Bücher mit dem Tag "reichskanzlei"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "reichskanzlei" gekennzeichnet haben.

24 Bücher

  1. Cover des Buches Der letzte Zeuge (ISBN: 9783492257350)
    Rochus Misch

    Der letzte Zeuge

     (49)
    Aktuelle Rezension von: Igelmanu66

    »Ich werfe mir heute nicht vor, dass ich unter den damaligen Umständen funktionierte, dass ich meinen Dienst immer ordentlich und gewissenhaft versah, selbst dann noch, als mir 1943 klar wurde, dass der Krieg verloren gehen würde. Selbst dann noch, als er längst verloren war. Selbst dann noch, als Hitlers Leiche brannte. Nein, ich werfe dem Rochus Misch von damals nicht vor, dass er keinen Ärger machte.
    Dennoch – dass mir das so selbstverständlich war, das macht mich nachdenklich.«

     

    Rochus Misch, geboren 1917, war nie Mitglied der NSDAP. Wegen seiner Körpergröße und Statur wurde er nach der Musterung für die Leibstandarte SS Adolf Hitler ausgewählt. Er arbeitete bis zum letzten Tag als Leibwächter, Kurier und Telefonist Hitlers, hielt auch noch nach dessen Tod die Stellung im Führerbunker. Hier erzählt er seine Geschichte.

     

    Als ich dieses Buch entdeckte, wurde ich gleich neugierig. Was war das für ein junger Mann, der da in unmittelbarer Nähe Hitlers seinen Dienst tat? Was bewegte ihn und wie dachte er über die furchtbaren Dinge, die um ihn herum geschahen?

    Rochus Misch schrieb diese Autobiographie, eben weil ihn ständig aus aller Welt Fragen erreichten. Er erkannte den Wert, den sein Bericht für die Nachwelt hat, weil dieser den Leser zwingt, sich differenziert mit der Thematik auseinanderzusetzen.

     

    Diese Auseinandersetzung ist nicht leicht, die Wertung fällt schwer. Es ist ein unbequemes Buch, denn wie gerne würde man Misch, treues Mitglied des persönlichen Begleitkommandos Hitlers, einfach als Nazi verurteilen. Und sich sagen, dass man selber garantiert anders gehandelt hätte…

     

    Misch als Person zu beurteilen, fällt schon schwer. Da gibt es so einiges, was Verständnis oder gar Sympathie weckt, andere Dinge befremden. Wie er auf seinen Posten kam, gehört zu den nachvollziehbaren Punkten.

    Die Vollwaise Rochus Misch, aus einfachen Verhältnissen stammend, hatte sich zu den SS-Verfügungstruppen gemeldet, weil diese mit Vergünstigungen und Zukunftsperspektiven lockten. 1939 wurde Misch in Polen schwer verletzt, hatte u.a. einen glatten Lungendurchschuss. Dass anschließend der Gedanke, wieder an die Front zurück zu müssen, ihm nicht gerade verlockend erschien, ist nur zu verständlich. Als für das persönliche Begleitkommando des Führers ein »absolut zuverlässiger junger Mann« gesucht wurde, der »keinen Ärger macht«, kam man auf Misch.

    Dieses Anforderungsprofil trifft seinen Charakter recht gut. Er war zuverlässig auf seinem Posten, tat pflichtbewusst seine Arbeit, war immer da, wenn man ihn brauchte und hielt ansonsten den Mund. Wenn er erzählt, kommt es einem so vor, als hätte er einen ganz normalen Job bei einem ganz normalen Arbeitgeber gehabt. Da ist nichts von Aggressivität in seinem Bericht, er wirkt auch nicht sonderlich politisch. Zu interessieren scheint ihn nur, wie es ihm und seiner Familie geht. Das wirkt nicht bösartig oder egozentrisch, er denkt einfach nicht weiter. Vermutlich gab und gibt es sehr viele Menschen wie ihn.

     

    Befremdlich wird es, wenn er beispielsweise den Privatmann Hitler als »normaler, einfacher Mann, der einfachste Mensch, den ich kannte« beschreibt. Ich möchte ganz einfach Hitler nicht als normalen Menschen betrachten, nicht mal, wenn ich lese, wie er im Schlafanzug nach einer Wärmflasche für seine Füße verlangt. Misch betont immer wieder, dass er keine Kenntnis darüber hatte, was in den Konzentrationslagern vor sich ging. In der Nähe des Führers wäre nie über so etwas gesprochen worden, auch unter den Kameraden nicht. Kann das wirklich so stimmen?

    Zumindest eine Ahnung muss dagewesen sein, alles andere scheint mir nicht realistisch. Und warum sonst sollte Misch an anderer Stelle sagen: »Dass man von diesem Thema besser die Finger ließ … das war völlig klar … Man hatte immer ein bisschen Angst.«

     

    Rückblickend verurteilt Misch die Taten der Nazis, fragt sich sogar, wie »Untaten solchen Ausmaßes nur ein so gut gehütetes Geheimnis bleiben konnten«. Aber damals lebte er ein Dasein voller Widersprüche, vermittelte den ganzen Tag über Telefonate für Hitler und ging abends nach Hause, zur politisch links eingestellten Ehefrau und hörte mit dem Schwiegervater zusammen den Feindsender. Der Eindruck manifestiert sich, dass dieser junge Mann einfach nur überleben wollte und die Realität um sich herum bewusst ausblendete. Wenn er berichtet, wie Magda Göbbels ihren Kindern die Totenhemdchen anzieht, merkt man allerdings, dass der Familienvater Misch dabei an seine Grenzen kam.

     

    Rochus Misch hat vermutlich aktiv nichts Böses getan. Man könnte ihm vorwerfen, dass er für die obersten Nazis arbeitete, Hitler bediente und beschützte. Man könnte sagen, dass er sich hätte verweigern oder sogar etwas gegen Hitler hätte unternehmen müssen. Nah genug dran war er schließlich. Aber man muss sich auch ehrlich fragen, was man selbst an seiner Stelle getan hätte. Misch durchlebte 9 Jahre russischer Kriegsgefangenschaft, wurde grausam gefoltert. Wenn man ihm Schuld anrechnen kann, dann hat er dafür gebüßt.

     

    Das Buch enthält neben vielen Fotos auch detaillierte Karten von Führerbunker und Reichskanzlei, einen umfangreichen Anhang mit geschichtlichen Erläuterungen und zahlreichen Kurzbiographien.

     

    Fazit: Faszinierender chronologischer Bericht eines Zeitzeugen. Die Perspektive ist ungewöhnlich und die Lektüre unbequem, da man sich nicht einfach ein Urteil bilden kann, sondern sich intensiv mit der Thematik auseinandersetzen muss.

  2. Cover des Buches Die Katakombe - Das Ende der Reichskanzlei (ISBN: 9783499616969)
    Uwe Bahnsen

    Die Katakombe - Das Ende der Reichskanzlei

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    Das Buch ist vor allem für die Leute zu empfehlen, die sich mit dem Thema schon intensiv beschäftigt haben. Man erfährt sehr viel interessante Sachen von den Überlebenden der Reichskanzlei.Eine sehr gute Ergänzung zu dem Film "Der Untergang" 'Die ganze Wahrheit über die letzten Tage in der Reichskanzlei werden wir nie erfahren.
  3. Cover des Buches Der Untergang (ISBN: 9783499619236)
    Joachim Fest

    Der Untergang

     (23)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    Nachdem mich bereits das filmische Meisterwerk sehr beeindruckt und mitgerissen hat, war der Kauf des Buches auf dem der Film basiert keine Frage. Als ich dann entdeckte, dass nicht nur die Originalvorlage von Joachim Fest, sondern als Zusatz auch das Drehbuch von B.Eichinger und ein Making-Of dabei sind, hielt mich nichts mehr. Nun aber zum Buch: Joachim Fest zeigt eine Klasse, die man bei ihm mittlerweile gewohnt ist. Wer den Film bereits gesehen hat, wird viele Szenen wiedererkennen, andere neue Ergeinisse finden. Ich begreife mittlerweile, dass B.Eichinger das Buch als Anstoß für einen Film genommen hat. Bereits die Lektüre des Grundstoffes beeindruckt einen zutiefst und lässt einen lange Nachdenken. Das Drehbuch bietet einem immer wieder die Möglichkeit, sich Dialoge wichtiger Szenen, wieder ins Gedächtnis zu rufen und die nackten Dialoge lassen einem vor Augen die Szenen wieder passieren. Viele Fotots fördern den Prozess. Mir persönlich hat das Buch auch geholfen, manchen Gesichtern endlich Namen zuzuordnen. Gerade bei den vielen Generälen verliert man doch gerne den Überblick. Für Interessierte und "Fans" des Films ein Muss!
  4. Cover des Buches Berlin (ISBN: 9783462401783)
    Theodor Plievier

    Berlin

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  5. Cover des Buches Der blinde Adler (ISBN: 9783831902286)
    Heinrich Jaenecke

    Der blinde Adler

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  6. Cover des Buches Das Rosa-Luxemburg-Komplott (ISBN: 9783958245006)
    Christian v. Ditfurth

    Das Rosa-Luxemburg-Komplott

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    Das Buch ist nicht nur ein Thriller, sondern der Leser erfährt ungemein viel über die Auseinandersetzungen und Schwierigkeiten des Jahres 1919, in dem in Deutschland die Weichen gestellt wurden in Richtung 1933 und 1939, dem Machtantritt der Nazis und der Entfesselung des Zweiten Weltkriegs. Ich finde das Buch noch intensiver als die ausgezeichneten Ditfurth'schen Vorgänger "Der 21. Juli" und der "Consul".
  7. Cover des Buches Die große Flucht (ISBN: 9783426778067)
    Jürgen Thorwald

    Die große Flucht

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    Im trauernden Gedenken an die verschwiegenen Opfer steht Thorwalds Werk als Mahnung und Anklage zugleich. Vergeltungsmaßnahmen gegen die Zivilbevölkerung sind ein eklatanter Bruch allgemeingültiger kriegsrechtlicher Normen: Eine Ausweitung der (Nach-)Kriegshandlungen auf unschuldige Zivilisten ist Kriegsverbrechen und Völkermord zugleich. Das Buch ist eine sehr gute Zusammenfassng der damaligen Ereignisse, vielleicht noch zu sehr unter dem Eindruck des Erlebten geschrieben, aber deshalb macht es für mich das Buch so wertvoll.
  8. Cover des Buches Nasses Eichenlaub (ISBN: 9783548263991)
    Fritz Brustat-Naval

    Nasses Eichenlaub

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    Dieses Buch zu lesen ist ein wahrer Genuss. Teddy Suhren hat viel erlebt, wurde von seinen Freunden geschätzt und von seinen Gegnern gefürchtet. Er hat viel zu berichten, und zwar so, dass man das Buch nicht mehr weglegen möchte! Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen. Dieses Buch lohnt sich 100 % !
  9. Cover des Buches Der letzte Befehl (ISBN: 9783785721360)
    Armin D. Lehmann

    Der letzte Befehl

     (4)
    Aktuelle Rezension von: nic
    In "der letzte Befehl" erzählt Armin D. Lehmann über sein Leben zu Kriegszeiten und seinem Aufstieg von der Hitlerjugend zum Melder für den Führer, erlebt sogar die letzten Tage im Bunker mit, den Selbstmord Hitlers und seiner Frau Eva Braun und wird am Ende nochmal schwer verletzt an der Wirbelsäule aus den Trümmern ausgegraben und überlebt. Armin D. Lehmann wird von frühester Kindheit an vom Vater geimpft, erlebt und hört nichts anderes, als dass Deutsche die besseren Menschen sind, dass Deutschland eine Weltmacht werden wird und Juden, Zigeuner und andere Rassen unrein sind und ausgerottet werden müssen. Seine ganze Familie rennt Adolf Hitler blind hinterher, verehrt ihn und duldet keine andere Meinung. Zumindest Armins Vater ist ein eiskalter Faschist, eine Art Mensch, die immer ihren Vorteil sucht, ohne Rücksicht auf Verluste (nach dem Krieg hat er dann ganz feige seine Schandtaten verschwiegen und Wahrheiten verdreht). Es ist erschreckend, wie immer, wenn ein Kind, wenn überhaupt jemand blind einem Führer hinterherrennt und selbst am Ende noch darauf vertraut, der Sieg stehe bevor, obwohl alles schon verloren war. Dass man selbst daran glauben kann, einer besseren, der einzig wahren Rasse anzugehören und andere seien weniger wert als man selbst, dass man sein Leben für einen Führer und fürs Vaterland geben würde, und dass man töten würde, und das als Kind, als Jugendlicher, schockiert mich immer noch, auch wenn ich schon viele Bücher dieser Art gelesen habe. Dennoch - Lehmann beschönigt nichts und redet sich nicht heraus. Man nimmt ihm ab, dass er kein Monster sein wollte. Auf menschliche Weise schildert er die Zeit kurz vor seinem Eintritt in den Krieg bis zu seinem Leben danach, er ist nach Amerika ausgewandert und berichtet dort von seinen Erlebnissen und tritt nun für Menschenrechte, Frieden und Freiheit ein. Ich habe aus dem Buch sehr viel erfahren, was ich bisher noch nicht wusste, und wie Lehmann am Ende einen Kritiker zitiert, sollte das Buch vl. in Schulen gelesen werden, um aufzuklären. Finde ich auch.
  10. Cover des Buches Berlin 1945 (ISBN: 9783704350329)
    Karl Bahm

    Berlin 1945

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  11. Cover des Buches Der dreißigste Januar - ein Report über den Tag, der die Welt veränderte (ISBN: 9783885920373)
    Karl- Heinz Janßen

    Der dreißigste Januar - ein Report über den Tag, der die Welt veränderte

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Ein minutiöser Überblick uber die Ereignisse des 30. 1. 1933, eines der bedeutendsten Daten der deutschen Geschichte. Natürlich aus einer außergewöhnlichen Perspektive erzählt, da das spätere Geschehen zunächst ausgeblendet wird. Mit einem sehr ausführlichen und aufschlußreichem Anhang. Das Ganze wurde von einem politischen Redakteur bei der "Zeit" verfaßt.
  12. Cover des Buches Der Todeskampf der Reichshauptstadt (ISBN: 9783931054007)
  13. Cover des Buches Die 42 Attentate auf Adolf Hitler (ISBN: 9783828908505)
    Will Berthold

    Die 42 Attentate auf Adolf Hitler

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    Kurzbeschreibung Über 40mal wurde versucht, Adolf Hitler zu töten. Zu den bekanntesten Attentaten zählen die spektakulären Sprengstoffanschläge im Münchener Bürgerbräukeller 1939 und in der Wolfsschanze 1944 - sie konnten auch von der NS-Propaganda nicht verheimlicht werden. Die vielen anderen Versuche, das mörderische Zentrum des Dritten Reiches zu beseitigen, blieben aber über Jahre und Jahrzehnte hin unbekannt. Trotzdem gab es diese Versuche. Welche unterschiedlichen politischen Ziele die Attentäter auch verfolgten: Sie alle wollten den Tod des Mannes, der die Welt in den Zweiten Weltkrieg geführt hatte.
  14. Cover des Buches Der Fall von Berlin (ISBN: 9783746615455)
    Anthony Read

    Der Fall von Berlin

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  15. Cover des Buches Der Kampf um Berlin 1945 (ISBN: 9783548331850)
    Tony Le Tissier

    Der Kampf um Berlin 1945

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  16. Cover des Buches Der letzte Monat (ISBN: 9783548331980)
    Karl Koller

    Der letzte Monat

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  17. Cover des Buches Peter Gosztony: Der Kampf um Berlin 1945 in Augenzeugenberichten (ISBN: B006BJICOU)
  18. Cover des Buches August 1939 (ISBN: 9783499611353)
    Manfred Vasold

    August 1939

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  19. Cover des Buches 5000 Köpfe (ISBN: 9783887411169)
    Erich Stockhorst

    5000 Köpfe

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    Das Buch ist, obwohl es nie den Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, eine dokumentation einmaliger Art. Aus keiner Zeit der deutschen Geschichte - auch nicht aus der anderer Staaten und Völker - gibt es ein Werk, das sich hiermit vergleichen läßt. Ob es leitende Mitglieder der NSDAP, ob führende Köpfe des Widerstandes, ob Generäle oder Professoren, Schriftsteller oder Wirtschaftsführer - hier findet der Leser die Namen jener Personen, die in der Zeit von 1933 bis 1945 im Leben Deutschlands eine Rolle gespielt haben. Sämtliche aufgeführten Kurzbiographien enthalten einwandfreie Angaben und vermitteln einen Fundus an Wissen über diese Zeit, die ihresgleichen sucht.
  20. Cover des Buches Der letzte Weltkrieg: Schwarze Sonne (ISBN: 9781533393906)
    Hannes Schäfer

    Der letzte Weltkrieg: Schwarze Sonne

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Kerstin_KeJasBlog
    "Anders als in Märchen sind die wahren Monster weder durch spitze Zähne noch durch furchterregende Pranken gekennzeichnet. Allesamt wandeln sie unter uns, sehen aus wie du und ich, haben dieselben Augen, bedienen sich desselben Lachens und benutzen dieselbe Sprache. Ihre wahre Natur lässt sich nicht mit bloßem Auge erkennen. Es ist ihre Unscheinbarkeit, die sie so gefährlich macht." (Buch Seite 200/201)

    Das Buch "Der letzte Weltkrieg - schwarze Sonne" des Autoren Hannes Schäfer, durfte ich im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks mit eigenem Rezensionsexemplar lesen.

    Eine Geschichte die sich in 3 verschiedenen Zeitepochen bewegt. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft - alle drei verbindet ein bewegendes und gleichzeitig erschreckendes Thema - der Nationalsozialismus, die Ausmaße, die Folgen.

    Aber erst einmal kurz zur Story:
    Wolf, ein dreizehnjähriger Junge erfährt Unfassbares, er soll, Jahrzehnte nach Beendigung des 2. Weltkrieges, der unmittelbare Nachkomme eines Monsters sein. Sein Vater - der Mann, der wie kein anderer den Begriffen Antisemitismus, Rassenhass, Judenverfolgung, Konzentrationslager und Massenvernichtung ein Gesicht gab. Wie konnte dies geschehen? Wo hatte alles seinen Ursprung? Der Autor führt einen als Leser zurück in eine Zeit die es so besser nie gegeben hätte und vorwärts in eine (fiktive) Zeit, die so hoffentlich niemals wahr wird.

    Der Autor hat mit dieser Geschichte sehr gut gezeigt das Fiktives durchaus auf einem belegten historischen Hintergrund aufgebaut werden kann, ohne Dinge zu verdrehen oder zu verharmlosen.

    Anfänglich störte mich der recht nüchterne Erzählstil etwas, wurde aber im Laufe des Buches zu einem unabdingbarem Werkzeug um die Geschehnisse mit einer gewissen Distanz und der Verständlichkeit des jeweiligen Protagonisten zu lesen.

    Eine großer Teil erzählt die Tagebucheinträge eines Arztes, der als Wissenschaftler und Forscher in Sachen Fortpflanzung im berüchtigten KZ Ravensbrück 'arbeitet'.
    Die Schilderungen der Zustände in diesem Vernichtungslager waren sehr erschütternd und obwohl der Autor auf zu detaillierte Beschreibungen verzichtete war einem durchaus bewusst was sich dort abgespielt haben musste. 

    Generell gibt es in diesem Buch sehr viele Rückblicke in das vom Nationalsozialismus geprägte Deutschland während des 2. Weltkrieges. Eine Art Geschichtsreise, die mir sehr gut recherchiert vorkam.Personen, Orte, Gruppierungen - ein Stück historische Zeitgeschichte,  die weder von der Länge noch vom Inhalt her überzogen wirkte.

    In Verbindung mit dem Protagonisten Wolf und seinem Lehrer Goldstein bekam diese Vergangenheitsgeschichte einen verständlichen Sprung in die Zukunft.

    Die wenigen Protagonisten und ihre Charaktere sind sehr gut dargestellt, man kauft ihnen ihre Rollen ab, was auch an der Form des Erzählens liegt. Aber hier und da hätte ich mir mehr Emotionalität im Stil und der Sprache gewünscht.

    Ein Roman mit offenem Ende, dass viel Raum für Spekulationen lässt.Es sollen noch 2 weitere Bände folgen, worauf ich gerne warte um die Geschichte um Wolf zu beenden.
    Gerne vergebe ich 4 von 5 Sternen und bedanke mich nochmals herzlich für die Leserunde und das Rezensionsexemplar.
    c)K.B. 07/2016





  21. Cover des Buches Kaiser, Kriege und Kokotten (ISBN: 9783499626043)
    Christoph Schulte-Richtering

    Kaiser, Kriege und Kokotten

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Lara_Hoeffner
    Dieses Buch ist großartig. Und ein seltener Glücksfall: Es ist witzig und klug zugleich. Mal möchte man sich kringeln vor Lachen, und im nächsten Satz schon ist man platt, dass man wieder auf überraschende Weise etwas gelernt hat, was man vorher nicht wusste - und zwar auf so unnachahmliche Art, dass man sich fragt: Warum schreiben nicht alle Autoren so? "Schnick, Schnack, Schnuck" ist zwar ein Geschichtsbuch - von Nero bis zur Finanzkrise lernen wir in 44 amüsanten und kurzen Kapiteln, wo der Nibelungenschatz vergraben liegt, warum Tatajana Gsell um ein Haar Königion von Spanien geworden wäre und warum Heidi Klum ihre Karriere Immanuel Kant zu verdanken hat Aber dabei tritt Christoph Schulte-Richtering überhaupt nicht wie ein wandelndes Lexikon auf, obschon ihm von der Völkerwanderung bis zur Wiedervereinigung, von den Kreuzzügen bis zu 9/11, vom Preußenkönig Friedrich bis zu Hitlers Autobahnen wirklich nichts unbekannt zu sein scheint. Das liegt einzig an seiner Darstellungsweise von Geschichte – die einfach unerhört ist. Frech, ohne falschen Respekt, gegen jeden einschläfernden Strich gebürstet. Alles Lehrerhafte, jede Faktenhuberei gehen ihm ab. Aber überraschende Zusammenhänge herzustellen, das macht ihm großen Spaß, und das spürt der Leser genussvoll auf jeder Seite. Liest man etwa die sechs Seiten über die Finanzkrise, hat man nicht nur das Prinzip der Leerverkäufe ein für allemal begriffen, sondern elegant gleich mitgelernt, warum das 17. Jahrhundert das große Zeitalter des niederländischen Blumenstilllebens werden konnte und was das mit der provozierenden Kunst eines Damien Hirst zu tun hat. Den gegenwärtigen Burgfrieden zwischen Banken und Regierungen beurteilt Schulte-Richtering allerdings skeptisch: «die Sache fühlt sich ein bisschen so an, als ob man den Hund den Wurstvorrat bewachen lässt». Der Autor ist ein Meister des ersten Satzes. „Am Morgen des 26. April 1336 klingelt der Wecker, und das Mittelalter ist vorbei.“ So beginnt das Kapitel über die Renaissance. Oder der Barock: "'Barocke Rubensfrau sucht Mann fürs Leben', wenn Sie so eine Kontaktanzeige lesen: Finger weg!“ Sehr schön auch folgender Auftakt: „Weia! Waga! Woge, du Welle, walle zur Wiege! Wagalaweia! Wallala weiala weia!“ Okay, vor Wagners „Nibelungen“ kapituliert sogar ein Schulte-Richtering, um dann Richard Wagners Leben als Künstler und Mann freilich doch noch zu erhellen. Spielerisch stellt dieses Buch unser Wissen vom Kopf auf die Füße. Dabei orientiert sich der Autor durchaus an filmischem Erzählen, hier merkt man den Stall, aus dem er kommt. Seit Jahren arbeitet er als Gedankenlieferant und Texter für viele Fernsehgrößen, von Gottschalk bis Plasberg, von Harald Schmidt bis Stefan Raab. Gekonnt strafft er, spitzt zu, reduziert ein paar Jahrhunderte auf drei Sätze und bringt sie damit auf den Punkt. Einzelheiten leuchtet er sorgfältig aus, stellt Querverweise her – und unterbricht das Programm rechtzeitig. „Ende Teil 1. Pause, Popcorn, Pipi.“ Großes Kino, diese kleine Weltgeschichte!
  22. Cover des Buches Der letzte Weltkrieg (Thriller): Schwarze Sonne (ISBN: B01F42I0DW)
    Hannes Schäfer

    Der letzte Weltkrieg (Thriller): Schwarze Sonne

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Wildpony

    Der letzte Weltkrieg: Schwarze Sonne  -  Hannes Schäfer

    Kurzbeschreibung Amazon:

    „Ich trage die Gene eines Monsters in mir“, wisperte der Junge und führte den Lauf der Pistole an seine Schläfe.

    Mehr als 70 Jahre sind vergangen, seit Adolf Hitler unter Ausschluss von Zeugen im Bunker der Reichskanzlei Suizid beging. Bis heute ranken sich zahlreiche Geschichten um die Geschehnisse. Zeitzeugen widersprechen sich, auch der Verbleib der sterblichen Überreste gibt nach wie vor Rätsel auf.
    Im Jahr 2015 liefern die Aufzeichnungen von Maximilian Lieb einen weiteren Bericht.
    Ausführlich schildert der angebliche Arzt seine Erlebnisse im Konzentrationslager Ravensbrück und wie ihn seine dort durchgeführten Forschungen zur dauerhaften Einlagerung genetischen Materials am 30. April 1945 dazu veranlasst haben, den Führer von Nazi-Deutschland post mortem zu kastrieren.
    71 Jahre nach Kriegsende erblickt ein Kind namens Wolf das Licht der Welt, um in die Fußstapfen seines Vaters zu treten …

    Mein Leseeindruck:

    Dieses Buch habe ich mit großem Interesse zu Hand genommen, da ich mich für die vergangene Zeit und vor allem die Vergangenheit Deutschlands doch sehr interessiere.

    Natürlich gehört die unrühmliche Hitler-Diktatur genauso dazu wie die Schrecken des zweiten Weltkrieges.

    In Kombination mit der immer weiter fortschreitenden Forschung in Bezug auf künstliche Befruchtung und Haltbarmachung von Spermien erzählt dieser Roman, der doch mehr ein Krimi ist, von dem Missbrauch von Samenzellen und der Entstehung eines Hitler-Kindes. Skrupellos wird hier deutlich wie die Wissenschaft sich dem Bösen verschreiben kann und ein geldgieriger und gefühlloser Arzt hier einer trauernden Frau (anstelle mit dem Samen ihres toten Mannes) mit dem eingefrorenen Spermien von Adolf Hitler ein Kind zeugt.

    Erschreckend auch das Szenario, wie sich durch den Fremdenhass auch in der heutigen Zeit bis in die Zukunft reichend die "alten Werte" von Hitler wieder durchsetzen können. Das muss mit allen Mitteln verhindert werden.

    Fazit:

    Ein sehr interessantes und teils auch erschreckendes Buch, das deutlich macht das viele Menschen auch heute noch nicht aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben.

    Ebenso ein Rückblick in die Hitler-Zeit und auch intensiv ein Einblick in die Person von Adolf Hitler. 

    Für mich ein ganz besonderes Buch, das mich eindeutig zum nachdenken gebracht hat. Sollte es dazu eine Fortsetzung geben werde ich sie sehr gerne ebenfalls lesen.

    4,5 Sterne für diesen Krimi mit Eingriff in die Menschlichkeit.

  23. Cover des Buches Berliner populäre Irrtümer (ISBN: 9783839341117)
    Volker Wieprecht

    Berliner populäre Irrtümer

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    Sehr nett! Man kann beliebig drin rumblättern, man findet immer was Interessantes oder Kurioses. Perfekt für jeden Partysmalltalk, um Freunde zu beeindrucken. Hübsch aufgemachtes Buch, gut zum Verschenken oder zum Behalten.
  24. Cover des Buches Der 2. Weltkrieg (ISBN: 9783442129645)
    Stephan Burgdorff

    Der 2. Weltkrieg

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
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