Bücher mit dem Tag "reiseliteratur"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "reiseliteratur" gekennzeichnet haben.

33 Bücher

  1. Cover des Buches Der Weltensammler (ISBN: 9783446233560)
    Ilija Trojanow

    Der Weltensammler

    (169)
    Aktuelle Rezension von: Sanne54

    Der "Weltensammler" ist im Stil eines richtig schönen Abenteuerromans geschrieben und berichtet aus einer Zeit, in der es auf unserem Planeten tatsächlich noch auf dem Land richtig etwas zu entdecken gab. Natürlich haben diese Entdeckungsreisen auch einen, aus heutiger Sicht etwas komischen Beigeschmack, weil damit nicht selten auch der Anspruch auf Besitz und Kulturen verbunden war, der den Entdeckern so nicht zusteht. 

    Inhalt ist eine durch die Biografie des Entdeckers Richard Burtons inspirierten Reise nach Indien, Arabien und Afrika. Der entflieht dem Müßiggang eines Lebens in der englischen Kolonie indem er sich in die Sprachen und Kulturen der Länder vertieft, sich sogar verkleidet unter die Leute mischt, um ganz in den Kulturen aufzugehen. Er konvertiert zum Islam und reist als einer der ersten Europäer nach Mekka und Medina, sucht im östlichen Teil des afrikanischen Kontinents nach der Quelle des Nils, wobei er unglaubliche Strapazen auf sich nimmt. 

    Obwohl sein Charakter, der uns durch die Erzählungen seines Dieners beschrieben wird, sehr undurchsichtig bleibt und man sich dem Mysterium dieses Mannes weniger zu nähern vermag als man es vielleicht hofft, ist dieser Roman voller Impressionen zu den sinnlichen Eindrücken, religiösen und gesellschaftlichen Bräuchen und interessanten Figuren. Richard Burton bleibt auch nach soviel Seiten Lektüre undurchsichtig, finde ich, weil er auf seine Art sehr widersprüchlich bleibt. Die Prämisse und Leidenschaft, die sein Handeln bestimmten, scheinen Neugier zu sein. Und er scheint erstaunlich frei von gesellschaftlichen Konventionen zu handeln, bedenkt man, dass er ein Engländer des 19.Jahrhunderts ist. Dennoch ist das einer der Gründe, warum ich keine 5 Sterne geben kann. 

    Gut sind auch die kleinen Karten zu Beginn jedes Teils, die helfen, die Reiseroute und die Lage der Schauplätze besser nachzuvollziehen.

    So gut konstruiert und recherchiert der Roman mit Sicherheit ist, gibt es dennoch einige Punkte, die mir in Sachen Stil noch nie besonders gut gefallen haben, z.B. zu schnelle und lange Dialoge ohne einfassenden Text. Die Art der Darstellung der wörtlichen Rede wechselt etwa zur Mitte dann in einen Dramen-Stil. Sicherheit hat sich der Autor dabei etwas gedacht, aber leider verstehe ich es nicht wirklich und fand es irritierend. Einige Kapitel werden auch von jeweils einem ersten Satz in der Landessprache eingeleitet, bei dem ich die Übersetzung vermisst habe. Auch hier fehlt mir vielleicht etwas Bildung, ich habe es ignoriert, konnte es aber nicht überbrücken. Das irritiert mich auch ein wenig.

    Durch die kurzen Kapitel blieb der Roman alles in allem immer gut lesbar und hatte kaum Längen. Dennoch hatte ich immer wieder das Gefühl, dass ich ihn irgendwie nicht ganz verstehe (z.B. durch die bereits beschriebenen Punkte) und das nimmt ein wenig den Spaß.

  2. Cover des Buches Die Enden der Welt (ISBN: 9783596512232)
    Roger Willemsen

    Die Enden der Welt

    (91)
    Aktuelle Rezension von: Anne_B_

    Wie ihr schon nach dem von mir vergebenen Titel erkennen könnt, fand ich das Buch langweilig. Ich habe nur die ersten  50 Seiten geschafft. Mir hat die Sprache nicht gefallen, es war so als ob der Autor vor sich hin schreiben würde, ziellos. Ich konnte keinen Mehrwert daran erkennen, das Buch weiter zu lesen. Die Idee war eigentlich sehr schön, die Umsetzung dafür... naja. Nicht so gut.

  3. Cover des Buches Frühstück mit Kängurus (ISBN: 9783641090562)
    Bill Bryson

    Frühstück mit Kängurus

    (203)
    Aktuelle Rezension von: BKK

    Ich mag Brysons Bücher und finde sie zum schlapp Lachen, meistens jedenfalls! Dieses finde ich etwas langweilig und nicht ganz so witzig wie die anderen...Mag aber auch daran liegen, dass ich die Aussies so wahnsinnig witzig fand, so viele nette, lustige Begegnungen hatte und es so eine heitere Reise war, dass ich das Buch im Vergleich dazu eintönig fand...

  4. Cover des Buches Berlin - Moskau (ISBN: 9783644002012)
    Wolfgang Büscher

    Berlin - Moskau

    (52)
    Aktuelle Rezension von: Viv29

    2001 wandert Wolfgang Büscher von Berlin nach Moskau und berichtet davon in diesem Buch. Schon die Route macht neugierig – zu Fuß durch Polen, Weißrussland und Russland, das bringt Herausforderungen mit sich, die auch für erfahrene Wanderer nicht alltäglich sind. Büscher scheint mit recht wenig Vorbereitungen losgezogen zu sein, so liest es sich jedenfalls. Die Motivation erschließt sich mir nicht ganz, in manchen Dingen hält der Autor sich ziemlich knapp. Auch sein Bericht ist anfangs nicht wirklich zugänglich, ich hätte das Buch zuerst fast abgebrochen, da er sich zu häufig in poetisch-überspannten Abschweifungen verliert und es recht wenig um Land und Leute ging. Dies besserte sich zunehmend und wenn es auch immer wieder überspannte, wortreich-inhaltsleere Passagen gibt, finden sich doch auch viele anschauliche Betrachtungen, sowie Ansichten, die man von Ländern wie Weißrussland und Russland eher selten bekommt. Wenn die Schilderungen sich diesen Themen widmeten, war ich vom Buch sehr angetan, auch die lakonische Erzählweise hatte etwas. Büscher berichtet zudem von einigen Schicksalen, die ihm erzählt werden, so Klementyna Mańkowska, eine Gräfin, die im Zweiten Weltkrieg im Widerstand tätig war und auch sonst ein aufregendes Leben führte. Es gibt im Buch einige ungewöhnliche Lebenswege und Informationen, die man in Geschichtsbüchern u.ä. nicht unbedingt findet, leider sehr Weltkriegslastig, hier hätten etwas vielfältigere Facetten erfreut, aber wahrscheinlich bietet sich das Thema auf dieser Route sehr an.

    Es ist jedenfalls eine unterhaltsame Reise, auf die Büscher uns mitnimmt. Hätte er pathetische Traumschilderungen, zu abgedrehte Fantasieszenen und die gelegentliche Überspanntheit mit mehr anschaulichen Ansichten und Informationen über Land und Leute ersetzt, wäre es die absolut perfekte Lektüre zum Thema gewesen.

  5. Cover des Buches Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802 (ISBN: 9783847267119)
    Johann Gottfried Seume

    Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802

    (12)
    Aktuelle Rezension von: Elisabeth_Rettelbach

    Ich liebe historische Reiseberichte! Dieser hier ist ein Favorit. Am 6. Dezember 1801 bricht Johann Gottfried Seume in der Nähe von Leipzig zu einer "Wanderung" nach Syrakus (Sizilien) auf. Am 1. April 1802 kam er dort an, im August 1802 war er wieder zu Hause. Und was ist zwischendrin passiert? Alles! Was mich vor allem fasziniert hat beim Lesen, waren die kleinen Dinge, wie seine Berichte über Wirtshäuser, Frühstücke, Strategien gegen das Ausgeraubtwerden, Menschen unterwegs, aber auch wie man damals ja wirklich in jeder freaking Stadt einen neuen Reisepass beantragen musste. Gefühlt alle drei Seiten erzählt er wieder, dass er vor einem weiteren Beamten sitzt und erklärt, warum er einen Passierschein durch Gebiet xy verdient hat. Es ist einfach faszinierend, diesen fernen Menschen über den Abgrund der Jahrhunderte hinüber bei seinem täglichen Laufen zu begleiten. Wir sind so anders und doch so gleich wie er. Man wandert mit ihm. Ein schönes Buch, vereinzelt hat es natürlich seine Längen. Dennoch, es lohnt sich. 

  6. Cover des Buches Couchsurfing im Iran (ISBN: 9783492310833)
    Stephan Orth

    Couchsurfing im Iran

    (141)
    Aktuelle Rezension von: BayLissFX

    ... und hier geht auch wieder Stephan Orth für mich auf Entdeckungstour. Er hat jene Ausdauer und den Mut sich auf das dort und dann einzulassen. Und genau das gibt er ja auch als Ziel dieses Berichtes an. Ich habe vorab die anderen Rezensionen gelesen, weil mich die Meinung dazu sehr interessiert hat - spannend finde ich immer wieder, wenn es Kritik für etwas hagelt, dass der Autor explizit als gegeben herausstreicht: Leute die Couchsurfing anbieten sind schon per se die liberale Fraktion. Das heisst im Umkehrschluss - man landet in liberaleren Kreisen. In die anderen kommt man da auch nicht so schnell.

    Aber - wie auch in Couchsurfing Russland - die Eindrücke von den Persönlichkeiten und den Umständen, die er am Wegesrand und bei unterschiedlichsten Formen des Zusammentreffens gewinnt und auch genial wiedergibt - geben einen Eindruck von den Lebensumständen. Es war wieder sehr interessant die verschiedenen Leute kennenzulernen, auch wenn es nur kurze Eindrücke sind. SMS oder Treffen, Wortwechsel und wortloses Betrachten der Umgebung.. so hätte ich es wahrscheinlich auch erlebt, und Stephan nimmt einen wunderbar mit auf diese Reise in den Iran.

    Freue mich schon auf die Fortsetzung in ... China oder Saudi Arabien?

  7. Cover des Buches Faserland (ISBN: 9783462301465)
    Christian Kracht

    Faserland

    (398)
    Aktuelle Rezension von: Sophia-liest

    Der namenlose Ich-Erzähler reist durch Deutschland bis in die Schweiz, ohne Ziel oder Plan. Auf jeder seiner Stationen begegnet er alten Bekannten, es hält ihn jedoch nie lange an einem Ort. Zwischen Alkohol, Drogen und Parties lässt er seine Gedanken laufen. Er weiß nicht, was er vom Leben möchte, vielleicht Veränderung, Hauptsache raus aus den traditionellen, gesellschaftlichen Zwängen und Normen.

    Das Buch wurde mir von einer Freundin empfohlen, die es als Lehrerin mit ihrer Oberstufenklasse gelesen hatte. Ich kann dem Buch jedoch nichts abgewinnen und bin froh, dass ich es nicht zu meiner Abiturzeit lesen musste. 

    Die Geschichte an sich hört sich erstmal spannend an, ich habe jedoch selten ein Buch mit einem so unsympathischen Erzähler gelesen. Es ist mir nicht wichtig, dass die Protagonisten allesamt sympathisch sind, das ist auch meist nicht möglich, aber hier hat es die Handlung massiv gestört. Die Handlung ist eine Aneinanderreihung von Ereignissen, die der Erzähler oft unter Alkohol- und Drogeneinfluss erlebt. Zu Beginn trifft er auf Sylt eine alte Bekannte, bereits hier zeigt sich die ich-bezogene und arrogante Art des Erzählers. Er unterhält sich nur ungern mit ihr, nimmt jedoch die Einladung zu Drinks und Champagner gerne an. Lieber denkt er von oben herab über die Personen nach, denen er begegnet. Er betrachtet die Menschen eher als lose Bekanntschaften. Wahrscheinlich aus wohlhabendem Elternhaus stammend, scheint er auch keinem Beruf nachzugehen, denn er kann durch Deutschland reisen, wie er gerade Zeit und Lust hat.

    Auf knapp 200 Seiten wird viel erzählt, aber irgendwie doch nichts, weil alles inhaltslos wirkt. Hätte das Buch mehr Seiten gehabt, hätte ich es abgebrochen, weil mir einfach die Handlung gefehlt hat. Vielleicht bietet das Buch als Schullektüre mehr Interpretationspotenzial, aber für mich war es leider gar nichts und ich kann es nicht weiterempfehlen.

  8. Cover des Buches Traumpfade (ISBN: 9783446242012)
    Bruce Chatwin

    Traumpfade

    (100)
    Aktuelle Rezension von: BrianaP

    Schlimm. Schade um das wertvolle Thema. Die ausdrucksweise des Autors war zum abgewöhnen.                                                                                                                                                                                                                        

  9. Cover des Buches Der Weg nach Oxiana (ISBN: 9783847720386)
    Robert Byron

    Der Weg nach Oxiana

    (4)
    Aktuelle Rezension von: Liisa
    Bruce Chatwin bezeichnet Robert Byrons "Der Weg nach Oxiana" als Meisterwerk der Reiseliteratur und hat das Buch selber vier Jahrzehnte auf seinen Reisen mit sich geführt, bis es ganz zerlesen und zerfleddert war. Und wirklich, "Der Weg nach Oxiana" ist ansprechende Reiseliteratur. Ein Buch, das den Leser in fremde Welten entführt, die von Byron so detailreich beschrieben werden, dass man meint, sie tatsächlich vor sich zu sehen. Am liebsten möchte man das Buch nehmen und auf seinen Spuren und anhand seiner Texte, diese Reise nachvollziehen, wobei das unter den heutigen Umständen wohl unmöglich sein dürfte. Zugleich beschreibt Byron hier eine Welt und Form des Reisens, die heute so wohl nicht bzw. kaum noch anzutreffen sind. Der Charakter Robert Byron muss ein im wahrsten Sinne "eigenartiger" gewesen sein. Manche Beschreibungen zeugen von großer Beobachtungsgabe und Einfühlsamkeit in Menschen und Situationen, andere habe ich eher negativ empfunden, weil darin rassistische Muster anklingen, z.B. wenn er schreibt "Christopher (sein Reisegefährte) unternahm mit mir eine Runde durch die dritte Klasse. Wären dort Tiere untergebracht gewesen, hätte ein aufrechter Engländer den Tierschutzverein informiert. Aber die Überfahrt ist billig, und da es Juden sind, könnten sie bekanntlich alle mehr bezahlen, wenn sie wollten." Bedenkt man dann noch, dass er das am 4. September 1933 schrieb, stößt das schon unangenehm auf. Zum Glück gibt es nicht allzu viele Äußerungen dieser Art und wenn, sind sie auch nicht ausschließlich auf Juden beschränkt. Insgesamt scheint mir Byron von der inneren Einstellung her noch mit der typischen Haltung eines weißen Europäers mit entsprechenden arroganten Attitüden unterwegs gewesen zu sein, was damals wohl nicht unüblich war. Insgesamt jedoch sind die Personen die im Buch auftauchen eher Statisten, die entweder nur kurz und sachlich erwähnt werden oder über die er sich lustig macht, indem er z.B. absurde Dialoge mit ihnen zitiert. Viel wichtiger sind für ihn die bereisten Länder selbst und dort im besonderen die Architektur, Geschichte und Kunst. Für den Anblick bedeutender Gebäude oder dem, was davon übrig ist, brennt sein Herz, dafür nimmt er Strapazen auf sich und die beschreibt er glänzend. "Der Weg nach Oxiana" von Robert Byron ist in der Anderen Bibliothek erschienen und wurde mit einer Reihe von eingehefteten Landkarten sowie alten Fotos beschriebener Bauwerke ausgestattet. Wer etwas für das Reisen und Reiseberichte übrig hat, der kann getrost zugreifen. Eines ist jedenfalls sicher: es ist ein Buch, das man nicht nur einmal lesen kann, im Gegenteil es ist ein Buch, das immer wieder zur Hand genommen werden will um in Teilen oder ganz erneut gelesen zu werden. Anders kann man die vielen Informationen nur schwerlich erfassen und verarbeiten.
  10. Cover des Buches Jahresausklang auf Madeira (ISBN: 9783956671258)
    Brina Stein

    Jahresausklang auf Madeira

    (8)
    Aktuelle Rezension von: JacquelineMontemurri
    Zum dritten Mal bin ich nun auf Kreuzfahrt mit Brina Stein gegangen. Und zum dritten Mal bin ich von Brinas Kurzgeschichten begeistert. Diesmal jedoch, finde ich das Buch besonders gelungen. Denn ich persönlich sehe das nicht als Sammlung von Kurzgeschichten, sondern als kleinen Episodenroman. Sechs Geschichten auf sechs verschiedenen Kreuzfahrtschiffen und doch eine Geschichte. Denn alle Schiffe treffen sich beim „Jahresausklang auf Madeira“ und alle Geschichten sind mit einem (fast schon kleinen Krimi-) Geheimnis miteinander verflochten. Wir treffen auf Figuren aus Brina Steins Wellengeflüster 1 und 2 wieder, so z.B. Armor und seinem Gehilfen, die hier gleich drei Paaren zur „Kreuzfahrt ins Glück“ verhelfen. Auch die Geister von Sylt und die „Drei Männer im Boot“ sind wieder mit an Bord sowie Amphitrite. Fast schon im Nebensatz wird das Schicksal des Paares mit dem „Koffer“ aufgeklärt.
    Und wie es sich zu Silvester gehört, darf auch „Dinner for one“ nicht fehlen. Deshalb gehört auch „Der Buttler“ zu meinem ganz persönlichen Favoriten. Denn diese Geschichte ist eine wunderbare Stein´sche Variation des bekannten Klassikers.
    Die Autorin schreibt flüssig und mitreisend. Ein paar mehr Absätze – besonders bei den Dialogen – hätten zu mehr Übersichtlichkeit beigetragen. Ansonsten spürte ich natürlich wieder die Kompetenz und Leidenschaft zum Thema Kreuzfahrt. Brina Stein schaffte es erneut ihre unerschöpflichen Erfahrungen in außergewöhnliches „Wellengeflüster“ zu bannen.
    … und wer ganz genau hinschaut und zwischen den Zeilen zu lesen versteht und wer Brina ein klein wenig kennt, der wird in einer Geschichte ihren eigenen Lebenstraum wiederfinden, den sie dem zu verstehenden Leser offenbart und den sie sich hoffentlich bald erfüllt …
  11. Cover des Buches Bummel durch Europa (ISBN: 9783257218800)
    Mark Twain

    Bummel durch Europa

    (28)
    Aktuelle Rezension von: Karl-Theodor

    Mark Twain (1835 bis 1910) hieß eigentlich Samuel Langhorne Clemens, aber der Name tut wenig zur Sache, wenn sich einer auf eine interessante Reise begibt. Wer sich auf den durchaus packenden Bericht über Twains historische Europafahrt einlässt, findet sich auf einer spannend-amüsanten Reise in die Vergangenheit unseres Kontinents wieder. „Good old Europe“ vom Besten: Deutschland, die Schweiz, Italien und Frankreich anno 1878! Ob Twain sich gerade mit Schwung und Elan in das klassische Studentenleben der alten Universitätsstadt Heidelberg stürzt, ob er sich über das steife Betragen der deutschen Biederbürger in der hehren Anstalt des Opernhauses wundert, oder ob er sich über die Charakteristika der Absteigen auslässt, in denen er jeweils sein müdes Haupt aufs Kissen bettet, das Schmunzeln - und oft auch das herzhafte Lachen! - des Lesers/der Leserin sind ihm gewiss. Das gilt gerade für uns mit deutscher Muttersprache, wenn Twain ausführliche Reflexionen über die in seinen Ohren „schreckliche Sprache“ Deutsch anstellt! Never forget: Der Mann ist vor bald 200 Jahren in Florida geboren, und sicher meinte es der Autor von unsterblichen Schätzen wie „Tom Sawyer“, „Life on the Mississippi“, „Huckleberry Finn“ und „Pudd'nhead Wilson“ niemals böse mit uns, sorry, mit unseren Vorfahren.
    Nicht auf jeder Etappe dieser Reise dominieren die Ironie und lustige Komponenten. Beim anstrengenden Bergsteigen in den Schweizer Alpen ist für den zum Gipfel strebenden Twain definitiv „Schluss mit Lustig.“ Der amerikanische Schriftsteller gelangt an die Limits seiner Belastbarkeit und lässt seine LeserInnen gerne auch an seinen Schwächen teilhaben. Seine Aussagen sind überhaupt oft unverhohlen aufrichtig und freimütig. Auch das, was er an ekligen Sachen erlebt, und die ihm unsympathischen Menschen werden von ihm ohne sonderliche Zurückhaltung beschrieben. Nicht immer sind dabei seine Ansichten und Einschätzungen solche, die heute bei jedermann/frau ein beifälliges Nicken und ungeteiltes „Ja!“ ernten werden. Aber es ist eine historische Reise eines Autors, der uns in den Spiegel der Vergangenheit blicken lässt. Ein großes Geschenk an die heutigen.
    Für jemanden, der wie ich gerne in ferne Länder Ostasiens reist, war die Fahrt mit Mark Twain ein besonderes Erlebnis. Es war nicht nur ein exotisches Deutschland aus dem 19. Jahrhundert, das mir in diesem empfehlenswerten Buch begegnete, sondern vieles lässt sich auch heute noch erkennen - und wenn man das Gestern kennt, sicher auch besser verstehen. Mein aufrichtiger Dank an Samuel Langhorne Clemens alias Mark Twain!

  12. Cover des Buches Hamburg. Unterwegs mit deinen Lieblingsmenschen (ISBN: 9783740817190)
    Sylvie Gühmann

    Hamburg. Unterwegs mit deinen Lieblingsmenschen

    (13)
    Aktuelle Rezension von: Corneliapoetsch

    "Hamburg. Unterwegs mit deinen Lieblingsmenschen" ist ein außergewöhnlicher, wunderschön Reiseführer. 

    Sylvie Gühmann nimmt uns mit Hamburg nicht nur zu entdecken, sondern auch zu erleben. Egal ob für Kurztrips oder Urlaube , dass Buch stellt viele abwechslungsreiche Ausflugsideen vor. Selbst Hamburger finden in diesem Reiseführer sicher viele Inspirationen um ihre Stadt besser kennenzulernen. Über 100 Aktivitäten/Ausflugsziele werden vorgestellt. Der Schreibstil ist authentisch, flüssig und locker. Die Autorin gibt immer die genaue Adresse und die Haltestelle (ÖPNV) an. Ein besonders Highlight ist, dass alle Ziele mit tollen Fotos präsentiert werden. Ich hätte ich mir noch eine Karte gewünscht. 

    Fazit: "Hamburg. Unterwegs mit deinen Lieblingsmenschen" ist ein authentischer und wunderschön illustrierter Stadtführer. Ich kann das Buch zu 100% weiterempfehlen und vergebe 5 Sterne.

  13. Cover des Buches Ein Jahr in Australien (ISBN: 9783451069130)
    Julica Jungehülsing

    Ein Jahr in Australien

    (33)
    Aktuelle Rezension von: Yoyomaus

    Ein Jahr in Australien?

    Oder Meckerrunde in Bondi?

     

    Zum Inhalt (Booklet):
     Julica Jungehülsing lebt in dem Land, in dem die Wüste rot ist und die Strände weiß, wo Fahrgäste dem Busfahrer beim Aussteigen danken und die Kinder vor dem Radfahren Surfen lernen: In diesem Buch erzählt sie von ihrem Alltag in Sidney, Abenteuern im Outback, dem Strand vor der Tür und von den unkompliziertesten Menschen der Welt, den "Aussis".

     

    Cover:

    Das Cover hatte mich gleich angesprochen, da ich bereits einige Bücher der Reihe gelesen habe und diese mir doch recht gut zugesagt haben. Wir sehen hier einen Ausschnitt mit Surfbrettern und das macht natürlich gleich Lust auf Strand und Meer und dann das natürlich mit meinem Lieblingsreiseziel Australien verbunden, was will man eigentlich mehr? Da greift man doch gern zu!

     

    Eigener Eindruck:
     Australien, Sehnsuchtsziel von so vielen Reisenden. Doch meist ist nach ein paar Wochen schon wieder Schluss und man muss sich wieder dem Alltag widmen, was würde man doch dafür geben hier wohnen zu dürfen? Diesen Wunsch erfüllt sich die Autorin und nimmt uns mit auf ihre Reise auf der anderen Halbkugel. Es gilt eine Wohnung zu finden, Freundschaften zu knüpfen und das Leben als Aussi zu genießen. So weit so gut und das ist ja auch genau das, was man eigentlich so lesen will. Natürlich erwartet man als Leser auch Storys aus dem Outback und dem Rest von Australien, aber die Autorin drückt sich hauptsächlich nur am Bondi Beach herum, motzt dann später auch mal gern gegen die Touristen und macht sich für mich damit sehr unbeliebt, denn Mädel, du bist auch nur zu Gast. Und auch wenn ich deinen Lebensstil da feire, weil du nicht davor zurück schreckst auch gebrauchte Dinge zu nehmen und alles sehr simpel zu halten, so habe ich doch manchmal das Gefühl, dass dir so etwas eben nicht reicht, das merkt man spätestens an den Kaffeefloskeln, die sich durch das Buch wie ein roter Faden ziehen. Welcher Kaffee mag wohl der beste sein, so kommt es mir jedenfalls vor. Effektiv war das Buch für mich leider eher enttäuschend, der richtige Titel wäre wohl gewesen „Ein Jahr am Bondi Beach“. Dann hätte man sich nicht auf die anderen, nicht erwähnten Erlebnisse so gefreut.

     

    Fazit:

    Leider konnte mich dieses Büchlein so gar nicht überzeugen. Von Australien bekommt man hier lediglich viel Bondi Beach zu sehen, der Rest fällt hinten runter, obwohl das ja eigentlich mit das Spannende ist! On top meckert die selbst erst zugewanderte Touristin meiner Meinung nach zu sehr über die anderen Touris. Das macht doch sehr unsympathisch.

     

    Gesamt: 2/5

     

    Daten:

    ISBN: 9783451069130

    Sprache: Deutsch

    Ausgabe: Taschenbuch

    Umfang: 192 Seiten

    Verlag: Verlag Herder

    Erscheinungsdatum: 16.08.2016

     

     

  14. Cover des Buches Nomade auf vier Kontinenten (ISBN: 9783423137157)
  15. Cover des Buches Die Theatergräfin (ISBN: 9783548606934)
    Ralf Günther

    Die Theatergräfin

    (9)
    Aktuelle Rezension von: ewigewelten

    »Konnte es sein, dass unter orientalischem Tuch Freiheit und Unbekümmertheit wohnten und nicht die Scham, wie in Europa?« Nicht nur im Deutschland des 19. Jahrhunderts war dieser Gedanke für eine Frau revolutionär, auch heute fühlen die Leserinnen mit Ralf Günthers Protagonistin. Ida Gräfin von Hahn will völlig frei und unabhängig sein und lässt sich dabei von der orientalischen Lebensweise inspirieren.

    Durch den Tod ihres Gatten glaubt sich die Gräfin ungebunden, lässt Hof und Sohn zurück und flieht vor der Langeweile, der Häuslichkeit, der Verantwortung. Sie stürzt sich ins Abenteuer, bereist den Orient; über Istanbul durch das Osmanische Reich bis nach Ägypten geht es im Boot oder auf dem schaukelnden Kamel. Ihre Reise ist dabei mehr als die Suche nach Stoffen für neue Werke der Salon-Schriftstellerin, sie ist wie eine Reise zu ihr selbst, auf der sie sich von allem befreit, was ihre Entfaltung hemmt, auch von ihrem mittlerweile nur noch leidenschaftslos Geliebten.

    Ihr Bruder, der Graf, ist auf Brautschau, das heimische Schloss steht fast leer, nur Idas Sohn Wolf wandelt durch die Hallen, ganz verloren an seine Theaterleidenschaft. Eines Tages taucht die Straßenschauspielerin Marie mit ihrem Kumpan auf; schnell ist der Entschluss gefasst, den naiven Grafensohn auszunehmen. Doch auf Schloss Altenhoff gibt es nichts mehr zu holen und Marie ändert ihren Plan. In einer Hoffnung auf ein besseres Leben klammert sie sich an den Grafensohn, wird seine Muse, seine »Julia«. Nächtelang rezitieren sie Shakespeares Verse, planen eine Aufführung im hofeigenen Theater, doch dann kommt alles anders.

    Die beiden Handlungsstränge – Idas Reise und Maries Schicksal auf Altenhoff – laufen lange nebeneinander her, ohne dass direkte Verbindungen erkennbar sind. Man wartet auf das große Finale, die Begegnung der beiden Frauen und die Eskalation der Probleme der verarmten Grafenfamilie.

    Doch zum Schluss hin wird es immer melancholischer, die Protagonisten stehen nicht mehr vor neuen Problemen, die Entwicklung der Charaktere stagniert. Die Auflösung des Höhepunkts wirkt unbefriedigend, das Schicksal aller Figuren ist tragisch. Theatralik wird hier niemand vermissen, obwohl doch alle Charaktere ganz menschlich sind, jeder hat mit seinen eigenen kleinen Problemen zu kämpfen.

    Der Stil des Autors ist deskriptiv, vor dem Inneren Auge entstehen Bilder der Reise, der exotischen Orte und Figuren. Vielleicht könnte die Sprache noch dynamischer und emotionaler sein, um so mehr Nähe zum Leser aufzubauen – denn an Gefühlen mangelt es nicht!

    Optisch ist das Buchs recht ansprechend, aber kaum aussagekräftig. Ein Bezug zum Theater oder zum Orient hätte die Präsentation des Werks sicher besser abgerundet.

    Leider gibt die Geschichte wenig Einblick in Idas literarische Welt, die Begegnungen mit dem Dichter Ringelnatz beispielsweise erscheinen amüsant und machen neugierig auf ihre Werke. Bleibt nur, eine vertiefte Recherche zu unternehmen, vielleicht mit dem dazugehörigen Bildband... und diesen kleinen Einblick in ihr Leben, Schaffen (und Reisen) zu genießen. Etwas für Entdecker und Dramatiker: »Denn niemals gab es ein so herbes Los als Julias und ihres Romeos!«

  16. Cover des Buches Reisen im Licht der Sterne (ISBN: 9783423145312)
    Alex Capus

    Reisen im Licht der Sterne

    (68)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    Wer kennt sie nicht, „Die Schatzinsel“ von Robert Louis Stevenson. Millionen Heranwachsender haben dieses Buch verschlungen, unvergessen die Fernsehverfilmung, die Deutschland zwischen Weihnachten viermal eineinhalb Stunden zwischen Weihnachten und Neujahr vor die Fernseher trieb. Billy Bones, John Silver und sein Papagei, die Schurken Anderson und Hands, der alte Irre Benn Gunn, es waren Figuren, die weit über die Bestsellerlisten bekannt blieben. Die romantische Verklärung der Piraterie, johoho und 'ne Buddel voll Rum.

    Doch was blieb noch von Stevenson? Dass er als Schriftsteller zu seiner Zeit sehr erfolgreich war, ist den Wenigsten bekannt. Doch dass ermöglichte ihm, trotz schwerer Krankheit, ein Leben in Wohlstand und vor allem konnte er reisen. Warum es ihn ausgerechnet nach Samoa verschlagen hat, ist eine Quelle wilder Spekulationen und auch der Stoff der „Schatzinsel“ füllt Bücher von Gelehrten und solche, die sich dafür halten.

    Alex Capus hat sich auf die Spur des Louis Stevenson begeben und versucht, dessen Faszination für die Schatzsuche und die Südsee nachzuvollziehen. Er reiste selbst auf die Insel, auf der Stevenson einen Großteil seines Lebens zugebracht hat und versuchte, das Geheimnis von Cocos-Island zu lüften, der Insel, auf dem der große Schatz der Kirche von Lima versteckt sein soll. Dabei hat er kein reines Sachbuch geschrieben, sondern geschickt Realität und Fiktion verbunden, doch fündig geworden ist auch er nicht. Dafür gibt es jede Menge Einzelheiten aus dem Leben des großen Autoren Stevenson und teilweise vergnügliche Anekdoten, die seine Arbeit und sein Leben geprägt haben.

    Es ist ein etwas anderer Reisebericht, der sich spannend in der Welt der Schatzsuche und der Auswanderer bewegt. Capus lässt den Leser nicht von der Leine, es macht Spaß, ihm durch die unwegsamen Pfade der Südseeinseln zu folgen und es ist interessant zu erfahren, wie sich Stevenson neben seiner schriftstellerischen Berufung durch das Leben manövrierte.

    Ein Buch, das einen geheimnisvollen Sog ausübt. Wie ein Schatz, den man unter jedem Stein vermutet. Leseempfehlung!

  17. Cover des Buches Unter dem Halbmond (ISBN: 9783865031976)
  18. Cover des Buches Liebe auf Japanisch (ISBN: 9783958892002)
    Kerstin und Andreas Fels

    Liebe auf Japanisch

    (6)
    Aktuelle Rezension von: sabatayn76
    ‚Liebe auf Japanisch ist wie Liebe auf Deutsch. Nur anders. Zumindest manchmal.‘ (Seite 11)

    Kerstin und Andreas Fels erzählen in ‚Liebe auf Japanisch‘ von vier Freunden und ein paar anderen Personen, wobei die Figuren fiktiv, die im Buch aufgeführten Geschichten so oder ähnlich jedoch tatsächlich passiert sind.

    Die Autoren berichten von Cuddle Café und Katzen-Café, gemieteten Freunden und Singleverkupplungskochkurs, White Day und Hikikomori, Freeter und herbivoren Männern, Gruppen-Blinddates und Gatebox, Homosexualität und Samurais, Prostitution und Love Hotels, Sexpuppen und Robotern, sexueller Belästigung und Vergewaltigung, Hochzeit und Solo-Wedding, Gleichberechtigung und Rollenverständnis, Schwangerschaft und Blutgruppen, Scheidungsrate und Jobverlust, Idol und Jungfräulichkeit, Niedlichkeitstrend und Lolita-Style.

    Ich habe mich aufgrund eines Blog-Monatsthemas zu Japan schon ausführlicher mit dem Land beschäftigt, aber in ‚Liebe auf Japanisch‘ bin ich auf unglaublich viele neue Informationen gestoßen, die ich bis dato noch nirgends entdeckt hatte.

    Mir hat die Lektüre immens Spaß gemacht, und es gab kein einziges Kapitel, das uninteressant war. Dabei ist ‚Liebe auf Japanisch‘ nicht nur inhaltlich spannend und bisweilen sehr skurril, sondern das Buch ist auch sehr unterhaltsam geschrieben, so dass es sich schnell lesen lässt.

    Bei der Lektüre merkt man schnell, dass man eine gänzlich unbekannte Welt betritt, in der es die kuriosesten Dinge gibt, die man z.B. für Geld kaufen kann. Bei manchen Dingen wollte ich fast nicht glauben, dass es das wirklich gibt, weil es mich eher traurig gemacht hat, wie einsam manche Menschen sind und was sie tun, um dieser Einsamkeit kurz zu entfliehen, z.B. bezahlte Kuschelmomente oder digitale Liebe via Gatebox.

    Hier kann man staunen und sich fasziniert durch die Kapitel treiben lassen, und man lernt Japan von einer Seite kennen, die einem ansonsten verschlossen bleibt.
  19. Cover des Buches OSTTÜRKEI (ISBN: 9783743962668)
    Katharina Füllenbach

    OSTTÜRKEI

    (7)
    Aktuelle Rezension von: Perlengesang
    Vor der Lektüre dieses Buches kannte ich vieles in der Region 'Osttürkei' nur dem Namen nach. Katharina Füllenbach nimmt den Leser mit auf eine Entdeckungsreise  und erzählt in persönlicher Art und Weise ihre Wahrnehmung der kriegsähnlichen Verhältnisse in
    diesem Teil der Türkei, Monate vor dem "Putschversuch" der im ganzen Land alles veränderte. Und auch das Flüchtlingsabkommen der EU erscheint nach dem Lesen in einem anderen Licht.
  20. Cover des Buches Reise um die Welt (ISBN: 9783847245216)
    Adelbert von Chamisso

    Reise um die Welt

    (4)
    Aktuelle Rezension von: Beust

    1821 brachte Adelbert von Chamisso seine „Reise um die Welt“ als „Bemerkungen und Ansichten einer Entdeckungsreise“ auf eigene Kosten als Buch heraus. Darin beschreibt er teils in Tagebucheinträgen, teils in längeren erzählenden Passagen seine Erlebnisse und Beobachtungen an Bord des „Rurik“ auf der Expedition des Kapitäns Otto von Kotzebue 1815 bis 1818. Chamisso begleitet die Fahrt als Naturforscher und ist in seinem Text beides: Naturforscher und Literat, wie es in seiner Zeit so viele gewesen sind (weil sie es noch sein konnten). Wissenschaftlich kann man Chamissos Ausführungen nicht nennen, aber seine Beobachtungen lesen sich vor allem da spannend und erkenntnisreich selbst für den heutigen Leser, wo er die Verhältnisse der Welt und die Kenntnisse der Europäer über dieselbe beschreibt.

    Vor allem die Begegnungen mit den „Wilden“, die für Chamisso keineswegs Wilde sind, sofern sie nicht ausschließlich nomadisch von der Jagd leben, sind bunt und gelungen: Neben den Hawaiianern sind es die Eskimos, über die er sich ausbreitet und beispielsweise das Wort „Parka“ erläutert, das erst anschließend in den deutsche Sprachgebrauch kam. Indem Chamisso dem Eingeborenen Kadu aus Unalaska, der die Expedition lange begleitet, in die Seele zu schauen versucht, gewinnt der Leser einen Eindruck von Chamissos eigenem Seelenleben. Denn häufig gibt er seinen Überlegungen und Räsonnements breiten Raum, auch wenn sie eindeutig erst in der Rückschau aufgeschrieben sind und deshalb nicht so frisch und authentisch wirken, wie die Passagen über die Entdeckungen im Kotzebuesund, die offenbar aus dem Tagebuch entnommen sind.

    Überhaupt wirkt die Sprache Chamissos nach zweihundert Jahren oft formelhaft, hölzern, geschraubt und fleischlos. So wirkt der ganze Text sehr distanziert und lädt nicht immer zum Lesevergnügen ein. Nur manchmal, wenn er sich etwa über die übertriebenen gesundheitlichen Bedenken Kotzebues auslässt, der deshalb die Suche nach der Nordwestpassage abbrechen lässt, hat man nicht das Gefühl, wie sonst durch eine Milchglasscheibe zu schauen.

    Was Chamisso über die Seemannschaft der russischen Schiffsbesatzung und ihres Kapitäns schreibt, lässt die zeitgenössischen englischen Seefahrer umso talentierter erscheinen. Überhaupt: die Zeitgenossen! Einen großen Reiz des Reiseberichtes machen die Verweise auf die anderen Naturforscher und Literaten der Zeit aus, die Chamisso entweder trifft oder eben gerade verpasst, wie Humboldt auf Madeira oder Goethe in Weimar.

    Für Reiseliteraturliebhaber ist Chamissos „Reise um die Welt“ eine lohnende Herausforderung, auch wenn spätere Reisende für heutige Leseaugen deutlich gefälliger und inhaltsreicher geschrieben haben.

  21. Cover des Buches Fluss der versunkenen Träume (ISBN: 9783548073057)
    Anna Sofia Glass

    Fluss der versunkenen Träume

    (6)
    Aktuelle Rezension von: Buecherwurm99

    Ein tolles Buch, das zum Träumen und Nachdenken einlädt. Die Reise entlang der Donau macht Lust aufs Aufbrechen, und die Charaktere sind interessant und lebendig beschrieben. Liebe auch den den wunderschönen, bildhaften Sorachstil. Ein inspirierendes und berührendes Leseerlebnis, das glaube ich jedem Spaß macht.

  22. Cover des Buches Paincakes und andere Kuriositäten (ISBN: 9783740765729)
    Elyseo da Silva

    Paincakes und andere Kuriositäten

    (20)
    Aktuelle Rezension von: Schneefloeckchen

    Ich habe es endlich geschafft dieses Buch durchzulesen nach sage und schreibe einer gefühlten Ewigkeit. Es hat mich einfach nicht mitreissen können. Es machte für mich den Anschein, als wäre alles einfach nur aneinander gereiht, was natürlixh daran lag, dass es Blogeinträge waren. Aber mich hat weder die Reiselust gepackt noch wären die Erlebnisse etwas gewesen, was auf's Papier gebracht hätte. Schade eigentlich...

  23. Cover des Buches Reise durch England und Schottland (ISBN: 9783737201575)
  24. Cover des Buches Der Leuchtturm (ISBN: 9783852567167)
    Paolo Rumiz

    Der Leuchtturm

    (6)
    Aktuelle Rezension von: Eleonora

    Paolo Rumiz hat sich ein ungewöhnliches Reiseziel ausgesucht: 3 Wochen verbringt er auf einer abgelegenen Leuchtturminsel im Mittelmeer. Schon zuvor hat er einige andere einsame und abgeschiedene Türme besucht, aber ganze 3 Wochen fast völlig abgeschnitten zu sein von der Zivilisation ohne Fernseher, Radio, Internet und Telefon ist auch für ihn etwas Neues. Es gibt so gut wie nichts auf der salamanderförmigen Insel mit dem Turm ganz oben auf den Klippen. Sie ist jeglichen Naturgewalten ausgesetzt. Starke Mittelmeerwinde rütteln ihn Nachts aus dem Schlaf, Geräusche, die er noch nie zuvor gehört hat lassen ihn erschaudern. Die einzige menschliche Gesellschaft die er hat sind die Wärter. Sie essen zusammen und verstehen sich. Rumiz jedoch hält sich zurück, möchte sie nicht stören in ihrem natürlichen Habitat und beobachtet lieber, wie sie ihrer Arbeit nachgehen. Er beobachtet auch den einäugigen Esel und das einzige Huhn auf der Insel, sowie die vielen Möwen, die um den Turm auf der Inselspitze kreisen. Die Abgeschiedenheit bringt ihn ins Grübeln über viele Dinge und als er nach 3 Wochen die Insel wieder verlässt kommt er sich auf dem Festland fast vor wie ein Fremder📖



    ,,Der Leuchtturm" ist ein sehr ruhiges Buch. Wer hier ein spannendes Inselabenteuer erwartet wird enttäuscht werden. Man verfolgt hauptsächlich Paolo Rumiz Gedanken. Er erzählt von seinen Reisen zu anderen Leuchttürmen, von der Geschichte, der Wichtigkeit und Schönheit der Türme, von den verschiedenen Mittelmeerwinden, die er auf der Insel spürt, von den Sternenbilder, die er noch nie so klar zuvor gesehen hat, von der Überfischung der Meere und von griechischer Mythologie. Er beschreibt seine Insel genau, die Arbeit der Leuchtturmwärter allerdings eher vage. Gerne hätte ich hier noch etwas mehr erfahren. Die Zeit auf der Insel führt ihn zurück zum Wesentlichen, zum Wertschätzen von Dingen und alten Ritualen, zu Gesten der Bescheidenheit und Freundlichkeit, denn dieser Ort liegt so abgelegen, dass man sparsam und entgegenkommend sein muss. Schnelle Hilfe ist nicht gegeben und man muss mit den wenigen Menschen um einen herum auskommen. 

    Er ist erzürnt und gleichzeitig traurig darüber, wie wir Menschen das Meer behandeln. Wie diese wunderschöne Unterwasserwelt mit all ihrer Vielfalt behandelt wird (,,vielleicht würden wir begreifen, wenn die Fische in den Netzen schrien"), dass wir Menschen offenbar nicht dazulernen und uns unsere Gier wichtiger scheint als der Schutz dieses Biotops. Eine Freundin sagte ihm: ,,Wir Meeresbiologen bräuchten einen Dichter, der berichtet, was da unten los ist, und der in der Lage ist, die Sehnsucht nach jener Zeit zu entzünden, als das Meer noch Meer war."

    Ich brauchte eine Zeit um mich wirklich auf das Buch einzulassen. Es hatte zwar nur 160 Seiten, jedoch lasen die sich nicht so schnell weg. Ich hatte das Gefühle ich war selbst auf dieser Insel, diesen einsamen abgelegen Ort mitten im Meer. Es war eine Erfahrung mich durch dieses Buch dorthin versetzt zu fühlen. Im Übrigen hat Rumiz mit keinem Wort erwähnt wie seine Insel hieß und wo sie exakt lag. Er wollte sie dadurch schützen. Aber natürlich konnte man es trotzdem herausfinden, jedoch werde auch ich es hier nicht verraten. 

    Wer sich auf diese ruhige (Gedanken-) Reise zu einem leuchtenden Punkt mitten im Meer einlassen kann, dem wird es gefallen. 

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks