Bücher mit dem Tag "regionalkrimi"
802 Bücher
- Nele Neuhaus
Im Wald (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 8)
(641)Aktuelle Rezension von: reading_squirrel3.5 Sterne
Vermutlich ist meine Erwartungshaltung einfach falsch. Für mich sind Nervenkitzel à la Andreas Gruber und raffiniert aufgelöste, ineinander verstrickte Fälle, wie man sie aus dem Norden kennt, ein unverhandelbares Muss bei Krimis. Ich muss gestehen, dass ich in diesem Buch beide Punkte etwas vermisst habe.
Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis Leben in die Geschehnisse kommt und ich musste teils ziemlich mit mir selbst ringen, um weiterzulesen. Dann steht aber auf einmal plötzlich alles Kopf - lieben wir! Ansonsten sind die Kapitel angenehm gegliedert und nicht zu lange; Man erhält in den einzelnen Kapiteln Einblicke aus unterschiedlichsten Sichtweisen, was ich von anderen Autoren so nicht kenne und wiederum den eher laschen Spannungsbogen etwas hoch zieht. Das Ermittlerduo harmoniert gut, auch wenn es für mich jetzt nicht unbedingt die einprägsamsten Hauptfiguren sind.
Ich möchte die Reihe zu einem späteren Zeitpunkt definitiv weiterverfolgen, ungeachtet dessen, dass mir dieser Teil nicht so hundertprozentig zugesagt hat.
- Nele Neuhaus
Eine unbeliebte Frau (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 1)
(1.078)Aktuelle Rezension von: ZwischenzeilenNele Neuhaus habe ich als Krimi-Fan spät entdeckt, wohl auch, weil ich zum Taunus als Ort der Geschehnisse keine Verbindung habe. Angefangen habe ich mit ihrem letzten Buch, dann habe ich mich chronologisch zurückgelesen - ihr erstes Buch ist mein letztes Buch.
Handlung unterm Summenstrich: Ein Oberstaatsanwalt mit Ambitionen erschießt sich, eine hübsche Frau mit zweifelhaftem Ruf stürzt von einem Aussichtsturm. Oder? Selbstmord - oder Mord? Die hübsche Isabel hinterlässt etliche Liebhaber, eine kleine Tochter und einen netten Mann. Gearbeitet hat sie für ein Gestüt, das quasi das Sylt unter den hessischen Gestüten ist. Hier geht es nicht um Pferdeliebe, sondern ums Sehen und Gesehen werden, und schon schnell wird das Gestüt der Dreh- und Angelpunkt des Romans.
Wer Spaß an den "Desperate Housewifes" hatte, wird sich auch im Sumpf des Gestüts behaglich suhlen. Das klingt böse, aber es werfe diejenige den ersten Stein, die im Wartezimmer nicht nach der GALA greift, um sich mit Klatsch & Tratsch vorzüglich unterhalten zu lassen.
Und genau das gelingt dem Roman: eine sehr gute Unterhaltung. Selbst ich, die weder mit dem Taunus noch mit Gestüten viel am Hut hat, habe das Buch locker weggelesen. Dabei war es mir weniger wichtig, wer Isabel und den Staatsanwalt auf dem Gewissen hat, und mehr, was mit der kleinen Tochter passiert, ist sie doch die so ziemlich einzig Unschuldige im Labyrinth der Eitelkeiten, Eifersüchteleien und Machtspielchen.
Trotzdem gefallen mir die späteren Bücher besser. "Muttertag" ist ein Highlight, ebenso "Böser Wolf" und "Monster".
- Rita Falk
Winterkartoffelknödel
(1.085)Aktuelle Rezension von: Aischa"Winterkartoffelknödel“ von Rita Falk habe ich mit einer gewissen Erwartung gelesen, denn die Verfilmungen der Eberhofer-Krimis kenne und liebe ich. Sebastian Bezzel als Franz Eberhofer und Simon Schwarz als Rudi Birkenberger sind für mich ein kongeniales Team, dessen Schlagabtausch, Timing und Charme auf der Leinwand einfach perfekt funktionieren.
Umso schwerer fiel mir zunächst der Einstieg in die Romanvorlage. Die teils sehr abgehackte, knappe Sprache aus Franz Eberhofers Ich-Perspektive ist gewöhnungsbedürftig. Auch wirkt der literarische Eberhofer deutlich kantiger und weniger sympathisch als sein filmisches Alter Ego. Was im Film durch Mimik, Humor und Schauspiel aufgefangen wird, steht im Buch oft nüchterner und sperriger im Raum.
Mit zunehmender Lektüre habe ich jedoch die Eigenständigkeit des Romans schätzen gelernt. Falk erzählt ruhiger und ausführlicher, gibt mehr Einblick in Eberhofers Gedankenwelt und zeichnet das Dorfleben und seine Abgründe detaillierter, als es der Film kann. Manche Figuren und Konflikte wirken im Buch weniger klamaukig, dafür bodenständiger – was gut zum Genre des Provinzkrimis passt. Auch wenn mir persönlich der Franz Eberhofer auf der Leinwand näher ist, bietet „Winterkartoffelknödel“ solide, kurzweilige Unterhaltung mit viel bayerischem Lokalkolorit, schrägen Figuren und einem kriminalistischen Plot, der nicht von Spannung, sondern vom Milieu lebt.
Unterm Strich ist der Roman vielleicht nicht ganz so leichtfüßig und charmant wie seine Verfilmung, aber er ist ein gelungener Auftakt zu einer Reihe, die völlig zu Recht viele Fans hat. Für alle, die bayerische Regionalkrimis mögen, ist „Winterkartoffelknödel“ auf jeden Fall eine lohnende Lektüre – besonders dann, wenn man bereit ist, Buch und Film als zwei unterschiedliche, jeweils eigene Erzählformen zu genießen.
- Nele Neuhaus
Muttertag (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 9)
(492)Aktuelle Rezension von: knuddelbackeEin ganz schön dicker Krimi, den Nele Neuhaus mit „Muttertag“ geschrieben hat. Das war tatsächlich mein erster Gedanke, als ich das Buch in den Händen hielt. Aber nicht nur mit vielen Seiten kann dieses Buch aufwarten, sondern auch mit einer Vielzahl an Figuren und Figurenkonstellationen. Steht doch im Mittelpunkt die Pflegefamilie Reifenrath, die in der Vergangenheit mitunter 10 Pflegekinder gleichzeitig in Ihrer Obhut wusste. Nachdem der Pflegevater Theo, nun jedoch tot in seinem Haus aufgefunden wird beginnt sich nach und nach ein schauriges Verwirrspiel zu entwickeln.
Nichts für schwache Nerven, denn mitunter hält die Autorin auch mit detaillierten Beschreibungen nicht hinter dem Berg. „Bones“ hätte vermutlich Ihre wahre Freude an diesem Fall gehabt. Aber auch die beiden Ermittler Pia Sander und Oliver von Bodenstein geben ein sympathisches Ermittler- Duo ab. Auch wenn man bisher kein Buch aus der Reihe gelesen hat, kann man „Muttertag“ wunderbar lesen.Der Schreibstil ist flüßig und klar, so dass man der Handlung, trotz der vielen Figuren, sehr gut folgen kann. Einige Verdächtige und Handlungsnebenstränge später gibt es dann noch eine überraschende Wendung. Ich mochte den Kriminalroman sehr, da er trotz des Umfanges spannend und atmosphärisch dicht geschrieben ist. Und das bis zur letzten Seite, wo noch mal ein kleiner Showdown auf den Leser wartet. Sicher nicht der letzte Krimi von Nele Neuhaus , den ich gelesen habe.
- Nele Neuhaus
Wer Wind sät (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 5)
(798)Aktuelle Rezension von: Melanie_LudwigInhalt
Kriminalkommissarin Pia Kirchhoff wird zu einem ungewöhnlichen Tatort gerufen: Ein toter Nachtwächter lag mehrere Tage unentdeckt in einem Firmengebäude. Schnell wird klar, es war Mord. Gemeinsam mit Oliver von Bodenstein ermittelt Pia im Umkreis einer Bürgerinitiative, die gegen einen geplanten Windpark kämpft. Dabei stoßen sie auf ein Grundstück im Taunus, das plötzlich zwei Millionen wert ist – und einen Mann das Leben kostet…
Fazit
Diesmal geht es um Betrug und Mord.es ist Recht verwirrend wird zum Schluss aber schlüssig geklärt.Auch oliver muss sich mit verschiedenen Problemen rumreisen. Dann wird ihm auch noch der Fall entzogen und Pia ist auf sich gestellt. Von mir gibt es eine klare Weiterempfehlung.
- Dora Heldt
Böse Leute
(149)Aktuelle Rezension von: Katja1978„Ein absolutes Lesehighlight! ‘Böse Leute’ ist ein wunderbar erzählter Kriminalroman mit einem ganz eigenen Charme, der mich von der ersten Seite an gefesselt hat. Dora Heldt schafft es mit ihrem federleichten, gleichzeitig sehr präzisen Stil, nicht nur eine spannende Geschichte zu erzählen, sondern vor allem die norddeutsche Mentalität und die besondere Atmosphäre von Sylt authentisch lebendig werden zu lassen. Der Schauplatz wird so detailreich geschildert, dass man beim Lesen förmlich die salzige Luft der Nordsee spürt und die Orte genau vor Augen hat – ein absolutes Vergnügen für Sylt‑Liebhaber wie mich!
Die Handlung rund um eine mysteriöse Einbruchserie – bei der nicht etwa die Luxusvillen der Inselprominenz, sondern die Häuser alleinstehender alter Damen betroffen sind – ist witzig, skurril und spannend zugleich aufgebaut. Unsere Ermittler? Keine klassischen Krimi‑Helden, sondern vier herrlich sympathische Rentner, angeführt vom frisch pensionierten Ex‑Hauptkommissar Karl Sönnigsen, der seinen Ruhestand partout nicht genießen kann. Gemeinsam mit seinem Freund Onno, Chorschwester Inge und der lieben Strohwitwe Charlotte entwickelt sich ein Ermittlerquartett, das nicht nur mit unorthodoxen Methoden brilliert, sondern auch für viele herzliche und humorvolle Momente sorgt.
Was dieses Buch besonders auszeichnet, ist die Mischung aus Humor, Menschlichkeit, cleverer Beobachtungsgabe und einer Prise Krimi‑Spannung – ganz ohne brutales Gemetzel oder düstere Thriller‑Atmosphäre. Stattdessen bietet Heldt eine charmante, gut strukturierte Geschichte mit liebenswerten Figuren, einem angenehm leichten Erzähltempo und vielen kleinen Alltagsszenen, die zum Schmunzeln einladen. Genau diese Kombination macht ‚Böse Leute‘ zur perfekten Lektüre für gemütliche Lesestunden, sei es auf dem Sofa oder am Strand – ein Cosy‑Crime, der süchtig macht und Lust auf mehr Abenteuer mit Karl & Co. weckt! Auch das Zusammenspiel der unterschiedlichen Generationen wird hier sehr gut dargestellt.
Absolute Empfehlung – ein Krimi, der Humor, Sylt‑Flair und liebenswerte Charaktere perfekt vereint!“ Auch als Hörbuch absolut zu empfehlen, da die Sprecherin es sehr toll und spannend erzählt.
- Volker Klüpfel
Grimmbart
(237)Aktuelle Rezension von: GivemeabookKluftinger ist ein Kommissar, der mich an Colombo erinnert. Er hat nichts für Mode übrig, hat mit technischen Neuerungen seine liebe Not, fährt einen uralten Passat Diesel und tut sich mit Fremdsprachen schwer. In "Grimmbart", Kluftingers achtem Fall, heiratet sein Sohn und zur Hochzeitsfeier haben sich die Schwiegereltern aus Japan angesagt. Eine kulturelle Herausforderung für Kluftinger, der kein Fettnäpfchen auslässt. Für meinen Geschmack waren es ein paar zuviel.
Trotzdem ist er ein sympathischer Kerl, zwar tollpatschig, aber auch mit einem scharfen Blick, einem mitunter fotografischem Gedächtnis und einer Kombinationsfähigkeit, mit der ihm die Auflösung dieses Falles gelingt.
Ach ja, der Fall: Im Schloss in Bad Grönenbach wurde die Frau des Barons ermordet und wie auf einem uralten Familienporträt drapiert. Der Baron verschwindet immer wieder im schlosseigenen Märchenwald, der schon bessere Zeiten gesehen hat. Was macht er da? Der Fall ist interessant, aber meiner Meinung nach durch die Hochzeit etwas zu kurz gekommen.
- Nele Neuhaus
Mordsfreunde (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 2)
(799)Aktuelle Rezension von: mxchellex678Das Buch war für mich ganz solide – nichts, was mich komplett umgehauen hat, aber definitiv gut zu lesen. Es war so ein typischer Krimi für zwischendurch, den man gut weglesen kann, ohne dass er allzu lange im Kopf bleibt.
Der Fall war spannend aufgebaut, mit einigen Wendungen und Verstrickungen, die ich so nicht gleich durchschaut habe. Trotzdem hat es mich nicht so stark gepackt, dass ich noch Tage später darüber nachdenken musste. Eher so ein Krimi, den man liest, miträtselt, zur Seite legt – und sich nach ein paar Wochen schon nicht mehr genau erinnert, wie alles ausgegangen ist.
Positiv war aber, dass sich die Charaktere Bodenstein und Kirchhoff weiterentwickeln und man mehr von ihrer Dynamik mitbekommt. Das macht für mich den Reiz der Reihe aus und motiviert auch, weiterzulesen.
Alles in allem: Kein Highlight, aber nett für zwischendurch und ein ordentlicher zweiter Band der Reihe.
- Elisabeth Herrmann
Das Dorf der Mörder
(356)Aktuelle Rezension von: Gute_NachtInhalt
Im Berliner Tierpark ereignet sich an einem warmen Frühlingstag im Mai ein unfassbarer Mord. Als die junge Streifenpolizistin Sanela Beara am Schauplatz eintrifft, herrscht Aufruhr. Der Öffentlichkeit wird nur wenige Tage später die geständige Mörderin Charlie Rubin präsentiert, doch Beara hat Zweifel. Auch Jeremy Saaler, der Psychologe, der an einem Gutachten über Charlies Zurechnungsfähigkeit beteiligt ist, will nicht an Rubins Schuld glauben. Beide hegen den Verdacht, dass der Mord mit Charlies Kindheit in einem kleinen Dorf in Brandenburg verknüpft ist. Eine düstere Fährte führt sie nach Wendisch Bruch – ins Visier eines Gegners, der die Totenruhe im Dorf um jeden Preis bewahren will ...
Fazit
Die Handlung gefiel mir sehr gut, dennoch war sie mir zu langatmig und zäh, eine Straffung hätte der Geschichte nicht geschadet.
- Klaus-Peter Wolf
Ostfriesenblut
(302)Aktuelle Rezension von: schnegge1998Der zweite Band der beliebten Ostfriesenkrimi-Reihe ist wieder super spannend und Ann Kathrin Klaasen überzeugt mit wahnsinnigen Ermittlungen. Bereits zu Beginn des Buches wird es sehr dramatisch: Eine Leiche wird direkt vor ihrer Haustür abgelegt. Es wird schnell klar, dass der Täter Ann Kathrin gezielt ausgewählt hat. Der Krimi entwickelt sich spannend und geht in die Abgründe der menschlichen Psyche. Die Charaktere sind sehr gut beschrieben und besonders gut gefällt mir, dass das persönliche Leben der Ermittlerin immer wieder mit in das Buch verschmilzt. Auch die raue Atmosphäre des Nordens und die Schönheit des Wattenmeeres bzw. der Nordseeküste, verleiht dem Buch einen regionalen Charme. Die Mischung des Buches ist grandios und war genau das richtige für mich. Ich kann es nur weiterempfehlen und starte direkt mit Band 3.
- Rita Falk
Dampfnudelblues
(704)Aktuelle Rezension von: ZamsWie auch beim ersten Teil bin ich froh, die Filme gesehen zu haben, sonst hätte ich mir wegen so mancher fehlenden Beschreibung wahrscheinlich einiges weniger vorstellen können.
Ich dachte schon, es geht bergauf mit diesem Teil, der Schreibstil ist etwas detailierter geworden im Vergleich zum ersten, und die Szene hatten generell etwas mehr Tiefe finde ich (nicht zu verwechseln mit Tiefgang). Eberhofer leistete meiner Meinung nach auch weniger schlechte Polizeiarbeit im Vergleich, dafür ist der Rassismuss sehr dick aufgetragen, noch mehr als zuvor. Und ja, das ist zwar eventuell realitätsgetreu, gefällt mir aber trotzdem nicht. - Rita Falk
Weißwurstconnection
(240)Aktuelle Rezension von: krimi_wahnsinnInhalt:
Ein neues Luxus-Hotel sorgt bei der Bevölkerung in Niederkaltenkirchen für Stimmung. Nicht alle Einwohner sind mit dem Bau einverstanden. Als Kommissar Franz Eberhofer in eben dieses Hotel gerufen wird ist ihm schnell klar: hier geht etwas nicht mit rechten Dingen zu. Im Badezimmer findet er nämlich eine männliche Leiche. Trotzdem soll er laut dem Leiter dieser Anlage stillschweigen bewahren. Aber wie soll das gehen? Alles an der Leiche schreit geradezu nach einem neuen Mordfall und schneller als ein Lauffeuer verbreitet sich diese Nachricht auch schon. Aber nicht nur das macht Eberhofer zu schaffen, denn Oma spricht plötzlich von einem Doppelhaus. Natürlich soll Franz dort aber nicht alleine einziehen, denn die Susi benötigt eine neue Unterkunft und auch sein Bruder könnte dann wieder auf den elterlichen Hof zurückkehren. Doch erst einmal muss ein Mord aufgeklärt werden!
Meinung:
Das Cover passt sich wieder wunderbar in die Reihe ein, was mir sehr gut gefällt und der Wiedererkennungswert ist natürlich auch direkt sichtbar. Der Schreibstil der Autorin war wie immer sehr angenehm zu lesen, jedoch muss ich dieses Mal sagen das dieser 8. Fall eher der bisher schwächste Teil ist. Bei den Ermittlungen war eher Kommissar Zufall am Werk und richtige Spannung ist leider auch nicht aufgekommen. Trotzdem fühlte ich mich sehr gut unterhalten, grade der bayrische Humor hat seinen Teil dazu beigetragen. Trotzdem freue ich mich schon auf den nächsten Teil dieser bayrischen Serie.
- Rita Falk
Grießnockerlaffäre
(485)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerEin Polizistenmord erschüttert Landshut. Hauptverdächtiger, kein anderer als unser Franz Eberhofer. Da kommt er bestimmt irgendwie raus. Mal schauen, Mordwaffe war sein Hirschfänger. Nicht so gut und dann ist das Opfer auch noch der Barschl, Franz' direkter Vorgesetzter und Erzfeind, mit dem er in der Tatnacht noch ordentlich Streit hatte. Das sieht für unseren Eberhofer nicht gut aus.
Aber Richter Moratschek, Busenfreund seines Vaters, hält schützend die Hand über ihn und so fängt Franz mal wieder ohne die Landshuter Kollegen an im Fall zu ermitteln. Aber auf den Rudi, ja, auf den kann er sich verlassen.
Zu Hause steht es auch nicht besser, die Susi redet andauernd davon, Kinder kriegen zu wollen und vom heiraten und auf dem Hof steht plötzlich die Jugendliebe von der Oma.
Alle Hände voll zu tun, unser Franz. Und dann noch dieses ganze ermitteln. Da kann Mann auch mal schwach werden, bei der knackigen Barschl Witwe.
Als Franz zufällig von einem Komplott erfährt, will er unbedingt den Mörder dingfest machen. Aber hier liegen wasserfeste Alibis vor, denn aus einem Mord wittert Franz schnell zwei und ist somit nicht mehr zu stoppen.
Bis ins kleinste Detail sind beide geplant.
Das ist nun mittlerweile mein vierter Band der Reihe und auch wenn ich am Anfang etwas enttäuscht war, so ist sie mir doch mittlerweile sehr ans Herz gewachsen. Rita Flak hat einen tollen, subtilen Humor in die Reihe eingepflegt, der beim lesen zum Schmunzeln animiert.
Die Personen sind durchweg Unikate. - Frank Schätzing
Tod und Teufel
(764)Aktuelle Rezension von: alascaSchätzings Debütroman hat inzwischen drei Jahrzehnte auf dem Buckel – und das merkt man ihm leider auch an. Zwar hat der Autor schon damals gründlich recherchiert und sein Wissen mit großem Enthusiasmus in die Geschichte gepackt – aber eben wirklich alles. Egal ob's passt oder nicht, Hauptsache, es ist drin. Diese Freude am Infodump zieht sich durch sein ganzes Werk, nur geriet ihm beim ersten Mal der Einbau nicht sonderlich elegant.
Was aber richtig stark ist: Schätzings Gespür für das mittelalterliche Köln. Vor allem der Dom und seine Baustelle lebt auf jeder Seite. Die gotische Architektur als visionärer Wahnsinn ihrer Zeit – das kommt mit voller Wucht rüber. Eine nächtliche Szene auf der Baustelle ist sogar so eindrucksvoll geraten, dass man sie glatt verfilmen möchte. Köln und sein Dom sind ganz klar die eigentlichen Stars des Romans.
Weniger überzeugend sind leider die menschlichen Figuren. Klischeehaft, eindimensional, und die psychologische Entwicklung funktioniert eher nach dem Motto: Erkenntnis → BÄM → sofortige Veränderung. Persönlichkeitsentwicklung mit dem Holzhammer. Und das große Böse? Natürlich eine alte, blinde, rachsüchtige Frau – die klassische „böse Hexe“, wie aus dem misogynen Baukasten. Ob Schätzing das heute auch noch so schreiben würde? Aus heutiger Sicht ist das mindestens fragwürdig – feministisch betrachtet sogar ein Totalausfall.
Und wie so viele Autor:innen historischer Romane verpasst auch Schätzing seinen Figuren ein modernes Mindset. Jaspar etwa wirkt wie ein Denker der Renaissance, lange bevor die überhaupt begann: Er zweifelt an allem – an Gott, an der Kirche, an der Ordnung der Welt – und feiert Logik und Vernunft. Jacop wiederum gönnt sich zum Schluss eine kleine Auszeit zur Selbstfindung – ganz im Sinne heutiger Selfcare- und Selbstoptimierungs-Philosophie. Und der gedungene Mörder ist ein waschechter Nihilist. Historisch korrekt ist hier im Grunde nur die Kulisse.
Fazit: Dieses Reread war eher ein kleiner Dämpfer. Ich habe „Tod und Teufel“ nur nochmal zur Hand genommen, um gewappnet zu sein für „Helden“, Schätzings neuen Roman, der mich schon vorwurfsvoll vom SUB anstarrt. Jetzt frage ich mich, ob ich dieses Sequel überhaupt lesen will. Aber gut – vielleicht spricht ja aus dem neuen Buch die geballte Wortgewandtheit eines Autors mit 30 Jahren Erfahrung. Hoffen darf man ja.
- Rita Falk
Rehragout-Rendezvous
(135)Aktuelle Rezension von: sommerleseRehragout-Rendezvous ist der elfte Fall der Provinz-Krimireihe von Rita Falk, die bei DTV erscheint.
Nachdem sie sich jahrelang für ihre Lieben aufgeopfert ha, schmeißt Oma Eberhofer das Handtuch, sie hat genug vom Kochen, Backen, Einkaufen, Putzen und Waschen. Sie möchte auch mal kürzer treten und andere für sich arbeiten lassen. Absolut verständlich, aber muss das ausgerechnet zu Weihnachten sein?
Und seitdem Susi als stellvertretende Bürgermeisterin die Amtsgeschäfte erledigt, ist sie dem Karrierewahn verfallen und tickt nicht mehr wie früher. Franz hat einen Vermisstenfall zu klären, die Mooshammer Liesl macht sich Sorgen um Lenz Steckenbiller, der spurlos verschwunden ist. Franz sitzt das Ganze erst einmal aus, denn er weiß nicht, was er in dieser Sache tun soll.
Dieser Band ist dank des Familienklüngels und der typischen Charakterzüge der Figuren wie immer gut unterhaltend und zeigt mal neue Facetten der Frauen auf. Oma ist es langsam leid, ständig die gute Seele des Hauses zu sein und ihre Sippe nach Strich und Faden zu versorgen. Nun will sie in Rente, was natürlich bei Franz und Co. nicht so gut ankommt, denn die Küche bleibt jetzt kalt. Susi muss den Bürgermeister vertreten, findet Gefallen an diesem Karriereschub und nimmt sich neuerdings ziemlich wichtig, das gefällt ihrer Familie auch nicht gut.
Zunächst stehen die Familienkonflikte und das Heiratsproblem bei den Simmlers etwas im Vordergrund, doch das ändert sich als feststeht, dass der Steckenbiller getötet und sehr ungewöhnlich entsorgt wurde. Von da ab nehmen die Ermittlungen ihren Lauf, Rudi unterstützt Franz mal wieder mit großem Elan, doch Franz hat keine gute Laune. Das Private nervt ihn zur Zeit gewaltig.
Der Krimi lebt wie immer von den Figuren, vom Dialekt und dem Humor, sowie dem verbohrten Machogehabe der männlichen Figuren. Genau diese sexistische Betrachtung von Frauen und einige schroffe Sprüche haben mich dieses Mal ziemlich gestört. Nun liegt Niederkaltenkirchen vielleicht am A der Welt, aber die Männer scheinen dort noch heute Ansichten wie in der Steinzeit zu haben.
Wie gewohnt ein unterhaltsamer Krimi, dessen Fall sich interessant entwickelt und den Franz dank seines instinktiven Bauchgefühls aufklärt.
- Romy Fölck
Totenweg
(320)Aktuelle Rezension von: MeinbuecherregalTotenweg von Romy Fölck aus dem #lübbeverlag
Band 1 - unabhängig zu lesender Krimi
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Dieses Buch spielt in Norddeutschland in der Marsch… musste ich natürlich auch endlich einmal lesen.
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Leider leider fand ich es gar nicht so gut 😅 aber das ist nur meine persönliche Meinung
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Ob es nun in der Marsch oder im Allgäu spielt… mir fehlte hier mehr Lokalkolorit. Mehr Insiderwissen. Mehr landestypische Eindrücke.
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Frida, die Protagonistin, mag ich nicht. 18 Jahre hat sie geschwiegen. 18 Jahre hat sie nichts gesagt. 18 Jahre hat sie nichts getan. … Ich könnte sie schütteln.
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Ihre Ermittlungen… sie tappt im Dunkeln. Ich ahne schlimmes.
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Die Auflösung. Wer warum und mit wem? Und wo. Fand ich hier nicht so beeindruckend. Erinnert an eine Soap.
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Vergebe 3 Sterne.
- Klaus-Peter Wolf
Ostfriesenkiller
(469)Aktuelle Rezension von: Tom_Anacker1Es war ganz ok, den Hauptcharakter mochte ich und ein paar Beziehungen waren gut ausgearbeitet, dennoch fand ich den Plot einfach ein wenig langweilig aber wenn man ein Familiendrama mit ein bisschen Krimi möchte dann gerne. War nicht mein Fall.Ich werde dem Autoren aber definitiv noch eine Chance geben
- Volker Klüpfel und Michael Kobr
Laienspiel
(421)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer„Laienspiel“ von Volker Klüpfel und Michael Kobr ist ein Krimi, der dir nicht nur spannende Ermittlungen bietet, sondern dich auch durch seine humorvollen und teils skurrilen Szenen bestens unterhält. Als Leser wirst du von Hauptkommissar Kluftinger, der sich selbst durch die verrücktesten Situationen manövriert, direkt in das beschauliche Allgäu gezogen.
Dieses Mal hat es Klufti mit Terrorismus zu tun. Ja, du hast richtig gehört, Terrorismus im Allgäu! Ein Unbekannter, der unter Terrorverdacht steht, erschießt sich vor der österreichischen Polizei und plötzlich steht die ganze Region Kopf. Da muss natürlich das BKA, die österreichische Polizei und ein sichtlich überforderter Kluftinger ran. Die Zusammenarbeit mit dem arroganten österreichischen Kollegen Bydlinski bringt die nötige Würze in die Geschichte, und du wirst dich dabei erwischen, wie du lauthals über ihre Wortgefechte lachst.
Aber was wäre ein Kluftinger-Krimi ohne die charmanten, privaten Verwicklungen unseres Lieblingskommissars? Klufti muss sich mit einem Tanzkurs herumärgern – und das mit niemand Geringerem als seinem Erzrivalen Dr. Langhammer! Die beiden auf dem Tanzparkett sind eine absolute Lachnummer und geben dem Begriff „Tanzen wie auf rohen Eiern“ eine ganz neue Bedeutung.
Dann ist da noch die Freilichtinszenierung von „Wilhelm Tell“, bei der Kluftinger eine Rolle übernehmen soll. Allein die Vorstellung, ihn im Tell-Kostüm zu sehen, reicht aus, um mir ein breites Grinsen aufs Gesicht zu zaubern. Die Autoren haben hier einige grandiose Szenen geschaffen, in denen sich Klufti in seinen Kostümen verheddert und von seinen Kollegen aufgezogen wird.
Ein Highlight ist die Episode, in der Kluftinger einen rosa Smart mit „Manner“-Aufdruck fährt – ein echtes Desaster für seinen Stolz und eine Quelle unendlicher Heiterkeit für seine Umgebung. Und dann wird auch noch sein heißgeliebter Passat geklaut, was ihm schwer zu schaffen macht. Wie er diese Misere löst, werde ich dir nicht verraten, aber es ist definitiv eine seiner charmantesten Aktionen.
Das Buch ist durch und durch unterhaltsam, auch wenn man den Täter vielleicht schon etwas früh erahnen kann. Der Countdown, der das Buch in Kapitel gliedert, hält die Spannung bis zum Ende hoch. „Laienspiel“ ist ein gelungenes Zusammenspiel aus Spannung, Humor und den liebenswert-chaotischen Momenten eines Allgäuer Kommissars.
- Klaus-Peter Wolf
Ostfriesenmoor
(246)Aktuelle Rezension von: supersusiIch liebe diese Ostfriesland Krimis. Auch diesen konnte man wieder nicht aus der Hand legen. Die Handlung, die Charaktere, das Zusammenspiel, die überraschenden Wendungen, der Humor und vor allem die Spannung, die einen die Nacht durchlesen lässt. Ich bin wieder voll auf meine Kosten gekommen.
Im Moor wird eine Hand gefunden. Bald stellt sich heraus, dass diese von einem Kind ist und zu aller Entsetzen, dass sie ausgestopft wurde. Wer ist denn bloß so krank und gestört ? Mehr will ich nicht verraten ohne zu spoilern. Nur soviel sei vielleicht noch angemerkt. Ich kann Rupert nicht leiden und mag seine respektlose abwertende, großkotzige, dumme Art so gar nicht. Aber in diesem Buch ist er fast sympathisch und tut mir sogar ein bißchen leid mit seiner beschränkten Weltansicht.
Ich kann jedem Krimifan diese Reihe nur ans Herz legen und freue mich, dass ich noch ein ungelesenes Buch davon im Regal habe. Dies Buch ist Spannung pur und ich bin erschüttert, was Lucy und ihre Mutter durchmachen müssen. Unfassbar, wie eins zum anderen führt und die Familie völlig zerstört.
- Nele Neuhaus
In ewiger Freundschaft (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 10)
(398)Aktuelle Rezension von: Special_KAls ich von der Verfilmung gehört habe, habe ich noch schnell diesen Krimi vom SuB genommen und wie immer auch zügig gelesen. Die Handlung ist wieder spannend, mit vielen interessanten Charakteren und Retrospektiven. Nele Neuhaus schreibt zuverlässig gut, und man möchte auch das Ermittlerteam inklusive ihres Privatlebens nicht missen.
- Ben Aaronovitch
Der Oktobermann
(141)Aktuelle Rezension von: BuchtagebuchAls Fan der Flüsse von London-Reihe war ich sofort neugierig: Ein deutscher Peter Grant? In Trier? Mit Weinbergen und alten Bräuchen? Und ja, Ben Aaronovitch liefert genau das und Christine Blum macht mit der Übersetzung die deutsche Version rund und lebendig.
Tobi Winter, der deutsche Pendant zu Peter Grant, arbeitet beim BKA in der Abteilung für „komplexe und diffuse Angelegenheiten“ (sprich: Magie). Er ist clever, sympathisch, ein bisschen bodenständig, aber immer mit dem nötigen Augenzwinkern. Die Mischung aus Humor, kriminalistischer Spannung und übernatürlichen Vorkommnissen macht die Geschichte von der ersten Seite an packend. Ich wollte ständig weiterlesen, um herauszufinden, wie die alten Bräuche, die Weinberge und die Mosel in die Magie verstrickt sind.
Kleine Kritikpunkte: Manche historischen Exkurse ziehen sich ein wenig, und die Struktur der Magie unterscheidet sich von der britischen Version. Das kann beim ersten Vergleich leicht irritieren. Doch das sind wirklich nur marginale Details.
Alles in allem ist Der Oktobermann ein rundum gelungenes Buch: charmant, spannend und liebevoll gestaltet. Fans von Peter Grant werden Tobi Winter lieben, und alle anderen bekommen einen magischen Einstieg in deutsche Kriminal- und Zauberwelten. Ich freue mich schon jetzt auf weitere Fälle von Tobi Winter!
- Rita Falk
Sauerkrautkoma
(428)Aktuelle Rezension von: Claudia_Brem
Ich erinnere mich, dass ich mich manchmal gefragt habe, was bestimmte Ausdrücke oder Redewendungen bedeuten sollten. Es war ein bisschen wie ein Kulturschock, aber ich denke, das ist auch ein Teil des Charmes von Rita Falks Büchern.
Trotzdem denke ich, dass "Sauerkrautkoma" nicht mein Lieblingsbuch ist. Vielleicht liegt es daran, dass ich einfach nicht genug mit der bayerischen Kultur vertraut bin, oder vielleicht gibt es einfach bessere Bücher von Rita Falk, die ich noch nicht gelesen habe.
- Andreas Föhr
Karwoche
(164)Aktuelle Rezension von: Bellis-PerennisAm Gründonnerstag liefern sich Polizeiobermeister Kreuthner in seinem roten Passat und sein Freund Kilian Raubert in einem auffrisierten Kastenwagen, auf der Achenpassstraße ein Straßenrennen, ein Hatzerl, wie wir in Wien sagen. Blöderweise kommt ihnen ausgerechnet jetzt Kreuthners Vorgesetzter Clemens Wallner mit seiner Freundin Vera auf dem Weg in den Osterurlaub zum Gardasee entgegen, Wallner kann gerade noch ausweichen. Um die Hetzjagd als dienstliche Notwendigkeit zu kaschieren, will Kreuthner eine Fahrzeugkontrolle bei Raubert durchführen, bei der er ein Messer zückt und sich widersetzt. Der Grund offenbart sich sogleich: Raubert transportiert eine weibliche Leiche. Die Tote heißt Hanna, war früher Schauspielerin bis sie bei einem Autounfall vor rund 15 Jahren schwerste Brandverletzungen davongetragen hat.
Wallner schaltete sofort auf Dienstmodus und so wird es mit dem Osterurlaub einmal nichts. In Hannas Wohnung entdecken Kreuthner und Wallner Fotos, die zu einem anderen Tatort hinweisen. Vor wenigen Monaten, zu Weihnachten, ist Leni Millruth erschossen worden.
Der Zusammenhang zwischen den beiden toten Frauen erschließt sich den Ermittlern und den Lesern bald, doch was ist das Motiv und wer ist der Täter?
Meine Meinung:
Dieser Krimi ist der dritte aus der Reihe rund um das Ermittler-Duo Wallner & Kreuthner. Eigentlich hatte ich mich ja zu entschlossen, diese Krimis in die Bücherzelle zu bringen. Doch, einen allerletzten Versuch wollte ich wagen ...
Nun ja, was soll ich sagen? Der Prolog beginnt ja noch halbwegs spannend. Doch mit der albernen, aber höchst gefährlichen Wettfahrt zwischen Kreuthner und Raubert hört sich doch alles auf. Eigentlich müssten beiden die Fahrerlaubnis sofort entzogen werden. Flensburg lässt herzlich grüßen! Ich kenne mich ja im Deutschen Kraftfahrrecht nicht aus, aber Straßenrennen, erhebliches Überschreiten der höchst zulässigen Geschwindigkeit und Gefährdung im Straßenverkehr sollten für die Abnahme der Fahrerlaubnis reichen. In Österreich ist man seinen Schein und in besonderen Fällen auch gleich das Fahrzeug los. Jedenfalls, Vorbild ist Kreuthner keines, sondern eher ein Fall für ein Disziplinarverfahren. Es sind solche Kreuthners, die mit ihrem Macho-Gehabe und Angebertum die Polizisten landauf landab in Verruf bringen. Ich wünschte, Clemens Wallner würde hier durchgreifen, Personalnot hin oder her.
Des weiteren komme ich mit den Charakteren ebenso wenig zurecht, wie mit dem (angeblich) bayrischen Humor. Dass dann noch ein eingewanderter Berliner seinen Dialekt zum besten geben darf, gleitet manchmal in Slapstick-artige Szenen ab, die auf mich leider sehr konstruiert und bemüht wirken. Es tut sich sehr viel, ja, eigentlich zu viel. In der Familie Millruth scheint beinahe jeder ein Geheimnis zu haben.
Nein, auch der nochmalige Versuch, einen Krimi dieser Reihe zu lesen, bringt nichts. Ich denke, ich werde die Krimis nun wirklich in die nächsten Bücherzelle bringen. Vielleicht finden die Krimis ein neues Zuhause.
Fazit:
Leider kann ich diesem Krimi nicht viel abgewinnen, daher nur 2 Sterne.
- Jörg Maurer
Oberwasser
(224)Aktuelle Rezension von: annluIm bayrischen Kurort sind zwei verdeckte Ermittler verschwunden. Das Team um Kommissar Jennerwein soll ermitteln. Dabei darf aber niemand Verdacht schöpfen, warum sie eigentlich im Ort sind. Ein Fake-Verbrechen rund um einen Wilderer muss her – und schafft es, dass Jennerweins Ermittlungen im Verborgenen ablaufen können.
Ich mag die Bücher der Reihe – schon allein wegen dem beißenden Humor, der immer wieder aufblitzt. Auch die Erzählweise ist eine ganz eigene. Scheinbar zusammenhanglos werden unterschiedliche Erzählstränge dem Leser präsentiert und dabei Fährten gelegt und Andeutungen gemacht, die in die Irre führen.
Hier nun hat es Jennerwein und sein Team mit BKA-Ermittlungen zu tun. Von den Verbrechern, denen hier nachgejagt wird, wird wenig offenbart – schließlich ist alles sehr geheim. Dafür trifft man auf alte Bekannte: die Grasseggers hat es wieder in den Kurort verschlagen. Nachdem diese seit dem ersten Band mit dabei sind, gehören sie für mich schon zur Geschichte dazu. Besonders, da ich manchmal das Gefühl habe, dass man von ihnen – und anderen Nebencharakteren – mehr Persönliches erfährt, als vom Team der Polizei.
Neben dem Kurort führt die Geschichte auch nach Marokko und zu einem Jungen, der auf eine interessante Münze stoßt. Diese verleitet ihn dazu ein Rätsel zu lösen, wodurch er ungeahnt in Schwierigkeiten gerät. Wie er mit den ganzen Ermittlungen zusammenhängt wird erst spät aufgedeckt.
Jennerwein greift hier auf einige Finten zurück. Ich fand es amüsant, wie er seine Gedankengänge und Überlegungen in ein urbayrisches Spektakel umsetzt und den Wilderer erfindet. Der spielt natürlich auch immer mal wieder eine Rolle und man bekommt unterschiedliche Szenen rund um ihn vorgesetzt.
Wie in jedem Band bisher trifft man auch hier auf einige der Kurorteinwohner, die man nur als schräg bezeichnen kann. Was mich aber immer sehr anspricht.
Fazit: Hier konnte wieder alles überzeugen – der Fall, die Umgebung, der Humor























