Bücher mit dem Tag "reclam"
31 Bücher
- Antoine de Saint-Exupéry
Der kleine Prinz
(8.050)Aktuelle Rezension von: mxchellex678Der kleine Prinz ist ein Buch, von dem man schon sehr viel gehört hat. Für mich war es tatsächlich das erste Mal, dass ich diese Geschichte gelesen habe, und ich war gespannt, was mich erwartet.
Der Einstieg fiel mir leicht. Ich war direkt in der Geschichte drin und konnte der Handlung gut folgen. Der kleine Prinz selbst ist eine nette und außergewöhnliche Figur, die sich deutlich von typischen Charakteren unterscheidet.
Der Schreibstil war für mich etwas gewöhnungsbedürftig, gleichzeitig aber auch sehr schön und poetisch. Man merkt schnell, dass das Buch eher symbolisch und philosophisch geschrieben ist als wie eine klassische Geschichte.
Besonders im Kopf geblieben ist mir die Begegnung mit dem Menschen auf der Erde. Diese Szene fand ich interessant, weil sie nochmal eine andere Perspektive in die Geschichte bringt.
Trotzdem muss ich sagen, dass ich die eigentliche Botschaft des Buches beim Lesen leider nicht wirklich verstanden habe. Viele Menschen beschreiben Der kleine Prinz als sehr tiefgründig, doch für mich blieb vieles eher unklar. Auch emotional konnte mich die Geschichte nicht besonders erreichen.
Das Ende fand ich ebenfalls etwas verwirrend. Es lässt vieles offen und wirft eher neue Fragen auf, anstatt alles klar aufzulösen.
Ich verstehe auf jeden Fall, warum dieses Buch für viele ein besonderer Klassiker ist. Für mich persönlich hat es jedoch nicht die Wirkung entfaltet, die ich erwartet hatte. Vielleicht ist es ein Buch, das man zu einem anderen Zeitpunkt im Leben noch einmal lesen sollte – aktuell hat es mich aber nicht komplett überzeugt.
- Johann Wolfgang von von Goethe
Faust I
(3.430)Aktuelle Rezension von: NeuniWie man auch immer zu Goethe stehen mag, der Faust ist gewiss ein großes deutsches Sprachkunstwerk, zumindest den erste Teil der Tragödie kann man immer wieder auf deutschen Bühnen genießen. Goethe entwickelt aus der Faust Sage, die schon im 16Jhr verbreitet war, einen vieldeutigen und vielschichtigen Mythos in dessen Zentrum der Pack zwischen Faust mit dem Teufel steht. Zur Interpretation zitieren wir Faust himself: Da steh’ ich nun, ich armer Tor, und bin (nach der Lektüre) so klug als wie zuvor!
- Johann Wolfgang von von Goethe
Johann Wolfgang von Goethe, Die Leiden des jungen Werther
(1.669)Aktuelle Rezension von: franzi__Franzi_Ich habe bereits einige historische und literarisch wichtige Romane gelesen oder gehört. Goethe jedoch wollte ich ganz bewusst lesen. Mir Zeit nehmen. Zeile für Zeile habe ich Die Leiden des jungen Werther erlebt – und noch viel mehr.
Man begegnet den gesellschaftlichen Ansichten der damaligen Zeit, erkennt zugleich das moderne Denken Goethes. Man erlebt Landschaften, soziales Miteinander, Gefühle in ihrer ganzen Intensität. Eine Sprache, die uns heute nicht mehr alltäglich erscheint und in die man sich zunächst wieder einfinden muss.
Die heute ungewohnte Sprache verlangt Geduld und Aufmerksamkeit. Sie erlaubt kein flüchtiges Lesen, sondern zwingt zur Entschleunigung: Man liest nicht „drüber“, sondern hinein. Anfangs sperrig, entwickelt sie nach und nach eine unerwartete, fast intime Wirkung.
„Übrigens befinde ich mich hier gar wohl, die Einsamkeit ist meinem Herzen köstliches Balsam in dieser paradiesischen Gegend, und dieser Jahreszeit derJugend wärmt mit aller Fülle mein oft schauderndes Herz. Jeder Baum, jede Hecke ist ein Strauß von Blüten, und man möchte zum Mainkäfer werden, um in dem Meer von Wohlgerüchen herumzuschweben und alle seine Nahrung darin finden zu können.“
(Johann Wolfgang von Goethe, Die Leiden des jungen Werther)
- Friedrich Schiller
Kabale und Liebe
(1.218)Aktuelle Rezension von: birarnolIch kann mir vorstellen, dass das Stück auf der Bühne gut funktioniert. Stark überzeichnete Gefühle, viel Epos.
Insgesamt gefällt mir die Geschichte nicht wirklich gut. Reicher Jüngling liebt armes Mädchen, Probleme sind vorprogrammiert, Intrigen, um die beiden auseinanderzubringen, werden dicht gesponnen. Aber gut - so lautet ja auch der Titel.
Was mir gut gefallen hat, sind die Ansätze, die Klassenunterschiede überwinden zu wollen. Doch letztendlich waren es nicht die äußeren Widrigkeiten, welche die Liebe verhinderten, sondern die Denkweisen und Schwächen der einzelnen Personen.
- Friedrich Schiller
Die Räuber
(677)Aktuelle Rezension von: Sandra197513. Januar 1782.
An diesem Tag wurde Schillers "Räuber" uraufgeführt.
Das zunächst als Lesedrama konzipierte Bühnenstück handelt von der Intrige des Franz gegen seinen Bruder Karl, um die Alleinherrschaft über die Güter der Adelsfamilie zu erhalten.
"Mein Geist dürstet nach Taten, mein Atem nach Freiheit", spricht Karl, nachdem der Vater den Verleumdungen des Franz auf den Leim gegangen war. Aus Rache schliesst er sich der Räuberbande an.
Wenngleich Schiller das Stück ursprünglich als „Der verlorene Sohn, oder die umgeschmolzenen Räuber“ betitelte und mit dem Untertitel "Ein Trauerspiel" versah, ist die Handlung doch klar an die biblische Intrige zwischen Jakob und Esau angelehnt. Man erinnert sich: Die von Jakob und der Mutter eingefädelte Intrige bringen Esau dazu, sein Erstgeburtsrecht gegen einen Teller Linsensuppe einzutauschen.
Interessant auch, wie Schiller hier das Motiv des edlen Wilden mit hineinwebt. Die ungehobelten Räuber gehen als Edle aus der Handlung hervor, dabei die gut betuchten Grossherren entthronend. Innerhalb der damaligen Feudalgesellschaft sorgte das Stück für einen Skandal.
Schiller wurde förmlich ausgebuht, man fiel in Ohnmacht, konnte die Kritik nicht aushalten.
Und gleichzeitig traf der Meister einen Nerv. Der Aufruhr gegen die feudalen Strukturen erreichte ihren Höhepunkt, Schiller wurde praktisch über Nacht berühmt.
"Mein Geist dürstet nach Taten, mein Atem nach Freiheit." Was für ein gewaltiger Satz.
Was für ein gewaltiges Stück.
- Tonio Schachinger
Echtzeitalter
(143)Aktuelle Rezension von: Trishen77
Ich bin immer wieder verblüfft, dass Bücher, obwohl sie im Gegensatz zu anderen Medien keinen unserer Sinne direkt stimulieren, in der Lage sind, eine ganze Welt, ein Erleben wieder gegenwärtig/erfahrbar zu machen – und auch das Empfinden, das damit einherging (und -geht).
Ich habe Tonio Schachingers zweiten Roman innerhalb von zwei Tagen gelesen – und würde dennoch behaupten, dass es ein Buch ist, auf das man sich einlassen muss. Das klingt wie ein Widerspruch und ist vielleicht auch einer; aber dann einer, der für mich unterstreicht, wie gut das Buch ist.
Es erzählt die Geschichte eines Schülers (Till) an einem alteingesessenen Wiener Gymnasium und sein Erwachsenwerden im Kontext von Schikane, Verlieben, Ängsten, Wünschen, etc. (Pubertät, könnte man sagen) und Age of Empires 2. Aber es ist mehr als das. Nicht nur eine Coming-of-Age-Story, sondern auch eine gekonnt inszenierte education sentimentale.
Das zeigt sich schon im Stil, im Satzbau. Der wechselt zwischen einem gewöhnlichen Erzählduktus und einer differenzierten Ausformulierung, die auch schon mal zu verschachtelten, längeren Satzgebilden tendiert.
Das klingt mühsam, ist es aber nicht, weil diese unterschiedlichen Tempi und Intensitäten sehr gut die Gedanken- und Gefühlswelt von Till einfangen, sie in die jeweiligen Situationen und Zustände einbetten. So wird sie nahbar, eindrücklich, ruft vergleichbare Erinnerungen wach.
Man liest die Geschichte von Till und liest zugleich über Gefühle und Erlebnisse, die den Rahmen der Geschichte sprengen, so prägend ist das ihnen Zugrundeliegende. So grundlegend ist das Erleben, bevor es Erinnerung wird und doch wieder Erleben sein will.
"Echtzeitalter" ist beides, ein Buch der Gegenwart und ein Buch der Wehmut. Es erzählt von einer Zeit, von der man wenig begreift, während man sie durchlebt. Und die gerade deswegen etwas Echtes hat. Wenn es denn etwas Echtes gibt, ein wahres Leben im falschen. Ein Glück, das nicht nur eine Pause-Taste ist, sondern gespielt wird, wenn man Play drückt. - Gotthold Ephraim Lessing
Nathan der Weise
(1.366)Aktuelle Rezension von: BuecherkopfkinoIm März ist es mir wirklich schwer gefallen ein Buch für die @eat.read.sleep_and_friends Jahres-Lese-Challenge zu finden, denn das Thema war: "Ich lese ein Buch, das vor 1900 erschienen ist."
Würde euch da gleich ein Buch zu einfallen?
Ich war vorallem irritiert, weil meine Ausgabe aus 1955 stammt, aber Lessing hat ja weit vorher gelebt und somit wurde Gotthold Ephraim Lessing "Nathan der Weise - ein dramatisches Gedicht" 1779 veröffentlicht und am 14.04.1783 fand die Uraufführung in Berlin statt.
Ich habe allerdings die 136 Seiten etwas unterschätzt und bin daher erst jetzt im April fertig geworden.
Man liest halt nicht täglich ein Theaterstück und dann auch noch in der schweren alten Sprache. Anfangs fand ich es auch ziemlich langweilig, aber ab der Mitte fand ich es dann spannender.
Eine wirkliche Rezension mit Punktzahl kann ich hier ja nicht schreiben, da es einfach aus einer ganz anderen Zeit stammt und damals war es bestimmt revolutionär.
Ich habe es nicht bereut es zu lesen.
- Gottfried Keller
Kleider machen Leute
(577)Aktuelle Rezension von: Bauernlord
Das Buch „Kleider machen Leute“ von Gottfried Keller ist meiner Meinung nach wirklich langweilig und schwer zu lesen. Die Geschichte zieht sich extrem in die Länge und passiert gefühlt die meiste Zeit gar nichts Spannendes. Der Hauptcharakter wirkt wenig interessant und seine Entscheidungen sind oft nicht nachvollziehbar.
Außerdem ist die Sprache sehr altmodisch, was das Lesen anstrengend macht. Viele Sätze sind kompliziert und umständlich formuliert. Man verliert schnell die Lust weiterzulesen.
Insgesamt finde ich das Buch überbewertet und nicht besonders unterhaltsam. Ich würde es nicht freiwillig noch einmal lesen und kann es nur Leuten empfehlen, die sehr viel Geduld mitbringen.
- Friedrich Schiller
Maria Stuart
(564)Aktuelle Rezension von: Woerterschloss_Schulbuch, Pflichtlektüre... Naja, normalerweise kann mich das, was ich für die Schule lesen "muss" tatsächlich nicht so überzeugen. Nicht, dass ich die Romane/Dramen schlecht finde, auch kann ich bis zu einem gewissen Grad verstehen, warum vieles "älteres" heutzutage noch gelesen werden soll, aber die Geschichten konnten nie dieses brennende Begeisterung in mir wecken, die mich privat dazu bringt, Seite um Seite umzublätter, ohne zu merken wie die Zeit vergeht, gar zu vergessen, dass ich überhaupt lese, und die Figuren nicht nur vor meinem inneren Auge lebending werden, sondern tatsächlich neben mir zu stehen scheinen. "Maria Stuart" war aber wider Erwarten anders als die Schullektüren, die ich bisher gelesen habe.
Zugegebenermaßen war ich anfangs recht skeptisch, denn das Lesen von Schillers "Die Räuber" war wirklich ein Kraftakt für mich und auch als ich die ersten Szenen dieses Dramas gelesen habe, hat mir die nicht so leicht zugängliche Sprache zu schaffen gemacht und vor allem wie unfassbar lang ich fürs Lesen gebraucht habe. Auch dass Figuren an verschiedenen Stellen anderes genannt wurden oder über sie gesprochen wurde, während sie nicht anwesend oder überhaupt noch nicht aufgetreten waren, hat es kompliziert gemacht. Das fehlende geschichtliche Hintergrundwissen hat das Ganze nicht vereinfacht.
Mit diesen Schwierigkeiten bin ich allerdings zunehmend gut zurecht gekommen, was den Lesefluss natürlich ungemein verbessert hat. Ich habe angefangen, weit über die vorgegebenen Szenen hinauszulesen, weil ich tatsächlich wissen wollte, wie es weiter geht.
Auch für die Figuren sind immer lebendiger geworden, sodass ich nicht wie anfangs verwirrt war, sondern ein Gefühl für sie bekommen habe, sie einschätzen konnte und gespannt war, welche Entscheidungen sie treffen würden.
Was auch zu meinem Vorteil war, war, dass mir Schauplatz und Handlungszüge nicht so fremd waren, da ich auch sonst sehr gerne Romane lese, die an Königshöfen spielen, in denen Intrigen und Macht, Familie und Liebe eine große Rolle spielen.
Auch das sie Emanzipation der Frau eine so große Rolle gespielt hat, hat mir sehr gut gefallen, da ich das nicht erwartet hätte - gerade da es sich um so ein "altes" Drama handelt. Jedoch waren Maria und Elisabeth beides starke Frauenfiguren und insbesondere erstere auch in anderen Bereichen ein Vorbild.
- William Shakespeare
A Midsummer Night's Dream. Ein Sommernachtstraum, englische Ausgabe
(45)Aktuelle Rezension von: WildRoseEines der Bücher, die wir im Rahmen des Schulunterrichts lesen mussten, war "Macbeth" und ich erinnere mich noch daran, dass dieses Werk Shakespeares mich nicht wirklich berühren konnte und es mir schwer fiel, "warm" damit zu werden. Das verhielt sich bei " A Midsummer Night's Dream" (Unilektüre) glücklicherweise anders, denn tatsächlich war ich schon nach wenigen Seiten in das Buch eingetaucht, trotz des anspruchsvollen Sprachniveaus und meines bisherigen Widerstrebens, wann immer es um Shakespeare ging. "A Midsummer Night's Dream" gefiel mir gut, Interpretationen und schlaue Bemerkungen über das Stück gibt es ausreichend, da spare ich mir weitere Kommentare einfach und sage: Ja, mir hat es gefallen. Mal sehen, wie das nächste Werk Shakespeares' auf meiner Leseliste bei mir ankommen wird. - Anna Gavalda
Je voudrais que quelqu'un m'attende quelque part
(23)Aktuelle Rezension von: dreamer1099Wir haben das Buch in der Schule gelesen. Es besteht aus 12 voneinander unabhängigen Kurzgeschichten, von denen wir 5 gelesen haben. Die Vokabelhilfen sind gut gewählt und es gibt auch ab und zu andere Erklärungen als Fußnote, die man sonst als Nicht-Franzose nicht versteht. Aber leider gefallen mir die Geschichten nicht. Sie verlaufen immer nach dem gleichen Schema: Der Protagonist/ die Protagonistin hat ein Problem und findet keine Lösung. Das Ende ist meistens offen gelassen und ist jedenfalls kein Happy End. Und spannend sind die Geschichten auch nicht...aber das haben ja eigentlich alle Schullektüren so an sich. In Frankreich ist die Autorin Anna Gavalda allerdings sehr beliebt. - E. T. A. Hoffmann
Der Sandmann
(776)Aktuelle Rezension von: Patricia040spoilerfrei
Ich habe das Buch zweimal hintereinander gelesen, was eher daran lag, dass ich noch etwas Probleme mit der Sprache habe - immerhin ist es etwas älter. Es lag aber auch daran, dass ich unglaublich fasziniert von dieser Geschichte war. Der Schreibstil, wenn auch alt, die Thematik, auch Charaktere, alles gibt der Geschichte eine so düstere, unheilvolle und bizarre Note. Noch lange nach Beenden denke ich über den Verlauf der Geschichte nach. Sie hat mich weniger bewegt, sondern mehr fasziniert.
Es zeigt einen in den Wahnsinn verfallenden Protagonistin, eine leidende Partnerin, die unter diesem Wahnsinn leiden muss. Ein Trauma aus der Kindheit, dessen Samen sprießen, als es wieder geweckt wird. Eine aufkeimende Liebe zwischen Subjekt und Objekt, und der Narzissmus, den beide verbindet. Die Groteske und der Wahn wachsen mit jeder Seite des Märchens, bis es alle Nähte reißen und das Ende abrupt einschlägt.
- Robert Schneider
Schlafes Bruder
(696)Aktuelle Rezension von: ava_95Ich hatte gehofft, dass Schlafes Bruder mich berührt oder zumindest fesselt, aber leider war das nicht der Fall. Der Schreibstil ist zwar schön und besonders, aber die Geschichte war mir zu traurig, zu dunkel und einfach zu bedrückend. Ich konnte mit den Figuren nicht so richtig mitfühlen und musste mich eher durchkämpfen, als dass ich gerne weitergelesen habe. Vielleicht liegt’s auch daran, dass das Buch einfach nicht mein Geschmack ist. Für andere kann es sicher tiefgründig und bewegend sein, aber mich hat es eher runtergezogen.
- @kriegundfreitag
Das Männchen ohne Eigenschaften
(12)Aktuelle Rezension von: simone_richterKriegundfreitag - richtiger Name Tobias Vogel, stellte 2017 seine ersten Cartoons ins Netz. Das waren Strichmännchen, die mit lakonischen Sprüchen aufwarteten. Diese Männchen leiden zum Teil und begegnen aber mit Humor dem Ernst des Lebens. Hier habe ich nun das ikonische Reclam-Geld-Büchlein in einem Rutsch gesichtet. Eine kurzweilige Auszeit vom Alltag mit den schwermütigen Strichmännchen, aber doppeldeutig mit einem Augenzwinkern. Passt auch gut als Geschenk, für alle Minimalisten, die sich für tiefsinnige Darstellungen des Allgtags begeistern. Es gibt frisch verliebte Paare, junge Eltern, Alltagshelden, Dinosauerier… Als besonders kreativ fand ich anstelle der Seitenzahlen ein Akku, welcher mit Seitenzahl abnimmt.
- Henrik Ibsen
Nora oder Ein Puppenheim
(182)Aktuelle Rezension von: Geerthi«Nora oder Ein Puppenheim» von Henrik Ibsen ist ein fesselndes Theaterstück in drei Akten, das die gesellschaftlichen Probleme seiner Zeit aufgreift. Es zeigt, dass die Menschen glücklich sind, wenn sie ihre Tochter versorgen können und wenn sie verheiratet sind. Auch Nora glaubt an diese Vorstellungen, bis sie erpresst wird, ihre Geheimnisse preiszugeben. Plötzlich fühlt sich Nora in ihrem Leben gefangen. Sowohl ihr Vater als auch ihr Ehemann Helmer behandeln sie wie ein Kind und nehmen sie nicht ernst, obwohl sie eine erwachsene Frau ist. Doch Noras alte Freundin, Frau Christine Linde, erkennt schnell ihr Problem und steht ihr als wahre Freundin zur Seite.
Die Geschichte von Nora ist packend und schnell zu lesen. Es war faszinierend zu verfolgen, wie sich Noras Schicksal entwickelt und ich bin gespannt darauf, wie es auf der Bühne umgesetzt wird. Das überraschende Ende wird die Leserinnen und Leser sicherlich fesseln. Noras Entscheidungen sind nachvollziehbar und ihre Entwicklung hat mich positiv überrascht. Trotz der Risiken, die sie eingeht, gewinnt sie letztendlich das Wichtigste zurück: sich selbst!
Dieses Buch bietet nicht nur einen Einblick in die Gesellschaft des 19. Jahrhunderts, sondern zeigt auch eindrücklich die Stellung der Frau zu dieser Zeit. «Nora oder Ein Puppenheim» ist ein Klassiker, der definitiv 5 von 5 Sternen verdient! 🌟📚 #HenrikIbsen #Nora #EinPuppenheim #Klassiker
- Mary MacLane
Ich erwarte die Ankunft des Teufels
(57)Aktuelle Rezension von: Trishen77„Ich, neunzehn Jahre alt und im weiblichen Geschlecht geboren, werde jetzt, so vollständig und ehrlich wie ich kann, eine Darstellung von mir selbst verfassen, Mary MacLane, die in der Welt nicht ihresgleichen kennt.“
Auch der Titel eines Spielfilms aus dem Jahr 2019 wäre wohl ein brauchbarer Titel für dieses wiederentdeckte Werk von Mary MacLane aus dem Jahr 1902 gewesen: „Portrait einer jungen Frau in Flammen“.
Denn nicht mehr und nicht weniger ist dieses Buch: eine flammende und knisternde, sich selbst in Ansätzen verzehrende und auf alle Bestandteile der Welt übergreifende Selbstverortung einer jungen 19jährigen, die sich zu größerem als dem vor ihr, in Landschaft und Gesellschaft, ausgebreiteten Dasein berufen fühlt und schier platzt vor Bedürfnissen und dem Wunsch nach Erfahrungen, die es mit der Spannung, den Bewegungen in ihrem Geist aufnehmen können.
„In mir trage ich den Keim eines intensiven Lebens. Wenn ich leben könnte, und wenn es mir gelingen könnte, mein Leben aufzuschreiben, würde die Welt seine schwere Intensität spüren.
Ich habe die Persönlichkeit, die Anlagen eines Napoleon, wenngleich in einer weiblichen Version. […]
Kann ich sein, was ich bin – kann ich ein seltsames, seltenes Genie besitzen und doch mein Leben verborgen in diesem ungehobelten, verzerrten Städtchen in Montana fristen?“
In Tagebuchform breitet Mary MacLane vor uns ihr Leben aus. Wobei, es ist weniger ihr Leben, es sind vielmehr ihre Vorstellungen, die in ihrer überbordenden Art nur dann und wann auf den schmalen Raum zurückweisen, der ihr im ländlichen Montana im Jahr 1901 zum Leben gegeben ist und den sie mit allen Zügen ihrer Philosophie und ihrer Gedanken und Hoffnungen zu verlassen sucht.
Fast phänomenologisch muten ihre teilweise ins Gewaltige gehenden, dann wieder manisch an einem kleinen Gegenstand oder Gedanken hängenden Eintragungen an, manchmal erscheinen sie eher wie Gesänge, ja, wie ein Anti-Walt-Whitman-Gesang, ein Gesang von einem Ich, das sich nicht auflöst und niederschlägt in den amerikanischen Städten und Landschaften, sondern diese mit seinem Geist, seinem Wesen übertrumpfen, überflügeln will.
„Sie dürfen das Bild vorne in diesem Buch betrachten und bewundern. Es ist das Bild eines Genies – eines Genies mit einem guten, starken, jungen Frauenkörper, – und im Inneren des abgebildeten Körpers befindet sich eine Leber, eine MacLane-Leber, von bewundernswürdiger Perfektion.“
In mancherlei Zügen habe ich mich an Emmy Hennings „Brandmal“ oder auch, sehr viel entfernter, an manche Passagen bei Djuna Barnes erinnert gefühlt. Wobei der Vergleich mit Hennings noch am ehesten greift, da in beiden Büchern das Ausleben der Selbstbeschreibung/-erschließung, der Versuch, das eigene Innenleben als das Leben, das Lebendige schlechthin abzubilden und zu propagieren, bis zur Erschöpfung betrieben wird.
In MacLanes Tagebuch noch erschöpfender als bei Hennings. Die ausufernden und gleichsam immer wieder um fixe Ideen kreisende Wucht des Textes trägt dabei durchaus repetitive, beschwörende Züge, als würde die Autorin ein einziges langes Plädoyer zur Verteidigung ihrer Gefühle und Ansprüche halten und dabei eine eigene, ciceronische Rhetorik entwickeln. Auch manche Motive sind in diese Wiederholungen eingespannt: ihre Leber bspw., die sie immer mal wieder erwähnt und der Teufel, den sie als eine Art besseren Schöpfer inszeniert und dem sie sich, teils spielerisch, teils ernsthaft, andient; auf dessen „Ankunft“ sie wartet, da mit ihm, so hofft sie, eine neue Freiheit in ihr Leben Einzug hält.
„Die Welt besteht hauptsächlich aus nichts. Davon kannst du dich überzeugen, wenn ein bitterer Wind deine falschen Vorstellungen davongefegt hat.“
Es gibt großartige Passagen, zum Beispiel einen Abschnitt, in dem sie in vollster Zufriedenheit von ihrem Essen, einem Steak und ein paar Zwiebeln, erzählt und in denen auch eine kompromisslose Komik durchscheint. Letztlich steht im Zentrum dieser zweihundert Seiten, inmitten dieses geballten Manifests von der Notwendigkeit einer Perspektive, einer Aussicht auf etwas, jedoch die Verzweiflung. Wo MacLanes Schreiben ein Feuer ist, rauchen Verzweiflung und Einsamkeit daraus hervor – und sind gleichsam das Brennmaterial, an dem sich das Feuer entzündet.
Ist das Buch als Dokument oder auch als Literatur wertvoll, diese Frage könnte sich für manche Leser*innen stellen, die mit einer zweihundertseitigen Rekapitulation der eigenen Bestimmung im Jahr 1901 nicht viel anfangen können. Ich glaube, man muss tatsächlich die poetischen (und teilweise die humoristischen) Aspekte des Buches schätzen (lernen), um wirklich Genuss bei der Lektüre zu empfinden.
Aber natürlich ist das Werk auch ein Dokument und muss auch als solches gesehen werden – als Portrait eines Individuums, geboren in die Zwänge einer Zeit und einer Gesellschaft, mit ihren Idealen und Vorstellungen, das versucht, seinen Status als Individuum auf irgendeinem Weg Geltung zu verschaffen, hier vor allem durch die Niederschrift, durch die Gestaltung des eigenen Mythos. Ein Thema, das auch in unserer Zeit nichts von seiner Sprengkraft eingebüßt hat, sondern, im Gegenteil, wohl eine Art ewiges Narrative darstellt, wenn man sich die „Weltliteratur“ anschaut.
Teilweise wirkt das Buch naiv in seiner Unbedingtheit, aber gerade diese „Naivität“ hat auch etwas Erfrischendes, Unumgängliches.
„Wenn ich vierzig bin, werde ich mich auf mich selbst zurückblicken und auf meine Gefühle mit neunzehn – und ich werde lächeln.
Werde ich wirklich lächeln?“ - Felicitas von Lovenberg
Gebrauchsanweisung fürs Lesen
(46)Aktuelle Rezension von: HoldenEigentlich erwartet man von einer "Gebrauchsanweisung fürs Lesen" Tipps dazu, wie man ein Buch hält und wie man umblättert, aber von diesen allerersten Lesefähigkeiten geht die Autorin offenbar aus. "Felicitas" heißt (wahrscheinlich) "die Glückliche", und ebenso fühlt sich die Autorin, wenn sie in die Nähe von Büchern kommt. Bücher haben sie immer begleitet und haben ihr imaginäre Freunde geschenkt. Dieses Buch klärt darüber auf, wie unser Gehirn positiv durch Lesen und Vorlesen bekommen beeinflußt wird, die verschiedenen Lieblingsleseorte werden erkundet genauso wie die Frage, ob man eher zu Klassikern oder zu moderneren Sachen greifen sollte. Bücher können einem Freunde fürs Leben sein und schaffen mit den Romanfiguren, die man nie mehr vergißt. Ich frage mich nur, wo in Münster am Prinzipalmarkt die Buchhandlung Thiele ist, vermutlich gibt es die nicht mehr. You run open doors in with such a book at me, möchte man sagen, aber so ganz versponnen bin ich trotz alles Buchliebe nicht.
- Daniel Haas
Hip-Hop. 100 Seiten
(25)Aktuelle Rezension von: Rabenstein18Das Buch vermittelt ein wunderbares Lebensgefühl, ist sehr informativ und spannend geschrieben. Die dazugehörige Playlist hat den Inhalt des Buches noch besser vermittelt. Ich würde das Buch eindeutog weiterempfehlen an Personen, die Sachbücher oder HIPHOP Fans sind!
Sehr kurz und dennoch hab ich wirklich einiges gelernt!
- Stephan Koranyi
Reclams Adventskalender
(12)Aktuelle Rezension von: rose7474Diesen Adventskalender habe ich im letzten Jahr mit einer Freundin gegen ein anderes Buch getauscht. Bin im nachhinein froh, dass ich dafür nichts ausgegeben habe.
Da nun Herbst ist lese ich nun ab und an weihnachtliche Bücher, die noch auf meinem SuB liegen. So komme ich langsam in weihnachtliche Stimmung.
Nur wenige Geschichten und Gedichte konnten mich begeistern. Das meiste war nicht so meins. Daher 3 Sterne von mir und werde das Büchlein in den öffentlichenBücherschrank legen. Vielleicht hat jemand anders Freude daran.
- Reginald Rose
Die zwölf Geschworenen
(20)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer„Die zwölf Geschworenen“ wollte ich schon länger lesen, da mich die Thematik und das Setting (ein Gericht) sehr angesprochen haben.Zunächst war ich ein wenig kritisch, weil die Geschichte nunmal in Form eines Dramas erzählt wird, und das nicht zu meinen üblichen Lesegewohnheiten zählt - doch die Geschichte hat mich absolut überzeugt!Ich habe das Drama direkt an einem Abend in knapp 2 Stunden ausgelesen und bin immer noch total begeistert von der Story - man hinterfragt eigene Handlungen und Gedankengänge sowie Einstellungen zu bestimmten Themen und gewinnt so eine Nähe zu den handelnden Figuren - das hätte ich nie gedacht, da die Figuren nicht einmal Namen, sondern nur Nummer haben!Die Geschichte hat mich voll und ganz überzeugt - die Umsetzung war einfach grandios! Ein Drama, das man einfach gelesen haben muss!Die Thematik wird nicht alt - das Drama war von 30 Jahren genauso aktuell wie vor 10 Jahren, wie heute und wie wahrscheinlich auch noch in einigen Jahren! Unglaublich tolle Geschichte!! Große Leseempfehlung
- Kai Glinka
Bud Spencer. 100 Seiten
(3)Aktuelle Rezension von: derMichiWer sich nicht durch die mittlerweile vierbändige Biografie kämpfen will oder nach einer guten Einführung zum Thema sucht, der wird hier fündig. Glinka zeichnet Spencers Lebenslauf nach, stellt die Entstehung des legendären Duos Spencer-Hill vor und würzt alles mit persönlichen Eindrücken. Das ist auch gut so, denn schließlich dürften die meisten Fans vor allem eigene Kindheits- und Jugenderinnerungen mit den Filmen der beiden Helden verbinden. Dazu gibt es allerhand unterhaltsames Trivialwissen, wie das ultimative Bohnenrezept, "technische Daten" zum Spencerschen Körperbau, einen Exkurs über die kultige und weltweit einmalige deutsche Synchronisation, sowie diverse Prügeltechniken.
Keine kulturkritische Entzauberung eines Phänomens der frühen Popkultur also, sondern in erster Linie eine Liebeserklärung. Eine, der man gerne bis zum Ende folgt. Für die weitere Lektüre enthält das Büchlein einige Literatur- und Surftipps, die langjährigen Fans allerdings längst bekannt sein dürften.
Seitenzahl: 100
Format: 11,4 x 17 cm, Taschenbuch
Verlag: Reclam























