Bücher mit dem Tag "reformation"
62 Bücher
- Daniel Kehlmann
Tyll
(319)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannWer bei dem furiosen Auftakt noch gedacht hatte, dass ein solches Niveau wohl nicht durchzuhalten sei, reibt sich am Ende der Lektüre verwundert die Augen: Ist das möglich? Welches vertiefende Lesen, welches Nachdenken über eine längst vergangene Zeit (30-jähriger Krieg) ist erforderlich, um so stilsicher, auf schwierigem Parkett, eine solche Geschichte zu erzählen, die so abstrus wie unterhaltsam, so voller Klamauk, bei immer auch vorhandenem Ernst (wenn auch meist mit einem Augenzwinkern), daherkommt? Wo Tod und Leben so nahe beieinander wohnen, dass sie nur durch eine solche Erzählweise einigermaßen zu ertragen sind. Es wird viel gelitten und viel gestorben in diesem aktuellen Roman von Daniel Kehlmann. Die Liebe wird in dieser Zeit noch etwas anders definiert, sie ist allerdings spürbar – trotz aller Wirrnisse.
Es ist dieser Schreibstiel voller Brillanz, makellos und hinterhältig zugleich, der diesen Roman auszeichnet. Mit dem allerdings Inhalte transportiert werden, die alles andere als elegant zu bezeichnen sind, eher abscheulich bis grotesk, teilweise oberhalb der Schmerzgrenze. Auch wenn damit zum Teil Nachdenkliches mitgeliefert wird und sogar neuere Erkenntnisse der Hirnforschung auftauchen: „Stattdessen [um vor lauter Hunger nicht immer nur an essbare Dinge zu denken] kann man ans Jonglieren denken, das sich nämlich auch in Gedanken üben lässt – man wird dadurch besser.“
Man könnte den Inhalt dieses Buches allerdings auch anders sehen, beispielsweise so. Was passiert mit den historischen Ereignissen, wenn man die Handelnden zu tumben Hampelmännern degradiert, wenn die historischen Ereignisse verballhornt werden, nur um auf Seiten des Lesers Lacher (und damit Anhänger) zu generieren? Der größte Erfolg für denjenigen, der den Zeitgeist unterhaltsam trifft, wenn auch mit tiefsinnigem Nonsens? Zum Glück steht auf dem Buchdeckel „Roman“ und nicht Geschichtsbuch.
(3.4.2018)
- Rebecca Gablé
Der dunkle Thron
(465)Aktuelle Rezension von: ReisefreundinDer dunkle Thron spielt von 1529 bis 1553 und damit hauptsächlich in der Regierungszeit von Heinrich VIII. Die Hauptperson ist Nicholas of Waringham der Urenkel von Julian of Waringham. Somit gibt es keine nahe familiäre oder geschichtliche Bindung mehr an die Vorgänger-Bücher.
Die Geschichte startet neu mit Nicolas of Waringham, der zum Beschützer der späteren Königin Mary wird, dem Kind aus der ersten Ehe des berüchtigten Heinrich VIII mit Katharina von Aragon. Durch die Augen von Nick wird dieses Kapitel englischer Geschichte beleuchtet, welches mit der Thronbesteigung durch Mary I. endet.
Wer den Fernsehmehrteiler "Die Tudors" mit Jonathan Rhys-Meyers als König Heinrich VIII und dem späteren "Superman" Henry Cavill als Charles Brandon (Duke of Suffolk, Günstling Heinrichs VIII.) mochte, der wird auch dieses Buch mögen.
Der Roman ist geeignet für alle, die nicht die gesamte Waringham-Saga lesen wollen (solche Menschen soll es ja geben), denn er ist in sich abgeschlossen.
- Tilman Röhrig
Riemenschneider
(47)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderTilman Riemenschneider ist mein Namensgeber. Deshalb war ich besonders gespannt auf das neue Buch von Tilman Röhrig. Es fängt schon toll an und die Figuren werden klar und sehr real geschildert. Insgesamt erfährt man viel von dem Menschen Tilman Schneider, seine Kunst, Würzburg im Jahre 1492 und dem damaligen Leben. Es gibt einige tolle Frauengestalten in dem Buch.
Ein sehr gut geschriebener historischer Roman
- C.J. Sansom
Die Schrift des Todes
(38)Aktuelle Rezension von: Blackfairy71Sommer, 1546. Die Ära König Henrys VIII neigt sich ihrem Ende zu. Unerbittlich bekämpfen sich Katholiken und Protestanten, die Jagd auf Ketzer wird immer gnadenloser. In dieser aufgeheizten Stimmung wird Matthew Shardlake in den Palast der Königin gerufen. Er soll ein brisantes Buch wiederfinden, das sie verfasst hat und das aus ihren Gemächern gestohlen wurde. Der Inhalt dieses Werks könnte sie aufs Schafott bringen. Doch bevor Shardlake und sein Gehilfe Jack Barak die Suche aufnehmen, wird in London ein Drucker tot aufgefunden. Bei ihm findet sich eine Seite des Manuskripts der Königin…
Es ist das letzte Regierungsjahr von König Henry VIII. Er ist krank und aufgrund der großen Gewichtszunahme kaum noch in der Lage, sich zu selbst zu bewegen. Heute deutet vieles darauf hin, dass er Diabetes hatte. Da diese Krankheit aber damals völlig unbekannt war, wurde sie nicht behandelt und so starb er an den Folgen.
C. J. Sansom gelingt es in „Die Schrift des Todes“ mal wieder, die Tudorzeit lebendig werden zu lassen. Hervorragend recherchiert führt er den Leser durch das damalige London. Wie immer begleiten wir den Ich-Erzähler Matthew Shardlake zum einen bei seiner Arbeit als Anwalt und dann bei seinem Auftrag, das verschwundene Manuskript „Die Klage einer Sünderin“ von Königin Catherine Parr zu finden. Trotz seines festen Vorsatzes, sich nie wieder in Politik oder die Angelegenheiten des Hofes verwickeln zu lassen, kann er der verzweifelten Königin den Wunsch nicht abschlagen, ihr zu helfen. Denn bei der Wankelmütigkeit des Königs in Glaubensfragen, würde eine Veröffentlichung des Manuskriptes eine große Gefahr und sehr wahrscheinlich die Hinrichtung Catherines bedeuten.
Überhaupt ist Religion ein wichtiges Thema, die Nation ist gespalten, wer nicht den „richtigen“ Glauben hat, landet auf dem Scheiterhaufen. Öffentliche Äußerungen zu diesem Thema sind gefährlich und so versucht Shardlake, sich möglichst neutral zu verhalten. Seine Zeit im Tower vor einem Jahr hängt ihm immer noch nach. Das ist es auch, was ihn sympathisch macht. Durch einen verwachsenen Rücken nennen ihn viele den „Buckligen“. Er ist kein Held und hat vor vielen Dingen Angst, am meisten vor dem König. Aber er hat einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und das Herz am rechten Fleck. Was ihn allerdings auch immer wieder in Schwierigkeiten bringt.
Zusammen mit Jack Barak und seinem jungen Kanzleimitarbeiter Nicholas begibt er sich auf die Suche nach dem verschwundenen Manuskript. Die Spur führt bis in höchste Kreise und es wird klar, dass jemand sehr Mächtiges im Hintergrund die Fäden ziehen muss. Durch Überraschungen und Wendungen wird die Spannung auf den rund 730 Seiten durchweg aufrecht erhalten.
Wie immer gelingt es dem Autor, historische Fakten und Fiktion authentisch zu verknüpfen. Das gilt auch für historische Personen, die er geschickt in die Geschichte einbaut, wie z. B. Richard Rich, Bischof Cranmer und Kardinal Gardiner und natürlich den König und die Königin.
C. J. Sansom ist im April letzten Jahres leider verstorben, er wurde 71 Jahre alt. Das bedeutet natürlich, dass die historische Kriminalromanreihe um Anwalt Matthew Shardlake nicht fortgeführt wird. Mir bleibt somit nur noch der letzte Teil zu lesen: „Die Gräber der Verdammten“.
- Eva-Isabel Schmid
Paracelsus - Auf der Suche nach der unsterblichen Seele
(41)Aktuelle Rezension von: 65_buchliebhaberParacelsus studiert in Basel, gemeinsam mit seinem Freund Caspar. Beide geraten ins Visier der Inquisition, als ein neuer Bischof ihnen das Sezieren von Leichen verbietet und sie versuchen, dieses Verbot zu umgehen. Paracelsus rutscht in den Okkultismus, um die Suche nach der menschlichen Seele weiter zu verfolgen. Caspar konzentriert sich auf sein Medizinstudium. Politische Unruhen, die sich gegen den neuen Bischof richten, machen ihnen das Leben zudem schwer. Der erste Band um den bekannten Arzt konzentriert sich auf seine Studienzeit.
Der Schreibstil ist teilweise schwer zu lesen, denn in einigen Bereichen zieht sich das Geschehen doch sehr und die Autorin verzettelt sich in den Geschehnissen. Der Anteil der okkulten Suche war mir zu ausgeprägt und düster beschrieben. Leider konnte mich das Buch nicht so ganz überzeugen; ich werde aber trotzdem auch den zweiten Band lesen, um mitzuerleben, wie Paracelsus sich nach dem Studium weiter entwickelt.
- Thomas Kaufmann
Erlöste und Verdammte
(2)Aktuelle Rezension von: M.Lehmann-PapeBreiter Blick auf das Geschehen in europäischem Maßstab
Wie sehr es „menschelt“ im und um den Glauben herum, das ist für dieses detaillierte und mit weitem Blick angelegte Werk Kaufmanns keine Frage irgendwelcher interner Anekdoten um Luther und „die Reformatoren“ herum, sondern, letztendlich, liest man das Werk mit den auch politischen Dimensionen, die Kaufmann aufwirft, eine der zentralen Entwicklungslinien der Reformation. Die in Deutschland in der Gestalt Luthers zwar ihren Anfang und Beginn markiert, die aber einerseits in der Entwicklung und Entfaltung eines modernen „Massenmediums“ (des Buchdrucks) und in ihren machtpolitischen Interessen und Auswirkungen erst im Gesamten das ausmacht, was als „Zeitenwende“ zur Moderne hin definiert werden kann.
„Die reformatorische Bewegung besaß historische Durchschlagskraft, weil sie sich in ihrer Gegnerschaft gegen das überkommene Kirchenwesen, in der alleinigen Orientierung an dem ….. Evangelium und in der Solidarität mit……Luther einig war“.
Eine Kraft, die in dieser Einigkeit gerade zu Anfang der Bewegung wichtig war, als es gelang, theologische Differenzen für eine, entscheidende, Weile in den Hintergrund treten ließ und dann die verschiedenen, einander auch in Abneigung gegenüberstehenden Strömungen der Reformation zu einem Zeitpunkt aufflammen ließ, als ein solides Fundament der Veränderung bereits gelegt war.
Auseinandersetzungen über das konkrete Verständnis zentraler biblischer Aussagen und, zumeist, auch unterschiedliche Vorstellungen politischer Art, deren Bogen von der „Revolution“ bis zum „Gottesstaat“ (in Genf später durch Calvin mit „eiserner Hand“ erprobt) reichten.
Und das alles war und ist beileibe nicht auf Deutschland beschränkt gewesen und geblieben. Kaufmann als Kirchenhistoriker öffnet mit diesem, sehr akribisch den einzelnen Richtungen nachgehenden, Werk zugleich den „europäischen Blick“ auf das Geschehen der Reformation, der „Kirchenspaltung“, die mehr war als eine rein theologische Lehrauseinandersetzung, sondern die ein wichtiges Element auch der Aufklärung und damit der massiven Veränderungen der politischen Landkarte Europas wurde.
Wenn Kaufmann sorgfältig der unmittelbaren Entwicklung zunächst nachgeht in den „Territorial- und kirchenpolitischen Entscheidungen“ in der Folge des Wirkens der Reformatoren mit der Errichtung evangelischer Kirchentümer und, vor allem, mit der einerseits theologischen „Vereinigung“ in der „Confessio Augustana“ (trotz aller Zerwürfnisse und Unterschiede im reformatorischen Lager) und andererseits in der brüsken Ablehnung derselben durch den Kaiser.
Die umgehende Bildung des „schmalkaldischen Bundes“ als nun auch weltliche, politische Kraft der Reformation.
Hier sieht Kaufmann einen der entscheidenden Wendepunkte zur „Veränderung der Welt“ hin.
„Nach einem Jahrzehnt……war die Reformation und ihr Überleben spätestens seit dem Augsburger Reichstag definitiv und unausweichlich eine primäre politische Frage geworden. Die evangelischen Theologen wussten und bejahten dies“.
Im Gesamten also richtet sich Kaufmanns umfassende Darstellung weniger an und um die Person Luther herum zum „Reformationsjubiläum“, sondern in sehr gelungener Weise und mit weitem Blick zeigt Kaufmann „Die Reformation“ als religiöse und politische Kraft an sich auf. Von der Einigkeit bis zu den inneren Zerwürfnissen, von der gedachten „Erneuerung der katholischen Kirche “ hin zu einer neuen, eigenständigen, politisch benutzten und politisch aus sich heraus wirkenden Kraft bis hin zur Bedeutung des Buchdrucks, der die Reformation überhaupt erst möglich machte finden sich alle Entwicklungsschritte übersichtlich strukturiert im Buch wieder.
Die wesentlichen Impulse für die Moderne, die in der Gegenwart immer noch erkennbare Wirkungen entfalten werden dabei im „Gesamtblick“ erfasst, wie aber auch die einzelnen Personen und Abläufe „im Kleinen“ nicht zu kurz kommen (Wiedertäufer in Münster, Mystiker und Spiritualität, frühreformatorische Bewegungen außerhalb des engeren Ablaufs in Deutschland, ein breiter Blick auf Calvin und vieles mehr).
Ein Werk, das gerade Recht zum Jubiläumsjahr kommt, um die „rote Linie“ vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart zu ziehen und dabei eher das große Ganze im Blick hält, statt sich in einzelnen Ereignissen aufzureiben. Für Kaufmanns Ziel eine gelungene Darstellung, für Leser, die an einzelnen Punkten gerne vertiefender arbeiten möchten eine gute „Plattform“ als Orientierung. - Sophia Langner
Die Herrin der Lettern
(30)Aktuelle Rezension von: Mary2Die Leser werden von Sophia Langner in das 16. Jahrhundert geführt und tauchen tief in das Alltagsleben einer Handwerker-Familie ein.
Schauplatz ist eine Drucker-Werkstatt in Tübingen sowie weitere Städte des Herzogtums Württemberg.
Protagonistin ist Magdalena Morhart, eine außerordentlich starke Frau im 16. Jahrhundert.
Im Alter von knapp fünfzig Jahren ist sie zwei Mal verwitwet. Ihr zweiter Mann hinterlässt ihr die Drucker-Werkstatt, die sie gemeinsam mit ihren fünf Kindern fortan selbst betreibt.
Sie setzt sich in einem Erbstreit gegen ihren Stiefsohn durch und bleibt über viele Jahre erfolgreiche Leiterin der Buchdruckerei.
Diese Erfolgsgeschichte basiert auf historischen Tatsachen und die gründliche Recherche ist diesem Buch auch jederzeit anzumerken. Persönlichkeiten der Zeitgeschichte werden genau wie einschneidende Ereignisse (z.B. die Pest im Jahr 1555) geschickt eingearbeitet und behutsam um Handlungsträger der fiktiven Ereignisse ergänzt.
So kann man am Schicksal der Protagonistin genau so teilnehmen wie am Leben ihrer Kinder und am Universitäts-Leben der Stadt Tübingen.
Der Erzählstil ist sehr plastisch, das Buch passend in Abschnitte und Kapitel untergliedert und ergänzt durch ein einordnendes Nachwort sowie ein Glossar. Die über 500 Seiten Lektüre lassen sich leicht lesen und haben mich bis zum Ende beeindruckt.
Fazit:
Ein erstklassig recherchierter und lehrreicher historischer Roman aus der Feder einer jungen Wissenschaftlerin, die hier unter einem Pseudonym veröffentlicht hat.
Volle Leseempfehlung für alle Freunde des Genres.
- Lyndal Roper
Der Mensch Martin Luther
(4)Aktuelle Rezension von: Koala_11Die Biographie beleuchtet nicht nur den Menschen Martin Luther, sondern zeichnet gleichzeitig ein präzises Bild der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten seiner Zeit. In diesem Kontext wird das Wirken und Handeln Luthers noch plastischer und fassbarer.
Lyndal Ropers Buch zeichnet sich durch einen sehr flüssigen Schreibstil aus, der die Biographie zu keinem Moment zu einer trockenen Angelegenheit und einer reinen Aneinanderreihung von Fakten macht.
Ich halte es für absolut lesenswert und würde es jederzeit weiterempfehlen.
- Simone Dorra
Schierlingstod
(19)Aktuelle Rezension von: MotherGooseIn diesem fesselnden historischen Roman, dessen Handlung in der Mitte des 16. Jahrhunderts spielt, suchen die katholische Nonne Fidelitas und der evangelische Theologe Valentin Schmieder nicht nur nach der Wahrheit in Glaubensfragen, sondern sind auch mit der Aufklärung des Mordes an einem jungen Adligen aus dem Umfeld der heilkundigen Nonne beschäftigt.
Mit lebendigem Sprachstil gelingt es der Autorin, den damaligen Alltag anschaulich zu schildern und den Leser in die Zeit kurz nach der Reformation hineinzunehmen .
Interessant gezeichnete Charaktere tragen zum Lesevergnügen bei.
Wie die Geheimnisse, Verletzungen und verborgener Hass miteinander verknüpft sind, die dann so unheilvoll enden, das wird erst nach und nach offenbar und ist spannend beschrieben.
Von mir eine klare Leseempfehlung für dieses Buch – ich habe es sehr gern gelesen.
- Birgit Jasmund
Luther und der Pesttote
(23)Aktuelle Rezension von: BettinaLausenIn Wittenberg bricht 1517 die Pest aus. Almuths Verlobter Tamme soll auch unter den Opfern sein, so behauptet es sein Stiefvater. Doch Almuth glaubt nicht daran. Sie versucht der Wahrheit auf den Grund zu gehen und bekommt dabei Unterstützung von Martin Luther. Dieser Kriminalfall ist einem echten Fall der damaligen Zeit nachempfunden und es tauchen viele historische Persönlichkeiten auf.
In einem anderen Handlungsstrang wird die Geschichte Tetzels und Martin Luthers geschildert. Die Autorin hat eine tolle Idee gehabt, wie die Thesen Luthers an die Schlosskirche zu Wittenberg gekommen sind und nutzt hier die Forschungslücke geschickt aus.
Insgesamt ist es spannender, mitreißender und solide recherchierte Roman. Es gibt jedoch kleine Ungereimtheiten, was Luther angeht. In dem Roman betet Luther für Verstorbene, was ein katholischer Brauch ist. Seine Thesen sprechen eine andere Sprache, nämlich von persönlicher Buße. Zudem denkt Luther an einer Stelle, dass Seelen auf ewig im Fegefeuer lodern. Laut der damaligen Vorstellung war es jedoch nur ein zeitweiliger Läuterungsort.
Zudem gibt es einige Perspektivbrüche. Perspektivwechsel innerhalb von Szenen ohne Absatz, oder der plötzliche Einsatz eines allwissenden Erzählers, der sonst nicht auftaucht.
Trotz dieser kleinen Ungereimtheiten, ein spannender Roman, den ich gerne gelesen habe.
- Andreas Malessa
Hier stehe ich, es war ganz anders
(3)Aktuelle Rezension von: derMichiPünktlich zur Lutherdekade und überpünktlich zum 2017 bevorstehenden Reformationsjubiläum erreicht uns ein neues Werk über den Reformator selbst. Unter den vielen Werken, die populäre Irrtümer und "unnützes Wissen" präsentieren wollen reiht sich nun also auch eines über Martin Luther ein, das mit volksmündlich überlieferten Fehlern aufräumen will.
Seien es die oftmals falsch zugeordneten Luther-Zitate, bekannte Mythen oder erstaunliche Fakten über das Leben des bekannten Wittenberger Ex-Mönchs, Andreas Malessa belegt und widerlegt seine Erkenntnisse fast ausschließlich durch von Luther selbst oder von seinen Zeitgenossen verfassten Quellen. Dabei erfährt der geneigte Leser so manches über die Verhältnisse des sechzehnten Jahrhunderts, wo es durchaus vorkam, dass die Hochzeitsnacht unter den Augen von Zeugen stattfand, um der Ehe ihre offizielle Gültigkeit zu verleihen. Auch auf das im Titel angespielte Zitat und die näheren Umstände von Luthers Prozess und Verfolgung wird eingegangen. Seine oft derb anmutende Ausdrucksweise spielt ebenso eine Rolle wie die tatsächliche Positionierung Luthers gegenüber gewissen Zeitgenossen, die seine Worte allzu radikal in die Tat umsetzten. Dabei entsteht in allen Belangen ein rundes Bild des Jubilars, das beinahe als alternative Biografie durchgehen könnte. Malessas lockere Schreibweise macht dieses ebenso informative wie unterhaltsame kleine Nachschlagewerk trotz seiner vielen Fußnoten auch für nicht theologisch vorgebildete Laien gut verständlich. Ergänzt wird der Text durch passende freche Karikaturen von Thees Carstens, der auch das Titelbild beisteuerte.
Lediglich zwei peinliche Fehler haben sich in dem Kapitel "Luther übersetzte als Erster die Bibel ins Deutsche" eingeschlichen. Dort wird zunächst der im vierten Jahrhundert lebende Gotenbischof Wulfila als erster Übersetzer einer deutschen Bibel angegeben. Zu recht weist der Autor darauf hin, dass "man sich natürlich streiten kann, ob das schon 'Deutsch' war, was er da schrieb"*, denn das Gotische ist als altgermanischer Sprachzweig spätestens im siebenten Jahrhundert ausgestorben. Damit kann es aber streng genommen nicht einmal ansatzweise als ein Vorläufer der heutigen neuhochdeutschen Sprachvarietäten gelten, die sich am ehesten aus den alt- und mittelhochdeutschen Dialektgruppen entwickelt haben. Des Weiteren wird im selben Kapitel das gotische Vaterunser folgendermaßen zitiert:
"Atta unsar pu in himimam weihnai namo pein qimai piudinassus peins [...]"**
Hier ist dem Autor oder möglicherweise auch dem Typografen ein noch gravierenderer Fehler unterlaufen, denn sämtliche Wortanfänge, die mit dem altgermanischen Thorn (Þ) beginnen müssten, wurden hier durch den Buchstaben P ersetzt. Damit ergeben sich nicht nur teils neue Wörter, sondern es entsteht ein pseudogotisches Kauderwelsch, das jedem Sprachwissenschaftler Schmerzen bereiten dürfte.*** Korrekt müsste es heißen:
"atta unsar þu in himinam weihnai namo þein qimai þiudinassus þeins [...]"****
Abseits davon kann man sich nicht beschweren. Fundierte Recherche und quellennahes Argumentieren sorgen für Glaubwürdigkeit, die unbeschwerte Herangehensweise für viele vergnügliche Lesestunden.
Seitenzahl: 192 Format: 14 x 21,5 cm, gebunden Verlag: SCM Hänssler
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*Malessa, Andreas. Hier stehe ich, es war ganz anders - Irrtümer über Luther, S. 41. SCM Hänssler, Holzgerlingen 2015
** ebd.
*** vgl. Jantzen, Hermann. Gotische Sprachdenkmäler. G.J. Göschen'sche Verlagshandlung, Leipzig 1905
**** Braune/Ebbinghaus. Gotische Grammatik, S. 141. Max Niemeyer, Tübingen 1961 - Loel Zwecker
Vom Anfang bis heute
(19)Aktuelle Rezension von: WolfhoundLoel Zwecker komprimiert uns hier die Weltgeschichte auf unter 500 Seiten.
Dabei schafft er es durch seinen Schreibstil, aber auch durch vereinzelt eingestreute unnütze Anekdoten, den manchmal doch recht trockenen Geschichtsaspekt aufzulockern. An einigen Stellen konnte ich mir ein Schmunzeln oder auch Lachen nicht verkneifen.
Die Themen sind gut aufgearbeitet und machen auch Spaß. So bekommt man einen schönen knackig kurzen Einblick in vielen Aspekte unserer Geschichte.
Jedoch werden auch hier (unvermeidbare?!) Schwerpunkte wie z. b. die französische Revolution gesetzt und andere Bereiche werden nur angerissen. So werden Jahrhunderte der afrikanischen Geschichte nur wenige Seiten.
Auf der anderen Seite sind so schwierige Themen wie Rassismus und die Kolonialisierung meiner Meinung nach gut dargestellt und aufgearbeitet.
Leider ist der lockere, moderne Stil des Buches auch auf einigen Strecken etwas anstrengend und die Coolness und der Humor wirken zu gewollt, was mir zum Ende hin den Lesespaß etwas verhagelt hat. Dennoch ist es ein absolut lesenswertes Buch, aus dem man einiges mitnehmen kann und das mein Wissen in einigen Belangen doch wieder sehr aufgefrischt hat
- Ulinka Rublack
Der Astronom und die Hexe
(9)Aktuelle Rezension von: Gwhynwhyfar«In Württemberg erhielten junge Männer und Frauen die gleiche Mitgift, wenn sie heirateten. Zwar war es alleinstehenden Frauen gesetzlich verboten, ein Handwerk zu erlernen, so dass ihnen die meisten Berufe verschlossen blieben, aber von Frauen die mit Handwerkern verheiratet waren, erwartete man, dass sie mit ihren Männern zusammenarbeiteten, den Beruf erlernten und halfen, die Produkte zu verkaufen und Schulden einzufordern. Mit anderen Worten: Frauen waren Mitarbeiter. Da sie keinen Lohn bekamen, waren sie gesuchte Arbeitskräfte.»
Deutschland, 1615 (1618 bricht der Dreißigjährige Krieg aus). Die Mutter des berühmten Astronomen Johannes Kepler wird als Hexe angeklagt. Es ist eine Welt im Wandel zwischen Magie und moderner Wissenschaft, in der auch die Grenze zwischen Okkultismus und Heilkunde fließend war; Ulinka Rublack beschreibt im Mikrokosmos die Welt von Leonberg, bei Stuttgart, die sich natürlich auf Gesamteuropa übertragen lässt. Sie zeigt auf, wie der Vorwurf der Hexerei Familien entzweit. Keplers Mutter Katharina ist hier der Mittelpunkt der Geschichte, der Stand der Frauen zu dieser Zeit. Johannes Keplers Leben ist darin eingeflochten, aber eben nur am Rande, in der Hauptsache als ihr Verteidiger vor Gericht. Gerade als Johannes Keplers Karriere auf ihrem Zenit steht, wird seine Mutter der Hexerei angeklagt. Er unterbricht seine naturwissenschaftliche Forschung für sechs Jahre, um ihre Verteidigung zu übernehmen, eine ziemlich vertrackte juristische Angelegenheit, die der hochintelligente Mann selbst an seine Grenzen bringt und zu einer Meisterleistung anspornt.
«Drei Strategien halfen den Astronomen der Frühen Neuzeit dabei, die erforderliche Aufmerksamkeit zu bekommen. Sehr vorteilhaft war es, wenn man behaupten konnte, dass es um bahnbrechende Entdeckungen ging, diese für die Allgemeinheit von Bedeutung waren und konkurrierende Ideen sich schlüssig als falsch beweisen ließen. Das veranlasste Skeptiker allerdings dazu, stets davon auszugehen, dass Gelehrte in ihrer Begeisterung zu übertriebenen Behauptungen neigten.»
Die Autorin schafft es, uns die Denkweisen und sozialen Gefüge des 17. Jahrhunderts nahezubringen, zeigt, wie stark der Aberglaube verwurzelt ist und wie langsam die Wissenschaft Fuß gewinnen kann. Das Buch beginnt mit der Beschreibung des Lebens in Leonberg und Umgebung, mit den strengen Verordnungen, die das Leben bestimmen. Handwerk und Handel unterliegen scharfen Gesetzen, um neun Uhr darf man im Sommer am Abend nicht mehr das Haus verlassen, im Winter um acht Uhr. Frauen stehen gleichberechtigt neben ihren Männern in der Arbeitswelt, auch wenn der Mann offiziell den Hut aufhat. Katharina Guldenmann heiratet Heinrich Keppler, der sich allerdings als unzuverlässiger Ehemann zeigt, immer wieder verlässt er die Familie, um als Söldner anzuheuern – das wird ziemlich gut bezahlt, aber bei Keppler scheint es mehr ums Abenteuer zu gehen. Beim ersten Mal reist Katharina, als sie die Geduld verliert, sogar nach ein paar Jahren hinter ihm her und holt ihn nach Hause, worauf sie ein Haus in Leonberg beziehen. Johannes Keppler kommt auf die örtliche Lateinschule und zeigt sich als hochintelligent. Zu dieser Zeit gab es viele Stipendien die es Kindern aus einfachen Familien erlaubte, höhere Schulen zu besuchen und zu studieren. Heinrich macht sich wieder von dannen. Katharina bestellt allein die Felder, vermehrt ihr Geld und kauft sich Land dazu. Jedes Mal kommt der Ehemann lädierter nach Hause, bis er 1590 endlich stirbt. Johannes legt in Tübingen an der Universität das Magisterexamen ab und bleibt, um Theologie zu studieren – das ist der Wunsch von Mutter und Großvater. Er wechselt nach vier Jahren nach Graz, um Mathematik zu studieren. Katharina ist eine sehr fleißige Frau und schafft es aus eigener Kraft zu einem kleinen Wohlstand, kauft sogar ein neues Haus, eins im gehobenen Standard. Johannes heiratet Barbara und als Protestanten sind sie bald gezwungen, Graz zu verlassen. Sie ziehen nach Prag, wo Kepler bald zum kaiserlichen Mathematiker ernannt wird. Wegen der Gegenreformation muss er 1612, zwölf Jahre später, auch Prag verlassen, bereits als wichtiger Astronom zu Ruhm gekommen. Er geht mit seinen Kindern nach Linz, seine Frau ist verstorben. 1615 wird seine Mutter, die nun ungefähr 70 Jahre alt ist, in Leonberg der Hexerei angeklagt: Die Bürgerin Ursula Reinberg leidet seit vier Jahre unter chronischen Schmerzen, seit Katharina Kepler ihr ein Getränk angeboten habe, das ursächlich der Grund für ihre Beschwerden sei. Aus diesem Gerücht wird eine Anklage. Der erste, der seine Mutter Jahre vorher als Hexe bezichtigte, war ein eigener Sohn gewesen, nur weil sie ihm in den kargen Zeiten kein Fleisch beschaffen konnte. Stück für Stück berichten weitere Augenzeugen von absonderlichem Verhalten bei der «Keplerin». 1620 wird sie verhaftet. Typisch für diese Zeit: Gern wird alten, gebrechlichen, alleinstehenden Frauen alles Unglück zugeschrieben, vom Hagel zu Missernten, Krankheiten, Totgeburten usw.
«Keplers außergewöhnliches Selbstvertrauen wurde durch ein sehr besonderes Netzwerk aus Tübinger Freunden gefördert. Wir müssen uns vergegenwärtigen, wer diese Männer waren, um zu verstehen, warum sich Kepler, trotz aller aufgezwungenen Einschränkungen, als Teilnehmer einer Auseinandersetzung über neue Wissensformen und soziale Reformen fühlte. Seine intellektuelle Welt war keineswegs provinziell, sondern vollkommen auf der Höhe dessen, was damals in Europa möglich war.»
Aber auch Johannes Kepler lebte gefährlich. Er war Anhänger von Galileo Galilei, seinen weltverändernden Erkenntnissen. Sein sogenanntes heliozentrisches Weltmodell erklärt, dass die Planeten um die Sonne kreisen und die Sonne Mittelpunkt des Systems sei. Damals eine ketzerische Behauptung. Zu dieser Zeit gab es keine Trennung von Wissenschaft, Alchemie und Okkultismus – es war ein fließender Übergang, das Spannungsverhältnis gab es zur modernen Naturwissenschaft, sie galt als anrüchig, als Teufelswerk. Im ersten Teil des Buchs beleuchtet Ulinka Rublack die Familie Kepler und ihr tägliches Leben in Leonberg, das Sittengemälde der Zeit. Dabei nimmt sie das Leben von Frauen in den Focus, ihre Rechte, insbesondere die von alleinstehenden Frauen. Katharina muss sich immer wieder jahrelang allein mit ihren Kindern durchschlagen, später als Witwe ist sie gänzlich auf sich allein gestellt – ein Beispiel für viele Frauen dieser Zeit, auch das Bild alter Frauen in der damaligen Gesellschaft. Der Stellenwert von Kräuterkunde auf der Seite von Katharina und den einfachen Menschen und die der Astronomie in der Wissenschaft von Johannes sind Sinnbild des Umbruchs. Interessant ist gleichermaßen der zweite Teil, der sich mit dem Prozess beschäftigt, den Rechtsauffassungen zum Umgang mit sogenannten Hexen. Hervorheben möchte ich, dass dieses Buch unterhaltend geschrieben ist, spannend, ein historisches Sachbuch, das trotz erzählerischer Kraft nie in Kitsch verfällt oder zu Übertreibung neigt. Die Autorin schafft es, fesselnd die Sachverhalte offenzulegen. Erst ganz am Ende erfährt die Leserschaft, wie der Prozess ausgeht.
Ulinka Rublack, geboren 1967 in Tübingen, lehrt seit 1996 Europäische Geschichte der Frühen Neuzeit am St John‘s College in Cambridge. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören Genderstudien, Materialitätsgeschichte und Fragen der kulturellen Identität. Neben eigenen Büchern schreibt die Mitbegründerin des Cambridge Center for Gender Studies für »Die Zeit« und ist Fellow der British Academy. Für dieses Buch erhielt sie den renommierten Preis des Historischen Kollegs.
https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/der-astronom-und-die-hexe-von-ulinka.html
- Jürgen Seidel
Das Mädchen mit dem Löwenherz
(27)Aktuelle Rezension von: SteffiVSDas Cover ist sehr schön, hat gleichzeitig aber etwas geheimnisvolles.
Anna, ein dreizehnjähriges Mädchen, wächst bei einer Pflegefamilie auf. Eines Tages wird sie von einer Gruppe katholischer Würdenträgern, die der Reformation nicht abgeneigt sind, mit auf deren Wanderung genommen. Denn dieser Würdeträger erkennt Annas Gabe, gelesenes Wortgetreu wiederzugeben und möchte Annas Gabe dafür benutzen die Machenschaften von den höchsten Würdenträgern der katholischen Kirche aufzudecken und ein Ende zu setzen. Doch diese sind ihnen immer ein Schritt voraus.
Die Geschichte ist in Briefform geschrieben, die Anna an Martin Luther schreibt. Sie erzählt all ihr erlebtes und bittet ihn mehrmals um Hilfe.
Fazit:
Das Buch fällt in die Genre Thriller. Leider konnte ich keine Thrillerelemente erkennen.
Ich persönlich habe etwas ganz anderes von dem Buch erwartet, da sich der Klappentext wirklich spannend anhört und würde enttäuscht. Da dieser Briefwechel nur einseitig stattfindet, wird es schnell langweilig. Man hofft bis zum Schluss, dass auch Martin Luther mehr in Erscheinung tritt, was aber nicht passiert, bis auf einem Brief am Ende, der auch noch frustrierend ist.
Der Schreibstil ist gut, viele Wörter werden am Ende beschrieben, man erfährt einiges aus der Reformationszeit und die Macht der katholischen Kirche, die einem immer wieder nur fassungslos macht.
Doch leider konnte die Geschichte mich nicht 100% mitreißen. - Gilbert Morris
Das Schwert der Wahrheit
(17)Aktuelle Rezension von: BuchbloggerinIch möchte euch heute einen historischen Roman vorstellen, der sehr empfehlenswert ist! Mir war nicht klar, dass mich Das Schwert der Wahrheit von Gilbert Morris so sehr umhauen würde, denn ich muss zugeben, es hat etwas gedauert, bis die Geschichte mich für sich eingenommen hat. Die zweite Hälfte hatte es dann aber wirklich in sich.
Autor: Gilbert Morris, Verlag: SCM Hänssler, Seitenzahl: 458, Ausgabe: gebunden, erschienen am: 16.05.2019, Neupreis: 19,99 €, Originaltitel: The Sword of Truth
Der erste Band der Wakefield-Saga! England im 16. Jahrhundert. Durch tragische Umstände lernt Myles, unehelicher Sohn einer Magd, seinen adeligen Vater kennen: Sir Robert Wakefield. Plötzlich findet Myles sich im schillernden Hofleben voller verwirrender Liebesaffären und Machtkämpfe wieder. Als er in die Auseinandersetzungen um William Tyndale gerät, der die Bibel ins Englische übersetzt, muss er sich entscheiden zwischen der Frau, die er liebt, und dem Glauben, dem er seinen Lebenssinn verdankt.
Wie bereits erwähnt, verlief die erste Hälfte des Romans eher unspektakulär. Es war nicht langweilig, aber die Erzählweise war ruhig und im Vergleich zum späteren Verlauf der Handlung war es einfach noch nicht so „spannend“. Nach und nach lernt man all die Charaktere kennen, und auch wenn es viele waren, hat der Autor es geschafft, diese so in die Handlung einzubinden, dass es mir nicht schwer fiel, die Personen zuzuordnen und mir zu merken, wer wer war.
Ich habe bisher noch keinen Roman gelesen, in dem einem die Historie (hier: die Geschichte Englands) nebenbei, aber doch interessant und prägnant nahegebracht wird wie in Das Schwert der Wahrheit. Mir sind viel mehr Einzelheiten über die Zeit des Heinrich VIII. in Erinnerung geblieben, als früher im Geschichtsunterricht zu Schulzeiten. Nachdem ich den Roman beendet hatte, habe ich mir den Wikipediaeintrag zu Heinricht VIII. durchgelesen und musste feststellen, dass der Roman sehr nah an der Wahrheit steht (außer was die fiktiven Personen angeht :)).
Wer also auf „spielerische“ Weise etwas Geschichte lernen möchte, sollte dieses Buch unbedingt lesen.Doch nicht nur, dass man vieles daraus lernen konnte, hat mir gefallen. Der Autor hat kein Blatt vor den Mund genommen, wenn es darum ging, unschöne, teils schreckliche Szenen zu beschreiben. Es werden Folterungen, Stierkämpfe (aber auch Kämpfe unter anderen Tieren) beschrieben usw., Szenen, die wirklich unter die Haut gehen. Und wenn dann noch reale Schauplätze erwähnt werden, z. B. der Tower of London, fühlt man sich beim Lesen schon ganz anders – oder?
Das, was ich besonders spannend fand, war, dass in diesem Roman eine sehr berühmte Persönlichkeit auftaucht: William Tyndale. Er hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die Bibel zu übersetzen, und er war der erste, der für die mehrere Länder umfassende Verbreitung der Bibel gesorgt hat. In diesem Roman war Myles, der Protagonist, Teil dieser geheimen und sehr gefährlichen Aktion. Einige Jahre hatte er mit Tyndale zusammengearbeitet und die Bibeln aus Deutschland nach England geschmuggelt. Wenn man bedenkt, dass jeder heutzutage (jedenfalls bei uns in Europa) so viele Bibeln haben kann, wie er nur möchte, ist es wirklich krass, was früher alles dafür getan wurde, dass man eine Bibel zumindest einmal in der Hand halten konnte.
Ihr seht also, dieser Roman ist spannend und informativ. Ich wünsche mir, dass jeder dieses Buch lesen würde, denn darin erfährt man nicht einfach nur viel über die Geschichte Englands, sondern auch einen Teil der christlichen Geschichte. Und Morris hat es geschafft, dies auf eine so spannende Art zu erzählen, dass man das Buch irgendwann nicht mehr weglegen möchte. Eigentlich ist es ein 5-Sterne-Buch, doch ich vergebe 4 von 5 Sterne, denn ich gehe davon aus, dass die folgenden Bände mindestens genau so gut sind (hoffentlich)!
Also: eine mega Leseempfehlung!! - Petra Gabriel
Zeit des Lavendels
(6)Aktuelle Rezension von: Barbara62Zum Reformationsjubiläum 2017 passt der historische Roman Zeit des Lavendels von Petra Gabriel, in dem es um das dramatische Schicksal einer jungen Frau Mitte des 16. Jahrhunderts geht. Der Bauernkrieg ist kaum 20 Jahre vorbei, die Buntschuhler noch in den Wäldern, Luthers Lehren faszinieren immer mehr Menschen, obwohl die katholische Kirche die "Ketzer" verfolgt, und die Hexenverfolgungen sind auf ihrem Höhepunkt.
Im Mittelpunkt des Romans steht Katharina, ein Findelkind, das im weltlichen Damenstift Seggingen aufgezogen wurde. Als sie wegen ihrer Heilkünste als Hexe "entlarvt" wird, muss sie zur Schwester der Äbtissin des Stifts ins reformierte, tolerante Basel fliehen. Dort verfällt sie dem Diakon, Frauenheld und Bösewicht Thomas Leimer, der mit den Protestanten sympathisiert. Es bedarf zahlreicher Verwicklungen und Schicksalsschläge, ehe es für Katharina zu einem Happy End kommt.
Ich habe bei der Lektüre wieder einmal festgestellt, dass historische Romane dieser Art nicht mein Ding sind, weder in sprachlicher Sicht noch mit der klaren Gut-Böse-Zuordnung. Außerdem bin ich mit der Figur der Katharina und ihren Entscheidung nicht recht warm geworden. Wer aber gerne historische Romane mit einer Liebesgeschichte liest, wird mit diesem Buch wahrscheinlich glücklicher als ich. - Christoph Born
Die Lutherverschwörung
(3)Aktuelle Rezension von: SonnenwindIm Jahr 500 nach der Reformation ist Luther natürlich Tagesgespräch. Und es kommen haufenweise Bücher auf den Markt, die diese Zeit behandeln. So wie dieses – obwohl es nicht mehr ganz taufrisch ist.
Sehr ansprechend in Romanform verpackt und soweit möglich an den geschichtlichen Tatsachen orientiert, bietet uns der Autor einen interessanten Einblick in die Zeit der Reformation. Wir erleben Luther in seinem Alltag, betrachten seine Kämpfe und lernen seine Ansichten kennen. Ebenso begegnen wir seinen Freunden und Bekannten – und seinen Feinden. Dadurch versteht man vieles besser, kann sich in die Umstände hineindenken und darüber nachdenken, wie man selbst in derselben Situation empfunden und entschieden hätte.
Einige Personen, die so nicht überliefert sind, werden mit persönlichen Schicksalen erwähnt, was das Ganze sehr warm und farbig macht.
Spannend und unterhaltsam geschrieben und sehr angenehm zu lesen! Was mir allerdings gefehlt hat: Obwohl es hier um Luther geht, der sich wohl mehr als jeder andere darum verdient gemacht hat, das Evangelium zu den Menschen zu bringen, kommt im ganzen Buch kaum etwas vom Evangelium vor. Erwähnt wird nur, mit welchen speziellen Lehren Luther selbst kämpfen mußte, aber vom Evangelium der Befreiung vom Zwang des Katholizismus und der Freiheit des Glaubens kommt sehr wenig vor. Ein Sachbuch mit guter Unterhaltung, aber kein Buch, das zum Glauben ermutigt.
- Bettina Lausen
Die Reformatorin von Köln
(26)Aktuelle Rezension von: BelisKurz nach dem Tod ihres geliebten Bruders glaubt Jonata mit dem Kauf eines Ablassbriefes Lucas aus dem Fegefeuer errettet zu haben. Als sie jedoch auf einer Reise ins entfernte Sachsen mit den Thesen Luthers in Berührung kommt schwindet ihre Zuversicht. Kann es sein dass der Handel nicht den armen Seelen, sondern nur dem gefüllten Säckel der Kirche dient, wie Luther schreibt? Im persönlichen Gespräch mit dem Augustinermönch und Reformator Luther übernimmt Jonata dessen Ansichten.
Zurück in Köln beschließt die Brauer Tochter Luthers Schriften zu verbreiten. Doch kaum hat sie einen Verbündeten gefunden ruft die Kirche, insbesondere die nahegelegene Dominikanerabtei, auf, jeden der Luthers Lehre anhängt als Ketzer zu denunzieren. Die Inquisition greift unbarmherzig um sich.
Zitat: Die Regeln des Klosters waren einfach, doch außerhalb der Mauern schien der Teufel sein Unwesen zu treiben. Er musste den HERRN bitten, ihm den Weg zu weisen.
Der Gefahr trotzend stellt sich Jonata mutig nicht nur in dieser Hinsicht der männerdominierten Gesellschaft entgegen.
Verflochtene Handlungsstränge erzählt aus unterschiedlicher Perspektive beleuchten die größtenteils fiktiven Geschehnisse. Der Sprachstil, beeindruckende Schilderungen und die tiefgründige Recherche verleihen der Handlung jene teils düstere und doch immer wieder von Hoffnung durch drängte Atmosphäre des Mittelalters. Nach kurzer Einlesezeit tauche ich in die fesselnde Erzählung ab, durchlebe Ängste und Nöte mit Jonata und freue mich über kleine und größere Erfolge.
Mir gefällt dieser historische Roman sehr gut. Details wie der Epoche, entsprechende Namenswahl, angeglichene Dialoge und bildstarke Beschreibungen unterstützen die charakterstarken Figuren. Erkennbare Entwicklungen und überraschende Wendungen, sympathische Figuren und sofort erkennbare Gegenspieler, alles dabei.
- Maja Nielsen
Martin Luther
(1)Aktuelle Rezension von: Gela_HKPassend zum Reformationsjubiläum vermittelt das reich bebilderte Sachbuch einen Einblick in das Leben und Wirken Martin Luthers. Maja Nielsen schildert in verständlichen Worten, wie Martin Luther seinen vom Vater vorbestimmten Lebensweg für die Kirche verließ und zum Reformator wurde. Dank der gelungenen Illustrationen von Anne Bernhardi kann man sich sehr gut vorstellen, wie Luther lebte. Empfohlen ist das Buch für Leser von 12 bis 15 Jahren.
Durch viele Infoboxen, die den Sachtext begleiten, werden auch schwierige Sachverhalte gut verstanden. Für meine Kinder war es interessant zu erfahren, dass durch die Bibelübersetzung und seine zahlreichen Schriften Luther unsere heutige Sprache prägte und bis dahin unbekannte Wörter wie Lästermaul, Machtwort, friedfertig oder Lückenbüßer schuf. Vergessen wird aber auch nicht darauf hinzuweisen, dass Luther nicht nur positiv in der damaligen Zeit aufgefallen ist und heute auch kritisch gesehen wird. Hilfreich sind hier die zahlreichen und durchaus kritischen Kommentare von Margot Käßmann, die auch als Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für das Reformationsjubiläum 2017 tätig ist.
Am Ende des Buches findet sich eine Chronik zu Luthers Leben in Kurzform, um sich noch einmal einen Gesamtüberblick verschaffen zu können. Viele Tipps wie Museums- und Webadressen oder Film- und Buchhinweise machen neugierig, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen.
Zum Einstieg in das Thema Reformation ist das Buch sehr gut geeignet. - Dorothee Nolte
Wilhelm von Humboldt
(7)Aktuelle Rezension von: sternenstaubhhIch bin schon seit langem ein großer Fan der Anekdotenbänder aus dem Eulenspiegel Verlag. In diesen Anekdoten kommen Zeitzeugen, wie in diesem Fall auch Humboldt selbst zu Wort. Perfekt, um Wilhelm von Humboldt selbst kennen zu lernen, der doch mehr war als nur der Bruder von Alexander von Humboldt. Die Anekdoten bieten einen vielschichtigen und tiefen Einblick in Humboldts Leben und so zeichnet sich dem Leser ein Bild eines Mannes, dessen Geist zurecht gerühmt wurde. Wilhelm von Humboldt - Gelehrter, Schriftsteller, Staatsmann, Bildungsreformer - auch heute noch sind seine Ideen und Umsetzungen inspirierend und regen zum Nachdenken an. Die einzelnen Anekdoten ermöglichen ein schnelles Lesen. Ein lesenswertes Anekdotenband das man gerne immer wieder zur Hand nimmt. - Matthias Soeder
TINTE und SCHWERT – Verwandlung (Band 1)
(105)Aktuelle Rezension von: GiseDer junge Jacob Wolffen möchte eigentlich Priester werden. Doch als seine Familie bei einem brutalen Überfall getötet wird, gerät er in die Gewalt von Söldnern. Während er einerseits in der Armee eine Nische für sich findet, sinnt er nach Rache für den skrupellosen Tod an seiner Familie. In der jungen Heilerin Anna Dillenberger findet er eine starke Verbündete. Sie finden gemeinsam wichtige Antworten zu Fragen, die sie beide zutiefst betreffen.
Das Buch ist der erste Band des historischen Romans über die Zeit während des Dreißigjährigen Krieges. Sehr schnell wird der Leser in die Zeit des 17. Jahrhunderts entführt. Schon auf den ersten Seiten wird der Krieg in seiner abschreckendsten Form geschildert, und damit hat der Leser gleich einen Vorgeschmack auf das, was ihn in diesem Buch erwartet: immer wieder rohe Gewalt, die sich auf das eigene Überleben fokussiert. Mir persönlich war das zu detailliert beschrieben, ich habe recht schnell begonnen, diese gewalttätigen Passagen zu überfliegen. Man merkt, dass der Autor Mitglied einer historischen Reenactment-Gruppe ist und genau weiß, wovon er schreibt.
Mir persönlich war dieser historische Roman zu sehr mit gewalttätigen Szenen gespickt. Ich kann das Buch nur jenen Lesern empfehlen, die auf der Suche nach besonders viel Authentizität sind, und vergebe 3 von 5 Sternen.
- Claudia Schmid
Die Feuerschreiber
(16)Aktuelle Rezension von: LEXI„Wer hätte wohl gedacht, dass hinter feuchten Klostermauern so ein Geist heranwächst. Und er hat großen Mut, der fürchtet sich nicht vor den Mächtigen!“
Die Begegnung des Philipp Melanchthon, seines Zeichens Magister, Professor, Sprachgelehrter, und großer Geist in kleinem, unscheinbarem Körper, mit dem Mönch aus Wittenberg hatte bedeutende Folgen für die Kirche. Die beiden Männer waren zwar in mancherlei Hinsicht unterschiedlich, hatten jedoch ein gemeinsames Ziel vor Augen. Ihrer beider Bestreben war es, das Evangelium Gottes durch genaues Studium zu erkunden und die Kirche und das Universitätsstudium zu erneuern. Sowohl Luther als auch Melanchthon waren dazu berufen, zu Reformatoren zu werden, sie gingen ihren Weg mit unerschütterlicher Überzeugung. Melanchthon bildete mit seiner ruhigen, besonnenen Art einen Gegenpol zum aufbrausenden, glühenden Geist Luthers mit seinem messerscharfen Verstand, seiner Fähigkeit zum Ordnen von Gedanken und seiner bemerkenswerten Redlichkeit im Ringen um Wahrhaftigkeit. Ihre Gottesfurcht, ihr tiefer Glaube und das Wissen um die Dringlichkeit der Erneuerung der Kirche einte sie ebenso wie der Drang, den Menschen Bildung und Wissen zu vermitteln und ihnen zu dienen.
Durch ihre gründlichen Recherchen gestattet die Autorin im vorliegenden Buch tiefe Einblicke in die Zeit der Reformationsbewegung und den Ursprung der Erneuerung der Kirche. Claudia Schmid begeisterte mich mit einer prallen Fülle von historisch relevanten Fakten und ließ mich in Form von Dialogen zwischen den Protagonisten an deren Ansichten, Anliegen und Lehren teilhaftig werden. Zwar ist – und bleibt – das Kernthema dieses Buches die Reformation mit all ihren Hintergründen und Auswirkungen, die bittere Armut und das unermessliche Leid des einfachen Volkes und die Errungenschaften dieser Zeit werden jedoch ebenfalls beleuchtet.
Der schöne, gewählte Sprachstil hat viel dazu beigetragen, das Lesen zu einem Vergnügen zu machen. Die Kombination von fundierten Informationen und der Erzählung in Form eines Romans fand ich ausgezeichnet umgesetzt. Historische Ereignisse wurden auf sehr lebendige, interessante, oft sogar fesselnde Weise vermittelt und ich hatte an vielen Passagen das Gefühl, tief ins Geschehen einzutauchen.
Die Autorin konzentriert sich im vorliegenden Buch nicht allein auf ihre beiden Protagonisten Melanchthon und Luther. Sie gibt auch weiteren bekannten Figuren wie beispielsweise dem Ablassprediger Johannes Tetzel, dem Erzbischof Albrecht von Mainz, dem Hofmaler Lucas Cranach sowie dessen Freund Albrecht Dürer, Luthers Kontrahenten Johannes Eck, und vor allen Dingen den Ehefrauen der beiden Reformatoren ein Gesicht. Ich konnte mir die ruhige, gütige und mitfühlende Katharina Krapp mit ihrer zarten Statur ebenso bildhaft vorstellen wie die ehemalige Nonne Katharina von Bora, die dem Haushalt Luthers vorstand und ihren Mann in jeder Hinsicht eine großartige Unterstützung war. Dieses Buch weckte in mir das Verlangen, mich intensiver mit der Lebensgeschichte Luthers und seiner Beziehung zu Katharina von Bora zu beschäftigen. Die Person des Jörg Unbereit als Wegbegleiter Philipp Melanchthons empfand ich als sehr gutes Stilmittel, um dem Leser das Leben des Bauernstandes und die Entstehung der Wiedertäufer-Bewegung nahezubringen. Der geschickte, kräftige Hüne aus dem Odenwald begleitet Melanchthon nach Wittenberg, ihre Lebenswege kreuzen sich danach immer wieder.
Nicht nur inhaltlich, sondern auch hinsichtlich der optischen Aufmachung empfand ich dieses Buch als wirklich gelungen. Der Titel „Feuerschreiber“ könnte eindrucksvoller nicht dargestellt sein wie auf dem Cover dieses historischen Romans: ein Tintenfass mit Feder und den in kalligraphischen Schriftzügen angeführten Namen der beiden Reformatoren befindet sich in der oberen Hälfte des Buches, während die untere Hälfte von einem roten, lodernden Feuer dominiert wird und Bewegung und Gefahr versinnbildlicht. Der in großen weißen Lettern angeführte Buchtitel in der Mitte wurde mit tiefroter Farbe hinterlegt – eine wahrlich anziehende, aussagekräftige und gelungene Gestaltung!
FAZIT: Ich empfand die Lektüre dieses historischen Romans aus der Feder von Claudia Schmid als höchst informatives, interessantes und an manchen Stellen sogar fesselndes Lese-Abenteuer, das mir auf den Spuren der beiden großen Reformatoren ein tiefes Eintauchen in die Geschichte erlaubte. „Die Feuerschreiber“ war eine Lektüre, die ich uneingeschränkt weiter empfehle! - Asta Scheib
Kinder des Ungehorsams
(11)Aktuelle Rezension von: NympheInhalt:
Katharina von Bora flüchtet mit ein paar anderen Nonnen aus dem Kloster. Die Lehren Luthers, die sie und ihre Freundinnen heimlich gelesen haben, haben sie davon überzeugt, dass das Klosterleben falsch ist. In der Freiheit angekommen muss sie erstmal Fuß fassen im „normalen“ Leben. Doch nach einiger Zeit verliebt sie sich in Martin Luther und die Beiden heiraten. Es folgt eine Ehe mit Hochs und Tiefs, immer geprägt von Luthers reformatorischer Arbeit. Katharina kämpft gegen seine Unfähigkeit mit Geld umzugehen und gegen viel üble Nachrede.
Bewertung:
Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen. Die Personen Luther und von Bora kamen mir als Leser sehr Nahe und ich konnte immer alle Handlungen gut nachvollziehen. Die Zeit der Reformation wird unheimlich lebendig in dieser Liebesgeschichte des wichtigsten deutschen Reformators. Ich hätte mich noch über etwas mehr Hintergrund zu Luthers Lehren gefreut und hin und wieder wurden wichtige Handlungen in kurzen Sätzen abgehandelt, aber in Summe bekommt man alles Wichtige über die zwei Liebenden. Das Buch ist eben größtenteils auf die Liebesgeschichte fokussiert. Was aus Katharina später wurde, wird z.B. gar nicht erwähnt. Das muss man wissen.
Fazit:Eine schöne Lektüre für Interessierte























