Bücher mit dem Tag "reliquien"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "reliquien" gekennzeichnet haben.

68 Bücher

  1. Cover des Buches Engelslicht (ISBN: 9783453316669)
    Lauren Kate

    Engelslicht

     (439)
    Aktuelle Rezension von: Little_les

    Ich habe alle anderen Bände wie auch dieses verschlungen. Zwar waren die Bände davor ein wenig spannender, trotzdem empfinde ich es als sehr gelungen. Ich war auch etwas traurig, dass es schon hier geendet hatte und nicht mehr weiter ging.

    Auch vom Schreibstil hat sich nichts geändert. Kate ist immer richtig ins Detail gegangen und alle Sätze waren flüssig aufeinander gebaut.

    Ich hab mich sehr auf das Ende gefreut und empfehle es jedem, der die Bände davor auch so sehr geliebt hat wie ich!!

  2. Cover des Buches Gschlamperte Verhältnisse (ISBN: 9783453359574)
    Felicitas Gruber

    Gschlamperte Verhältnisse

     (68)
    Aktuelle Rezension von: janaka
    *Inhalt*
    Der Sommer in München hätte so schön sein können, aber leider endet die Taufe von Spike's Tochter mit einem Leichenfund. Kriminalhauptkommissar Joe Lederer und Rechtsmedizinerin Dr. Sofie Rosenhuth entdecken bei ihren Recherchen 3 Reliquien, die sich als falsch rausstellen. Durch diesen Fund kommen sie einem weiteren Verbrechen auf die Spur. Drei junge Frauen sind spurlos verschwunden.
    Außerdem wird in Charly Loessls neuem Haus ein Hohlraum entdeckt, der eine grausame Überraschung bereithält.
    Es gibt viel zu tun…

    *Meine Meinung*
    "Gschlamperte Verhältnisse" ist der fünfte Band der Kalte-Sofie-Reihe von Felicitas Gruber. Hinter diesem Pseudonym stecken die beiden Autorinnen Brigitte Riebe und Gesine Hirsch. Mir hat der Fall wieder richtig spannende und lustige Lesestunden beschert. Der Schreibstil ist leicht und locker, aber auch fesselnd und spannend. Kaum hat man das Buch angefangen zu lesen, kann man auch nicht mehr aufhören. Diesen Krimi kann man auch gut ohne Vorkenntnisse der Vorgängerbände lesen, aber wenn man die Hauptprotagonisten näher kennenlernen will, sollte man mit Band 1 beginnen.
    Die Spannung wird durch verschiedene Handlungsstränge erhöht, zum Ende hin werden die Stränge plausibel zusammengeführt.

    Die Charaktere entwickeln sich, Sofie ist immer noch meine Nummer eins. Sie ist so liebenswert und sympathisch. Manchmal finde ich ihre Unentschlossenheit bei der Wahl der Männer nicht so ganz fair, aber ich kann sie auch verstehen. Dieses Mal bekommt sogar Elke Falk alias Dr. Iglu ein paar Pluspunkte. In diesem Band versucht sich ihrer Einsamkeit zu entfliehen und ist auf Männersuche, dabei gerät sie in Lebensgefahr. In einigen Dingen kann ich sie nun besser verstehen.

    Der bayrische Dialekt hat mich wieder zum Schmunzeln gebracht. Ich, als "Fischkopf" lese mir diese Passagen laut vor, um sie zu verstehen. Echt köstlich!!!

    Auch hat mir das Lokalkolorit wieder richtig gut gefallen. Die Beschreibungen sind lebendig und sehr anschaulich, ich kann mir die Handlungsorte gut vorstellen.

    *Fazit*
    Diesen humorvollen Krimi aus München bekommt eine klare Leseempfehlung von mir. Er ist spannend und humorvoll mit sympathischen Charakteren. Von mir gibt es 5 Sterne.

  3. Cover des Buches Die Salbenmacherin (ISBN: 9783839217313)
    Silvia Stolzenburg

    Die Salbenmacherin

     (46)
    Aktuelle Rezension von: Schmusekatze69

    Olivera (16) lebt mit ihrer Familie in Konstantinopel und wünscht sich, dass ihr Vater endlich einen Heiratskandidaten für sie aussucht. Sie selbst hat schon eine jungen Mann ins Auge gefasst. Laurentius ist ein Handelspartner ihres Vaters und kommt aus Tübingen. Mit Hilfe einer List und Ihrer Großmutter, bekommt sie die Zustimmung und reist kurze Zeit später mit Lauenz nach Tübingen ab. Was aber als Liebesheirat begann, entpuppt sich bald als großer Fehler. Gewalt und  Jähzorn werden genau so wie Unaufmerksamkeit zur Tagesordnung. Was dann Oliver entdeckt, bringt ihr Leben in Gefahr. 

    Silvia Stolzenburg läßt unterschiedliche Kulturen des 15. Jahrhunderts aufeinander prallen. Sie bringt Missverständnisse und Aberglauben gegenüber anderen Kulturen sehr bildlich herüber. Auch über die Handelsware zwischen dem Orient und Europa werden glaubwürdig und sehr informativ dargestellt. Die Ablehnung dunkelhäutiger Frauen gegenüber, machen das Leben zur damaligen Zeit nicht einfach. Die Autorin großen Wert auf eine genaue Darstellung der damaligen Zeit mit   Gesellschaftsform oder den Lebensumständen. Alles verknüpft sie auch noch einen spannenden Krimi. Dem Leser wird schnell klar, dass Laurenz etwas verbirgt. Seine eigenes Gewissen lastet auf ihm und lässt ihn unberechenbar werden. Interessant sind auch die Informationen über einer Salbenmacherin, ihrer Arbeit und ihrer Zusammenarbeit mit einem Apotheker. Ein großartiges Buch und für jeden der historische Bücher liebt sollte es ein Muss werden. ⭐⭐⭐⭐⭐

  4. Cover des Buches Die Henkerstochter und der schwarze Mönch (ISBN: 9783548611037)
    Oliver Pötzsch

    Die Henkerstochter und der schwarze Mönch

     (159)
    Aktuelle Rezension von: Norbert_H

    Es geht weiter mit der Geschichte des Henkers Jakob Kuisl und seiner Tochter Magdalena.

    Den Scharfrichter Jakob Kuisl hat es ja tatsächlich gegeben, und er stammt aus einer der wohl bekanntesten bayerischen Henkersdynastien. Ebenso seine Tochter Magdalena,sowie seine Frau Anna Maria sind urkundlich erwähnt. 

    Kurz zur Geschichte:

    Schongau 1600; der Pfarrer der Lorenzkirche wurde vergiftet. Mit letzter Kraft konnte er noch ein Zeichen geben, das zu einem uralten Templergrab in der Krypta führt. Dort entdecken der Henker Jakob Kuisl, seine Tochter Magdalena und der Medicus Simon rätselhafte Hinweise auf einen Templerschatz. In diesem Teil geht es größtenteils um die Religion, was sie anrichten kann, aber auch dass sie vielen Menschen halt gibt, vor allem zur damaligen Zeit und ich wunder mich stets, dass gerade zur damaligen Zeit soviel Menschen an ihrem Glauben an Gott festhielten. 

    Es beginnt wieder eine turbulente und spannende Jagd nach dem Mörder, der an historisch, belegbaren Schauplätzen spielt. Diesmal gesellen sich zu den bereits aus dem ersten Band bekannten Charakteren, eine Kaufmannsfrau aus Landsberg, sowie einige dubiose Mönche dazu und wieder haben es unsere drei Hauptprotagonisten mit allerhand Wegelagerern, Schurken und vermaledeiten Krankheiten zu tun.  Auch stehen diesmal die langen Arme der Obrigkeit den Ermittlungen im Weg und es darf in diesem Teil die eigentliche Arbeit unseres Henkers auch nicht fehlen. Die Hinrichtung auf dem Schafott, auch wenn diese nicht so verläuft, wie es sich das „gemeine Volk“ damals wohl gerne gewünscht hätte.

    Das Cover ist wieder gelungen, und der Roman liest sich ob des guten Schreibstils wieder flüssig. Ich muss es so sagen: Ich bin ein  Fan von Oliver Pötzsch und seiner Henkerstochter. 

    Auch im zweiten Teil gelingt es dem Autor die Spannung langsam aufzubauen und bis zum Schluss beizubehalten und in einem Finale zu bündeln. Ich finde die vielen kleinen Nebenhandlungen abwechslungsreich und sie passen sehr gut ins große Ganze und ergeben so ein gutes Gesamtkonzept. Auch der Teil, welcher in dieses Mal in Augsburg spielt ist spannend beschrieben, wenngleich ich hier unsere Magdalena in ihrem Handeln etwas Naivität vorwerfen muss. 

    Mit gefallen die  Originalschauplätze, auch wenn Heute vielleicht nicht mehr alles vor Ort zu finden ist. Aber im Epilog ist eine ausführliche und sehr schöne Beschreibung über die Örtlichkeiten zu finden und auch für mich ist der Pfaffenwinkel wohl die schönste Gegend des bayerischen Voralpenlandes und wirklich eine Reise wert.

    Also wieder eine Leseempfehlung für den zweiten Teilund die nachfolgenden Romane sind fest eingeplant für dieses Jahr. 


  5. Cover des Buches Totgeglaubte leben länger (ISBN: 9783453436602)
    Kathy Reichs

    Totgeglaubte leben länger

     (325)
    Aktuelle Rezension von: buechernarr

    Als die Leiche eines Mannes gefunden wird, der mit religiösen Gegenständen aus Israel gehandelt hat, und Tempe Brennan nachweisen kann, dass es sich nicht, wie zunächst angenommen, um Selbstmord handelt, wird sie zusammen mit Ryan tief in mutmaßliche Verschwörungstheorien hineingezogen, die alle 3 Weltreligionen betreffen. Zunächst taucht das Foto eines alten Skeletts aus, das angeblich das Mordmotiv sein soll und von dem Tempe bald herausfindet, dass es wahrscheinlich bei Ausgrabungen in Masada aufgenommen wurde, dann führen sie weitere Ermittlungen nach Israel, wo sie mit ultra-orthodoxen Juden in Konflikt geraten.

    Der Schreibstil ist, wie in allen Büchern von Kathy Reichs, sehr flüssig, auch wenn sich die Geschichte in diesem Fall deutlich mehr zieht, schon aufgrund der vielen geschichtlichen Hintergrundinformationen, die mit eingewebt werden. Diese sorgfältig recherchierten Informationen sind auch das, was den besonderen Reiz dieses Buches ausmachen: Während der Mordfall an und für sich eher langweilig ist, werden die Ermittlungen durch die Verstrickungen in tatsächliche Ereignisse bei Ausgrabungen in Jerusalem und Masada (einer jüdischen Festung, in der sich Widerstandskämpfer gegen die Römer verschanzt hatten im ersten Jahrhundert nach der Zeitenwende) zu einem Exkurs in jüdisch-israelischer Geschichte zum Einen und die Geschichte des Christentums (und der Abweichungen von heutiger Deutung) zum Anderen.

    Am Ende des Buches gibt es auch die Aufzählung dessen, was tatsächlich Fakten sind und einen kurzen Bericht der verschiedenen Ausgrabungen, sodass man als Leser noch mal kurz rekapitulieren kann, was „bewiesen“ ist und was reine Fiktion.

    Nervig sind viele Wiederholungen, die durch das wiederkehrende Aufzählen von bereits bekannten Fakten herrühren. Tempe und Ryan kauen viele Aspekte des Falles wieder und wieder durch, was zum Teil ermüdend ist. Auch kommen den beiden ein bisschen viele Zufälle zuhilfe (zB muss Ryan natürlich auch nach Israel fliegen, als Tempe hinfliegt, damit die zwei auch ja schön zusammen ermitteln können, was insgesamt ein bisschen unwahrscheinlich ist, aber es ist halt wichtig für den Fortgang der Geschichte).

    Und auch in diesem Teil kann mich die Liebesgeschichte zwischen Tempe und Ryan nicht überzeugen. Ich finde ihre Dialoge oft so gestellt und krampfig, dass da bei mir beim Lesen keinerlei Anziehung zwischen den beiden ankommt. Das zieht sich bei mir aber schon durch die ganze Reihe hindurch und ich kenne auch viele Leser, die mir da vehement wiedersprechen – ist also wie so vieles absolut subjektiv.

    Aufgrund dieser Kritikpunkte gibt es bei mir 1.5 Sterne Abzug, aber wenn man sich vor dem Lesen klar macht, dass man keinen typischen Temprance Brennan Fall vor sich hat, durchaus eine Leseempfehlung.

  6. Cover des Buches Die Herren der Unterwelt - Schwarzer Kuss (ISBN: 9783899416497)
    Gena Showalter

    Die Herren der Unterwelt - Schwarzer Kuss

     (195)
    Aktuelle Rezension von: DianaE

    Gena Showalter – Die Herren der Unterwelt, 2, Schwarzer Kuss


    Anya ist die Göttin der Anarchie und wird von Kronos gejagt, der unbedingt etwas haben will, was in ihrem Besitz ist, aber auch weil sie jemanden getötet hat. Da Kronos nun die allumfassende Macht hat, beauftragt er Lucien, der den Dämon des Todes in sich trägt, sie zu ermorden. Wenn Lucien es nicht macht, werden er und die restlichen Herren der Unterwelt große Qualen erleiden.

    Doch diesmal fällt es Lucien nicht leicht, den Auftrag auszuführen, da Anya sich immer wieder in seiner Nähe aufhält, ihn herausfordert und ihn scheinbar begehrt. Aber vor allem ist er mit der Suche nach den Artefakten beschäftigt, die ihn und seine Freunde zu der Büchse der Pandora führen soll.

    Je öfter Anya ihn von der Arbeit abhält, mit ihm kämpft, sich ihm entgegen stellt desto anziehender findet er sie und schon bald muss er sich entscheiden: seine Freunde oder Anya.


    Auch der zweite Teil der „Herren der Unterwelt“-Reihe steht schon seit geraumer Zeit in meinem Buchregal bei den SUB´s, und nachdem ich vor einiger Zeit den ersten Band gelesen habe, bin ich neugierig geworden wie es weiter geht.


    Auch in diesem Buch ist die Handlung , temporeich, überraschend, abwechslungsreich, spannend, komplex und erotisch, sodass ich das Buch nicht aus der Hand legen wollte. Der flüssige Schreibstil und die recht kurzen Kapitel machten es zu einem Pageturner, der die Spannung von der ersten bis zur letzten Seite hielt.

    Die Grundstimmung des Buches ist nicht so düster und beklemmend wie im ersten Band, was sicherlich an Anya liegt, die immer einen flotten Spruch auf den Lippen hat.

    Die bereits bekannten Charaktere werden weiter ausgearbeitet und auch die neuen Charaktere sind lebendig, facettenreich und detailliert beschrieben, sodass ich mir ein noch besseres Bild von ihnen machen konnte.

    Im Vordergrund stehen diesmal Anya und Lucien.

    Lucien, war mir schon im ersten Band sehr sympathisch, klug, stark und angsteinflössend, dennoch scheint er das Herz am rechten Fleck zu haben. Er ist für mich der Anführer der Lords und mit seinem eher distanzierten Gemüt, denn er versucht seinen Dämon und seine Wut unter Kontrolle zu halten, erscheint er mir der stärkste der Krieger. Anya lässt ihn allerdings immer wieder an seiner Grenzen gehen, und das mitzuerleben macht mir Freude, weil es die Geschichte aufgelockert hat.

    Anya, die Göttin der Anarchie, die zerstören, stehlen, lügen und betrügen muss, ist mir schnell ans Herz gewachsen. Ein Blick lohnt sich, um hinter die Fassade zu schauen. Hier wünsche ich mir wirklich, dass sie auch in den Folgebänden eine Rolle spielt.

    Ein weiterer Handlungsstrang geht um Paris, der mit seinem Dämon der Vielweiberei, in Gefahr schwebt und auch Aaron und Reyes bekommen ihren eigenen Handlungsstrang, sodass es ein Wiedersehen mit Danica gibt.

    Die Handlungsorte sind auch in diesem Buch bildhaft beschrieben.


    Die erotischen Szenen werden detailliert beschrieben, sodass das Buch für Kinder/Jugendliche nicht geeignet ist.


    Mich hat das Buch gut unterhalten, es war kurzweilig und vielseitig.


    Das Cover passt zu zum ersten Band und ist mit seinem düsteren, dunklen Farben ein Blickfang.


    Fazit: Gelungene Fortsetzung der „Herren der Unterwelt“-Reihe mit viel Spannung, Action und Erotik.

    Von mir gibt es eine Leseempfehlung und 4 Sterne.

  7. Cover des Buches Der Hexer und die Henkerstochter (ISBN: 9783548285504)
    Oliver Pötzsch

    Der Hexer und die Henkerstochter

     (138)
    Aktuelle Rezension von: BirgitConstant

    Im vierten Roman um seinen Vorfahr, den Schongauer Henker Jakob Kuisl, führt uns Oliver Pötzsch gekonnt durch Kloster Andechs mit all seinen Bauten, Zimmern, Türmen und Gängen. Dieses Mal reist Jakob Kuisl seiner Tochter Magdalena und seinem Schwiegersohn Simon Fronwieser hinterher, die zu einer Pilgerfahrt zum Kloster aufgebrochen sind, in dem bald schon mehrere Morde und das Verschwinden eines Mönches Gerüchte um einen diabolischen Hexer schüren.


    So gerne ich die ersten drei Bände gelesen habe, so schnell musste ich feststellen, dass ich mit diesem Band nie warm werden würde. Auch wenn der Autor, wie in jedem seiner Bücher, mit sehr großer Sorgfalt die Atmosphäre eines Schauplatzes um Mitte des 17. Jahrhunderts aufbaut, so gab es doch von Anfang an zu viele Dinge, die ein vollkommenes Abtauchen in diese Atmosphäre verhinderten. So sind beispielsweise die Figuren im und um das Kloster allesamt gleich unsympathisch und wirken auswechselbar, fast als wären sie nur Platzhalter für irgendwelche Klosterfunktionen, die genannt werden müssen, um die Besatzung des Klosters vorzustellen. Einzig Frater Johannes sticht durch seine immer wieder betonte Hässlichkeit und seine Verbindung zum Henker aus der Masse der Klosterangehörigen heraus. Überhaupt wird sehr viel betont in diesem Roman: Wie hässlich Frater Johannes ist, dass alle im Kloster „Dreck am Stecken“ haben, dass der Henker für seine (waghalsigen) Aktionen langsam zu alt wird, wie viele Leute im Kloster herumschnüffeln und so weiter. Das wirkt auf Dauer ermüdend.


    Daneben haben mich, wie im zweiten Band der Reihe, die vielen Erzählperspektiven irritiert, die dieses Mal noch vielzähliger erscheinen als in Band 2. Alle paar Seiten schaut man jemand anderem über die Schulter: Magdalena, dem Henker, Simon, dem Abt, dem Hexer, seinem Gehilfen, der ganzen Schar von Hauptdarsteller-Mönchen und wem nicht noch alles. Wie die Tatsache, dass das Buch ein Spiegel-Bestseller ist, zeigt, scheinen viele Leser das zu schätzen. Ich finde es grauenvoll und verwirrend.


    Weitere Gründe, warum der Funke bei mir nie richtig übergesprungen ist, sind:

    1. Die aufklärerischen, ja fast feministischen Forderungen Magdalenas hinsichtlich der Arbeitsteilung in der Ehe - wie realistisch sind diese für eine Frau der niederen bzw. ehrlosen Stände des 17. Jahrhunderts?
    2. Die beiden großen (Selbst-)Gespräche des Hexers und seines Komplizen (nicht seines Helfers), die ich insgesamt langatmig und umständlich finde. Die Aufklärung der Fälle waren in den ersten drei Büchern meines Erachtens wesentlich eleganter gelöst: mehr Aktion, weniger Gerede.
    3. Wer der Gehilfe des Henkers ist, wusste ich bereits, als klar wurde, dass er einen Gehilfen hat.
    4. Den zentralen Grund für die Morde fand ich nicht überzeugend.
    5. In der späten Mitte des Romans stellen die Mönchen den Fall als gelöst dar, aber keiner, nicht einmal Simon, fragt nach dem verschwundenen Automaten, dessen Melodie man immer mal wieder hören kann.
    6. Der Helfer des Hexers liegt nach seinem Turmfall zerschmettert am Boden, kann aber noch ausführlich erklären, was er mit der ganzen Sache zu tun hat.
    7. Der Hexer führt alle seine Morde gewissenhaft durch, scheitert aber an seinem kleinsten Gegner.

    Das mögen Kleinigkeiten sein, aber sie summieren sich über die Zeit, zumal auch in den vorigen Büchern immer wieder Ungereimtheiten aufgetreten sind, die meinen Lesefluss und Lesegenuss unterbrochen haben.


    Nach nicht einmal der Hälfte des Romans, beim Gespräch mit dem Abt des Klosters, war für mich dementsprechend die Luft raus, und ich habe den Rest des Buches nur noch im Schnellleseverfahren beendet. Auch das Ende der Geschichte, vom üblichen Showdown im unteriridischen Labyrinth bis hin zur entscheidenden Szene auf dem Turm, konnte keine Spannung mehr erwecken. Wer der eigentliche Hexer war, war mir egal. Ich wollte nur noch das Buch zuende lesen, bevor ich das nächste beginne, das hoffentlich besser an den hervorragenden dritten Band anknüpfen kann.

  8. Cover des Buches Der Bogenschütze (ISBN: 9783499258336)
    Bernard Cornwell

    Der Bogenschütze

     (99)
    Aktuelle Rezension von: Thommy28

    Einen kurzen Blick auf das Geschehen erlaubt die Kurzinfo hier auf der Buchseite. Meine persönliche Meinung:

    Ich bin ein grosser Freund von historischen Romanen in denen historische Fakten und Figuren mit einer fiktiven Erzählung verknüpft werden. Das ist auch hier der Fall. 

    Die Geschichte spielt Mitte des 14. Jahrhunderts zu Beginn des 100jährigen Krieges und wimmelt von historischen Fakten und schildert einige der grösseren und kleineren Auseinandersetzungen sowie auch einer der bedeutendsten Schlachten dieser Zeit. Das alles hat der Autor verknüpft mit dem Leben und Schicksal seines Protagonisten.

    Die Schreibweise ist hervorragend, sie erzeugt ein gutes Tempo wo dies erforderlich ist und vermittelt Ruhe wo dies gewünscht ist.

    Die Figuren sind sehr sorgfältig gezeichnet und werden dem Leser gut präsentiert. Man kann sich in die Hauptfigur gut hineinversetzen.

    Das Buch ist spannend und hat mich sehr gut unterhalten; ausserdem hat es mir mächtig "Appetit" auf die beiden Folgebände gemacht.

  9. Cover des Buches Die elfte Jungfrau (ISBN: 9783442367801)
    Andrea Schacht

    Die elfte Jungfrau

     (106)
    Aktuelle Rezension von: Buchfresserchen1

    Im Köln,Ende des 14. Jahrhunderts kommen mehrere junge Mädchen auf sonderbare Weise zu Tode. Eine geht ins Wasser, eine andere scheint den Selbstmord vorzuziehen und eine weitere fällt rücklings vor einen Ochsenkarren. Sonderbare Zufälle, oder war es doch eher die Tat eines Serienmörders?

    Almut und Ivo haben es nicht leicht. Sie sind wie die Königskinder die einfach nicht zusammen kommen können. Das sie sich mehr bedeuten als Freundschaft ist allen in ihrem Umfeld klar, aber sie wollen es sich selbst nicht eingestehen.Schließlich ist Ivo ein Mann der Kirche und Almut hat das Los der Begine einer weiteren Verheiratung vorgezogen.

    Neben all diesen Seelenqualen führt das Schicksal sie auch in diesem Band durch die Klärung von Mordfällen immerwieder einander zu.

    Etliche Jungfrauen sind rund um den Eigelstein zu Tode gekommen und Almut wird mistrauisch, ob diese Unfälle oder Tode nicht vielleicht doch Morde waren. Als ein ihr bekanntes Mädchen stirbt nimmt sie die Ermittlungen auf.

    Der Leser bekommt immer Einblicke des Todeszeitpunkts der Mädchen, bei dem der männliche Protagonist jedoch nicht näher beschrieben wird. Sein Schema ist jedoch immer das selbe .Er tändelt, liebkost, raubt auf angenehme Art die Jungfräulichkeit und bricht ihnen beim letzten Kuss das Genick.

    Näher in ihren Verdächtigenkreis gelangen drei Männer. Zum einen Alfi, der mit so manchem der Mädels bereits getändelt hat, oder aber Bruder Jabob, der hin und wieder aus der Enge des Ordens flieht und in geckenhaft bunten Gewändern durch die Gegend flaniert und mit jedem Rock flirtet. Oder ist es gar Bertram, der Sohn der Pastetenbäckerin, der an der Fallsucht leidet und den Mädchen vielleicht in einem Anfall das Genick bricht?

    Nach einer Vision von Rigmundis wähnt Almut auch Trine, die taubstumme Helferin bei Meister Krudner, in Gefahr. Gegen Ende des Buches wird es nochmal richtig gefährlich und auch Almut und Ivo geraten in höchste Gefahr.

    Außerdem geht es in dem Buch noch wieder über den Reliquienhandel und das so mancher sich schon seine Gedanken macht, wo die ganzen Knöchelchen der Heiligen wohl herkommen. Auch über die Doppelmoral der Kirchendiener geht es mitunter, wenn Pater Leonhard, der Beichtvater der Beginen wieder hohe Bußen für kleine Sünden auferlegt.

    Ein Buch wieder so ganz nach meinem Geschmack. Ein bisschen Liebesleid und ganz viel spannender Krimi, bei dem man mitraten kann.

    Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen.

  10. Cover des Buches Holundermond (ISBN: 9783815753057)
    Jutta Wilke

    Holundermond

     (135)
    Aktuelle Rezension von: Kerry

    Die 12-jährige Nele Wagner freut sich, wie jeder Schüler, unbändig auf die Sommerferien. Doch anstelle die freie Zeit mit ihrer Familie und ihren Freunden zu genießen, ereilt Nele eine schlechte Nachricht nach der anderen. So muss sie erfahren, dass ihre Eltern, Jan und Lilli, sich trennen werden und noch dazu muss ihr Vater, ein bekannter Historiker, dringend zu einem Auftrag nach Mauerbach abreisen. Vermehrt kam es in letzter Zeit zu Diebstählen wertvoller Kirchenreliquien, bei deren Aufklärung Jan helfen soll.


    Nele ist so richtig sauer auf ihre Eltern, sodass sie sich entschließt, mit ihrem Vater zu reisen, allerdings ohne das Wissen eines ihrer Elternteile. Sie versteckt sich kurzerhand auf dem Rücksitz des väterlichen Autos und es gelingt ihr lange Zeit unentdeckt zu bleiben. Erst kurz vor Wien (Mauerbach liegt in der Nähe von Wien) bemerkt ihr Vater seinen blinden Passagier und so beschließen sie, dass Nele ein paar Tage bei ihrem Vater bleiben darf, obwohl dieser anfänglich alles andere als begeistert von der Situation ist. Auch wenn das jetzt nicht die verquere Situation ihrer Eltern auflöst, so hat sich doch Nele etwas Zeit erkauft, bis sie sich mit diesen ernsten Themen auseinandersetzen muss.


    Vor Ort angekommen, wird Nele sofort herzlich von der Pensionsinhaberin Viviane empfangen und zu ihrer großen Freude ist es dort auch einen Jungen in ihrem Alter, mit dem sie sich sofort gut versteht: Flavio. Dieser lebt mit seinem Vater vor Ort, der das Eiscafé im naheliegenden Kloster betreibt. Im Rahmen der Arbeit ihres Vaters lernt sie auch dessen Kollegen Dr. Stephan Holzer kennen, ein Mann, der ihr auf den ersten Blick mehr als unsympathisch ist. Zusammen mit Flavio erkundet Nele die Abtei und erlebt so manches Abenteuer, immer auf der Hut vor den Erwachsenen, denen es so gar nicht recht ist, dass sich die Kinder dort aufhalten. Als jedoch Jan eines Tages verschwindet sind Neles und Flavios Spürsinn gefragt, um Licht hinter dessen Verschwinden zu bringen, denn womöglich hängt dieses mit den Diebstählen zusammen. Ist Jan dem Dieb zu nahe gekommen?



    Abenteuer in Mauerbach! Der Plot wurde kindgerecht und spannend erarbeitet. Besonders gut haben mir die Schilderungen der örtlichen Gegebenheiten gefallen. Ich hatte hier immer das Gefühl, direkt vor Ort zu sein. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet. Nele ist ein sehr aufgewecktes Mädchen, das ihren eigenen Kopf hat und nicht bereit ist, die Dinge als gegeben hinzunehmen, die ihr als solche präsentiert werden. Flavio ist von beiden eher der gemäßigte Part, was jedoch nicht bedeutet, dass er nicht bereit wäre, Risiken einzugehen, wenn er der Meinung ist, dass diese es wert wären. Den Schreibstil kann ich nur als bildhaft beschreiben, sodass ich abschließend sagen kann, dass mir das Buch schöne Lesestunden bereitet hat.
  11. Cover des Buches Die Stadt der Heiligen (ISBN: 9783499248627)
    Petra Schier

    Die Stadt der Heiligen

     (81)
    Aktuelle Rezension von: Subidu

    Nachdem ich bereits die Reihe der Apothekerin Adelina von Petra Schier nur so verschlungen habe, habe ich nun mit der Aachen-Trilogie angefangen. Und auch hier wurde ich nicht enttäuscht.

    Mit der Protagonistin Marysa hat Petra Schier eine sehr sympathische Frau erschaffen, mit der ich mich schnell identifizieren konnte. Noch sehr jung und etwas unbeholfen am Anfang, entwickelt sie sich im Laufe des Romanes und wird selbstsicherer. Mir hat ihre Entwickling sehr gut gefallen.

    Aber auch die anderen Protagonisten sind mehr als interessant und vielschichtig: der Mönch Christopherus, Marysas Mutter oder Milo. Eine sehr gute Mischung an Charakteren mit Ecken und Kanten, sympathisch und liebenswert.

    Sehr gut recherchiert über das Aachen im 15.Jahrhundert, taucht man sofort ein in diese Welt. Der bildliche und flüssige Schreibstil , hat mich bis zum Schluss gefangen gehalten, genauso wie der Kriminalfall.

    Gekonnt hat mich die Autorin auf manch falsche Fährte gelockt und so war die schlüssige Auflösung doch sehr überraschend.

    Sehr gefallen hat mir die Beschreibung der Stadt und die Heiltumsweisung, die Stimmung vor Ort in dieser Zeit. Ich hatte teilweise das Gefühlt mit dabei zu sein, so lebendig hat sie es beschrieben.

    Auch sehr gut gefallen haben mir die historischen Nachbemerkungen und das Rezept aus der Zeit am Ende des Romanes.

    Ein absolut gelungener historischer Roman, der zu keiner Zeit langweilig war und den ich nur weiterempfehlen kann. Ich freue mich nun schon sehr auf den zweiten Teil der Trilogie.

  12. Cover des Buches Die dritte Jungfrau (ISBN: 9783942656030)
    Fred Vargas

    Die dritte Jungfrau

     (179)
    Aktuelle Rezension von: roxfour
    Ich habe nun von Fred Vargas das dritte Buch gelesen und nach wie vor gilt das Motto, dass die Bücher nicht in der Reihenfolge gelesen werden müssen um mit dem Inhalt klar zu kommen. Es gab in diesem Band zwar mehrfach Verweise auf einen der drei Vorgängerbände, das hat das Leseverständnis aber nicht gestört.

    Der Brigadeleiter Adamsberg hat es mit zwei Morden zu tun, die scheinbar eher dem Drogenmilieu zugeordnet werden. Nach und nach hat er jedoch den Eindruck, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugeht und stösst immer wieder mal auf kleine Details, die das Ganze immer verzwickter machen. Neben den Ermittlungen kämpft er noch mit der gescheiterten Beziehung zur Mutter seines Sohnes und arbeitet auch noch einen Vorfall aus seiner Kindheit auf.

    Alles in allem hat Fred Vargas einen abwechslungsreichen und ausschmückenden Schreibstil. Mir persönlich waren einige Passagen dann doch zu langatmig ausgeschmückt, sodass ich dann einzelne Abschnitte nur noch überflogen habe. Die Story  fand ich vom Spannungsverlauf her gut aufgebaut und mit den zwei Nebenschauplätzen von Adamsberg abwechslungsreich.
  13. Cover des Buches Baudolino (ISBN: 9783423195256)
    Umberto Eco

    Baudolino

     (231)
    Aktuelle Rezension von: Lilli33

    Taschenbuch: 640 Seiten

    Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (1. November 2003)

    ISBN-13 : 978-3423131384

    Originaltitel: Baudolino

    Übersetzung: Burkhart Kroeber

    Preis: 12,90 €

    auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


    Ein Schelmenroman mit wenig Witz und noch weniger Spannung


    Inhalt:

    Baudolino wird im 12. Jahrhundert als armer Bauernsohn geboren und ist mit einer gehörigen Portion Bauernschläue, aber auch einer schnellen Auffassungsgabe gesegnet. Diesem Umstand verdankt er es, dass Kaiser Friedrich Barbarossa ihn als Dreizehnjährigen bei sich aufnimmt und ihn sogar adoptiert. Von nun an übt er großen Einfluss auf die Geschicke der Welt - zumindest in seinen Berichten, um nicht zu sagen, Lügenmärchen, die er dem Niketas während der Belagerung von Konstantinopel erzählt.


    Meine Meinung:

    Umberto Eco ist für mich einer der am meisten überschätzten Autoren. Zugegeben, „Der Name der Rose“ ist genial, aber danach kam einfach nichts mehr, was sich wirklich zu lesen lohnte.


    Der Anfang ist noch vielversprechend, doch bald beginnt sich alles zu wiederholen. Immer wieder Schlachten und Kämpfe, Belagerungen, Liebesbezeugungen und -spiele, Dispute mit Freunden und Feinden über die immer gleichen Themen. 


    Teilweise konnte ich ein klein wenig schmunzeln, aber auch nur zu Beginn, wo alles neu war und ich Baudolino erst kennenlernte. Doch irgendwie hatte ich das Gefühl, dass sich alles nur im Kreis dreht. Da ist kein Spannungsbogen, kein Highlight. Selbst die philosophischen Betrachtungen sind einfach nur ausufernd, langatmig und ohne jegliche neue Erkenntnisse.


    Fazit:

    Das war leider gar nicht meins. Aber wenigstens weiß ich jetzt, dass ich mit Eco durch bin.


    ★★☆☆☆


  14. Cover des Buches Messias (ISBN: 9783492267779)
    Ralf Isau

    Messias

     (84)
    Aktuelle Rezension von: nati51

    In einer irischen Zisterzienserkirche in dem kleinen Ort Graiguenamanagh geschieht am Gründonnerstag etwas Ungeheuerliches, es grenzt an ein Wunder. Im Inneren der Kirche setzt ein Rauschen ein und strahlendes Licht erhellt den Raum. Vor dem hundertdreijährigen Hausmeister Seamus Whelan und dem Gemeindepfarrer Pater Joseph O’Bannon liegt plötzlich ein Mann unter dem silbernen Kruzifix, dessen Jesusfigur verschwunden ist. Neben den Kopf befindet sich eine Dornenkrone und an seinen Füßen und Händen sind blutende Wundmale zu sehen. Als der Mann langsam zu sich kommt, bittet er auf Hebräisch um Hilfe. Er wird ins Krankenhaus gebracht und erhält von den Ärzten den Namen Mr. X. Selbst gibt er seinen Namen mit Jeschua an. 

    Ist es der Messias, der wieder zurückgekehrt ist? Da die katholische Kirche sehr misstrauisch mit Wundermeldungen umgeht, wird Hester McAteer, Sonderbeauftragter des Vatikans für Wunder und Glaubensfragen, nach Irland geschickt.

    Zu Beginn war ich sehr skeptisch, da ich kein Freund von Fantasy-Romanen bin, doch dann hat  mich das Buch in seinen Bann gezogen.

    Der Einstieg in den Kirchenthriller fiel leicht. Die Protagonisten werden lebendig beschrieben, dass man sie sich bildhaft vorstellen kann. Ihre verwickelten Beziehungen werden detailliert dargestellt und so kann man der Geschichte problemlos folgen. Der Schreibstil von Ralf Isau ist flüssig und packend geschrieben, gewürzt mit einer Prise Humor und die kritische Haltung des Autors zur katholischen Kirche ist spürbar. 

    Am Ende des Buches regten mich die folgenden Sätze zum Nachdenken an: „Wer Wunder nicht wahrhaben will, wird immer eine vernünftige Erklärung finden und sie anzweifeln. Das ist ja das Wesen des Glaubens: Man muss sich auf ihn einlassen.“

  15. Cover des Buches Himmlische Juwelen (ISBN: 9783257068375)
    Donna Leon

    Himmlische Juwelen

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis
    Diesmal eine Geschichte ohne Commissario Brunetti.

    Wer einen Krimi in der gewohnten Art erwartet, wird hier bitter enttäuscht.

    Der Leser lernt eine Menge über italienische Archive und Barockmusik. Man merkt, dass Donna Leon ein Fan und eine profunde Kennerin dieser Musikrichtung ist. Auch ihre Nähe zu Cecilia Bartoli kann sie nicht verleugnen.

    Zum Krimi:

    Dass sich die Erben des beinahe vergessenen Komponisten Agostino Steffani um den Nachlass streiten, ist anfänglich nicht so rasend spannend,  steuerhinterziehende Italiener ebenfalls, da eine Art "Volkssport".

    Dann schon eher der Exkurs in das Leben des Musikers. Seine Verwicklungen mit dem Haus Hannover scheinen ein wenig undurchsichtig zu sein. War Steffani ein Mörder oder nur Spielball der Mächtigen?

    Für mich war es trotzdem interessant zu lesen, in welche Richtung Donna Leon die Leser dirigiert, welche Spuren und Fährten sie legt und welche sie wieder verwirft.

    Ich persönlich hatte eine ganz andere Interpretation der „Himmlischen Juwelen“.

    Wie von der Autorin gewöhnt ist das Buch leicht und flüssig zu lesen.
  16. Cover des Buches Perlenmedaillon (ISBN: 9783596510610)
    Sabine Weigand

    Perlenmedaillon

     (102)
    Aktuelle Rezension von: rose7474

    Der Roman konnte mich gleich in seinen Bann ziehen und ihn nur ungern aus der Hand legen. Alles ist sehr gut beschrieben und recherchiert. Eine klare Leseempfehlung von mir und 5 Sterne. Von der Autorin möchte ich auf auf jeden Fall noch mehr lesen. Schon die Markgräfin konnte mich begeistern. 

  17. Cover des Buches Relictum (ISBN: 9783426637050)
    Michael Byrnes

    Relictum

     (92)
    Aktuelle Rezension von: sunshine8722
    Dieses Buch (Relictum) hat mich leider nicht in seinen Bann gezogen. Die Zwei Hauptspielorte sind die Vatikanstadt in Rom und der Tempelberg in Jerusalem. Durch die Handlungen am und um den Tempelberg herum ergeben sich viele kulurelle Kontroversen auf die der Autor eingeht. Es ist also ratsam über die Problematiken am Tempelberg Bescheid zu wiessen um die Handlungen des Buchen in vollen Zügen verstehen zu können. Alles in allem ist das Buch gut geschrieben. Aber leider eben nicht für jeden etwas!
  18. Cover des Buches Reliquienraub (ISBN: 9783740807641)
    Richard Auer

    Reliquienraub

     (4)
    Aktuelle Rezension von: baerin

    Kommissar Mike Morgenroth, stets in Jeans und Cowboy-Stiefeln gewandet, und sein Kollege "Spargel" haben einen neuen Fall in Eichstätt zu lösen. Der Bischof ist außer sich: die Gebeine des heiligen Willibald wurden aus dem Dom entwendet und Lösegeld wurde gefordert. Doch bei der Übergabe des Geldes an den Erpresser ist wohl etwas schiefgelaufen, denn der Mittelsmann, ein Domkapitular, wurde ermordet aus dem Wasser gezogen. Wer hat diesen vornehmen und eleganten Mann auf dem Gewissen?

    Lange tappen Mike und Peter im Dunkeln, geraten auch noch in richtig gefährliche Situationen, bis sie auf die richtige Spur kommen. Auch dieser witzige Krimi mit viel Lokalkolorit aus dem Altmühltal hat mich wieder gut unterhalten, wenn es diesmal auch sehr viel um kirchliche Belange ging. Der in manchen Dingen etwas naive Mike und sein kluger Kollege Peter sind mir sehr sympathisch und haben auch in diesem Fall wieder bestens zusammen gearbeitet.

  19. Cover des Buches Das silberne Zeichen (ISBN: 9783499254864)
    Petra Schier

    Das silberne Zeichen

     (40)
    Aktuelle Rezension von: Alais
    Die Reliquienhändlerin Marysa ist verzweifelt - ihr Verlobter hätte schon längst von einer Reise zurückkehren müssen und sie hat auch keine Nachricht von ihm erhalten. Dabei drängt die Zeit, denn sie ist schwanger und sollte schnellstmöglich heiraten ... Doch es kommt noch schlimmer: Marysa wird beschuldigt, eine Fälscherin zu sein, und in Aachen geht ein grausamer Mörder um ...
    Dieses Buch stellt den Abschluss einer Trilogie dar, lässt sich aber auch sehr gut lesen und genießen, wenn man die beiden vorherigen Bände nicht gelesen hat, da alle für diese Geschichte notwendigen Informationen zur Vorgeschichte von der Autorin gegeben werden.
    Der Roman bietet eine gelungene Mischung aus einem lockeren Schreibstil, einem unterhaltsamen Erzählstil, facettenreichen Charakteren und einer spannenden Handlung.
    Neben einer Karte von Aachen im vorderen Teil warten im hinteren Teil noch zwei weitere schöne Extras auf die Leser: ein kleines Glossar und ein Krapfenrezept.
    Ich hätte mir eine Erklärung gewünscht, wie damals Papiere die Herkunft eines Menschen beweisen konnten, da es ja noch keine Passbilder gab - wie konnte man also beweisen, auf welche Person sich die Papiere bezogen? Da ich selten historische Romane lese, fehlt mir dafür aber auch einfach nur das notwendige Hintergrundwissen. Dennoch wage ich zu behaupten, dass die Autorin meinem Eindruck nach sehr gut und sorgfältig recherchiert hat.
    Mir hat dieser Roman eine schöne Lesezeit bereitet und ich hoffe irgendwann auch einmal die anderen Bände dieser Trilogie lesen zu können!
  20. Cover des Buches Der gläserne Schrein (ISBN: 9783499248610)
    Petra Schier

    Der gläserne Schrein

     (42)
    Aktuelle Rezension von: Sternenstaubfee

    Aachen im Jahr 1413: An der neuen Chorhalle des Doms wird fleißig gebaut, denn im kommenden Jahr soll König Sigismund in Aachen gekrönt werden! Bis dahin soll möglichst alles fertig sein, aber der Zeitplan gerät mächtig durcheinander, denn immer wieder geschehen seltsame Unfälle, die den Bauplan aufhalten. Schlimmer noch, es kommen auch Arbeiter bei diesen Unfällen zu Tode! Marysas Stiefvater, der Goldschmied Bardolf Goldschläger, gerät unter Verdacht und wird verhaftet. Marysa ist fest von seiner Unschuld überzeugt. Gemeinsam mit Bruder Christophorus, der seit kurzer Zeit wieder in Aachen weilt, will sie die Unschuld ihres Stiefvaters beweisen und gerät dabei selbst in Gefahr.

    Mein Leseeindruck:

    "Der gläserne Schrein" ist der mittlere Band einer Trilogie, daher sollte man nach Möglichkeit den ersten Band schon gelesen haben, da die Handlung hier natürlich fortgeführt wird. Ich denke, man kann zwar diesen Band auch ohne Vorwissen lesen, da vieles hier noch mal angedeutet wird, was in Band 1 passiert ist, aber mehr Spaß macht es sicherlich, wenn man die Reihenfolge einhält.

    Die 19-jährige Marysa und Bruder Christophorus haben wir in Band 1 ("Die Stadt der Heiligen") schon kennengelernt. Inzwischen sind eineinhalb Jahre vergangen. Bruder Christophorus kehrt nach Aachen zurück und trifft natürlich wieder auf Marysa, wie er es damals seinem Freund und Marysas Bruder Aldo versprochen hatte.

    Scheinbar kommt er genau zur rechten Zeit, denn wieder gilt es, seltsame Ereignisse rund um den Aachener Dom aufzuklären.

    Auch in diesem Band stehen aber eigentlich die Figuren Marysa und Bruder Christophorus mehr im Vordergrund als die eigentliche Krimihandlung. Die Anziehung und das Knistern zwischen den beiden ist deutlich herauszulesen. Natürlich gestehen beide Seiten sich das nicht ein, immerhin ist Bruder Christophorus ein Mönch!

    Mir hat es wieder viel Spaß gemacht, der Handlung zu folgen und die Entwicklung der beiden Protagonisten und ihrer Beziehung zueinander "zuzuschauen". Die Autorin hat es geschafft, mir die Gefühle der Charaktere gut rüberzubringen.

    Doch natürlich ist auch die weitere Handlung durchaus spannend! Es hat ebenfalls Spaß gemacht, gemeinsam mit Marysa und Bruder Christophorus auf Spurensuche zu gehen. Bis zum Schluss war mir nicht klar, wer tatsächlich hinter all den Unfällen steckte.

    Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen; es hat mich sehr gut unterhalten können! Nun freue ich mich natürlich auf den Abschluss der Trilogie!

     

  21. Cover des Buches Berlingtons Geisterjäger 4 - Untotentanz (ISBN: B07X1L6HZT)
    Amalia Zeichnerin

    Berlingtons Geisterjäger 4 - Untotentanz

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Koriko

    Story:
    Nach dem letzten großen Kampf gegen die Anderswelthexe Carmun ist es ruhiger in London geworden und Berlingtons Geisterjäger haben sich in alle Winde zerstreut: Victor und Alec sind nach Paris geflüchtet, nachdem das Gerücht verbreitet wurde, sie seien ein Paar, Giselle ist ebenfalls in Frankreich und lebt bei ihrer Tochter. Lediglich Fiona, ihre Partnerin Nica und Eliott sind noch in London, haben im alltäglichen Leben jedoch nur wenige Berührungspunkt. Das ändert sich, als sie gleichzeitig nach Paris aufbrechen – Fiona und Nica um einer Zusammenkunft der magischen Gemeinde teilzunehmen, Eliott wegen eines Auftrages des Britischen Museums. Er soll vier gestohlene, altägyptische Artefakte zurückbringen. Als kurz darauf eine seltsame Seuche in Paris ausbricht, bei der Erkrankte nicht nur lichtempfindlich sind, sondern auch Hunger auf blutiges Fleisch bekommen, schließen sich die alten Freunde auf der Suche nach Antworten zusammen. Sie suchen nach Antworten und einer Möglichkeit die Kranken zu heilen, denn Eliott hat sich angesteckt …

    Eigene Meinung:
    Mit „Untotentanz“ entführt Amalia Zeichnerin ihre Leser*innen einmal mehr in die viktorianische Zeit, dieses Mal jedoch nach Paris. Der Roman ist in sich abgeschlossen und knüpft lose an die Ereignisse der ersten drei Bände an, allerdings kann man ihn auch weitestgehend ohne Vorkenntnisse lesen – wenngleich in dem Fall die Masse an Figuren verwirren dürfte. Nach aktuellem Stand ist es der letzte Teil der Reihe „Berlingtons Geisterjäger“.

    Die Geschichte spielt 1889 und einmal mehr sind die Freunde um Berlington einem übernatürlichen Phänomen auf der Spur, genauer gesagt einer seltsamen Krankheit, die Betroffene nach und nach in zombieähnliche Kreaturen verwandelt. Amalia Zeichnerin lässt sich Zeit, die Ereignisse voranzutreiben und allen Charakteren Platz zur Entwicklung zu geben – nahezu jede tragende Figur darf einen Teil der Geschichte aus seiner/ihrer Sicht beitragen – auch Alec, der in den ersten drei Büchern leider keine eigene Stimme bekam. So dauert es, bis die Gruppe auf die Ursachen der Krankheit stößt, ebenso lange dauert es, ein Heilmittel zu erschaffen, um Eliott und die anderen Erkrankten zu heilen. Währenddessen befindet sich Paris im Ausnahmezustand, was jeder zu spüren bekommt.
    Wie immer ist der Genremix aus Steampunk, Fantasy und historisch realen Elementen sehr gelungen Man steigt schnell in die Geschichte ein und fiebert mit den Helden mit, die sich dieses Mal einer kaum greifbaren und bekämpfbaren Bedrohung stellen dürfen. Amalia Zeichnerin wendet viel Zeit auf, das Paris des 19. Jahrhunderts zu beschreiben und zum Leben zu erwecken. Man spürt bei den Beschreibungen der Straßenzüge, Gebäude und Hintergründe auch, wie viel Zeit die Autorin in der Recherche gesteckt hat – das viktorianische Paris wirkt lebendig und authentisch, man hat wirklich das Gefühl mit den Figuren durch die Straßen zu wandeln. Auch die Beschreibungen der Krankheit und die Herangehensweise der Charaktere, die Probleme in den Griff zu bekommen sind gelungen – Amalia Zeichnerin lässt genügend Zeit für Entdeckungen und Lösungsstrategien der Gruppe. Sie baut die komplexe Geschichte mit der nötigen Ruhe und Vielschichtigkeit auf. Leider gelingt es ihr nicht, dies bis zum Ende durchzuhalten, denn der Schluss wirkt sehr überstürzt, das Finale sehr gehetzt. Es wird zwar alles aufgelöst und zu einem zufriedenstellenden Ende geführt, aber das Tempo passt nicht zum Rest des Buches. Im letzten Kapitel wird quasi alles im Eiltempo aufgelöst – das ist sehr schade, zumal sich dann auch Logikfehler häufen.

    Die Figuren sind lebendig und gut in Szene gesetzt – dieses Mal kommt jeder zu Wort und darf den Leser ein Stück weit durch die Geschichte führen. Wie immer ist der Mix queerer Figuren toll, man hat ein lesbisches und ein schwules Pärchen, die vollkommen gleichberechtigt sind und ihren Platz im Buch haben. Auch eine leichte Romanze zwischen Eliott und der indischen Zauberkundigen Amrita Jhadav findet einen Platz, die eine größere Rolle einnimmt als in den bisherigen Büchern. Es ist schön, dass weitere Figuren hinzukommen und teils wichtigere Rollen übernehmen. Das sorgt für Abwechslung und Spannung.

    Stilistisch gibt es nichts zu bemängeln – Amalia Zeichnerin hat einen sehr flüssigen, soliden Schreibstil, der gut zur Geschichte und den Figuren passt. Sie erzählt aus wechselnden Perspektiven, was man mögen muss um die Reihe zu genießen und bemüht sich jeder Figur gerecht zu werden. Das birgt die einzige Schwäche, die das Buch stilistisch hat – die Perspektiven klingen zu gleichförmig, es gibt keine Varianzen zwischen den einzelnen Erzählenden. Gerade bei der Masse an Perspektivwechseln fällt dies auf. Aber das ist nur ein kleiner Kritikpunkt, der das Lesevergnügen nur teilweise schmälert.

    Fazit:
    Auch der 4. Teil der „Berlingtons Geisterjäger“-Reihe kann überzeugen und punktet durch eine solide Geschichte, authentische und lebendige Beschreibungen und Charaktere, und einen stimmungsvollen Schreibstil. Wer die ersten Bände der Reihe mochte, sollte auf jeden Fall auch zu „Untotentanz“ greifen, Neueinsteigern empfehle ich aufgrund der vielen Charaktere und Perspektiven doch zu den ersten Bänden, um die Figuren kennenzulernen und die Zusammenhänge zu verstehen. Wer historische Romane mit fantastischen Elementen mag, sollte auf jeden Fall reinschauen – zu empfehlen.

  22. Cover des Buches Wächter des Kreuzes (ISBN: 9783423212052)
    Matilde Asensi

    Wächter des Kreuzes

     (47)
    Aktuelle Rezension von: Buchwurmchaos
    "Wächter des Kreuzes" von Matilde Asensi wurde schon im Jahr 1999 von der spanischen Autorin in Spanien veröffentlicht. Die erste deutsche Ausgabe folgte im Jahr 2001, sie wurde neu aufgelegt und 2010 als Neuausgabe auf den Markt gebracht. Die Handlung beginnt im Vatikan. Eine Ordensschwester, die als Wissenschaftlerin (Paläographin) im Geheimarchiv arbeitet wird zur Aufklärung eines Falles herangezogen. Bei einem Flugzeugabsturz kamen 2 Männer ums Leben, einer davon entpuppt sich als Äthiopier. Er trägt am gesamten Körper seltsame Zeichen und Tätowierungen, die man so noch nicht gesehen hat. Bei dem verunglückten Flugzeug findet man eine Reliquie, die kurz zuvor gestohlen wurde. Es handelt sich um ein Teilstück des Kreuzes, an welchem Jesus Christus starb. Dieses Kreuz wurde einige Jahrhunderte nach dem Tod wieder aufgefunden und hat einen ähnlichen Kult wie das Grabtuch ausgelöst. Es endete mit der Zerteilung und Verbreitung der Teilstücke als Reliquie in alle denkbaren katholischen Kirchen der Welt. Das Buch handelt von der Entdeckung einer geheimen Bruderschaft, den "Wächtern des Kreuzes". Sie wollen die Teilstücke wieder zusammenführen und haben offensichtlich schon häufiger zugeschlagen. Niemand kennt diese Bruderschaft, die aber offensichtlich sehr geschickt und im Verborgenen agiert. Die Ordensschwester wird Teil einer Aufklärungstruppe, die versucht, diese Verbindung ausfindig und dingfest zu machen, was bedeutet, dass sie die auferlegten Prüfungen der Kreuzeswächter, derer insgesamt 7 an sieben verschiedenen Orten dieser Welt, zu durchstehen haben. Ich staune immer wieder über diese Autorin, ehemals Studentin des Journalismus. Hat man sich an ihre Art sich auszudrücken gewöhnt, liest man sich durch spannende 639 Seiten, gefüllt mit einer unglaublichen Phantasie, aber auch sagenhaftem Wissen. Mir war es schier unmöglich zu erkennen, wo Wissen aufhört und Fiktion beginnt. Langeweile kommt nicht auf, denn kaum ist ein Schritt beendet, beginnt der nächste. Dieser Roman ist so erfrischend anders als die amerikanischen Thriller, ich möchte dieses Buch jedem empfehlen, der 1. dicke Bücher liebt, 2. sich nicht scheut, etwas dazu zu lernen und neue Wege zu beschreiten.
  23. Cover des Buches Die Pestglocke (ISBN: 9783442375066)
    Patrick Dunne

    Die Pestglocke

     (53)
    Aktuelle Rezension von: katzekatzekatze
    Ich hab das Buch zufällig bei uns im Oxfam Buchshop entdeckt - ein Glück, dass ich so günstig dran gekommen bin, denn nachdem ich es gelesen habe, waren mir schon 3 Euro zu viel Geld.
    Der Titel, weshalb es mir ins Auge gestochen ist, klingt richtig vielversprechend, ebenso wie die Inhaltsangabe. Leider wird man bitterlich enttäuscht beim Lesen.
    Vermag die Protagonistin mit dem wohlklingenden irischen Namen anfangs noch durch ihre Natürlichkeit und ihre Durchschnittlichkeit Sympathien hervorrufen, kann das nicht darüber hinwegtrösten, dass der Autor sich offenbar nicht wirklich entscheiden konnte, wovon sein Buch eigentlich handeln soll.
    Der Anfang beginng ganz interessant, indem ein Mitarbeiter des Archäologischen Grabungsteams von der Protagonistin mit einer Substanz kontaminiert wird. Das wars aber auch schon.
    Dann kommen heilige Reliquien, Afrikanische Ritenmorde, Alzheimer in der Familie und der Tod des Vaters, das Scheitern einer Beziehung und eine neue Affähre ins SPiel, aber alles nur so angekratzt, dass man sich nicht entscheiden kann, worauf man nun den Fokus beim Lesen legen soll. Es wirkt alles seicht und schwammig und wenig überzeugend, Nebencharaktere haben absolut null Tiefe und sind nur da um Stereotypen zu erfüllen: Die Freundin mit der Teenagertochter, der komische Fremde, der der Protagonistin ziemlich plump schöne Augen macht, der rassistische Zeitungsreporter.... keinem dieser Charaktere kauf ich ihre "Echtheit ab"
    Das Ende ist ein Witz. Es wird nicht wirklich was überraschendes aufgeklärt, mal so nebenbei der Mord an der Frau, die zu Anfang tot gefunden wird und an welcher Krankheit die ganzen zwei Personen verstorbenm sind, die es erwischt hat und nichts davon hat auch nur den geringsten Bezug zum Titel des Buches.
    Ich habe mich von der ersten Seite bis zur letzten absolut gelangweilt und hab nur weiter gelesen, weil ich immer mal wieder die Hoffnung hatte, dass mal was Spannendes passiert.
    Das Thema Pest und Epidemien im Allgemeinen ist so heftig und gewaltig und man könnte so einen richtig guten Thriller draus machen, aber der Autor schöpft diese Quelle nichtmal ansatzweise befriedigend für den Leser aus, sondern verirrt sich in einem kümmerlichen Salat von langweiliger Reliquien-Historik.
    Es tut mir leid, Mr. Dunne, aber ich kann verstehen, warum es als kostenlose Spende im Gebrauchtbuchladen gelandet ist.
  24. Cover des Buches Gloria! (ISBN: 9783499257551)
    Johanna Alba

    Gloria!

     (41)
    Aktuelle Rezension von: Igelmanu66

    »In der Heiligen Schrift heißt es: Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht.«

    »Ich weiß. Matthäus, 6. Kapitel. Dort heißt es übrigens auch: „Jeder Tag hat genug eigene Plage.“ Vermutlich hatte Jesus auch eine Haushälterin.«

     

    Wer hier so unter der Fastenzeit leidet, ist niemand anderes als Papst Petrus II. Der Verzicht auf seine geliebten Süßspeisen fällt arg schwer und selbst der allmorgendliche Blick in die Gazzetta dello Sport macht bei den aktuellen Leistungen der Squadra Azzurra keinen Spaß. Währenddessen ruht das wachsame Auge seiner strengen Haushälterin Schwester Immaculata auf dem großen Frühjahrsputz, der auch die entlegensten Winkel der päpstlichen Residenz beinhaltet. Und in einem solchen findet sie eine Kiste mit Knochen - Anlass genug für eine sofortige Krisensitzung:

    »Ich möchte sofort wissen, wessen Leiche hier auf dem Fußboden liegt. Sollte es sich um einen Heiligen handeln, werden wir die Knochen einer ordnungsgemäßen Verehrung zuführen. Ansonsten verschwinden sie sofort aus meiner Wohnung.«

    Nun, die Zukunft der Knochen wird wohl in besagter ordnungsgemäßen Verehrung liegen, denn es muss sich bei ihnen um die seit ewigen Zeiten gesuchten Gebeine des heiligen Petrus handeln. Diese kostbare Reliquie will Petrus II gleich bei der in Kürze anstehenden Karfreitagsprozession präsentieren. Doch die triumphale Prozession wird zum Chaos: Ein Schuss fällt, die päpstliche Fotografin verschwindet und ebenso der Schädel von Petrus wertem Vorgänger. Wer hat den Anschlag verübt und wo sind Fotografin und Reliquie? Ein neuer Fall für Roms bestes Ermittlerteam…

     

    Ich liebe diesen Papst! Ich habe nun alle drei bislang erschienenen Bände gelesen und bin rundum begeistert. Auch diese Geschichte wird mit einer solchen Leichtigkeit erzählt, dass man förmlich durch die Handlung fliegt. Trotz der vielen lustigen Abschnitte habe ich mich über eine intelligente Krimihandlung gefreut, die lange spannend bleibt und logisch aufgeschlüsselt wird. Wer beim Krimi nicht zwingend Brutalität, viel Blut und Thrill braucht, dem dürfte nichts fehlen.

     

    Das besondere bei den Papst-Krimis sind natürlich die Charaktere. Allen voran Petrus II. Was ihn so liebenswert macht, sind die menschlichen Schwächen, die er gerne auslebt. Oder besser, die er gerne ausleben würde, denn um ein leckeres Essen zu genießen oder ungestört die Fußballberichte lesen zu können, muss zuvor Schwester Immaculata ausgetrickst werden, die ihrerseits aber auch nicht auf den Kopf gefallen ist. Zudem ist Petrus II. so, wie man sich eigentlich ein geistliches Oberhaupt wünscht. Er ist ein herzensguter Mensch, der seinen Mitmenschen mit Zuneigung, Verständnis und vorurteilsfrei begegnet und sich zudem mit ihnen am liebsten auf Augenhöhe befindet. Daher nutzt er gerne und oft einen alten Priestermantel, um sich so getarnt mitten unter seinen Schäfchen in seinem geliebten Rom bewegen zu können. Und diese Tarnung ist natürlich auch perfekt geeignet, wenn man - mal wieder - kriminalistisch ermitteln muss...

    »Petrus rückte seine dunkle Sonnenbrille zurecht und ließ schnell den päpstlichen Fischerring in der Tasche verschwinden. Seine verbliebenen Haarsträhnen hatte er liebevoll über den kahlen Schädel drapiert, was sein rundliches Römergesicht immerhin so stark verfremdete, dass ihn niemand erkennen würde.«

     

    Zum päpstlichen Ermittlerteam gehören zudem Francesco, ein junger Franziskanerpater und seines Zeichens Privatsekretär des Papstes und Giulia, eine der attraktivsten Frauen Roms und päpstliche Pressesprecherin. Auch diese beiden sind enorm sympathisch und leiden unter sehr menschlichen Problemen, die man kurz mit den Begriffen "Zölibat" und "elterliche Erwartungshaltung" umschreiben kann.  Am Ende ist nicht nur der Fall gelöst, sondern Petrus konnte - ganz nebenbei - auch noch ordnend in die Welt des Fußballs eingreifen.

     

    Fazit: Herrlich! Humorvoll, liebenswert und trotzdem ein spannender Krimi. Ich hoffe, dieses Team hat noch viel zu ermitteln!

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