Bücher mit dem Tag "rechtsmedizin"
77 Bücher
- Sebastian Fitzek
Abgeschnitten
(2.128)Aktuelle Rezension von: TayaIm Mittelpunkt der Geschichte steht der Rechtsmediziner Paul Herzfeld, der bei einer Obduktion einen rätselhaften Hinweis in einer Leiche entdeckt. Dieser führt ihn auf die Suche nach seiner entführten Tochter. Gleichzeitig sitzt die Comiczeichnerin Linda nach einem Sturm auf der von der Außenwelt abgeschnittenen Insel Helgoland fest und gerät ungewollt mitten in die Ereignisse. Was folgt, ist ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem sich die Wege der beiden auf dramatische Weise kreuzen.
Aber auch der Praktikant, der sich als überraschender Helfer für Herzfeld anbietet und die meiste Zeit auf der Suche nach der Tochter an seiner Seite steht, macht alles erdenklich Mögliche um Herzfeld zu unterstützen.
Gerade wenn ich dachte, ich habe den Täter und den Grund für das ganze, kam wieder die Wende. Die kurzen Kapitel und das hohe Erzähltempo haben dafür gesorgt, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Auch die Figuren haben mir sehr gut gefallen. Paul und Linda sind glaubwürdig dargestellt, was mir wirklich sehr gefallen hat. Man fiebert mit ihnen mit, leidet mit ihnen und hofft bis zum Schluss, dass sie den Wettlauf gegen die Zeit gewinnen.
Das Ende hat mich noch einmal völlig überrascht. Genau solche Thriller liebe ich – spannend, fesselnd und ein Ende, mit dem man so erstmal nicht rechnet.
Diesen Thriller kann ich wirklich jedem ans Herz legen, der auch ein wenig mehr Einblick in die Rechtsmedizinische Arbeit haben möchte, denn das wird wunderbar mit eingebracht.
Von mir bekommt "Abgeschnitten" verdiente 5 Schmetterlinge. Das Buch gehört definitiv mit zu meinen Highlights dieses Jahr
- Michael Robotham
Adrenalin
(457)Aktuelle Rezension von: Mirabellahammer12•Adrenalin von Michael Robotham•
Dieses Buch war seit Langem wieder der erste Thriller, den ich gelesen habe und der mir wieder gezeigt hat, wie unglaublich gut dieses Genre eigentlich ist! Der Auftakt der Psychothriller-Reihe rund um Joe O‘Loughlin und Vincent Ruiz konnte mich unglaublich doll begeistern und hat definitiv Eindruck bei mir hinterlassen!🔍
Die Gestaltung des Covers gefällt mir sehr gut, auch wenn es kein krasser Eyecatcher ist. Dennoch wirkt es mysteriös und passt gleichzeitig richtig gut zur Geschichte. Der Schreibstil von Michael Robotham ist wirklich besonders! Das Buch ist aus der Perspektive von Joe erzählt und alles wirkt unglaublich hautnah, greifbar und realistisch. Die Gedankengänge von Joe waren so spannend. Der Schreibstil hat einen total in diese Welt gezogen und nicht mehr losgelassen.
Joe ist wirklich ein spannender Protagonist, der einem irgendwie direkt sympathisch ist. Ich kann nicht sagen, dass ich Joes Handeln, besonders in Bezug auf seine Ehe und Familie, immer gutheißen konnte, aber grundsätzlich weiß dieser Mann, was er tut. Seine Fähigkeiten als Psychologe sind unglaublich spannend. Der Mann ist unfassbar intelligent, gerissen und steckt voller Überraschungen. Dass er Parkinson hat, fällt meistens gar nicht auf. Ich liebe seine Gedankengänge und wie er seine Patienten angeht und mit ihren Traumata umgeht. Trotz einiger Fehlhandlungen ist Joe ein bewundernswerter Charakter!
Ich habe seine Frau Julien und seine Tochter Charlie sehr ins Herz geschlossen. Charlie ist super lebensfroh und liebenswert und für Joe einfach alles, während Julien immer an Joes Seite ist und stets um ihn bemüht ist. Zudem war auch Elisa ein sehr interessanter Charakter, ebenso wie Vincent Ruiz. Ich konnte Ruiz wirklich sehr schwer einschätzen und mochte ihn zwischendurch überhaupt nicht für sein Handeln. Aber mit der Zeit hat man ihn besser verstanden und gemerkt, was wirklich dahinter steckt. Denn im Grunde hat auch Ruiz ein Herz und ist eigentlich ganz korrekt. Weniger mochte ich hingegen Joed Eltern und Jock. Es war teils super schwierige Charaktere. Allerdings kann man sagen, was man will, Joes Vater hat mich am Ende wirklich überrascht!
Vor diesem Buch hatte ich fast vergessen, wie gut Thriller wirklich sein können! Aber dieses Buch konnte ich von der ersten Sekunde an nicht mehr aus der Hand legen. Mir haben das Setting in England und die düstere, mysteriöse Atmosphäre direkt zugesagt und für Lust nach Mehr gesorgt. Zumal der Einstieg in die Geschichte schon wirklich gut war und für einen klaren Einblick in Joes Arbeit gesorgt haben. Dass er als Psychologe, der nur zufällig in diese Mordermittlungen hineinrutscht, im Mittelpunkt der Geschichte steht, fand ich wirklich sehr spannend. Seine Perspektive zu lesen, hat schon gereicht, um einen intensiven Einblick zu bekommen. Am meisten beeindruckt haben mich jedoch die Geschichte rund um die Morde, Bobby, die Vergangenheit dahinter und alles, was noch dazugehört! Was mit einem Mord an einer Krankenschwester begonnen hat, wurde zu einem riesigen Netz aus Verstrickungen, Rache, Kindheitstraumata und vielem mehr. Ich fand Bobbys Charakter von Anfang an sonderbar, aber dass so viel hinter dieser Figur stecken würde, habe ich nicht erwartet. Ich habe jedenfalls jede Sekunde mitgefiebert und vor allem mitgelitten, als Joe unschuldig in diese Geschichte mithineingezogen wurde. Sein Anteil an dieser langen Mordserie war jedenfalls sehr spannend! Gleichzeitig hatte ich Angst um ihn und seine Familie. Auch seine Beziehung zu Vincent Ruiz war ein interessanter Faktor, ebenso wie zu Elisa. Seine Ehe mit Julien fand ich sehr schwierig zu greifen. Dennoch hat man gemerkt, dass sie ihm wichtig war, ebenso wie Charlie! Am meisten mitgefiebert habe ich jedoch zum Ende hin. Die Geschichte hat sich sehr rasant in eine gefährliche Richtung entwickelt und den Leser sprachlos gemacht. Die Ereignisse am Ende waren krass, aber das Ende an sich richtig schön! Das war einfach ein verdientes Ende für Joe und seine Familie. Die Aufklärung der Morde war ebenfalls super spannend und viel größer, als anfangs gedacht.
Fazit: abschließend gebe ich dem ersten Band der Geschichte rund um Joe O‘Loughlin und Vincent Ruiz definitiv 5 von 5 Sternen! Mich konnte die Geschichte rundum beeindrucken und für Lust auf mehr sorgen. Bin gespannt auf Band 2!
- Michael Tsokos
Abgeschlagen
(260)Aktuelle Rezension von: TanteGhostSpannend, bildhaft und absolut lesenswert!
Inhalt: Paul Herzfeld ist nicht überrascht, als sich sein Vorgesetzter bei dem anstehenden Interview so in den Fordergrund spielt. Dass er allerdings so ausrastet, als sich Herzfeld ertreistet, eine andere Meinung zu haben, überrascht ihn dann doch.
In einem Kieler Park muss eine Frau eine wirklich schlimme Entdeckung machen. Sie wollte dem Obdachlosen doch nur helfen und findet ihn jetzt ermordet und mit einem Frauenarm in seinen eigenen Armen. - Die Leichen kommen ins rechtsmedizinische Institut und zu Paul Herzfeld, der eine Obduktion vornimmt. Sein Vorgesetzter ist es wieder, der scheinbar aus dem Blauen heraus eine Mordwaffe festlegt, die dann später auch gefunden wird.
Noch mysteriöser wird der Fall, als der Hausmeister des Institutes Ungereimtheiten feststellen muss, die wirklich mehr als seltsam sind. Nicht nur, dass die Tatwaffe eigentlich in der Asservatenkammer hätte liegen müssen, sondern auch in den Entsorgungbehältern tauchen wirklich seltsame Dinge auf, die da nicht sein dürfen.
Paul Herzfeld kommt dem eigentlichen Täter unbewusst immer näher und bringt dadurch seine eigene Familie in eine ungeahnte Gefahr. Das Ganze gipfelt in einem wirklich bitterbösen Finale, welches auch hätte schief gehen können.
Fazit: Ein schwarzes Buch. Ein rabenschwarzes Cover mit einer Machete und einem weißen Titel, sowie roten Zusatzinformationen. Der Name des Autors, welcher seltsamerweise nur als Nachname dargestellt ist, ist aufgeworfen und schimmert leicht. Was mich hier erwarten sollte, war vom Prinzip her klar. Herr Tsokos ist ein Mann vom Fach und baut seine Bücher auf seiner realen Arbeit auf. Aber dass das Ganze dann so perfide und fast schon erschreckend realitätsnah wird, damit hätte ich nicht gerechnet.
Am Anfang beginnt die Handlung seicht, fast schon alltäglich. Wir haben hier einen Chef, der sich profilieren will, einen Angestellten, der es mit sich machen lässt und ganz nebenbei noch seine Familie mit managen will. Es kommt sicherlich nicht alle Tage vor, dass ein Fernsehteam im Sektionssaal mit zugegen ist. Aber dass der Mann dann bei einer sachlich vorgetragenen anderen Meinung dermaßen ausrastet, kam mir von Anfang an seltsam vor.
Die Geschichte entwickelt sich weiter und ein weiterer Mordfall kommt ins Haus, der erst einmal nichts mit dem Chef und seinem Ausraster zu tun hat. - Doch im Laufe der Handlung verdichten sich die Verdachtsmomente wirklich gewaltig und haben zwischendrin sogar dazu geführt, dass ich an meinem eigenen Verstand gezweifelt habe. Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass hier wirklich ein Mann, der Karriere wegen, so weit gehen würde.
Es hat nicht lang gedauert, da hatte mich die Handlung komplett in ihrem Bann und ich habe beim Lesen die Realität fast komplett aus den Augen verloren. Ich war wirklich komplett von dem fasziniert, was hier so realitätsnah und doch so spanend beschrieben war. - Es war klar, dass der Täter hier komplett den Verstand verloren haben muss.
Am Ende kommt die Handlung zu einem Finale, was mich schon gleich gar nicht mehr losgelassen hat. Ich konnte wirklich erst dann aufhören, als wirklich alles so abgeschlossen war, dass ich mir sicher sein konnte, dass die Opfer außer Gefahr waren.
Ich hatte hier das Taschenbuch und habe einmal mehr gemerkt, dass Ebooks eigentlich viel bequemer sind. Die Seitenaufteilung fand ich nicht ganz so gelungen. Die Schrift hätte gern größer sein können, was man mit einem einfachen Zeilenabstand sehr gut wieder wett hätte machen können. Außerdem fand ich den inneren Rand etwas knapp bemessen. Meine Meise, keine Leserillen in den Buchrücken zu machen konnte hier wirklich nur unter sehr schwierigen Umständen umgesetzt werden.
Erzählt ist das Ganze aber in einem sehr gut lesbaren Stil. Ich habe immer gleich und schnell kapiert, wo der Hase langläuft und hatte ein wirklich sehr intensives Kopfkino vor meinem geistigen Auge. - So etwas hatte ich schon lang nicht mehr so intensiv.
In den Protagonisten konnte ich mich sehr gut einfühlen und hätte dem Mann am liebsten öfter mal helfend unter die Arme gegriffen. Ich habe mich sogar dabei erwischt, wie ich lauthals ihm etwas zurufen wollte. - man man man
Ein gelungenes Buch, was ich gern gelesen habe. Ich werde also auch die nächsten Bände definitiv noch kaufen. Immer schön der Erscheinungsreihenfolge nach.
Ich kann das Buch ruhigen Gewissens wirklich allen Thrillerfans empfehlen. Völlig egal, ob der Autor bekannt ist, oder eben nicht. Aber hier bin ich wirklich sehr gut unterhalten gewesen.
- Michael Tsokos
Zerschunden
(431)Aktuelle Rezension von: Stephan_ButtgereitZerschunden nutzt die Erfahrung seines rechtsmedizinischen Autors nicht als bloßes Etikett. Die forensischen Details geben diesem Thriller eine besondere Präzision: Befunde werden zu Spuren, Spuren zu Fragen, und aus den Fragen entsteht ein Fall, dessen Grausamkeit gerade deshalb wirkt, weil sie nicht dauernd ausgestellt werden muss.
Im Zentrum steht Fred Abel, der sich nicht nur mit einer Serie verstörender Verbrechen auseinandersetzen muss, sondern auch mit der Loyalität zu einem alten Freund. Das gibt der Konstruktion einen persönlichen Druck, ohne dass der Roman seine kriminalistische Linie verliert. Die verschiedenen europäischen Schauplätze erweitern den Fall sinnvoll; sie sind nicht bloß Reisekulisse, sondern erhöhen das Gefühl, dass sich der Täter jeder vertrauten Ordnung entzieht.
Michael Tsokos und Andreas Gößling schreiben knapp, anschaulich und mit einem bemerkenswerten Gespür für Takt. Man merkt dem Buch das Fachwissen an, ohne dass es den Erzählfluss bremst. Einige Figuren sind eher funktional als tief ausgeleuchtet – aber die Konsequenz und das Tempo des Falls tragen den Roman. Ein intensiver Auftakt für Fred Abel, der lange nachhallt.
- Michael Tsokos
Mit kalter Präzision
(226)Aktuelle Rezension von: Deaf_LeseratteVon diesem coolen Autor, der selbst als Rechtsmediziner arbeitet, hatte ich schon lange gehört – gelesen hatte ich bisher aber noch nichts von ihm. Das hat sich jetzt geändert, und ich kann sagen: Das Buch hat mich komplett gepackt. Ich konnte es kaum aus der Hand legen.
Auch wenn zwischendurch etwas Fachchinesisch dabei ist (ja, Google musste manchmal helfen 😅), schafft es Michael Tsokos trotzdem, seine Leser sofort in den Bann zu ziehen. Es geht um den Tod eines bekannten Schönheitschirurgen. Zunächst sieht alles nach Selbstmord aus, doch bei der Obduktion stellt sich heraus, dass der Todeszeitpunkt nicht passen kann. Weitere Recherchen zeigen dann, dass viel mehr möglich ist, als man zunächst denkt.
Als ich das Buch beendet hatte, war ich ehrlich gesagt ziemlich baff. Ich musste erst mal darüber nachdenken, was man allein anhand eines Körpers alles feststellen kann – unglaublich spannend!
Der Autor schafft es, das Buch trotz der fachlichen Details so zu schreiben, dass man es in einem Rutsch durchlesen kann. Und das Beste: Man bekommt einen echten Einblick in die Arbeit der Rechtsmediziner. Meist kennt man ja nur die Ermittler oder Kommissare – hier steht endlich mal die Forensik im Mittelpunkt.
Fazit: Spannend, informativ und absolut lesenswert! 📘✨
- Michael Tsokos
Der Totenleser
(191)Aktuelle Rezension von: Dr_MEin wenig geschummelt ist diese Aussage mit Sicherheit, denn natürlich weiß ein Bestsellerautor wie Tsokos sehr genau, wie man ein Publikum begeistert. Er hat deshalb nur sehr spektakuläre Fälle in diesem Buch zusammengetragen. Der Alltag wird tatsächlich anders aussehen.
Das Buch erschien übrigens erstmals 2009, deshalb sollte man sich nicht wundern, wenn einem vielleicht einiges bekannt vorkommt. Das Original wurde nur durch wenige Neuheuten ergänzt.
Immerhin vermag es Prof. Tsokos wie immer Spannung mit Wissensvermittlung zusammenzuführen. Das Buch ist also schon allein deshalb lesenswert, weil es der Flut von Fernseh-Rechtsmedizinern einen tatsächlich existierenden Menschen und seine Arbeit entgegensetzt. In allen im Buch beschriebenen Fällen, vielleicht mit Ausnahme des letzten, hat die Rechtsmedizin entscheidende Hinweise zur Aufklärung geliefert.
Der letzte Fall, in dem es um eine unbekannte Leiche geht, die in Berlin immer noch konserviert aufbewahrt wird, soll es sich vielleicht um Rosa Luxemburg handeln. Allerdings wird man das nie aufklären können, weil es weder einen Kopf zur Leiche noch DNA-Material von Luxemburg gibt. - Florian Schwiecker
Die siebte Zeugin
(375)Aktuelle Rezension von: SternenstaubfeeEin solider Krimi bzw. Justiz-Krimi.
Ein unbescholtener Mann verlässt morgens sein Haus, radelt zur Bäckerei und schießt dort um sich. Ein Mann wird getötet, weitere Personen verletzt.
Anwalt Rocco Eberhardt verteidigt den Täter, doch er ist ratlos. Es scheint absolut kein Motiv für die Tat zu geben...
Ich mochte das Buch und fand die Einblicke in die Arbeit des Anwalts sehr interessant. Da einer der Autoren selbst lange als Strafverteidiger arbeitete, gehe ich mal davon aus, dass ein Funke Realität enthalten ist.
Die Rolle des Rechtsmediziners Dr. Justus Jarmer hätte gerne noch etwas größer sein dürfen für mich. Aber vielleicht kommt das noch in den weiteren Bänden dieser Buchreihe...
Für mich insgesamt ein solider erster Band, der aber auch seine Längen hatte. Es bleibt noch ein bisschen Luft nach oben...
05.07.2026
- Michael Tsokos
Zersetzt
(221)Aktuelle Rezension von: NicoleK1975Professor Paul Herzfeld arbeitet in Berlin für die BKA-Einheit „Extremdelikte“. Der Direktor kann auf die Unterstützung von seinem Stellvertreter Fred Abel bauen, der die Obduktion an einem Waterbording-Opfer vornehmen soll, der im Keller des Abgeordnetenhauses im Regierungsviertel gefunden wurde. Außerdem obduzierte er die Leiche eines Immobilienmaklers, dessen Todesursache nicht stimmen konnte.
Gleichzeitig wurde über Ereignisse von vor 4 Jahren berichtet: 2 Brüder in Transnistrien, die entführt wurden.
Und dann gab es noch eine Frau, die in einem Kellerraum gefangen gehalten und gequält wurde.
Dieses Buch ist der zweite Band der Serie, spielt aber 10 Monate vor dem ersten Teil. Das fand ich sehr merkwürdig und unlogisch.
Der Schreibstil ist angenehm und ich konnte mir alles sehr gut vorstellen. Paul und sein Team waren mir größtenteils sympathisch, mit Ausnahme des Soko-Leiters Kastner. Das Buch ist nichts für schwache Nerven. Sehr detailliert werden grausame Foltermethoden beschrieben, die mir mitunter ziemlich zugesetzt haben.
Nach und nach bekamen die Ermittler heraus, dass Abels ehemaliger Studienkollege ein experimentierfreudiger Sadist ist. Der Waterbordingtote war auch kein Einzelfall und Abel reiste nach Transnistrien, um 2 zersetze Leichen zu untersuchen. Dort war aber nichts so, wie erwartet.
Mit letzter Kraft schaffte es Abel lebend aus Transnistrien nach Moldawien und von dort zurück nach Berlin. Aber auch zu Hause war er nicht sicher.
Das Buch war durchgehend spannend und fesselnd. Bis zum Schluss blieb unklar, wie es ausgeht. 3 Fälle, die die Ermittler auf Trab hielten und die dann ein plausibles Ende hatten. Alles wurde aufgeklärt und es blieben keine Fragen offen. Ich gebe selten 5 Sterne, denn dafür muss das Buch etwas Besonderes sein - dieses Buch hat es geschafft!
- Tess Gerritsen
Schwesternmord
(1.026)Aktuelle Rezension von: RadermacherDa mir die Krimiserie Rizzoli & Isles gut gefällt, habe ich zugegriffen, als ich Schwesternmord im öffentlichen Bücherschrank fand. Und ich wurde nicht enttäuscht. Die Story ist interessant, der Schreibstil gut zu lesen und man ist gespannt, wie sich die Geschichte entwickelt. Am Ende gibt es noch eine Überraschung, mit der ich nicht gerechnet hatte, die jedoch einigermaßen nachvollziehbar erklärt wird. Die Schwangerschaft von Detective Rizzoli hätte man sich jedoch sparen können, was die Autorin damit bezweckt, weiß ich nicht. Deshalb ein halber Punkt Abzug. Ansonsten hat mich Tess Gerritsen gut unterhalten, deshalb kann ich das Buch sehr empfehlen.
- Michael Tsokos
Abgetrennt
(180)Aktuelle Rezension von: PageTurnersCatDas vorliegende Buch ist für mich das erste Buch des bekannten Autors Michael Toskos. Und leider hat es meine Erwartungen nicht erfüllt. Der Klappentext hatte sich so vielversprechend für mich angehört:
In einem Privatinstitut, dass Menschen mit dem nötigen Kleingeld "optimal auf ein Medizinstudium vorbereitet", werden Leichenteile gefunden. Schnell steht der Verdacht im Raum, dass diese nicht auf legalem Weg beschafft wurden. Dieser Verdacht bestätigt sich, als Paul Herzfeld, seines Zeichens Rechtsmediziner in Kiel, eine Tätowierung an einem Arm erkennt. Genau diesen Arm, beziehungsweise auch den Rest des Körpers, hatte Herzfeld selber auf dem Seziertisch. Kann es sein das jemand aus dem Institut Leichenteile vertickt? Der Rechtsmediziner beginnt nachzuforschen, sehr zum Unmut der Verantwortlichen, die davon gar nicht begeistert sind...
Was mir positiv aufgefallen ist war dass ich, obwohl ich die anderen Teile der Trilogie nicht kenne, jeden Charakter erklärt bekommen habe und somit greifen konnte. Die Figuren in der Geschichte werden nach ihrem Wesen und optisch so dargestellt, man kann sie sich richtig vorstellen. Auch dass Michael Toskos alle Fälle die bei Herzfeld auf dem Tisch landen selber erlebt und nicht ausgedacht hat, gefällt mir sehr. Man merkt der Autor versteht sein Handwerk. Auch ist das Buch einfach und schnell zu lesen.
Was sehr schade war, dass mich die Geschichte und die Protagonisten nicht berührt haben. Es war für mich ein bisschen so wie wenn man einen Zeitungsartikel über etwas Schlimmes ließt und denkt "Ohje, das ist aber grausig - ah, ich darf nicht vergessen heute noch Milch zu kaufen". Auch fand ich das Finale, durch eine weitere Person (ich möchte nicht zu viel verraten), doch etwas konstruiert. Was mich aber am meisten gestört hat ist folgendes: Als Leser erfährt man alles, wir wissen wer der Täter und die undichte Stelle ist. Herzfeld tappt im Dunkeln. Oft ist es spannend dem Protagonisten dabei zuzusehen, wie er auf das kommt, was wir schon wissen. Doch hier war der Rechtsmediziner (der ja viel erlebt und eng mit der Polizei zusammenarbeiten) so blauäugig und leuteselig unterwegs, dass ich ihn einfach nur noch schütteln wollte. Das hat mir das Buch leider etwas kaputt gemacht.
Ich habe noch ein/zwei Bücher von Toskos da und werde zumindest in sie reinlesen, am besten als "leichte" Urlaubslektüre, bei der man nicht so viel mitdenken muss. Insgesamt aber leider nicht mein Buch.
- Tess Gerritsen
Todsünde
(1.012)Aktuelle Rezension von: tines_buecherzimmerIn einem Kloster in Boston wird eine Nonne brutal ermordet. Eine weitere wird schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht.
Kurz darauf wird eine stark verstümmelte weitere weibliche Leiche gefunden und langsamen finden Rizzoli und Isles Zusammenhänge zwischen den Fällen heraus…
Das winterliche Boston und das alte Kloster sorgen für eine düstere, beinahe unheilvolle Stimmung. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass in diesem Band der Schwerpunkt eher auf den privaten Problemen von Rizzoli und Isles lag. Kein klassischer Rätselkrimi sondern eher ein Buch mit Fokus auf psychologische und gesellschaftliche Aspekte. Nichts desto trotz lässt sich das Buch gut lesen und auch die Spannung kommt nicht zu kurz.
- Chris Carter
Der Totenarzt (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 13)
(255)Aktuelle Rezension von: Lynn11Chris Carter ist mein Lieblings Thrillerautor. Von Anfang an mochte ich das Trio "Hunter und Garcia". Ihre Persönlichkeiten könnten unterschiedlicher nicht sein und trotzdem ergänzen sie sich hervorragend. In dieser Folge vermisste ich die unschlagbare Zusammenarbeit der beiden, welche immer basierend aus scharfem Verstand, Freundschaft, Cleverness, Humor und Vertrauen bestand. Die Idee einen brutalen Serienkiller in einer Selbsthilfegruppe zu suchen und die Entführung von Garcia waren sicherlich ein spannender Aspekt dieses Buches. Für einen Chris Carter Thriller, war mir aber die ganze Story etwas zu flach. Bis jetzt empfinde ich den Totenarzt (Titel passt meiner Meinung nicht ganz zum Inhalt) als einer seiner schwächsten Thriller. Trotzdem spannend und unterhaltsam.
- Patricia Cornwell
Scarpetta
(107)Aktuelle Rezension von: MaFuSeit Cornwell Benton Wesley hat sterben und dann völlig unlogisch wieder hat auferstehen lassen, lese ich die Scarpetta-Reihe nur noch mit viel Skepsis und weil ich einige der Charaktere sehr mag. Aber auch diesmal bin ich enttäuscht worden, die Geschichte bleibt flach, ich hatte nie wie in den ersten Bänden das Gefühl, mittendrin zu stecken. Und die Aussage von Marino, die versuchte Vergewaltigung von Scarpetta sei die ehrlichste Tat in seinem Leben gewesen? Sehr fragwürdig...
- Michael Tsokos
Deutschland misshandelt seine Kinder
(66)Aktuelle Rezension von: TanteGhostSchon das Thema ist eine emotionale Herausforderung und hat mich komplett gefesselt.
Inhalt: Kinderschutz ist ein weites Feld, jeder Fall anders gelagert und doch läuft alles darauf hinaus, dass nicht jedes Kind die ihm zustehende gewaltfreie Erziehung bekommt.
In diesem Buch berichtet Dr. Tsokos von erschreckenden Fehlentscheidungen von Gericht und Jugendamt, von bequemen Beamten und überlasteten Familienhelfern. Anhand von ergreifenden Schicksalen sind Gesetzestexte und Urteile anschaulich verdeutlicht und Verbesserungsvorschläge fürs System begründet.
Unsere Kultur des Wegschauens begünstig Kinderleid und schützt Täter. – Allein diese Lektüre kann in Köpfen schon viel bewirken.
Fazit: Das doch eher schlichtere Cover hätte mich wirklich an dem Buch vorbeigehen lassen, wenn ich es im Laden gesehen hätte. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich es wohl nie gelesen hätte, wenn ich mir nicht alle Bücher von Herrn Tsokos vorgenommen hätte. – Zumal das Thema „Kinder“ eben nicht wirklich meins ist. Ich habe keine und sehe mich für den Nachwuchs anderer Leute nicht verantwortlich. – Klingt hart, ist aber so.
Dieses Buch ist in jedem Fall anders gelagert, als die anderen Bücher, in denen Herr Tsokos von seinen Fällen spricht. Hier schlägt er durchaus auch mal einen belehrenden oder dozierenden Ton an. – Wer will es ihm verdenken, wenn man lesen muss, was im Kinderschutz alles falsch läuft und wie handlungsunfähig die Opfer sind.
Nicht nur die Fallbeispiele ziehen hier jeden halbwegs emphatischen Menschen Schuhe und Strümpfe aus. Vielmehr hat mich hier auch verwundert, dass mein allgemeines Misstrauen gegenüber dem Jugendamt in mehr als einem Fall bestätigt wird. – Er spricht das Thema Kindesadoption am Rande an und triggert da genau meine Bedenken, die mich von diesem Schritt abgehalten haben. Ich hätte nie im Leben ein Kind adoptiert bekommen. – Gut, dass ich mir diese Nervenzerreisprobe erspart habe. Ich hätte sie save verloren.
Nachdem ich über den anfänglichen Teil hinaus war, der mich unsäglich wütend gemach hat, wurde s für mich verständlicher. Die Wut klang ab und ich wurde betroffen. – Die Fallbeispiele haben deutlich gemacht, dass am ganzen System Nachbesserungen erforderlich sind.
Es handelt sich hier zweifelsfrei um ein Sachbuch, was nicht nur Kindesmisshandlung aufdeckt und begreifbar macht. Auch Fehler im System werden benannt, die für mich vieles begreifbar machen. – Gerade was meine Gedanken zum Thema Adoption angeht, es war gut, dass ich mich dahingehend nicht erniedrigt habe.
Machen wir uns nichts vor. Das Thema Kinder und ganz besonders der Kinderschutz ist ein brandheißes Thema in diesem Land. Wir schreiben uns auf die Fahnen, wirklich alles für Kinder zu tun, sie zu schützen und zu hegen und zu pflegen und dann wird in einem einzigen Buch aufgezeigt, dass das komplette System marode und überlastet ist und immer mehr menschliches Versagen dazu führt, dass Kinder eben doch leiden müssen. Das Buch soll viele wachgerüttelt haben. Es gab fiese Stimmen gegen den Text und wohl leider nur wenige, die wirklich aufmerksam gelesen haben und jetzt versuchen etwas zu ändern.
Der Anfang war für mich ziemlich zäh. Ich konnte mit den Zahlen und Statistiken wirklich nur wenig anfangen und war kurz davor, alles zu überblättern. Als dann aber die ersten Fallbeispiele erörtert, erklärt und auseinandergenommen wurden, hatte ich ein Kopfkino von den blutigsten Horrorfilmen, die ich je gesehen habe. Ich war stinksauer auf das System und Möchtegerneltern, die ihren Kinder sowas antun.
Zwischendurch hat es immer wieder einen Gesetzestext, den ich dann kaum noch hören konnte. Mir persönlich war dann klar, dass jedes Kind das Recht auf gewaltfreie Erziehung hat. Auf der anderen Seite habe ich dann aber die rotzfrechen Gören in meinem Alltag gesehen, wo ich mir denke, dass da nur noch ne Tracht helfen würde ...
Was das System und sein Versagen angeht, hat Herr Tsokos wirklich sehr sinnvolle Lösungsansätze, die wirklich etwas bringen würden, wenn man sie endlich angehen würde. – Da denke ich mir aber wieder, dass dieses System nie im Leben noch geändert wird. Man kann doch von Beamten nicht verlangen, dass sie was ändern.
Trotz allem war das Buch gut lesbar, eingängig, wachrüttelnd und verständlich. - Mich lässt es fast ohnmächtig zurück, das ich weiß, dass ich an dem Ganzen leider nichts ändern kann. Denn, als ich einen Verdacht bei den zuständigen Behörden angezeigt habe, ist da ganz genau nichts passiert. Warum sollte ich mich also noch einmal in die Nesseln setzen.
Ein brisantes Thema, welches mich erst wütdne und dann fassungslos gemacht hat. Ich würde es nicht als Lektüre für zwischendurch empfehlen. Aber lesenswert ist das Buch in jedem Fall.
- Michael Tsokos
Zerbrochen
(148)Aktuelle Rezension von: TanteGhostEin wilder Fall, der ins private geht und ein Buch, in dem zu viel hineingepackt war, als es für den Stoff gut war.
Inhalt: Fred Abel ist Vater und seine Kinder kommen ihn in Berlin besuchen. Eigentlich ist die Zeit ganz angenehm und die Familie hat ihren Spaß. Dieser wird jedoch durch die Entführung der Kinder stark getrübt.
Nachdem der Entführungsfall zunächst nicht wirklich ernst genommen wird, läuft dann doch irgendwann der komplette Apparat an und die Suche und Ermittlungen beginnen.
Fred Abel selber braucht eine ganze Weile, um den Zusammenhang zu dem vergangenen Fall in Transnistrien zu verstehen und zu sehen. Hat er das dann aber begriffen, rollen auch bei ihm die Ermittlungen auf eigene Faust an. Er vertraut seinen Kollegen nicht und macht mit einem befreundeten Privatdetektiv sein eigenes Ding, was sich für ihn als nicht so günstig herausstellen soll.
Fazit: Ein Taschenbuch aus dem Jahr 2017. - Hier hatten Papier und Buch selber noch Qualität und das Gewicht für ein Taschenbuch ist relativ hoch. Wen wundert es, wenn das Papier so qualitativ hochwertig ist, wie wir es schon lang nicht mehr haben. Es handelt sich bei “Zerbrochen” um den dritten Band aus der Reihe “Fred Abel” von Michael Tsokos. Jedes Buch ist in sich abgeschlossen, ich rate trotzdem dazu, die Bände der chronologischen Reihenfolge nach zu lesen, da die Fälle 2 und 3 schon aufeinander aufbauen.
Leider war es in diesem Buch so, dass es wirklich stark, hochgradig interessant und absolut abwechslungsreich anfing, dann aber kontinuierlich zu einem ganz normalen und langweiligen Krimi wurde. - Allein die Familienkonstellation von Abel war ja schon hochgradig interessant, das erste Aufeinandertreffen der Kinder mit der aktuellen Lebenspartnerin, wie das alles harmoniert und wie sich die Kids so typisch Teenager verhalten und hier und da ihre Macken zeigen, aber nach der Entführung wurde es mehr als uninteressant. Es drehte sich nur noch um die Ermittlungen. Schön starr nach Vorschrift, ein Vater der bald durchdrehte und selber was angeleiert hat und sich dann selber in Gefahr gebracht hat.
Dieses Buch baut sehr stark auf den Vorgängerband und den dazugehörigen Fall auf, sodass es stark von Vorteil ist, wenn man das Buch gelesen hat.
Die Handlung konnte mich leider so gar nicht catchen, da die Ermittlungen einfach zu sehr nach Krimi rochen. Die Anknüpfungspunkte zu der Tropeninsel, dieser Kunstbetrug, der da eingebaut war und die mal wieder betrogene Künstlerin, haben überhaupt nicht da rein gepasst. Auch das Ende war viel zu offensichtlich gestaltet. Man hat richtig gemerkt, dass man von Herrn Abel wohl nichts mehr lesen wird. Diese Reihe ist abgeschlossen und in Zukunft hat Herr Tsokos dann wohl andere Protagonisten.
Ein Kopfkino hatte ich nur zum Teil und das nur bei den Szenen, wo es wirklich ans Eingemachte ging. Diese ganzen polizeilichen Besprechungen und Planungen habe ich am Ende nur noch überflogen.
Ich will das Buch nicht komplett verreisen, denn es hatte durchaus seine Daseinsberechtigung, aber Herr Tsokos hat durchaus schon bessere Werke abgeliefert.
Ich kann das Buch zwar empfehlen, muss aber warnen, dass man hier stellenweise einen wirklich stabilen Magen braucht. Für Fans von Dr. Tsokos sollte es keine Frage sein, ob man das Buch liest, oder nicht. Aber ich rate, gerade bei der Abel-Reihe, zur chronologischen Reihenfolge.
- Colin Cotterill
Dr. Siri und seine Toten
(170)Aktuelle Rezension von: LesekosmosEs gibt viele Gründe, sich für ein Buch zu entscheiden. In diesem Fall war es eine Empfehlung und die Vorliebe, Literatur aus dem Land zu bevorzugen, in dem ich mich gerade aufhalte. Also, warum nicht mal ein Kriminalroman, der in Laos spielt? Und als das Buch dann auch noch im Besucherzentrum eines Rehabilitationszentrums für Opfer us-amerikanischer Bombenangriffe in Vientiane ausliegt, kann man diese Zeichen des Schicksals nicht mehr ignorieren.
Colin Cotterill hat mit „Dr. Siri ermittelt“ eine sehr erfolgreiche Buchreihe gestaltet. Zwischen 2004 und 2025 erschienen 15 Bände.
Der Inhalt ist mehr nett als spannend, gibt aber recht gut die Kultur des Landes wieder: Ein älterer Arzt wird von der typischerweise alleinregierenden kommunistischen Partei zum einzigen Leichenbeschauer des Landes berufen. Oder besser: Er wird ohne Widerspruchsrecht befehligt. Mit einem Pathologie-Handbuch aus dem Jahr 1948, ein paar Freunden, viel Intuition und noch mehr schelmischem Augenzwinkern löst er seinen ersten Fall. Ein anderer Ausgang wäre auch eher schlecht als Beginn einer Krimi-Serie.
Die lokalen Verhältnisse innerhalb des rigiden Staatsapparats und ein paar kulturelle Eindrücke schaffen es in der Tat, spürbares Lokalkolorit zu erzeugen. Unterstützt wird dies durch die vielen, sehr komplexen laotischen Namen, die die Spannung erhöhen, da man sich nie ganz sicher sein kann, ob, wann und in welchem Zusammenhang man einen Namen schon einmal gehört hat. Dass es der Autor bisweilen mit der Logik nicht so ganz genau nimmt, indem auf einmal en passant Einschusslöcher in der Haustür auftauchen oder amerikanische Drahtzieher kurz vor Schluss in einem Nebensatz erwähnt werden, kann man dem humorvollen Dr. Siri bzw. dessen Autor irgendwie nicht übel nehmen.
Wie immer bei Kriminalromanen kann man aus dem Inhalt ja eigentlich fast nichts erzählen, ohne die Spannungsblase unabsichtlich platzen zu lassen. Vielleicht nur so viel: Es gibt ein paar Leichen und Mörder.
Wirklich spannend fand ich sowieso eher das Leben des Autors Colin Cotterill, das in Stichworten so verlief: geboren in London, Pädagogikstudium, danach Weltreise, dann Sportlehrer in Israel, Grundschullehrer in Australien, Ratgeber für behinderte Schüler in den USA, Hochschuldozent in Japan, Weiterbilder für Lehrer in Südostasien, im Auftrag der UNESCO Gestaltung eines Englisch-Sprachkurses im laotischen Fernsehen, Gründung einer NGO für Kinderschutz, Mitarbeiter in der ECFPAT-Organisation gegen Kinderpornografie und -prostitution in Laos und später in Phuket, Kolumnist in der Bangkok Post. Ab 1990 Cartoonist für diverse Zeitschriften und Magazine. Er lebt heute in einem Fischerdorf in Thailand. Und schreibt Bücher, die er nicht selten selbst illustriert und die ihm weltweiten Erfolg gebracht haben.
Offensichtlich eher keinen Einfluss hat Cotterill auf die Auswahl der Sprecher bei der Vertonung seiner Bücher. Bei diesem Hörbuch hat sich der Goldmann-Verlag für Jan Josef Liefers entschieden, der im deutschsprachigen Raum als verschrobener Tatort-Kommissar wohl eine gewisse Berühmtheit erlangt hat, sagt man. Leider demontiert Liefers dieses Buch mit seiner Intonation und hat mehr Einfluss auf dessen Charakter, als einem Sprecher zusteht. Phasenweise wirkt seine Stimme einschläfernd, dann aber wieder so infantil, dass man glaubt, in einer Folge von „Die Sendung mit der Maus“ gelandet zu sein. Also, wenn schon, dann lieber selbst lesen.
- Tore Renberg
Die Lungenschwimmprobe
(116)Aktuelle Rezension von: GwhynwhyfarLeipzig im Jahre 1681: die fünfzehnjährige Anna Voigt steht vor Gericht, weil sie ihr neugeborenes Baby getötet haben soll; und die Mutter gleich mit ihr, die das versucht haben soll zu vertuschen. Die Obrigkeit will sie verurteilt sehen, es droht Anna der Tod - wie vielen anderen Mädchen und Frauen in dieser Zeit, die des gleichen Verbrechens bezichtigt werden. Aber dieser Fall ist anders: Sie hat nicht nur einen mächtigen Vater, der sich für sie einsetzt, sondern auch einen Anwalt, der wissenschaftlich argumentiert. Mit dabei ein Arzt, der etwas spektakulär Neues wagt und die «Lungenschwimmprobe» einsetzt. Durch dieses soll nachgewiesen werden, dass es tatsächlich eine Totgeburt war, wie Anna hartnäckig versichert. Kann sie gerettet werden?
«Wir werden ja sehen, was das Gericht dazu meint. Das junge Ding hat sein Kind getötet, mehr habe ich zu der Sache nicht zu sagen, und Ihr seid ein Zauberer, Herr Schreyer, das kann Euch teuer zu stehen kommen, Anna Voigt muss ertränkt werden, sie muss bestraft werden!»
Tore Renberg hat sich einen wahren Fall vorgenommen, bei dem die fünfzehnjährige Anna Voigt, die Tochter von Hans Heinrich Voigt, dem Besitzer des Rittergutes Greitschütz, angeklagt wurde wegen Unzucht, Geburt im Geheimen und Tötung ihres Kindes. Die Köchin, der Knecht und der Lehrer gruben das tote Kind im Garten wieder aus, beschuldigen die Mutter beim Pfarrer, es umgebracht zu haben. Der junge Rechtsgelehrte Christian Thomasius übernimmt den Fall. Ein Mann der Wissenschaft, in einer Zeit des Umbruchs. Ein unbequemer Mensch für die Obrigkeit, der so vieles in Frage stellte, seine Vorlesungen auf Deutsch hielt, was ihm Ärger brachte, der großen Wert auf eine strikte Trennung von Recht und Moral legte, Wert auf eine scholastische Denkstruktur und Beweisführung legte, viel mit dem usus modernus zur Modernisierung der Rechtsordnung beigetragen hat, die Trennung zwischen Staat und Kirche.
Der Stadtphysikus Dr. Johannes Schreyer war wissenschaftlich auf der Höhe seiner Zeit. Anna behauptete, das Kind sei tot geboren. Er führte die Obduktion des Babys durch und er hatte gelesen, dass die Lungen einer Totgeburt in Wasser versänken, da diese noch nicht entfaltet seien, diejenigen eines lebendgeborenen Kindes aber schwämmen, weil das Kind Luft eingeatmet hat. Die Lungen des Babys von Anna gehen unter. Schreyer und Thomasius gingen mit diesem Fall in die Historien der Gerichtsmedizin ein – letztendlich schufen sie eine neue Wissenschaft. Das damals geltende Gesetzbuch Constitutio Criminalis Carolina (Carolina) war überholungsbedürftig. Doch die Kirche stellte sich hartnäckig gegen die Naturwissenschaft. Und in diesem Fall ging es letztendlich nicht nur um Tochter und Mutter; Heinrich Voigt war kein Adliger, hatte das Gut nach der letzten Pest günstig erworben. Das war den Adligen ein Dorn im Auge, die keinen Emporkömmling in ihren Reihen dulden wollten – gern würden sie ihm das Gut wieder nehmen.
«Jene Frauen, die ein lebendiges oder wohlgebildetes Kind geboren haben und es heimlich, böswillig, vorsätzlich töten, werden gewöhnlich lebendig begraben und gepfählt. Um die damit verbundene Verzweiflung zu verhindern, kann die besagte Übeltäterin indes auch ertränkt werden, sollte das Gericht Zugang zu einer geeigneten Wasserstelle haben.» (Strafgesetzbuch 1532; Artikel 131)
Hier erzählt uns ein auktorialer Erzähler distanziert die Geschichte, der eingreift, erklärt, bewertet und erläutert, was in der weiten Zukunft geschehen wird, der Zeitsprünge füllt. Mal erzählend, mal beobachtend führt er uns durch den ziemlich langwierigen Prozess, der im Vergleich zu anderen Prozessen sich ewig in die Länge zieht – man will ja dem Vater an den Kragen. Amtmann Walther, ein Stiefellecker des Adels, lässt Anna und ihre Mutter, die erst mal untergetaucht sind, steckbrieflich suchen, als wären sie Mörderinnen, und Pastor Johann Benedict Carpzov schießt aus dem Hinterhalt mit seinen Kontakten. Der Erzähler wechselt oft die Perspektive, schlüpft in die verschiedenen Charaktere hinein, in ihre Gedanken. So erfahren wir auch etwas über den Henker der Stadt, über die gesellschaftliche Ächtung seiner Familie. Der Roman gibt ein gutes Gesellschaftsbild der Zeit wieder – der auslaufende Barock tritt ein in den Klassizismus und die Zeit der Aufklärung. Ein interessanter Fall, der von vielen Seiten befeuert wird und der Autor geht tief in seine Charaktere hinein, in Nebenstränge. Briefe und Sonette runden die Vielfältigkeit ab. Ich habe das ein oder andere Mal geblättert, für mich war es ein wenig zu zäh geschrieben, aber gekonnt. Wer nicht davor zurückschreckt eine ausgebreitete gut recherchierte Geschichte zu lesen, dem wird der Roman gefallen – denn der Fall der Anna Voigt und ihrer Familie berührt.
Tore Renberg, geboren am 3. August 1972 in Stavanger, ist ein norwegischer Schriftsteller und Musiker. Er studierte Literaturwissenschaft und Philosophie an der Universität Bergen. Er arbeitet als Literaturkritiker und Journalist und moderierte darüber hinaus von 1998 bis 1999 eine eigene Sendung im norwegischen Fernsehen (NRK). Renberg hat in verschiedenen Genres veröffentlicht: Romane, Kinderbücher, Novellen, Theaterstücke und Filmdrehbücher.
- Michael Tsokos
Sind Tote immer leichenblass?
(65)Aktuelle Rezension von: JeamiDer Autor ist Gerichtsmediziner und beschreibt hier Irrtümer über seinen Beruf. Das ist manchmal überraschend, manchmal ironisch, manchmal harter Tobak. Für Leute mit schwachen Nerven aber sicher nicht zu empfehlen, da alle Beschreibungen über Sektionen, Gewaltverbrechen etc. sehr ehrlich und ungeschminkt dargestellt werden. Die Idee solch ein Buch aufzulegen finde ich wichtig, da das Wissen des "Normalos" doch sehr durch Krimis etc. falsch geprägt wurde.
Mir persönlich hat das Buch sehr gut gefallen ich habe viel gelernt!
- Catherine Shepherd
Artiges Mädchen: Thriller
(155)Aktuelle Rezension von: crimeworldofarthurCatherine hat wieder ordentlich abgeliefert .
Nachdem verstummte narben mich restlos begeistert hat, hatte ich das Verlangen noch ein Buch von ihr zu lesen. Meine Entscheidung ist auf dem 5. Band der Julia Schwarz Reihe gefallen. Ich hatte kurz das Gefühl es könnte mich weniger beeindrucken aber alles unbegründete Gedanken.
Die Taten an sich waren wirklich schaurig schön . Mehrere Frauenleichen auf einem Spielplatz die als Mädchen mit geflochtenen Zöpfen drapiert werden. Irgendwie creepy oder? Gut war auch dass es viele Verdächtige gegeben hat und somit die Spannung sehr hoch gehalten wurde.
Wenn man Catherine shepherd liest muss man sich drauf einstellen dass die ermittlungsarbeit erstmal ins stocken gerät aber dass ist halb so schlimm. Da die unterschiedlichen Perspektiven die Bücher lebhafter machen.
Ich mag die rechtsmedizinerin julia schwarz für ihren Kampfgeist und ihren Tatendrang. Sie und der Kommissar Florian kessler sind einfach ein perfect match sowohl beruflich als auch privat.
Das Motiv des Täters war schon wirklich heftig aber zeitgleich hatte ich auch für seine Gründe irgendwie Mitgefühl.
Die sache rund um die Ex Freundin von Florian haben mich paar mal echt um schmunzeln gebracht. Dass war ein gut eingebauter Kontrast zu den ernsten Thrill.
Alles in allem wieder ein Shepherd wie ich es mittlerweile gewohnt bin.
Ich liebe diese Reihe einfach 🤩
- Patricia Cornwell
Postmortem
(12)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderFür Gerichtsmedizinerin Kay Scarpetta gibt es einiges zu tun. Ein Frauenmörder geht um und sie forscht nach, horcht, hinterfragt und beobachtet so eine Spur. Ihr männlicher Kollege beobachtet wiederum sie ganz genau und das nicht nur beruflich. Ihre Mutter findet, dass Kay einen Mann braucht und auch Kinder haben soll. Aber Kay will kein Kind, denn ihre Nichte Lucy tanzt ihr auf der Nase herum, aber hilft ihr auch immer wieder bei der Arbeit. Ihre Schwester Dorothy ist das pure Chaos und heiratet mal wieder. Und ganz nebenbei, kommt Kay etwas ganz großem auf die Spur und ihre Karriere startet richtig durch.
Patricia Cornwell schickt Kay Scarpetta auf die Reise und das ist einfach super spannend und genial.
- Michael Tsokos
Der Totenleser
(125)Aktuelle Rezension von: HoldenWeitere Fälle aus der Rechtsmedizin, begleitet von erklärenden Einschüben des bekanntesten deutschen Gerichtsmediziners. Erneut legt Tsokos die hanebüchenen "Ermittlungsmethoden" der Rechtsmediziner in Tatort, CSI usw. offen, die über eine Fußsohle streichen und die Todeszeit bis auf 5 Minuten festlegen können. Die meisten vermeintlichen unklaren Todesfälle stellen sich als Suizide und nicht als Tötungsdelikte heraus, wenn auch mitunter in sehr durchdachter und verblüffender Begehungsweise. Ein Buch, das jedem Krimiautor ans Herz gelegen sei.
- Michael Tsokos
Die Zeichen des Todes
(46)Aktuelle Rezension von: TanteGhost12 mehr oder weniger spannende Fälle aus dem Alltag des Gerichtsmediziners.
Inhalt: Das Buch “Im Zeichen des Todes” ist wieder ein Sachbuch aus der Feder von Dr. Tsokos. Er beschreibt seine Arbeit und die der Polizei anhand von verschiedenen Fällen, an denen er wirklich mitgearbeitet hat.
Es ist wieder sehr gut ersichtlich, was man aus einer ordnungsgemäß durchgeführten Obduktion alles herauslesen kann und wann sie an ihre Grenzen gerät. - Allerdings haben mich die unaufgeklärten Fälle bis heute sehr unbefriedigt, ja fast ängstlich zurückgelassen. Da läuft ein Mörder frei herum, der einfach mal so aus Lust und Laune den perfekten Mord begangen hat.
Andere Fälle wiederum, wie der, wo die Kampfhunde den Jungen getötet haben, lassen mich ratlos und nachdenklich zurück. Allerdings hat es hier auch die geradlinige Beschreibung von einfach nur knochentrockener und ergebnisloser Polizeiarbeit.
Fazit: Auf dem Cover hockt Dr. Tsokos hinter einem Sektionstisch und hat einen zusammengepuzzelten menschlichen Schädel vor sich liegen. - Mich hat dieses Bild irgendwie an die Serie “Bones - Die Knochenjägerin” erinnert. Aber schon der Untertitel macht klar, dass es sich hier wieder um eine Ansammlung der wahren Fälle des Prof. Dr. Tsokos handelt.
Leider war hier schon der erste Fall, in dem sich der Piratenpolitiker selber suizidiert hat, nachdem er seine große Liebe ums Leben gebracht hat, eher uninteressant. - Ich hatte bei der Beschreibung das Gefühl, dass hier ein Straftäter fast in Schutz genommen wurde, weil er ja angeblich krank im Kopf war. - Sorry, aber das sind Fälle, wo auch diese Menschen die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen sollten. Einzig interessant an diesem Fall war die Tatsache, wie mannigfaltig Suizide sein können.
Ein sehr interessanter Fall war der mit den zwei Kampfhunden, die in Berlin einen kleinen Jungen förmlich zerfleischt haben. - Augenmerk liegt hier wirklich auf die Entwicklung des Mannes und der Hunde und wie es dann zu dem “Unfall” gekommen ist. - So tragisch und unfassbar dieser Fall auch war, bin ich noch immer der Meinung, dass wirklich kein Hund als Kampfhund geboren wird. Das wahre Übel liegt immer am anderen Ende der Leine. Wenn ein Mensch seinen Hund “scharf” macht, dann macht der Hund da nur mit, weil er seinem Rudeltrieb folgt. Nicht der Hund gehört hier bestraft, sonder der Halter. IMMER - Die abschließende Diskussion war in jedem Fall aufrüttelnd und hat mir mal wieder gezeigt, wie engstirnig Beamte denken. So kann ich nicht auf machbare Lösungen kommen.
Der Fall des Zahnarztes, welcher sich mutmaßlich selber einen Finger abgetrennt hat, um an eine große Versicherungssumme zu kommen hat in mir Fragen aufgeworfen. War der Mann jetzt einfach nur geldgierig oder lag es wirklich daran, dass er als niedergelassener Kassenarzt keine Zukunft mehr für sich gesehen hat? - Fakt ist, die Ärzte bekommen von den Kassen schlicht und ergreifend zu wenig Geld für die Leistung, die sie erbringen. - Gemessen an dem, was sie investieren müssen, bevor sie überhaupt ein niedergelassener Arzt sind, steht das für mich in keinerlei Relation.
Ein eher nerviger Fall war der des Kurt Demmler. - Mal ganz davon abgesehen, dass ich diesen “Liedermacher” der DDR nicht kannte, weil ich einfach zu jung für dieses Thema bin, haben diese ständig zitierten Liedtexte einfach nur genervt. Und wenn er wirklich das getan hat, was man ihm vorgeworfen hat, dann hätte er eine Bestrafung aber sowas von verdient. - Aber Pädos kommen in diesem Land so oft ungeschoren davon, dass ich froh bin, keine Kinder zu haben.
Die Dame, welche mit Trisomie 21, also Down-Syndrom, in einer Pflegeeinrichtung gelebt hat und aus Versehen mit den falschen Tabletten versorgt wurde, war in jedem Fall tragisch und eine Verkettung unglücklicher Umstände. Dass dem Pflegepersonal hier nichts vorzuwerfen war, ist logisch. Sie haben sich richtig verhalten, indem sie bei dem Hausarzt der Frau nachgefragt haben. - Aber wie konnte es zu diesem Irrtum kommen?! Kann es sein, dass auch das schon ein Anzeichen für die allgemeine Überlastung des Pflegepersonals war?
Im letzten Fall dieses Buch geht es, aus meiner Sicht, um die absolut trockene Polizeiarbeit. Da wurde spontan ein Mord begangen und die Polizei ist aufgrund des Mangels an Spuren und Zeugen nicht in er Lage, den Täter ausfindig zu machen. Trotzdem wird hier wirklich ausführlich und absolut trocken beschrieben, wie Besprechungen und sowas ablaufen. Und wo die Rolle des Gerichtsmediziners in diesem Fall liegt.
Die Fälle sind in diesem Buch weniger interessant, als in den anderen Büchern dieser Art aus seiner Feder. Dafür sind sie aber ausführlichst beschrieben und erklären auch die trockene und theoretische Arbeit eines Gerichtsmediziners aufs Genaueste.
Bilder im Kopf hatte ich hier wirklich nur bei ein bis zwei Fällen. - Den Rest habe ich runter gelesen und versucht hier etwas herauszulesen, was mir vielleicht irgendwie im Leben weiterhelfen kann. - Sofern man das bei True Crime sagen kann, fand ich die Fälle hier wirklich weniger faszinierend, als in den anderen Büchern.
Das ganze Buch hat sich insgesamt nicht so gut weglesen lassen, wie die anderen Bücher dieser Art. - Was wohl auch an den ausgewählten Fällen gelegen haben mag. Durch die ausführliche Beschreibung sind die Kapitel elend lang geworden, jedoch durch Zwischenüberschriften mit Datum und Ortsbezeichnung noch einmal untereinander getrennt. Auf diese Weise waren Unterbrechungen immer wieder gut möglich und der Wiedereinstieg problemlos möglich.
Das ganze Taschenbuch war in jedem Fall stabil geklebt und ist somit ganz gut haltbar aber ziemlich elastisch, was mir das Lesen ohne die Entstehung von Leserillen erleichtert hat. Ich fand das Papier für die Seiten ganz schön dünn gehalten, was wohl dem Papierpreis geschuldet ist. Trotzdem der Preis für Taschenbücher ja auch inzwischen alles andere als preiswert ist.
Von der Seitenaufteilung her fand ich es wenig augenfreudlich. Die Schrift ist recht klein gehalten, der Zeilenabstand im Gegenzug dazu aber irgendwie zu groß. - Trotzdem ich inzwischen eine Brille trage, hatte ich bei der Lektüre immer wieder Augenprobleme und war gezwungen, abzusetzen. - Da lobe ich mir eben die Ebooks, wo du die Schriftgröße wenigstens nach dir selber einstellen kannst.
Genau so, wie sich ein Gerichtsmediziner seine Fälle nicht aussuchen kann, kann es der Leser eines Buches auch nicht. Entweder man liest, was im Buch geschrieben steht, oder man lässt es.
Im Grunde kann ich dieses Buch empfehlen, aber ich kann auch sagen, dass es bessere aus dieser Reihe gibt.
- Michael Tsokos
Abgefackelt
(228)Aktuelle Rezension von: sbalunziaGrundsätzlich fand ich das Buch nicht schlecht. Die kurzen Kapitel machten das Lesen einfach. Auch die medizinischen Aspekte, wie z. B. die Obduktion, waren sehr interessant. Ich finde nicht, dass sie zu detailliert beschrieben waren – vor allem, wenn man weiss, wer der Autor ist. Sehr gut fand ich auch, dass in der Danksagung erwähnt wurde, inwiefern sich einige Teile des Buches an wahren Begebenheiten orientieren.
Trotz dieser positiven Punkte wurde ich mit dem Buch nicht warm. Ich kann nicht genau sagen, woran es lag. Velleicht am Schreibstil des Autors oder daran, dass mir das gewisse Etwas fehlte. Das Ende und die letzte grosse Szene davor fand ich zwar gut, mir war es aber etwas zu viel.
- Catherine Shepherd
Dunkle Botschaft: Thriller
(163)Aktuelle Rezension von: LeseRolliMeine Rezension ist auf die angesprochenen Themen im Buch bezogen. Jede Autorin und jeder Autor, macht sich Gedanken, welche Themen im Buch angesprochen werden. Ich bin der Meinung, dass wir uns viel mehr mit diesen auseinandersetzen sollten.
Die Zahlen hierzulande, sind erschreckend. Eine Mitarbeiterin des Vereins Frauen helfen Frauen e.V., erzählte in einem Bericht (02.08.2025 von RTL), dass derzeit bundesweit ca. 15.000 Schutzplätze fehlen, um betroffene Frauen, die von Gewalt in der Partnerschaft betroffen sind, unterzubringen.
Dieser Umstand ist alarmierend. Schließlich können dadurch Frauen, die schutzbedürftig sind, nicht in Sicherheit gebracht werden und sind weiter der Gefahr ausgesetzt. Unterm Strich bedeutet das, dass dieser Zustand dazu führt, dass fast jeden Tag eine Frau ihr Leben verliert.
Kinder, die in ihrer Kindheit durch ein Elternteil Gewalt erleben, sind oftmals traumatisiert. Dabei spielt es keine Rolle, welche Gewalt ausgeübt wird. Das betroffene Kind wird durch Unterwerfung immer versuchen, dem Elternteil zu gefallen und dadurch Fürsorge, statt Misshandlung, zu erfahren.
Diese Reaktion, ist die Folge von traumatischen Erfahrungen durch Gewalt und kann schwerwiegende Folgen für die psychische Gesundheit und Entwicklung haben.
Wer kennt es nicht! Wir stellen einen Antrag und hoffen, dass dieser bewilligt wird. Doch oftmals werden diese erstmal abgelehnt. Dass dies zu Frustrationen führt, kann jeder nachvollziehen, schließlich sind die meisten Anträge wichtig und keiner hat Lust, ewig mit den zuständigen Stellen rumzustreiten.
Die ersten Personen, die den Frust für die Ablehnung erhalten, sind oftmals die Mitarbeiter, die am wenigsten dafür können. Das Verhalten des Antragstellers kann so unangemessen sein, dass sie die andere Person verletzen. Dabei sollte sich jeder die Frage stellen, wie würde ich reagieren, wenn solch eine Reaktion mich trifft. Jeder hat bis zu einem gewissen Punkt Verständnis für ein Verhalten, doch dies darf niemals verletzend sein.
Viele von uns hören gern zu, wenn ältere Menschen über ihre Erfahrungen sprechen. Wir hängen regelrecht an den Lippen und hören jedem einzelnen Wort gespannt zu. Diese Lebenserfahrungen sind meistens so viel wert und dennoch nehmen wir sie uns zu wenig zu Herzen. Irgendwann werden diese Stimmen für immer schweigen und dann wünschen wir uns die Worte zurück. Daher sollten wir die Zeit nutzen, die uns bleibt. Aus den Worten und Erfahrungen, können wir schöne Sachen bauen und aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und diese nicht wiederholen.























