Bücher mit dem Tag "reformation"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "reformation" gekennzeichnet haben.

213 Bücher

  1. Cover des Buches Der dunkle Thron (ISBN: 9783404168439)
    Rebecca Gablé

    Der dunkle Thron

     (441)
    Aktuelle Rezension von: Lesemaus85

    "Vielleicht sind Männer wie ich so überholt und überflüssig geworden wie die Schlachtrösser, die meine Vorfahren einst gezüchtet haben. Aber kein Waringham hat sich je einem Tyrannen unterworfen. Und ich schwöre bei Gott, ich werde nicht der erste sein!" (Nick of Waringham)

    *******************************************************************************

    England, 1529: Als sein Vater im Tower zu Tode gefoltert wird, erbt Nick die Baronie und damit auch den unversöhlichen Groll König Henrys.

    Dieser will sich von der Kirche lossagen und sich von der Königin scheiden lassen. In diesen wirren Zeiten setzen die Enländer ihre Hoffnung in Prinzessin Mary. 

    Und ausgerechnet Nick fällt es zu, Mary zu beschützen. Und sei es auch gegen ihren eigenen Vater...

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    Der vierte Teil der Waringham-Saga knüpft wunderbar an seine Vorgänger an. Allerdings ist es recht verwirrend an manchen Stellen, wer denn nun mit wem wie verwandt ist.

    Der Spannung, dem flüssigen Lesen und dem fantastischen Einblick in das damalige England tut dies aber keinen Abbruch

    Der Roman ist wieder sehr sehr gut recherchiert und die Autorin bettet die fiktiven Personen perfekt und nahtlos in die wahren Begebenheiten ein.

    Natürlich ist ihr Hauptcharakter wieder sehr ehrenvoll, moralisch einwandfrei so wie immer. 

    Und da sich diese Charaktere und Bücher immer recht ähnlich sind, ist der Leser ob einer Wendung dann doch nicht soooo sehr überrascht.

    Dennoch: 

    Alles was ein historischer Roman braucht. Wahrheit und Fiktion glaubwürdig transportiert und sehr kurzweilig erzählt.

  2. Cover des Buches Wölfe (ISBN: 9783832161934)
    Sabine Roth

    Wölfe

     (146)
    Aktuelle Rezension von: Ana80

    Das Königreich England im Jahr 1520 hat immernoch keinen männlichen Erben. Sollte der König sterben würde dem Land ein Bürgerkrieg bevorstehen. Henry VIII. möchte Anne Boleyn heiraten und seine bestehende Ehe annulieren lassen. In dieser Zeit wird aus Thomas Cromwell ein wohlhabender Mann. Cromwell arbeitet sich von ganz unten nach oben und gehört irgendwann sogar zum engsten Beraterkreis des Königs. 

    Hilary Mantel hat hier einen wirklich tollen historischen Roman geschrieben. Ganz anders als andere verliert sie sich nicht in Beschreibungen der Zustände, Kleidung, Orte etc. sondern beschränkt sich eher auf die Vielschichtigkeit der Charaktere, Machenschaften, Intrigen und politischen Wendungen. Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig, da manchmal zunächst nicht erkennbar ist wer spricht und auch Szenenwechsel nicht deutlich gemacht werden. Nach einiger Zeit bin ich aber gut damit klar gekommen. Cromwell ist für mich eine faszinierende historische Persönlichkeit und ich habe seinen Weg durch dieses Buch besser nachvollziehen können. Sehr gelungen finde ich, dass die Autorin diesen mitunter sicherlich zweifelhaften Menschen nicht bewertet. Jeder Leser darf sich hier sein eigenes Bild schaffen.

    Fazit: Ein Buch für das man sich Zeit nehmen muss und sollte. Nichts um es "mal eben nebenbei" zu lesen. Ein historischer Roman mit literarischem Anspruch. Ein anspruchsvolles und spannendes Zeitportrait. Wirklich empfehlenswert aber bestimmt nichts für Jedermann.


  3. Cover des Buches Tyll (ISBN: 9783499268083)
    Daniel Kehlmann

    Tyll

     (259)
    Aktuelle Rezension von: glasratz

    In diesem Buch wird das Leben von Till Eulenspiegel aus dem 15. in das 17. Jahrhundert versetzt. Während er als Schelm durch das von Dreißigjährigen Krieg verheerte Land zieht, begleitet er verschiedene fiktive und historische Personen ein Stück weit auf ihren eigenen Lebenswegen.

    Kehlmann schafft es dabei sehr geschickt in kurzen Schlaglichtern wichtige politische und soziale Aspekte der Zeit aufzuzeigen. Quasi als fiktiv-historischen Abriss erfährt man welche Umstände zum Krieg geführt haben, wie wenig Loyalität und welches Morden es gegeben hat. Korrekt und gut recherchiert wird die Bedeutung des Hexenwahns und ein ganzer Prozessablauf detailliert beschrieben.

    Tills Leben ist dabei tatsächlich meist von geringerer Bedeutung als das der Personen, die seinen Weg kreuzen. Diese, von Athanasius Kircher bis Friedrich V. von der Pfalz, sind die wahren Protagonisten und werden sehr lebendig gezeichnet. Till dagegen ist mehr Mittel zum Zweck.

    Es ist ein geschickter Kniff, dass Kehlmann die Geschichten nicht in chronologischer Reihenfolge erzählt. Die Kapitel sind aus dem gesamten Zeitraum des Krieges entnommen. So wird die Spannung und Erwartungshaltung gesteigert.

    Vielleicht hätte es allerdings insgesamt ein etwas runderes Bild werden können. Über manche Personen erfährt man zu wenig, wie etwa über Till selbst, während andere fast zu oft auftauchen. Vieles wird angerissen, aber nie vollendet. Es gibt zwar keine tatschlichen losen Fäden, denn die Geschichte gibt das Offene gut her, aber es ist doch teilweise etwas unbefriedigend.

    Einen üblen Schnitzer gibt es auch: Wie kann ein Schriftsteller, der so gut recherchiert hat, mehrmals von "Stahlkugeln" sprechen, die von den damaligen Schusswaffen verschossen worden sein sollen? Selbst heute bestehen Kugeln zumeist aus Blei und seltener aus ähnlich schweren Ersatzmetallen, denn Stahl ist höchstens für Schrot geeignet - setzt aber sogar in dieser Form modernen Gewehrläufen schwer zu. Wie man während der Nachforschungen für ein Buch nicht darauf kommen kann, dass Soldaten ihre Kugeln am Feuer selbst gossen (mit Stahl aufgrund des hohen Schmelzpunktes unmöglich) und Kirchenfenster wegen der Bleiruten geplündert wurden, ist mir absolut schleierhaft.

    Insgesamt ist der Roman sicher kein Meisterwerk, aber eine sehr kurzweilige Einführung in ein historisches Thema.


  4. Cover des Buches Paracelsus - Auf der Suche nach der unsterblichen Seele (ISBN: 9783492504003)
    Eva-Isabel Schmid

    Paracelsus - Auf der Suche nach der unsterblichen Seele

     (35)
    Aktuelle Rezension von: Bookilicious

    *Inhalt*
    Theophrastus Bombast von Hohenheim, von allen nur Paracelus genannt, ist Medizinstudent und gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen Caspar erhielt er einst von der katholischen Kirche die Genehmigung, Leichen zu sezieren. Doch nicht um dem Aufbau des menschlichen Körpers auf den Grund zu kommen, sondern aus keinem anderen Grund, als der Suche nach der menschlichen Seele. Diese Erlaubnis wird mit ernennen des neuen Bischoffs aber ruckzuck wieder entzogen und Paracelsus und Caspar als Ketzer verschrieen. Dem Sinn seines Lebens beraubt widmet sich Paracelsus dem Okkultismus, um weiter nach der menschlichen Seele zu suchen, Caspar hingegen widmet sich ganz der Medizin...

    *Erster Satz des Buches*
    ">So helft ihm doch! Tut doch endlich etwas!<"
    - SCHMIDT, E. (2020) - PARACELSUS: AUF DER SUCHE NACH DER UNSTERBLICHEN SEELE, S. 6 -

    *Meine Meinung*
    Ich muss gestehen, als ich mich diesem Werk widmete, hatte ich etwas ähnliches wie "Der Medicus" erwartet, ein Buch, das ich vor vielen vielen Jahren regelrecht verschlungen habe. "Paracelsus - Auf der Suche nach der unsterblichen Seele" spielt im mittelalterlichen Basel und als Leser erfährt man so einiges über die medizinischen Vorgänge in dieser Zeit - soweit ein guter Vergleich zum Medicus - allerdings widmet sich dieses Buch auch sehr dem Okkultismus. Dämonen, Hexen, bösen Mächten... auch wenn ich diese Thematiken grundsätzlich sehr gerne mag, tat ich mir im Kontext zu Paracelsus und seinen "Lehren" eher schwer. Natürlich war in dieser Zeit schwarze Magie, Kräuterhexen etc. in aller Munde und doch baut die Autorin diese Themen in diesem Buch gänzlich anders ein, als ich es erwartet hätte - und das gefiel mir ehrlich gesagt nicht ganz so gut.

    Die Figur des Theophrastus Bombast von Hohenheim, kurz Paracelsus, ist ein Charakter, den ich ehrlich gesagt ganz gerne mochte - auch wenn er der Unsympath in Person darstellt. Er ist egoistisch und nimmt keinerlei Rücksicht auf seinen besten Freund Caspar oder jeden anderen Menschen in seinem Umfeld, er tut nur das, was ihm selbst zum Vorteil gereicht. Doch gerade wegen dieser Art hat er mir außerordentlich gefallen, denn er ist erfrischend anders als die meisten anderen Protagonisten aus Büchern. Er ist alles andere als aalglatt, hat Ecken und Kanten und ist alles andere als perfekt - und genau das bringt ihm trotz allem irgendwie Sympathie ein.

    Die übrigen Charaktere, allen voran Caspar, gefielen mir auch ganz gut, besonders weil wir auch Kapitel aus deren Sicht lesen und ihnen so ein Stück weit näher kommen, als man es sonst erwarten würde.

    Die historischen Hintergründe und die politischen Intrigen, die immer wieder in den Vordergrund rückten, gestalteten das Lesen phasenweise sehr zäh und ich musste mich immer wieder durch die einzelnen Kapitel kämpfen, bis es dann spannender mit Paracelsus und seinen Freunden weiterging. Der Spannungsbogen wurde daher immer wieder unterbrochen, was den Lesefluss nachhaltig beeinflusste.

    Das Ende bietet einen Cliffhanger, der Lust auf mehr macht und ich bin gespannt, ob mich der Folgeband mehr abholen kann...

    *Infos zum Buch*
    Seitenzahl: 440 Seiten
    Verlag: Piper Verlag
    ISBN: 978-3-492-50400-3
    Preis: 18,00 € (Taschenbuch) / 7,99 € (Ebook)

    Reihe:
    Paracelsus - Auf der Suche nach der unsterblichen Seele
    Paracelsus - Die Frage der Toten

    *Infos zur Autorin*
    "Dr. med. Eva-Isabel Schmid wurde 1983 in Regensburg geboren. Nach dem Studium der Humanmedizin in München, London und Sydney arbeitete sie als Ärztin in Oberbayern und Zürich. Die Paracelsus-Dilogie ist ihr Debüt als Romanautorin. Zusammen mit ihrem Ehemann lebt sie aktuell in der Nähe von Zürich und ist in ihrer Wahlheimat als Hausärztin tätig." (Quelle: Verlagshomepage)

    *Fazit*
    Ein interessantes Buch mit einigen Höhen und Tiefen, von dem ich mir ehrlich gesagt etwas mehr erhofft hätte.

    Wertung: 3 von 5 Sterne!


  5. Cover des Buches Die Pestmagd (ISBN: 9783453355446)
    Brigitte Riebe

    Die Pestmagd

     (64)
    Aktuelle Rezension von: mond_und_sterne

    Das Buch hat mir wirklich gut gefallen. 

    Inhalt:

    In dem Buch geht es um die Protagonistin Johanna, welche in Köln wohnt. Ihr Mann ist verstorben, weshalb sie sich nur knapp über Wasser halten kann. Sie merkt schnell, dass ihr Leben den Bach runter geht, aber als ob das noch nicht genug wäre, bricht der schwarze Tod auch in Köln aus. Für die Einwohner*innen heißt dies, entweder fliehen oder sterben. Doch Johanna trifft unerwartet auf Vincent, ihr ehmalige große Liebe, und alles kommt anders...

    Meine Meinung:

    Während dem Lesen ist in meinem Kopf das mittelalterliche Köln zum Leben erwacht. Die Protagonisten haben mir mehr oder weniger gut gefallen und man hat wirklich viel Historisches gelernt. Ich finde es oft am besten, einen Roman zu lesen, wenn man sich in die damalige Zeit einfühlen möchte. 

    Der Schreibstil der Autorin war nicht schlecht, aber ich musst erstmal damit warm werden. Am Anfang kam er mir etwas abgehackt vor, aber das Buch ließ sich einfach lesen. 

    Fazit: Das Buch würde ich allen weiterempfelen, die sich mit dem Mittelalter und der Pest auseinandersetzten möchten. Ich kann nur sagen, dass der schwarze Tod nicht ohne Grund so heißt und wirklich schrecklich war. Die heutige medizinische Versorgung (hier in Deutschland) sollte man wirklich zu schätzen wissen.

  6. Cover des Buches Der Turm der Ketzerin (ISBN: 9783442484102)
    Deana Zinßmeister

    Der Turm der Ketzerin

     (28)
    Aktuelle Rezension von: SotsiaalneKeskkond

    Frankreich 1588: Der junge Pierre wurde im katholischen Glauben erzogen, um ihn vor religiöser Verfolgung zu bewahren. Doch nach Jahren erfährt er, dass er als Hugenotte geboren wurde. Magali, Pierres Schwester will dem Katholizismus die Treue halten, doch Pierre beschließt, zu seiner ursprünglichen Konfession zurückzukehren. Sein Glück scheint vollkommen, als er in La Rochelle die Liebe seines Lebens findet. Allerdings droht dieses Glück sehr schnell zu zerbrechen, denn nicht nur die immer noch anhaltenden erbitterten Glaubenskämpfe in Frankreich, sondern auch die strengen Sitten- und Moralvorstellungen der Familie seiner zukünftigen Braut könnten Pierres Höhenflug jäh beenden. 

    Da mich der erste Teil der Reihe so überzeugen konnte, habe ich den zweiten gleich nachdem ich den ersten beendet habe hintendrauf gelesen. Der zweite Teil der Reihe steht meiner Meinung nach dem ersten in fast nichts nach. Er ist ebenso spannend und angenehm zu lesen wie der erste. Gut fand ich dabei dass die wichtigen Dinge aus dem ersten Teil noch einmal erklärt wurden, sodass der zweite Teil auch unabhängig vom ersten gelesen werden kann. positiv überrascht haben mich diesmal die unerwarteten Wendungen, die sich über das komplette Buch verteilten. Allerdings muss ich sagen, dass mich der zweite Teil nicht in einem solchen Maße packen konnte, wie der erste. Das ist aber auch schon der einzige Kritikpunkt, denn die Spannung blieb auf einem ähnlich hohem Level, wie die im ersten Teil. Auch die Protagonisten sind ebenso gut und facettenreich gestaltet. Auch strotzt der zweite Teil vor interessanten Fakten über das 16. Jahrhundert in Frankreich. 

    Alles in Allem ist das Buch eine wirklich gute Fortsetzung von "Das Lied der Hugenotten" und wirklich empfehlenswert, auch wenn es mich leider nicht in einem so hohen Maße mitreisen konnte, wie der erste Teil der Reihe. 


  7. Cover des Buches Psychologie der Massen (ISBN: 9783868200263)

    Psychologie der Massen

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Sunnyleinchen

    Inhalt: GUSTAVE LE BON (1841-1931) Arzt, Ethnologe, Soziologe und Psychologe. Er gilt als Begründer der »Massenpsychologie«. Sein berühmtes Werk »Psychologie der Massen« übte einen nachhaltigen Einfl uss in der Wissenschaft und praktischen Politik aus. Dieses Grundlagenwerk der Sozialpsychologie beeinfl usste nicht nur Siegmund Freud (»Die Massenpsychologie und die Ich-Analyse«), sondern wurde auch von Politikern und Diktatoren des 20. Jahrhunderts für die Ausarbeitung ihrer Propagandatechniken benutzt.

    "Psychologie der Massen" ist ein solides Basiswerk zum Thema. Der Schreibstil ist etwas schwergängig zu lesen und für meinen Geschmack mit zu viel Schnickschnack ausgeschmück, es hätte etwas mehr auf den Punkt sein dürfen. Nun muss man dieses Werk und einige Ideen des Autors aber auf jeden Fall in seiner Zeit lassen. So sind zum Beispiel die Ansichten über die mangelnde Intelligenz der Frauen und einige Rassentheorien schon etwas länger überholt. Insgesamt ein gutes Werk, bei dem man sich der Neuzeit bewusst sein sollte.

  8. Cover des Buches Der Anwalt des Königs (ISBN: 9783596175673)
    C.J. Sansom

    Der Anwalt des Königs

     (95)
    Aktuelle Rezension von: Michael_Gray

    Der König ist mit seinem Gefolge auf dem Weg nach York, dort hatte es vor ein paar Jahre eine Rebellion gegeben die niedergeschlagen wurde. Die Bewohner sind immer noch gegenüber dem König misstrauisch. Matthew Shardlake bekommt von Erzbischof Cranmer den Aufrag noch York zu reisen um dort die Petitionen zu sammeln und sie dann dem König zu übergeben. Matthew Shardlake macht sich mit seinem Gehilfen Barak auf den Weg. In York gibt es einen Anführer der Rebellion der im Kerker sitzt. Dieser soll jetzt nach London.gebracht werden da es dort die besten Folterer gibt um Geheimnisse  aus dem Mann zu holen. Shardlake soll nun in einem weitern Auftrag dafür sorgen das der Mann auch lebend nach London kommt. In York wird er Zeuge eines Mordes und Shardlake findet heraus das er etwas mit der Verschwörung zu tun hat. Doch nun wird auch er Opfer eines Mordanschlages. Doch wer sind der oder die Täter? Es gib mehrere Verdächtige und niemanden ist zu tauen.  

    Auch das dritte Buch ist ein Genuss zu lesen. Die ausführliche Beschreibung der Landschaft, der Städte, der Gebäude und der Bewohner lässt einem Bildlich die Tudorzeit erscheinen. Man merkt das der Autor auch Historiker ist. Ich freue mich schon auf schon nächsten Teil!

  9. Cover des Buches Die Herrin der Lettern (ISBN: 9783426307229)
    Sophia Langner

    Die Herrin der Lettern

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Mary2

    Die Leser werden von Sophia Langner in das 16. Jahrhundert geführt und tauchen tief in das Alltagsleben einer Handwerker-Familie ein.

    Schauplatz ist eine Drucker-Werkstatt in Tübingen sowie weitere Städte des Herzogtums Württemberg.

    Protagonistin ist Magdalena Morhart, eine außerordentlich starke Frau im 16. Jahrhundert.

    Im Alter von knapp fünfzig Jahren ist sie zwei Mal verwitwet. Ihr zweiter Mann hinterlässt ihr die Drucker-Werkstatt, die sie gemeinsam mit ihren fünf Kindern fortan selbst betreibt.

    Sie setzt sich in einem Erbstreit gegen ihren Stiefsohn durch und bleibt über viele Jahre erfolgreiche Leiterin der Buchdruckerei.  

    Diese Erfolgsgeschichte basiert auf historischen Tatsachen und die gründliche Recherche ist diesem Buch auch jederzeit anzumerken. Persönlichkeiten der Zeitgeschichte werden genau wie einschneidende Ereignisse (z.B. die Pest im Jahr 1555) geschickt eingearbeitet und behutsam um Handlungsträger der fiktiven Ereignisse ergänzt.

    So kann man am Schicksal der Protagonistin genau so teilnehmen wie am Leben ihrer Kinder und am Universitäts-Leben der Stadt Tübingen.

    Der Erzählstil ist sehr plastisch, das Buch passend in Abschnitte und Kapitel untergliedert und ergänzt durch ein einordnendes Nachwort sowie ein Glossar. Die über 500 Seiten Lektüre lassen sich leicht lesen und haben mich bis zum Ende beeindruckt.

    Fazit:

    Ein erstklassig recherchierter und lehrreicher historischer Roman aus der Feder einer jungen Wissenschaftlerin, die hier unter einem Pseudonym veröffentlicht hat.

    Volle Leseempfehlung für alle Freunde des Genres.

  10. Cover des Buches Die letzte Gemahlin des Königs (ISBN: 9783499272202)
    Philippa Gregory

    Die letzte Gemahlin des Königs

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Gartenkobold
    Klappentext: Heimlich unterhält die Witwe Kateryn Parr eine Affäre mit ihrer großen Liebe, dem Baron Thomas Seymour. Doch als König Henry VIII. um ihre Hand anhält, hat sie keine Wahl: Sie muss das Angebot annehmen und darf Thomas nie wiedersehen.
    Kateryn weiß genau, in welche Gefahr sie sich begibt – schließlich wird sie die sechste Gemahlin des launischen Königs. Von zwei ihrer Vorgängerinnen trennte er sich, zwei ließ er hinrichten. Mit der Zeit wähnt sie sich aber in Sicherheit: Im Herzen des Hofes gründet sie einen Studierzirkel und bestimmt als Regentin die Geschicke des Landes in Henrys Abwesenheit. Doch als Befürworterin religiöser Reformen zieht sie schließlich doch Henrys Zorn auf sich …

    Dieser historische Roman war der erste Roman, den ich von der Autorin Philippa Gregory gelesen habe, es handelt von der siebten und letzten Ehefrau von König Henry VIII, Kateryn Parr, einer eher unscheinbaren Persönlichkeit, die nicht die Bekanntheit und Berühmtheit einer Anne Boleyn hatte, oder einer Jane Seymour. Der Schreibstil ist flüssig, gut lesbar, allerdings fehlt es dem Roman an Spannung. Kateryn befasst sich sehr viel mit Religion und ich empfand gerade diese Passagen als sehr langatmig, es ist sicherlich eine sehr gute Recherche, allerdings hätte es mir persönlich gereicht, die Passagen knapper zusammenzufassen, es ging dadurch recht viel Spannung verloren.
    Was mir sehr gut gefallen hat, waren die Schilderungen über das überaus komplizierte Leben am Hof des Königs, seine Stimmungsschwankungen, sein Machtspiel, alles und jeden gegeneinander auszuspielen um damit seine Macht zu demonstrieren. Selbst vor Kateryn schreckt er nicht zurück und demütigt sie auf herabwürdigende Art und Weise. Emotional beschrieben und einfühlsam ebenfalls die Annäherung an die Kinder des Königs, das Knüpfen zarter Bande zu einer Familie.
    Ein interessanter, gut geschriebener historischer Roman, wenn man die langatmigen und auch langweilig werdenden Passagen außer Acht lässt.
  11. Cover des Buches Luther und der Pesttote (ISBN: 9783746631899)
    Birgit Jasmund

    Luther und der Pesttote

     (23)
    Aktuelle Rezension von: BettinaLausen

    In Wittenberg bricht 1517 die Pest aus. Almuths Verlobter Tamme soll auch unter den Opfern sein, so behauptet es sein Stiefvater. Doch Almuth glaubt nicht daran. Sie versucht der Wahrheit auf den Grund zu gehen und bekommt dabei Unterstützung von Martin Luther. Dieser Kriminalfall ist einem echten Fall der damaligen Zeit nachempfunden und es tauchen viele historische Persönlichkeiten auf.

     

    In einem anderen Handlungsstrang wird die Geschichte Tetzels und Martin Luthers geschildert. Die Autorin hat eine tolle Idee gehabt, wie die Thesen Luthers an die Schlosskirche zu Wittenberg gekommen sind und nutzt hier die Forschungslücke geschickt aus.

     

    Insgesamt ist es spannender, mitreißender und solide recherchierte Roman. Es gibt jedoch kleine Ungereimtheiten, was Luther angeht. In dem Roman betet Luther für Verstorbene, was ein katholischer Brauch ist. Seine Thesen sprechen eine andere Sprache, nämlich von persönlicher Buße. Zudem denkt Luther an einer Stelle, dass Seelen auf ewig im Fegefeuer lodern. Laut der damaligen Vorstellung war es jedoch nur ein zeitweiliger Läuterungsort.

     

    Zudem gibt es einige Perspektivbrüche. Perspektivwechsel innerhalb von Szenen ohne Absatz, oder der plötzliche Einsatz eines allwissenden Erzählers, der sonst nicht auftaucht.

     

    Trotz dieser kleinen Ungereimtheiten, ein spannender Roman, den ich gerne gelesen habe.

  12. Cover des Buches Die Schrift des Todes (ISBN: 9783596296842)
    C.J. Sansom

    Die Schrift des Todes

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Michael_Gray

    Der Königin wurde ein von ihr geschriebenes Buch gestohlen. Die religiösen Ansichten in diesem Buch würden ihr wenn es an die Öffentlichkeit käme sehr schaden und sie würde beim König in Ungnade fallen. Nun bitte sie verzweifelt Matthew Shardlake heraus zu finden wer das Buch gestohlen hat. Der erste Hinweis führt ihn in eine Druckerei, dessen Besitzer ermordet wurde. Bei seinen Ermittlungen geschieht ein weiter Mord. Wem die ersten 5 Bücher gefallen hat kommt hier wieder voll auf seine Kosten! Einfach fantastisch wie der Autor seine Geschichte in historische Fakten einbaut.

  13. Cover des Buches Das Mädchen mit dem Löwenherz (ISBN: 9783570159552)
    Jürgen Seidel

    Das Mädchen mit dem Löwenherz

     (26)
    Aktuelle Rezension von: SteffiVS
    Das Cover ist sehr schön, hat gleichzeitig aber etwas geheimnisvolles.

    Anna, ein dreizehnjähriges Mädchen, wächst bei einer Pflegefamilie auf. Eines Tages wird sie von einer Gruppe katholischer Würdenträgern, die der Reformation nicht abgeneigt sind, mit auf deren Wanderung genommen. Denn dieser Würdeträger erkennt Annas Gabe, gelesenes Wortgetreu wiederzugeben und möchte Annas Gabe dafür benutzen die Machenschaften von den höchsten Würdenträgern der katholischen Kirche aufzudecken und ein Ende zu setzen. Doch diese sind ihnen immer ein Schritt voraus. 

    Die Geschichte ist in Briefform geschrieben, die Anna an Martin Luther schreibt. Sie erzählt all ihr erlebtes und bittet ihn mehrmals um Hilfe.

    Fazit:
    Das Buch fällt in die Genre Thriller. Leider konnte ich keine Thrillerelemente erkennen.
    Ich persönlich habe etwas ganz anderes von dem Buch erwartet, da sich der Klappentext wirklich spannend anhört und würde enttäuscht. Da dieser Briefwechel nur einseitig stattfindet, wird es schnell langweilig. Man hofft bis zum Schluss, dass auch Martin Luther mehr in Erscheinung tritt, was aber nicht passiert, bis auf einem Brief am Ende, der auch noch frustrierend ist.

    Der Schreibstil ist gut, viele Wörter werden am Ende beschrieben, man erfährt einiges aus der Reformationszeit und die Macht der katholischen Kirche, die einem immer wieder nur fassungslos macht.
    Doch leider konnte die Geschichte mich nicht 100% mitreißen.
  14. Cover des Buches Feuer der Vergeltung (ISBN: 9783596158454)
    C.J. Sansom

    Feuer der Vergeltung

     (69)
    Aktuelle Rezension von: P_Gandalf

    ... und die Umwälzungen der englischen Reformation sind immer wieder ein spannendes Thema und eine spannende Zeit.

    Matthew Shardlake - der Protagonist dieser Reihe - soll für Lord Cromwell das Geheimnis des griechischen Feuers lösen und Lord Cromwell steht mit dem Rücken zur Wand. Gelingt es Shardlake nicht das Rätsel binnen von 10 Tagen zu lösen, besteht die Gefahr das sein Förderer in königliche Ungnade fallen wird. Shardlake findet sich schnell in einem Intrigen und Ränkespiel auf oberster Ebene wieder. 

    Soweit in groben Zügen die Rahmenbedingungen des historischen Krimis. 

    Der Roman beschreibt die Zeit Heinrich VIII sehr schön und plastisch. Man hat den Eindruck im mittelalterlichen London zu stehen. Der Leser tappt wie sein Held lange Zeit im Dunkel und ein jeder ist verdächtig und doch wieder nicht.

    Leider zieht sich die Geschichte um die Buchmitte doch deutlich und gewinnt erst wieder auf den letzten 150 - 200 Seiten deutlich an Fahrt, wird zum Pageturner.

    Fazit:

    Gute Buchreihe und durchaus lesenswert. Man braucht halt ein wenig Ausdauer.

    Des Wegen 4 statt 5 Sterne.

  15. Cover des Buches Die Ketzerbraut (ISBN: 9783426635230)
    Iny Lorentz

    Die Ketzerbraut

     (125)
    Aktuelle Rezension von: xAika

    Ich habe die Hauptcharaktere sehr geliebt . Veva und Ernst mochte ich sofort.  Am Ende mochte ich auch die Nebencharacktere wie Lina und Schwab.  Dieser Zusammenhalt war früher nicht selbstverständlich.  Ich kann das Buch sehr empfehlen.  Was mich nur gestört hat war , sehr viele sexuelle Gewalt.  Deshalb musste ich oft pausieren . 

  16. Cover des Buches Die Himmelsbraut (ISBN: 9783499258107)
    Astrid Fritz

    Die Himmelsbraut

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Schlehenfee

    Südbaden, kurz nach der Reformation 1517: Antonia ist auf dem Gestüt der Familie Holderstein aufgewachsen und liebt Philipp von Holderstein. Das Paar sieht für sich eine gemeinsame Zukunft, als Antonias Familie einer schrecklichen Tragödie zum Opfer fällt. Ihr neuer Vormund schickt die junge, freiheitsliebende Frau ins Zisterzienserinnenkloster Marienau, zu Antonias Schwester. In den folgenden Jahren muss Antonia nicht nur über ihren Lebensweg entscheiden, auch die Reformation wirft immer größere Schatten und die Bauern erheben sich gegen Adel und Klerus.


    „Die Himmelsbraut“ hat mir sehr gut gefallen. Astrid Fritz schreibt über eine sehr interessante und unruhige Zeit aus der Sicht der Nonnen, des niederem Adel und des einfachen Volks. Die Bauernkriege stehen dabei im Vordergrund, die Handlung setzt nach Luthers Veröffentlichung der Thesen ein.


    Was mich an der „Himmelsbraut“ auch sehr reizte, war die Frage, wie die naturverbundene und freiheitsliebende Antonia mit der Abgeschiedenheit und der Strenge eines Klosterlebens zurechtkommt. Man erfährt als Leser dadurch natürlich auch viel über das Ordensleben der damaligen Zeit, ein weiterer Pluspunkt des Romans.

    Viele Überraschungsmomente oder Wendungen gibt es eigentlich nicht, zwischendurch hat sich Antonia mit dem Leben als Nonne meiner Meinung nach sogar schon zu gut arrangiert, doch meinem Lesevergnügen tat das keinen Abbruch. Die Charaktere sind überwiegend sympathisch, sogar Antonias überfromme Schwester Magdalena rehabilitiert ihr Verhalten zum Ende hin.

    „Die Himmelsbraut“ ist ein gut zu lesender historischer Roman, der uns den unruhigen Beginn des 16. Jahrhundert nahebringt.

  17. Cover des Buches Das Buch des Teufels (ISBN: 9783596186716)
    C.J. Sansom

    Das Buch des Teufels

     (81)
    Aktuelle Rezension von: Michael_Gray

    Shardlake übernimmt das Mandat eines jungen Mannes der wohl wahnsinnig geworden ist und sich nun in einer Irrenanstalt befindet. Er ist gerade dabei herauszufinden  was mit ihm los ist, da wird ein sehr guter Freund von ihm ermordet. Er findet heraus das es einen weitern Mord gab. Alles deutet auf einen grausamen Serienmörder hin. Es gibt einen Verdächtigen aber der ist unauffindbar. Wieder eine unfassbare spannende Geschichte aus der Tudor-Zeit. Toll erzählt von C.J.Sansom.

  18. Cover des Buches Vom Anfang bis heute (ISBN: 9783328100065)
    Loel Zwecker

    Vom Anfang bis heute

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Wolfhound

    Loel Zwecker komprimiert uns hier die Weltgeschichte auf unter 500 Seiten. 

    Dabei schafft er es durch seinen Schreibstil, aber auch durch vereinzelt eingestreute unnütze Anekdoten, den manchmal doch recht trockenen Geschichtsaspekt aufzulockern. An einigen Stellen konnte ich mir ein Schmunzeln oder auch Lachen nicht verkneifen. 

    Die Themen sind gut aufgearbeitet und machen auch Spaß. So bekommt man einen schönen knackig kurzen Einblick in vielen Aspekte unserer Geschichte.

    Jedoch werden auch hier (unvermeidbare?!) Schwerpunkte wie z. b. die französische Revolution gesetzt und andere Bereiche werden nur angerissen. So werden Jahrhunderte der afrikanischen Geschichte nur wenige Seiten. 

    Auf der anderen Seite sind so schwierige Themen wie Rassismus und die Kolonialisierung meiner Meinung nach gut dargestellt und aufgearbeitet.

    Leider ist der lockere, moderne Stil des Buches auch auf einigen Strecken etwas anstrengend und die Coolness und der Humor wirken zu gewollt, was mir zum Ende hin den Lesespaß etwas verhagelt hat. Dennoch ist es ein absolut lesenswertes Buch, aus dem man einiges mitnehmen kann und das mein Wissen in einigen Belangen doch wieder sehr aufgefrischt hat

  19. Cover des Buches Das Schwert der Wahrheit (ISBN: 9783775159296)
    Gilbert Morris

    Das Schwert der Wahrheit

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Buchbloggerin

    Ich möchte euch heute einen historischen Roman vorstellen, der sehr empfehlenswert ist! Mir war nicht klar, dass mich Das Schwert der Wahrheit von Gilbert Morris so sehr umhauen würde, denn ich muss zugeben, es hat etwas gedauert, bis die Geschichte mich für sich eingenommen hat. Die zweite Hälfte hatte es dann aber wirklich in sich.

    Autor: Gilbert Morris, Verlag: SCM Hänssler, Seitenzahl: 458, Ausgabe: gebunden, erschienen am: 16.05.2019, Neupreis: 19,99 €, Originaltitel: The Sword of Truth

    Der erste Band der Wakefield-Saga! England im 16. Jahrhundert. Durch tragische Umstände lernt Myles, unehelicher Sohn einer Magd, seinen adeligen Vater kennen: Sir Robert Wakefield. Plötzlich findet Myles sich im schillernden Hofleben voller verwirrender Liebesaffären und Machtkämpfe wieder. Als er in die Auseinandersetzungen um William Tyndale gerät, der die Bibel ins Englische übersetzt, muss er sich entscheiden zwischen der Frau, die er liebt, und dem Glauben, dem er seinen Lebenssinn verdankt.

    Wie bereits erwähnt, verlief die erste Hälfte des Romans eher unspektakulär. Es war nicht langweilig, aber die Erzählweise war ruhig und im Vergleich zum späteren Verlauf der Handlung war es einfach noch nicht so „spannend“. Nach und nach lernt man all die Charaktere kennen, und auch wenn es viele waren, hat der Autor es geschafft, diese so in die Handlung einzubinden, dass es mir nicht schwer fiel, die Personen zuzuordnen und mir zu merken, wer wer war.
    Ich habe bisher noch keinen Roman gelesen, in dem einem die Historie (hier: die Geschichte Englands) nebenbei, aber doch interessant und prägnant nahegebracht wird wie in Das Schwert der Wahrheit. Mir sind viel mehr Einzelheiten über die Zeit des Heinrich VIII. in Erinnerung geblieben, als früher im Geschichtsunterricht zu Schulzeiten. Nachdem ich den Roman beendet hatte, habe ich mir den Wikipediaeintrag zu Heinricht VIII. durchgelesen und musste feststellen, dass der Roman sehr nah an der Wahrheit steht (außer was die fiktiven Personen angeht :)).
    Wer also auf „spielerische“ Weise etwas Geschichte lernen möchte, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

    Doch nicht nur, dass man vieles daraus lernen konnte, hat mir gefallen. Der Autor hat kein Blatt vor den Mund genommen, wenn es darum ging, unschöne, teils schreckliche Szenen zu beschreiben. Es werden Folterungen, Stierkämpfe (aber auch Kämpfe unter anderen Tieren) beschrieben usw., Szenen, die wirklich unter die Haut gehen. Und wenn dann noch reale Schauplätze erwähnt werden, z. B. der Tower of London, fühlt man sich beim Lesen schon ganz anders – oder?

    Das, was ich besonders spannend fand, war, dass in diesem Roman eine sehr berühmte Persönlichkeit auftaucht: William Tyndale. Er hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die Bibel zu übersetzen, und er war der erste, der für die mehrere Länder umfassende Verbreitung der Bibel gesorgt hat. In diesem Roman war Myles, der Protagonist, Teil dieser geheimen und sehr gefährlichen Aktion. Einige Jahre hatte er mit Tyndale zusammengearbeitet und die Bibeln aus Deutschland nach England geschmuggelt. Wenn man bedenkt, dass jeder heutzutage (jedenfalls bei uns in Europa) so viele Bibeln haben kann, wie er nur möchte, ist es wirklich krass, was früher alles dafür getan wurde, dass man eine Bibel zumindest einmal in der Hand halten konnte.

    Ihr seht also, dieser Roman ist spannend und informativ. Ich wünsche mir, dass jeder dieses Buch lesen würde, denn darin erfährt man nicht einfach nur viel über die Geschichte Englands, sondern auch einen Teil der christlichen Geschichte. Und Morris hat es geschafft, dies auf eine so spannende Art zu erzählen, dass man das Buch irgendwann nicht mehr weglegen möchte. Eigentlich ist es ein 5-Sterne-Buch, doch ich vergebe 4 von 5 Sterne, denn ich gehe davon aus, dass die folgenden Bände mindestens genau so gut sind (hoffentlich)!
    Also: eine mega Leseempfehlung!!

  20. Cover des Buches Das Foucaultsche Pendel (ISBN: 9783423211109)
    Umberto Eco

    Das Foucaultsche Pendel

     (343)
    Aktuelle Rezension von: DorGer

    Bei den ersten 50 Seiten hätte ich fast aufgegeben. Ecos langatmige Satzgebilde mit noch langatmiger Einführung, aber dann überschlugen sich die Ereignisse, dass ich mit dem Lesen nicht nachgekommen bin. Und dann wieder langatmige Passage. So ging es das ganze Buch durch. 

    Gut, das ist man von Eco gewohnt - der Autor will  beweisen, wie akribisch er recherchiert hat - bei dieser Geschichte war es aber extrem. 

    Trotzdem hat mir das Buch sehr gut gefallen, Ecos Stil mag man, oder eben nicht. Ich gehöre halt zu erster Gruppe. 

  21. Cover des Buches Die zwölfte Nacht (ISBN: 9783734101250)
    Charlotte Lyne

    Die zwölfte Nacht

     (79)
    Aktuelle Rezension von: Fornika

    Henry VIII ist für vieles bekannt, v.a. aber auch für seinen Verschleiß an Ehefrauen. Charlotte Lyne hat sich Ehefrau Nummer Sechs vorgenommen und erzählt von Catherine Parrs Leben vor, mit und nach Henry. Immer an ihrer Seite stehen die Seymours, die ebenfalls die englische Geschichte prägten.

     Im damaligen England gab es den Brauch, die zwölfte Nacht nach Heiligabend groß zu feiern. Lyne nimmt immer wieder Bezug auf diese Nacht, lässt Catherine Aufregendes und Aufwühlendes erleben, erzählt ihre Geschichte in zwölf Kapiteln. Dieser Kniff hat mir sehr gut gefallen, denn der Geschichte wird so ein sehr schöner Rhythmus gegeben. An den Schreibstil musste ich mich erst ein wenig gewöhnen, Lyne schreibt hier etwas altmodisch. Trotzdem habe ich mich bald eingefunden und bin Catherine gerne durch die Seiten gefolgt. So ganz nah kam man ihrem Charakter nicht, trotzdem fand ich sie sehr sympathisch und bin jetzt etwas schlauer, was die letzte von Henrys Frauen an begeht. Man merkt die gründliche Recherche, denn das gezeichnete Bild dieser Epoche ist sehr lebendig und authentisch gelungen. Von kleinen Längen mal abgesehen, hat mich Die zwölfte Nacht sehr gut unterhalten.

  22. Cover des Buches Im Schatten der Königin (ISBN: 9783426636312)
    Tanja Kinkel

    Im Schatten der Königin

     (89)
    Aktuelle Rezension von: Arbutus
    Ich begann, mich brennend für Elisabeth I. und ihre Zeit zu interessieren, als ich zum ersten Mal mit den Lautenliedern von John Dowland in Berührung kam. Ironie des Schicksals, dass der Protagonist dieses spannenden Romans für Menschen meines Schlages (Musiker, Schauspieler, Autoren) außer solch erlesenen Ausdrücken wie "Schmarotzer", "nutzloser Schöngeist", "Schmeißfliege" wenig übrig hat. Wir Künstler werden als erbärmliche Bittsteller dargestellt. Unschön, aber wohl einigermaßen realistisch; damals gab's ja noch keine Künstlersozialkasse. Umso netter empfinde ich die augenzwinkernde Solidarität der Autorin mit unserem Berufsstand, denn "Geschreibsel"-Produzenten aller Art sind in Tom Blounts Antipathiekundgebungen ausdrücklich eingeschlossen ...

    Aber ich schweife ab.

    Königin Elisabeth I. ist noch jung, und es ist noch nicht lange her, dass sie im Tower eingesperrt war und um ihren eigenen Kopf fürchten musste. Nun aber erwartet alle Welt von ihr, dass sie heiratet, um einen Thronerben zu zeugen. Nur - der Richtige muss es sein. Der junge Robin Dudley wäre in den Augen der Königin so ein Wunschkandidat; er ist ihre große Liebe. Unglücklicherweise ist er bereits verheiratet. Da trifft bei Hofe die Schreckensmeldung ein: Robins Frau Amy Robsart wurde ermordet aufgefunden. Robin sendet umgehend seinen Vertrauten Tom Blount nach Cumnor, wo das Furchtbare geschehen ist, um den Fall aufzuklären. Blount erweist sich dabei als ein geschickter Diplomat mit feinem detektivischem Spürsinn. Nur, dass er in Cumnor auf eine Mauer des Schweigens stößt. Und auf jede Menge Ungereimtheiten. Zudem läuft ihm die Zeit davon, denn die Öffentlichkeit hat ihr Urteil, wer der Mörder sein muss, schnell gefällt, und Blount fühlt schon bald auch seinen eigenen Kopf lockerer sitzen. Und er ist nicht der einzige, der Nachforschungen anstellt.

    Ich mag Tom Blount. Obwohl ich Musikerin bin ... ("Nein, dieser Kerl gehörte zu den Männern, die einen Patron brauchten, damit ihr Geschreibsel gedruckt werden konnte oder damit ihr Lautengeklimper bei Hof gespielt wurde." -Hmpf...) Wir erleben die Handlung aus seiner Sicht. Nur hin und wieder werfen wir auch einen Blick in die Gedanken der alten Kammerzofe der Königin, die die Ereignisse vom Hofe aus analysiert und beurteilt. Auch sie ist nicht nur einfach Beobachterin, sondern tief in die Vorgänge verstrickt. Die Kapitel, die aus ihrem Blickwinkel geschrieben sind, sind im Kursivdruck gehalten, so dass der Leser gut zwischen ihr und Tom Blount zu unterscheiden vermag. Die benutzte Sprache ist zwar gemäßigt modern, aber Tanja Kinkel schreibt klug und feinsinnig, fühlt sich wunderbar in den Ich-Erzähler ein. Seine lakonisch-trockenen Kommentare zum Geschehen sind immer wieder herzerfrischend.

    Die Autorin versteht es, komplexe Zusammenhänge komplex darzustellen und es weder sich, noch dem Leser, noch Blount zu einfach zu machen mit dem Urteil darüber, wie es denn gewesen sein könnte. Man erhält einen sehr lebendigen Blick, sozusagen von innen, auf das elisabethanische Zeitalter und die ihm vorausgehenden Wirren. Die große Gefahr, die, bedingt durch die ständigen Wechsel der gekrönten Häupter, davon ausging, auf die falsche Religion oder die falschen Emporkömmlinge gesetzt zu haben, führte in dieser Zeit zu einer Fülle von Intrigen, Verstellungen und Vorsichtsmaßnahmen. Und mitten in diesem Ränkegewirr fragt sich Blount immer mehr, ob es wirklich genug ist, das eigene Überleben zu sichern.

    Ein toller Roman. Geistreich und gut informiert geschrieben. Kaum tritt ein junger Theologiestudent auf den Plan, da weiß er treffend William von Occam und Thomas von Aquin zu zitieren, und es gibt unzählige andere Details, die davon zeugen, wie gründlich die Autorin ihr Thema studiert hat. Nur in einem Punkt finde ich sie ein wenig - blauäugig. Es betrifft den Grad der Emanzipation solcher Frauengestalten wie Elisabeth oder Amy, die unverblümte Art, in der hier Befindlichkeiten doch vielleicht zu sehr aus heutiger Sicht formuliert werden. Wer wirklich wissen will, wie sich das Neuland anfühlte, das eine sich emanzipierende Frau vor noch wesentlich weniger Jahrhunderten betrat, der muss einmal "Sie und Er" von George Sand lesen. Auch die Schlussfolgerung darüber, was Elisabeth letztendlich über das Thema Heiraten dachte, kann den heute bekannten Fakten nicht wirklich standhalten. Dennoch ein Buch, das mich positiv überrascht und begeistert hat. Leseempfehlung!
  23. Cover des Buches Kinder des Meeres (ISBN: 9783404173914)
    Charlotte Lyne

    Kinder des Meeres

     (60)
    Aktuelle Rezension von: Di_ddy

    Die Werftkinder Anthony, Fenella und Sylvester wachsen zusammen auf. Ihrer Freundschaft kann nichts beenden. Nicht mal die Besessenheit von Anthonys Liebe zu dem Schiff Mary Rose von Henry VIII.
    Es herrscht eine Zeit des Umbruchs (wie wir ja alles wissen) und in England wird sich vieles verändern. So auch für die drei Freunde. Werden sie am Ende der Geschichte noch so verbunden sein?

    Puh, schwere Kost.
    Es fängt zunächst mit der Sprache an, die auf „altertümlich“ gemacht ist. Das taugt mir, allerdings liest es sich für mich dadurch etwas langsamer.
    Zudem bin ich null Schiffsinteressiert…. Als also die ganzen Beschreibungen und Erklärungen von Takelagen usw. kamen, hab ich die quasi nur überflogen. Glücklicherweise waren sie nicht so zahlreich, wie ich zu Anfang befürchtet habe.
    Und diese unsagbar tiefe Freundschaft der drei, die erschließt sich mir echt nicht. Entweder ich bin gefühlskalt, oder es war einfach nur übertrieben…. Ich meine, wow! Die reden ständig von Liebe, dass sie füreinander sterben würden, Fenella ist mit Anthony zusammen, soll aber Sylvester heiraten gehen, weil er ein Engel sei und Anthony ein Teufel und kA was…. Das war für mich bei 600 Seiten einfach TOOOOOOOOOO MUCH!
    Ansonsten fand ich es geschichtlich echt interessant und gleichzeitig so traurig, was mit den vielen Frauen an der Seite von Henry VIII geschehen ist. Ich hab vor Kurzem die Serie „Reign“ beendet, da hat das Buch nun gut als Vorgeschichte gepasst 😉
    Alles in allem war es nett, grad wenn man geschichtsinteressiert ist. Wenn man sich für Schiffe interessiert, sicher noch besser xD Aber nochmal würde ich es wohl nicht lesen.

  24. Cover des Buches Die Kastratin (ISBN: 9783426414880)
    Iny Lorentz

    Die Kastratin

     (275)
    Aktuelle Rezension von: Christinagirl

    Fast alle Bücher vom Ehepaar Lorentz sind spitze. So wie auch dieses Buch. Das junge Mädchen, hat eine sehr schöne Stimme, deswegen singt sie für Leben gern. Da die Frauen und Mädchen nicht singen durften wurde es ihr ständig verboten. 

    Irgendwann zwingt ihr Vater, dass sie sich als Kastrat verkleidet und sie singt in vielen Ländern. So wie auch in den meisten von dem Ehepaar Lorentz entwickelt sie langsam Gefühle für einen jungen Mann und er scheint sie auch sehr zu mögen. Nun weis das junge Mädchen nicht was sie tun soll, soll sie ihm die Wahrheit über sich sagen aber mit der Gefahr das sie sehr viel Ärger bekommen wird oder für ihr ganzes Leben schweigen aber dafür unglücklich? 

    Dieses Buch kann ich Liebhabern von historischen Büchern empfehlen.

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