheit der Tatsachen zu bestehen, macht dieses Buch zu einer lohnenden und hochaktuellen Lektüre.
  5. Cover des Buches Wie der Sex nach Deutschland kam (ISBN: 9783886809776)
  6. Cover des Buches Grundrechte. Staatsrecht II (ISBN: 9783811498112)
    Bodo Pieroth

    Grundrechte. Staatsrecht II

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Das Standardwerk in der Juristenausbildung zum Thema Grundrechte, Die einzelnen Grundrechte werden hinlänglich und erschöpfend dargestellt und es werden weiterführende Lesetipps gegeben. Während sich in anderen Lehrbüchern (Leerbüchern) häufig Professoren mit ihrer eigenen Meinung präsentieren wollen, halten sich die beiden meiner Meinung nach an die hM, was klausurentechnisch natürlich nur zu begrßen ist. In erster Linie richtet sich das Buch an den Anfänger im ersten bzw. zweiten Semester, ob das Buch auch für die Examensvorbereitung ausreichend ist, wurde in meinem Umfeld jedoch bezweifelt. Ein Juraprof hatte mal in kleiner Runde erwähnt, daß man schön beobachten könne, wie die beiden Profs in 1-bis 3 Auflagen alle Neuigkeiten aufnehmen, so daß das Buch immer dicker wird, und sie sich dann zusammensetzten und wieder einige Sachen rauswürfen und das Buch dann zur nächsten Auflage wieder dünner werde.
  7. Cover des Buches "...doch stehlen können sie meisterlich" (ISBN: 9783782209540)
    Jürgen Rath

    "...doch stehlen können sie meisterlich"

     (3)
    Aktuelle Rezension von: wolfschwerdt
    Strandungen gehörten schon immer zur Seefahrt. Was für die Seeleute und Händler eine Katastrophe war, bedeutete für die Küstenbewohner meist fette Beute. Strandrecht, das ist, wie Jürgen Rath in seinem Buch "doch stehlen können sie meisterlich", darstellt, das Recht, angeschwemmtes herrenloses Gut, an sich zu nehmen. Dieses Recht galt bis in das 10. Jahrhundert. Aber bald entwickelten Herrscher und später der Staat durchaus andere Rechtsvorstellungen, die immer wieder in Gesetzte gegossen wurden und bis heute das scheinbar natürliche Strandrecht außer Kraft setzen. Als aber 2007 ein Orkan den Frachter MSC Napoli so stark zur Seite drückte, dass er 200 Container seiner Decksladung verlor, da lebte an der Küste vom Südenglischen Devon die alte Tradition des Strandrechts wieder auf. Die Küstenbevölkerung, schneller als die Polizei, schleppte den Inhalt der gestrandeten Container nach Hause und verhökerte diesen im Internet. In seinem Buch „…doch stehlen können sie meisterlich“, schlussfolgert Jürgen Rath: „Offensichtlich lag der finnische Rechtshistoriker Vilho Niitema doch nicht so falsch mit seiner Einschätzung, dass das Strandrecht eine der ältesten Rechtsauffassungen der Menschen ist, denn dieses Recht scheint so tief im Bewusstsein der Strandbevölkerung verwurzelt zu sein, dass man ihr auch nach 1000 Jahren staatlicher Sanktionen nichts anhaben konnte.“ Um eben diese 1000 Jahre staatlicher Sanktionen handelt das Buch von Jürgen Roth, dem promovierten Historiker, Seemann und Kapitän. Der Titel des Buches „Doch stehlen können sie meisterlich“ entstammt einer Beschwerde des Westerländer Strandvogtes Broder Hansen Decker im Jahre 1795 hinsichtlich des allzu milden Umgangs der Gerichte mit den Strandräubern. Denn die Strandvögte hatten die Aufgabe, gestrandetes Gut im Auftrag des Staates zu sichern und aufzubewahren bis sich der Besitzer gemeldet hatte. Nach einer bestimmten Frist fiel das Strandgut an den Staat, natürlich nicht ohne an den Vogt und gegebenenfalls andere Beteiligte einen Bergelohn zu zahlen. Rath schildert in dem Buch sehr anschaulich und lebendig, wie Schiffe in schlechtes Wetter geraten und schließlich Stranden können. Er beschreibt, die Situation der Überlebenden, die oftmals vom Regen in die Traufe gekommen waren. Sei es, dass sie von den Strandbewohnern erschlagen wurden, weil nur herrenloses Gut rechtmäßig angeeignet werden durfte, sei es, weil gerade zu Zeiten, als das Strandrecht tatsächlich noch existierte, auch die Überlebenden schlichtweg als Bergungsgut galten und als Sklaven verkauft wurden. Der Stil ist ausgesprochen authentisch, kein Wunder bei einem Autor, der wie Jürgen Rath selbst jahrelang zur See gefahren ist. Und so bildet die Lektüre der Kapitel über Strandungen, Ladungssicherheit, die mittelalterlichen Auseinandersetzungen zwischen Landesherren, Kaufleuten und Küstenbevölkerung um das begehrte Bergungsgut havarierter Schiffe oder die Versuche, Recht gegen Strandrecht zu setzen eine Mischung zwischen Information, Abenteuer und Geschichte. Rath gelingt es immer wieder, die nur scheinbar trockene Materie der Rechtsgeschichte, durch die Beschreibung konkreter Auswirkungen auf die Lebenswirklichkeit der Beteiligten sehr praktisch zu vermitteln. Dazu gehört auch die mit zeitgenössischen Stichen illustrierte Beschreibung der teils drakonischen Strafen, die für Strandräuber im Mittelalter vorgesehen waren. Das Buch „doch Stehlen können Sie meisterlich“ beschreibt letztendlich den Kampf zwischen Autorität und Bevölkerung im Laufe eines Jahrtausends, mit Reaktion und Gegenreaktion, mit Räuber und Gendarm Spielen, Mit Tricks und Schlitzohrigkeit der Beteiligten. Insofern ist das Buch nicht nur unterhaltsam, sondern auch amüsant. Trotzdem wird die Situation der Opfer, nämlich der Seeleute, die die Aufgabe hatten, Schiff und Ladung zu unter allen Umständen zu verteidigen und die im Gegensatz zu allen anderen Beteiligten kaum eine Lobby hatten, nicht unterschlagen. Amüsant übrigens wird das Buch nicht nur durch den teilweise trocken- humorigen Stil Raths, sondern auch durch den Gegenstand der Betrachtung selbst. Es geht bei der Bergung von Strandgut einerseits um Not und andererseits um Gier. Und so stellt sich eben auch die Frage, was man davon halten soll, wenn ein Staat, der die Aneignung herrenlosen Gutes durch Bürger kriminalisiert, andererseits allein schon deshalb Ansprüche an einen Anteil vom Bergungsgut anmeldet, weil auf Waren, die an Land gebracht werden, grundsätzlich Zölle fällig sind.
  8. Cover des Buches Die Römischen Juristen (ISBN: 9783412150006)
    Wolfgang Kunkel

    Die Römischen Juristen

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  9. Cover des Buches Hirntod (ISBN: 9783518291252)
    Thomas Schlich (Hrsg.)

    Hirntod

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  10. Cover des Buches Luther und die Folgen (ISBN: 9783459015009)
    Hartmut Löwe

    Luther und die Folgen

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  11. Cover des Buches Deutsche Rechtsgeschichte (ISBN: B0000BLODP)
    Heinrich Mitteis

    Deutsche Rechtsgeschichte

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Sokrates
    Der Klassiker der deutschen Rechtsgeschichte, vom Beck-Verlag bis heute in ständig neuer Auflage publiziert. Ein Buch, dass jeder Jurist irgendwann einmal während seines Studiums - meist zu Anfangs - in der Hand hatte und jeder Historiker einmal in der Hand haben sollte. Unentbehrlich, zumal es keine vergleichbar souverän und komplex geschriebene deutsche Rechtsgeschichte gibt.
  12. Cover des Buches Klasse, Geschlecht und Recht (ISBN: 9783789049330)
    Beatrix Geisel

    Klasse, Geschlecht und Recht

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  13. Cover des Buches »Wo zwei zusammenkommen in rechter Ehe ...« (ISBN: 9783518284605)
    Michael Schröter

    »Wo zwei zusammenkommen in rechter Ehe ...«

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Sokrates
    Wie heiratete man im 12. und 15. Jh. ? Welche Rechtvorschriften und Bräuche fanden Anwendung und sind für Soziologen auswertbares Material? Michael Schröter hat eine Vielzahl an Prosa-, Rechts- und Sachtexten zusammengesucht und ausgewertet. Herausgekommen ist eine Übersicht über das Verheiratet-Werden junger Frauen, die im Hochmittelalter noch garnichts zu vermelden oder zu äußern hatten. Maßgeblich war der zwischen den Vätern oder nahen männlichen Verwandten zusammengekommene Konsens über die Verheiratung, der vertraglich fixiert wurde. Hinzu traten Rituale, die dieses Konsens nach außen dokumentierten. Ähnlich verfuhr man auch in der römischen Antike. Erst im Spätmittelalter kommt es zu zwei fundamentalen Neuerungen: einerseits beansprucht die Kirche ein Mitrederecht, eine Legitimation dieser Ehe, indem sie Segen spendet und das Sakrament ausgibt. Eine rechtmäßige Ehe ist nur dann möglich, wenn sie kirchlich legitimiert ist. Mit der Kirche drängt sich in der Frühen Neuzeit immer weiter der Staat in das Eheschließungsrecht; frühestens mit der Reformation, spätestens mit der Zivilehe. Und, zweitens, spätestens im Spätmittelalter erhält die Frau im Eheschließungsprozess auch in den unteren Gesellschaftsschichten eine Stimme, sie kann mit einwilligen, ihre Zustimmung ist konstitutiv. -- Das Buch ist keine rein historische Abhandlung, sondern möchte vor allem soziologisch eine Entwicklung aufzeichnen. Zentral ist Schröters These, wonach der kirchlich-staatliche Eheschließungsakt Resultat der seit dem 13. Jh. einsetzenden Verstaatlichen und Staatsbildung sei. Diese These kann man sehr gut nachvollziehen, das vorgelegte Quellenmaterial sowie seine Wertung lassen diese Aussagen zu.
  14. Cover des Buches Fast alles, was Recht ist (ISBN: 9783821847498)
    Uwe Wesel

    Fast alles, was Recht ist

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Nelly87
    Der Inhalt
    Das Werk ist - für Nichtjuristen, aber auch für Juristen verfasst - eine Einführung in das Recht. Dazu verliert es sich nicht in juristischen Details, sondern vermittelt wesentliche Grundbegriffe, erläutert, was sich dahinter verbirgt. Zudem bringt es zentrale Rechtsfälle, die von der Rechtsprechung entschieden worden sind. Damit wird der Stoff nicht nur anschaulich und plastisch. Der Leser bekommt vielmehr auch ein Gefühl über den Einfluss und die Bedeutung der Judikative. Bei all dem beschreibt der Autor nicht nur, sondern übt auch Kritik und gibt Anregungen zum Weiterdenken, damit sich der Leser ein Urteil bilden kann. Inhaltlich beginnt Wesel mit der Sprache des Juristen und stellt dann exemplarisch Materien u.a. aus dem Staats-, Europa- und Verwaltungsrecht, dem Privat- und Arbeitsrecht sowie dem Strafrecht dar. Am Schluss erfährt der Leser noch Wichtiges zu Theorie und Methode des Rechts. Vorteile auf einen Blick - vermittelt das Verständnis für zentrale Strukturen des Rechts - gibt einen Überblick zu den wesentlichen Rechtsgebieten - anregender, amüsanter Schreibstil
    Der Autor
    Nach dem Abitur in Hamburg studierte Wesel an der Ludwig-Maximilians-Universität in München klassische Philologie, bevor er zur Rechtswissenschaft wechselte. Von 1961 bis 1968 war er an der Münchner juristischen Fakultät zunächst wissenschaftlicher Mitarbeiter, dann Assistent bei Wolfgang Kunkel. Er wurde 1965 mit einer Arbeit zum Römischen Recht an der Universität des Saarlandes zum Dr. iur. promoviert. Er habilitierte sich 1968 mit einer Schrift über Römisches Recht und Bürgerliches Recht.1968 wurde er zum Ordentlichen Professor für Bürgerliches Recht und Rechtsgeschichte an der Freien Universität Berlin berufen und von 1969 bis 1973 war er deren Vizepräsident. Im März 2001 wurde er emeritiert. Im Mai 2006 wurde Wesel in Berlin als Rechtsanwalt zugelassen.Er ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland und regelmäßiger Mitarbeiter der ZEIT, der Kritischen Justiz und des Kursbuches. [ Quelle: Wikipedia ]


    Meine MeinungNachdem ich 5 Jahre Studium hinter mich gebracht habe, hätte ich eine ganze Wagenladung mit Sachbüchern, die ich euch vorstellen könnte. Doch die wollte ich auf meinem Blog nie haben. Warum also nun diese Rezension? Bei Fast alles, was Recht ist handelt es sich nicht um ein klassisches juristisches Lehrbuch, sondern ist vielmehr gerade an Nicht-Juristen gerichtet. Ich habe es von meiner Tante, die selbst Anwältin ist, geschenkt bekommen, als ich mich nach dem Abi dazu entschieden habe, genau dieses Gebiet zu studieren. Nun stehen meine mündlichen Examensprüfungen bevor und wer kennt es nicht: man greift auch zu dem noch so kleinen Strohhalm, also habe ich mir auch dieses Werk nochmal zu Gemüte geführt.

    Uwe Wesel hat es sich zur Aufgabe gemacht, Jura auch für Nicht-Juristen verständlich zu erklären. Denn die Waffe eines jeden Juristen ist seine Sprache, die außer ihm nur andere "Gleichgesinnte" verstehen können. Wer schon einmal einen Blick ins BGB geworfen hat, wird mir da wohl zustimmen. Doch Uwe Wesel will zeigen, dass Jura auch nur logisches Denken und ein wenig Verständnis ist.

    Er beschäftigt sich ausgiebig mit den drei großen Rechtsgebieten Strafrecht, Zivilrecht und öffentliches Recht. Er geht aber auch auf Themen wie Gerechtigkeit ein. Das Buch umreißt das Recht in einem Umfang, der mich wirklich überrascht hat, denn er deckt so ziemlich jedes große Gebiet ab. Dabei versucht er, komplexe Themen in einfache Worte zu kleiden, doch man darf sich nicht täuschen lassen: einfache Lektüre ist was anderes. Denn das Themengebiet bleibt ein schwer durchdringbares.

    Allerdings sind mir zwei Minuspunkte negativ im Gedächnis geblieben. Zum einen werden immer wieder Paragrafen fehlerhaft zitiert. Da wird das Rechtsstaatsprinzip einmal nach Art. 200 GG verortet, einmal nach Art. 10 GG, dabei steht es in Wahrheit in Art. 20 GG (und das nicht erst seit gestern). Auch die Ewigkeitsgarantie, die für unsere Verfassung einen herausragenden Posten einnimmt, steht in Wesels Grundgesetz wohl an anderer Stelle als in meinem. Nachdem mir die bereits 8. Auflage des Buches vorliegt, kann man doch davon ausgehen, dass solche Fehler zwischenzeitlich beseitigt wurden. Für den gebietsfremden Leser mag das vielleicht kleinkariert erscheinen und auch nicht weiter auffallen. Wer allerdings weiß, wo was steht, der stolpert immer wieder über diese Stellen.

    Hinzu kam, dass Uwe Wesel an vielen Stellen seine ganz eigene Meinung über diskutierte Rechtsprobleme oder Streitstände mit in den Text einfließen lässt. Das ist in der juristischen Literatur nichts außergewöhnliches, gerade in diesem Buch hätte ich mir aber Objektivität gewünscht. Zumal ich der Ansicht bin, dass diese Meinungseinstreuungen das Ganze noch verkomplizieren.

    Mein Fazit
    Wer sich für unser Rechtssystem interessiert und gerne wissen möchte, wie sich alles aufbaut, der ist mit Fast alles, was Recht ist richtig bedient. Und auch wer mit dem Gedanken spielt, ein Jura-Studium in Angriff zu nehmen, sollte vielleicht mal einen Blick risikieren. Das Buch liefert einen wirklich guten Überblick und zeigt, dass auch Juristen nur mit Wasser kochen.
  15. Cover des Buches Europäische Verfassungsgeschichte (ISBN: 9783406498251)
    Dietmar Willoweit

    Europäische Verfassungsgeschichte

     (1)
    Aktuelle Rezension von: eva1982
    Sprachlich viel zu geschwollen geschrieben. Für einen Schein besser das AS-Skript hernehmen...
  16. Cover des Buches Räuberbanden im Alten Reich um 1700 (ISBN: 9783518283073)
    Uwe Danker

    Räuberbanden im Alten Reich um 1700

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  17. Cover des Buches Das Regentenbuch des Mansfelder Kanzlers Georg Lautenbeck (ISBN: 9783896390172)
  18. Cover des Buches Macht und Eigentum (ISBN: 9783412181031)
    Constanze Paffrath

    Macht und Eigentum

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Sokrates
    Constanze Paffrath beschäftigt sich in ihrer als Dissertation erschienenen Publikation mit den Zwangsenteignungen ostdeutscher Eigentumsbesitzer nach 1945. Ziel dieser Enteignungen war es damals - nach herrschender kommunistischer Lesart -, Grundeigentum zum Wohle des Kollektivs zu verstaatlichen bzw. zu zentrieren. Individualeigentum sollte abgeschafft, (Zwangs-)Kollektivierung eingeführt werden. Insbesondere Landwirte und Industrielle hatten infolge dieser Enteignungsanordnungen Eigentum verloren. Mit dem Ende der DDR sollte an sich dieser - dem westdeutschen Eigentumsrecht widerstrebende Zustand wiedergutgemacht werden, sprich entschädigt. Entweder durch Zahlung einer Entschädigung oder - besser - durch Rückübertragung verlorenen Eigentums. Das dies in vielen Fällen nicht geschah, thematisiert dieses Buch. -- Die Analyse geht tief. Frau Paffrath versucht neben rechtshistorischen Fakten und chronologischen Ereignissen auch die ideologische Dimension des Problems zu erklären. So analysiert sie einleitend die verschiedenen Eigentumsauffassungen bei Locke und schließlich Marx. Danach geht sie auf das Eigentum als juristischen Begriff und Schutzobjekt des Grundgesetzes ein. Hierbei arbeitet sie immer vergleichend mit der Rechtslage der DDR. Das Buch beschäftigt sich mit einem grundlegenden Konflikt der DDR-BRD-Angleichung nach 1989. Noch lange nach der Wende wurde der Versuch unternommen, geschehenes Unrecht wiedergutzumachen. In anderen Fällen geschah nie etwas. Und gerade mit diesen Fällen beschäftigt sich das Buch in seinem Hauptteil. Zum Schluss stellt die Autorin die provokante These auf, wonach die 1989/90 handelnden Politiker gerade nicht gemäß ihrem verfassungsrechtlichen Auftrag (sprich der Entschädigung oder Rückübertragung) gehandelt haben. Das Buch überzeugt durch eine große Faktenfülle und liefert eine Menge Ansätze für weitere Untersuchungen oder kontroverse Diskussionen.
  19. Cover des Buches Institutionen. Geschichte und System des römischen Privatrechts (ISBN: 9783428014163)
  20. Cover des Buches Spielregeln der Politik im Mittelalter. Kommunikation in Friede und Fehde (ISBN: 9783896780386)
  21. Cover des Buches Die tabellae-Urkunden aus den pompejanischen und herkulanensischen Urkundenfunden (ISBN: 9783428089215)
  22. Cover des Buches Der Fall Arbogast (ISBN: 9783832161118)
    Thomas Hettche

    Der Fall Arbogast

     (18)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Ein (über-)durchschnittlicher Krimi nach einer wahren Begebenheit. Die Beschreibung der Nachkriegszeit und der 50er Jahre in (West-)Deutschland (und die schleichende Modernisierung und Amerikanisierung) ist gut gelungen.
  23. Cover des Buches Hilde Benjamin - eine Biographie (ISBN: 9783870616090)
    Andrea Feth

    Hilde Benjamin - eine Biographie

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  24. Cover des Buches Töchter der Isis. Die Frau im alten Ägypten (ISBN: 9783809030010)
    Joyce Tyldesley

    Töchter der Isis. Die Frau im alten Ägypten

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Sokrates
    Sehr ausführliche, mit einem Bildteil versehene Monographie über das Leben und die Rolle der Frau im Ägypten der Pharaonen. Ansprechende Sprache, sehr umfangreich - im Text nur graphische Zeichnungen, keine Bilder. Gut gelungen, insbesondere auch eine saubere, gekonnte Übersetzung aus dem Amerikanischen. Lesenswert!

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